Gärtnerplatztheater Live-Stream: Viktoria und ihr Husar

Januar 18, 2021 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Mit Reinprecht, Prohaska, Lesiak und Ellers

Viktoria und ihr Husar: Ensemble und Ballett des Staatstheaters am Gärtnerplatz. Bild: © Christian POGO Zach

Am 23. Jänner, 19 Uhr,  wird die Operette „Viktoria und ihr Husar“ in der Inszenierung von Staatsintendant Josef E. Köpplinger als Live-Stream aus dem Münchner Gärtnerplatztheater zu sehen sein. Das Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz wird dirigiert von Tobias Engeli, in den Hauptrollen sind die Gastsolisten Daniel Prohaska und Alexandra Reinprecht zu erleben.

Der Live-Stream der Spielzeitpremiere ist kostenfrei auf der Website des Theaters www.gaertnerplatztheater.de abrufbar. Zum Inhalt: Der ungarische Husarenrittmeister Stefan Koltay befindet sich nach dem Ersten Weltkrieg in russischer Kriegsgefangenschaft und wartet auf seine Hinrichtung. Doch es gelingt ihm die Flucht, und über Japan will er zurück in seine Heimat und zu seiner Geliebten Viktoria gelangen. Viktoria, die Koltay tot glaubt, ist mittlerweile jedoch die Gattin des amerikanischen Gesandten Cunlight, mit dem sie in Tokio lebt. Dort trifft das einstige Liebespaar wieder aufeinander …

Als am 21. Februar 1930 die Uraufführung von „Viktoria und ihr Husar“ am Hauptstädtischen Operettentheater Budapest über die Bühne ging, war die große Operettenära bereits vergangen, Revue-Theater und Kinofilm hatten sich das Unterhaltungsmonopol gesichert. Mit einer gekonnten Synthese zwischen Exotismus, ungarischem Kolorit, teils filmischer Dramaturgie und amerikanischen Jazz-Klängen gelang es Paul Abraham und seinen Librettisten Alfred Grünwald und Fritz Löhner-Beda, die Gattung neu zu beleben.

Peter Lesiak und Susanne Seimel. Bild: © Christian POGO Zach

Josef Ellers und Katja Reichert. Bild: © Christian POGO Zach

Alexandra Reinprecht und Daniel Prohaska. Bild: © Christian POGO Zach

Mit Daniel Prohaska als Stefan Koltay und Alexandra Reinprecht als Viktoria sind als wienbekannte Solistinnen und Solisten zu sehen: Peter Lesiak als Graf Ferry, Josef Ellers als Janczy, Gunther Gillian als Leutnant Petroff und Erwin Windegger als Cunlight.

 www.gaertnerplatztheater.de

18. 1. 2021

Elfie Semotan im Kunst Haus Wien. Ab 13. März

Dezember 28, 2020 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Haltung und Pose: Eine Werkschau zum 80. Geburtstag

Inspiriert von einem Kollegen: Vivien Solari („Life moves fast“ inspired by Jeff Wall), New York, 1999. Courtesy Studio Semotan. © Elfie Semotan

Anlässlich ihres 80. Geburtstags würdigt das Kunst Haus Wien die große österreichische Fotografin Elfie Semotan in seiner Eröffnungsausstellung 2021 mit einer umfangreichen Werkschau. Präsentiert wird das vielschichtige und umfangreiche Schaffen der Kamerakünstlerin – von ihren weltberühmten Modeaufnahmen für Helmut Lang, Liska oder Zalando über Werbe-Auftragsarbeiten für Palmers und Römerquelle bis hin zu ihren faszinierenden Aufnahmen von Ateliers, ihren berührenden Landschaftsaufnahmen und Stillleben und ihren bekannten

Künstler- und Künstlerinnenporträts. Von Persönlichkeiten wie William Dafoe oder Missy Elliott und Models wie Naomi Campell, Claudia Schiffer oder Cordula Reyer – die Schau „Haltung und Pose“ zeigt ab 13. März mehr als 160 Arbeiten. „Über diese große Museumsausstellung freue ich mich sehr und bin auch stolz, da das Kunst Haus Wien jener Ort in Wien ist, der sich kontinuierlich mit künstlerischer Fotografie auseinandersetzt“, sagt Elfie Semotan und erklärt: „Die Ausstellung-Komposition wird extravagant, meine Arbeit wird nicht chronologisch, sondern aus einem neuen intuitiven und innovativen Blickwinkel präsentiert.“

Über die Künstlerin:
Die 1941 in Wels geborene Elfie Semotan besucht in Wien die Modeschule und geht im Anschluss, im Alter von 20 Jahren, nach Paris, wo sie für einige Jahre als Mannequin arbeitet und Einblick in die Welt der Mode und der Fotografie erhält. In Paris lernt Semotan auch Sarah Moon kennen, die später neben Elfie Semotan, Corinne Day und Ellen von Unwerth zu den wenigen sehr erfolgreichen Modefotografinnen in dieser männerdominierten Branche gehören wird.

