Die „Vorstadtweiber“ erobern ORF eins

Januar 8, 2015 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Neue Gesellschaftssatireserie mit Gerti Drassl, Maria Köstlinger, Martina Ebm, Nina Proll und Adina Vetter

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Dort, wo einst die „Desperate Housewives“ die Wisteria Lane unsicher gemacht haben, ist ab 12. Jänner  (jeweils am Serienmontag in ORF eins um 20.15 Uhr bzw. zum Auftakt in einer Doppelfolge auch um 21.10 Uhr) serienweise Frauenpower in Wiens grünen Nobelbezirken angesagt. Eigentlich könnte es den fünf „Vorstadtweibern“ Gerti Drassl, Maria Köstlinger, Martina Ebm, Nina Proll und Adina Vetter in ihrer vermeintlich heilen Wohlstandswelt gar nicht besser gehen – bis eine von ihnen ganz plötzlich von der kalten Realität eingeholt wird und damit für alle von ihnen die Fassade zu bröckeln beginnt. Und damit ist in der titelgebenden Vorstadt die Hölle los.

Die „Vorstadt“ in der neuen Gesellschaftssatire komplettieren als ihre männlichen Pendants Juergen Maurer, Simon Schwarz, Bernhard Schir und Lucas Gregorowicz. In weiteren Rollen spielen unter anderem Xaver Hutter, Sandra Cervik, Proschat Madani, Gertrud Roll, Johannes Nussbaum und Philipp Hochmair. Regie bei diesen zehn Folgen führten Sabine Derflinger und Harald Sicheritz. Für die Drehbücher zeichnet Uli Brée verantwortlich. Die zweite Staffel ist übrigens bereits in Arbeit.

Gerti Drassl: „Das Blatt wird sich wenden“

Gerti Drassl schlüpft in die Rolle von Maria Schneider. Maria Schneider ist die Hüterin des bürgerlichen Lebens und der heilen Welt. Langsam muss sie jedoch feststellen, dass ihr Familienglück mit Ehemann (Juergen Maurer) und Sohn (Johannes Nussbaum) nur vermeintlich ist und es unter der Oberfläche gefährlich brodelt. Dennoch ist sie fest entschlossen, ihre Ehe zu retten – und entdeckt dabei ganz neue Seiten an sich. Denn „stille Wasser sind tief“. Drassl über ihre Rolle: „Ich spiele Maria Schneider, bin verheiratet, habe einen Sohn, wir leben alle zusammen mit meiner Schwiegermutter unter einem Dach und führen ein scheinbar gutes Leben. Nach außen hin mache ich gute Miene zum etwas traurigen Spiel, doch irgendwann fällt mein eigenes Kartenhaus zusammen. Am Anfang muss Maria sehr viel aushalten, aber das Blatt wird sich wenden.“ Was sich Drassl für die Serie wünscht? „Dass die ‚Vorstadtweiber‘ zu Hause gut ankommen und dass sich das Publikum mitfreuen und darüber lachen kann. Ich glaube, dass diese Figuren Geschichten erzählen, die wirklich passieren und dass sich so mancher vielleicht damit identifizieren kann. Wenn man sieht, dass man nicht allein mit seinem Schicksal ist, sondern es noch jemanden gibt, dem es genauso geht, macht das auch Mut.“

Maria Köstlinger: „Das ist einfach ein Geschenk für einen Schauspieler“

Maria Köstlinger spielt Waltraud Steinberg: kultiviert, gebildet, alter Adel. Zumindest was ihre Ehe betrifft, sieht sie der Realität knallhart ins Auge und weiß genau, dass das, was sie und ihren Mann (gespielt von Simon Schwarz) verbindet, nicht mehr als das ist: Er hat das Geld, sie hat den Adel, und „Liebe wird grundsätzlich überbewertet“. Maria Köstlinger über ihre Rolle: „Es sind so tolle Charaktere, und das Besondere an allen Figuren ist, dass es spannend ist, wie es mit ihnen weitergeht. Es gibt sehr viel an meiner Figur, das ganz klar und direkt ist, Waltraud ist eine wirklich toughe Frau, aber ich weiß, dass da noch das eine oder andere kommen wird. Und genau das ist in den verschiedenen Figuren so schön geschrieben, dass es zu bröckeln anfängt und der Fall sehr hoch sein kann – und das ist einfach eine Geschenk für einen Schauspieler.“ Und weiter über die Serie: „Ich finde es unglaublich toll, dass es so viele Figuren und Stränge gibt und man trotzdem das Gefühl hat, mit jeder und jedem mitzugehen und wissen zu wollen, wie es weitergeht. Das finde ich großartig, denn das ist gar nicht leicht, dass jede Figur in einer einzelnen Folge auch ihren Platz findet. Ich finde es lustig, spannend und berührend und hoffe, dass es den Zusehern genauso geht wie mir.“

