Naked Lunch: Oliver Welter spielt Tom Stoppard

März 31, 2016 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

„Rosenkranz und Güldenstern sind tot“ in Bregenz

Felix von Bredow und Toks Körner Bild: ©anja koehler | andereart.de

Felix von Bredow und Toks Körner. Bild: ©anja koehler | andereart.de

Am Vorarlberger Landestheater hat am 8. April Tom Stoppards Komödie „Rosenkranz und Güldenstern sind tot“ Premiere. Im amüsanten Spiel rund um Shakespeares „Hamlet“ werden die beiden Nebenfiguren zu Hauptpersonen. Und das eröffnet einen völlig anderen Blickwinkel auf die wohl bekannteste Tragödie des britischen Barden. Von Hamlets Mutter Gertrud und König Claudius auf ihren alten Weggefährten Prinz Hamlet angesetzt, um ihn wieder ins Gleichgewicht zu manövrieren, stiften sie mehr Chaos als Ordnung. Neue Zweifel und Fragen entstehen – nicht nur für die beiden neuen Helden. Deren Schicksal ist freilich unabänderlich …

Die junge Hamburger Regisseurin Nele Weber will sich nun Stoppards genialem Spiel im Spiel im Spiel nähern. Und sie hat sich dafür zweier Rockstars versichert: Die um Rosenkranz und Güldenstern agierenden Figuren werden alle von den „Naked Lunch“-Protagonisten Oliver Welter und Alex Jezdinsky verkörpert. Sie sind König und König, Hamlet und Alfred, der Schauspieler und natürlich die Musiker – was die Realitätebenen für die Pechvögel noch weiter verschiebt. Rosenkranz und Güldenstern spielen Toks Körner und Felix von Bredow.

landestheater.org

Oliver Welter ist außerdem von Berlin bis Zürich mit Stermann und Grissemann und „Für die Eltern was Perverses“ unterwegs (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=12105, Termine: www.stermann-grissemann.at/termine/).

Wien, 31. 3. 2016

migrationshintergrund.am.arsch: Familie Tót

Januar 27, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

István Örkénys Politfarce als fabelhafte erste Produktion

Julia Schranz, Constanze Passin, Claudia Kottal, Anna Kramer und Rina Kaçinari Bild: Stefan Smidt

Julia Schranz, Constanze Passin, Claudia Kottal, Anna Kramer und Rina Kaçinari
Bild: Stefan Smidt

Heute klingt es fast wie ein Witz, dass István Örkény, der ungarisch-jüdische Autor, in der polnischen Botschaft in Budapest einen Asylantrag stellte. Da hatte er das Arbeitsbataillon an der Front schon hinter sich, Ungarn war ab 1941 Verbündeter Nazi-Deutschlands, auch die russische Kriegs- gefangenschaft und den Aufstand gegen die Sowjets. „Wir haben auf jeder Wellenlänge gelogen“, war später sein Statement nicht nur zum ungarischen Radio. Es folgte Schreibverbot.

Und dann entstand 1967 die Tragikomödie „Familie Tót“.

Der von Claudia Kottal und Anna Kramer neu gegründete Kulturverein „migrationshintergrund.am.arsch“ (MAA*) hat das Stück für seine Auftaktproduktion nicht nur erstmals nach Österreich, sondern auch nah an die Gegenwart geholt. Und weil Kultur auch Bildung sein muss, findet das Ganze in einer VHS statt, das heißt: in ihrer Dependance im Off Theater. Ungarischkurs ist, den kann jeder brauchen, sei’s für die Putzfrau oder den Zahnarzt oder um die donaumonarchistischen Wurzeln behandeln zu lassen. In Wien ist jeder Postmigrant. Kein Stammbaum ohne Ziagelbehm oder Zwiefelkrawótt. Darum geht’s auch. Und um Victor und wie er die Welt sieht. Man muss nur oft genug links abbiegen, um wieder rechts zu landen.