Von Moon inspiriert, lernt Semotan von ihrem damaligen Partner, dem kanadischen Fotografen und Filmemacher John Cook, schließlich selbst den Umgang mit der Kamera wie auch die Arbeit in der Dunkelkammer und entwickelt ihr außergewöhnliches Gespür für Licht. Cooks ans Filmische angelehnte und in Geschichten gedachte fotografische Herangehensweise sollte Semotans Art zu fotografieren beeinflussen. Prägend wirkt sich auch ihre eigene Erfahrung als Fotomodell aus.

Gerhard Freidl, Wien, 2009. Courtesy Studio Semotan. © Elfie Semotan

Self-portrait, New York, 2000. Courtesy Studio Semotan. © Elfie Semotan

o.T. (Inspiriert von Roy Lichtenstein), New York, 2002. Courtesy Studio Semotan. © Elfie Semotan

In der Zusammenarbeit mit professionellen Models, aber auch bei ihren Porträtaufnahmen setzt Semotan fortan auf eine angenehme Atmosphäre und eine offene Kommunikation. Durch ihre lockere, aber respektvolle Art holt sie ihre Modelle aus der Defensive. „Ich weiß, wie alleine gelassen man sich fühlt, wenn einem der Fotograf nicht sagt, wohin die Reise gehen soll. Man muss den Menschen vor der Kamera von seinen Ängsten und Eitelkeiten ablenken, denn sonst verkrampft er und versucht, möglichst schön und souverän auszusehen, und das verhindert, dass gute Bilder entstehen“, reflektiert die Künstlerin ihre Art, Menschen zu fotografieren.

Nach einigen Jahren in Paris, vielen Reisen in die Modemetropolen London, New York und Mailand und ersten Aufträgen als Fotografin kehrt Semotan nach Wien zurück. Dort reüssiert sie in den 1980er-Jahren als Mode- und Werbefotografin, bis sie in den 1990er-Jahren durch ihre Arbeit mit Helmut Lang, für den sie exklusiv die Modekampagnen fotografiert, schließlich weltbekannt wird. Es sind ihre Fotografien, die das kühle und intellektuelle Image der minimalistischen Mode des Stardesigners transportieren. Nun entstehen Modestrecken für weitere große Labels und ihre bekannten Porträtaufnahmen wichtiger Persönlichkeiten.

Elfie Semotans fotografischer Ansatz ist von Beginn an, mehr als nur schöne Kleider und Produkte abzubilden. Sie inszeniert und konstruiert innerhalb des Bildformats Geschichten. Auf dem Produkt, um das es geht, liegt – siehe ihre Arbeiten für Römerquelle – dabei oft nicht das Hauptaugenmerk. Anfang der 2000er-Jahre treibt Semotan diese Inszenierung in einer später legendären Modestrecke auf die Spitze: Die Models sind nur noch auf TV-Bildschirmen zu sehen, die einen Teil des fotografierten Interieurs bilden. Semotan wird zur Meisterin im Verknüpfen von Kreativität und Kommerzialität.

Kunst als Inspirationsquelle: o.T. (Floor Dance), New York, 1998. Courtesy Studio Semotan. © Elfie Semotan

Die Kunst und die Kunstgeschichte dienen ihr vielfach als Inspirationsquelle. Ihre Nähe zur bildenden Kunst wurde auch durch ihre Ehen mit den Künstlern Kurt Kocherscheidt und Martin Kippenberger verstärkt. Semotan nutzt ihr umfassendes Kunstverständnis und geht sehr frei und kreativ an ihre Aufträge heran. Künstlerische Aneignungen, Adaptionen und Hommagen an Kunstwerke, Künstlerinnen und Künstler finden sich in etlichen ihrer Serien, etwa „Inspired by Lucian Freud“ aus dem Jahr 1997, „Präraffaeliten“ von 2005 und in Arbeiten, die auf ikonische Bilder von so berühmten Fotografinnen und Fotografen wie John Coplans, Diane Arbus, Irving Penn oder Robert Frank Bezug nehmen.

www.kunsthauswien.com           semotan.com

Programmvorschau 2021: www.youtube.com/watch?v=yBktIA0jRhk           Trailer: www.youtube.com/watch?v=61JQ8RlJHYM           www.youtube.com/watch?v=DpViSCkAvRw

28. 12. 2020

Tania Golden und Nina C. Gabriel: Sheherasaden. Autorinnen unterm Halbmond über Sex und Politik