Martina Ebm: „Alle Figuren verbindet ein Geheimnis“

Martina Ebm ist in der Rolle von Caroline Melzer zu sehen, dem Küken unter den Frauen. Sie ist verheiratet mit dem um vieles älteren Banker Hadrian (Bernhard Schir) – und es fällt ihr nicht immer leicht, sich ihm und seinen Kindern aus erster Ehe gegenüber zu positionieren, so sehr sie die Annehmlichkeiten ihres Luxuslebens auch genießen mag. „Trotz dieser und anderer Klischees darf man nicht vergessen, den Mensch dahinter zu sehen. Es ist sicher nicht einfach für die 28-jährige Caro, einen 55-Jährigen zu verheiraten. Vielleicht hatte sie auch andere Pläne für ihr Leben. Man sollte es auch von der anderen Seite durchleuchten. Frauen verlieben sich – und das kann auch ein älterer Mann sein“, so Ebm über ihre Rolle. So unterschiedlich die „Vorstadtweiber“ auch sein mögen, gibt es doch etwas, das sie miteinander verbindet: „Ein Geheimnis. Alle Figuren verbindet ein Geheimnis, das sich zur letzten Folge der ersten Staffel hin zuspitzt. Da darf man sehr gespannt sein.“

Nina Proll: „Das Leben kann noch viel grausamer sein als die Fiktion“

Nina Proll spielt Nicoletta Huber, die als Nobelboutiquenbesitzerin der soziale Mittelpunkt und das Working Girl unter den Damen ist. Proll über die Serie: „Ich glaube schon, dass wir in unserer Darstellung eine gute Auswahl getroffen. Ich kann da durchaus Wahrheiten erkennen und mich mit der einen oder anderen identifizieren und mitgehen. Doch wie das Leben uns oft lehrt, kann das Leben noch viel grausamer sein als die Fiktion. Es gibt oft Dinge, die einem begegnen oder die man hört, von denen man sagt, dass es einem niemand glauben würde, wenn man sie in ein Drehbuch schreiben würde. So ist es auch mit unserer Geschichte, und wahrscheinlich gibt es noch viel schlimmere Abgründe, als wir sie zeigen. Wir versuchen, der Gesellschaft einen Spiegel entgegenzuhalten.“

„Vorstadtweiber“ ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand und auch als Live-Stream abrufbar.

Wien, 8. 1. 2014

Burgtheater: Dantons Tod

Oktober 22, 2014 in Bühne

Diese Besprechung bezieht sich auf die Voraufführung am 21. Oktober.

VON MICHAELA MOTTINGER

Duell zweier Theatertitanen

Joachim Meyerhoff (Georges Danton), Michael Maertens (Robespierre) Bild: Reinhard Werner, Burgtheater

Joachim Meyerhoff (Georges Danton), Michael Maertens (Robespierre)
Bild: Reinhard Werner, Burgtheater

Sie mögen von der Bühne gegangen sein, um das eine oder andere noch zu diskutieren. Etwa, wie man es verhindern kann, dass „St. Just“ Fabian Krüger mit dem Stiefel in Dantons am Boden liegender Perücke hängen bleibt – und diese minutenlang nicht los wird. Es war aber auch ein Sinnbild. Oder, dass ein Bühnenarbeiter die Gewänder der Exekutierten zusammenräumen musste, damit eine goldene Wand sich senken kann. Egal. Jan Bosses Inzenierung von Georg Büchners „Dantons Tod“ am Burgtheater ist großartig. Und sie kann bis zur Premiere am Freitag nur noch großartiger werden.

Wer mehr noch nicht wissen möchte, möge hier aufhören zu lesen!

Allein das Bühnenbild von Stéphane Laimé (Kostüme: Kathrin Plath) ist herausragend. Ein sich beinah – bis auf Prozess und Kerkerhaft – ständig drehendes Ringelspiel  mit Treppen wie von M. C. Escher, mit Spiegelkabinetten, Boudoirs für die Liebe, Kammern mit Gerichtsakten, einer Badewanne natürlich, die Guillotine in der Mitte des Raums … und einem Joachim Meyerhoff in der Haupt-Rolle als Danton, der in die Gegenrichtung langstreckenläuft. Gegen die Geschichte. Gegen die Zeit. Gesicht und Oberkörper mit einer weißen Klebmasse beschmiert. Abertausend Ideen scheinen durch Bosses Kopf gerast zu sein. So wie man den Regisseur kennt und liebt. Etwa ein von St. Just „geleiteter“ Kinderchor, der immer wieder die Marseillaise anstimmt – und das „Allons enfants“ wörtlich nimmt, wenn die kleinen Sängerinnen und Sänger als Revolutionäre mitten durchs Publikum auf die Bühne stürmen.

