Alte Donau: Musicalstar Maya Hakvoort lädt zu den „Floating Concerts“

Juli 17, 2021 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Auf der ersten schwimmenden Konzertbühne der Welt

Das Premierenensemble mit Maya Hakvoort und Kapitän Martin Mai: David e Mia, Iris Camaa Trio, Vienna Strings, Einfach Flo, Wietske van Tongeren, Lisa Antoni, André Bauer, Andreas Steppan, Ramesh Nair und Pianist Martin Wöss. Bild: Katharina Schiffl

Am Abend des 15. Juli ist die erste schwimmende Konzertbühne der Welt auf der Alten Donau in See gestochen. Musicalstar Maya Hakvoort holt als künstlerische Leiterin bekannte Musikacts in die Donaustadt, die zur Premiere ein Potpourri zum Besten gegeben und damit die Saison 2021 eingeläutet haben – aufgetreten sind Ramesh Nair, Lisa Antoni, Andreas Steppan, Wietske van Tongeren, die Vienna Strings, David e Mia, Einfach Flo, André Bauer sowie Iris Camaa und natürlich Maya Hakvoort.

An insgesamt 28 Abenden wird bis 15. September Musik aus den Genres Musical, Pop, Klassik und Swing geboten. Der „Konzertsaal“ setzt sich aus den verschiedenen Booten der Meine-Insel Bootsvermietung zusammen: www.meine-insel.at

Bild: © Sophie Scala

Bild: © David Bitzan

Panoramafoto mit den Vienna Strings. Bild: © Katharina Schiffl

Bereits in den vergangenen Jahren hat Bootsbauer  Martin Mai einzigartige Events aufs Wasser gebracht. Konzerte, Kabarettabende, Yogaeinheiten und andere Veranstaltungen haben auf der Alten Donau stattgefunden und für Aufsehen gesorgt. Möglich macht das eine Oktagon-Plattform, an die die Insel- und Sofaboote andocken. Als „Schubverband“ mit Platz für 84 Personen werden sie bei den Floating Concerts gemeinsam bewegt. „Nach dieser langen Kulturpause sehnen wir uns alle nach einem Programm der Extraklasse, das wir dank Maya Hakvoort heuer bieten. Ein einmaliges Akustikerlebnis und die einmalige Atmosphäre am Rande der Stadt, aber dennoch mitten in Wien sorgen für ein gelungenes Urlaubsfeeling“, so Martin Mai.

Neben dem stylishen Aussehen der fahrenden Eilande beeindruckt vor allem die Bauweise, denn alle Boote entspringen einem clever durchdachten Nachhaltigkeitskonzept. Strukturschaum aus recycelten PET-Flaschen bildet die Plattform, statt Glasfasern kommen Hanffasern zum Einsatz.

„Als mir Martin Mai 2020 von seinen Inselbooten und seinem schwimmenden Konzertsaal erzählte, war ich sofort Feuer und Flamme für dieses außergewöhnliche Projekt“, ergänzt Maya Hakvoort. Das Gleiten über das Wasser, die wunderschöne Musik, die untergehende Sonne und die Lichter der Stadt, machen die Floating Concerts zu einzigartigen romantischen Abenden, die man mit allen Sinnen erlebt. Während man mit fast 90 Personen über die Alte Donau gleitet, ist man seinem Publikum sehr nahe – ein wunderschönes Gefühl. Liebhaber der verschiedensten Musikgenres kommen auf ihre Rechnung – von Klassik bis Musical, von Swing bis zu portugiesischer Musik und vom Wiener Lied bis zu lateinamerikanischen Rhythmen. Es ist für alle etwas dabei“.