Dezember 15, 2020 in Buch

VON MICHAELA MOTTINGER

Der Beischlaf ist die Kostprobe fürs Paradies

Nina C. Gabriel. Bild: Ludwig Drahosch

„Gepriesen sei Gott, der zu des Mannes größter Wonne die Geschlechtsteile des Weibes schuf und die Geschlechtsteile des Mannes dazu bestimmte, dem Weibe den höchsten Genuss zu gewähren.“ Ja, der gute alte Scheikh Nefzawi wusste schon, was er im frühen 15. Jahrhundert in sein orientalisches Ehehandbuch „Der duftende Garten“ schrieb. Erotische Geschichten und Gedichte zur „Erbauung des

Gemüts“, Ratschläge zur Verabreichung von Aphrodisiaka – und deren wirksamstes, „den Schauplatz des Liebeskampfes, den gewölbten Bauch und das majestätische Hinterteil“, als erste zu verwöhnen. Bevor „des Mannes Werkzeug“ zum Einsatz kommt. Der weise Gelehrte, der sein Werk im Auftrag des Kalifen der Hafsiden verfasste, pries den Beischlaf als Kostprobe des Paradies‘, und, oh!, wären nur alle seiner Art wie er. Doch wieviel Wasser seither ins Arabische Meer geflossen ist …

Die von Scheikh Nefzawi berichtet, ist die syrische Romancière Salwa Al-Neimi in ihrem Buch „Honigkuss“, das heißt, Schauspielerin Tania Golden liest aus diesem vor. Gemeinsam mit Bühnenkollegin Nina C. Gabriel präsentiert sie ab 17. Dezember die „Sheherasaden. Autorinnen unterm Halbmond über Sex und Politik“ im 4GAMECHANGERS#roomservice als Live-Stream.

Wobei die beiden die “Tausend und eine Nacht” mit den Texten fünf zeitgenössischer Schriftstellerinnen verknüpft haben. Denen gemeinsam ist, dass sie mit der Schreibfeder gegen die Zwänge der muslimischen Gesellschaft der Gegenwart kämpfen. Wie das Original im morgenländischen Klassiker, schreiben sie um ihr Leben. Den fünf Autorinnen aus der Welt des Islam ist es ein Anliegen, sich selbstbewusst zu ihrer Kultur und deren erotischer Tradition zu bekennen. Sie setzen sich mutig und hochgebildet gegen die derzeitige Lustfeindlichkeit und Frauenverachtung zur Wehr und erinnern an die lange arabische Tradition, in der Erotik gottgewollt war.

Und so kann man sich, www.mottingers-meinung.at durfte dem Abend schon vorab lauschen, zwei wunderbaren Stimmen hingeben. “Der schwarze Sklave sprang vom Baum zwischen die geöffneten Schenkel seiner Gebieterin.” Es ist Nina C. Gabriel, die vom gehörnten Sultan Schahriyâr berichtet, der sich jede Nacht eine Jungfrau nahm und sie am Morgen hinrichten ließ, bis ihn die Tochter seines Wesirs in ihren Bann zog. Gerade begegnet Schahriyâr mit seinem Bruder Schahzamân dem „betrogenen Ifrit“ und sie hören vom Dschinn die wohlgewählten Worte: „Wenn eine Frau etwas will, kann sich ihr niemand verweigern …“,

Bild: pixabay.com

Nina C. Gabriel. Bild: Ludwig Drahosch

Bild: pixabay.com

… da singt der „Honigkuss“ ein Loblied auf die Lust. Die Ich-Erzählerin, eine Bibliothekarin, die sich in aller Stille zur Expertin für erotische Werke der klassischen arabischen Literatur macht – und ihre verbotenen Fundstücke an diversen Liebhabern ausprobiert: „Meine heimliche Lektüre hat mich zu dem Schluss kommen lassen, dass die Araber als einziges Volk der Welt den Sex als eine Gnade ansehen, für die man Gott danken muss.“

Doch schnell werden derlei Gedanken durchkreuzt von denen Azar Nafisis, die es wagte, mit ihren – männlichen, und absichtlich nicht gegenderten – Studenten in Teheran „Lolita“ und „Der große Gatsby“ zu lesen. Mitten in der Islamischen Revolution, während andere ihrer Schüler vor Nafisis Fenstern „Tod den USA“ skandierten, und sie sie schließlich nach „Steinigung!“ rufen hörte. Tania Golden versteht es, der Angst und dem Grauen ebenso Ausdruck zu verleihen, wie der Poesie des Schreckens – so paradox das auch klingen mag.

