Museum der Moderne Salzburg: Proudly Presenting

April 28, 2014 in Ausstellung

VON RUDOLF MOTTINGER

Die Sammlung Generali Foundation

auf dem Mönchsberg

Bruno Gironcoli: Große Säule mit eingesetzten Augenprothesen, 1968  Ausstellungsansicht Proudly Presenting: Sammlung Generali Foundation, 2014, Skulptur  Sammlung Generali Foundation – Dauerleihgabe am Museum der Moderne Salzburg  Bild: © Museum der Moderne Salzburg, Rainer Iglar

Bruno Gironcoli: Große Säule mit eingesetzten Augenprothesen, 1968
Ausstellungsansicht Proudly Presenting: Sammlung Generali Foundation, 2014, Skulptur
Sammlung Generali Foundation – Dauerleihgabe am Museum der Moderne Salzburg
Bild: © Museum der Moderne Salzburg, Rainer Iglar

Mit der Ausstellung Proudly Presenting: Sammlung Generali Foundation wird erstmals eine Auswahl aus der international renommierten Sammlung an ihrem neuen Standort, dem Museum der Moderne Salzburg, präsentiert. Die Generali Foundation hat ihre international viel beachtete Sammlung Anfang des Jahres dem Museum der Moderne Salzburg im Rahmen einer umfassenden Partnerschaft als Dauerleihgabe anvertraut. In dieser ersten Schau zur Vorstellung einer Auswahl aus der Kollektion, die insgesamt etwa 2.100 Werke von 200 Künstlerinnen und Künstlern umfasst, wird Einblick in einige der Charakteristika der bekannten Sammlung gegeben. Präsentiert werden 133 Arbeiten von 25 Künstlerinnen und Künstlern in unterschiedlichen Medien, die von Skulptur und Installation über Film, Fotografie und Video bis zu Zeichnung reichen. Die Sammlung Generali Foundation enthält herausragende Werke von den 1960erJahren bis in die Gegenwart. „Von international bedeutenden Künstlerinnen und Künstlern wurden bereits relativ früh größere Werkgruppen gesammelt“, erläutert Sabine Breitwieser, Direktorin am Museum der Moderne Salzburg. „Anlässlich dieser ersten Präsentation in Salzburg werden zentrale Werke gezeigt, unter anderem von Künstlern, die in den letzten Jahren leider verstorben sind – Bruno Gironcoli, Walter Pichler, Allan Sekula und Franz West. Mit ihnen bestand – wie mit vielen anderen Künstlerinnen und Künstlern, die in dieser Ausstellung zum Teil erstmalig in Salzburg vorgestellt werden – ein besonderes Naheverhältnis.“

Eine erste thematische Werkgruppe in der Ausstellung umfasst emblematische Objekte, in denen Kunst, Design und Architektur in Form von utopischen Ideen miteinander verschmelzen. Die phallischen Skulpturen von Bruno Gironcoli, die Glaspavillons von Dan Graham, das Mobile Büro (1969) von Hans Hollein, die Interventionen von Gordon Matta-Clark in aufgelassenen Gebäuden oder der TV-Helm (1967) von Walter Pichler sind inzwischen Ikonen dieser Thematik. Die hohen Erwartungshaltungen an neue Technologien und Medien, die wir seit den 1960erJahren erleben, mündeten auch in zahlreichen Arbeiten, in denen deren Auswirkungen auf den Menschen erforscht werden. Die feministisch-aktionistischen Werke von VALIE EXPORT, insbesondere ihr TAPP-und TASTKINO (1968), oder Harun Farockis Videoinstallationen beziehen dazu Position in Form von profunden Werkgruppen, aus denen in dieser Ausstellung nur ein kleiner Ausschnitt gezeigt werden kann. Eine mittlere und jüngere Generation von Künstlerinnen und Künstlern bezieht sich in ihren Arbeiten wiederum aus einer aktuellen Perspektive auf die ehemaligen Utopien, darunter Dorit Margreiter, Marjetica Potrc, Florian Pumhösl, Mathias Poledna und Heimo Zobernig.

Im Verbund mit einer Medienkritik sind in der Sammlung zahlreiche Werke vertreten, in denen Fotografie gewissermaßen gegen den Strich gebürstet wird, wie in Sanja Ivekovic’ Fotocollagen, in Martha Roslers Foto-Text-Installation über die New Yorker Bowery oder in Allan Sekulas filmischen Fotoarbeiten. „Institution für Institutionskritik“ wurde die Generali Foundation vor vielen Jahren in einer  Schlagzeile genannt. Tatsächlich sind in der Sammlung viele Künstlerinnen und Künstler vertreten, die eine Untersuchung der Bedingungen von Kunst sowie die Frage, was wir von Kunst eigentlich wollen, zum Inhalt ihrer Arbeit gemacht haben. Hans Haacke hat dies in seinem Kondensationswürfel (1965) als einer Art von kinetischer Besucherstatistik früh verdeutlicht. Adrian Piper wiederum verhandelt in ihrer Arbeit Hegemonien und Stereotypen in der Kunst, und Andrea Fraser klärt uns in „Museumsführungen“ in lustvoller Weise über das wirkliche Leben in einem Museum auf.

