Weltmuseum Wien: „… aus Afghanistan“

Januar 25, 2022 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Flüchtlinge erzählen mit Alltagsobjekten über ihre Heimat

Brigitte Neubacher: Afghanistan 1994. Bild: © Brigitte Neubacher

Die Einnahme Kabuls durch die Taliban im August 2021 und die Bilder, die davon um die Welt gingen, fordern einen genaueren Blick auf Afghanistan und seine Menschen. Die Sammlungen des Weltmuseums Wien geben einen Einblick in das Leben, die Geschichte und die Kulturen Afghanistans. Das Weltmuseum Wien hat Männer und Frauen aus Afghanistan, die in Wien leben, eingeladen, Objekte auszuwählen und ihre Geschichten mit den

Besucherinnen und Besuchern des Museums zu teilen. Gegenstände verschiedener ethnischer Gruppen sollen das Bild von Afghanistan mit vielfältigen, lebensbejahenden Eindrücken bereichern. So ist die sehenswerte Präsentation „… aus Afghanistan“ entstanden. Die Ausstellung wirft Streiflichter auf Szenen des alltäglichen Lebens von Afghaninnen und Afghanen in deren ursprünglichen Heimat bis hin zum Leben von in Wien wohnenden Geflüchteten. Das Weltmuseum Wien will mit dieser Ausstellung ein anderes Bild zeigen, als es viele Medienberichte nach der Machtübernahme der Taliban am 15. August 2021 boten. Die Ausstellung zeichnet aus, dass sie nicht von MuseumskuratorInnen alleine gestaltet wurde. Vielmehr haben in Wien lebende Afghaninnen und Afghanen Objekte aus der Sammlung des Museums ausgewählt oder dem Museum eigene geliehen, die ihnen wichtig erschienen, um über das Leben in ihrer alten Heimat und in Wien zu berichten.

Sie haben auch Texte zu verschiedenen Themen verfasst, die in der Präsentation zu lesen sind. Beispielweise Batul Abedi über das Gebetstuch: Die drei Wörter heißen „Mohammed“, „Hasan“ und „Ali“. Das Tuch wird also von Schiiten verwendet. Die beiden erhobenen Hände stehen für das Beten in Richtung zu Gott. Bei mir zu Hause hängt so ein Tuch an der Wand gegenüber dem Sofa. Oder Rahmatullah Ahmadi über die Teekanne: Tee ist für uns Afghanen ein Getränk das Energie bringt und auch erfrischt. Wenn ein Gast kommt oder wir uns in Gemeinschaft treffen wird immer Tee getrunken, grüner oder schwarzer Tee mit viel Zucker. Er muss stark sein, die Wirkung muss gespürt werden.  In Afghanistan haben wir Tee meist aus Indien importiert. Hier in Österreich schätzen wir auch Säfte oder Coca Cola, zum Christentum konvertierte Afghanen auch Bier.

Teekanne, Afghanistan/Jamshidi. © KHM-Museumsverband

Halskette, Afghanistan/Pashtunen. © KHM-Museumsverband

Gebetstuch, Afghanistan/Hazara. © KHM-Museumsverband

Krug, Afghanistan/Tadschiken. © KHM-Museumsverband

In der Schau geht es nicht um die Taliban, nicht um die Flucht vieler oder um schwer bewaffnete Kämpfer, die durch die Straßen Kabuls patrouillieren. Vielmehr sollen von Frauen angefertigte Keramiken oder geflochtene Körbe, Silberschmuck und farbenprächtige Kleider, Gebetstücher und Papierdrachen Einblicke in die Kultur jenseits des Kriegsgeschehens bieten. Gezeigt werden Szenen aus dem alltäglichen Leben vieler Ethnien. Der Bogen spannt sich von der Gastfreundschaft zum gemeinsamen Essen und Teetrinken, von der Weitergabe des Brautschmucks von der Mutter des Bräutigams zur neuen Schwiegertochter bis hin zum Drachensteigen.

„… aus Afghanistan“ wird ergänzt durch Fotografien von Brigitte Neubacher, Josef Polleross, Max Klimburg, Alfred Janata, Roger Senarclens de Grancy, Walter Kuschel und Georg Sarac. Von der Fotografin Aleksandra Pawlow porträtierte in Wien Lebende berichten über ihr Leben von Afghanistan bis Wien.

Kostenlos zu besuchen bis 31. Mai.