Lisa Antoni. Bild: © Katharina Schiffl

Zuseher vom Ufer … Bild: © Katharina Schiffl

… und auf anderen Inseln. Bild: © Sophie Scala

Maya Hakvoort. Bild: © Katharina Schiffl

Freuen darf man sich unter anderem auf: Maya Hakvoort & Martin Wöss: „Ich gehör nur mir: Die Kaiserin lädt ein“, Annemieke van Dam & Wietske van Tongeren: „The unDUTCHables”, Tini Kainrath & Fagner Wesley mit den selbst komponierten Wienerliedern „Im Woid am See“, Sandra Pires & Mario Berger mit den portugisieschen Melodien „Canto de Alegria”, extravangante Klassik vom Yury Revich Quartett: „Green music”, Lisa Antoni: „Tonight, Tonight”, das Shlomit Butbul 4tett mit „Wo Liebe ist, wird Frieden sein“, Ramesh Nair: „Fly me to the moon” und auch Andreas Steppan swingt.

Termine und Online-Buchung: www.meine-insel.at/floating-concerts

17. 7. 2021

10 Jahre theaterfink: Jubiläum der Vienna Street Puppets

Juli 9, 2019 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Mit Theresia K., dem Einedrahra und dem Lechner Edi

Theresia entsorgt ihren erschlagenen Ehemann (Walter Kukla) in der Buttn. Das Publikum marschiert mit. Bild: Hans-Georg Sedlak

Der theaterfink, Wiens einziges kontinuierlich spielendes Stationentheater im öffentlichen Raum, begeht sein Zehn-Jahres-Jubiläum. Und fliegt erstmals auch auf Landpartie. Gemeinsam mit dem Publikum wandern die Darsteller zu historischen Schauplätzen der Wiener Kriminalgeschichte und erzählen meist vergessene Ereignisse vor Ort. Durch Schauspiel, Puppenspiel und musikalischem Treibstoff werden so historische Begebenheiten lebendig und in Bezug zur Gegenwart gesetzt.

Zum Geburtstag ihrer „Straßengang“ lassen die Leiterinnen Susita Fink und Karin Sedlak die Highlights der vergangenen Jahre noch einmal aufleben. In der Inneren Stadt wird ab 12. Juli das „Abschiedslied der zum Tode verurteilten Theresia K** oder Als Resi ‘s Hackl zur Hülf’ holte!“ neu begangen (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=25243). Theresia Kandl, geboren am 10. Juni 1785, wuchs in Atzgersdorf bei Wien in einem angesehenen Elternhaus auf. Sie entwickelte sich zu einer außergewöhnlichen und aufmüpfigen Schönheit. Eine verbotene Liebschaft, ein uneheliches Kind und eine erzwungene Ehe später fand ihr turbulentes Leben ein jähes Ende. Als erste und einzige Frau wurde sie an der Hinrichtungsstätte „Spinnerin am Kreuz“ im Alter von nur 23 Jahren wegen Mordes an ihrem Gatten öffentlich gehängt …

Im Rahmen des Viertelfestivals Niederösterreich ist ab 2. August auf Schloss Kottingbrunn „Da Einedrahra kauft a Schloss!“ zu sehen. Peter Ritter von Bohr, angesehener Maler, Unternehmer, Aktionär, Bankengründer, Adeliger und Geldfälscher, eventuell auch Mörder, wird danach ab 16. August bei „Hin und Weg“ in Litschau sein Unwesen treiben, ab 24. August heißt es dann in Gallizien und Klagenfurt „Da Einedrahra hält Hochzeit!“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=21440).

