netzzeit 2019 Out of Control: This is what happened in the Telephone Booth

November 17, 2019 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Den Wahn mit Witz wegtanzen

Die Telefonzell-Membran der verlorenen Seelen: Gerald Walsberger, Michael Welz und Kajetan Dick, im Telefonhäuschen Leonie Wahl und Hannah Timbrell. Bild: Günter Macho

Die sphärischen Soundscapes von Asfast und die sich zur Crecendo-Klage steigernde Stimme von Tamara Stern schaffen eine stimmige Atmosphäre. Auftritt Leonie Wahl mit butterblumengelbem Haar. „Eines Tages verschwand meine Mutter in einer Telefonzelle um ihren Geliebten anzurufen. Als sie heraustrat, war sie ein komplett anderer Mensch geworden. Sie war völlig außer sich, nicht mehr zu beruhigen. Von da an blieb sie psychisch krank. Ich war zehn Jahre alt und konnte mir nicht erklären, was passiert

sein mag. Deshalb begann ich zu tanzen“, sagt sie – und beginnt nun wirklich. Als Tanz.Schau.Spiel bezeichnet die in Wien lebende Schweizer Choreografin und Tänzerin ihre aktuelle Arbeit „This is what happened in the Telephone Booth“, die Koproduktion vom netzzeit-Festival 2019 Out of Control mit Leonie Wahls orgAnic reVolt und das.bernhard.ensemble an dessen Spielstätte, dem Off Theater, von Regisseur Ernst Kurt Weigel zur Uraufführung gebracht. Das gemeinsame Projekt ist für Wahl ein autobiografisches, die damit einen berührend privaten Einblick in den bisher tiefsten Einschnitt ihres Daseins gibt:

Choreografin und Tänzerin Leonie Wahl … Bild: Günter Macho

… will die Erkrankung ihrer Mutter … Bild: Barbara Pálffy

… für sich performativ verarbeiten. Bild: Barbara Pálffy

Es ist 1987 in der Toskana, und die Familie, Mutter, Schwester, Leonie, Teil einer Aussteigergemeinschaft. Dann die Zellenszene, Halluzinationen, Stimmenhören, Mutter sagt, sie könne „den Tod riechen“. Schock, Carabinieri, Krankenhaus, Diagnose Schizophrenie – und die kindliche Erkenntnis, dass ab nun nichts mehr sein wird, wie es war. Aus Trauma wurde Tanztheater, weil, so Wahl, das Wichtigste ohnedies nicht mit Worten zu erzählen sei. Weshalb sie sich nach der kurzen Einführung in ihre Geschichte gleich aufs Körperliche verlegt, ihr Eingang in die verworrenen Gedankengänge des Wahns von Weigel dabei keineswegs als Krankheitstragödie, sondern als komödiantische Groteske mit spooky Psychothriller-Elementen inszeniert.

Wahl zeigt das Implodieren einer Seele mit explodierender Körpersprache, aber auch umgekehrt, den psychischen Auf- als physischen Stillstand, wobei es ihr mit außerordentlicher Ausdruckskraft gelingt, sowohl Stakkato-Schritte als auch Stasis gleich einer Druckwelle über die Köpfe des Publikums brausen zu lassen. Einziges Requisit, das ihr Ausstatterin Devi Saha an die Hand gibt, ist eben jenes Telefonhäuschen, eine entsetzliche Geisteszelle, die Wände mit einer semitransparenten, pergamentfarbenen Membran ausgekleidet, eine unappetitlich vergilbte Haut, durch die sich Gesichter und Gliedmaßen des Ensembles drücken, eine zwar elastische Zellmembran, die dennoch weder Flucht erlaubt noch Freiheit duldet.

Verwickelt im Kabelsalat: Hannah Timbrell, Kajetan Dick, Gerald Walsberger, Leonie Wahl und Michael Welz. Bild: Günter Macho

Keiner kann rein, keiner kommt raus: Gerald Walsberger, Leonie Wahl, Michael Welz, Hannah Timbrell und Kajetan Dick. Bild: Günter Macho

Im psychedelischen Sinne als One in five bestreiten Tänzerin Hannah Timbrell und die Performer Kajetan Dick, Gerald Walsberger und Michael Welz mit Leonie Wahl den Abend, gespenstische Gestalten, die sich nach und nach aus den Membranwänden winden, Hirngespinste, die sich mal als Wahl’sche Alter Egos, mal als Mutters multiple Persönlichkeiten, vielleicht auch als Wiedergänger des abwesenden Vaters interpretieren lassen. Mit blutroter Telefonnabelschnur verbunden, von ihr wie ein

Hund gewürgt, wie an Marionettenfäden gegängelt, gefesselt oder liebevoll umschlungen oder als Springseil verwendet, führen die Männer diverse Telefonate mit Ehepartnern und Ärzten. „Ich habe das Grauen gesehen“, wiederholt Dick als ob paralysiert, obwohl man’s per hartnäckigem Dauerklingeln eher hört – dieses gleichsam ein Synonym für jene Forderung nach ständiger Erreichbarkeit, die heute tatsächlich krank macht. Dass dann einer auch noch „Du bist nicht allein“ sagt, ist in Anbetracht von Mutters Befinden die Art Irrsinnigkeit, mit der Wahl und Weigel die Darsteller den Wahnwitz der Situationen wegtanzen, wegspielen lassen.