Die Damen vom Sprachkurs jedenfalls zeigen am Tag der offenen Tür das anrührende Schicksal der Tóts. Imre Lichtenberger Bozoki hat die Farce vom Feinsten inszeniert. Es ist tiefste Provinz im Zweiten Weltkrieg, und die Familie des ehrenwerten Feuerwehrhauptmanns Lájos Tót nimmt den Major des Sohns zur Sommerfrische auf. Man will dem Buben an der Front zu besseren Bedingungen verhelfen, aber die Land- wird zur Psychopartie, leidet der gestresste Militär doch an einer posttraumatischen Belastungsstörung, die er auf den Schultern der armen Tóts abarbeitet. Man macht gute Miene zum garstigen Spiel, bis … 

Das ist alles so tod- wie unernst gemeint. Zwischen hausgemachtem Vogelgezwitscher und Senkgrubendiskussionen wird die Lage von Nation und Union diskutiert. Die braune Suppe schwappt ja bald über. Der Major vergattert zum planwirtschaftlichen nächtlichen Schachtelfalten. Und weil schon Schnapsidee gibt’s in der Pause Pálinka. „Es genügt zu wissen, dass man einen Teil dieser Welt immer im Rücken hat“, sagt der Kriegsdienstversehrte. Da hört man sie, die orbanisierte Paranoia. Alle Terroristen sind letztlich Migranten. Aber, Paradoxon, seit Fidesz die Regierung formt haben eine halbe Million Ungarn ihre Heimat verlassen. Das Ensemble geht mit viel Spielfreude an Örkénys alte, neue Totalitarismusparabel heran.

Claudia Kottal und Constanze Passin sind die Eheleute, er verzweifelt wegen der Schlaflosigkeit, sie wegen neu gewonnener Kilos, der Gast will schließlich gut bekocht sein. Die Tochter, Anna Kramer, wächst dem schnittigen Soldaten, Suse Lichtenberger, immer mehr an die Brust. Die Jugend ist halt noch leicht zu formen, da kann man den Samen für Denunziantentum und innerfamiliäres Spitzelwesen säen. Weil, war der Herr Vater nicht immer schon ein seltsamer Mann? Quasi gegen die Parteinorm? Kottal spielt mit herrlich trotziger Verzweiflung den „subversiven Systemschädling“, ihr basses Erstaunen über den Thrill mit Drill spricht Bände. „Man kann nicht verhindern, dass einem etwas in den Sinn kommt“, sagt sie einmal. Kramer und Passin sind hinreißend als Fremdenverkehrsvenusfliegenfallen, während Lichtenberger sich über die Landeier blasiert großstädtisch langweilt. Der Major ist bald mittelschwer ang’rührt ob der vorgestrigen Verhältnisse. Fortschritt! Ungarn ist doch unaufhaltsam. Bis PiS ist es bereits gekommen, um „Recht und Gerechtigkeit“ kümmert man sich schon. Gähnen hat der Offizier übrigens streng untersagt. Für den müden Tót, dessen Motto Würde + träge = Würdenträger lautet, eine lebensbedrohliche Herausforderung …

Die MAA*-Truppe zeigt sich nicht nur als großartige Komödiantinnen, sondern mit Rina Kaçinari und ihrem Cello auch als Musikerinnen, als Geräuschkulisse von Käuzchen bis Katze, HipHop-Tänzerinnen und Akrobatinnen, also in jeder Hinsicht kulturell multitasking. Bianca Fladerer hat dazu eine Welt in Rot-Weiß-Grün erdacht, gestört nur durchs überdimensionale Tarnzelt, in der Lichtenberger Bozoki den Slapstick Achterbahn fahren lässt. Diese Produktion ist wirklich zum Lachen.

Und dann Julia Schranz. Sie gibt in der Persiflage die Politsatirikerin; „verkleidet“ als Senkgrubenräumer und Pfarrer und Briefträger grimassiert sie sich durch die mitteleuropäisch-magyarische Befindlichkeit. Der Briefträger, dieser Vitéz-László-Verwandte, ist der Spielmacher. Er hat sich selbst ermächtigt und verteilt die Post nach Gutdünken. Das wichtigste Telegramm isst er auf. Mit der Vernichtung der darin enthalten gewesenen Information beraubt er die Tóts ihrer Freiheit. Am Ende wird über ein zahmes Eichhörnchen des Sohnes philosophiert, das aus seinem Käfig in eben diese flüchtete. Obwohl doch in so guter Obhut! Man muss dem Volk nur lang genug das Gefühl geben, es sei an seinem Unglück selber schuld, dann funktioniert das mit der Obrigkeitsgläubigkeit schon. Die Schranz bespielt die ganze Bandbreite ihrer mannigfaltigen Möglichkeiten.

Dazwischen erzählt sie. Über Flüchtlinge und das Jahr 1956. Über Balog Zoltán, den calvinistischen Politikprediger, und seinen Geldtopf. Über Schlagersänger Kovács Ákos, und wie sein Streit mit der Telekom die ganze Staatsmacht rebellisch machte. Und warum Orbans Plumpsklo mit Blick auf ein Fußballstadion aufgestellt wurde. Die Senkgrubenräumerin hat den Stopfstecken fürs Hirn stets zur Hand. Weil, bei der Anbiederung an rechts ist die Obergrenze längst erreicht. Der MAA* überzeugt bei dieser ersten Mut-Probe seines Könnens auf der ganzen Linie. Dieses Theater hat uns gerade noch gefehlt. Bravo!