Zwischen all diesen Gimmicks hat Bosse das Wesentliche aber im Blick behalten. „Dantons Tod“ ist ein Lehrstück über Despotismus. Darüber, wie Revolution zu Diktatur führt. Wie es jede seit 1789 tat, was Büchner freilich nicht wissen konnte. Nur 22 Jahre alt fetzte er „Dantons Tod“ in fünf atemlosen Wochen hin. Der Dichter stand damals, 1835, völlig zu Recht unter dem Verdacht des Hochverrats. Er hatte im Hessischen Landboten sein berühmtes Manifest „Friede den Hütten, Krieg den Palästen“ veröffentlicht. „Die politischen Verhältnisse können mich rasend machen. Das arme Volk schleppt geduldig den Karren, worauf die Machthaber und die Liberalen ihre Affenkomödie spielen“, formulierte Büchner. All das lässt Bosse in seine Bearbeitung einfließen. Auch, dass George (Danton) von den Mitspielern Georg (Büchner) genannt wird und die beiden so gleichgesetzt werden. Auch, Achtung: Jung-Castorf, Großmutters „Es war einmal ein arm Kind und hat kein Vater und keine Mutter, war alles tot und war niemand mehr auf der Welt … Und war ganz allein, und da hat sichs hingesetzt und geweint, und da sitzt es noch und ist ganz allein“ aus Woyzeck, vorgetragen von Ignaz Kirchner. Der auch den Thomas Payne gibt, einen der Gründerväter der Vereinigten Staaten von Amerika, der mit Danton den girondistischen Verfassungsentwurf ausarbeitet, der allerdings nicht in Kraft trat. Er entging durch einen Zufall der Enthauptung. Er glaubte, dass wahre Religion darin bestehe, Gerechtigkeit zu üben, Erbarmen zu haben und seine Mitmenschen glücklich zu machen: „Die christliche Religion ist eine Parodie auf die Sonnenanbetung, in welcher sie eine Figur namens Christus an die Stelle der Sonne setzten und ihm jetzt die Verehrung zukommen lassen, die ursprünglich der Sonne galt.“

Doch mit Sonnenkönig und so hatten die Franzosen ihre Schwierigkeiten, deshalb gibt Michael Maertens den Blutmessias Robespierre, der alle seine alten Freunde und Wegbegleiter, seine Apostel, kopflos macht. Bosse hat Maertens und Meyerhoff wunderbar gegen den Strich besetzt, holt beide aus ihrer Burgschauspielerwohlfühlzone, lässt sie neue Facetten ihres Könnens zeigen. Eine der besten Szenen daher die Auseinandersetzung zwischen den beiden. Meyerhoff legt seinen Danton weniger als Epikureer an; er ist resignativ, politik- und lebensüberdrüssig, mittelschwer irre, aber das ist sicherlich so, wenn man dabei ist, den Kopf zu verlieren, und sich trotzdem in einen trügerischen Kokon der Unverwundbarkeit eingesponnen glaubt: „Mein Name!“ Maertens „Robespierre“ erscheint lange nur auf Leinwand, ein riesiger, via Livekamera gefilmter Kopf, ein jakobinischer Big Brother, der Asket, der mit unangenehm hoher Fistelstimme seine Wahrheit verkündet. Zwei begnadete Redner, der eine vom anderen „Polizeisoldat des Himmels“ genannt, der andere beschuldigt, „die Rosse der Revolution vorm Bordell halten lassen machend“. Robespierre wurde übrigens 1794 ohne vorherigen Prozess durch die Guillotine enthauptet, Saint-Just bestiegt mit ihm gemeinsam das Schafott.

Fabian Krüger spielt St. Just als Intriganten, als unscheinbares Priesterlein seines Herrn, der die „große Leiche“ Danton mit Anstand begraben will, weil sie ihm lebend zu eloquent ist. Seine Rede vor dem Kovent ist ein Gustostück. Seine Worte duften nicht mehr nach Menschenliebe, sondern stinken wie Leichen, aus deren Bergen er neue Lebende schaffen will. Vom Himmel regnet es Pamphlete, Kleidungsstücke … Man kann nicht umhin bei dieser Gewandlawine ans Dritte Reich und seine KZs zu denken …

Auf der anderen Seite stehen Peter Knaack als Camille Desmoulins und Daniel Jesch als Lacroix, die ihren Freund Danton aus seiner hysterischen Lethargie reißen wollen. Die endlich Republik statt Revolution wollen. Die genug haben vom „Köpfen spielen“. Auch ihre werden gemeinsam mit Dantons im Korb landen. Eine gelungene Darstellung! Ebenso wie die von Adina Vetter als Dantons verzweifelter Ehefrau Julie. Eine Verausgabung bis zur Selbstaufgabe. Julie und die von Aenne Schwarz verkörperte Lucile, Desmoulins Frau, werden ihren Männern freiwillig in den Tod folgen. Jasna Fritzi Bauer ist eine herrliche Hure Marion; Stefan Wieland und Hermann Scheidleder zwei blutdürstige Bürger.