Mit Wahl und Timbrell ist es Gerald Walsberger im blauweiß gemusterten Kittelschürzenkleid, der an die Grenze der totalen Verausgabung geht. Die Tanzpassagen werden mehr und mehr zur Zerreißprobe, die Seelenspasmen zu Körperkrämpfen, jeder Wahl’sche Move ist nun eine Kampfansage ans Erlittene. Und aus dem Orkus der Telephone Booth drängen die Verlorenen vergebens ans Licht, eine Optik, gemahnend an die Verdammten in Rodins Höllentor. „This is what happened in the Telephone Booth“ verzaubert mit einer wundersamen, bizarren Poesie, die sich sanft über eine brutale Geschichte stülpt. Sehenswert – und zwar noch genau sechs Mal.

Video: www.youtube.com/watch?v=sZw6fV05om4&t=27s                     www.leoniewahl.com           www.netzzeit.at           bernhard-ensemble.at           off-theater.at

17. 11. 2019

netzzeit 2019 Out of Control: 701 britische Teelöffel – Viva la muerte!

Oktober 27, 2019 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Fideles Totentänzchen um die Hochzeitstafel

Die Hochzeitsgesellschaft wird von der Tödin heimgesucht: Jutta Schwarz, Peter Raffalt, May Garzon, Valentin Ivanov und Tamara Stern. Bild: Nurith Wagner-Strauss

El Día de los Muertos, in diesem Land lieber Allerseelen genannt, ist wohl noch sechs Tage entfernt, aber im Off Theater läuft bereits die perfekte Produktion dazu, zeigt das netzzeit-Festival 2019 Out of Control dort doch „701 britische Teelöffel – Viva la muerte!“ nach Idee und Konzept von Nora Scheidl und Petra Weimer, die beiden auch Ausstatterin und Regisseurin der Uraufführung. Das Thema ist der Tod, heißt hier: die Tödin, denn der Wahlinnsbrucker Komponist Arturo Fuentes, dessen

Soundscapes durch die schwarz ausgekleidete White.Box wabern, ist gebürtiger Mexikaner, heißt: entgegen der Kreisler’schen Wienerliedzeile ist der Sensenmann eine schöne Sensenfrau, La Catrina, als die alsbald Kristina Bangert samt Schnitterwerkzeug auftritt. Auf weicher Friedhofserde – auf der auch das Publikum die Beine abstellt – hat sich eine Hochzeitsgesellschaft versammelt, die Braut wie als Sinnbild des Lebens hochschwanger, der Brautvater von einer Todeskrankheit befallen, über die er sofort loslegt zu sprechen, die Großmutter zufrieden, täglich mehr in einen Zustand zu geraten, in dem sie endlich aufhören kann, „etwas zu müssen“, die Familie im Versuch, die unter der Oberfläche gärenden Verstimmungen mit falscher Fröhlichkeit zu übertünchen.

Sie alle werden vom Nebelsturm einer knochenhändigen Verführerin in ihr persönliches Bardo verblasen, wo sie sich mit dem letalen Ende ihres Wegs konfrontiert sehen. Dies in einer Art andersweltlichem Wartezimmer mit einer dämonischen Ärztin, die mit Kugelschreiber und Klemmbrett bereitsitzt, um jedermanns Psychogramm zu erstellen. Das alles ist mehr Mordsspaß als Absterbens-Amen, die Charaktere Geschöpfe des Makabren, die Monologkette dieser Moribunden so abgrundtief komisch wie hintergründig grotesk wie halszuschnürend heiter. Reduziert auf ein Dasein im Zwischenreich zum Jenseits legt jetzt einer nach dem anderen seine Lebensbeichte ab, allesamt Berichte von Überforderung und Unglück und seelischer Unausgewogenheit.

