The Show Must Go On! Jesus Christ Superstar online

April 11, 2020 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Der Rockopernklassiker goes Heavy Metal

Im Konflikt zwischen Judas und Jesus kommt es zu ernsten Handgreiflichkeiten: Tim Minchin und Ben Forster. Bild: Rudolf Mottinger © Jesus Christ Superstar Live Arena Tour, 2012

Genre-Godfather Andrew Lloyd Webber hat die Verkündigung wahr gemacht, seine berühmtesten Musicals auf dem Youtube-Channel „The Show Must Go On!“ kostenlos zu streamen, zum Wochenende je ein neues, und am Karfreitag war das selbstverständlich eine Bühnenproduktion von „Jesus Christ Superstar“, die nun bis inklusive Ostersonntagabend online ausgestrahlt wird.

Und siehe: Das britische Arena-Spektakel aus dem Jahr 2012, über das nach der Premiere im O2 auch hier zu lesen stand, die Darsteller hätten ihr Kreuz damit, den Dome stimmlich und schauspielerisch zu füllen, hat auf Film gebannt von Regisseur Laurence Connor, er auch beteiligt gewesen an „Les Misérables“ mit Hugh Jackman und Russell Crowe, punkto Intensität und Emotion nur gewonnen.

Connor zeigt eine couragiert zeitgemäße Aufführung, sein Heiliges Land findet ein Äquivalent in der Anonymous-Bewegung, klar, alles ist heut‘ global issue, und das Apostelkollektiv wär‘ jetzt vielleicht eins aus Hacktivisten. Auf Vidiwall und Showtreppe tanzen Guy Fawkes mit Antikriegs-, Antikapitalismus-, Klimademonstranten, Jesus‘ Feuer und Schwert ist nun ein Megaphon, die Szenerie bereit für den Aufstieg eines politisch Aufständischen, der den Status Quo staatlicher Autorität gefährdet. Zwischen Anarchy-Tags und „Rome lies“-Schildern kommt es zur Straßenschlacht. Die „The Twelve“-Revolutionsfaust erhebt sich, der Rockopernklassiker goes Heavy Metal.

Dies dank der musikalischen Leitung von Louise Hunt, die mit der neunköpfigen Band die Ausdrucksstärke der Webber’schen Partitur wohl zu bedienen weiß. Die tragische ménage à trois aus von seiner Aufgabe erschöpftem Jesus, sehnsüchtiger Maria Magdalena und einem leidenschaftlich aufbegehrenden Judas gestalten Ben Forster, Melanie C und Tim Minchin, die Kritik weiland unverhältnismäßig unfreundlich zum Heiland, dessen Sieg in der UK-TV-Talentshow „Superstar“ für mehr als ein schales Witzchen herhalten musste.

Melanie C als Mary Magdalane. Bild: Rudolf Mottinger © Jesus Christ Superstar Live Arena Tour, 2012

Ben Forster und Tim Minchin. Bild: Rudolf Mottinger © Jesus Christ Superstar Live Arena Tour, 2012

Chris Moyles als Showmaster King Herod. Bild: Rudolf Mottinger © Jesus Christ Superstar Live Arena Tour, 2012

Tatsächlich ist Forster ein sinnlich-sanfter Erlöser mit samtiger Stimme und schöner Höhe. Den Auftritt im Tempel schafft er zwar nicht Ted-Neeley-like, dafür ist sein hingerotzter Gethsemane-Song wütend, anklagend und mit fabelhaftem „Alright, I’ll die!“-Hohem-C. Dass dieser Messias mit dem Ex-Spice-Girl als Mary Magdalane eine übers geistliche hinausgehende Liebesbeziehung hat, machen die beiden in ihren Blicken und Gesten deutlich, Melanie C, die sich beseelt die Schminke aus dem Gesicht wischt, und deren smoother Gesang am besten beim melancholischen „I Don’t Know How to Love Him“ zur Geltung kommt. Kaum je konnte eine bei voller Kraft so erotisch wispern.

Das Ereignis des Abends ist allerdings der australische Comedian, Komponist und – wie passend für den Part – Vertreter des internationalen Skeptikernetzwerks CSI Tim Minchin als Judas. Er fährt mit vollem Gefühl in diese Figur ein, die nicht nur nach der Nikos-Kazantzakis-Tim-Rice’schen Lesart vom Menschensohn mit dem Verrat beauftragt wurde, damit Seine Mission gelinge, und sich dennoch erhängen muss. Angetan mit Dreadlocks, Punklidstrich und Palästinensertuch kann er Verstocktheit, wilde Verzweiflung, Revolte – seine Stimme eine Hetfield-Röhre, in Höchstform beim Last Supper, seinTo Think I Admired You“ wie vor die Füße gespuckt, sein „Does He Love Me Too?“ ein Schmerzensschrei.

