Das Volkstheater verlängert „Black Box“

März 3, 2021 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Ein Audiowalk durchs frisch sanierte Haus

BLACK BOX von Stefan Kaegi//Rimini Protokoll. Bild: © Nikolaus Ostermann

Wegen des großen Erfolges bietet das Volkstheater im März weitere Termine für „Black Box“ von Stefan Kaegi vom renommierten Künstlerinnen- und Künstlerkollektiv Rimini Protokoll an. Ab 6. März, 13 Uhr, kann sich wieder alle fünf Minuten eine Besucherin oder ein Besucher auf den Audiowalk durchs frisch sanierte Haus begeben. Mit „Black Box“ hat Stefan Kaegi ein innovatives Format entwickelt, dass das Theater

trotz Kulturlockdown erlebbar macht. Der Audiowalk versteht sich als Prolog in das zukünftige Programm des Volkstheaters. Monatelang steht das Volkstheater nun schon leer. Aufführungen vor gefüllten Sälen sind bis auf weiteres verboten. Ausstellungsbesuche durch Einzelpersonen sind dagegen erlaubt. Folgerichtig wurde das Black-Box-Theater zum White-Cube-Museum und stellt sich selbst aus: Das Phänomen, dass hier Menschen zusammenkamen, um Kunst zu sehen. In den leeren Räumen hallt nach, was die Menschen hier verband – Gefühlsstürme, Lacher, Tränen und Applaus. In ihrer Leere entwickeln Saal, Bühne, Garderoben und Lichtbrücken einen eigenen Charme.

Nun spielt das ganze Haus für eine Person. Führt sie vorsichtig durch die Flure, auf die Unterbühne, hinein ins Labyrinth der Fiktionsmaschine. Begleitet von den Stimmen von Maskenbildnerinnen, Technikern, Souffleurinnen und Souffleuren und den neuen Ensemblemitglieder … 1000 Schritte, die man tun sollte!

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3. 3. 2021

Volkstheater online: Die Recherche-Show

Februar 13, 2021 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Eine trashige Talkshow verleiht sich Flüüügel

Red-Bull-Song: Thomas Pfeffer und Martina Zinner. Bild: © Nikolaus Ostermann

Nach dreißig Sekunden sind alle Stimmen abgegeben und die Auszählung ergibt: 75 Prozent der Zuschauerinnen und Zuschauer trinken nie Red Bull. Später wird im Chat jemand fragen: „Antwortet ihr ehrlich?“, und Ja! – man kann sie nicht einmal riechen, die picksüßen Dosen. „Ein Geschmack, der im Körpergedächtnis bleibt“, sagt Schauspielerin Martina Zinner. Und in derart deftigen, Dosen nämlich, beginnt die „Recherche-Show“.

Dieser Mix aus investigativer Journalismus meets trashige Talkshowparodie meets Publikumsinteraktion, freundlich vielleicht Forum-, sicher aber dokumentarisches Theater zu nennen, ist des neuen Direktors Kay Voges erster Streich. Das heißt: eigentlich der von Calle Fuhr, dem das V°T//Bezirke seit Jänner ja überantwortet ist – doch ging man, da die übliche Tour Corona-bedingt nicht möglich ist, via Zoom-Meeting mit dem Projekt online.

Das war zunächst eines des Recherche-Magazins Dossier, dessen Redaktion monatelang über den Weltkonzern, den reichsten Mann Österreichs aka Dietrich Mateschitz und seine schöne neue Medienwelt forschte. Kein leichtes Unterfangen, da der Selfmademilliardär his story am liebsten gar nicht, wenn aber, dann mit €€€€ an Eigenmarketing erzählt, und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihr Schweigegelübde ernster nehmen als die Chartreuse-Mönche.

Man kennt das aus eigener Erfahrung, Servus TV ist selbst dann keine Silbe zu entlocken, wenn man über eine seiner Sendungen positiv berichten will. Die bitteren Wahrheiten übers Zuckerwasser haben nun Regisseur Ed. Hauswirth und Kreation Kollektiv in der neuen Spielstätte Dunkelkammer ans Licht gezerrt.

In Form einer Satirediskussionsrunde, die Pia Hierzegger moderiert, während „ihre Gäste“ Rupert Lehofer, Julia Franz Richter und Martina Zinner Geheimnisse wie Dosen knacken, und Live-Musiker Thomas Pfeffer Synthesizerklänge zum Besten gibt. Die Bühnen- ist eine Sitzlandschaft, eine Aerosole abschmetternde Riesencouch, rundum glitzert’s und funkelt’s, wenn die Vorhänge nicht gerade für die Feldarbeit freigeben werden.