Mutter-Tochter-Gespräch: May Garzon und Tamara Stern. Bild: Nurith Wagner-Strauss

Die Tödin holt die Großmutter: Kristina Bangert und Jutta Schwarz. Bild: Nurith Wagner-Strauss

Pietà mit Tödin und Mutter: Kristina Bangert und Tamara Stern. Bild: Nurith Wagner-Strauss

Vater-Tochter-Begräbnis: Peter Raffalt und May Garzon. Bild: Nurith Wagner-Strauss

Peter Raffalt ist als Vater aufgerieben zwischen Karrierismus und seiner Erkrankung, er beklagt seine Ich-habe-keine-Zeit-Existenz, wegen der nun „alle Akkus leer“ seien, die einzigen Mittel, seine Frau noch zu befriedigen, die finanziellen. Von Ernst Kurt Weigel, Lukas Meschik & das Ensemble sowie aus Ilse Helbichs wunderbaren Büchern „Grenzland Zwischenland“ und „Schmelzungen“ stammen die Texte, die von einer Intensität, die so hautnah sind, dass sie einen wie selbstverständlich zur Innenschau veranlassen.

Völlig überdrüber im Drüben ist die grandiose Tamara Stern als selbstoptimierungssüchtige Mutter, die sich mal da, mal dort vom Chirurgen zurechtschnitzen lässt, weil „Männer und Sex eine Körperappetitlichkeit verlangen“, und die das Altersjammern ihres Gatten, die Verdachtsdiagnose als dessen Beschäftigungstherapie nervtötender findet, als sein tatsächliches Hinscheiden. Zur ungeduldigen Witwenanwärterin gesellt sich May Garzon als Tochter. Die Vegan- wie Zynismus zuneigende Heiratskandidatin, vom Zukünftigen zwar „durchgegeilt“, aber „ohne Zuneigungsminimum“, die das Kind, das kommen wird, als noch Leibesfrucht damit bedroht, es einmal „mit mir zu belasten“. Den Krebsbekämpfer-Vater fordert schließlich der computerbesessene Schwiegersohn zum Totentänzchen auf, Valentin Ivanov großartig skurril als egoistischer Egoshooter, ein Gamefighter, den am Sterben eigentlich nur stört, dass er dann sein Videospiel nicht beenden kann.

Dem YouPorn-Nutzer erscheint Kristina Bangert angetan als Lara Croft, anderen im mädchenhaften Tüllrock, anderen im transparenten Top. Mitten im morbiden Menscheln hält die Tödin zum Gaudium der Zuschauer ihre absurden Tutorials: „Wie wasche ich einen Toten?“ – Tipp: nicht scheuern, weil Wunden nicht mehr heilen, oder „Wie gestalte ich mein Totenhemd?“ – mit buntem Garn, und wer will, kann à la Stammbuch Verwandte und Freunde Sinnsprüche draufsticken lassen. Zu Fuentes‘ Soundscapes musizieren live zwei Solisten des Ensemble PHACE, Flötistin Sylvie Lacroix und Trompeter Spiros Laskaridis, deren abrupte Trackwechsel die hart gesetzten Schnitte in der Handlung einerseits unterstreichen, andererseits die scharf abgegrenzten Episoden verbinden.

Familienstreitigkeiten vermiesen die Stimmung an der Festtafel: Jutta Schwarz, Peter Raffalt, May, Garzon und Valentin Ivanov. Bild: Nurith Wagner-Strauss

Gerade nämlich, als man sich’s bei Black Sabbaths „Paranoid“ und einer Schilderung über die Zustandsformen der Zersetzung gemütlich machen wollte, treten die Darsteller aus ihren Rollen, um von ihrem Zugang zum Tod zu erzählen. Faktisches lagert sich über die Fiktion, wenn es darum geht, ob man sein Begräbnis selber organisieren soll, um den Angehörigen den Ärger damit zu ersparen, oder um die Angst vorm langwierigen Abkratzen, einem Verfall bei lebendigen Leib.

Peter Raffalt aka der sterbenskranke Vater berührt mit seiner Bemerkung über die große Peinlichkeit unter den Bekannten, sobald sich ihnen ein Leidtragender nähert, da sie nicht wissen, wie sie mit der Scham des Überlebens umgehen sollen. Längst ist da nicht mehr klar, wo das privat Erfahrene anfängt und das beruflich Erdachte aufhört, wo die Trennlinie zwischen Sein und Nichtmehrsein verläuft. Dem noch eins drauf setzt die sensationell ihre Abgeklärtheit zur Schau stellende Jutta Schwarz. Sich verbrennen zu lassen, so hätte sie erfahren, sei bezüglich ökologischen Fußabdrucks bedenklich. Weil dafür so viel Energie aufgewendet werden müsse, wie sie einen kompletten Haushalt einen ganzen Monat lang versorgen könnte.

