Theater in der Josefstadt: Der einsame Weg

November 16, 2018 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Klipp-Klapp-Tragödie mit drehbaren Türen

Ein Kommen und Gehen auf schmalem Gang: Therese Lohner, Marcus Bluhm, Alexander Absenger, Alma Hasun und Bernhard Schir. Bild: Astrid Knie

Vier hohe Türen, dahinter Fensterfronten, davor wie dazwischen ein enger Gang, den entlang die Darsteller im Wortsinn im Kreis gehen. Weil sich die Szenerie nach jeder Szene verschiebt. Was immer neue Perspektiven freigibt, immer neu gespiegelte Bilder einer in ihren selbstauferlegten Zwängen gefangenen Gesellschaft. Dieser Totentanz der drehbaren Türen ist die alles bestimmende Grundkonzeption von Mateja Koležniks Schnitzler-Interpretation am Theater in der Josefstadt:

„Der einsame Weg“. Von Anfang an ist klar, dass dieser hier auf kühl distanzierte Art abgeschritten werden wird. Keine Spur mehr von Schnitzlers Sehnsüchtlern, die durch dessen geschliffene Dialoge ihre psychischen Defekte schimmern lassen, das melancholische „Egoistenstück“ zum 90-minütigen Trauermarsch gekürzt. Dass Koležnik dem seelischen Stillstand ihrer Protagonisten die Bewegung der Bühne entgegensetzt, ist als Idee reizvoll, realiter mit der Zeit aber so spannend, wie die Beobachtung des Huhns auf dem Möbiusband.

Nun ist es nicht so, dass Koležnik für ihre radikalen Zugriffe nicht bekannt wäre. Auch weiß man, dass diese in der Regel in einer extremen Raumsituation stattfinden. Die slowenische Regisseurin räumt ihren Schauspielern so wenig Spielplatz wie möglich ein, ihr Kunstkniff, der dazu führt, dass die Figuren aufeinanderprallen müssen. Das hat im Vorjahr bei Ibsens „Wildente“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=24871) im steilen Stiegenhaus ganz wunderbar funktioniert. Nun setzen die Bühnenbildner Raimund Orfeo Voigt und Kathrin Kemp erneut auf die bewährte taubengraublaue Optik, und aus der gleichen Farbpalette stammen auch die Kostüme von Alan Hranitelj – an denen sich unter anderem nicht erschließt, warum Felix‘ (Zwangs?-)Jacke hinten zu schließen ist -, man hat das alles also so oder so ähnlich bereits gesehen.

Maria Köstlinger und Ulrich Reinthaller. Bild: Astrid Knie

Bernhard Schir und Alma Hasun. Bild: Astrid Knie

Nur geht die angestrengt strenge Versuchsanordnung des Leading Teams diesmal nicht auf. Wenig bis gar nichts erfährt man über den fehlenden inneren Frieden der Figuren, von deren Selbstverliebt- und Verrücktheiten, über vergebene Lebenschancen und vergebliche Hoffnungen, Schuld und versuchte Sühne, und dass hier das Sterben als Thema über den Dingen schwebt, darf man sich bestenfalls dazu denken. Koležnik bedient sich einer Künstlichkeit, die einen nur schwer ins Stück lässt. Wo kompakt auch komplex bedeuten hätte können, wo etwa ein Belauschen und Belauern hinter den – so sie schon vorhanden sind – Türen möglich gewesen wäre, gibt sich Koležnik als Erfinderin der Klipp-Klapp-Tragödie. Die Verwendung von Mikroports und die gelegentlich knisternden Soundeffekte von Nikolaj Efendi sorgen für zusätzliche Verfälschung, Stimmen kommen aus dem Off oder als beiläufiges Beiseitereden zu bereits abwesenden Bühnenpartnern.