Fazit: Eine fabelhafte Voraufführung. Man darf sich zu Recht auf die kommenden Vorstellungen freuen.

www.burgtheater.at

Wien, 22. 10. 2014

ORF: Vorstadtweiber

August 18, 2014 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Dreharbeiten zu neuer Gesellschaftssatireserie

Bild: Petro Domenigg

Bild: Petro Domenigg

„Etwas Ungewöhnliches, Unkonventionelles, Mutiges“ – genau darauf darf sich das Fernsehpublikum freuen, wenn Drehbuchautor Uli Brée Geschichten von und um die „Vorstadtweiber“ erzählt, die derzeit in der gleichnamigen ORF-Gesellschaftssatireserie in Wien verfilmt werden. Denn in der titelgebenden „Vorstadt“ ist die Hölle los: So ein bisschen zwischen „Desperate Housewives“ und „Suburgatory„. Schließlich ist auch in einer vermeintlich besseren Gesellschaft nicht alles Gold, was glänzt. Und je höher man einmal ist, umso tiefer dann auch der Fall. Die Besetzung ist exquisit: Von den Burgtheaterschauspielern Adina Vetter und Lucas Gregorowicz über die Josefstädter Gerti Drassl,  Maria Köstlinger und Sandra Cervik bis zu Simon Schwarz, Martina Ebm, Bernhard Schir, Nina Proll, Proschat Madani Juergen Maurer, Xaver Hutter, Gertrud Roll, Johannes Nussbaum und Philipp Hochmair. Regie bei diesen zehn 45-minütigen Folgen führte beim ersten Drehblock Sabine Derflinger. Zu sehen ist die MR-Film-Produktion voraussichtlich 2015 in ORF eins.

Gerti Drassl spielt Maria Schneider, Ehefrau und Mutter eines 16-jährigen Sohnes, die alle gemeinsam mit der Schwiegermutter unter einem Dach leben. Über die Serie: „Es geht stark um Masken innerhalb der Gesellschaft, darum, was ich repräsentieren möchte und wie es mir wirklich geht. Das betrifft auch ganz stark meine Figur, und so muss Maria einen Weg zu sich hin finden. Das zu entdecken und zu spielen ist für mich sehr spannend. Und dabei sehe ich auch vieles, was ich bis jetzt noch nicht gekannt habe, oder etwas, das ich zwar schon gekannt habe, aber nun mit anderen Augen sehe. Das ist auch eine der besonderen Qualitäten dieser Serie, hinter die Fassaden blicken zu können, zu sehen, was man nach außen hin repräsentiert und was man sein will.“

Maria Köstlinger spielt die aus altem Adel stammende Waltraud Steinberg: „Die Walli, Waltraud, ist eine unendlich direkte Person, die immer das sagt, was sie denkt, das auch sehr frech, manchmal sogar unter der Gürtellinie. Sie ist eine, die sich auch alles nimmt, wenn sie es braucht, sich nichts schenkt – und auch wirklich davon überzeugt ist, dass man so durchs Leben gehen kann. Mit ihrem Mann führt sie eine recht eigene Beziehung, einen Machtkampf, der, wenn man hinschaut, vielleicht nicht ganz so nett aussieht – und trotzdem eine anscheinende gewisse Anziehung für beide hat.“ Ob es im Leben Extremsituationen braucht? „Ich befürchte, dass es viele Dinge gibt, die im Leben passieren müssen, um wirklich über sich selbst hinaus wachsen zu können. Ich glaube, dass der Mensch so strukturiert ist, dass immer erst etwas passieren muss und die Alarmglocken läuten müssen. Und bei den ‚Vorstadtweibern‘ ist es offensichtlich auch so.“

Nina Proll über ihre Rolle: „Ich spiele Nicolette Huber, eines von den ‚Vorstadtweibern‘, die eigentlich die Einzige ist, die als Boutiquenbesitzerin einen wirklichen Beruf ausübt, die selbstständig und nicht von einem Mann abhängig ist. Sie hat ein Verhältnis mit einem verheirateten Mann, und ihr großes Thema ist, die erste Frau im Leben dieses Mannes zu werden und nicht die Zweite zu bleiben.“ Ob Druck tatsächlich nötig ist, um über sich hinauszuwachsen? „Man braucht Extremsituationen, um sich selbst kennenzulernen, das glaube ich schon. In Extremsituationen erfährt man etwas über sich, über seine Ängste, sein Können, seine Fähigkeiten. Manchmal wächst man dann über sich hinaus. Manchmal scheitert man daran.“