Sarg, sagt sie, Jahrzehnte vor sich hin zu verwesen, sagt sie, sei keine Option. In Seattle gäbe es allerdings seit Kurzem die Möglichkeit eines Kompostbegräbnisses. Darauf hofft die Schwarz auch in Wien – zu einem Kubikmeter Humus für die Gärten ihrer Kinder will sie werden. Darauf reichen die Schauspieler – jesús!, salud!, sus! – klaren Schnaps und pikante Kekse. Der britische Teelöffel übrigens ist ein ebendortiges Raummaß, und deren exakt 701 sind es, die das Volumen eines eingeäscherten Leichnams ergeben, das man in die Urne füllt.

www.netzzeit.at           off-theater.at           www.arturofuentes.com

  1. 10. 2019

Volksoper: Axel an der Himmelstür

September 18, 2016 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Eine Operettenrarität als ganz großes Kino

Bettina Mönch als Gloria Mills, die Hollywood Harmonists Maximilian Klakow, Oliver Liebl, Jakob Semotan, Stefan Bischoff und Andreas Bieber als Axel Swift. Bild: Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Bettina Mönch als Gloria Mills, die Hollywood Harmonists Maximilian Klakow, Oliver Liebl, Jakob Semotan, Stefan Bischoff und Andreas Bieber als Axel Swift. Bild: Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Die Volksoper startet mit einem Riesenerfolg in die neue Saison. Das Premierenpublikum von „Axel an der Himmelstür“ amüsierte sich zweieinhalb Stunden lang prächtig, entsprechend gab’s am Ende viel Jubel und Applaus. Dabei ist das musikalische Lustspiel von Ralph Benatzky und Paul Morgan gar nicht das Hitfeuerwerk, wie man es vom berühmten Komponisten gewohnt ist, und auch die Handlung ist überschaubar. Aber was Regisseur Peter Lund und sein Leading Team aus der Operettenrarität zaubern, ist einfach hinreißend. Ein gut gelauntes Ensemble präsentiert sich in Bestform und geht mit überbordender Spielfreude ans Werk.

Das Ergebnis ist ganz großes Kino. Im Wortsinn. Denn Lund, Bühnenbildner Sam Madwar und Kostümbildnerin Daria Kornysheva, die drei am Haus schon verantwortlich für „Frau Luna“, machen aus dem Stück einen Live-Schwarzweißfilm in bester Stummfilmtradition, so als müssten jeden Moment Harold Lloyd oder Fatty Arbuckle von der im Hintergrund gespannten Leinwand steigen. Auf dieser läuft Zeichentrick, laufen die Darsteller immer wieder mit den Strichmännchen um die Wette, dazu alte Fotografien von Beverly Hills Villen und den großen Studios. Was man eben so braucht für „Holly-Holly-Hollywood“, und eine Show mit allem – inklusive Showtreppe.

Über diese wird später Bettina Mönch schweben. Ganz überspannte Leinwandgöttin und immer am Rande des Nervenzusammenbruchs. Vor exakt 80 Jahren wurde „Axel an der Himmelstür“ am Theater an der Wien uraufgeführt, und die bis dahin unbekannte Zarah Leander über Nacht zum Star. „Gebundene Hände“ ist ihr bekanntestes Lied daraus. Es wirkt wie ein schlechter Scherz der Geschichte, dass, während Benatzky angewidert in die Schweiz ging, sich Leanders Bühnenpartner Max Hansen nach Dänemark flüchtete, und Paul Morgan noch 1938 im KZ Buchenwald ermordet wurde, Zarah Leander dank dieser Rolle zum Liebling des NS-Regimes aufstieg.

Peter Lund nun hat das Stück liebevoll restauriert, ein paar dramaturgische Holprigkeiten behoben und ein von den Erfindern allzu kurz angedachtes Buffopaar weiterentwickelt. Mit viel Pep erzählt er diese Persiflage aufs Filmbusiness, der Abend ist schwungvoll, schmissig und satirisch, letzteres nicht zuletzt dank der fein hinterlistigen Gesangstexte aus der Feder von Hans Weigel. Das Tempo ist hoch, das Timing stimmt. Zu all dem trägt wesentlich Lorenz C. Aichner am Pult bei, der die neuen Arrangements von Kai Tietje zum Strahlen bringt. Musikalisch geht’s von Wienerlied bis Walzer, von Blues und Foxtrott bis L’Amour-Hatscher, Höhepunkt ist ein Verführungstango, bei dem freilich sie führt.