Und während die beschwörend wispernde Gabriel von der „märchenhaften“ Enthauptung von Mädchen, denn wer die Geschichten für Kinderfabeln hält, der irrt gewaltig, zum Kaufmann und der Konkubine des Kalifen kommt, zu Folter, Pein und Tod, ist die Golden bei den von der Groupe Islamique Armé geköpften Mädchen, „Blut für Allah“, wie Baya Gacemi schreibt, das Vergehen der Teenagerinnen: zu oft aus dem Haus zu gehen, keinen Hidschāb zu tragen, mit jungen Burschen reden …

Albträume sind das, bei denen Tania Golden auf bewusst pragmatisch umschalten kann. Nur so lässt sich ihr Tonfall für Asli Erdoğans „Das Haus aus Stein“ beschreiben, eine Chiffre für Erdoğans Inhaftierung als angebliche Terroristen-Unterstützerin, eine Chiffre fürs palastartige Sansaryan Han Foltergefängnis, in dem auch der Dichter Nâzım Hikmet misshandelt wurde. Kaum auszuhaltende, sich wie Reimschemen wiederholende Szenen, die in ihrer dunklen Musikalität an die Verse eines Paul Celan erinnern.

Tania Golden. Bild: Ludwig Drahosch

Tania Golden. Bild: Ludwig Drahosch

Wieder Schläge, wieder Qual, tiefe Narben in Psyche wie in Fußsohlen, dem Schreien die Zunge abgeschnitten, dem Sehen die Augen ausgestochen. Ein Blatt Papier und ein Bleistift, ein Mann, der als Engel mit gebrochenen Flügeln zu einem Leitmotiv des Textes wird. Der weibliche Widerstand, das Aufbegehren von Frauen tritt durch diese Lesung ins Zwiegespräch. Vom Heute zurück in die Historie, es tut ganz gut, dass an dieser Stelle die Rebellion der Unterwürfigkeit obsiegt.

Die raffinierte Sheherasade, ein reumütiger Tyrann, ein Volk, das sich aus Dankbarkeit fürs Beenden seiner Schandtaten zu Boden wirft, und weil’s so schön ist, wird die kleine Schwester Dinharazade dem königlichen Bruder vermählt. Und wenn sie nicht gestorben sind … „Frauen tun ein Leben lang nichts anderes, als Geschichten zu erzählen, die Männern gefallen“, sagt die kluge Mutter von Fatema Mernissi – und sie meint das durchaus so taktisch, wie’s klingt. In „Der Harem in uns“ gewährt die Autorin einen Blick hinter die Mauern und in ihre eigene Kindheit.

Sie tut dies mit einer faszinierenden Zärtlichkeit, ihre Erinnerung an eine Welt „im ersten Stock, ein Labyrinth von Zimmern“, in denen die Tanten, die mit ihren Ehemännern zerstrittenen, verwitweten, in Scheidung befindlichen, untergebracht waren, um von Mernissis Vater mit all seiner Liebe und seinem Mitgefühl geschützt zu werden. „Hanan“ ist der arabische Begriff, mit dem der Vater an der Institution Harem hängt. Und dann ist da Tante Habiba, die verstoßene, die fantastische Geschichten weiß, die sich ihr Lachen von ihren Tränen nicht nehmen lässt, die tausend und eine Heldin kennt, die es samt und sonders geschafft haben, ihren Feinden zu widerstehen.

Wegen Tanta Habiba, sagt Fatema Mernissi, hätte sie beschlossen, eine Stimme zu werden, die es wagt, in der Nacht zu sprechen. So beenden die heimischen Sheherasaden, die Schwestern im Geiste, Nina C. Gabriel und Tania Golden die von Susanne Höhne zusammengestellte und von Ludwig Drahosch gefilmte Collage. Dies Projekt soll einen kleinen Beitrag dazu leisten, diesen couragierten Autorinnen aus der Welt des Islam Gehör zu verschaffen, sagen die Künstlerinnen. Und so ist es. Erschreckend, erheiternd, in jeder Hinsicht außerordentlich.

Über die Autorinnen:

Salwa Al-Neimi ist 1950 in Damaskus, Syrien, geboren und aufgewachsen. Sie studierte dort Arabisch. Heute lebt sie in Paris, wo sie die Bibliothek für klassische arabische Literatur an der Sorbonne betreut. Ihr Spezialgebiet ist erotische Literatur. „Honigkuss“ erschien 2007 im Libanon und ist ihr erster Roman. Das Buch wurde in den arabischen Ländern sofort zum Skandal und als „sexuelle Intifada“ (© Emirates Media) bezeichnet.

Azar Nafisi wurde 1955 in Teheran geboren. 1997 emigrierte sie in die USA und unterrichtet nun an der John Hopkins University in Washington. Sie studierte englische und amerikanische Literatur in den USA. Während der Islamischen Revolution lehrte sie an der Universität Teheran, wo sie von 1980 bis 1988 suspendiert wurde, weil sie sich weigerte, sich zu verschleiern. Nochmals suspendiert im Jahre 1992 gab sie private Workshops für Studenten in ihrer Wohnung, bis sie endgültig in die USA ging. Bei „Lolita lesen in Teheran“ handelt es sich um einen autobiographischen Roman.