Ist Judas der Fundi, so Giovanni Spano als Simon Zealotes der Realo, der zum PR-Manager und bei „Christ, You Know I love You“ zum Massenanheizer wird, und mit riesigen Parteiplakaten zum „Believe“ auffordert. Rundum agiert ein großartig diverses Ensemble. Pete Gallagher und Gerard Bentall, der eine mit bedrohlichem Bass, der andere vipernhaft vibrierend, sind als Caiaphas und Annas Eminenzen im grauen Anzug, deren Businessmen-Priester gelangweilt die Financial Times durchblättern, Broadway- und West-End-Star Alexander Hanson wechselt als Pontius Pilate von der Richterrobe zum Trial in den Sportdress, alle drei sind sie süffisante Populisten und Volksverdreher.

Die Jesus-Aktivisten protestieren vorm Jerusalemer Tempel. Bild: Rudolf Mottinger © JCS Live Arena Tour, 2012

I Don’t Want Your Blood Money: Tim Minchin. Bild: Rudolf Mottinger © Jesus Christ Superstar Live Arena Tour, 2012

I Don’t Know How to Love Him: Melanie C und Ben Forster. Bild: Rudolf Mottinger © JCS Live Arena Tour, 2012

Simon Zealotes wird zum PR-Manager des Christus-Kults. Bild: Rudolf Mottinger © JCS Live Arena Tour, 2012

Wobei bezüglich Letzterem Chris Moyles als King Herod den Vogel abschießt. Der hauptberufliche Radio- und Fernsehmoderator macht auf der Bühne ebendieses, er gibt den Statthalter von Roms Gnaden als TV-Spielshow-Host im roten Samtoutfit, dessen Abendunterhaltung nicht nur aus einem Buzzer-Quiz für Jesus besteht, sondern der auch das Publikum zur SMS-Abstimmung aufruft: „Is he the Lord or a fraud? Text to phonenumber …, see you after the break!“ Hinreißend, wie er dem auf den Gamestuhl gefesselten Christus das befohlene „Walk Across My Swimming Pool“ via Einspielung vortrippelt.

Dramatisch dicht und voller Fingerzeige geht’s Golgatha entgegen. „Poor Jerusalem“ ist bevölkert von Obdachlosen und Bettlern, die auf Schwarzweiß-Bildern moderne Metropolen durchwandern, Peter’s Denial findet nicht an einer Wasserstelle in der Wüste statt, sondern an einer brennenden Mülltonne, einer Wärmestelle für gestrandete Existenzen. Im The-Temple-Club gibt’s Poledance und Toy Boys, einen Drag-Teufel und sexy Dessous-Engelchen, die auch den nunmehrigen „Kill-Your-Idol“-Rockstar Judas bei seinem „Jesus Christ Superstar“-Hit umschwärmen werden. BeimCould We Start Again, Please“ legt Maria Magdalena bereits Petrus den Mantel um. Als wüsste sie, dass er der kommende Kirchenmann ist.

Bloody brilliant ist das alles – und wie eine Zuseherin im Live-Chat schrieb: Please, let’s do this every Good Friday! Am Ende, und das kommt – einziger Einwand – zu unwürdig gewimmert, wird das Lamm Gottes von seinen Jüngern vom Kreuz genommen und in einer Prozession weggetragen. Bis morgen. Zur Auferstehung. Dem Urgrund des christlichen Glaubens.

Trailer: www.youtube.com/watch?v=OGhnaIw20Ho           www.youtube.com/watch?v=_ZCx3WFw_QI

Die ganze Show: www.youtube.com/channel/UCdmPjhKMaXNNeCr1FjuMvag           www.youtube.com/watch?v=GpO4ohqx3os

www.jesuschristsuperstar.com           www.andrewlloydwebber.com

  1. 4. 2020

Andrew Lloyd Webber streamt seine Musicals

April 5, 2020 in Klassik, Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

London West End kommt in die Wohnzimmer

Joan Collins als Mrs. Potiphar und Donny Osmond als Joseph. Bild: Screenshot/Universal

Musical-Titan Andrew Lloyd Webber hat einige seiner bekanntesten Musiktheater- produktionen zum kostenlosen Streamen auf dem YouTube-Channel „The Show must go on“ freigegeben – womit London West End nun bis in die heimischen Wohnzimmer kommt. Jeweils freitags, ab 19 Uhr, sind ausgewählte Shows für die nächsten 48 Stunden zu sehen. „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“ mit Donny Osmond, Maria Friedman, Richard Attenborough und Joan Collins als laszivem Cougar „Mrs. Potiphar“ –

ihr Song ab Minute 26 – ist bereits online: www.youtube.com/watch?v=N6XjXfQmZ4Q. Am Karfreitag folgt „Jesus Christ Superstar“: www.youtube.com/watch?v=GpO4ohqx3os mit Ben Forster in der Rolle des Jesus, Ex-Spice-Girl Mel C als Maria Magdalena und dem von der britischen Kritik hochgelobten Tim Minchin als Judas. So schrieb etwa The Guardian über „the intelligence and desperate passion“ des australischen Comedians und – wie passend für die Figur – Vertreters der internationalen Skeptikerbewegung …

Ben Foster als Jesus und Mel C als Maria Magdalena. Bild: Screenshot/Universal Music/ Tristram Kenton

Tim Minchin (li.) soll ein grandioser Judas sein. Bild: Screenshot/Universal Music/ Tristram Kenton

Chris Moyles singt und spielt den Herodes. Bild: Screenshot/Universal Music/ Tristram Kenton