Hochzeitskleid (Detail), Leihgabe von Frau Sohayla Yaqoubi. Bild: © KHM-Museumsverband

Hochzeitsgewänder, Leihgaben von Sohayla Yaqoubi und Leila Musavi. Bild: © KHM-Museumsverband

Hochzeitsgewand (Detail), Leihgabe von Leila Musavi. Bild: © KHM-Museumsverband

Historischer Hintergrund

In Afghanistan leben mehr als 50 Stämme. Ihr gemeinsamer Staat grenzt an sechs Länder, wobei die Grenzziehung über weite Strecken auf imperialistische Machtbestrebungen zurückgeht: Die Einmischung ausländischer Akteure in innerafghanische Angelegenheiten prägte über mehr als hundert Jahre das Leben vor Ort. Zwischen 1838 und 1919 führte Großbritannien Kriege im Land. Ab 1979 intervenierte zehn Jahre lang die Sowjetunion, wobei die USA den islamistischen Gegnern der Kommunisten, den Mujahedin, umfangreich Waffen lieferte. In den Jahren 1992 bis 1994 tobte ein blutiger Bürgerkrieg. Von 1996 bis 2001 beherrschten die Taliban große Teile des Landes. Gegen sie und andere islamistische Gruppen führten die USA und deren Bündnispartner von 2001 bis 2021 einen blutigen Krieg. In all diesen Konflikten litt vor allem die Zivilbevölkerung Afghanistans: viele Menschen wurden getötet, Millionen mussten fliehen, vor allem in die Nachbarländer.

Strickfrauen 1970. Bild: © Roger Senarclens de Grancy

Afghanistan 1959. Bild: © Alfred Janata

Afghanistan/Bamiyan 1993. Bild: © Brigitte Neubacher

Mittagessen in der Mudschaheddin-Basis von Jagdalak, 1988. Bild: © Josef Polleross

Statement des Weltmuseum Wien

Das Weltmuseum Wien widmet sich der Wertschätzung der Vielfalt des menschlichen Lebens. Das Kollegium des Museums ist daher solidarisch mit den Menschen in Afghanistan in ihrer Vielfalt. Die aktuelle Situation ist schwer einschätzbar, aber Krieg und Konflikte führen zur Vertreibung von Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen müssen. Wir appellieren an die Länder der Welt, darunter auch Österreich, alle Maßnahmen zu ergreifen um den Geflüchteten mit Mitgefühl zu begegnen, sie aufzunehmen und zu unterstützen.

www.weltmuseumwien.at

25. 1. 2022

Jüdisches Museum: Die Wiener Rothschilds. Ein Krimi

Januar 11, 2022 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Hitler verlangte 75 Millionen Dollar Lösegeld

True Detective Mysteries, „Hitler´s Kidnaping of Baron Rothschild“, NY, 1940. © The Rothschild Archive, London

Das Jüdische Museum Wien präsentiert derzeit eine Ausstellung über die Geschichte der Familie Rothschild in Wien und Österreich. Da die Leistungen und Errungenschaften der Wiener Rothschilds in Vergessenheit geraten sind, gilt es, sie mit dieser Ausstellung in Erinnerung zu rufen und ihre Spuren sichtbar zu machen.

Der Aufstieg der Familie Rothschild setzte am Beginn des 19. Jahrhunderts ein. Am Anfang stand mit Mayer Amschel Rothschild ein aus bescheidenen Verhältnissen stammender Frankfurter Jude. Er machte durch viel Fleiß Karriere und schickte seine fünf Söhne in dieWelt, einen davon nach Wien: Salomon von Rothschild.

Er wurde Bankier des österreichischen Staatskanzlers Metternich und stieg schnell zu einem der führenden Unternehmer Österreichs auf. Der Name Rothschild wurde zum positiven Symbol für eine jüdische Erfolgsgeschichte, aber auch zum negativen Klischee in der antisemitischen Propaganda.

Die Geschichte der Rothschilds in Wien und Österreich liest sich in Teilen wie ein Krimi. Sie mussten sich gegen Konkurrenten durchsetzen, wurden in Konflikte verwickelt und mit antisemitischen Stereotypen konfrontiert. Immer wieder traten sie für ihre unterdrückten und verfolgten Glaubensgenossinnen und Glaubensgenossen ein und riefen viele Bildungs- und Wohltätigkeitsstiftungen für die Allgemeinheit ins Leben.

Ausstellungsansicht mit Sphinx. Bild: © David Bohmann

Abbrucharbeiten am Palais Rothschild, Abtransport Sphinx, 1954/55. © Alfred Klahr Gesellschaft

Ausstellungsansicht mit Krokodil: Bild: © David Bohmann

Modell des Wiener Nordbahnhof. Bild: © David Bohmann

1938 nahm die Gestapo Louis Rothschild fest und hielt ihn ein Jahr lang als Geisel, um den Rothschilds ihr gesamtes Vermögen abzupressen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde zwar ein Großteil ihres geraubten Vermögens restituiert, doch mussten sie wesentliche Werke an österreichische Museen „widmen“. Die Restitution zieht sich bis heute. Aber die Geschichte der Rothschilds in Österreich geht weiter. Eine vom Wiener Landtag eingesetzte Kommission von Expertinnen und Experten untersuchte die Geschichte der Nathaniel Freiherr von Rothschild’sche Stiftung für Nervenkranke, allerdings nur bis 1963. Im November 2021 empfahl die Kommission die Anbringung von Gedenktafeln an den Pavillons am Rosenhügel.