Baya Gacemi wurde 1952 in Annaba, Algerien, geboren und ist 2010 in Villejuif, Frankreich, gestorben. Sie studierte Psychologie in Algier, Politikwissenschaften und internationales Recht in Paris. 1985 kehrte sie nach Algerien zurück und arbeitete als Journalistin. Bis zu ihrer Suspendierung 1996 leitete sie die Zeitung La Tribune. Sie wurde wegen „Beleidigung des nationalen Emblems“ zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Danach arbeitete sie freiberuflich bei verschiedenen französischen und algerischen Zeitungen. Tania Golden liest aus dem Buch „Blut für Allah: Ich war die Frau eines islamischen Terroristen“, in dem Gacemi die Geschichte von Nadia Chaabani, der Frau eines Führers der Groupe Islamique Armé, erzählt.

Asli Erdoğan wurde 1967 in Izmir geboren und ist eine türkische Physikerin und Schriftstellerin. Sie gehört zu den Fürsprecherinnen der kurdischen Minderheit. Am 16. August 2016 wurde sie im Rahmen der sogenannten „Säuberungen“ im Zusammenhang mit dem gescheiterten Militärputsch verhaftet. Im Dezember wurde sie unter Auflagen freigelassen, erst Ende September 2017 erhielt sie ihren Pass zurück. Sie flüchtete nach Deutschland, wo sie zurzeit im Exil lebt. Für ihr Werk, etwa „Das Haus aus Stein“, erhielt sie zahlreiche Preise, unter anderem den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis. Seit dem Sommer strengt ein neuer Staatsanwalt ein neues Verfahren gegen Asli Erdoğan wegen „Terrorpropaganda“ an.

Fatema Mernissi wurde 1940 in Fès in Marokko geboren und ist 2015 in Rabat gestorben. Sie studierte Politikwissenschaft und Soziologie an der Sorbonne und lehrte seit den 1980er-Jahren an der Universität Mohammed V. in Rabat. Mernissi schrieb hauptsächlich in Englisch und Französisch, und um sich frei ausdrücken zu können, wollte sie in späteren Jahren nicht mehr in Marokko publizieren. Sie verfasste zahlreiche Bücher über die Lage der Frauen im Islam. In ihrem autobiographischen Roman „Der Harem in uns – die Furcht vor dem anderen und die Sehnsucht der Frauen“ beschreibt sie ihre eigene Kindheit.

Live-Stream: 17. 12., 19 Uhr. Video verfügbar bis: 19. 12., 15 Uhr.

4gamechangers.io/de/roomservice           Tickets: tickets.4gamechangers.io/shop/broadcast/registrations/bea5cfa5-7377-4a5e-bf87-397656b231a2/tickets/new#tania1

  1. 12. 2020

Jüdisches Museum Wien: Hans Kelsen und die Eleganz der österreichischen Bundesverfassung

September 28, 2020 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Auch Alexander Van der Bellen pries ihre „Schönheit“

Hans Kelsen (2. v. r.) als Richter des österreichischen Verfassungsgerichtshofs, ca. 1925. © Provided by and used with permission of Anne Feder Lee, PhD, granddaughter of Hans Kelsen. Hans Kelsen-Institut (Bundesstiftung)

Das Jüdische Museum zeigt, anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Bundes- verfassung, ab 1. Oktober eine Ausstellung, die Hans Kelsen, dem „Architekten“ des Bundes-verfassungsgesetzes gewidmet ist. Die Schau im Museum Dorotheergasse erinnert an das Leben Kelsens zwischen Europa und den USA und möchte auch die Erfolgsgeschichte der österreichischen Verfassung stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken.

2020 wird die österreichische Bundesverfassung 100 Jahre alt. Von Bundespräsident Alexander Van der Bellen für ihre „Eleganz und Schönheit“ gelobt, sind ihre Inhalte aber kaum bekannt und Verfassungspatriotismus, wie ihn etwa die USA kennen, ist in Österreich allenfalls ein Randphänomen. Noch weniger geläufig ist, dass an der Entstehung dieser Verfassung maßgeblich der Jurist Hans Kelsen beteiligt war. 1881 in Prag geboren, wuchs Kelsen in Wien in einer deutschsprachigen jüdischen Familie auf; sein Vater, ein Lusterfabrikant, gestaltete unter anderem die Beleuchtung in Wiener Synagogen. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie wurde Kelsen von Staatskanzler Karl Renner mit der Arbeit an einer Bundesstaatsverfassung für die junge Republik beauftragt.

