Volksoper: König Karotte

November 24, 2019 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Geniestreich mit Gemüse-Coup d’État

Jetzt regiert das Gemüse: Sung-Keun Park als König Karotte mit seinem grimmigen Grünzeuggefolge. Bild: © Barbara Pálffy / Volksoper Wien

Dass jede Ähnlichkeit mit orangegesichtigen Politikern erwünscht und bestimmt nicht zufällig ist, klärt sich spätestens bei den von Marco Di Sapia gesungenen Couplets über Donald und Boris. Dem Casinos-Postenschacher ist selbstverständlich auch eine Strophe gewidmet, so frisch, dass Di Sapia sie von einem aus dem Souffleurkasten gereichten Blatt ablesen muss. Da sind die Lacher auf seiner Seite, ja, es stimmt, jedes Volks hat die Vertreter, die es via Wahl selbst verschuldet, und wieder erinnerlich wird,

dass es in Österreich sogar eine Partei oranger Farbe gibt, die politische Südfrucht, seit ihre Sonne vom Himmel fiel, freilich zu ein paar Früchtchen verschrumpelt. Die nationale Losung jedoch ist längst nicht so passé wie ihr Bündnis. Sie wird von immer neuen Schülern hoch und heilig und mittelmeerfarben gehalten, und honi soit …, wenn Regisseur Matthias Davids den Chor als biersüffelnde Burschenschafter auf die Bühne stellt, damit das Ganze von Anfang an Schmiss hat. Dies Ganze, ein Gesamtkunstwerk ist „König Karotte“, Opéra-bouffe-féerie aus den Federn von Jacques Offenbach und Librettist Victorien Sardou, die Koproduktion mit der Staatsoper Hannover gestern an der Volksoper zur Wiener Premiere gebracht.

Davids hat die Musiktheaterrarität zum 200. Geburtstag des Komponisten als durchgedrehtes Kaleidoskop voll aktueller Anspielungen inszeniert, erstaunlich außerdem, wie wenig Sardous bissige Kommentare zu Populismus, Opportunismus, Machtmissbrauch und dem schnellen Seitenwechsel der Masse an Brisanz verloren haben. Nicht nur die Corps-Geister erscheinen da beinah gegenwärtig, sondern auch Sätze von Di Sapias wendehälsischem Polizeichef Pipertrunck, der in jeder zweiten Szene sein „Ich bin zu euch übergelaufen“ verkündet, aber auch das Kabinett davor warnt: „Ohne uns kippt die Karotte nach links.“

Die Gartenmöhre also. Kommt aus ebendiesem des Regenten Fridolin XXIV., der Blaublüter ein verwöhnter Partyprinz, der sich mit seiner ruinösen Spaßgesellschaft vergnügt, so dass mit dem Hof kein Staat mehr zu machen ist. Fridolins Capricen haben das Reich in den Bankrott getrieben, der verarmte Adelsmann soll daher nach dem Willen seiner Berater mit der begüterten Prinzessin Kunigunde vor den Traualtar treten. Doch noch einer schmiedet Regierungspläne. Der gute Geist Robin will den verschwenderischen Herrscher als Erziehungs- maßnahme vom Thron stürzen, gerade Recht kommt ihm da der Rachedurst der bösen Hexe Kalebasse, die das Problem bei der Wurzel packt – und dieselbe aus ihrer finsteren Unterwelt ans Licht und zum König befördert.

Die Hexe holt die Wurzeln ans Licht: Christian Graf und Sung-Keun Park. Bild: © Barbara Pálffy / Volksoper Wien

Karotte inspiziert sein mittels Zauber erobertes Reich: Sung-Keun Park. Bild: © Barbara Pálffy / Volksoper Wien

Die Verlobte ist zum Feind übergelaufen: Julia Koci und Mirko Roschkowski. Bild: © Barbara Pálffy / Volksoper Wien

Ein Staats-Streich vom Feinsten ist das, wenn das vegetabile Gefolge mitten durch die Zuschauerreihen Richtung Palast stapft, Lauch, Rote Rübe, Radieschen und Zwiebel dabei wahrlich keine Gemüsebeetbrüder, sondern per dunkler Sonnenbrille als sinistre Geheimdienstler ausgewiesen. Mit einem Propagandazauberspruch macht Kalebasse die Einwohner von Krokodyne gefügig – et voilà: Fridolin und Freunde flüchten … Frech und frisch setzen Matthias Davids und Dirigent Guido Mancusi den Offenbach-Sardou’schen, schier uferlosen Ideenreigen um, der vom antiken Pompeji über einen Ameisenstaat bis zu einer Affeninsel, in ein Turmverlies, eine Magierwerkstatt und zu einem Aufstand der Ritterrüstungen führt. Mit Mancusi am Pult mäandern Sänger wie Orchester meisterlich durch den musikalischen Mix aus großen Arien und noch riesigeren Chorsequenzen, Auftrittscouplets, Lautmalerei, Schlagern, sinfonischen Momenten und Schubert-Zitaten.