Diese Spielart kommt den Josefstädtern nicht zupass. Sie gestalten die Schnitzler’schen Charaktere seltsam blutleer, sind, statt diese aus Gründen der Konvention unterdrückend, einfach nur emotionslos, spröde, wo die Sprache schneidend, tief- und hintergründig sein sollte. Koležniks mangelnde Differenzierung ihrer Wachs-Figuren hinterlässt am Ende den Eindruck, diese würden ineinander verlaufen. Nicht nur was die Farbauswahl betrifft, verläuft der Abend ergo eintönig. Marcus Bluhm ist ein erstarrter Wegrat, Ulrich Reinthaller kämpft sich als Fichtner durch dessen mangelnde Sympathiewerte, Bernhard Schir nimmt man den todkranken Sala schlicht nicht ab, Peter Scholz als Doktor Reumann und Alexander Absenger als Felix finden genaugenommen gar nicht erst statt. Egal, was diese Einsamen auf ihrem Weg zittern, zögern, zagen und zetern, es hinterlässt einen ungerührt.

Alexander Absenger, Bernhard Schir, Maria Köstlinger und Ulrich Reinthaller. Bild: Astrid Knie

Am Schlimmsten treffen die Striche die Frauenfiguren: Therese Lohner als schnell hinscheidende Gabriele, Alma Hasun als Johanna und Maria Köstlinger als Irene Herms – sie alle bleiben blass. Hasun, die die ganze Aufführung über mit rätselhaften Tür auf-Tür zu-Ritualen beschäftigt ist, beschließt schließlich als Wasserleiche mit einem anklagenden, in dieser Inszenierung unverständlich pathetischen Über-die-Schulter-Blick ins Publikum das gar nicht tolle Treiben.

Dieser „Einsame Weg“ ist nicht das Beste, das man von Mateja Koležnik bisher sehen durfte, dennoch gab es freundlichen Premierenapplaus. Man wird einander bald wieder begegnen, im Sommer in Salzburg bei Gorkis „Sommergäste“ und mutmaßlich kommende Saison am Burgtheater.

Video: www.youtube.com/watch?time_continue=2&v=Dtmxz3Mtreo

www.josefstadt.org

  1. 11. 2018

TAG: Shut (me) down

Oktober 9, 2014 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Europas Stier ist nur noch ein Totenschädel

Bild: Anna Stöcher

Bild: Anna Stöcher

Was passiert, wenn ein Philosoph und Mathematiker mit kompliziertem Trümmerbruch im Bett liegt? Er schreibt ein Stück. Und zwar ein großartiges. Steffen Jäger verfasste fürs TAG „Shut (me) down oder Der Weg ins Zentrum des Abseits“, fungierte auch gleich als Uraufführungs-Regisseur, und ließ sich für sein Autoren-Debüt von Iwan Gontscharows Roman “Oblomow” inspirieren. Allerdings: Sehr frei nach … dem Bettgenossen. Zur Erinnerung: Der 1859 erschienene „Oblomow“, nach dem auch ein psychiatrisches Symptom benannt ist, ist der Prototyp des faulen russischen Adligen. Er verliert sich in den Traum eines geborgenen, sicheren, von aller Verantwortung freien Lebens, in dem der Schlaf Zentrum und Schwerpunkt der täglichen Verrichtungen ist. Der Roman ist eine engagierte Anklage gegen die herrschende Gesellschaft der Gutsbesitzer, des Land- und des Dienstadels. Oblomows Tod das Ende eines vergeudeten, ungenutzten Lebens.