Die dabei entstandenen kurzen Filmclips werden es auch sein, die einem von diesem Abend im Gedächtnis bleiben. Der Vater von Mich Kemeter, der schon die Mateschitz-Mama, „die Frau Lehrerin“, in Hymnen preist. Frau Gerti, die an Servus TV-Intendant Ferdinand Wegscheider lobt, dass er sagt, was man heute nicht sagen darf. Zum Beispiel über den ganzen Corona-Schmäh. Es wird ja sofort die Nazikeule geschwungen, dabei ist man nur Patriot! Zwischendurch befragt Hierzegger den Dossier-Journalisten Georg Eckelsberger.

Er, der daheim vorm Laptop sitzende, sachliche Ruhepol in all der Skurrilität, die er doch selbst mitverantwortet. Denn was zum Teil enthüllt wird, ist zu gut, um ausgedacht zu sein. Die Red Bull Favela Challenge, Downhill-Biken in den Slums von Rio de Janeiro … Rupert Lehofer wollt’s grad erfinden, und kriegt einen halben Nervenzusammenbruch, als er erfährt, dass nichts zu blöde ist, um nicht banal zu sein. Rupert, der die Rolle des Verstehers und Verteidigers dieses blausilbrigen Lebensgefühls innehatte – nun vom Glauben abgefallen.

Rupert Lehofer stellt sich der Red Bull Favela Challenge und wird schwer enttäuscht. Bild: © Nikolaus Ostermann

Das Lächeln trügt: Pia Hierzegger ist eine strenge Moderatorin der Recherche-Show. Bild: © Nikolaus Ostermann

An ihren Händen klebt „Trakehnerblut“: Julia Franz Richter mit Pia Hierzegger und Martina Zinner. Bild: © Nikolaus Ostermann

Erst die „Gummibärlis“ machten Red Bull zum Erfolg: Hierzegger, Zinner und Richter. Bild: © Nikolaus Osterman

Viel mehr Neues ist über mutmaßlich nicht gefundene Leichen im Fuschlsee nicht zu erfahren, zum undurch- sichtigen Steuerverhalten verlangen in einer weiteren Umfrage immerhin 32 Prozent ein hartes Durchgreifen, das Ende der Recherche-Plattform Addendum, die Kündigung aller Servus TV-Mitarbeiter in einem Aufwaschen als Strafe für Betriebsratsgelüste … eine Weltkarte wird mit Stieren zugepflastert, Dididampf in allen Gassen, Hierzegger serviert Sankt Mareiner Stierhoden auf – Achtung! – Blattsalat, Felix „Spaceballs“ Baumgartner darf nicht fehlen, samt einem Baumgartner-Höhe-Wortspiel. Nun werden „Gummibärlis“/Wodka-Red-Bull gemixt.

Es wird ein Lied aus den 3600 von Mateschitz markenrechtlich geschützten Wörtern gesungen, Zinner, die Poetin der Runde, trägt Gedichte vor. Eines erinnert an den verstorbenen Cory Terry. Julia Franz Richter muss sich aufziehen lassen, weil sie die Hauptrolle in „Trakehnerblut“ hatte. Die seriösen Stellen sind Männerbündlern und ihrer Kreislaufwirtschaft gewidmet – Richters feministischer Lieblingsfokus. Überzeugt davon, dass die Red-Bull-AnwältInnen zuschauen –  ja, Pia Hierzegger, deren grantig-grimmiger Humor den Klang des Abends ausmacht, kann das Binnen-I sogar sprechen -, gibt es kurz Tonausfall. Ein Anschlag auf das Studio – jahaha! Auge!

Den authentischsten Moment hat das Ganze aber ausgerechnet bei der Abrechnung mit dem Pferde-Soap-Star. Wie Julia Franz Richter ihr TV-Gestütserbin-Dasein runterspielt, mit vor Peinlichkeit fast versinkender Stimme: Stimmt, es waren 50 Drehtage! Wie sie ein schrilles „Wenn mein Freund mir alle Rollen schreiben würde, dann würd‘ ich auch nicht in solchen Serien mitspielen“ Richtung Josef-Hader-Gefährtin Hierzegger schleudert, und Martina Zinner als „Schärdingermagd“ anprangert, solch Selbstreflexion übers „Wie man lebt“ hätte die Aufführung an mehr Stellen vertragen – wird sie via Umfragen doch auch von unsereins verlangt. Doch Hierzegger regiert mit Schweigt-stille-Blick und Nur-Ruhe-Pose.