NEU: Es gibt bereits März-Termine von 9. bis 12. 3.!

www.maa.co.at

Trailer: www.youtube.com/watch?v=NzH8DufNPBM

Ab 9. Februar ist Claudia Kottal außerdem wieder im KosmosTheater in ihrem fulminanten Solo „Die Blonde, die Brünette und die Rache der Rothaarigen“ zu sehen, dazu ein Interview: www.mottingers-meinung.at/?p=15898

Wien, 27. 1. 2016

Claudia Kottal hat eine Theatertruppe gegründet

Januar 8, 2016 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

migrationshintergrund.am.arsch spielt „Familie Tót“

Familie Tót Bild: M.A.A.* Kulturverein

Familie Tót
Bild: M.A.A.* Kulturverein

Im Gespräch mit mottingers-meinung.at hatte Claudia Kottal angekündigt, eine neue Theatertruppe gründen zu wollen. Der Name, „migrationshintergrund .am.arsch“ (M.A.A.*), ist von Kottal und Mitgründerin Anna Kramer mit Ironie gewählt, weil „der Begriff eine Art Modeerscheinung ist und man es sich im Kulturbereich zur Aufgabe gemacht hat, sich mit ihm auseinanderzusetzen. Dabei beinhaltet die vermeintlich politisch korrekte Bezeichnung an sich bereits eine Ausgrenzung“.

M.A.A.* zeigt nun ab 14. Jänner im OFF Theater seine erste Produktion: „Familie Tót“, eine Tragikomödie, eines der wenigen Theaterstücke des ungarischen Autors István Örkény. „Es ist in Ungarn sehr bekannt, der Stoff ist auch ein Filmklassiker, nur in Österreich wurde es noch nie gespielt. Ich kenne so viele tolle Stücke aus Osteuropa und will noch mehr entdecken“, sagt Kottal. „Das ist eben das, was wir tun wollen: hierzulande unbekanntes Theater, vor allem aus dem Balkan, zeigen.“ Und gegebenenfalls auch selbst übersetzen.

Inhalt von „Familie Tót“:  Die Familie des ehrenwerten Feuerwehrhauptmanns Lájos Tót erwartet sehnsüchtig die Rückkehr des geliebten Sohnes von der Front. Doch stattdessen besucht sie sein Vorgesetzter – der Major – zur Erholung von den psychischen Strapazen der gnadenlosen Kriegshandlungen. Die Tóts stimmen zu, den Major für zwei Wochen bei sich in ländlicher Idylle aufzunehmen, für ihn zu sorgen, ihn zu pflegen und ihm jeden Wunsch von den Lippen abzulesen. Denn die Hoffnung, er würde danach den Sohn aus Dankbarkeit von der Front in eine sichere Schreibstube versetzen, beflügelt die Familie zu untertänigsten Diensten. Es sind ja „nur“ zwei Wochen, aber der Major will und will sich nicht zufrieden zeigen…

Regie führt Imre Bozoki Lichtenberger, die Musik macht Cellistin Rina Kaçinari. Es spielen – ausschließlich Frauen – Claudia Kottal, Suse Lichtenberger, Anna Kramer, Constanze Passin und Julia Schranz.

www.maa.co.at

karten@maa.co.at

Claudia Kottal im Gespräch: www.mottingers-meinung.at/?p=15898 Ihre Erfolgsproduktion „Die Blonde, die Brünette und die Rache der Rothaarigen“ wird am 9. Februar im KosmosTheater wiederaufgenommen.