Into Your hands I commend My Spirit: Ben Foster. Bild: Screenshot/Universal Music/ Tristram Kenton

Auch Filmmaterial von hinter den Kulissen wird auf „The Show must go on“ veröffentlicht werden. In seiner Video-Botschaft www.youtube.com/watch?v=OLeErO8nXsc sagt Andrew Lloyd Webber, er selber freue sich am meisten auf sein hierzulande weitgehend unbekanntes „Katastrophen-Musical“ „By Jeeves“: „Ich mag es sehr und das werden Sie auch.“ Die Handlung basiert auf Romanen und Erzählungen des Humoristen P. G. Wodehouse, in denen als Protagonisten der blaublütige Bertie Wooster und sein Butler Jeeves im Vordergrund stehen. Die Uraufführung fand 1975 in der Regie von Librettist Alan Ayckbourn im Londoner „Her Majesty’s Theatre“ statt.

www.youtube.com/channel/UCdmPjhKMaXNNeCr1FjuMvag       www.andrewlloydwebber.com 

5. 4. 2020

Ute Bock Superstar

Januar 14, 2019 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Mit trockenem Humor gegen die Herzlosigkeit

Ute Bock: Hommage an die Menschenrechtsaktivistin. Bild: © Stadtkino Filmverleih

„Ich habe einen Vogel, aber es gibt viele Leute, die meinen Vogel unterstützen“, so zitiert Bundespräsident Alexander van der Bellen Ute Bock beim Lichtermeer zu ihren Ehren. Am 19. Jänner 2018 ist die große Menschen- rechtsaktivistin und Flüchtlingshelferin gestorben, am 2. Februar trafen sich tausende Menschen auf dem Wiener Heldenplatz, um von ihr Abschied zu nehmen.

Mit Van der Bellens Ausspruch „Ute Bock ist ein Symbol für die Hilfe, die wir geben können, wenn wir wollen“ eröffnet Filmemacher Houchang Allahyari seine Dokumentation „Ute Bock Superstar“, die am Freitag in den Kinos anläuft. Es ist nach „Bock for President“ und „Die verrückte Welt der Ute Bock“ seine dritte Arbeit über seine ehemalige Schwägerin, Allahyari war mit Bocks Schwester Helga verheiratet, und das Besondere diesmal ist der familiäre Aspekt. Allahyari beleuchtet mithilfe von privaten Fotos und Filmaufnahmen nicht nur Ute Bocks Wirken, sondern auch ihr Werden. Vom Elternhaus mit einem dem Nationalsozialismus durchaus zusprechenden Vater, von dem sie sich früh distanzierte, über ihre Zeit als Erzieherin, später als Heimmutter im Gesellenheim Zohmanngasse, eine Einrichtung für Jugendliche, die als „schwierige Fälle“ galten, bis in den 1990er-Jahren die ersten Flüchtlinge aus Jugoslawien und Afrika kamen und sie schließlich ihren Verein gründete (www.fraubock.at).

Auch die Drogenrazzia im Herbst 1999 lässt er nicht aus, es sei, sagt er im Interview mit mottingers-meinung.at, noch Ute Bocks ausdrücklicher Wunsch gewesen, dass die im Film vorkommt, weil nichts ausgelassen werden sollte. „Ute Bock Superstar“ ist die Begegnung mit einer bewunderungswürdigen Persönlichkeit, die für sich in Anspruch nahm, nichts Außergewöhnliches, sondern nur das zu tun, was normal sei. Einem Obdachlosen ein Dach über dem Kopf zu geben, einem Hungernden zu essen. Mit trockenem Humor begegnet Bock der gesellschaftlichen Herzlosigkeit, man sieht sie granteln, wenn’s nicht nach ihrem Kopf geht, bei ihren Immer-wieder-Abrutschern erst hantig sein, dann natürlich hilfsbereit – und einmal, wie ihr der Geduldsfaden reißt.

Beim Lichtermeer zu Ute Bocks Ehren auf dem Heldenplatz … Bild: © Stadtkino Filmverleih

… sprach auch Bundespräsident Alexander van der Bellen. Bild: © Stadtkino Filmverleih

Und gerade dieses von Allahyari ausgestellte Auch-nur-ein-Mensch-Sein, ist es, was Ute Bock als Symbol, als moderne Heldin, als „Superstar“ greifbar macht. Alles Zuschreibungen, sagt Allahyari, über die sie sich nur lustig gemacht, die sie weit von sich gewiesen hätte. Etliche Male zeigt sein Film Ute Bock auf Bühnen, in Universitäten vor Studenten, bei der Viennale vor deren Publikum, und ja, es entsteht der Eindruck, sie hätte den Applaus schon genossen. Nicht den für sich, den für die Sache.

Allahyari lässt Familienmitglieder, Ex-Frau Helga, seine Söhne Tom-Dariusch und Kurosch, dieser bei Purple Sheep engagiert, seine Tochter Petra, zu Wort kommen. Er spricht mit Josef Hader, Karl Markovics oder Hans Peter Haselsteiner, der das Heim Zohmanngasse von der Gemeinde Wein kaufte, sanierte und so das „Ute Bock Haus“ entstehen ließ, und der Pflegerin in ihren letzten Wochen. Ehemalige Zöglinge erzählen von Ute Bock, Anekdoten und private Eindrücke.