Er entwickelte das – später so bezeichnete – österreichische Modell der Verfassungsgerichtsbarkeit, das weltweit Nachahmung fand. Kelsen, der von 1918 bis 1930 Professor an der Universität Wien war, erlangte vor allem für seine Beiträge zur Rechtstheorie und zur Politischen Theorie internationale Bekanntheit. Für seine innovativen Ansätze wurde er – im zunehmend antisemitischen Klima der Zeit – angefeindet. Bereits 1930 verließ Kelsen Wien, über mehrere Stationen in Europa emigrierte er 1940 schließlich in die USA, wo er bis zu seinem Tod 1973 lebte. Er gilt heute als einer der bedeutendsten Rechtsgelehrten des 20. Jahrhunderts.

Hans Kelsen mit seiner Frau Margarete und den Töchtern Anna Renata und Maria Beate, 1916. Reproduktion Bild: unbekannt © Provided by and used with permission of Anne Feder Lee, PhD, granddaughter of Hans Kelsen. Hans Kelsen-Institut (Bundesstiftung)

Hans Kelsen. Bild: unbekannt © Provided by and used with permission of Anne Feder Lee, PhD, granddaughter of Hans Kelsen. Hans Kelsen-Institut (Bundesstiftung)

Kelsen mit unbekannten Schwimmerinnen, Salzkammergut, ca. 1930. Reproduktion Bild: unbekannt © Provided by and used with permission of Anne Feder Lee, PhD, granddaughter of Hans Kelsen. Hans Kelsen-Institut (Bundesstiftung)

Begleitend zur Ausstellung erdachte sich die Wiener Comic-Zeichnerin Pia Plankensteiner im Auftrag des Jüdischen Museums Wien eine Geschichte, die um das Leben Kelsens und um die Entstehung und Entwicklung der österreichischen Verfassung kreist: In Bild und Text erzählen Kelsens Lieblingsmehlspeisen – Baiser und Schwarzwälder Kirschtorte – aus Kelsens Leben, während eine Zigarre – Kelsen war leidenschaftlicher Zigarrenraucher – die rechtshistorischen und zeitgeschichtlichen Zusammenhänge erläutert.

Mit Witz und Ironie erfährt man hier viel über das bewegte Leben Hans Kelsens zwischen Europa und den USA sowie über seine wissenschaftlichen Erfolge und die damit einhergehende weltweite Anerkennung. Man liest aber auch von antisemitischen Vorurteilen, von Entwurzelung, Flucht und zahlreichen unfreiwilligen Neuanfängen. Gleichzeitig informiert diese Graphic Novel – und das nicht weniger unterhaltsam – über das Fundament unseres Staates und unserer Demokratie: die österreichische Bundesverfassung.

www.jmw.at

Faksimile des östereichischen Staatsvertrags. Landessammlungen Niederösterreich, Bild: Christoph Fuchs

TIPP: Rund um den Nationalfeiertag am 26. Oktober sollte man sich ein sehenswertes Objekt nicht entgehen lassen: Im Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich ist das einzige vollständige Faksimile des Österreichischen Staatsvertrags vom 15. Mai 1955 zu sehen.

www.museumnoe.at/de/haus-der-geschichte

28. 9. 2020

Fang Fang: Wuhan Diary

September 5, 2020 in Buch

VON MICHAELA MOTTINGER

Das Virus mit trockenem Humor bekämpft

„Natürlich fehlt es bei aller Rührung nicht an Komik. Es gibt ein Video, das das medizinische Hilfsteam der Provinz Sichuan bei seiner Abfahrt nach Hubei zeigt. Ein Ehemann ruft seiner Frau im Bus zu: ,Zhao Yingming, komm gesund zurück! Dann übernehme ich für ein Jahr die gesamte Hausarbeit, versprochen!‘ Zhao Yingming ist wohl inzwischen wohlbehalten nach Hause zurückgekehrt. Umgehend kursierte im Netz ein Video, worin es heißt: ,Geschätzte Netizens, überwacht bitte, ob der Ehemann tatsächlich sein Jahr Hausarbeit abarbeitet!‘ Es löste großes Gelächter aus.“

Derart sind die Blog-Einträge, die die berühmte chinesische Schriftstellerin Fang Fang von 25. Jänner bis 24. März 2020 als Online-Tagebuch veröffentlichte. Fang Fangs Impressionen aus ihrer Heimatstadt Wuhan in der Provinz Hubei, Geschichten aus einer Neun-Millionen-Einwohner-Metropole, der #Corona-Metropole, die 76 Tage lang komplett von der Außenwelt abgeriegelt wurde, Fang Fangs Schilderungen voll Wärme, Mitgefühl, Zorn und immer wieder Hoffnung, die in China mehr als 100 Millionen Internetfollower fanden, sind nun auf Deutsch als Buch erschienen.