Roman Martin, Boris Eder, Stefan Bischoff, Jakob Semotan, Kurt Schreibmayer als Cecil McScott, Maximilian Klakow, Johanna Arrouas und Oliver Liebl. Bild: Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Am Set fehlt der Star: Kurt Schreibmayer als Filmmogul McScott, mit Sekretärin Johanna Arrouas und seinem Stab. Bild: Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Bettina Mönch und Andreas Bieber. Bild: Barbara Pálffy/Volksoper Wien,

Doch die Leinwandgöttin champagnisiert mit dem Schreiberling: Bettina Mönch und Andreas Bieber. Bild: Barbara Pálffy/Volksoper Wien,

Sie, das ist die unvergleichliche Gloria Mills. Eine unnahbare, vor allem auch interviewunwillige Schauspielerin. Das weckt den Ehrgeiz des kleinen Klatschreporters Axel Swift, der sich mit einer Story über den Kinostar den journalistischen Durchbruch erhofft. Er verkleidet sich, um in ihr Haus zu kommen, und fliegt natürlich auf. Doch, ah, die kühle „Abgöttin dieses Jahrhunderts“ hat ein einsames und ergo heißes Herz. In der Zwischenzeit läuft Axels Geliebte Jessie wegen seines vermuteten Seitensprungs Amok, sie schnappt sich den arglosen Friseur Theodor und macht sich ebenfalls auf zur Mills-Villa. Und dann gibt es da noch Glorias verbrecherischen Verlobten Prinz Tino, einen Heiratsschwindler par excellence, und den berühmten Douglas-Fairbanks-Diamanten. Und plötzlich ist der wertvolle Stein verschwunden …

Bettina Mönch brilliert als Gloria Mills. Als großartige Komödiantin versteht sie es, diese Schönheit in Stasis aus der Fasson zu bringen, immer wieder trägt sie ihre Figur gekonnt aus der Kurve, wenn diese klagt, sie sei eine Puppe mit aufgepfropftem Image, wenn die Diva die Contenance verliert und die Stimme vom Kristallklaren ins Keifende driftet. Die Mills ist auch im echten Leben eine wahre Tragödin – und wie die Mönch das zeigt ist filmreif. Singt sie „Yes, Sir!“ macht sie daraus eine freche Revue-Nummer, wird sie von Axel aufgefordert „Zieh‘ dich aus, schöne Frau, denn du musst ins Bett“, wirft sie sich mit Verve aus der Schale.

Andreas Bieber ist ein wunderbarer Axel Swift „mit dem Stift“, den Wienerischen Stiftlmeier hat er aus Karrieregründen abgelegt. Bieber slapstickt sich durch die Szenen, dass es eine Freude ist, er ist nicht nur sängerisch und als Darsteller auf der Höhe, er macht aus seinem Axel eine Mischung aus hoffnungslos gutmütigem Tropf und beruflichem Ehrgeizling, sondern auch als Stepptänzer. Mönch und er agieren als Hinweis darauf, wie sehr Benatzky auf dem Weg war, die ehrenwerte Operette Richtung Musical zu drehen.

Boris Eder als Theodor Herlinger und Johanna Arrouas als Jessie Leyland. Bild: Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Ein bezauberndes Buffo-Paar: Boris Eder als Theodor Herlinger und Johanna Arrouas als Jessie Leyland. Bild: Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Als Buffo-Paar Jessie Leyland, temperamentvolle Sekretärin der Scott Film Corporation, und ihr melancholischer Studio-Friseur Theodor Herlinger glänzen Johanna Arrouas und Boris Eder. Ihnen zuzuschauen macht einfach Spaß, wie sie vor Eifersucht schäumt und er sie mit Krautfleisch zu beschwichtigen sucht, wie sie später in der Unterwäsch‘ auf der Suche nach einem Liebesnest durchs Nobeldomizil pirschen. Den beiden gehört einer der schönsten Momente der Aufführung, in dem der Emigrant aus Ottakring seinem US-Girl die alte Heimat preist.

„Es sieht nah‘ und ferne das Publikum gerne den echten Film aus Wien“ heißt die Nummer, eine Liebeserklärung an die Stadt samt ihrer Klischees, Strauss und Stephansdom, Kaiser und Grinzing. Da nimmt die Volksoper sich selber und die von ihr gezeigten Genres mit großer Lust aufs Korn. Boris Eder dazu perfekt im Wienerischen und dessen Schmäh, dass er das kann, hat er ja bereits als Kerkermeister im „Bettelstudent“ bewiesen (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=19470). Die Hollywood Harmonists, Stefan Bischoff, Jakob Semotan, Oliver Liebl, Roman Martin und Maximilian Klakow, in diversen Rollen, Kurt Schreibmayer als tyrannischer Filmmogul Cecil McScott und Gerhard Ernst als kauziger Kriminalinspektor runden mit ihrem vergnüglichen Spiel diesen rundum gelungenen Abend ab.

www.volksoper.at

Wien, 18. 9. 2016

Wien Museum: Ich bin ich

November 4, 2014 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Mira Lobe und Susi Weigel wärmen

nicht nur Kinderherzen

Ich_bin_ich_Pressefoto_01Die Mitzi Oma und ich, wir haben sie alle gebastelt: das kleine Ich-bin-ich, den Bimbuli. Aus Vaters stoffenen Schneuztüchln, der darob eher mäßig begeistert war. Aber: Meine Omama war keine im Apfelbaum, sondern eine mit Schere, Schneiderkreide, Zwirn und Faden – und dagegen hatte Vaters „Habt’s ihr schon wieder eines von meinen …“ keine Chance. Eine Ich-bin-ich bin ich übrigens bis heute geblieben.