Hinreißend sind die Grünzeugkostüme von Susanne Hubrich, in denen allen voran Hausdebütant Sung-Keun Park als König Karotte gesanglich wie darstellerisch alles gibt. Der koreanisch-stämmige Buffo-Tenor bewältigt die sehr hohe Partie sozusagen spielend, er lässt nicht nur die Stimme, sondern auch die Körpersprache zwischen Machtwahn und kühlem Kalkül changieren, oder krakeelt in einer Art Pflanz-Kauderwelsch, weil nicht viel im, wer einen Karotten-Kopf hat. Hängen ihm anfangs noch die Stängelblätter aus dem Hosenschlitz, und wieder ist jede Ähnlichkeit mit einem präsidialen Reißverschluss …, wird er die Rübe am Ende ohnedies einziehen müssen.

Mirko Roschkowski ist ein fabelhafter Fridolin, der als berufsjugendlicher Genusssüchtler mal am Megajoint, mal an der Hopfenkaltschale nuckelt, der seinen mal weich fließenden, mal strahlenden Spinto schön zur Geltung zu bringen weiß – und darüber hinaus ein grandioses Talent für verzweifelte Komik besitzt. Ihm in nichts nach steht Juli Koci, die die Prinzessin Kunigunde zum burschikosen It-Girl macht, das seine sexy Vorzüge zu seinem Vorteil einzusetzen weiß, bevor sie im Wortsinn von der Karotte verzaubert ist, und deren Pfahlwurzel, als wär’s ein Phallus, liebkost. Große Klasse, wie Kocis Temperament über weite Strecken die Aufführung dominiert! Besonderen Publikumszuspruchs durfte sich Amira Elmadfa erfreuen, die als guter Geist Robin in Windeseile durch den Bühnenparcours turnt, und dabei ihren Mezzo so kraft- wie gefühlvoll klingen lässt.

Partyprinz meets adeliges It-Girl: Julia Koci als Prinzessin Kunigunde und Mirko Roschkowski als Fridolin XXIV. Bild: © Barbara Pálffy / Volksoper Wien

Der Hofstaat steht Kopf: Josef Luftensteiner, Marco Di Sapia, Mirko Roschkowski, Jakob Semotan und Boris Eder. Bild: © Barbara Pálffy / Volksoper Wien

Man sucht Rat bei Zauberer Quiribibi: Christian Graf mit Marco Di Sapia, Johanna Arrouas, Mirko Roschkowski, Amira Elmadfa und Yasushi Hirano. Bild: © Barbara Pálffy / Volksoper Wien

Der Karotte geht allmählich der Saft aus: Sung-Keun Park, Boris Eder, Julia Koci und Franz Suhrada als Kammerherr Psitt. Bild: © Barbara Pálffy / Volksoper Wien

Johanna Arrouas gestaltet mit leichtem, luftigen Sopran das in Fridolin verliebte, von Kalebasse eingekerkerte Burgfräulein Rosée-du-Soir als herzgewinnende Optimistin, und eine drollige Pointe ist, wie sie ihre Koloraturarie à la Olympia vorträgt. Christian Graf glänzt einmal mehr als Drag Queen, als maliziöse Hexe Kalebasse, die ihr Busensausen mittels Zauberstab up-pusht, und als sich in seine Bestandteile zerlegender Zauberer Quiribibi – die Szenen mit Graf wie stets komödiantische Kabinettstücke, etwa, wenn er das Gemüse mit ausladender Geste aus der Erde dirigiert und die Pflanzenzombies so zu ihren ersten Schritten auf dieser einlädt.

Zu Marco Di Sapias großartigem Pipertrunck gesellen sich als Hofnarren-Quartett: Boris Eder als geckenhafter, dem Geld nachjammernder Schatzmeister Baron Koffre, Jakob Semotan als kriegsversehrter Schlachtenminister Marschall Track, Josef Luftensteiner als furchtsamer Geheimrat Graf Schopp – und Yasushi Hirano als Schwarzmagier Truck, wobei dessen Bassbariton im Gesprochenen – Achtung: Running Gag – auf Japanisch erdröht. „König Karotte“ an der Volksoper erweist sich als Geniestreich mit Gemüse-Coup d’État; das Ensemble erfreut, abgesehen von der sängerischen Brillanz, mit seiner überbordenden Spielfreude.

Ein kurzweiliger, dreistündiger Abend, bei dem Politsatire und absurder Witz perfekt ineinandergreifen, der aber, quietschbunt und fröhlich, wie er ist, auch für die jüngsten Volksoperngeher gut funktionieren wird. Zum Schluss wird, als das Gelbwesten-Volk endlich aufbegehrt, der seit einiger Zeit vor sich hinwelkende Wurzelschrat zurück ins Beet verbannt – eine Utopie, wie zu wünschen wäre.