Edvard von Heuss, Salomon von Rothschild, ca. 1845. © Privatsammlung, London

Abbrucharbeiten am Palais Rothschild, Prinz-Eugen-Straße, Wien, 1954/55. © Alfred Klahr Gesellschaft

Büste der Bettina von Rothschild aus dem ehemaligen Kaiserin-Elisabeth-Spital, ca. 1897. © Momentosphere by Tobias de St. Julien

Die Ausstellung im Museum Dorotheergasse zeichnet sich auch durch besondere Objekte und Leihgaben aus. Zum Beispiel ist ein Gemälde des bedeutendsten holländischen Porträtmalers des 17. Jahrhunderts Franz Hals zu sehen. Leihgaben aus österreichischen Museen sind unter anderem ein Modell des Wiener Nordbahnhofs aus dem Technischen Museum oder ein auf einer Safari erlegtes Krokodil, das 1930 von der Familie Rothschild an das Naturhistorische Museum übergeben wurde. Eine steinerne Sphinx, die die Besucherinnen und Besucher gleich zum Beginn der Ausstellung begrüßt und Teil des ehemaligen Palais an der PrinzEugenStraße war, steht stellvertretend für die oft vergessene Geschichte der Rothschilds in Wien

Zu sehen bis 5. Juni.

www.jmw.at

11. 1. 2022

Weltmuseum Wien: Staub & Seide

Januar 10, 2022 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Auf den Spuren von Marco Polo

Relieffliese. Anonym, Kashan, um 1308. Ankauf 1873, MAK KE 2091. MAK – Museum für angewandte Kunst, Bild: © MAK/Georg Mayer

Das Weltmuseum Wien zeigt die Ausstellung „Staub & Seide. Steppen- und Seidenstraßen“, lädt damit zu einer vielschichtigen Spurensuche durch Geschichte und Gegenwart ein und fragt nach den Verbindungen der historischen Routen mit der „Neuen Seidenstraße“. Stoffe und Ikat-Webereien aus Seide, Tee und „Wilde Äpfel“ gelangten einst auf den mythenumwobenen historischen Handelsrouten, die schon Marco Polo bereiste, nach Europa.

Doch eine Seidenstraße hat es nie gegeben. Weder damals noch heute handelt es sich um eine einzelne Straße oder nur um Seide als einziges Transportgut. Vielmehr war und ist es ein loses, sich veränderndes Geflecht aus Land- und Seerouten, das China mit Europa und anderen Weltgegenden verbindet. Der Begriff „Seidenstraßen“ wurde 1877 erstmals vom deutschen Geografen Ferdinand von Richthofen verwendet.

Auf den Wegen durch die Steppen und Wüsten zwischen Asien und Europa bewegten sich neben Seide Güter wie Tee, Gold, Jade, Porzellan und Pferde. Aber auch Waffen, Musikinstrumente, Goldene Pfirsiche, Wildäpfel und Gewürze sowie Ideen, Religionen, Kunst, Träume, Wissen, Krankheiten, Konflikte und Staub. Auch heute geht es um Kontakte, Bewegung und Transport, wenn auch mit anderer Geschwindigkeit und neuen Waren. Großangelegte Infrastrukturprojekte prägen die Regionen der Steppen- und Seidenstraßen und fördern nicht nur Staub, sondern auch Rohstoffe an die Oberfläche. In Europa wird vielfach die Bezeichnung „Neue Seidenstraße“ für das von China geplante weltumspannende Infrastrukturnetz der „Belt & Road Initiative“ verwendet.

In der Ausstellung werden diese Bewegungen und die Beziehungen zwischen Asien und Europa nachvollzogen und neue Verbindungen zwischen Themen und Orten hergestellt. Die Exponate spiegeln dabei auch die Interessen der Reisenden, die sie nach Europa gebracht haben. Zu sehen sind mehr als 200 historische Objekte, Kunstwerke und Fotografien, die in Gegenüberstellung mit aktuellen künstlerischen Perspektiven und gegenwärtigen Forschungsdokumentationen betrachtet werden. Zu den Exponaten zählen herausragende Sammlungsstücke des Weltmuseums Wien sowie zahlreiche Leihgaben aus nationalen und internationalen Museen und Sammlungen und Werke zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler.