Zum Schluss gab es für die „Recherche-Show“, die deutlich weniger aufklärerisch als schräg ist, virtuellen Applaus mittels Hand-Emojis. „Jedem Mensch‘ wachsn zwa Flüüügerl“ wird noch intoniert, und schade ist nur, dass der hochspannende Chat des Publikums – von wegen interaktiv – in keiner Weise in den Abend eingeflossen ist. Auch hätte man sich mit Ensemble und Eckelsberger eine gemeinsame Nachbetrachtung im Nesterval-Stil gewünscht – bei „Goodbye Kreisky“ wurde bis eine Stunde nach Ende der Aufführung miteinander diskutiert. Hier sieht man Kay Voges und die Seinen Sekt süffeln. Auch schön. Und verdient.

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  1. 2. 2021

Das Volkstheater zeigt ab 9. Jänner „Black Box“ online

Dezember 17, 2020 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Ein interaktiver Audiowalk durch das frisch sanierte Haus

Bild: © EMILBLAU / Martin Geyer

Wegen der aktuell geltenden Maßnahmen zieht das Volkstheater Wien die Premiere von „Black Box“ auf den 9. Jänner vor. Man stelle sich folgendes Szenario vor: Ein leeres Theater. Ein leeres, von Grund auf saniertes Theater. Ein leeres, von Grund auf saniertes, technologisiertes Theater. Ein leeres, von Grund auf saniertes, technologisiertes Theater, voller Kunstschaffender. Und eine Pandemie. #COVID19 hat möglich gemacht, was sich

sonst kein Schauspielhaus erlauben könnte: ein ganzes Haus spielt für eine Person. Alle fünf Minuten startet eine Besucherin, ein Besucher mit dem Rundgang durch das Haus. Mit Kopfhörern und Handschuhen ausgestattet spaziert das Publikum durch die leeren Flure, auf und hinter die Bühne, durch die Maske, in die Schneiderei … Stefan Kaegi und das renommierte Kollektiv Rimini Protokoll nimmt für „Black Box“ Expertinnen und Experten für politische Gemeinschaft, Simulation und Erinnerung auf.

Sowie Menschen, deren Leben mit diesen Räumen und der Idee von Theater verbunden sind: Maskenbildnerinnen, Maskenbildner Souffleure und Souffleusen, Ensemblemitglieder und Philosophinnen wie Philosophen. Mithilfe der binauralen Aufnahmetechnik konnten Stimmen und ortsspezifische Klänge zum Schaudern real aufgenommen werden. Dadurch entsteht eine Fährte durch den Körper des Theaters, die en passant zu einem Gang ins Unterbewusste der Gesellschaft wird.

Alle weiteren Premierentermine werden veröffentlicht, sobald es mehr Planungssicherheit gibt veröffentlicht.

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  1. 12. 2020

Volkstheater: Kay Voges präsentiert den ersten Spielplan

November 10, 2020 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Start mit Jandl, Bernard, Jelinek; neue „Black Box“ unterm Dach; Calle Fuhr übernimmt die Bezirke

Kay Voges beim Videodreh. Bild: © Marcel Urlaub / Volkstheater

Mitten aus der Baustelle Volkstheater meldet sich der neue Direktor des Hauses zu Wort: #Corona-bedingt präsentiert Kay Voges seinen ersten Spielplan via Videobotschaft – und die ist schon eine Inszenierung für sich. Umringt von lebenden Mädchenpuppen, Napoleons und Nazis beschreibt er das Volkstheater neu als Raumgeber für darstellende wie bildende Kunst, und für den politischen Diskurs. „Das Volkstheater ist ein Ort der Kunst und der

Auseinandersetzung, für Literatur und Grenzerfahrung, Gegenwart und Utopie, Diskurs und Pop“, sagt Voges über seine Pläne. Vom Ensemble sind Evi Kehrstephan, Claudia Sabitzer, Stefan Suske und Günther Wiederschwinger geblieben, Birgit Stöger beispielsweise zeigt bereits im Kosmos Theater mit „Frau verschwindet (Versionen)“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=42119) ein weiteres Mal ihr Können, die anderen von Voges vorgestellten Schauspielerinnen und Schauspieler kennt man in Wien noch nicht, man darf also gespannt sein. Auf diesen, wie Voges es nennt, „Teamsport mit einem eingeschworenen, respektvoll und auf Augenhöhe miteinander arbeitenden Team“, 20 Akteurinnen und Akteuren aus Wien, Dortmund, Berlin, München, Linz und Graz, das „frech, laut und mutig an gedanklich scharfen Gegenwartsbeschreibungen“ tüfteln will.