Kurzeinführung: www.youtube.com/watch?v=6JEkRSYH2Q0  www.youtube.com/watch?v=JWvcbmMDHBU

Regisseur Matthias Davids und Dirigent Guido Mancusi im Gespräch: www.youtube.com/watch?v=tM9xNxYAZvo

Die Solistinnen und Solisten im Gespräch: www.youtube.com/watch?v=N4tt2i5oq4Q               www.volksoper.at

  1. 11. 2019

Sunset

Juni 17, 2019 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Wohl behütet in den Weltuntergang

Juli Jakab als Írisz Leiter. Bild: 2018 Laokoon Filmgroup – Playtime Production

Eine Theorie hat man wohl, was den Verbleib von Kálmán Leiter betrifft, den seine Schwester Írisz immerhin 142 Minuten lang sowohl sucht wie scheut, eine Theorie, die mit einem Wechsel von Frauen- zu Männerkleidung und zurück zu tun hat, und mit einem grausigen Beinah-Lächeln zum Ende. Folgt man diesem Gedankenspiel, dann bedeutet László Nemes‘ neuer Film „Sunset“ nicht, dass es

Pseudoschizophrenie als Krankheitsbild, sondern, dass es tatsächlich das Böse in der Welt gibt. Allerdings, seit Freitag in den Kinos, kann sich jeder selbst zur Interpretation des enigmatischen und in seiner Langsamkeit gewollt enervierenden Thrillers aufmachen, in dem Nemes das Budapest der K.u.K.-Monarchie im Sommer 1913 beschwört. Wobei sich der ungarische Regisseur einer ähnlich radikalen Ästhetik, erneut des klaustrophobischen Stils von Kameramann Mátyás Erdély bedient, wie bei seinem Oscar- und mit weiteren 40 Preisen prämierten Erstling, dem aufsehenerregenden „Son Of Saul“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=18149) über das Schicksal eines Auschwitz-Häftlings. Wie vor drei Jahren das Gesicht von Géza Röhrig rückt er nun das von Juli Jakab in den Mittelpunkt, ihre keine Regung zeigenden Züge, ihre dafür umso beredteren Augen fotografiert in sepiafahlem Licht auf 35-mm-Material.

Rund um sie eine Ahnung der Prachtfassaden und Prunkplätze der Donaumetropole, zur Protagonistin in Unschärfe gehaltene Darsteller, schwüle Hitze, schweißnasse Haut, von Kutschen aufgewirbelte Staubwolken. Bald wird es an diesen Bildrändern zu Morden, Mädchenhandel und Sadomaso-Hingabe kommen, wobei all das seltsam schlafwandlerisch (siehe Christopher Clarks Sachbuch, Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=6715) und ergo mit einer eigentümlich hypnotischen Schönheit abläuft, die Endzeit im Habsburgerreich ein Ausharren bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs. „Blut wird diese Woche hier fließen“, sagt einer der sinistren Männer, die Írisz ab ihrer Ankunft in der Stadt umkreisen, und deren Dämonie die Décadence der besser situierten Kreise konterkariert, deren Verkommenheit aber auch die Verheißung einer gesellschaftlichen Veränderung in sich trägt. „Du bist es, die uns geweckt hat“, raunt ihr jemand zu.

Die Handlung von „Sunset“ ist ein verwinkeltes Labyrinth, an dessen Ausgang alle Fragen offen sind. Nemes treibt sein Spiel mit dem Ausschnitt weiter, von bildlich zu sinnbildlich, und ebenso bruchstückhaft und doppeldeutig, wie er die Historie preisgibt, so auch die Geschichte seiner Heldin, von der man so gerne glauben möchte, sie sei ein Backfisch, den es in eine gefährliche, brutale Gesellschaft verschlägt. Doch Írisz Leiter ist selbst geheimnisumwittert. Von Triest, wo sie in einem Waisenhaus aufwuchs, nach Budapest gekommen, bewirbt sie sich als Modistin in edelsten Hutsalon für die High Society – Leiter, denn das Luxuskaufhaus gehörte einst ihren Eltern, die bei einem Brand um Leben kamen, als Írisz ein Kleinkind war.

Bild: 2018 Laokoon Filmgroup – Playtime Production

Bild: 2018 Laokoon Filmgroup – Playtime Production

Nach vergeblichen Versuchen des nunmehrigen Inhabers Oskar Brill, Vlad Ivanov als blasiert-besorgter Großbürger, die junge Frau loszuwerden, arrangiert man sich. Mehr und mehr gerät Írisz aber in den Bannkreis ihres älteren Bruders Kálmán, von dessen Existenz sie bis dato nichts wusste, und der ihr gegenüber als „Wilder“, als eine Art Räuberhauptmann, der eine Schar meuchelnder Krimineller um sich versammelt hat, ausgewiesen wird. Schwer schwebt im Raum, bei der Gruppe könnte es sich um anarchistische Umstürzler, um Revolutionäre gegen Österreich-Ungarn oder um Nationalisten handeln. Dass sich da Dinge vorbereiten, die als Synonym für die kommende europaweite Katastrophe stehen, ist schnell klar.