„Die Steppen, durch die die Seidenstraßen verliefen, waren in der Vergangenheit das Zentrum der Welt. Sie sind für ihren Reichtum so berühmt gewesen, dass sie uns noch heute in ihren Bann ziehen. Wenn wir uns die Geschichte der Seidenstraßen genauer ansehen, so verstehen wir sie nicht nur als Routen für den Austausch von Waren, sondern auch von Macht, Wissen, Religionen, Krankheiten, und Kunst. Und dann ist auch der Blick auf die ‚Neue Seidenstraße‘ umso interessanter:  Was wird sie uns außer einem verstärkten Handel noch bringen? Wie wird sie die Welt verändern?“, so Jonathan Fine, Direktor Weltmuseum Wien.

Zehn Gramm. Khosbayar Narankhuu 2020. Gemalt für das Projekt Dispersed & Connected.Geschenk von John D. Marshall an das Weltmuseum Wien. © Khosbayar Narankhuu

Ausstellungsansicht. Bild: © KHM-Museumsverband

Instant Food. Khosbayar Narankhuu 2020. Gemalt für das Projekt Dispersed & Connected. Erworben mit Unterstützung der Weltmuseum Wien Friends. © Khosbayar Narankhuu

Wege durch die Ausstellung

Ausgangspunkt für die Ausstellung ist die Steppe: Die Steppenlandschaften zwischen dem Kaukasus und China sind ein Zwischenraum, der Ost und West verbindet. In ihr bewegen sich Reisende, Transportwege durchqueren sie. Hier entstanden frühe zentralasiatische Reiche mit großer Wirkung auf sesshafte Bewohner in China und Europa. Die Schau lenkt den Blick auf wenig beachtete Zwischenräume und kaum gehörte Stimmen. Die Besucherinnen und Besucher können diesen Geschichten auf verschiedenen Wegen folgen:

Bei den „Objekten der Begegnungen“ trifft man etwa auf eine Goldkasel aus Regensburg, gefertigt aus kostbarem mongolischem „Tartarenstoff“, auf chinesisches Porzellan oder auf wilde Äpfel, die ihren Ursprung im Zentrum Asiens, im Tian Shan Gebirge haben. Die „Orte der Sehnsucht“ führen zu legendären Handelsstädten wie Tiflis oder Samarkand, auf den Basar von Buchara oder an den chinesischen Kaiserhof. Bei den „Objekten der Begierde“ treffen die Betrachterinnen und Betrachter unter anderem auf kostbare Ikat-Weberein, die von Indien und Südchina bis Zentralasien Verbreitung fanden, auf die legendären „Himmlischen Pferde“ aus dem Fergana-Tal und natürlich auf Gold, Tee und chinesische Seide. Diese Wege sind auch mit Reisenden, Sammlerinnen und Sammlern sowie zeitgenössischen Kunstwerken verbunden.

„Der Blick ist in dieser Ausstellung auf die Zwischenräume und Vielstimmigkeit gerichtet, die im öffentlichen Diskurs wenig gehört und berücksichtigt werden. Diese Zwischenräume sind von einem sich verändernden Geflecht von Wegen und Geschichten gezeichnet. Die Ausstellung ist eine Montage von Objekten und Erzählungen von Menschen, die uns während der Recherchen in den Museumsdepots, Archiven und Feldforschungen – manchmal zufällig – begegneten; ein fragmentarischer Reisebericht entlang der Steppen- und Seidenstraßen zwischen Peking und Hamburg oder Wien und auf deren Seitenwegen“, sagt Maria-Katharina Lang, die Kuratorin der Ausstellung.

Europäische Expeditionen: Reisen, Sammeln & Austausch

Die Reise des Händlers Marco Polo (1254–1324) nach China und die auf Grundlage seiner Erzählungen verfassten Berichte inspirierten noch Jahrhunderte später Reisende, seinen Spuren entlang der Seidenstraßen zu folgen. Viele der Dinge, die sie unterwegs als Fragmente dieser imaginierten Seidenstraße erwarben, gelangten in die Sammlungen europäischer Museen und Bibliotheken, so auch ins Weltmuseum Wien. Franz Heger, der Leiter der Anthropologisch-Ethnographischen Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien, der Vorgängerin des Weltmuseums Wien, reiste nach Zentralasien, dokumentierte Baudenkmäler und sammelte „ethnographische“ Objekte, die sein Interesse weckten. Georg von Almásy brach im Jahr 1900 als einer der ersten Europäer seit Jahrhunderten auf, um die Gipfel und Gletscher des Himmelsgebirges Tian Shan zwischen Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan und China zu erforschen und zu fotografieren.