„Wuhan Diary. Tagebuch aus einer gesperrten Stadt“ liefert einen unverstellten Blick auf den Beginn der #Corona-Pandemie, ist ganz nah an den Menschen, ihren Nöten und Ängsten, ihrer überbordenden Nachbarschaftlichkeit und Hilfsbereitschaft. Und wie Fang Fang das Virus mit dem sprichwörtlichen Wuhaner trockenem Humor bekämpft und die Propaganda des Pekinger Parteiregimes mit glühender Leidenschaft ad absurdum führt, lehrt sie den Leser die Chinesinnen und Chinesen neu einzuschätzen und zu schätzen – ihren Mut, ihre Findigkeit in vertrackten Situationen, ihren Hang zur Anarchie, wo immer das offizielle Narrativ ein Freizeichen dafür lässt.

„Beim Ausbruch der Epidemie, von der anfänglichen Ausbreitung bis zur jetzigen Explosion, haben wir die Situation zuerst falsch eingeschätzt, dann verschleppt und schließlich falsch gehandelt. Dafür zahlen wir einen enorm hohen Preis“, schreibt Fang Fang, das erste „Wir“ dabei eine höfliche Formulierung für zwanzig Tage systemimmanentes Lügen und Verschweigen, samt Kriminalisierung couragierter Ärzte, in denen das Wissen um #Covid-19 nicht publik gemacht wurde – mit katastrophalen Folgen für die ganze Welt.

Bild: pixabay.com

Bild: pixabay.com

Denn bereits im Dezember 2019 warnte der Arzt Li Wenliang in einer WeChat-Gruppe Kollegen angesichts einer Serie von Lungenentzündungen im Zentralkrankenhaus Wuhan vor einem neuartigen Virus – worauf er und sieben weitere Ärzte unter Androhung von Strafe eine Schweigepflichtserklärung unterschreiben mussten, an die sich Li Wenliang freilich nicht hält. Der Tod des Whistleblowers Anfang Februar löste in ganz China Proteste aus. Bei Fang Fang ist zu lesen, wie die Wuhaner am Abend mit Taschenlampen und Smartphones einen Lichtstrahl in den Nachthimmel senden, um den tapferen Mediziner zu ehren.

Auch von sich selbst berichtet Fang Fang. Wie sie eine Liste zusammenstellt, wen sie wann und wo ohne Maske getroffen hat. Von der quälenden Ungewissheit, ob sie oder einer aus ihrer Familie sich infiziert haben. Vom verzweifelten Versuch, Schutzmasken zu kaufen. Von langen Menschenschlangen vor den Krankenhäusern und einem Personal knapp vor dem Kollaps. Wir haben der Regierung allzu sehr vertraut!, empört sie sich in diesem Post. „… nun irrten unzählige Erkrankte in eisiger Kälte durch Sturm und Regen in der Stadt herum, auf der vergeblichen Suche nach medizinischer Behandlung.“  Die Ermahnungen der Ärzte? „Solange ihr noch Reis habt, esst lieber nackten Reis, auf keinen Fall die Wohnung verlassen! Na gut, wir hören auf sie.“

Und während die pensionierte Vorsitzende des regionalen Schriftstellerverbandes im Fernsehen zusieht, wie in nur zehn Tagen das Notkrankenhaus Huoshenshan aus dem Boden gestampft wird, wird erstmals einer ihrer Blog-Einträge gesperrt. „Es gibt ein Schweigen, das lügt“, zitiert Fang Fang Victor Hugo, und berichtet: „Die Netzzensur erregt bereits den Zorn der Bevölkerung. Die Leute spielen Katz und Maus mit ihr, ein Text wird nach dem Löschen sofort wieder gepostet, gelöscht, erneut gepostet, gelöscht, erneut gepostet. Schlag auf Schlag. Die Zensur kommt kaum nach, kriegt es nicht in den Griff.“ Das Bewahren eines Textes wird zur heiligen Verpflichtung. Seltsam mutet es an, zu Zeiten von Fake News und Hass im Netz, zu erfahren, dass andernorts das World Wide Web der Hort der Wahrheit und des Widerstands ist.

Bild: pixabay.com

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Fang Fang notiert lakonisch. Den Durchhaltewillen der Großstadtbewohner, die Unfähigkeit von Funktionären, die Aufopferung von Ärzten, die physischen und psychischen Herausforderungen der Quarantäne. Nichts entgeht ihrem scharfen Auge. Sie beteiligt sich an Gruppeneinkäufen und Kochdiensten für ihren Häuserblock, sie weiß ums Decke-auf-den-Kopf-Fallen: „Mein ältester Bruder beschreibt es in einfachen Worten: ,Es ist sehr langweilig. Wir glotzen Serien, um uns die Zeit zu vertreiben‘“, sie sorgt sich um die Waisen der Epidemie, die von den Behörden „eingesammelt“ werden : „… das jüngste nur vier, fünf Jahre alt. Sie fürchten sich vor Leuten in Schutzanzügen, auch vor Leuten mit Schutzmasken“.