Umso unangenehmer für Brill, der kaiserliche Hoheiten (Tom Pilath und Susanne Wuest) zum Einkauf erwartet – von Hüten für die Damen bis einer Auserwählten unter seinen Angestellten für die Herren. Deren letzte, den „Unfall Fanni“ sieht Írisz ebenso kurz, wie die verrückt gewordene Gräfin Rédey (Julia Jakubowska), deren Ehemann Kálmán getötet hat. Bei ihren Nachforschungen nach diesem stolpert Írisz durch bizarre Abendgesellschaften, die in Chaos und Gewalt versinken und bei denen Lehárs „Da geh‘ ich ins Maxim“ mal in ungarischer Sprache zu hören ist, wird Modell bei einer skurrilen Hutanprobe vor barfüßigen Würdenträgern und schließlich Zeugin des Überfalls auf das Schloss der Rédey.

Wobei sich der noch immer von niemandem gesehene Kálmán als Retter der zur Schändung freigegebenen Mädchen entpuppt. „Er hat schon als Kind den Schrecken in der Welt gesehen, aber er kam aus ihm selbst“, heißt es über den im Verborgenen Agierenden an einer Stelle. Derart istSunset“ ein Film voller Ambivalenzen und Allegorien, Metaphern und Mehrdeutigkeiten. Nicht nur die ausladenden, überladen verzierten Hüte stehen für einen von wenigen gepflegten Pomp, der ein Weltreich schlussendlich zerschlug. Es ist nicht neu, in einem Europa vor 1914 – nach außen reich und glanzvoll, doch dessen Tanz auf dem Vulkan längst Wirkmacht  destruktiver Kräfte – eine Warnung für die heutige Zeit zu sehen. László Nemes‘ Statements zum Film legen dies einmal mehr nahe.

Die Meisterschaft seines Films liegt aber nicht in historischer Analyse, sondern im Schaffen einer Mystery-Atmosphäre, die den Betrachter an den Rand seiner Nervenleistung bringt. Herausragend ist Juli Jakab, die dem bohrenden Blick von Mátyás Erdélys Kamera mit all der Anstrengung standhält, die einem eine solche kräftezehrende Aufgabe abverlangt. Den in Flammen aufgehenden Familiensitz der Rédey wird ihre Írisz klar und kraftvoll und mit einem merkwürdig triumphalen Lächeln verlassen. In der letzten Einstellung von „Sunset“ hat die Kamera sie verloren, muss sie erstmals suchen, da bewegt sie sich durch einen Schützengraben, Bombeneinschläge sind zu hören, Verwundete zu sehen. Und dann Írisz in einem Unterstand in Schwesterntracht. Und wieder spielt dieser irritierende Ausdruck um ihre Lippen …

www.sonyclassics.com/sunset

  1. 6. 2019

aktionstheater ensemble: „6 Frauen 6 Männer“ im Kosmos Theater Wien

Januar 18, 2019 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Satirische Suche nach Selbstbildern

Anti-Helden im Feinripp: Andreas Jähnert, Benjamin Vanyek, Sascha Jähnert, Fabian Schiffkorn, Thomas Kolle und Peter Pertusini. Bild: Gerhard Breitwieser

Nicht, dass es nicht klar gewesen wäre, aber einmal mehr zeigte sich gestern Abend, dass es so viel besser ist, eine Frau zu sein. Weil als solche trinkt man Sekt gleich flaschenweise, während die Männer sich mit Sprudelwasser begnügen müssen. Überhaupt ist’s, als träfen wilde Bacchantinnen auf ein Therapiegrüppchen, hie Ekstase, da Krampf, die Frauen grölen anstößige Lieder, die Männer geben einander Tipps zum Massieren von Rosen. Damit die sich öffnen.

Und ja, es wäre zu schön, um wahr zu sein, hätten sie das doppeldeutig gemeint. Also … Zum 30-Jahr-Jubiläum des aktionstheater ensembles hat dessen Mastermind Martin Gruber die aktuelle Produktion „Die wunderbare Zerstörung des Mannes“ und die 2015 für den Nestroy-Preis nominiert gewesene „Pension Europa“ zum Abend „6 Frauen 6 Männer“ verknüpft, derzeit zu sehen im Kosmos Theater Wien. Wie stets beweist Gruber damit Gespür für die Themen der unmittelbaren Gegenwart – von Genderfragen und Rollenklischees bis zu Grenzziehungen und gesellschaftlichen Exklusionen. Entstanden aus Recherche und Selbstbefragung, für die aktuellen Termine textlich und inszenatorisch neu bearbeitet und musikalisch neu interpretiert, hebt Gruber doch zwischen Teil eins und zwei die Ähnlichkeiten in den Unterschieden hervor.