Chapan aus der Serie „Scream“. Dilyara Kaipova, Usbekistan, 2019. © Dilyara Kaipova

Neue Straße in der Wüste Gobi. Mongolei 2018. Bild: © Maria-Katharina Lang

Kohlelaster am Weg nach China. Tavan Tolgoi, Ömnögobi, Mongolei, 2018. Bild: © Maria-Katharina Lang

Teppich. Anonym. Khotan, Xinjiang, China, 1889 oder früher. Sammlung Josef Troll, Weltmuseum Wien. Bild: © KHM-Museumsverband

Auch Frauen waren im frühen 20. Jahrhundert als Reisende und Sammlerinnen unterwegs. Der Anteil der sammelnden Frauen ist dabei bemerkenswert, ebenso deren Lebensgeschichten. Der Malerin und Grafikerin Lene Schneider-Kainer (1885 Wien–1971 Cochabamba, Bolivien) und ihrer Reise über Konstantinopel, Tiflis und Baku in den Iran und weiter durch Südasien bis China wird in der Ausstellung ein besonderes Augenmerk gewidmet. Natürlich dienten viele dieser Reisen nicht nur der Wissenschaft, sondern versorgten auch die expandierenden europäischen Reiche mit Informationen, die deren politische und wirtschaftliche Ambitionen unterstützten. Die Gegenstände, mit denen die Reisenden zurückkehrten, sind eine Mischung aus Sensationellem und Alltäglichem: Brillen zum Schutz vor Staub und Sand der Steppe, Panoramafotos von gewaltigen Berggipfeln und Tälern, Gegenstände aus dem Inneren einer Jurte, Astragale und Seiden-Ikat.

Zeitgenössische Kunst

Einen besonderen Stellenwert in der Ausstellung nehmen die Werke zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler ein. Diese wurden im Rahmen des der Ausstellung zugrunde liegenden Forschungsprojekts eingeladen, Werke zu schaffen, die sich mit Themen wie Infrastrukturen, Geschwindigkeit, Distanz und Verbundenheit, Globalisierung, Kolonialismus, Nomadismus und Ressourcenabbau auseinandersetzen. In der Verbindung aktueller Perspektiven mit historischen Kunstwerken und Kulturgütern werden überraschende und kaum beachtete Geschichten erzählt. Die zeitgenössischen Stimmen beschreiten eigene Wege und präsentieren dabei durchaus kritische Visionen.

Paul Kollings „Break of Gauge“ entfaltet sich filmisch in einem einzigen durchgehenden Bild der Zugverbindung zwischen China und Deutschland und zeichnet eine Frachtlieferung im Juni 2019 in Zeit und Raum nach. Dilyara Kaipovas textile Kunstwerke berühren die koloniale Vergangenheit Usbekistans und die Globalisierung. Das Werk „The Scream“ thematisiert die Übernahme globalisierter Bilder in usbekische Kulturformen und verdeutlicht den Preis, der für die Anpassung an die Anforderungen der Globalisierung verlangt wird. In dem Gemälde „Time Link“ zeigt die Künstlerin Nomin Bold, deren Werke auch auf der Dokumenta 14 ausgestellt waren, die Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart im Stil moderner mongolischer Malerei.

Zwei beeindruckende Kurzfilme von Jack Wolf entstanden in der Auseinandersetzung mit und nach einer Forschungsreise 2019 nach Xinjiang und Kazachstan. Besonders wirkungsvoll sind die beiden Gemälde von Khosbayar Narankhuu, die sich auf den ersten Blick stark an der Bildsprache des tibetischen und mongolischen Buddhismus orientieren. Bei näherer Betrachtung offenbaren sie aber auch Details und Erzählungen, die die zeitgenössische Kultur und Politik scharf kritisieren. Das Weltmuseum Wien konnte die beiden Gemälde dank der großzügigen Unterstützung der Freunde des Weltmuseums Wien und John D. Marshalls für seine ständige Sammlung erwerben.

Zu sehen bis 3. Mai.

www.weltmuseumwien.at

10. 1. 2022

Neue Oper Wien: Death in Venice

Oktober 10, 2021 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Memento mori beim Strand-Dance-Battle

Alexander Kaimbacher als Gustav von Aschenbach, Ray Chenez als Apollo ad personam und Andreas Jankowitsch als mephistophelischer Dionysos. Bild: © Armin Bardel

„The Most Beautiful Boy in the World“, so der Titel des Dokumentarfilms, den Kristina Lindström und Kristian Petri just dieses Jahr beim Sundance Festival vorstellten, ein Biopic über den weiland Visconti-Auserwählten Björn Andrésen für die Rolle des Tadzio – dieser Rolle wird Rafael Lesage 50 Jahre später nicht mehr gerecht. Ein Glück. Der Sohn eines Tänzerpaars, der zunächst im Performing Center Austria HipHop-Klassen nahm, bevor er mit der Compagnie Diversity Queens und dem Studio Indeed Unique einige Preise gewann