Im seit Anna Badora um fünf Köpfe gewachsenen Ensemble ist mit Nick Romeo Reiman ein vor allem aus Filmen, etwa „Türkisch für Anfänger“, bekanntes Gesicht. Julia Franz Richter war zuletzt am Schauspielhaus Graz engagiert, Samouil Stoyanov an den Münchner Kammerspielen, er arbeitet in „Der Alte“ oder „Soko München“ auch fürs Fernsehen. Mit Anna Rieser kommt die 2019 mit dem Nestroy-Preis als „Bester Nachwuchs“ ausgezeichnete Akteurin aus dem Landestheater Linz nach Wien. Für die kommende Saison hofft Voges noch weitere vier neue Ensemblemitglieder aufzunehmen.

Das sanierte Theater startet (hoffentlich) am 8. Jänner mit „Der Raum“ von Ernst Jandl in der Regie von Kay Voges.In dieser ersten, verkürzten Spielzeit zeigen wir knapp 30 Veranstaltungen, davon unter anderem vier Uraufführungen, sechs Übernahmen, Musikveranstaltungen, ein Festival, eine Österreichische Erstaufführung und eine Universums-Uraufführung – von der Bühne im Haupthaus, dem Volx in Margareten, bis hin zu den Produktionen in den Bezirken“, so Voges. Die unter dem Namen Black Box/Dunkelkammer wiederentdeckte Spielstätte unter dem Dach des Hauses, von Emmy Werner „Am Plafond“ genannt, von Michael Schottenberg als „Schwarzer Salon“ bespielt, soll die Spielorte des Volkstheaters erweitern.

Darüber hinaus gibt es ein umfangreiches Programm in der Roten Bar: Diskussionsabende, Lecture Performances und musikalische Late Night Shows zum Gespräch und zum partizipativen Austausch. Die Startproduktion „Der Raum“ sieht Dramaturg und Kurator Henning Nass als „szenisches Gedicht für Beleuchter und Tontechniker“, ein #Corona-taugliches Stück“ aus den frühen Siebzigerjahren, eine Produktion, die ohne Schauspieler und ohne Sprache auskommt, eine Hymne an den Sehnsuchtsort Theater und an die Bühne. „Oder ganz böse gesagt: Dieser Abend könnte sogar ohne Zuschauer auskommen. Das wäre eine Erzählung, wie es den Theatern derzeit geht. Dass sie auch leer noch ein Leben haben. Das wird, glaube ich, eine schöne Meditation zur Eröffnung des neuen Hauses“, ergänzt Voges.

Calle Fuhr. Bild: © Marcel Urlaub / Volkstheater

Christoph Gurk. Bild: © Marcel Urlaub / Volkstheater

Danach folgt ein Premierenreigen. Den Auftakt macht Rimini Protokoll mit „Black Box“, einem „Phantomtheater für eine Person“ am 9. Jänner, in der, wie Dramaturg und Kurator Christoph Gurk erläutert, im Fünfminutentakt jeweils ein mit einem Kopfhörer ausgerüstet Zuschauer auf einen Hausrundgang geschickt wird. Gurk: „Am besten erklärt ist das Stück wohl als Audiowalk durch alle Abteilungen, die an der Entstehung von Theater beteiligt sind, und währenddessen hört man die Stimmen der Kolleginnen und Kollegen, die ihre Arbeit erläutern. Schnitt auf Stefan Suske, der als „Bühnenarbeiter“ Holzbalken und Plastikkanister von A nach B trägt …

Tags darauf am 10. Jänner  folgt die Wien-Premiere von Voges’ Dortmunder „Theatermacher“-Inszenierung aus dem Jahr 2018. Am 14. Jänner steht Susanne Kennedys Tschechow-Bearbeitung von „Drei Schwestern“ an, deren Gastspiel mit „Ultraworld“ bei den diesjährigen Wiener Festwochen aufgrund der Reisebeschränkungen ausfallen musste und mit der eine längerfristige Zusammenarbeit am Volkstheater geplant ist. „Kennedy wird in ihrer Fassung den Tschechow-Text mit geschichtsphilosophischen Reflexionen verknüpfen, zum Beispiel mit Nietzsches ,Lehre von der ewigen Wiederkehr‘“, so Gurk. „Das fügt sich sehr gut in einen unserer Schwerpunkte für die Spielzeit ein, in dem es um Loops und Wiederholungen geht.“

Wie die Kennedy-Inszenierung kommt auch Florentina Holzingers für Mai geplante und für Wien adaptierte „Etude for an Emergency“ von den Münchner Kammerspielen. Die erste Uraufführung trägt den Titel „1. Kreuz brechen oder Also alle Arschlöcher abschlachten“. Der Text ist – Nass: „ein unendlicher, emotionaler und obszöner Strom von Wörtern – der erste Teil eines mehrteiligen Werks der neuen Hausautorin Lydia Haider, die im Sommer den Publikumspreis beim Bachmann-Wettlesen gewann und deren Stück „Am Ball“ im Dezember im Schauspielhaus Wien uraufgeführt wird. Die Inszenierung übernimmt Intendant Voges, Premiere ist am 16. Jänner.