Nun Jäger: Lilie (Julia Schranz) hat das Investmentbanking im kleinen Finger. Sie fällt die Karriereleiter steil nach oben. Alles scheint berechenbar. Das Leben ist letztlich nur das, was man fest im Griff hat. Doch eines Morgens steht sie einfach nicht mehr aus dem Bett auf. Ihr schwant etwas. DRAUSSEN sieht es nicht gut aus. DRAUSSEN lauert die Verantwortung. DRAUSSEN bricht das System zusammen. „Hatten wir das nicht schon mal?“, ist der leitmotivische Satz, den im Laufe der Inszenierung alle Figuren sagen werden. Und während die Krise DRAUSSEN ihre Wellen schlägt, bleibt Lilie einfach liegen. Ihr irritiertes soziales Umfeld wählt das Mittel der Belagerung … Dabei beginnt alles so schön auf einem weißen Podest (Bühne: Alexandra Burgstaller; Kostüme: Aleksandra Kica), auf dem Lilies Beförderung gefeiert wird. Gut, dass der Börsenbulle nur noch als Skelettschädel daliegt, könnte irritieren. Und, dass Lilies Boss am nächsten Tag verschwunden ist. Schon mal bemerkt, dass die Begriffe Bankenchef und Bandenchef nur ein Buchstabe trennt? Lilie, gerade noch dabei, durch perfektes Investieren Geld zu machen, um es in die nächste Finanzkatastrophe zu stecken – das Spiel der „neuen“ Generation -, verkriegt sich unter  der Bettdecke. Und findet ihr neopoststrukturistisches Heim plötzlich Scheiße.

Der Dramatiker Steffen Jäger entpuppt sich als Satiriker, als Sprachspieler, als Wortejongleur, der seine Figuren in skurril-sarkastische Situationen treibt. Was in den Dialogen nicht passt, wird passend gemacht. Redest du deins, rede ich meins. So kalauert sich das Ensemble durch Halbsätze im Serve-and-Volley-Spiel. Alles ist eindeutig zweideutig. Etwa Julia Schranz‘ U-Bahn-Ansage, man möge den Spalt zwischen Waggon und Perron beachtet. „Je mehr wir in die Renovierung investieren, um so größer wird er.“ Was will man auch erwarten vom „Proletenschlauch“?

Lilies Unproduktivität – und Schranz kann wunderbar mit der Gesteppten von einer Ecke der Bühne in die andere robben – bringt eine Schar weder so irr- noch so witziger Personen auf. Da muss doch was, da muss man doch … Der erste „Durchgreifer“ ist Georg Schubert als Ehemann Robert, ein Lokalpolitiker, für den das alles wahnsinnig peinlich, aber weil Hochzeitstag und so, und Anschleimen sowieso sein Geschäft – keine Chance. Ein Sieg immerhin: Da außer ihm keiner mehr zur Wahl geht, gewinnt er mit 100% der Stimmen. Jens Claßen spielt den vor Zukunftsfurcht ganz zerfressenen Untergebenen Schachinger, der, es wäre wegen einiger Unterschriften … Elisabeth Veit als Schwester Rosa und Emese Fáy als gleich morgen ihren Jahrhundertroman beginnende Schriftstellerfreundin Helene scheitern ebenso beim Deckenwegziehen. Nur Hund Brutus (Raphael Nicholas erfüllt alle Hol’s-Balli- und Gib‘-dem-Fraudi-ein-Bussi-Erwartungen besser als Martin Rütters Vorzeigewauwaus) freut sich. Was gibt es Schöneres, als sich den ganzen Tag im Bett herumzuflätzen? Da kann aus dem Bäuchleinkraulen schon ein „Ja, ja, ja, tu es“ werden. Na ja.

Jäger fügt diesen Merk- noch ein paar Denkwürdigkeiten hinzu. Das Highlight: Der Chor der Obdachlosen, von Claßen, Nicholas und Veit angelegt wie in der griechischen Tragödie, samt Wehgeschrei, bekannt nur aus Performances auf Bühnen, nicht aus dem Fernsehen, vielleicht noch als dokumentarische Häppchen, als sozialkritisches Requisit, auf Festen, auf denen „die anderen“ andere Häppchen fressen. Sehr schön auch Fáy als Mona Lisa (echter Kopf in fotokopiertem Gemälde), die erbost ihre Geschichte erzählt. Nämlich, dass erst der Diebstahl durch Vincenzo Peruggia und die damit verbundene öffentliche Erregung ihr ihren Ruhm beschert hätten (und, dass sie seit 500 Jahren ihren podice nicht mehr gesehen hätte) – ein mit Verve hingeworfenes Kabinettstück über die Werteskala von Kunst. Jäger spielt mit virtual und reality, lässt Konsoleninhaftierte und Autorenschaftinternierte miteinander agoraphobien. My home is my pokey. Und dann natürlich sie: Europa (Veit) mit dem Stier(schädel). Sich beklagend, dass ihr Name nur noch ein Wort zum Handeln, im Sinne von Ware, von Preisschacherei, nicht im Sinne von zur Tat schreiten, ist. „Als Hure habe ich begonnen und als Hure werde ich enden.“