Wien, 8. 1. 2016

Schauspielhaus Wien: Als ich einmal tot war …

Oktober 23, 2014 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

… und Martin L. Gore mich nicht besuchen kam

Steffen Höld Bild: © Alexi Pelekanos / Schauspielhaus

Steffen Höld
Bild: © Alexi Pelekanos / Schauspielhaus

Uuuund der erste Preis für den längsten Stücktitel des Jahres geht an: Daniel Mezger. Weitere Auszeichnungen müssen folgen, denn was Steffen Höld und sein Regisseur und Live-Gitarrist Klemens Gindl im Nachbarhaus des Schauspielhaus Wien abgehen lassen, ist einfach nur geil. Ja, zugegeben, das hat auch mit ein paar Teenie-Erinnerungen zu tun, gehörten doch „People are People“ und „Master and Servant“ zu den ersten Clips, die in Österreich auf MTV zu sehen waren (den weißen Fake Fur mit den Lichtern will ich, nebenbei bemerkt, haben, liebe Anna Panzenberger, wenn ihr einmal Fundusflohmarkt machen solltet 😉 Gut, sie haben immer Music for the Masses gemacht, und in manchen Phasen ihres Schaffens war es besser to Enjoy the Silence. Aber was waren wir verliebt in den blondgelockten Engel Martin, immer ein sanftes Lächeln auf den Lippen, immer in eine erotische Mischung aus schwarzer Spitze und Leder gehüllt. Und daneben ein volltätowierter Gruftie, der sich ins Mikro basste. Aber, Dave, konnten wir ahnen, dass dich das zu Your own Personal Jesus macht? Ein Song, so gut, dass er von Johnny Cash gecovert wurde …

Da steht er nun also, Steffen Höld als Dave Gahan und hat gleich mehrere Pläne nicht. Heißt: überhaupt keinen Plan. Das kann einem schon passieren, wenn man sich 1995 die Pulsadern aufgeschnitten, 1996 einen Speedball gespritzt hat und deshalb zwei Minuten klinisch tot war und stolz !!! darauf ist – und einem 2009 ein bösartiger Blasentumor entfernt wurde. Dabei war der Plan damals, daheim in Basildon, ganz einfach: Rockstar werden und sich dann eine Kugel in den Kopf schießen. Statt dessen: ewige Diskussionen mit Martin Gore über Synthesizer vs Stromgitarre. Die Chance auf Aufnahme in den Club 27 verpasst, schöner Mist. Und dabei geht’s nicht einmal nur um Jimi, Jim und Janis. Nein, Kurt Cobain hat sich erschossen! Da kann einen mit 52 doch nur der Neid fressen. „Das war mein Ding!“, schreit Höld/Gahan ins Mikrophon. Und dann kommt dieser Scheiß-Grunger mit seinen Jesushaaren und glaubt, er kann sich alles erlauben. Sorry, aber man muss lachen. Da fehlt nur noch der Selfieschussapparat. Mezgers großartig witziger Text ist eine einzige Satire auf die Rockreichen und -schönen. Und der fabelhafte Höld trägt die Story, im berühmten Ruderleiberl oder im Sakko oder eingehüllt in einen „Pelz“mantel aus Egomanie und Allüren, hat sich Gahans große Bühnengesten nicht abgeschaut, sondern anverwandelt, geht auch einmal durch die Reihen seiner Fans, die ganze Zeit mit der Nervosität eines Rennpferds, und hat eine neue Disziplin erfunden: albquatschen.

Diesen Erguss – ein anderer kommt nämlich nicht, so sehr sie sich auch abmüht – muss Britney Spears über sich ergehen lassen. Die hat Gahan vor einem Club getroffen oder ist bei ihr oder bei sich zu Hause. Ist 1996 oder jetzt. Ist jenseits von Zeit und Raum und Wie und Warum. Leckt sich seine Wunden wie es der Zusammenhang tut, der ihm zu seinem Leben fehlt. „Wo war ich?“, ist der so bildhaft wie buchstäblich gemeinte Refrain des Stücks. Aber: Gahan hat aus der 27er-Sache eine Lehre gezogen: „Wir Großen sterben nicht.“ Umso größer ist die Leere rundherum. Könnte man sich nicht an zwei Themen abarbeiten: Martin „Mastermind“, der alles hat und alles besser kann, dieser Perversling. Höld gestaltet herrliche Zwiegespräche zwischen dem lakonischen Intellektuellen und der exaltierten Rampensau. Und den Zwei-Minuten-Tod. Aus dem einen Dr. House persönlich ins Diesseits zurückholte. Die schönste Stelle des Stücks – zumindest für unsereinen – ist ein Press Junket, an dem von Times bis taz alle teilnehmen, nur um über Nahtoderfahrungen und ähnlichen Pofel zu reden – „Hast du ein Licht gesehen?“ Dann kommt die nächste Journalistengruppe rein, erster Satz: „Dave, wie geht es dir?“ – „Also, nachdem ich ja zwei Minuten klinisch tot war …“ Bravo, genau so ist es! Alles schon selbst durchlitten. Fremdschämen statt sinnvoll-künstlerische Fragen stellen.