Das „Einedrahra“-Ensemble. Bild: Joseph Vonblon

theaterfink-Leiterin Susita Fink. Bild: Susita Fink

Eva Billisich und die schöne Resi. Bild: Susita Fink

Viel Publikum fürs Straßentheater. Bild: Susita Fink

Als Neuinszenierung zeigen Susita Fink und Ensemble ab 9. September in Wien-Erdberg Jura Soyfers „Der Lechner Edi schaut ins Paradies“. Inhalt: Der Lechner Edi ist arbeitslos. Schuld daran ist der Motor, der ihn in seiner Fabrik ersetzt hat. Als er Rache an dem Motor üben will, offenbart ihm dieser, dass auch er ausrangiert wurde.  Schuld daran sind wiederum der Lechner Edi und seinesgleichen, da aufgrund der Wirtschaftskrise keiner mehr kauft. Gemeinsam mit Edis Freundin Fritzi begeben sich die beiden Arbeitslosen auf eine Zeitreise, um den wahren Schuldigen ausfindig zu machen. Aber wo nimmt das Übel seinen Anfang? Irgendwer muss doch immer Schuld haben.

theaterfink bringt nun Jura Soyfers im Jahre 1936 entstandenes Stück aufs Pflaster und zeigt, dass es nichts an Aktualität und politischer Brisanz eingebüßt hat.  Bespielt werden dabei historische Plätze aus der Jugend Jura Soyfers in Erdberg sowie Produktionsstätten und Betriebe, wo immer noch von Hand geschaffen wird. Es spielen Walter Kukla, Claudia Hisberger und Susita Fink, musikalisch begleitet von Walther Soyka.

Susita Fink und Karin Sedlak im Gespräch: www.mottingers-meinung.at/?p=25205

Videos:

www.youtube.com/watch?v=zADRAM-TN74

 

www.theaterfink.at

9. 7. 2019

Wiener Festwochen: CSSC/DADDA VIENNA EDIT

Juni 13, 2018 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Kunstblut und schlaffe Penisse

Film Still of CSSC/DADDA VIENNA EDIT. Bild: Edmund Barr. Courtesy of Paul McCarthy and Hauser & Wirth

Dass sein Werk von manchen als verstörend bis widerlich klassifiziert wird, damit treibt Paul McCarthy ganz offensichtlich seinen Spaß. Der US-Künstler, dessen Arbeiten Zeichnungen, Skulpturen, Aktionen und Performances, Performance-Videos, Filme und Installationen umfassen, immer aggressiv (selbst-)zerstörerisch und in der Regel sexuell provokativ, zählt zu den einflussreichsten Kunstschaffenden seiner Generation.

Entsprechend begeistert wurde er von Festwochen-Intendant Tomas Zierhofer-Kin begrüßt, als der Dirty Old Man im Gartenbaukino sein jüngstes Projekt „CSSC/DADDA VIENNA EDIT“ vorstellte. Dirty darf man sagen, denn Dreck ist eines von McCarthys Lieblingsworten, er beschreibt damit, wie er Elemente aus Politik bis Popkultur aus ihrem Kontext reißt und zu einem neuen zusammensetzt.

2019 wird McCarthy bei den Festwochen seine neue Schöpfung uraufführen, deshalb präsentierte er nun eine exklusive Montage dieses Projekts, an dem er mit Sohn Damon schon seit mehreren Jahren arbeitet. „Am Ende wird das Ganze 25 Stunden dauern“, feixt McCarthy. „Sie sehen nun vier von 65 Tagen der Geschichte.“ Worum’s geht? Knappe Antwort: „Alle haben Sex und sind irgendwann tot.“ Naja, nicht alle. Und was den Sex betrifft, bleibt’s bei der französischen Spielart. Geboten werden viel schlaffe Penisse und noch mehr Kunstblut. Das männliche Genital hat im Film nämlich keine gute Zeit. Es wird abgeschnitten, abgeschossen, abgebissen. Zwei Mal wird auch gefaked geschissen.