Eine Herausforderung, wie er zugibt: „Es ist ein Stück, das von den Regieanweisungen her einfach nicht spielbar ist. Da kommt Lydia Haider uns sehr in unserem Bestreben entgegen, herauszufinden, wie das unmögliche Theater möglich gemacht werden kann“, sagt Voges im APA-Interview. Mit „Bliss“ von Ragnar Kjartansson, der filmischen Montage einer Live-Performance in Los Angeles, beschließt man am 17. Jänner die turbulente Eröffnungswoche. „Bliss“ ist eine zwölfstündige Oper über Mozarts finale Arie aus „Die Hochzeit des Figaro“. „Kjartansson lässt diese Arie von großem Ensemble und großem Orchester endlos wiederholen“, so Nass.

Des Weiteren auf dem Programm stehen „Einsame Menschen“ von Gerhart Hauptmann und „Endspiel“ von Samuel Becket. Den Hauptmann wird Jan Friedrich auf die Bühne heben, „der Newcomer“, wie Dramaturgin Jennifer Weiß sagt, während hinter ihr lebensgroße Puppen Unzucht treiben. „Jan Friedrich kommt vom Puppenspiel und zeichnet sich durch seine queer-poppige Ästhetik aus.“ Das Volkstheater zeigt ab März außerdem „Erniedrigte und Beleidigte“ nach dem Roman von Dostojewski und „In den Alpen/ Après les Alpes“.

Jennifer Weiß. Bild: © Marcel Urlaub / Volkstheater

Letzteres eine Collage von Elfriede Jelinek mit Fiston Mwanza Mujila, inszeniert von Claudia Bossard, die sich bereits im Kosmos Theater mit dem Thema beschäftigte (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=37418). Weiß über Fiston Mwanza Mujila (Rezension „Zu der Zeit der Königinmutter“ am Akademietheater: www.mottingers-meinung.at/?p=32130): „Wir haben dem österreichisch-kongolesischen Autor einen Stückauftrag gegeben. Im Text wird es um die postalpine Zukunft nach Après-Ski gehen, es ist ein Ausblick von den kolonialen Ursprüngen des Alpenraums à la ,Heart of Darkness‘.“

Den verschwurbeltsten Titel liefert der Erzkünstler und Neo-Opernregisseur (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=25228) Jonathan Meese im März mit „KAMPF L.O.L.I.T.A. (EVOLUTION IST CHEF) oder L.O.L.I.T.A.D.Z.I.O. (Zardoz fliegt wieder!) oder L.O.L.I.T.A. DE LARGE (Das 3. Baby) oder DIE BARBARENLOLITAS (Kampf um Kunst) oder DR. ERZLOLITA DE L.O.L.I.T.A. (ZARDOZ LEBT) oder DIE ZARDOZLOLITAS (Keine Angst)“, einer „Universums-Uraufführung“, die, so der langjährige Meese-Intimus Henning Nass, auf Nabokovs Skandalroman basiert. „Da können wir uns auf was gefasst machen“, verspricht Voges.

Gespannt sein darf man auch auf die Österreichische Erstaufführung von Wolfram Lotz‘ „Die Politiker“ im April. Das Volx/Margareten wird im kommenden Jahr mit einer neuen Produktion bespielt: Am 15. Jänner kommt dort „Humane Metholds [Exhale]“ der Gruppe Fronte Vacuo zur Uraufführung, bei der der Mensch auf Algorithmen trifft. Die neue Black Box unter dem Dach wird von zwei Wien-Premieren bespielt: Für das Frühjahr ist „Konstellationen“ von Nick Payne angekündigt, im April steht „Uncanny Valley / Unheimliches Tal“ von Thomas Melle und Stefan Kaegi und dem Rimini Protokoll auf dem Programm.