Und in eigentlich jedem Gespräch fallen die Worte „Ehrfurcht und Respekt“ und „Ersatzmutter“ und „Mama Bock“, so wie Bock ihre Schützlinge ihre Kinder nannte. In einer Sequenz sieht man sie an ihrem Grab stehen, Allahyari zeigt auch die, die nach wie vor und gerade in der derzeitigen politischen Stimmung Schutz brauchen. Ein 18-jähriges Mädchen, Schülerin mit Bestnoten, mit dem Vorsatz Tourismus-Management zu studieren, bevor sie ihren Abschiebebescheid bekam. Kinder von Geflüchteten, die ohne Scheu und in schönstem Wienerisch in die Kamera sagen, einmal Koch werden zu wollen, oder Polizist. Kinder, die sich ganz selbstverständlich als hierher gehörig empfinden – weil sie gar kein anderes Zuhause kennen.

Ute Bocks Schützlinge an ihrem Grab. Bild: © Stadtkino Filmverleih

Ute Bock war keine Jausengegnerin, wenn es darum ging, sich für Menschen in Not einzusetzen. Schlagfertig und um klare Worte nie verlegen, wies sie Gegner an ihrem Handeln in die Schranken. Dass ihre diesbezügliche Kompromisslosigkeit, ihre trotz aller Widerstände Unbeirrbarkeit, ihre Zivilcourage beispielgebend sind, auch das sieht man.

„Ute Bock Superstar“ ist ein inspirierendes Plädoyer für soziales Engagement, und ein Beleg dafür, dass es das andere Österreich immer noch gibt. Katze Mutzi kommt selbstverständlich auch vor, sie lebt nun bei Nichte Petra.

Houchang Allahyari im Gespräch: www.mottingers-meinung.at/?p=31182

Trailer: vimeo.com/303082307

stadtkinowien.at

  1. 1. 2019

Ute Bock Superstar: Houchang Allahyari im Gespräch

Januar 8, 2019 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

„Eine Zeit mit einer seltsamen Weltanschauung“

Ute Bock Superstar: Regisseur und Schwager Houchang Allahyari würdigt das Werk der großartigen Menschenhelferin. Bild: © Stadtkino Filmverleih

Mit seinem Dokumentarfilm „Ute Bock Superstar“, der am 18. Jänner in den Kinos anläuft, würdigt Regisseur Houchang Allahyari die große Menschenrechtsaktivistin, die vor einem Jahr verstarb. Allahyari zeigt das Vermächtnis seiner Schwägerin. Familienangehörige und Mitarbeiter, ehemalige Zöglinge und Flüchtlinge, Kinder und Erwachsene, Politiker und Prominente erzählen von Begegnungen und Erlebnissen.

Und schaffen das schillerndes Bild einer einfachen Frau, die Unglaubliches geleistet hat. „Ute Bock Superstar“ geht von der Lücke aus, die ihr Tod hinterlässt und stellt die Frage, ob diese Gesellschaft nicht mehr denn je eine Symbolfigur für Menschlichkeit braucht. Eine Rolle, die Ute Bock immer abgelehnt hat, denn was sollte daran symbolisch sein, einem Hungernden zu essen und einem Obdachlosen Quartier zu geben – wie Houchang Allahyari im Gespräch berichtet:

MM: Was mir an Ihrem Film am besten gefallen hat, ist, dass er in politischen Zeiten wie diesen das andere Österreich zeigt, dass er Menschen zeigt, die sich engagieren, die auf die Straße gehen, die nicht bereit sind, alles nur so hinzunehmen. Das war für mich das schönste Erlebnis, als ich „Ute Bock Superstar“ gesehen habe.

Houchang Allahyari: Dieses Erlebnis wollte ich auch haben. Wir leben in einer Zeit mit einer seltsamen Weltanschauung. Alles dreht sich um die Ökonomie, um Geld und wie man dazu kommt, und die Menschlichkeit ist in den Hintergrund getreten. Das ist auch meine Begeisterung für Ute, dass sie immer nur ein Mensch bleiben und nie etwas besonderes sein wollte. Diese Frau hatte eine Einfachheit, die einen berührte. Für sie war völlig klar, dass mitten in Europa niemand hungern oder ohne Dach über dem Kopf sein sollte. Ich bin froh, dass ich in einem Land lebe, in dem es solche Menschen gibt, sie helfen mir, auch, wenn das politische Klima kälter wird, was Österreich betrifft, optimistisch zu bleiben.

MM: Sie haben mit Ihrem neuen Film, nach „Bock for President“ und „Die verrückte Welt der Ute Bock“, eine Bock-Trilogie vollendet. Warum ist Ihnen dieser dritte Teil ein Anliegen, hatten Sie das Gefühl, die Geschichte ist nicht fertigerzählt?