Während Höld/Gahan lustvoll an seinem selbstgezimmerten imaginären Kreuz hängt, erzählt Britney von ihren biederen Haus-mit-Vorgarten-Wünschen, von ihrer Sehnsucht nach einem normalen Leben. Dazu hätte er zu viele Tattoos, meint Gahan. Und geht ab. Wenn er beim nächsten Konzert wieder über den trottelig in seinen Gottespfaden herumlungernden Fletch (alias Andrew Fletcher) fällt, na, dann wird er aber … Just Can’t Get Enough (ich WEISS, das war noch von Vince „Erasure“ Clarke), aber leider gibt’s am Theater ja keine Zugaben. A Pain That I’m Used To.

Eine Anekdote noch. Sie ist wirklich wahr. Wenn „Wetten, dass …“ in Salzburg gastierte, quartierten sich die Stars gern in einem Hotel außerhalb der Stadt ein. Man war an Extras aller Art gewöhnt. Eines Tages, so erzählte der Hoteldirektor, zogen Depeche Mode ein. Dazu muss man erklären, es handelt sich um eines dieser Häuser, wo Geschäftsleute schon frühmorgens in Anzug und Krawatte Grapefruit löffeln. Depeche Mode hatten keine Sonderwünsche, wollten kein Breakfast auf den Zimmern. Sie wollten es nur bequem – und erschienen in den Hotelschlapfen, Trainingshosen und Unterleiberln im Frühstücksraum. (Fast) alle Peckerln sichtbar. Empörung! Doch der Direktor erklärte seinen illustren Gästen: „Die sind so. Die sind Rockstars.“ Und brav gingen sich die Anzügler Autogramme holen.

www.schauspielhaus.at

Wien, 23. 10. 2014

Romeo und Julia sind tot

August 23, 2013 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Nachwuchs-Wettbewerb in der Drachengasse

3903316620_bb3bbae971_bDas Thema Liebe – seit tausenden von Jahren ein Dauerbrenner. Die scheinbar privateste Sache der Welt – immer schon gesellschaftlich definiert, politisch vereinnahmt. Und heute? Wie die Bilderflut aus Werbung, youporn und Co. bewältigen? Wie im Spannungsfeld zwischen romantischem Ideal und coolem Sex – beide oft unerreichbar – den eigenen Weg finden? Das Wiener Theater Drachengasse lädt junge TheatermacherInnen ein, Konzepte für Kurzprojekte zum Thema einzureichen. Die drei spannendsten Projekte/Gruppen erhalten die Gelegenheit, drei Wochen im Theater Drachengasse zu proben und anschließend ihre Arbeit in einer Spielserie von 16 Tagen zu präsentieren. Die GewinnerInnen des Wettbewerbs werden über Juryentscheid bzw. Publikumsabstimmung ermittelt. Der Jurypreis beträgt auch heuer wieder € 5.000,-, zur Verfügung gestellt vom Kuratorium für Theater, Tanz und Performance in der Stadt Wien für die weitere Ausarbeitung des Projektes. Die Drachengasse stellt Bar&Co samt Infrastruktur für die Aufführung in der kommenden Saison zur Verfügung. Der Publikumspreis beträgt € 1.000,-.

Die Drachengasse bietet:
Budget:
5000 € pro realisiertem Projekt (beinhaltet Projektentwicklung und 16 Spieltage)
1000 € Prämie für den Gewinner/die Gewinnerin des Publikumspreises
5000 € Prämie für den Gewinner/die Gewinnerin des Jurypreises
Proberaum für 3 Wochen
Projektbegleitung: Katrin Schurich. Dramaturgische und organisatorische Betreuung: Beate Platzgummer. Produktionsleitung: Johanna Franz. Technische Leitung: Gordana Crnko. Bühne: 3,5 x 5 m, technische Grundausstattung vorhanden. Werbung, Marketing.

Projektbeschreibung:
Dauer: 20 Minuten. Bitte keine Monologe!
Abgesehen vom allgemeinen Thema „Romeo und Julia sind tot.“ keine inhaltlichen Vorgaben.
Teilnehmer: TheaterkünstlerInnen in Ausbildung oder am Beginn ihrer Berufslaufbahn
Fokus auf Text, Schauspiel und Regie (minimale bühnentechnische Anforderungen)

Einreichfrist: 12. November 2013, Spielzeit: 2. -21. Juni 2014
Unterlagen:
Name und Kontakt der Gruppe
Projektbeschreibung (maximal 1 Seite)
Info über Mitwirkende (Name, Alter, Kurzbiografien inkl. Ausbildung)
Zu richten an: newcomer@drachengasse.at oder per Post an Theater Drachengasse, 1010 Wien, Fleischmarkt 22, Kennwort: „Newcomer“

www.drachengasse.at

Wien, 23. 8. 2013