Wie sich das Frauenbild in dieser Gesellschaftssatire zusammenfassen lässt? „Natürlich sind diese Frauen, die wir darstellen, Klischees. Alles ein bisschen überzeichnet, aber Klischees entstehen ja auch oft aus einem bestimmten Grund, weil es einen Kern von Wahrheit gibt. Und ich glaube, dass es diese Art von Frauen, die sich stark über den Mann definieren, immer gegeben hat und auch immer geben wird, dass jede Frau ein bisschen davon in sich trägt und man sich diese Identität als Frau erkämpfen und bewahren muss. Das ist für Männer offenbar viel selbstverständlicher als für Frauen.“

Martina Ebm spielt Caroline Melzer, das Nesthäkchen unter den „Vorstadtweibern“: „Die Caro ist eine Frau, die sehr bodenständig ist, und weiß, was sie will. Gut verheiratet und gleichzeitig auch sehr umtriebig. Sie ist noch sehr jung und hat einen Mann, der einiges älter ist. Das ist nicht immer leicht für sie.“ Ob es Ähnlichkeiten zwischen Rolle und Person gibt? „Man sucht natürlich immer etwas, das einen mit der Figur verbindet, aber es ist auch spannend, die Figuren zu spielen, die nichts mit einem selbst gemeinsam haben – und da finde ich auch sehr viele Anknüpfungspunkte.“ Was sich die Zuseher erwarten dürfen? „Die Serie ist sehr witzig, spontan und modern – auf eine ganz eigene Art.“

Adina Vetter über ihre Rolle der von ihrem Ehemann verlassenen, mittellosen Sabine Herold: „Ich bin eines der ‚Vorstadtweiber‘ – oder eher ein ehemaliges ‚Vorstadtweib‘. Ich komme wieder dazu, weil ich ausgestoßen wurde. Rausgeschmissen vom Ehemann, weil er eine Neue hat, kein Geld, weil ich keinen Ehevertrag gemacht habe. Ich habe ja aus Liebe geheiratet – das macht man nicht. Und jetzt stehe ich da mit einem Koffer und ein paar Schuhen.“

Proschat Madani, die derzeit auch für die dritte Staffel der ORF-Serie „CopStories“ vor der Kamera steht, spielt die Anwältin Tina. Was sich das Publikum von den „Vorstadtweibern“ erwarten darf? „Schräge Figuren, eine sehr komplexe und spannende Geschichte mit vielen Wendungen, vielen Überraschungen, vielen Geheimnissen und viel Unterhaltung, Spaß und Humor. Diese große Kunst des Drehbuchs und die Figuren, die eigentlich ziemlich schreckliche und grausige Dinge machen, die man aber trotzdem mag. Man erkennt sich sicher auch in einigen wieder. Und das ist, glaube ich, das Spannende daran.“ Ähnlich sieht das auch Sandra Cervik in der Rolle der Haushälterin Helga Pariasek: „Jeder von uns hat Geheimnisse.“

Juergen Maurer, der den Immobilienmakler Georg Schneider und Marias Ehemann spielt, über die Produktion: „Das Spannende an der Serie ist, dass es etwas Neues ist in der österreichischen Fernsehlandschaft, dieses satirische Bild auf ein anderes, soziales Segment, als es bis dato in solchen und ähnlichen Formaten bedient wurde. Nicht ‚Kaisermühlen Blues‘ und nicht ‚Ein echter Wiener geht nicht unter‘, sondern tatsächlich zwei, drei Etagen drüber. Die Hautevolee, die oberen Zehntausend und ihre Abgründe in privaten wie beruflichen Belangen. Lüge, Betrug, Korruption. Finster, ganz finster. Aber die Figuren sind alle auf eine Art und Weise Sympathieträger, weil sie zutiefst menschlich sind mit ihren kleinen und großen Krawallen, die sie haben. Sie sind fehlerbehaftet, wie wir alle – und außerdem zutiefst korrupt. Bis auf die Knochen. Aber wir siedeln auch in einem etwas höheren sozialen Segment an, und da soll es das ja geben.“ Doch einmal bei den oberen Zehntausend angekommen, ist die Fallhöhe auch umso größer: „Es geht moralisch ganz runter. Es wird kriminell, es geht politisch und geschäftsmäßig bis in die allerbösesten Korruptionskanäle. Und Georg Schneider ist ein Seiltänzer über einem sehr hohen Abgrund, der sich eine Situation gebaut hat, die derartig riskant und brisant ist, dass man geneigt ist, sich wegzudrehen und sich zu fragen ‚Um Gottes willen, wo soll das hinführen?‘. Und da geht es dann auch schnurgerade in die Katastrophe.“