Allahyari: „Ute Bock Superstar“ ist mir ein enormes Anliegen, weil ich möchte, dass dieser Name den Leuten weiter im Gedächtnis bleibt. Ich bin zwar nicht so sehr für symbolische Dinge, weil mir die Realität immer wichtiger ist, aber in diesem Fall glaube ich, die Menschen brauchen Ute als Symbol. Ihr Tod reißt ein riesiges Loch in unsere Gesellschaft, aber was sie getan hat, soll überdauern und anderen ein Vorbild zum Handeln sein. Deshalb wollte ich diesen dritten Film machen, obwohl sehr viele dagegen waren, weil sie meinten, es sei mit zwei Filmen genug, von denen es im ersten Teil um ihre Arbeit geht, und im zweiten ihre Erzählungen, die ich dokumentarisch ja nicht erfassen konnte, von Schauspielern und Ute selbst dargestellt wurden.

MM: Dieser Film nun …

Allahyari: … ist persönlicher, handelt auch davon, wie Ute Bock zu Ute Bock wurde. Da diesmal die engste Familie, die immer um sie war, zu Wort kommt, können wir das Phänomen noch einmal von einer anderen Seite beleuchten. Ich dachte, wenn ich das nicht mache, wer sollte es sonst tun? Ich kenne Ute seit mehr als 50 Jahren, wir haben so viel zusammengearbeitet. Sie hat auch mir sehr viel geholfen, so gesehen ist diese Frau für mich ganz hoch oben, für die ganze Familie ist sie das, und das hat mich bewogen, noch einen Film zu machen.

MM: Ute Bock war früher Ihre Schwägerin. Im Film zu Wort kommen Ihre Ex-Frau Helga, Ihre Söhne Tom-Dariusch und Kurosch, Ihre Tochter Petra zu Wort, man sieht alte Familienfotos … Da gab es offensichtlich noch sehr viel Material, das Sie aufarbeiten wollten?

Allahyari: Selbstverständlich. Das ist Material, das die Familie und ich selbst gehabt haben, vieles haben wir extra für den Film und das zeitgleich erscheinende Buch zusammengesucht.

MM: Tut sich der Verein Ute Bock (www.fraubock.at) nun schwerer, da das Aushängeschild nicht mehr unter uns ist?

Allahyari: Es ist schwer für mich, diese Frage zu beantworten, weil ich in die Vereinsangelegenheiten nicht involviert bin. Ich nehme an, dass es nicht einfach ist. Ich wünsche allen Institutionen in Österreich, nicht nur dem Ute Bock Haus und dem jüngst gegründeten Bildungszentrum, dass ihr Engagement gewürdigt und auch finanziell wertgeschätzt wird. Ich bewundere alle, die sich um andere Menschen kümmern, bei deren Arbeit der Mensch im Vordergrund steht, egal, ob Österreicher oder Ausländer.

MM: Ihr Sohn Kurosch geht ja beruflich auch in diese Richtung.

Allahyari: Ja, er ist total infiziert von der Tante. Er arbeitet zusammen mit seiner Lebensgefährtin bei Purple Sheep und im Schützenhaus.

Wegbegleiter: Houchang Allahyari im Gespräch mit Josef Hader. Bild: © Stadtkino Filmverleih

Für Allahyari ein berührender Filmmoment: Ute Bocks Schützlinge sprechen an ihrem Grab. Bild: © Stadtkino Filmverleih

MM: Im Gespräch mit Kurosch lassen Sie auch von ihm betreute Kinder zu Wort kommen. Das geht einem richtig ans Herz.

Allahyari: Ja. Diese Kinder haben so viel Hoffnung, die denken nicht daran, dass sie Flüchtlinge sind, die verstehen sich als hierher gehörig, die reden teilweise schon mit Wiener Dialekt, die wollen Polizist oder Koch werden, wenn sie groß sind. Man sieht, dass sie in die Gesellschaft hier eingebettet sind, und dass sie hier vorwärtskommen wollen.

MM: Wer diese Szenen sieht, kann gar nicht auf die Idee kommen, jemanden wieder wegzuschicken – sollte man glauben.

Allahyari: Aber das 18-jährige Mädchen, mit dem ich gesprochen habe, wird ausgewiesen werden.

Ich hoffe immer noch, dass sich eine andere Lösung findet, weil sie eine 100-prozentige Österreicherin ist. Sie plante ja auf die Tourismusfachschule zu gehen und auch zu studieren.

MM: Wie haben Sie Ute Bock kennengelernt?

Allahyari: Ich habe als junger Student, eine hübsche Frau kennengelernt, das war Helga, und Ute eben ihre Schwester. Als wir dann Kinder hatten, hat Ute öfter auf sie aufgepasst, und als sie in der Zohmanngasse im Lehrlingsheim gearbeitet hat, war ich Psychiater in einer Haftanstalt gearbeitet, da hatten wir immer wieder gemeinsame Klienten. Dann habe ich auch die Jugendlichen in der Zohmanngasse betreut, und schließlich hatte ich die Ehre, Ute selbst in ihrer letzten Zeit medizinisch zu betreuen. So ist unser Band immer fester und fester geworden. Es war wirklich eine schöne Freundschaft zu dieser Frau.

MM: Ein Wort, das bei Ihren Gesprächspartnern regelmäßig fällt, ist Respekt. War sie so respekteinflößend, hatte Frau Bock auch eine weiche Seite?