(www.youtube.com/watch?v=KUSnQTYuIBc), ist längst kein schüchterner „Bub“ mehr. Sondern ein selbstbewusster junger Mann, der seinen Tadzio dementsprechend performt. Kraftstrotzend, arrogant, ein wenig aggressiv auch, sich seiner aufkeimenden Virilität und deren Wirkung auf dem ihm verfallenen, verfallenden Aschenbach bewusst. Mit dem er nonverbal sein homoerotisches Spielchen zu treiben scheint, sich sogar ein Buch des – heute würde man sagen – Bestsellerautors signieren lässt, ein Blick, ein lässig vom perfekten Body gestreiftes Handtuch, ein Beinah-Kuss. Als ob sich die morbide Schönheit Venedigs in ihm spiegeln würde …

Die Neue Oper Wien brachte im MuseumsQuartier Benjamin Brittens „Death in Venice“ zur dunkel-wuchtigen Premiere. Mit Intendant Walter Kobéra als Dirigent des Tonkünstler-Orchesters Niederösterreich, in einer Inszenierung von Christoph Zauner, Bühne und Kostüme von Christof Cremer, womit das eine Dreigestirn der Aufführung genannt wäre. Eine Trinität, die Brittens Thomas-Mann-Vertonung als Aschenbachs albtraumhafte Gedankenreise, anders gesagt: mit dem vielgestaltigen Andreas Jankowitsch und dem Wiener Kammerchor als Totentanz anlegt.

Brittens letzte ist sozusagen eine „Große Kammeroper“, für die Kobéra eine charismatische Klangwelt, einen emotionalen Sturm aus 49 Musikerinnen und Musikern, davon fünf am Schlagwerk plus ein Paukist, zu entfesseln, jedoch in den intimen Momenten von Aschenbachs Innenschau zu bändigen versteht. In Brittens Kompositionsthriller mit Sog Richtung letalem Finale, dirigiert Kobéra Aschenbachs Gefangenschaft im Gefühlschaos, dessen Leidenschaft, Verwirrung und Verlust der Würde gleich einem fortwährenden Subtext.

Kaimbacher und Chenez als Lookalike-Apollo. Bild: © Armin Bardel

Rafael Lesage adoleszenter Tadio. Bild: © Armin Bardel

Countertenor Ray Chenez als Apollo. Bild: © Armin Bardel

Um diesen „Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust“-Zweikampf zwischen Ratio und Passio Gestalt zu verleihen, gesellt Regisseur Zauner Andreas Jankowitsch als Geck, Gondoliere, Hotelier, Coiffeur und Dionysos Countertenor Ray Chenez als Apollo bei – er optisch ein jüngeres Alter Ego des alternden Literaten, dem er in Permanenz und mit Drohgebärde die Schreibmaschine auf den Knien platziert. Zu alldem, der feinziselierten Charakterführung Kobéras wie Zauners, ihrer Achtsamkeit auf Gesten und den durchdachten Details, hat Cremer ein Setting erdacht, ein Labyrinth aus Venedigs Brücken und Badestegen, schmale Grate, auf denen es die Balance zu halten gibt, inmitten eines Meers aus Sand ist gleich Asche, umringt von den rostigen Wänden eines Schiffsbauchs, als hätte Aschenbach die „Esmeralda“ nie verlassen.

Derart als Memento mori, oder: eine Morbidezza nicht der Malerei, sondern der Morschheit der Moral, entspinnt sich ein Licht- und Schattenspiel. Fabelhaft Andreas Jankowitsch, der vom Gondoliere-Charon an Aschenbachs diabolischer Gegenspieler ist, der sich im Chor zu einem „Mein Name ist Legion!“ steigert. Diese Gesellschaft am Lido gehüllt ins Graublau der Serenissima-Tauben und umringt von grotesk-grausamen Gauklern und Schreckgespenstern wie Catalina Paz als Erdbeerverkäuferin oder Elisabeth Kirchner als Bettlerin im Namen ihrer verhungernden Kinder.

Die Cholera, Seuche das Bühnenthema 2021, sie klopft schon an die Tore der Lagunenstadt. Die Seemöwen die anfangs durchs Video segelten, sind längst deren wurmartigem Erreger gewichen, unter den Stegen wabern tödliche Dämpfe – die Cholera, sie ist gelb. Symbolik und Farbantagonismen als Metaphern für einen drangsalierten Geist, sie sind bei Zauner und Cremer großgeschrieben. Doch noch steht die Schlacht zwischen dem apollinischem und dem dionysischen Prinzip an, und an dieser Stelle gilt es endlich zu sagen:

Dies ist der Abend des Alexander Kaimbacher, der als Gustav von Aschenbach drei Stunden lang sängerisch höchstpräzise und schauspielerisch höchstpräsent mal mit metalischem, mal fragilem Timbre alles gibt. Sich in der Britten seinem Lebensgefährten Peter Pears auf den Leib geschneiderten Rolle entäußert, entleibt, sich von Zweifel über Verzweiflung zu Selbstzerfleischung aller darstellerischen Schranken entledigt, die Kalvarienberg-Stationen der Figur durchwandert, durchleidet, ein Faust auf der Suche nach und in ständiger Begegnung mit seinem Mephisto-Jankowitsch – selten ward psychische Zerrissenheit so nobel über die Rampe gebracht.