Bernhard Schir steht als Bankdirektor Hadrian Melzer und Carolines Ehemann vor der Kamera: „Ich glaube, das Schöne an diesen zehn Folgen ist, dass es ein kleines Sittengemälde ist. Mit sehr viel Humor, mit sehr viel Boshaftigkeit, Zynismus, kaputten Paaren – und trotzdem mag man die alle.“ Ähnlich sieht das auch Simon Schwarz, der Josef Steinberg, Ministerialrat und Waltrauds Ehemann, spielt: „Mir gefällt es sehr gut, weil es sehr böse ist, weil alle böse sind. Aber nein, so korrupt und ständig korrupt ist meine Figur nicht. Unmoralisch vielleicht, bis zu einem gewissen Grad, und vielleicht einmal korrupt. Da muss ich die Figur in Schutz nehmen. Und unmoralisch ist Josef Steinberg auch nicht mehr als seine Frau. Das hält sich die Waage.“

Regie beim zweiten Drehblock führt nach Sabine Derflinger nun Harald Sicheritz: „Ich glaube, dass die ‚Vorstadtweiber‘ ein sehr gelungenes Sittengemälde sind. Von der Zeit, in der wir leben, von dem Moralgebäude, in dem wir leben. Und insofern macht es großen Spaß, weil ich denke, dass Humor, schwarzer Humor, und Satire die besten Waffen gegen Misanthropie sind. Und ich glaube, dass es jedem Menschen guttut, einen Spiegel vorgehalten zu kriegen – genau das versuchen wir hier. Dass man sich entrüsten kann über Dinge, die man selber lebt. Das ist ja was Charmantes, finde ich. Und die Botschaft ist ganz sicher, dass Moral und menschliche Würde gar nicht so leicht zu erreichen und zu erhalten sind.“

Drehbuchautor Uli Brée, der übrigens selbst als Anwalt vor der Kamera steht, erzählt: „Wir erzählen sehr brüchige, keine konventionellen, linear gebauten Figuren. Der Böse ist nicht der Böse – und der Gute ist nicht der Gute. Der Böse hat schöne und schlechte Seiten und der Gute genauso. Jeder ist gut und schlecht. Und jeder ist bemitleidens-, liebens-, bedauerns- und verachtenswert. Für mich ist es gerade das Spannende, Figuren zu entwickeln, die Ecken und Kanten haben, die auch Dinge tun, die nicht nachvollziehbar sind, denn wenn wir ehrlich sind, machen wir das auch oft. Das hängt nur davon ab, aus welcher Perspektive heraus man es betrachtet. Und ich will Menschen zeigen, die all diese Farben und Facetten in sich tragen.“

wien.orf.at/news/stories/2663233/

Wien, 18. 8. 2014

Akademietheater: Das Geisterhaus

Februar 3, 2014 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Mehr Schein als Sein

Sabine Haupt, Aenne Schwarz, August Diehl, Adina Vetter, Caroline Peters Bild: Georg Soulek, Burgtheater

Sabine Haupt, Aenne Schwarz, August Diehl, Adina Vetter, Caroline Peters
Bild: Georg Soulek, Burgtheater

Wenn das Burgtheater verlautbart, künftig eine Produktion einsparen zu wollen, möchte man eine Liste abgeben, welche das bereits gewesen sein könnte. Etwa „Das Geisterhaus“, in Szene gesetzt von Antú Romero Nunes. Wenn das Burgtheater weiter ausführt, es werde die Jahresverträge von fünf Schauspielern (Therese Affolter, Corinna Kirchhoff, Liliane Amuat, Udo Samel und Michael Masula) nicht verlängern, fühlt man sich als Rufer in einer Theaterwüste: Herr Hartmann, Sie geben hin, was Sie noch haben: Fabelhafte Schauspieler, die sogar aus Stroh Gold spinnen. Etwa bei „Das Geisterhaus“, in Szene gesetzt von Antú Romero Nunes. Allen, die den Verursacher der Misere noch nicht kennen, sei gesagt: Ex-Burgtheater-Direktor Nikolaus Bachler wien.orf.at/news/stories/2625550/ war’s. Eh klar, wer sonst? Der Kanonendonner, der zwischen Wien und München tobt, ist seit Jahren legendär. Kein Wunder: Mit Köpplinger, Kušej und Bachler sitzen drei der brillantesten österreichischen Bühnenköpfe in der bayerischen Metropole. In Wien hat sich die Kulturpolitik auf den kleinsten gemeinsamen Nenner geeinigt – eine Ahnungslosigkeit, sah man die Ex-Kulturministerin doch kaum jemals im Theater und den Wiener Kulturstadtrat zunehmend seltener. Der Direktor eines ebenfalls renommierten Wiener Hauses jenseits des Rings sagte im Vier-Augen-Gespräch mit mottingers-meinung.at: „Dem Hartmann seine Stromrechnung möcht‘ ich nicht haben.“ Ein Burg-Gastregisseur erzählte sinngemäß: Hier zu arbeiten ist super. Wenn ich mir am einen Tag etwas wünsche, steht es am nächsten Tag da. Und wenn ich am dritten Tag dahinter komme, dass ich es doch nicht brauche, räumen sie‘ s wieder weg. Die Wahrheit ist ein Mittelweg.