Allahyari: Ja. Wenn sie mit ihrer Katze spielte. Die Härte war für sie ein Schutzmantel vor der Machtlosigkeit. Sie konnte wahnsinnig grob sein, auch zu mir, ich nenne das ihren Wienerischen Charme. Aber sie hat manchmal wirklich nicht gewusst, was sie noch anstellen soll, um helfen zu können. Sie hat nie Nein sagen können, wenn jemand etwas brauchte, das war ihre weiche Seite.

MM: Wenn man sie im Film so auf diversen Bühnen stehen sieht, hat man den Eindruck, dass Frau Bock den Applaus und die Aufmerksamkeit auch genossen hat.

Allahyari: Sie hat schon Freude daran gehabt, vor allem, wenn sich die Gelegenheit bot, jungen Leuten etwas zu vermitteln und mit ihnen zu diskutieren. Ich hatte nie das Gefühl, dass sie sich als Star fühlte, das kommt von mir, Ute würde sich darüber nur lustig machen. Den Titel „Bock for President“ gab es zuerst auf T-Shirts, von dort habe ich ihn genommen. All das ist von außen gekommen. Utes Bestreben war nie, ein Star zu werden, aber natürlich war ihr bewusst, je bekannter sie wird, umso mehr Geld wird für den Verein gespendet. Das war ihr wichtig.

MM: Weil Sie von den T-Shirts sprechen: Der Name ist ja längst eine Trademark. Es gibt „Bock auf Kultur“, „Bock auf Bier“, Laptophüllen, Taschen, sogar Babybodys mit Aufdruck …

Allahyari: Sie hat selbst immer Witze gemacht darüber. Sie sagte zum Beispiel über „Bock auf Bier“: Meine Kinder beschweren sich, dass ich nicht will, dass sie Alkohol trinken, und jetzt mache ich selber Werbung für Bier. Sie hat eben alles versucht, um zu Geld zu kommen. Dolores Schmidinger hat einmal zu ihr gesagt: Frau Bock, Sie sind die Mutter Teresa von Österreich. Und Ute darauf: Na, da ist ein Unterschied. Mutter Teresa bekommt Geld von Gott, ich nicht, ich muss betteln gehen. Diese Schlagfertigkeit und ihr schwarzer Humor waren einmalig. Diesen ätzenden Witz habe ich auch erst hier kennengelernt. Der gefällt mir irgendwie.

Bundespräsident Alexander van der Bellens Rede beim Lichtermeer zu Ehren von Ute Bock. Bild: © Stadtkino Filmverleih

Tausende Menschen kamen, um Abschied zu nehmen. Bild: © Stadtkino Filmverleih

MM: Haben Sie, als Sie nach Wien kamen, lange gebraucht, um sich an diese Mentalität zu gewöhnen?

Allahyari: Sowieso, aber jetzt bin ich derart drinnen, dass ich Schwierigkeiten habe, wenn ich in meiner Heimat bin, weil ich falsch verstanden werde. Im Iran ist die Kultur eben eine andere.

MM: Sie schneiden im Film kurz die Operation Spring von 1999 an, wo es in der Zohmanngasse eine Drogenrazzia samt anschließendem Skandal gab. Das hat Frau Bock sehr gebeutelt, wie man sieht.

Allahyari: Ja, diese Episode wollte sie in den Film einbringen, sie hat davon erzählt, ich hätte es weggelassen. Das war für sie wirklich eine schwierige Sache.

Denn wenn in ihrem Haus gedealt wird, ist auch sie eine Dealerin. Ute hatte gerade einen Preis bekommen, und gleichzeitig wurde sie vom Dienst suspendiert und später pensioniert. Gott sei Dank stand die Presse sehr hinter ihr.

MM: Was war während der Dreharbeiten Ihre berührendste Begegnung?

Allahyari: Berührt war ich, als Utes Kinder, ihre Flüchtlinge, an ihr Grab gekommen sind. Das war für mich so emotional, dass ich die Szene im Film erst gar nicht verwenden wollte. Berührend war für mich auch das Lichtermeer, wo tausende Menschen von Ute Abschied genommen haben, auch die Rede von Alexander van der Bellen. Das war für mich sehr wichtig, was er über die Menschenrechte gesagt hat, dass sie für manche nur ein Papier sind, das man wegwerfen kann. Wenn ein Bundespräsident so etwas sagt, dann hat das Gewicht. Dieses Lichtermeer war für mich eigentlich der Grund zu sagen, ich mache den Film.

MM: Als Sie nach Österreich kamen …

Allahyari: Als ich ins Land kam, gab es nie solche Probleme, wie heute. Wir waren Exoten, das ja, aber deswegen auch gut behandelt. Die Leute waren nett und hilfsbereit. Ich kann mich erinnern, dass ich als Student gar nichts gehabt habe, ich habe bei einem Rechtsanwalt im ersten Bezirk gewohnt und hatte nie das Gefühl, dass ich ein Ausländer bin. Diese Ausländer-Sache ist langsam gekommen und immer mehr geworden. Diese Geschichte habe ich noch niemandem erzählt: Ich habe einmal in der Zeitung gelesen, dass eine Schweizer Familie einen Studenten für einen Monat einladen würde. Ich habe hingeschrieben – und habe vier Wochen an einem wunderbaren See verbracht. Ich bin dann viele Jahre im Sommer hingefahren. Wo ist diese Freundlichkeit geblieben?