„CSSC/DADDA VIENNA EDIT“ orientiert sich am fundamentalen Mythos der Vereinigten Staaten, der Erschließung des Wilden Westens, weshalb McCarthy auch den Genreklassiker „Stagecoach“ aus dem Jahr 1939, Regie: John Ford, Hauptdarsteller: John Wayne, als Folie hernimmt. Im gezeigten Teil kommen allerhand klischierte Typen im Poodle House Saloon zusammen, übrigens einem Nachbau aus Rainer Werner Fassbinders melodramatischem Western „Whity“, um sich auf einen psychosexuellen Selbsterfahrungstrip zu begeben. Der Bordellbesitzer ist ganz klar ein Donald-Trump-Lookalike, Nancy Reagan tritt auf, Andy Warhol, der aber mehr wie eine männliche Marilyn Monroe wirkt, Minnie Maus und Heidi, John Wayne selbstverständlich, und zur „Bonanza“-Musik auch die gesamte Familie Cartwright.

So beginnt ein Spiel mit Realitäten und Möglichkeiten, mit dem Un- und dem Unterbewussten, mit Hoch- und Subkultur, Szenen wiederholen sich bis zum Geht-nicht-mehr – und nehmen doch immer denselben Ausgang. McCarthys Kunst seltsam subversiv zu nennen, trifft’s wohl so ziemlich. Die 90 Minuten zerren an den (Magen-)Nerven, auch durch den überlauten Ton, der sich Stoß für Stoß ins Gehirn hämmert. Mit den Mitteln der Satire und der Karikatur, mit seinen absurden Charakteren und deren anarchistischen Handlungen, verwandelt McCarthy seinen Film in eine Farce auf den American Way of Life. Und der ist bei ihm weder so sauber glatt noch so scheinbar politisch korrekt, wie es die offiziellen USA gern hätten. Der Film „Stagecoach“ trug in der deutschsprachigen Fassung den Titel „Höllenfahrt nach Santa Fe“. Dem kann man sich, was den ersten Akt der Vienna Edit betrifft, nur anschließen. Man ist gespannt, was Paul McCarthy im kommenden Jahr zeigen wird.

www.festwochen.at

  1. 6. 2018

KlezMore Festival Vienna: Drei Tipps aus dem Programm

November 4, 2016 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Sogar Esther Bejarano kommt nach Wien

Afenginn. Bild: Soeren Solkaer

Afenginn. Bild: Soeren Solkaer

Am 5. November startet die diesjährige Ausgabe des KlezMore Festival Vienna. Im Zentrum stehen diesmal Konzerte, die eine breite Bestandsaufnahme lokaler und globaler Auslegungen des Genres und der Musikkultur des Klezmer erlauben, mit Platz für Traditionspflege ebenso wie für Innovation. Denn wie stets spannt KlezMore-Mastermind Friedl Preisl einen packenden programmatischen Bogen durch die Szene.

Drei Programmtipps:

Afenginn. 9. November, Reigen. Die 2002 gegründete dänische Band kommt  mit einem ganz speziellen Album im Gepäck nach Wien: „Opus“. Schon mit „Lux“ im Jahr 2013, wandten sich Afenginn um Bandleader Kim Nyberg von ihrem angestammten Sound ab, dem international gefeierten „Bastard Etno“. Nyberg konzipierte „Opus“, mit vielen Gastmusikern eingespielt, wie eine klassische Sinfonie – vier Sätze, jeweils zwanzig Minuten lang, verbunden durch wiederkehrende Motive und Rhythmen. Anspruchsvoll und mitreißend bewegt „Opus“ mit leisen Tönen ebenso wie mit seinen wilden, überbordenden oder hymnischen Momenten. www.afenginn.dk

Sasha Lurje & Daniel Kahn. 16. November, Kirche am Gaussplatz. Als ausgewiesene Spezialisten für Sehnsucht und deren musikalische Manifestationen haben diese beiden umtriebigen Künstler ein eigenes Programm zusammengestellt. Schöne, böse Lieder, voller Liebeskummer, Wollust, Mord und Angrenzendem, zum Totlachen, in Deutsch, Englisch, Jiddisch, Ukrainisch und Russisch. Von Nick Cave-Klassikern bis hin zu russischen Balladen. sashalurje.wixsite.com/sasha