Mit dieser Ausstellung setzt das Museum der Moderne Salzburg den Prätext zu einer neuen rotierenden Schausammlung, in der künftig Werke der Sammlung Generali Foundation in Dialog mit den anderen umfangreichen Beständen des Museums treten – von denhauseigenen Werken über die Fotosammlung des Bundes und die Sammlung FOTOGRAFIS der Bank Austria Unicredit bis zur Sammlung MAP. In der Ausstellung vertreten sind Werke von VALIE EXPORT, VALIE EXPORT/Peter Weibel, Harun Farocki, Andrea Fraser, Bruno Gironcoli, Dan Graham, Hans Haacke, Hans Hollein, Sanja Ivekovic, Richard Kriesche, Dorit Margreiter/Mathias Poledna/Heimo Zobernig, Gordon Matta-Clark, Gustav Metzger, Walter Pichler, Adrian Piper, Marjetica Potrc, Florian Pumhösl, Martha Rosler, Allan Sekula, Goran Trbuljak, William Wegman, Peter Weibel, Franz West und Heimo Zobernig.

www.museumdermoderne.at

Wien, 28. 4. 2014

Kunstausstellung im Parlament

März 27, 2014 in Ausstellung

VON RUDOLF MOTTINGER

konkret – abstrakt

Heimo Zobernig Bild: Marianne Greber

Heimo Zobernig
Bild: Marianne Greber

Unter dem Titel „konkret – abstrakt“ zeigt eine Ausstellung im Parlament in Wien vom 3. April 2014 bis 22. März 2015 Werke von 16 ausgewählten Künstlerinnen und Künstlern (Ernst Caramelle, Svenja Deininger, Heinrich Dunst, Herbert Hinteregger, Christian Hutzinger, Tillman Kaiser, Luisa Kasalicky, Suse Krawagna, Ingo Nussbaumer, Nick Oberthaler, Helga Philipp, Florian Schmidt, Martina Steckholzer, Esther Stocker, Alexander Wolff und Heimo Zobernig).
Die für die Räumlichkeiten des Parlaments ausgewählten Arbeiten zirkulieren mit überzeugender Stringenz und Ernsthaftigkeit um die elementaren Fragen der Malerei im Kontext der Bildlichkeit. Mit antipodischen Strategien werden die Grundparameter der Konstitution eines abstrakten Bildes bearbeitet, die sich hauptsächlich auf zweidimensionale, in vereinzelten Fällen auch auf dreidimensionale bildhafte Ensembles beziehen: Konstruktivistisch anmutende Strenge trifft auf kompositorische Formenfreiheit, Rhythmus und Dynamik treffen auf Ruhe und Ordnung, Leichtigkeit und Reduktion auf Verdichtung und Stabilität der Formen.Die kunsthistorischen Traditionen der Formensprache der Abstraktion durchschreitend und deren Repertoire und Gedankenmaterial vieldeutig reflektierend, befinden sich die ausgewählten Künstlerinnen und Künstler seit Jahren auf einer wohlüberlegten, sowohl experimentellen wie auch konzeptuellen Erforschung von kompositorischen Kombinationen. Nicht zuletzt, um der mittlerweile einhundertjährigen Geschichte der Abstraktion ihre formale Schwere auszutreiben und sie für die Gegenwart zu aktualisieren. Kuratiert wird die diesjährige Ausstellung von Hans-Peter Wipplinger, Kurator des Parlaments und Direktor der Kunsthalle Krems.

Hinweise und Karten:
Der Zutritt zum Parlament ist grundsätzlich werktags Montag bis Freitag von 6.30 bis 19 Uhr (Einlass bis 18.30 Uhr) bzw. Samstag von 9 bis 17 Uhr (Einlass bis 16.30 Uhr) möglich. Benützen Sie dafür den Zentraleingang beim Besucherzentrum, 1017, Wien, Dr. Karl Renner-Ring 3,. Beachten Sie, dass für den Zutritt der Vorweis eines entsprechenden Termins und die Vorlage eines amtlichen Lichtbildausweises nötig ist. Aus Sicherheitsgründen werden am Eingang Zugangskarten ausgegeben, die im Parlament ständig sichtbar zu tragen sind. Mehr unter www.parlament.gv.at/GEBF/KUNST/

Wien, 27. 3. 2014