MM: Eine wie Ute Bock brauchen wir also dringend?

Allahyari: Ja, klar. Ich hoffe mehrere, nicht nur eine.

MM: Es gab ja sogar Bestrebungen den Dr.-Karl-Lueger-Platz in Ute-Bock-Platz umzubenennen.

Allahyari: Was aber nicht gemacht wurde. Dann hieß es, der Ute-Bock-Platz kommt woanders, aber passiert ist nichts. Ich werde sicher dahinter sein, eine Anfrage ans Magistrat stellen. Es wäre schön, wenn der Name Ute Bock weiter bestehen bleibt, ich kann ja nicht dauernd Filme machen.

MM: Was wünschen Sie diesem Land fürs Neue Jahr?

Allahyari: Wenn es auch kitschig klingt, Freundschaft, Menschlichkeit, ein bisschen an die anderen denken, nicht nur an sich selbst, nicht nur Geld für wichtig halten. Sicher, ohne geht’s nicht, aber so wichtig ist es auch wieder nicht. Ich hoffe, dass die Menschen in Österreich wieder eine Einheit werden, ich wünsche mir, dass es keine Spaltung der Gesellschaft mehr gibt. Ich weiß, das wird es nicht geben, aber wünschen darf man ja. Ich wünsche mir, dass man den Menschen als Mensch betrachtet, egal, welche Herkunft, Hautfarbe oder Religion er hat. Und ich wünsche mir, das sage ich jetzt als Psychiater, dass die Menschen für sich eine Normalität finden.

Die Filmkritik: www.mottingers-meinung.at/?p=31289

Trailer: vimeo.com/303082307

stadtkinowien.at

8. 1. 2019

Sommerarena Baden: Spielzeit 2014

April 23, 2014 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Von Franz Lehár bis Andrew Lloyd Webber

Giuditta: Bibiana Nwobilo, Sebastian Reinthaller Bild: Lukas Beck

Giuditta: Bibiana Nwobilo, Sebastian Reinthaller
Bild: Lukas Beck

In der Saison 2013/2014 übernahm Publikumsliebling Gesangsstar Sebastian Reinthaller die künstlerische Leitung der Bühne Baden. Wenn am 7. Juni die Saison der Sommerarena beginnt, wird der Chef dort gleich zwei Mal auf der Bühne stehen: In „Giuditta“ und in „Die Zirkusprinzessin“. Das Programm im Detail:

Giuditta

Premiere: 20. Juni. Musik von Franz Lehár. Libretto: Paul Knepler und Fritz Löhner-Beda. Hauptmann Octavio wartet in einer spanischen Hafenstadt auf seine Einschiffung nach Nordafrika. Da trifft er auf die lebenshungrige, verheiratete Giuditta. Die beiden verlieben sich und Giuditta folgt Octavio nach Afrika. Nach Wochen des Liebestraums wird Octavio einberufen. Giuditta bleibt enttäuscht zurück. Als Octavio aus Sehnsucht das Militär verlässt, um Giuditta zu holen, hat ihr Leben bereits eine andere Wendung genommen … „Freunde, das Leben ist lebenswert“, „Meine Lippen, sie küssen so heiß“, „Du bist meine Sonne“ und „Schönste der Frauen“ sind nur einige der bekanntesten Melodien dieses letzten Bühnenwerkes des Meisters der Operette. Es singen: Bibiana Nwobilo, Laura Scherwitzl, Franz Födinger, Sebastian Huppmann, Sebastian Reinthaller, David Sitka und Helmut Wallner.

Die Zirkusprinzessin

Premiere 11. Juli. Operette von Emmerich Kálmán. Liberetto: Julius Brammer und Alfred Grünwald. Der große Star des Zirkus Stanislawski in St. Petersburg ist Mister X, der geheimnisumwitterte Kunstreiter, der nur mit einer schwarzen Gesichtsmaske auftritt. Prinz Sergius, ein von der Fürstin abgewiesener Verehrer, möchte sich rächen und bringt Mister X dazu, sich der Fürstin Fedora Palinska ohne Maske als Prinz Korossoff vorzustellen. Der Plan geht auf, die Fürstin verliebt sich in den angeblichen Prinzen. in Wahrheit ist Mister X der Neffe ihres verstorbenen Mannes, den dieser verstieß, weil er sich in Fedora verliebt hatte. Prinz Sergius fädelt eine überstürzte Hochzeit des ineinander verliebten Paares ein, wobei er Fedora nicht über die wahre Identität ihres Bräutigams aufklärt. Nach der Hochzeit provoziert der Prinz einen Eklat, indem er Fedoras nunmehrigen Gatten als einfachen zirkusartisten enttarnt und Fedora als „Zirkusprinzessin“ tituliert: Fedora fühlt sich hintergangen und gedemütigt. Nach einigen Verwicklungen und überraschungen rund um das Paar lösen sich am Abend des Wiener Opernballs alle Verwirrungen und Intrigen in Wohlgefallen auf. Es singen: Nicola Becht, Johanna Ostermann, Katharina Schätz, Dany Sigel, Melanie Wurzer, Beppo Binder, Ovidiu Cozma, Peter Edelmann, Christoph Filler, Martin Fischerauer, Michael A. Mohapp, Dariusz Rutkowski, Jevgenij Taruntsov und Sebastian Reinthaller (8. und 16. August).