Sasha Lurje & Daniel Kahn. Bild: Sanguisugus

Sasha Lurje & Daniel Kahn. Bild: Sanguisugus

Nikitov. Bild: Dordrecht

Nikitov. Bild: Dordrecht

Nikitov. 17. November, Sargfarik. Als „chilliger Jiddpop“ wurde der Sound von Nikitov um Sängerin Niki Jacobs beschrieben, was der vergnüglichen Klang-Kunst des Quintetts durchaus gerecht wird. Nikitov können Traditionelles, „Tumbalalaika“ oder „Bay mir bistu sheyn“, ebenso wie pfiffig-poppige Eigenkompositionen. Eine Köstlichkeit sind Nikitovs Übertragungen von Klassikern, „Stairway to Heaven“ wird zu „A Fisbank im Himl“ oder „Ain´t no Sunshine“ zu „Nit keejn zoensjain“. www.nikitov.com

Das Festival-Highlight:

Esther Bejarano & Microphone Mafia. Bild: Kutlu Yurtseven

Esther Bejarano & Microphone Mafia. Bild: Kutlu Yurtseven

Wird die Gala am 19. November im HdB Rudolfsheim mit Esther Bejarano & Mircophone Mafia. Mit diesem Abend meldet sich Esther Bejarano, 91-jährige Auschwitz-Überlebende – sie spielte im dortigen „Mädchenorchester“ – nachdrücklich zu Wort. Zum Auftakt liest sie, anmoderiert von Christian Schüller, aus ihren Über/Lebens-Erinnerungen. Danach tritt sie mit ihrem Sohn Joram und der aus Köln stammenden Rap-Truppe Microphone Mafia auf. 2009 veröffentlichte die Familie Bejarano gemeinsam mit den HipHoppern das Album „Per La Vita“, 2013 folgte „La Vita Continua“, eindrucksvolle musikalische Manifestationen davon, wie wichtig es ist, der Unmenschlichkeit in all ihren Formen Widerstand zu leisten, nicht zuletzt durch das Bewahren von Lebensfreude und Optimismus. „Es ist Zeit für einen Aufschrei von uns allen, einen unüberhörbaren, lauten Aufschrei, der bis in den letzten Winkel unseres Landes und der ganzen Welt widerhallt. Der Satz ,Wehret den Anfängen!‘ ist längst überholt! Wir sind mittendrin!“ www.microphone-mafia.com

klezmore-vienna.at

Wien, 4. 11. 2016

ImPulsTanz: Erste Programmhighlights

März 23, 2016 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Anmeldung zu den Ausbildungsprojekten ab sofort

Sankai Juku: Meguri – Teeming Sea, Tranquil Land Bild: © Sankai Juku

Sankai Juku: Meguri – Teeming Sea, Tranquil Land
Bild: © Sankai Juku

Ab 14. Juli präsentiert das ImPulsTanz – Vienna International Dance Festival wieder große internationale Produktionen. Viel Prominenz, aber auch Neues und Unerprobtes sorgen im Performanceprogramm und in den mehr als 200 Workshops und Research Projekten dafür, dass der zeitgenössische Tanz auf und hinter den Bühnen die ganze Stadt bewegt.

Unter den ersten Highlights findet sich Anne Teresa De Keersmaeker und ihre Compagnie Rosas mit zwei Stücken. Die flämische Tanzkoryphäe und langjährige Wegbegleiterin des Festivals steht in ihrer jüngsten Produktion „Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“ gemeinsam mit Rosas-Tänzer Michaël Pomero und der Flötistin Chryssi Dimitriou selbst auf der Bühne. In ihrem Trio „Verklärte Nacht“ brilliert indes die Ausnahmetänzerin und beliebte ImPulsTanz-Workshop-Dozentin Samantha Van Wissen zu Arnold Schönbergs Musik, dirigiert von Pierre Boulez, und Richard Dehmels Gedicht.