Was das alles mit Nunes‘ Geisterhaus-Inszenierung am Akademietheater zu tun hat? Auch sie ist ein Mittelweg. Befahren von einem Luxusliner mit schwerer Schlagseite zum Schein statt zum Sein. Als wäre Isabel Allendes Familienepos nicht schon desolat genug, verschlimmbessert der deutsch-portugiesisch-chilenische Regisseur die Misere noch. Das Positive an der Chose sind einmal mehr die Darsteller. Ignaz Kirchner und August Diehl sind, oft gemeinsam auf der Bühne, als der alte und der junge Feudalherr Esteban Trueba zu sehen. Diehl spielt voll viriler Brutalität, endlich kein Elegiebürscherl wie Andrea Breths „Prinz von Humbug“ oder Hamlet mehr, sondern einen Jähzornigen, der die Vergewaltigung der ihm untergebenen Bauerntöchter wie zum Beweis seiner Männlichkeit braucht; doch immer mehr riechen Gestik und Mimik nach  Verbitterung, Enttäuschung und Alter. Kirchner nimmt das auf, verkörpert ebenso die Körperlichkeit des Greises wie auch die Eleganz und das Feuer eines jungen Mannes. Eine tadellose Leistung. Der die des Damensextetts Caroline Peters, Dörte Lyssewski, Aenne Schwarz, Adina Vetter, Sabine Haupt und Jasna Fritzi Bauer in nichts nachsteht. In hohem Tempo durch unzählige Kostüm- und Perückenwechsel hastend, stehen sie für alle anderen Figuren. Männer, Frauen, Kinder, Alte. Peters brilliert  als hellseherische Clara, Lyssewski als Estebans unglückliche Schwester Férula. Makellos geben Adina Vetter die Prostituierte Tránsito, Jasna Fritzi Bauer den Revolutionär Pedro Tercero und Aenne Schwarz Hund Barrabas.

Was dem Abend fehlt ist Konkretheit, Konzentration, Konzept. Wie so oft unter Hartmanns Leitung. Es ist – nicht nur an der Burg – die Crux selbst inszenierender Intendanten ihren Kollegen nicht beizeiten in die Suppe spucken zu wollen und dann den Salat zu haben. Noble Zurückhaltung können sich die für die Auslastung ihrer Häuser den Schädel Hinhaltenden aber eigentlich nicht leisten. Der Gastregisseur wird nämlich längst über alle Berge sein, wenn sie die Zahlen, Daten, Fakten anspringen. Nunes nun, der sich in Interviews gern als Handwerker bezeichnet, liefert Kunstgewerbliches. Einen handkolorierten Bilderbogen, der die im Roman festgeschriebene Uneindeutigkeit politischer Ideologien, die Zerrissenheit eines Landes und seiner Bewohner außen vor lässt. Ästethik ist alles, Esprit  weg. Slapstick siegt über Sinnlichkeit, Effekt über Emotion. Dreieinhalb Stunden lang verrennt, verliert, verspielt Nunes sich in abertausenden Details. Paradox, aber er lässt erstaunlich wenig Fleisch an den Figuren dieser Kitschorgie. Erst der zweite Teil des Abends gelingt ihm dicht und beklemmend: Estebans Kinder stehen auf der Seite der heraufdämmernden Sozialrevolution, wofür einige in Pinochets Folterkammern büßen werden müssen. Die ersten beiden Stunden werden zu brav, zu enervierend nacherzählt. Das Happy End, das Wiedersehen der letzten Überlebenden, verweigert Nunes. Das ist die größte Überraschung an dieser Buch-Coverversion.

www.burgtheater.at

Wien, 3. 2. 2014

Wiener Festwochen: „Tartuffe“

Juni 5, 2013 in Bühne

Deklamieren bis zum Defibrillieren

Joachim Meyerhoff, Gert Voss  Bild: Ruth Walz

Joachim Meyerhoff, Gert Voss
Bild: Ruth Walz

Als der große Gert Voss in Matthias Hartmanns Einstandsinszenierung „Faust“ als Mephisto so unglücklich stürzte, dass er sich schwer verletzte, und Joachim Meyerhoff für ihn einsprang, gab’s für die Wiener endlich wieder was zum Raunen: Der bessere Teufel ist … in dieser Stadt bekanntlich ja jeder ein Burgtheaterdirektor. Nun gab es Gelegenheit, die Titanen gemeinsam am Werk zu sehen. Festwochen-Chef Luc Bondy persönlich inszenierte am Akademietheater Molières „Tartuffe“. Mit Meyerhoff in der Titelrolle und Voss in der des Orgon. Und siehe da: kein „Kampf“, sondern feinstes Zusammenspiel. Die beiden sind eben unvergleichlich. Gut. Sprachartisten, selbst wenn ihnen die Situation gerade Sprachlosigkeit vorschreibt. Meister des Humors, den Ersterer sich auf der Zunge zergehen lässt, während ihn Zweiterer mit zunehmender Entdeckung der Täuschung zwischen den Zähnen zerbeißt. Der Abend: ein Solo für zwei.