Und sie sorgt sich um ihren betagten Hausgenossen: „Mein alter Hund ist schmutzig und stinkt, sein altes Hautleiden ist wieder aufgebrochen. Meine Hände sind verbraucht und rissig, ich wage nicht, ihn zu waschen. Wann öffnen die Tierkliniken? Ich lasse ihn jeden Tag in den Hof und tröste ihn: Warte nur ein paar Tage, bald fühlst du dich wieder besser.“

Als sie sich über dröhnende Erfolgsmeldungen mokiert, den leere Phrasen dreschenden Kader, die Unfähigkeit der „Maulwerktätigen“, wird sie, kein Parteimitglied, aber auch keine Dissidentin, gezielt angegriffen. Man beschimpft und bedroht sie, auch Todesdrohungen sind dabei, von Stunde zu Stunde schwebt die Sperrung ihres Accounts wie ein Damoklesschwert über ihrem Kopf. Dennoch gibt sie Auskunft über den Einsturz des Xinjia-Hotels in Quanzhou, das als Quarantänestation benutzt wurde, über den Unmut des WHO-Mitglieds Yuen Kwok-yung: „Man hat uns während unseres Aufenthalts in Wuhan ausschließlich ,Mustereinheiten‘ vorgeführt. Sie hatten auf jede unserer Fragen eine Antwort parat, es war offensichtlich alles einstudiert“, über Leichensäcke, die bei Nacht und Nebel in Transporter geschichtet werden.

Bild: pixabay.com

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Fang Fang verfügt mittlerweile über unzählige Quellen, es nimmt Tage in Anspruch alle Nachrichten auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. Den sie mit Hass und Häme überschüttenden, mutmaßlich regierungsgesteuerten Trollen steht eine Armada von Menschen gegenüber, die der Schriftstellerin verifizierte Informationen zukommen lassen, die sie dann ihrerseits weitergibt. Fang Fang gibt nicht nur den Bewohnern Wuhans eine Stimme, sondern öffnet nun auch Herz und Hirn der deutschsprachigen Leser. Welch eine mutige Frau, welch ein Buch!

Was das „Wuhan Diary“ zeigt ist, dass im Reich der Mitte nichts mehr unbeweint, unbenannt, verschwinden und vergessen werden kann. Wenn jetzt eine Parteizeitung aus dem Testament eines am Virus Sterbenden lediglich den Satz „Meinen Leichnam vermache ich dem Land“ zitiert, gibt es eine Schriftstellerin, die ihrem millionenfachen Lesepublikum mitteilen kann: „Tatsächlich stehen in den letzten Worten noch weitere vier Zeichen: ‚Ach, meine Frau!‘. Hat die Zeitung für diese ‚kleine‘ Liebe nur Verachtung übrig?“ Es ist tragisch und paradox, dass ausgerechnet diese zutiefst menschliche, auf ihre Art patriotische Stimme zum Schweigen gebracht werden soll.

Ein letzter Eintrag sei zitiert, 5. März 2020, Vizeministerpräsidentin Sun Chunlan besucht ein Wohnviertel in Wuhan, wofür die Gegend aufpoliert, die Lebensmittel in den Läden aufgestockt werden. Fang Fang: „Heute erregt ein Video gewaltigen Aufruhr in Wuhan: Bei der Inspektion eines Wohnviertels durch eine Führungspersönlichkeit der Zentralregierung rufen Leute aus den umliegenden Wohnhäusern ,Fake! Alles Fake!‘. Die Führungspersönlichkeit bricht den Besuch daraufhin auf halbem Weg ab.“  Nun sage keiner, davon könne man hierzulande nichts lernen …

Über die Autorin: Fang Fang ist eine der bekanntesten Schriftstellerinnen Chinas. Sie wurde 1955 geboren und lebt seit ihrem zweiten Lebensjahr in Wuhan. In den vergangenen 35 Jahren hat sie eine Vielzahl von Romanen, Novellen, Kurzgeschichten und Essays veröffentlicht. Stets spielten die Armen und Entrechteten in ihren Werken eine große Rolle. 2016 veröffentlichte sie den von der Kritik gefeierten Roman „Weiches Begräbnis“, für den sie mit dem renommierten Lu-Yao-Preis ausgezeichnet wurde.

Hoffmann und Campe, Fang Fang: „Wuhan Diary. Tagebuch aus einer gesperrten Stadt“, Sachbuch, 352 Seiten. Übersetzt aus dem Chinesischen von Michael Kahn-Ackermann.

www.hoffmann-und-campe.de

  1. 9. 2020