Ebenso aus Flandern kündigen sich die Needcompany und Choreograf Wim Vandekeybus und seine Compagnie Ultima Vez an. Die bereits 1999 bei ImPulsTanz aufgeführte Performance „In Spite of Wishing and Wanting“, zu der Talking Heads Gründer David Byrne den Sound kreierte, kehrt nach über 15 Jahren mit neuem Cast nach Wien zurück. Mit im Gepäck: Vandekeybus’ jüngster Bühnenerfolg „Speak low if you speak love …“ Acht grandiose Tänzer, die begleitet werden von Mauro Pawlowskis Band und der südafrikanischen Interpretin Tutuo Puoane, rasen auf tänzerisch höchstem Niveau durch einen der Liebe gewidmeten Abend. Parallel dazu zeigt Allroundkünstler Vandekeybus seinen Spielfilm „Galloping Mind“ im Metro Kinokulturhaus.

Zu den weiteren Stars zählen die franko-kanadische Choreografin Marie Chouinard, die anlässlich des 500. Todestages von Hieronymus Bosch ihre neue Compagniearbeit „Hieronymus Bosch: The Garden of Earthly Delights“ zur Aufführung bringt. Der Flamenco-Star Israel Galván zeigt „Fla.Co.Men“ und Butoh-Koryphäe Ushio Amagatsu aus Japan gastiert mit seiner berühmten Compagnie Sankai Juku.

Tanz und Performance treffen bei ImPulsTanz auch dieses Jahr auf bildende Kunst. Das Festival setzt seinen Weg der Zusammenarbeit mit bedeutenden österreichischen Museen fort und bringt überdies mit Tino Sehgal einen der bedeutendsten Vertreter an der Schnittstelle beider Genres an den Start. Der deutsch-britische Künstler präsentiert ein speziell für ImPulsTanz 2016 konzipiertes Projekt, „Encounters—under—Construction“, das sich weltweit erstmalig in Wien erprobt. Im Fokus einer fünfwöchigen Reihe stehen höchst unterschiedliche Austauschformate, die es Künstlern aus Tanz, Performance und bildender Kunst ermöglichen, relevante gesellschaftliche und künstlerische Fragen unserer Zeit zu reflektieren: unter anderem mit Jérôme Bel, Boris Charmatz, Maria Hassabi, Philippe Parreno, Rachel Rose und Meg Stuart.

Workshops und Ausbildungsprojekte

Neben dem Performanceprogramm lädt das Festival sein Publikum selbst zum Tanz und zelebriert von früh bis spät zeitgenössische Lebenskultur: ob bei Live-Konzerten und DJ-Nights in der ImPulsTanz festival lounge im Burgtheater Vestibül oder bei einem der mehr als 200 Workshops in den Studios im Wiener Arsenal, wo 150 Dozenten und Choreografen aus der ganzen Welt ihr Wissen mit Anfängern und Profis teilen. Dazu gibt es die beliebten Ausbildungsprojekte. Diese Jahr bieten Alito Alessi, Gründer und Direktor von DanceAbility, im Rahmen des Festivals einen einmonatigen Lehrgang zum DanceAbility Trainer an, keine Vorkenntnisse erforderlich! Ismael Ivos höchst erfolgreiches Ausbildungsprogramm „Biblioteca do Corpo“ geht in seine vierte Runde und das neu ausgerichtete Trainingsprogramm „Atlas – Creating Dance Trails“ bietet jungen Tanzschaffenden Studioräumlichkeiten für Researcharbeiten und zur Stückentwicklung, parallel dazu individuelle Trainingsprogramme, den Besuch internationaler Produktionen und den Austausch mit Künstlern aus 100 Ländern. Die Anmeldung zu den Ausbildungsprojekten ab sofort online möglich.

www.impulstanz.com

Wien, 23. 3. 2016