Meister. Das war generell das Motto. Im detailverliebten Bühnenbildsalon (Richard Peduzzi) konnten die Zuschauer vor allem dem Sport frönen, der hier am Beliebtesten ist: Gemma Schauspielstars schauen! An der Burg kann Bondy aus dem Vollen schöpfen, Charakterdarsteller bis in die kleinsten Rollen. Schade, dass er in seiner zweistündigen Aufführung manche zu etwas ausführlicheren Stichwortgebern schrumpfte (Peter Knaack als wunderbar-cholerischer Damis, Philipp Hauß als sein aufgeklärt-abgeklärtes Pendant Cleante). Denn Bondy interessierte sich offenbar für die Dreiecksehedramakomödie – um das Ganze noch Lustspiel zu nennen, fehlte das dafür unerlässliche Timing – Tartuffe/Orgon/dessen Ehefrau Elmire, sehr schön verkörpert von Johanna Wokalek, in sehr schönen, sich in ständiger Selbstauflösung befindlichen Wickelkleidern. Dass hier ein Betrüger einen ganzen Haushalt in seine Gewalt bringen will, kommt schon auch vor. Am Ende dann. Selbst Gertraud Jesserer, deren Rolle „Madame Pernelle“, Orgons Mutter, man auch ausführlicher kennt, wurde fürs Regiekonzept mit dem Rollstuhl an die Wand gefahren.

Aber: Der Abend war in sich stimmig. Kompliment. Ein typischer Bondy. Bei niemandem als bei ihm ist das deutschsprachige Theater „frönsosischer“. Die Schauspielerei kein Hand-, sondern ein Kunstwerk. Pathos pur, lausig lustig, große Gesten, Edel-Ennui, Darsteller, getragen, tragen den Abend, Deklamieren bis zum Defibrillieren. Voss, unterm Tisch als Grandseigneur in der Geig’n, spielt den Herzkasperl. Oder sich in dessen Nähe. Er legt seinen Orgon nicht als bibberndes Häufchen Bigotterie an, sondern ist in Anzug samt Uhrenkette ein Herr, herrisch bis zur Tyrannei. Konzernchef könnte er sein. Industrieller. Politiker. Kein Wunder, dass sich Tochter Marianne (Adina Vetter, leider auch nur „Aufputz“) und ihr Verlobter Valere (Peter Miklusz) vor ihm fürchten. Der Mann ist ein Raubtier, aber sofort handzahm, tritt Tartuffe auf. Der hat seinen großen Auftritt hinter einem roten Samtvorhang heraustretend, einem Knaben noch die Haare und die Kleidung richtend, ihm versichernd, dass Gott ihnen beiden gewiss vergeben werde … Ja, Zeitbezug, schon gut, muss auch irgendwo hin. Immerhin ist Meyerhoff für Ahnungslose damit sofort als Schein-Heiliger enttarnt. Da können der brave Seitenscheitel und die Oberlehrer-Nickelbrille nichts mehr ausrichten. Man hat sich das Rampenlichtspektrum also aufgeteilt. Während Voss vom sonnigen Gelb in den Wutrotbereich wechselt, bleibt Meyerhoff lange für die anderen Figuren verdeckt im Ultraviolett. Als sanfter Schleimer, Wortklingler, Gehirnwäscher, mit dem schließlich sein Lustmolch durchgeht. Entgleist. Oje.

Die genial-gewagteste Besetzung Bondys ist aber Edith Clever als aufsässige Dienerin Dorine. Darf man über die Grande Dame sagen, sie liefere ein Kabinettstückchen nach dem anderen? So stellt man sich das vor, ein Faktotum, seit ewig im Haus, zu allem eine Meinung, auch, wenn man ihr ständig den Mund verbietet. Eine Fädenzieherin, fast Dea ex machina. Doch ist diese Aufgabe in männlicher Ausführung Michael König vorbehalten, der als Polizeibeamter zu Tartuffes Verhaftung erscheint. Und dabei zu einer erheiternden, beinah Hornek’schen Österreichrede antritt: „Wir sind ein Staat, der Korruption ahndet …“ Da tritt das Publikum hin und denkt sich seinen Teil … Bondy zeigt, auch durch seine Prosabearbeitung des Textes, dass es zwischen alt- und neumodisch eine beinah buddhistische Mitte gibt. Einer wie er  darf sich in Gelassenheit ergehen. Die „Welt“ schrieb, Bondy sei längst in seiner eigenen Klassik angelangt. Dem ist nichts hinzuzufügen.

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Von Michaela Mottinger

Wien, 5. 6. 2013