Sie reichen von Sexproblemen bis Körperunzufriedenheit, von der Suche nach einem Selbst- bis zum unangenehmen Fremdbild, Wurzel allen Übels das gegenseitige Missverstehen der Geschlechter – solcherart präsentieren die Performerinnen und Performer ihre unerbittliche Bestandsaufnahme, die Streitpunkte und die Schnittmengen, machen mit beißendem Witz das Politische zum Privaten und das Private zum Politischen, immer hart an der Kante von Selbsterkenntnis und Rollenspiel, und wie immer als theatrale Verdichtung von Sprache, Musik und Choreografie zu einem großen Ganzen.

Den Anfang machen die Männer, Andreas und Sascha Jähnert, Thomas Kolle, Peter Pertusini, Fabian Schiffkorn und Benjamin Vanyek, begleitet von Musikerin und Sängerin Nadine Abado mit ihrem Projekt PH LION. In weißer Feinrippwäsche und mit einer beständigen „Wohin mit den Händen?“-Bewegung beginnt das Abklopfen von Männlichkeitsstereotypen, wobei nicht nur der ewig untote Machismo, sondern auch „der neue Mann“ satirisch aufs Korn genommen wird. Eine so grandiose wie gnadenlose Nabelschau ist das geworden, Alltagsbeobachtungen als Essenz kredenzt, ein Auflisten von Versagensängsten und erotischen Albträumen, von ödipalen Komplexen und unheilbarer Hypochondrie.

Kirstin Schwab, Alev Irmak und Michaela Bilgeri, die im Kosmos Theater mit Gipsbein spielt. Bild: Felix Dietlinger

Will die Frau in sich erspüren: Thomas Kolle mit Benjamin Vanyek. Bild: Gerhard Breitwieser

Die Darstellung der diversen Identitätskrisen ist Hochleistungssport, bald haben sich die sechs schweißnass gearbeitet, wenn sie übers Anforderungsprofil Held auf weißem Hengst, handwerkliches Universalgenie, perfekter Hausmann, Liebhaber sowieso sinnieren. Von Baumarktgesprächen geht’s zum Reproduktionsurinstinkt, mag nicht einfach sein, sich mit einem Körperteil mit Eigenleben, oder im schlimmsten Fall keinem mehr, zu arrangieren, zum Quotenlosertum. Nicht umsonst, konstatiert der Schnelle-Fick-Typ Fabian, sei Versager ein männliches Wort. Wozu es allerdings zu sagen gilt, dass sich im Synonymlexikon dieser Tage unter „Frau“ nach wie vor die Begriffe Dienstmagd, Bettgenossin, Flittchen, unter „Mann“ hingegen die Vergleiche Herr der Schöpfung, das starke Geschlecht, Mannsbild finden.

„Ich weiß ja nicht einmal, wie ich eine Frau in der Nacht auf dem Gehsteig überholen soll, so dass sie keine Angst vor mir hat …“, fragt sich der sensible Sascha, während Peter im Furor sein Mann-Sein zwischen die Beine klemmt, um „die Frau in mir“ zu erspüren. All diese Verstörungen werden zwar höchst empathisch dargeboten, aber weil Buben von klein auf Konkurrenz getrimmt werden, kommt’s zu Aggression, Schlägerei und Rudelringkampf. Benjamin, der einzige Widerpart, der einzige Schwule, und auch das ein Klischee, resümiert immer öfter: „Und warum erzählst du das jetzt?“, sein Tonfall genervt, seine Haltung ein klares Mit-denen-nichts-zu-tun-haben-Wollen. Doch die Videoprojektionen von Claudia Virginia aka Dornwittchen changieren schon zwischen bissigem Rottweiler und blutigem Schmetterling, so wie sich der Chauvinismus in einen Tanz mit Cheerleader-Pompons verwandelt.

Sechs Männer, sechs Sichtweisen, da ist logisch, dass kein Konsens gefunden wird. Es mag einem ein wenig die Stringenz des Gezeigten abgehen, aber wenn Nadine Abado die vorgeführte Selbstdekonstruktion in ihren fantastischen Livegesang übersetzt, so geht das tief unter die Haut. Nicht weniger irrwitzig, ebenso poetisch und um einiges schamloser zeigen sich Michaela Bilgeri, Susanne Brandt, Alev Irmak, Isabella Jeschke und Kirstin Schwab danach in „Pension Europa“, erste mit Gipsbein und von ihren Mitstreiterinnen im Rolli geschoben. Aisah Eisa singt zum Spiel ihre selbstverfassten Songs über die Suche nach dem Paradies. In nudefarbenen Dessous, die Brandt trägt darunter selbstironisch Shapewear, werden nun weibliche wahre Bekenntnisse und erdichtete Geständnisse offenbart.