Das Volkstheater in den Bezirken, bisher eher konventionell programmiert, soll unter der Leitung des Düsseldorfers Calle Fuhr „der subversive Zwilling des Haupthauses“ werden, Fuhr wird dort etwa den Monolog „Heldenplätze“ aufführen, Ed. Hauswirth kümmert sich um die „Recherche Show“. Bestrickend klingt jetzt schon das Format „Lesen & Tschechern“ in der Roten Bar. „Wir laden Sie herzlich zu einer gemeinsamen Reise durch gegenwärtige und neu gelesene Dramatik, zu Grenzgängen zwischen darstellender und bildender Kunst, zu musikalischen und choreographischen Produktionen, zu diskursiven und partizipativen Formaten und zur lustvollen Auseinandersetzung mit unserer Zeit ein“, endet Kay Voges seine Programmvorschau.

Er singe schon seit Tagen Bert Brechts „Ja, mach‘ nur einen Plan“ vor sich hin, sagt er. Das Erbe, das er an dem kriselnden, unter Zuschauerschwund leidenden Hauses antritt, ist kein leichtes. Doch dem Team, das sich via Video so sympathisch und engagiert präsentiert, und dem die besorgte Presse bereits die Frage nachwirft, wie „Wienerisch“ das Haus wohl bleiben werde, kann es durchaus gelingen, das hiesige Publikum für sich zu gewinnen. In diesem Sinne: Volkstheater unter Kay Voges, gemmas an!

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  1. 11.2020

Volkstheater online: Schwere Knochen

Mai 1, 2020 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Ein prächtig brecht’scher Grand Guignol

Der Notwehr-Krutzler probt den legendären Halsstich: Thomas Frank, „Dostal“ Matthias Luckey und „Podgorsky“ Andreas Patton. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Anna Badoras Volkstheater-Team verabschiedet sich #Corona-bedingt mit einem virtuellen Spielplan, den Highlights aus den vergangenen fünf Jahren (die Produktionen: www.mottingers-meinung.at/?p=38809), und gestern war „Schwere Knochen“ von Alexander Charim nach dem Roman von David Schalko (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=29139) dran ­– heute noch bis 18 Uhr und wieder am 8. Mai kostenlos zu streamen auf www.volkstheater.at.

„Es gibt die Geschichte des Tages und die der Nacht. Die eine steht in den Büchern. Die andere erzählt man sich hinter vorgehaltener Hand“, sagen die Stimmen auf dem Jenseits. Und über dem sich nun erhebenden Leichenhaufen beginnt Thomas Frank die seine zu schildern, heißt: die von Ferdinand Krutzler. Dem Notwehrspezialisten, dem Chef der „Erdberger Spedition“, einem Kleinganovenquartett, das sich darauf spezialisiert hat, in Windeseile Wohnungen und Häuser zu „evakuieren“, heißt: auszurauben – doch bis es soweit ist, wird er erst einmal aus „Krutzlermutter“ Birgit Stögers Bauch geboren.

Unter Jammern und Wehklagen und erschrockenem Aufjohlen – ein Riesenbaby, ein schaiches noch dazu, das aber seinerzeit zum Wiener Unterweltkönig werden wird. In Schlaglichtszenen beleuchtet Regisseur Alexander Charim dieses Avancement, wer grad nicht spielt, wird als Erzähler eingesetzt, das ganze Ensemble großartig als David-Schalko-Charaktere, allen voran Isabella Knöll als die Musch und Thomas Frank als Krutzler, denen ihre Rollen wie angegossen passen. Muss ein Stück Arbeit für Anita Augustin gewesen sein, diesen konsequent in indirekter Rede verfassten Text bühnentauglich zu machen.

Und siehe da, die Übung ist gelungen, lebhaft wiederaufersteht es auf dem Bildschirm (und zwar im zur MQ-Halle-E-Weite jetzt zuschauerfreundlichen Closeup), dieses brutale Milieu, das gemeine Menschen macht, Schalkos unfeinster Jargon und dessen zynische Distanz zur schmerz- und schuldbehafteten Vergangenheitsverdrängung auf gut Österreichisch bestens getroffen, das Goldene Wienerherz samt dazugehöriger Goschn. Vom Heldenplatz 1938 geht’s durch den Kalten Krieg und den Beginn der Ära Chruschtschow. Sechs Schauspieler und drei Schauspielerinnen gestalten insgesamt 57 Figuren, wobei Protagonist Frank sich als einziger auf eine konzentrieren kann.