Das erfolgreichste Duo der österreichischen Kinderbuchliteratur steht ab 6. November im Mittelpunkt einer Ausstellung im Wien Museum, die für Kinder wie für Erwachsene konzipiert ist. Mira Lobe (1913 – 1995) zählt zu den bedeutendsten Kinder- und Jugendbuchautorinnen des 20. Jahrhunderts, insgesamt veröffentlichte sie an die 100 Bücher, die in 30 Sprachen übersetzt wurden. Aus Lobes kongenialer Wort-Bild-Partnerschaft mit der Illustratorin Susi Weigel (1914 – 1990), die heuer 100 Jahre alt geworden wäre, entstanden 45 Bücher und viele Fortsetzungsgeschichten. Allein die Titel lösen bei Generationen von (Vor-)Leserinnen und Lesern vielfältige Assoziationen aus: „Das kleine Ich bin ich“, „Die Omama im Apfelbaum“, „Die Geggis“. Faszinierend ist das Material aus den Nachlässen der beiden Künstlerinnen, darunter Entwurfszeichnungen und experimentelle Collagen von Susi Weigel oder ihre originale „Ich bin ich“-Figur aus Stoff und Zwirn. Die Schau erlaubt spannende Einblicke in die Arbeitsweise von Lobe und Weigel. Vor dem Hintergrund ihrer Biografien erschließen sich auch Zusammenhänge der österreichischen Nachkriegsgeschichte.
.
„Ich möchte wissen, wer ich bin“. So fragt das ratlose, namenlose Etwas, um sich am Ende der Geschichte als selbstbewusstes Wesen zu entdecken: „Sicherlich gibt es mich: ICH BIN ICH!“ Immer wieder geht es in Lobes und Weigels Büchern darum, Kindern Ängste zu nehmen und sie zur Eigenständigkeit zu ermutigen. Ohne pädagogischen Zeigefinger und stets auf der Seite der Kinder stehend, vermitteln die Geschichten darüber hinaus Werte wie Toleranz, Solidarität mit Ausgegrenzten und Veränderungswillen. Die Ausstellung „übersetzt“ das kreative Potenzial der Kinderbücher mit spielerischen Elementen und überraschenden Inszenierungen. Kinder dürfen in der Ausstellung
schaukeln und sind eingeladen, frei nach Susi Weigel Bilder zu reißen und an der Wand aus den Schnipseln Collagen zu gestalten. Auch eine „Buchstabenkiste“ steht bereit. Einige Bereiche sind nur für Kinder zugänglich: Hier können sie Geschichten von Mira Lobe hören, gelesen von Cornelius Obonya.
.
Zu Mira Lobe:
Hilde Mirjam Rosenthal: Unter diesem Namen wurde Mira Lobe 1913 in Görlitz (Sachsen) geboren. Sie wuchs in einer bürgerlichen, jüdischen und sehr sozial eingestellten Familie auf. Über ihre wohlbehütete Kindheit meinte Lobe nur, sie sei „durchaus normal“ gewesen. Zur Sozialistischen Arbeiterjugend zog sie ihr Mitleid für Schwächere: „Ich neig` zu Schuldgefühlen, nicht? Und ich hatte irgendein Schuldgefühl, dass es mir so gut ging und dass ich wusste, anderen geht es weniger gut.“ Der Traum vom Studium („Architektur, Germanistik oder Kunstgeschichte“) und vom Journalistenberuf konnte sich Lobe nicht erfüllen, stattdessen besuchte sie in Berlin eine Textil- und Modeschule, ehe ihre Familie 1936 vor den Nazis nach Palästina flüchten musste. Dort heiratete sie den um 24 Jahre älteren Regisseur und Schauspieler Friedrich Lobe, mit dem sie zwei Kinder (Claudia, *1943, und Reinhardt, *1947) hatte. Das anfängliche „Glücksgefühl“ über die Rettung ins Exil wich jedoch bald der Ernüchterung: Zur Sprachbarriere kam die Skepsis gegenüber dem Staat Israel und dem religiösen Judentum. Ihr erstes Buch veröffentlichte Lobe 1947 allerdings auf Hebräisch – „I-Hajeladim“ (Die Kinder-Insel) wurde später in einer veränderten Fassung auf Deutsch unter dem Titel „Insu-Pu“ publiziert. Als Friedrich Lobe 1950 ein Engagement am Wiener Scala-Theater angeboten bekam, übersiedelte die Familie nach Österreich. Schon bald wurde Mira Lobe eine der erfolgreichsten Autorinnen der kommunistischen Kinderzeitung „Unsere Zeitung“, wo sie erstmals mit der dort beschäftigten Zeichnerin Susi Weigel zusammentraf. Als wesentlicher Förderer erwies sich Hans Goldschmidt, der nach dem Tod von Lobes erstem Mann ihr Lebensgefährte wurde. Goldschmidt war Leiter des KP-nahen „Schönbrunn“-Verlags, der die ersten Lobe/Weigel-Kinderbücher veröffentlichte (Der Tiergarten reißt aus!, 1953; Der Bäbu. Die Sieben vom Bärenbund, 1954; Bärli Hupf, 1957), die weiteren Titel erschienen meist im Jungbrunnen-Verlag oder bei Jugend  & Volk. Für „Titi im Urwald“ erhielt Lobe bereits 1958 den Österreichischen Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur, unzählige weitere Ehrungen und Preise folgten im Laufe ihrer Karriere, die Ende der 60er-Jahre ihren Höhepunkt erreichte: Nach Titeln wie „Bimbulli“ (1964) und „Die Omama im Apfelbaum“ (1965) folgte 1972 „Das kleine Ich bin ich“, ein „Jahrhundertwerk“, das sich bis heute eine Million Mal verkauft hat. Politisch war Lobe „links“, doch nach dem sowjetischen Einmarsch in Ungarn 1956 trat sie aus der KPÖ aus. Für die sozialdemokratischen Reformen ab den 70er Jahren hegte sie Sympathien. Lobe publizierte bis ins hohe Alter und blieb sich dabei thematisch treu: So entstanden immer wieder Geschichten mit vermeintlichen Außenseitern und deren Integration in die Gemeinschaft.