Und wie bei den Männern sind diese haarscharf an der Peinlichkeit und knapp vorbei an der Plattitüde, was vor wie nach der Pause beim Publikum für höchstes Amüsement sorgt. Wie’s seine Art ist, schafft es Gruber tiefsinnig durch Untiefen, liefert er Humor mit Hintersinn und ins Absurde verpackt eine messerscharfe Analyse. Auf ebenfalls fast leerer Bühne, rechts ein Kleiderständer mit Brautmode, an der Rückwand wächst und gedeiht Felix Dietlingers Video-Blume, gestalten die Schauspielerinnen ausdrucksstarke Körperbilder, eine Selbstverteidigungschoreografie, Aktionismus mit „Stacheldraht“ à la Pjotr Pawlenski, was Kirstin Schwab gründlich missrät, weil ihr, meint sie, zum einen die asketische Christus-Attitüde des russischen Konzeptkünstlers abgeht, und zum anderen in Österreich für eine gelungene Performance zu wenig gelitten wird.

Selbstverteidigungschoreografie: Susanne Brandt, Aisah Eisa, Michaela Bilgeri, hier noch ohne Rolli, Isabella Jeschke, Kirstin Schwab und Alev Irmak. Bild: Felix Dietlinger

Dem ist angesichts des Dargebrachten deutlich zu widersprechen. Wieder drehen sich Gespräche um die Unlust des Äußeren, was Männern die vergleichende Penis-Vermessung ist, sind den Frauen Cellulite und Wabelarme – und ein Muttermal an den Schamlippen. Susanne Brandt erzählt von einem ägyptischen Urlaubsflirt, der ihr nun nach Europa nachflüchten will, was ihr gar nicht passt, und, dass sie mit den osteuropäischen Bettlern in der U-Bahn nicht umgehen kann.

Alev Irmak, dass in der Wahl zwischen der Türkei und Österreich Heimat für sie dort sei, „wo ich am besten scheißen kann“, was derzeit hierzulande ist. Derart werden persönlichste Begebenheiten zu gleichsam europäischen, die Frauen wechseln von deftig zu hart zu zart, und sie haben’s definitiv lustiger. „6 Frauen 6 Männer“ besticht mit seiner hohen Authentizität; den Mitwirkenden ist für ihren Mut und ihr performatives Potenzial sehr zu danken. Was das aktionstheater ensemble hier auf eindrückliche Weise veranschaulicht, ist, dass Veränderungen im vermeintlich Kleinen wie im Großen nur stattfinden werden, wenn man endlich damit anfängt. Freiheit soll man sowohl sich selbst, als auch den anderen gewähren, scheint Martin Gruber zu sagen. Welch ein versöhnlicher Gedanke, der diese beiden großartigen Aufführungen abrundet.

Martin Gruber im Gespräch: www.mottingers-meinung.at/?p=30322

Trailer „Die wunderbare Zerstörung des Mannes“: vimeo.com/279821837

Trailer „Pension Europa“: vimeo.com/97548144

kosmostheater.at          aktionstheater.at/

  1. 1. 2019

Projekttheater im Werk X: Foxfinder

November 3, 2018 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Der Mensch ist des Menschen Fuchs

Der Foxfinder nistet sich auf dem Bauernhof der Coveys ein: Marc Fischer, Martina Spitzer und Rafael Schuchter. Bild: Marie Luise Lichtenthal

„Es gibt hier keine Situation“, sagt Marc Fischer als Farmer Samuel Covey zu Anfang. Welch ein Irrtum. Die Situation, wie künstlich auch immer kreiert, wird ihn nämlich mit sich reißen, auch seine Frau, die Nachbarin, bis schließlich … Das Vorarlberger Projekttheater ist endlich wieder in Wien, und zeigt im Werk X seine fulminante Inszenierung von Dawn Kings „Foxfinder“. Regisseurin Susanne Lietzow hat die groteske Parabel der britischen Autorin in Szene gesetzt.

Diese eine Dystopie über Totalitarismus und Überwachungsstaat, Entsolidarisierung und das Schaffen von Feindbildern. In einem postapokalyptisch anmutenden England geht es den Menschen nicht gut. Das Bauernehepaar Samuel und Judith Covey hat wegen der Überschwemmung der Felder mit einer Missernte zu rechnen. Aber sie lassen die Arbeit ohnedies schleifen, nach dem Ertrinkungstod des vierjährigen Sohnes und der darob „Erkrankung“ des Mannes. Da platzt der Foxfinder William Bloor in die bescheidene Welt der beiden – und er hat den Feind sozusagen im Handgepäck: Der Fuchs ist an allem schuld, er verseucht die Höfe, macht das Wetter schlecht, manipuliert den Verstand, tötet die Kinder. Der Fuchs ist das Böse, „die Bestie“, die allerdings noch niemand, auch der Foxfinder nicht, zu Gesicht bekommen hat.