Thomas Frank und „Greenham“ Sebastian Pass. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Peter Fasching als „Dr. Harlacher“, Frank und „Honzo“ Pass. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Krutzlers erster Auftragsmord: Thomas Frank und Matthias Luckey. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Er, als Typus allein körperlich ideal für Krutzlers „Schwere Knochen“, gibt mit Verve diesen pragmatischen Verbrecher, unmoralisch, unnahbar, unantastbar, oft gepudert, nie geküsst – und wer seinen Kamelhaarmantel åntatscht, braucht sich nicht wundern, wenn er hamdraht wird. Odraht ist hingegen die Viererbande, Krutzlers diebisches Transportunternehmen, Peter Fasching als stotternder Fritz „Der Bleiche“ Wessely, Lukas Watzl als Hurenkind Karl „Der Zauberer“ Sikora und Sebastian Pass als Fleischersohn „Der Praschak“, von dem sich die Knöll wie ein Schwein abstechen lässt.

Unter der Vielzahl der Rollen sind in jeder Hinsicht unmenschliche: Fasching gibt auch den ominösen Dr. Harlacher, Pass dessen Affenweibchen Honzo und den zum Schmuggelgenie „Greenham“ mutierenden Juden Grünbaum, Watzl einfach hinreißend die blondgelockte Krüppelhure Gisela. Matthias Luckey wird aufs Absonderliche abonniert, Musch-Sohn Herwig und SS-Obersturmbannführer Dostal, dessen Uniform Ausstatter Ivan Bazak ins Kostüm eines Horrorclowns verwandelt hat. Weiß geschminkt und mit roter Nase tollt die Herrenrasse durchs KZ, dort nämlich landet die Spedition, als sie sich vom Hundertertrick auf Leerräumen der Nazihuber’schen Liegenschaft verlegt.

Erst Dachau, dann Mauthausen, wo der Krutzler nicht nur die Bekanntschaft von eben Grünbaum/Greenham, sondern auch die vom politischen Gefangenen Alfred Podgorsky macht, ein Erzkommunist, der im Nachkriegswien allerdings Polizeichef wird, weshalb man sich in alter Verbundenheit eine-Hand-wäscht-die-andere-treu bleibt. Andreas Patton spielt ihn – neben dem die Spedition in Zeitlupe umkreisenden Geldscheißerfranz und surreal als nationalsozialistischer Papagei Ahab, und wenn es an diesem Abend etwas zum Ausstallieren gibt, dann dass er im Vergleich zur prallvollen Buchvorlage zu wenig Podgorsky enthält – Podgorsky, Schalkos rote Eminenz, der seine Finger in jedem Intrigenspiel hat.

Der „Geist der Lagerstraße“, „genaugenommen ist das spätere Österreich damals im KZ entstanden“, formuliert Schalko, spukt bei Alexander Charim nur kurz vorbei, wiewohl er es versteht Schalkos sardonisch kolportierte Gangstasaga mit ihrem kuriosen Shoah-Sketch durch seine Zirkuszerrbilder zu verschärfen. Unterstützt von Thomas Frank, der im Moment, als der zum Leibwächter-Kapo ernannte Krutzler dem Dostal seinen legendären Halsstich verpasst, mehr Emotionen zeigt als im Bett mit der Musch – Franks Krutzler, der politisch korrekt lagerierte Racheengel. Im Lager freilich werden die rohen Gesellen zu Ganoven-Diamanten geschliffen, die ihr blutiges Handwerk bei den Meistern gelernt haben.

„Greenham“ Sebastian Pass und Birgit Stöger als KZ-Kapo „Der Zehner“. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Hausparty für Hilter: Knöll, Sommerfeld, Luckey, Patton. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Matthias Luckey als SS-Obersturmbannführer Dostal. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Der bedrohlich rasselnde Kettenglieder-Schnürlvorhang fällt, in den leerem Raum lässt Ivan Bazak nun diverse Interieurs rollen, die Schauplätze mal rotseidenes Puff, mal rosarote Aida, mit einer einzigartigen Mischung aus Pathos und Proletentum wird der Kalte Krieg zum Überkochen gebracht, die Anmutung insgesamt, als würde man Bert Brecht im Grand Guignol aufführen. Ein mit drei Stunden Spieldauer durchaus episch zu nennendes Wurschtltheater, in dem das Krokodil den Kasperl frisst – von wegen, den kaun kana daschlogn: Der Bodycount ist beträchtlich – sechzehn, davon drei Tiere, kommen auf unnatürliche Weise ums Leben. Notwehr, halt.

„Schwere Knochen“ auf Charim’isch ist beides – eine gfeanzte Sozialfarce voll skurrilen Spaß‘, in der zur Heiligen-Panier-Anbetung ein derber Oaschloch-, Fut-und-Geh‘-Scheißn-Spruch geführt wird, durchbrochen durch stimmig-groteske Grausamkeiten wie in der circensischen Mauthausen-Episode oder die Entmenschlichungs-Metaphern durch Schwein, Affe und Lisa-Maria Sommerfeld als sowjetischem Kampfhund. Im Wortsinn unheimlich wandlungsfähig sind die Darsteller.