„Schleichende Fehler werden erst bemerkt, wenn sie schon rennen.“ Noch so ein jägerscher Halali-Satz. Und so danken die Darsteller den Menschen zum Schluss, dass sie so konsequent inkonsequent sind. Dank zurück für diesen intelligenten, ironischen Abend, für diesen ideenreichen Text und dessen imposante Darbietung. Anm. laut Prof. Jäger, Lexikon der Krise: Stier sind wir schon, jetzt muss es nur noch in den Schädel rein.

http://dastag.at

Trailer: http://vimeo.com/108120574

Wien, 9. 10. 2014

Hundsturm: Der Weg zum Glück

April 7, 2014 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Das Theater Melone zu Gast in Wien

Bild: Theater Melone

Bild: Theater Melone

Am 8., 10.  und  11. April ist am Hundsturm die österreichische Erstaufführung von Ingrid Lausunds „Der Weg zum Glück“ zu sehen, ein Gastspiel des Theaters Melone aus Innsbruck. Regie bei dem Monologstück führte Bernadette Sonnenbichler, es spielt Florian Hackspiel.

Inhalt: Zwei Beine mit einem Mann drauf laufen verwirrt und doch verheißungsvoll durch einen Abend, der den Weg zum Glück verspricht. Dieser Mann möchte uns etwas erzählen, etwas wirklich Wichtiges, etwas wirklich Fantastisches, etwas, das endlich Sinn macht. Verfolgt von Schattenfratzen, manischen Happy Birthday Gesängen und ständig gehetzt und getrieben auf  der Suche nach sich selbst, entfliehen seine Beine stets seinem eigenen Körper. Ankommen wird er nie, stolpern wird er ständig. Panik, Irrwege, Witz und Wahnsinn machen sich in ihm breit und dennoch – läuft’s doch ganz gut!

Florian Hackspiel spielt mit vollem Körpereinsatz, er läuft und stolpert, schreit und singt im Höllentempo. Er geht in die Vollen: Rasant, komisch, clownesk – und spielt doch mit souveräner Leichtigkeit  den irrlichternd Suchenden. An diesem Neurosenkasperl hätte Freud seine Freud‘ gehabt.

www.theatermelone.at

www.hundsturm.org

Trailer: www.youtube.com/watch?v=8MbptuCSSoc

Wien, 7. 4. 2014

Wolverine: Weg des Kriegers

August 9, 2013 in Film

Müssen ja nicht immer alle Mutanten sein

Yukio (Rila Fukushima) und Logan / Wolverine (Hugh Jackman) Bild: © 2013 Twentieth Century Fox

Yukio (Rila Fukushima) und Logan / Wolverine (Hugh Jackman)
Bild: © 2013 Twentieth Century Fox

Freunde blauer Haut oder von Laseraugen kommen im zweiten Spin-Off der X-Men-Saga definitiv nicht auf ihre Kosten. In „Wolverine: Weg des Kriegers“ gibt es außer dem schnittigen Hugh Jackman nämlich nur noch zwei andere Mutantinnen. Trotzdem: Dieser Alleingang der Eisenkralle ist um Lichtjahre besser als sein Vorgänger vor vier Jahren. Jackman darf endlich einmal schauspielen. Und das tut er von kraftvoll über – weil zum verwundbaren Menschen verwandelt – melancholisch-verzweifelt bis düster-bitterböse. Die mit gelungenen Effekten und vielen überraschenden Wendungen gespickte Story überzeugt. Nur 3D hätte man sich wieder einmal sparen können.