Wr. Kammerchor als Matrosen. Bild: © Armin Bardel

Lesage und Kaimbacher. Bild: © Armin Bardel

Die Straßensänger. Bild: © Armin Bardel

Und überall der schöne Jüngling. Bild © Armin Bardel

Fulminant! Kaimbacher mit Jankowitsch und Chenez das andere Dreigestirn der Aufführung, wenn die Götter um den Sterblichen ringen, dessen Bedenken ob seiner „ungesunden“ Begierde austricksen, wobei es – in dieser Interpretation wenig überraschend – der ewig strahlende Delpher sein wird, der seinem Schützling in den Schritt greift, eine orgasmische Petite-Mort-Szene, Aschenbach bald so kreidebleich wie des Dionysos‘ geisterhafte Gefolgschaft …

Viel gibt es bei dieser Arbeit der Neuen Oper Wien zu interpretieren und zu überlegen, etliche Einfälle gilt es noch zu würdigen. Etwa das Kräftemessen von „Tadzio“ Rafael Lesage und seinem besten Freund Jaschu aka der Latino-Wiener Luis Rivera Arias, das als Dance-Battle am Lido-Strand ausgetragen wird, als Trainerin und Trainer die Tänzerin Leonie Wahl (www.mottingers-meinung.at/?p=36197) und Tänzer Ardan Hussain, die Choreografie für Brittens konzertante Zwischenspiele, ein Sonnenbad, ein Wasserballmatch, ein Flanieren auf der Promenade, das Champagnisieren angesichts der Katastrophe: Saskia Hölbling.

Oder Kaimbacher-Aschenbachs Besuch bei Coiffeur-Jankowitsch, dessen schwarzer Frisiermantel sich mittels zweier Chormitglieder zur Tracht eines Pestdoktors, ja, zu einer bewegten Version von Rodins Höllentor steigert. Zum Schluss zieht der junge Apoll-Aschenbach gegen Tadzio eine Pistole, das stumme Objekt der Begierde, meint der vorherige, muss zur Beendigung der Qualen des derzeitigen Aschenbach weg … zu spät fürs Entkommen des Abyssos‘ und ergo keinesfalls mehr dazu. Außer einem: So steht’s im Libretto nicht. Und einem Bravissimo sowie der Empfehlung, sich diese bemerkenswerte Produktion anzuschauen.

neueoperwien.at          Video: www.youtube.com/watch?v=zAZIsnvhM-k

  1. 10. 2021

Das Schauspielhaus Wien ist nun ein Hotel

Oktober 4, 2021 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Jetzt schnell ein Zimmer buchen!

Bild: © Matthias Heschl

Im Schauspielhaus Wien ist seit diesem Wochenende alles, aber auch wirklich alles anders: Das gesamte Haus wurde nicht nur innen-/architektonisch radikal verändert, sondern wird auch völlig anders bespielt. Das Schauspielhaus Wien wird für fünf Monate ein neuer künstlerischer Begegnungsort, ein Schauspielhaus, eine Herberge, ein Hotel. Genauer gesagt: Kein Hotel. Irgendetwas dazwischen. Ins Schauspielhaus Hotel sind

mehr als 55 Künstlerinnen und Künstler eingeladen, einzelne Zimmer zu beziehen, den Schauspielhaus Hotel-Saal, einzelne Zimmer oder das gesamte Gebäude zu bespielen – sie entwickeln Performances, Ausstellungen, Aufführungen, Radiosendungen und TV Programme, sie geben Workshops und Konzerte, laden zu intimen Begegnungen, zu Therapie, Massage, Workouts und in ein Tattoo Studio. Work in Progress ist im Schauspielhaus Hotel keine Begleiterscheinung, sondern die zentrale Devise: Die Grenzen von Arbeitsprozess, Recherche, Try out und fertigen künstlerischen Arbeiten verschwimmen, denn es werden nicht nur Ergebnisse präsentiert, sondern auch Produktions- und Probenprozesse nach außen hin geöffnet.