Ausstatterin Marie Luise Lichtenthal hat für diese aberwitzige Ausgangssituation ein so atemberaubend schönes wie beklemmend düsteres Bild erdacht, in dem sich die Darsteller bewegen, als würden sie sich durch einen Albtraum tasten: eine Sumpflandschaft, morastig und wehmütig, dahinter der mystische Wald von Markus Orsini-Rosenberg, in Bahnen abgehängt wie Altarbilder, inmitten all des Wassers, wie eine gottverlassene Insel, die Stube. Martina Spitzer und Marc Fischer als die Coveys, Maria Hofstätter als Nachbarin Sarah Box und Rafael Schuchter als Bloor gestalten in diesem Setting ihr Spiel.

Aus Freundinnen werden Verräterinnen: Maria Hofstätter und Martina Spitzer. Bild: Marie Luise Lichtenthal

Auf der Jagd nach dem Fuchs trifft es die Kaninchen: Marc Fischer. Bild: Marie Luise Lichtenthal

Gegenstände gibt es keine. In einer beeindruckend präzisen Choreografie, dies der erste von vielen Aha-Effekten fürs Publikum, werden das Rücken von Tellern, Suppe schöpfen, Türen öffnen, das Ticken seiner Taschenuhr, sobald Samuel den Deckel aufschnappen lässt, ausschließlich zu deren Geräuschen ausgeführt. Einziges Requisit ist ein Gewehr, und wie man von Tschechow weiß: Wo eine Waffe ist, wird geschossen werden …

Förmlich-höflich stellt sich der Foxfinder vor. Rafael Schuchter zeigt ihn mit seiner ruhigen, tiefgründigen Art als einen pedantischen Menschen, der aber bald im Befehlston zum unangenehmen Fragensteller wird. Immer wieder deckt Schuchter neue Schichten an diesem Charakter auf. Von Kindheit an in einem geheimnisvollen „Institut“ indoktriniert, ist Bloor dessen Glaubenssätzen soldatisch hörig. Alles deutet auf eine pseudoreligiöse Sekte hin – vor allem, als sich der Foxfinder als Flagellant enttarnt -, deren oberste Maxime Wirtschaftswachstum ist, weil „die Nation nur mit vollem Magen marschiert“. Den Lebensmittelproduzenten, heißt: Bauern, wird bei Nichterfüllung vorgegebener Quoten mit Enteignung und Zwangsarbeit in Fabriken gedroht.

Der Wald steht unter Wasser: Rafael Schuchter und Martina Spitzer. Bild: Marie Luise Lichtenthal

Der Foxfinder fügt sich gern selbst Ungemach zu: Rafael Schuchter. Bild: Marie Luise Lichtenthal

Die Coveys sind ein einsilbiger, in sich gekehrter Menschenschlag. Marc Fischer spielt Samuel verhalten aggressiv, Martina Spitzer die Judith dem Fremden gegenüber um Freundlichkeit bemüht, aber ängstlich. Spitzer ist ganz großartig, so durchscheinend ist ihr Spiel dieser Figur Judith, die in der Beziehung die Starke sein muss, und nicht weniger leidet als Samuel, der mit seiner Schuld am Tod des Kindes hadert. Maria Hofstätters Sarah ist da deutlich resoluter, widerständiger, die Hofstätter in ihrer Darstellung authentisch wie immer.

Bald schafft es Bloor mit seiner krausen Ideologie, mit den „Zeichen“, die er überall wahrnimmt, das soziale Dorfgefüge zu destabilisieren. Die drei von ihm Heimgesuchten werden zu Denunzianten wider Willen und besseres Wissen, aus Freundschaft wird Verleumdung und Verrat, die Nachbarn spielen sich gegenseitig aus, das Misstrauen herrscht. Der Mensch wird des Menschen Fuchs, und einer als Mitläufer im System erscheint sogar fanatischer als der Foxfinder. Mehr und mehr wird unklar, wer dessen Theorien tatsächlich anhängt, wer sich in ihnen verfängt, wer seine Überzeugung nur vorgaukelt. Das Ende ist – überraschend.

Dawn King, und mit ihr das Projekttheater, erzählen eindrücklich davon, was mit einer Gesellschaft passiert, wenn die Politik wahre Ursachen für Probleme mit Parolen und Phrasendrescherei gegen frei gewählte Sündenböcke verschleiert. Im Staat „Schuld sind immer die anderen“ wird Kings absurdes Drama zur schaurigen Realität. Die Wien-Premiere von „Foxfinder“ wurde mit viel Applaus bedankt.