Der an den Comic von Frank Miller und Chris Claremont angelehnte Inhalt: Nachdem er seiner geliebten Jean Grey  – die ihm allnächtens im Traum erscheint, um ihn zu ihr, heißt: in den Tod zu locken – das Licht auslöschen musste, irrt Logan ziellos durch die USA. Da spürt ihn die geheimnisvolle Yukio (Rila Fukushima) auf. Sie soll Logan nach Japan bringen. Ein Freund, den er als Kriegsgefangener im Zweiten Weltkrieg vor dem Atombombenabwurf gerettet hat (Logans Körper schützte ihn, nahm die Verstrahlung auf und steckte sie weg), liegt im Sterben und will sich verabschieden. Tatsächlich aber hat der inzwischen zum Superindustrieboss aufgestiegene Yashida ganz andere Pläne. Weil Logan des Lebens ohnedies müde sei, will er dessen Unsterblichkeit. Und schon ist Wolverine wieder im Kampfeinsatz. Gegen Ninjas, eine giftzüngige Viper-Frau – Yashidas „Ärtzin“ – und einen riesigen Adamantium-Samurai. Und während Wolverines Selbstheilungskräfte schwinden, verliebt sich Logan in Yashidas Enkelin Mariko, mit der er nach einem Entführungsversuch auf der Flucht quer durch das Land der aufgehenden Sonne ist …

Regisseur James Mangold grübelt in seinem Film über die existenziellen Fragen des Lebens. Sein oder Nichtsein? Oder unsterblich sein, während all deine Lieben das Zeitliche segnen? Ein bisschen erinnert der Yakuza-Thriller an das „Highlander“-Thema. Doch auch was Wolverine betrifft, kann es nur Einen geben: Hugh Jackman. Bemerkenswert auch die rothaarige Mutantin Yukio, die ihre Zukunftsvisionen zwar noch nicht ganz im Griff hat, aber vielleicht kann ihr ja Professor Xavier dabei helfen. Falls man die Figur in den 2014 anlaufenden „X-Men: Days of Future Past“ hinüberretten will. Denn, was man nicht sollte, ist das Kino vor dem Abspann zu zu verlassen. Nach dessen Ende scheitert Logan wieder einmal am Metalldetektor eines Flughafens. Auf einem Monitor wird gezeigt, wie die Firma „Trask Industries“ bahnbrechende Fortschritte in der Robotertechnologie gemacht hat (ein Hinweis auf die Sentinels, die in „Days of Future Past“ eine Rolle spielen werden). Als er bemerkt, wie einige Münzen neben ihm zu schweben beginnen, fährt er herum und sieht sich Magneto gegenüber, der ihm offenbart, dass den Mutanten dunkle Zeiten bevor stünden. Und auch der totgeglaubte Charls Xavier erscheint plötzlich wieder auf der Bildfläche …

www.fox.de/cinema/the_wolverine/13222/

Trailer: www.youtube.com/watch?v=ODAV3k91G0Q

Von Michaela Mottinger

25. 7. 2013

Hugh Jackman im Chat

Juli 5, 2013 in Film

Wolverine – Weg des Kriegers

Logan / Wolverine (Hugh Jackman) Bild: © 2013 Twentieth Century Fox

Logan / Wolverine (Hugh Jackman)
Bild: © 2013 Twentieth Century Fox

Ende Juli startet in den heimischen Kinos der zweite Spin-Off von X-Man Wolverine. Für das deutschsprachige Publikum mit dem Beititel „Weg des Kriegers“ belegt. Die Story schließt zeitlich an das Armageddon von „X-Men: Der letzte Widerstand“ an. Wolverine, zermürbt durch den Tod seiner geliebten Jean, verschlägt es nach Japan, wo der geheimnisvolle Shingen Yashida einen Auftrag haben soll. Einst hat der „Vielfraß“ dem Yakuza-Boss das Leben gerettet. Nun will sich dieser erkenntlich zeigen. Doch wie sollt’s anders sein? Wolverine landet natürlich mitten im schönsten Verbrechersyndikatskrieg – und lernt mit dem Silver Samurai, der Energie absorbieren kann, einen Mutanten besser kennen, als ihm lieb ist. Er zehrt an Logans Kräften und der muss gegen dessen Schwert die Krallen mehr und mehr einfahren …