Geschichten aus dem Wiener Wald

Eine Koproduktion mit dem Landestheater Niederösterreich

Premiere 26. Juli. Von Ödön von Horváth. Mit seinem bekanntesten Theaterstück „Geschichten aus dem Wiener Wald“, uraufgeführt 1931, zeichnet Ödön von Horváth in einer kaum erreichten Balance aus Trauer und Lachen, Ulk und Tragik, Gemütlichkeit und Terror, Herz und Gemeinheit das Panorama einer Gesellschaft im Umbruch: in eiten der Weltwirtschaftskrise, am Vorabend der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Im zentrum steht, wie oft bei Horváth, ein schönes Fräulein, das die Dummheit und Enge des Kleinbürgertums flieht und von der selbstgerechten Gesellschaft zu Grunde gerichtet wird. Für die Regie konnte Birgit Doll gewonnen werden, die 1979 als Marianne in der Verfilmung durch Maximilian Schell ihren ersten großen Leinwanderfolg feierte. Neben dem Ensemble des Landestheaters Niederösterreich spielen hochkarätige Gäste. Die Darsteller: Wojo van Brouwer, Swintha Gersthofer, Pascal Groß, Christine Jirku, Christoph Moosbrugger, Petra Morzé, Dominic Oley, Marion Reiser, Hilke Ruthner, Michael Scherff, Steve Schmidt, Jan Walter, Lisa Weidenmüller, Helmut Wiesinger und andere mehr …

Jesus Christ Superstar

Wiederaufnahme 9. August im Stadttheater Baden. Von Andrew LLoyd Webber und Tim Rice. Inszenierung: Robert Herzl. Als das Musical 1971 erstmals im Londoner West End auf die Bühne gebracht wurde, war klar, dass sich die Musicalwelt durch dieses Werk für immer verändern würde. Vor dem Hintergrund der 70er Jahre wird die Passionsgeschichte vom Einzug in Jerusalem bis zum Tod Jesu am Kreuz erzählt. Jesus ist nicht mehr „nur“ der Messias, er wird von seinen Anhängerinnen als Superstar verehrt. Nur Judas steht diesem Hype kritisch gegenüber. Da er Jesus nicht überzeugen kann, wieder zur ursprünglichen idee seiner Bewegung zurückzukehren, liefert er ihn an die jüdischen Priester aus, in der Hoffnung, damit eine Katastrophe abwenden zu können. Hits wie „I Don’t Know How to Love Him“, „Gethsemane“ und „Superstar“ zählen seit der Uraufführung zu den unvergesslichen Songs dieses Meisterwerkes. Besetzung: Katharina Dorian, Dessislava Filipov, Elisabeth Reichart, Karin Seyfried, Beppo Binder, Stefan Bleiberschnig, Nicolas Boris Christahl, Alexander Donesch, Reinwald Kranner, Darius Merstein-MacLeod, Chris Murray, Markus Neugebauer, Artur Ortens, Richard Peter, Horst Schirmbrand, Richard Schmetterer, David Schuler, Christoph Sommersguter, Nikolaus Stich, Manuel Stoff und Erwin Windegger.

Konzerte 2014

Eröffnungskonzert: Lehár und Kálmán – die Silberne Operettenära: 7. Juni, Stadttheater der Bühne Baden

Franz Lehár und Emmerich Kálmán, die Komponisten der Silbernen Operettenära, als Konjunkturmotoren einer singulären Musiktheaterform zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Solisten der Sommerproduktionen 2014 präsentieren mit dem Orchester der Bühne Baden unter der Leitung von Franz Josef Breznik und Oliver Ostermann die Werke der beiden herausragenden Komponisten der Silbernen Operettenära mit bekannten und selten gespielten Musikstücken.

Sommernachtskonzert: Wienerlied – Operette – Oper – Musical: 29. August, Sommerarena der Bühne Baden

Erstaunliches, Humorvolles, Traumhaftes und Instrumentales erlebt der Zuhörer, wenn sich Künstler der Sommersaison 2014 der Bühne Baden von einer ganz anderen, ungewöhnlich neuen Seite zeigen! Die Interpreten dieses Abends – von der Diva bis zum Tenor, vom Schauspieler bis zum Instrumentalisten – präsentieren unterschiedlichste Genres wie das Wienerlied, die Operette, die Oper und das Musical, aber auch Komödiantik wird nicht fehlen – alles, was einen abwechslungsreichen Theaterabend in Baden ausmach

Musical Late Night Show: 30. August, Stadttheater der Bühne Baden

Solistinnen aus der Erfolgsproduktion „Jesus Christ Superstar“ präsentieren ein „Best of“ der beliebtesten Musicals. Ein musikalisches Highlight zu vorgerückter Stunde! Speziell für alle nachtschwärmenden Musicalfans.

www.buehnebaden.at

Wien, 23. 4. 2014