Birgit Stöger von der politisch beweglichen Krutzlermutter über den KZ-Kapo-Clown „Der Zehner“ bis zur anlassigen Unternehmergattin die Lassnig, mit der der Wessely ein selbstmörderisches Pantscherl pflegt, Lisa-Maria Sommerfeld als „leichtes Mädchen“ Sikoramutter, Praschak-Gattin und Bissgurn Gusti oder Spionin Milady – und über allem Puffmutter Musch, Isabella Knöll, ganz das „Wüdviech“ als das der Krutzler sie benamst, ehrfurchtgebietend ordinär, ihre Krutzlerliebe eine Nahkampfdisziplin, Knölls Zusammenprallen mit Frank intensiv, elektrisch aufgeladen, immer am Rande des Raufhandels.

Im Würgen macht er ihr einen Heiratsantrag: „I bring di um!“, dann „Heirate mich!“, und am Ende seufzt sie ihm ins Grab nach: „Warst kein Guter. Trotzdem hab ich dich geliebt, irgendwie.“ Dass an anderer Stelle bemängelt wurde, die Inszenierung befeuere Schalkos Stereotypen-Schreibe, von den Geschlechterklischees bis zum geldgierigen Gschamster-Diener-Jud‘, naja – honi soit …, genauso gut könnte man sagen, Sebastian Pass spielt den Grünbaum als Nestroy’schen Subaltern-Ungustl. Und wer sich übers „Redfacing“ bei Nazihubers Karl-May-Festspielen aufregt, hat keine Siebzigerjahre-Kindheit beim Rote-Falken-Fasching erlebt.

Lukas Watzl als blondgelockte Krüppelhure Gisela. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Zuhälterin Musch mit Sohn Herwig: Isabella Knöll und Matthias Luckey. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Lisa-Maria Sommerfeld als „professionelle“ Sikoramutter. Bild; © www.lupispuma.com / Volkstheater

Die Politik ist bei Schalko/Charim was Beiläufiges, wie’s im Leben der meisten so ist, räsonieren, xenophobieren, rechts wählen, so einfach funktioniert das hierzulande, verkümmerte Seelen, versteinerte Herzen, und Charim präsentiert im Jeder-gegen-Jeden lediglich die üblichen Überlebens- und anderen Treibe, die Sehn- und die weiteren Süchte. Was zweiteres betrifft, Filmisches inklusive, Milady und der Sikora vergnügen sich in der Kaisersuite des Hotel Orient, bei der Winnetou-Orgie vom Nazihuber besudelt der Krutzler ein imperiales Ambiente mit dessen Halsschlagadernblut.

Erst als die Spedition die Erdberger Demarkationslinien aufhebt, Nebel, Schießerei, die Atmosphäre Dritter-Mann-grau, und der Krutzler schreit: „Wien gehört mir!“, ist Schluss mit lustig. Die Tragi- an der -komödie: Gerade jetzt, da in Auflösung begriffen, präsentierte sich das Volkstheater stärker denn je. „Schwere Knochen“ ist das beste Beispiel dafür, geschmeidig inszeniert, jede Szene wie am Ende der Aida-Showdown eine mit Hintersinn, so dass es einem beim Lachen doch kalt über den Rücken läuft.

Alexander Charim karikiert, was bereits Verspottung war – die Mechanismen von Ermächtigung, ein Räderwerk der Gewalt, Existenz auf Kosten anderer, und dass das alles im ideologiedurchtränken wie ideologiefreien Raum gleichermaßen in Gang gesetzt werden kann. „Vermutlich ist etwas ein Mensch, wenn man es behandelt wie einen Menschen“, sagt Schalkos Krutzler. Dreht sich um und tut genau das nicht.

Trailer: www.youtube.com/watch?v=9HF1PLbIvT4           www.volkstheater.at

  1. 4. 2020

Der Online-Spielplan bis Mitte Mai:

30. April: Der gute Mensch von Sezuan, Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=35243, 1. Mai: Alles Walzer, alles brennt, Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=23477, 2. und Mai: Die rote Zora und ihre Bande, Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=39484, 4. Mai: Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs, Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=28509, 6. Mai: Nathan der Weise, Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=24591, 9. Mai: Wer hat meinen Vater umgebracht, Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=36159, 10. Mai: Wien ohne Wiener, Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=26649, 12. Mai: Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran, Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=36527, 14. Mai: Medea, Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=23620 und 15. Mai: Stella, Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=24810.