Zur Ausstellung:
Die Ausstellung teilt sich räumlich und thematisch in vier Bereiche, die ausgewählte Aspekte von Lobe und Weigel in den Fokus stellen. Der Ausstellungsteil „Sehnsuchtsort“ thematisiert die „Utopien des Alltags“, die in Büchern wie „Bärli Hupf“ (1957), „Eli Elefant“ (1967), „Komm, sagte die Katze“ (1975) oder „Valerie und die Gute-Nacht-Schaukel“ (1981) eine Rolle spielen. Es geht um die Suche nach Veränderungsmöglichkeiten von Lebensumständen,  oft im Zuge von abenteuerlichen und manchmal bloß fiktiven Reisen. Um Gerechtigkeit, Gemeinsamkeit und Solidarität mit anderen geht es im Themenbereich „Gemeindebau“. Das nicht immer einfache Zusammenleben mit Nachbarn und soziale Unterschiede bestimmen viele Lobe-Bücher, in denen gegenseitige Hilfe und Aufmerksamkeit gegenüber den anderen angesprochen wird. Der dritte Ausstellungsteil nennt sich „Freiraum“ und widmet sich dem Verhältnis von Lobe zu Susi Weigel. Der akribische, fordernde, aber von gegenseitigem Respekt geprägte Arbeitsprozess wird anhand von Entwürfen und Korrespondenz sichtbar, die Arbeitsteilung war gleichberechtigt – so wie übrigens auch das Honorar. Im „Umspannwerk“ (nach einem Begriff von Mira Lobe) geht es um die Übersetzung von brisanten Themen in Text und Bild, ohne zu pädagogisieren oder banal zu werden. Die Kunst Lobes (und ihrer MitstreiterInnen) bestand auch darin, für die unterschiedlichsten politischen Lager – von den Kommunisten bis zur katholischen Kirche – zugänglich zu sein, und das trotz der immer wiederkehrenden Verbotsüberschreitungen ihrer ProtagonistInnen.

Und dann gibt es noch einen fünften Bereich nur für Erwachsene. Der ist im Kopf. Und heißt: Augen zu, zurücklehnen und einmal noch von der Kindheit träumen.

www.wienmuseum.at

Wien, 4. 11. 2014

Volkstheater: ich lerne: gläser + tassen spülen

Januar 30, 2014 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Briefe von Bertolt Brecht und Helene Weigel

Bild: © Klaus Lefebvre

Bild: © Klaus Lefebvre

„Ich bitte Helli, folgendes zu veranlassen: 1) daß der Tod sichergestellt wird, 2) daß der Sarg aus Stahl oder Eisen ist, 3) daß der Sarg nicht offen ausgestellt wird, 4) daß er, wenn er ausgestellt werden soll, im Probenhaus ausgestellt wird, 5) daß weder am Sarg noch am Grab gesprochen, höchstens das Gedicht An die Nachgeborenen verlesen wird, 6) daß die Totenwache, wenn eine solche gewünscht wird, nur von Schauspielern gehalten wird, 7) daß keine Musik gespielt wird, 8) daß das Grab im Garten in Buckow oder im Friedhof neben meiner Wohnung in der Chausseestraße liegt und nur den Namen Brecht auf einem Stein hat. Danke, Helli!“