Die Geschichte bringt Logan in eine in sich abgeschlossene Welt, wie er sie noch nie gesehen hat“, sagt Jackman. „Der Film unterscheidet sich in den Bildern und im Ton sehr von den anderen X-Men-Abenteuern. Freilich gibt es viele spektakuläre Kämpfe, aber den entscheinden Fight führt Logan mit sich selbst: Will er ein wildes Tier bleiben oder ein Mensch werden? Er kämpft mit seinen beiden Identitäten.“ Macht es überhaupt noch Spaß, mit auftoupierten Haaren und Drei-Tage-Bart übers Set zu sprinten? Jackman grinst: „Natürlich. Er ist der knallharte Kerl unter den X-Men, viel tougher als ich. Und: Ich lasse doch gern für die weiblichen Fans mit nackten Oberkörper meine Muskeln spielen. Außerdem bekomme ich sofort in jedem Restaurant den besten Tisch.“ Dann wird der Schauspieler ernst: „Mich hätte die Rolle vielleicht nicht mehr so gereizt, wenn ich sie in diesem Film nicht tiefer ausloten hätte können. Logan, von allen Menschen immer nur missbraucht, zur Waffe gemacht wurde, durch Kriege gezerrt wurde, zeigt plötzlich so etwas wie Seele, Verwundbarkeit. Er ist plötzlich mit seiner Sterblichkeit konfrontiert. Das kann einen schon beuteln. Er bewegt sich zwar wie ein Berserker durch Tokio, ist aber in Wahrheit auf der Suche nach sich selbst. Denn Logan hat sich längst verloren. Er fragt sich, warum er eigentlich existiert.“ Bis er den Ehrenkodex der wahren Samurai kennenlernt.

Wie schaut’s aus mit den Action-Szenen? Immerhin ist Hugh Jackman auch schon 44. Da grinst er wieder. „Ich liebe es, mich in luftiger Höhe um die eigene Achse zu drehen und dann loszuprügeln. Diesmal gab’a aber eine Kampfsequenz auf einem Zug – und plötzlich machte es in meinem Genick ‚Knack!‘. Nächste Station: Krankenhauskontrolle. Erster Kommentar meiner Frau: ‚Spinnst du? DU bist nicht unbesiegbar.‘ Seither überlasse ich mehr den Stuntmen.“

Kaum fertig mit dem Land der aufgehenden Sonne, steht Jackman schon bald wieder als Wolverine vor der Kamera. In „X-Men: Days of Future Past“ trifft der zigarrerauchende Haudegen auf seine überlebenden Weggefährten – und ihre jüngere Versionen aus „X-Men: Erste Entscheidung.“ Jung und Alt muss sich zusammenraufen, um – wieder einmal – die Zukunft ihrer Art zu sichern. Was gibt’s dazu noch zu verraten? Jackman: „Ich darf leider nicht mehr verraten, als dass es sehr lustig und aufregend ist, mit den jungen Kollegen zu arbeiten. Und, dass wir, die alte Crew merken, dass wir in die Jahre kommen. Während die nach Drehschluss nämlich diskutieren, in welche Bar si abhauen, fragen wir einander: ,Und? Wie geht’s den Kindern?'“

www.thewolverinemovie.com/intl/

www.fox.de/cinema/the_wolverine/13222/

Trailer: www.youtube.com/watch?v=ODAV3k91G0Q

Von Michaela Mottinger

5. 7. 2013