Zu sehen bis 6. November.

new.projekttheater.at

werk-x.at/

  1. 11. 2018

Wiener Festwochen: Die Selbstmord-Schwestern

Juni 2, 2018 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Geduldsspiel mit Mangagirls

Bild: Judith Buss

SMI²LE heißt das Prinzip, in dem Timothy Leary die weitere Entwicklung der Menschheit sah. Viel mehr kann man bei Susanne Kennedys Debüt bei den Wiener Festwochen im Theater Akzent auch nicht tun. Lächeln und aussitzen. Ihre Überprüfung, ab welchem Zeitpunkt Installation die Grenzen des Theaters sprengt, ist weniger – wie angekündigt – „herausfordernd“, sondern entpuppt sich auf die Dauer als Gedulds-Spiel. In langen 90 Minuten präsentiert Kennedy, was in ihrer Hand von Jeffrey Eugenides‘ Roman „Die Selbstmord-Schwestern / The Virgin Suicides“ übriggeblieben ist.

Dazu mixt sie munter Leary und seine Entwicklungstheorie der acht Bewusstseinsstufen – sie verwendet den US-Psychologen, der einst den Gebrauch von psychedelischen Drogen als Freiflughilfe propagierte, in Form einer glatzköpfigen Avatarin als Tripsitter, und das Bardo Thödröl, das tibetische Totenbuch, in dem die Erlebnisse der menschlichen Seele beim Sterben geschildert werden und das Verstorbenen als Führer zum Licht der Erlösung / zur Wiedergeburt dienen soll.

Gestorben wird bei Eugenides nämlich eine Menge. Fünf Schwestern begehen nacheinander Selbstmord, die Gründe dafür sind unklar, diffus scheint es mit der Verweigerung des letzten Abschnitts der Adoleszenz zu tun zu haben. Nachbarsjungen beobachten begierig die Mädchen, einmal richtig fummeln dürfen!, und sie werden es sein, die als erwachsene Männer erzählen und immer noch spekulieren, warum die kleinstädtische Lisbon-Nachkommenschaft samt und sonders den Freitod wählte.

Dieses Männermotiv fließt in Kennedys Arbeit ebenso ein, wie der beschriebene Umstand, dass die Jungen einen veritablen Schrein für die Mädchen errichteten, in dem sie aus dem Müll gefischte Devotionalien deponierten – von Haarbürsten bis Tampons. Was Kennedy und ihre Bühnenbildnerin Lena Newton zeigen ist ebendieser Schrein als Hightech-Verherrlichungsapparat. Auf x-en Monitoren blinkt und flimmert es, Youtube-Girlies, die ihre pubertären Lebensweisheiten zum Besten geben, Kirsten Dunst in Sofia Coppolas Selbstmord-Schwestern-Verfilmung, die Jungfrau Maria mit blutendem Herzen …, hinten ein nacktes Schneewittchen in gläsernem Sarg, in Vitrinen sind Donuts aufgespießt, stehen Coca-Cola-Flaschen, hurra, wir machen hier Popkultur.

Dazu passt die Aufmachung der Schauspieler Hassan Akkouch, Walter Hess, Christian Löber und Damian Rebgetz, die sich dem japanischen Cosplay-Trend folgend, als Mangamädchen verkleidet haben (Kostüme: Teresa Vergho). Einzig Figurentheatermacher Ingmar Thilo darf sich maskenlos als jüngste Lisbon-Tochter und erster Todesfall das graue Greisenhaar bürsten lassen. Und weil bei Kennedy Verfremdung bis zur Unverständlichkeit Trumpf ist, ist der Text vorab eingesprochen, Voice over: Çiğdem Teke. Wer an dieser kitschigen Illusionsmaschine etwas deuten möchte, hat von vorne herein verloren.

Was von dieser Aufführung (?) im Gedächtnis bleibt, ist nicht viel. Kennedy, die seit Beginn ihrer Regisseurinnen-Tätigkeit an der Reduktion von Handlung und Aktion arbeitet, hat’s diesmal auf die Spitze getrieben, hat ihre Arbeit hermetisch abgeriegelt. Was anfangs noch spannend und schön anzuschauen ist, wird mit der Zeit öde, der Erkenntnisgewinn – und ging’s Leary-Guru nicht schließlich darum? – tendiert gegen Null, die vielen auch im Programmzettel herbeizitierten Reverenzen verpuffen ins Nichts. „You may feel confused and bewildered“ / „Sie könnten sich jetzt verwirrt und perplex fühlen“, sagt Learys Stimme kurz vor dem Ende. Das Wiener Publikum hielt’s höflich aus und applaudierte kurz, bevor es schnell zum Ausgang drängte.

www.festwochen.at

  1. 6. 2018