Das Schauspielhaus Wien macht so nach einer langen Zeit der Schließung für zahlreiche Künstlerinnen und Künstler, aber auch für die Gäste seine Räume bis in den letzten Winkel neu zugänglich und öffnet sich umfassend. Das Schauspielhaus Hotel wird Mittwoch bis Sonntag jeweils ab 16 Uhr geöffnet sein. Für dieses neue und experimentelle Programm wurde ein eigenes Ticketsystem entwickelt: man bucht keine einzelnen Veranstaltungen, sondern Nachmittags- und Abendslots, Tagestickets oder man bucht sich sogar ein eigenes Hotelzimmer und übernachtet freitags bis sonntags im Schauspielhaus Hotel. Mehr Infos: issuu.com/schauspielhaus_wien/docs/magazin_01_2122_hotel

Bild: © Patrick Wally

Bild: © Matthias Heschl

Bild: © Patrick Wally

Bild: © Patrick Wally

Am Eröffnungswochenende zogen die ersten in ihre Zimmer ein: die Musikerin und Medienkünstlerin Rosa Anschütz blieb vorerst für eine Nacht, während sich die Autorin und bildende Künstlerin Miroslava Svolikova (unvergesslich unter anderem – Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=23816) für einen längeren Aufenthalt einrichtet. Mit der Regisseurin und Performerin Lisa Lie erwartet einen Besuch aus Norwegen – man erinnere sich an ihre Produktion „Kaspar Hauser oder die Ausgestoßenen könnten jeden Augenblick angreifen!“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=23913) oder das Gastspiel „I Cloni“. Auch der Hallimasch Komplex – ein Netzwerk um die Regisseurin Rieke Süßkow – beginnt bereits, sich rhizomartig im gesamten Gebäude auszubreiten. Der hotelinterne Radio-Sender, betrieben vom Schauspielhaus Hotel-Ensemble, geht mit unterschiedlichen experimentellen, informativen und unterhaltsamen Features in Betrieb. On Air – in der Lobby und in allen Fluren. In den Hotelzimmern läuft das exklusiv produzierte oder kuratierte Kabelfernsehprogramm.

Highlights dieser Woche:

Frida Robles: It also goes dark. Die mexianische Künstlerin über die mehr als 700 Frauen, die an der Grenze zu den USA verschleppt, vergewaltigt, ermordet wurden. Hybrid Dessous: Nachtwäsche. Die Installation setzt sich mit Dresscodes der Nacht auseinander. Menschen brezeln sich nachts auf, schminken sich, legen sich Masken auf, setzen sich bewusst in Szene und schlüpfen in Rollen. Gleichzeitig ist die Nacht voller roher Natürlichkeit, in ihrem Schatten werden gesellschaftliche Hüllen fallen gelassen. Dieser Kontrast spiegelt sich in den Textilien der Nacht wider: ausgebeulte, verwaschene Kuschelshirts, Plüschdecken und bequeme Unterwäsche stehen paillettenbesetzter Spitze, Latex, Transparenz und Glitzer gegenüber. Konzert: Das Trojanische Pferd. Das Trojanische Pferd serviert seit 2007 inbrünstigen Chanson-Punk mit Ecken und Kanten. Mit der Veröffentlichung von „Gunst“ 2020 wurde der Ton etwas sanfter, aber weiterhin gilt: „Ich würde ums Verrecken keinen belanglosen Scheiß singen“ wie Sänger, Gitarrist & Pianist Hubert Weinheimer schon 2009 im Falter klarstellte. Bass & Backing-Vocals: Judith Filimónova.

Bild: © Matthias Heschl

Bild: © Matthias Heschl

Bild: © Matthias Heschl

Bild: © Matthias Heschl

#BOOKAROOM
Jeweils von Freitag auf Samstag und von Samsatg auf Sonntag kann man im Schauspielhaus Hotel übernachten. Zu buchen gibt es eines der freien Zimmer oder eine der gemütlichen Schlafkojen im zweiten Stock. Einfach die gewünschte Zimmerkategorie und den gewünschten Tag reservieren und spätestens innerhalb von 24 Stunden melden sich die freundlichen Rezeptionistinnen und Rezeptionisten telefonisch bei Ihnen, um Details und Bezahlung zu besprechen. Bei gebuchter Übernachtung ist ein Tagesticket für den Tag des Check-ins bereits enthalten. Check-in ab 16 Uhr, Check-out bis 11 Uhr. Auf Wunsch und gegen Aufpreis gibt es ein kleines Frühstück. Selbstverständlich hat das Schauspielhaus Hotel-Restaurant Usus Mittwoch bis Sonntag von 16 bis 23 Uhr geöffnet und sorgt für kulinarische Genüsse. Eine kleine Bar in der unteren Schauspielhaus Hotel-Ebene bietet alkoholische und antialkoholische Erfrischungen.

Das gesamte Programm: hotel.schauspielhaus.at

4. 10. 2021