Brecht, November 1953, Berlin

Erst seit jüngstem gehört die „Brecht-Sammlung Victor N. Cohen“ dem Brecht-Archiv, einschließlich zahlreicher unbekannter Briefe, die Brecht während seines amerikanischen Exils Mitte der vierziger Jahre von der Ostküste der USA an Helene Weigel nach Kalifornien geschickt hat. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Jahrhundertbriefe“ präsentieren am 3. Februar um 19.30 Uhr im Empfangsraum des Volkstheaters die Schauspieler Claudia Sabitzer und Günther Franzmeier eine Auswahl aus den im Suhrkamp-Verlag erschienen Briefen erstmals auf einer österreichischen Bühne:
ich lerne: gläser + tassen spülen
Bertolt Brecht und Helene Weigel
Briefe 1923–1956
In einer ersten Bestandsaufnahme ihrer Beziehung schreibt Brecht zum Jahreswechsel 1923/24 an und über die junge Schauspielerin: „H W“; von ihr getrennt, herrschen bei ihm „Starke Langeweile/90% Nikotin/0% Grammophon“. Immer wieder bestürmt er sie: Sie möge ein Zimmer oder eine Wohnung beschaffen, Bücher und Artikel besorgen, er erkundigt sich nach ihren Rollen und nach der Resonanz von Publikum und Kritik; er berichtet über die Arbeit an den eigenen Stücken oder darüber, dass er „mit viel Nikotin wenige Sonette hergestellt“ habe. Nach der Flucht aus Deutschland Anfang 1933 geht es immer wieder um Orte, an denen Brecht weiterarbeiten kann, um die Mühsale einer Familie im Exil und um die Nöte einer Schauspielerin, die 15 Jahre lang ohne Bühne ist. Die aus begütertem Wiener Hause stammende Schauspielerin Helene Weigel lernt Brecht durch Vermittlung eines Jugendfreunds  im September 1923 in Berlin kennen. Sie wird Geliebte, Ehebrecherin an Marianne Zoff, schwanger, Ehefrau. Eine Jahrhundertverbindung. Brecht, biblisch im Wort-Sinn, liebte und betrog die Frau, bewunderte und beherrschte die Schauspielerin, vertraute der Gefährtin wie wohl keinem anderen Menschen. Er webt sie ein in sein Spinnennetz aus Zartheit, Hass, Verfallenheit und Beutegier. Früh ist der Ton seiner Briefe harsch und verlangend: Helene Weigel hat „Schwamm und Bürste“ zu ordnen, Briefe (an Piscator und Herbert Ihering) abzuschreiben, „ruf auch sogleich Ullstein an“ und „erkundige dich“ und „schicke mir“ und „hinterleg die genaue Adresse des Schuhmachers für mich“. Dazwischen ist diese Korrespondenz voller Tratsch und Klatsch über Schauspieler, Sottisen über Kollegen, Ehrgeizausflügen ins Elysium Berlin. Politisches vom Marxisten sucht man. „Ich küsse Dich, liebe, alte Helli, es ist schlimm, daß ich nicht da bin“, schreibt Brecht aus Paris zu Weigel nach Moskau. „Lieber Bert, jetzt muß ich Dir schon einen Brief schreiben, weil es mir selber närrisch vorkommt, daß ich nein sage, wenn Du mit mir schlafen willst, und außerdem erstaunt mich Dein sofort auftretendes neubelebtes Interesse, wieso, nur wegen dem nein?“, schreibt die Weigel. Und 1944 nach Bekanntwerden seiner Liaison mit Ruth Berlau: „Du kannst und willst nicht eine deklarierte mit Stempel versehene Ehe führen,  (…) das ist schon ein Fußtritt von besonderer Heftigkeit.“
Brecht-Enkelin Johanna Schall findet sich in der Welt dem Künstlerduo durch den Briefwechsel näher gebracht. Selbst große Geister leben zwischen niedrigen Erledigungen. Kunst ist alles, aber der Abwasch ist auch noch da. „Beide waren eigenwillige Dickköpfe, aber das ist ja eine Eigenschaft, die meiner ganzen Familie eigen zu sein scheint.“
Bertolt Brecht / Helene Weigel: „Briefe 1923-1956. ich lerne: gläser + tassen spülen“, herausgegeben von Erdmut Wizisla. Suhrkamp Verlag.
Wien, 30. 1. 2014