Kammerspiele: Die 39 Stufen

Oktober 20, 2017 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Suspense, Slapstick und Stummfilmmomente

Im schottischen Hochmoor wird scharf geschossen: Ruth Brauer-Kvam als Pamela und Alexander Pschill als Richard Hannay. Bild: Rita Newman

Sie wissen, was ein MacGuffin ist? Nein, nicht einer der schottischen Sonderlinge, denen Richard Hannay bei seiner Flucht durch die Hochmoornebel in die Hände fällt. Alfred Hitchcock hat den Begriff für seine Filme erfunden, für ein beliebiges Ding, das keinen anderen Nutzen hat, als die Handlung voranzutreiben. „Die 39 Stufen“ sind ein MacGuffin.

In des Meisters Werk aus dem Jahr 1935 erfährt man nicht viel mehr, als dass dies die Bezeichnung für einen den Briten feindlichen Spionagering wäre, der brisanteste Geheimdokumente von der Insel schaffen will. Ein Unschuldiger, eben Hannay, er noch dazu Kanadier, wird in die Story verstrickt, bald des Frauenmordes bezichtigt, alles rennet, rettet, flüchtet, die Handlung verwickelt sich immer mehr, die Bedrohung lauert auf allen Seiten (was Hitchcock in den 1930er-Jahren durchaus politisch meinte), das Tempo verschärft sich quasi minütlich – der perfekte Stoff für die Kammerspiele. Wo Regisseur Werner Sobotka den Filmklassiker nun auf der Bühne umsetzte. Das heißt, natürlich nicht einfach so.

Sobotka peppt den Suspense mit dem Slapstick der Stummfilmära auf, er erzählt davon, wie die Bilder laufen lernten, und er beschreibt ein „Making of“-Kino. Seine Inszenierung ist eine Hommage an eine Zeit, als jeder Stunt und jeder Special Effect noch mit Kulisse und Courage angegangen, nicht am Computer hergestellt wurden. Die Mittel, denkt man, sind einfach. Sobotka reichen zwei Leitern und ein Steg, um eine Brücke zu simulieren, vier Stühle und ein Lenkrad werden zum Fahrzeug.

Stunts, Slapstick, Stummfilmmomente: Hannay fällt auf der Flucht von einer Brücke …. Bild: Rita Newman

…. und versucht im Auto zu entkommen. Bild: Rita Newman

Türen stehen allein im Raum, dass das auf beiden Seiten ein anderer ist, versteht sich; Überseekoffer sind mal Bar in einem Herrenclub, mal Hotelrezeption. Erst am Ende der mit viel Applaus bedachten Vorstellung, als sich weit mehr Menschen von der Bühne winkend verabschieden, als vorher darauf gespielt haben, wird klar, welchen Kraftakt dieser rasante Kulissenumbau (Bühnenbild: Karl Fehringer und Judith Leikauf) darstellt. „Die 39 Stufen“ in den Kammerspielen sind wie ein Wunderwerkl, der kleine Theaterraum wie eine Springteufelbox, aus der jeden Moment eine andere Knallcharge emporschnellt.

Sobotka hat die Kunst des großen Sir Alfred studiert. Er zitiert „Die Vögel“ und „Das Fenster zum Hof“, als Schattenspiel zeigt er die berühmte „Psycho“-Duschszene und die Flugzeuge, die Cary Grant in „Der unsichtbare Dritte“ verfolgen. Und auch, wenn seine Aufführung auf absichtliches Overacting und outrierte Theatralik setzt, hat sie sich dennoch auch Hitchcocks trockenen Humor angeeignet.

Dass diese Übung gelingt, ist im hohen Maße dem Spiel von Alexander Pschill zu danken, der als Richard Hannay, gemeinsam mit Ruth Brauver-Kvam in drei Frauenrollen, die beiden ja bekannt als Kammerspiele-Traumpaar, den komödiantischen Kern des Abends bildet. Pschill steht der Typ Upper-Class-Snob, der sich erst aus seiner Trotteligkeit und von seinem Ennui befreien muss, bevor er zum Abenteurer und Helden werden kann. Wie er mit rollenden Augen und sexy Schnoferl um Mitgefühl und die Mitwisserschaft des Publikums buhlt, das ist sehr charmant. Vergebens versucht er verwegen zu sein, so etwas wie britische Offiziersschneidigkeit an den Tag zu legen, doch erst als ihm Pamela erliegt, läuft er zu voller Form auf.

Pamela ist eine von Ruth Brauer-Kvams Charakteren. Hitchcock-erblondet gibt sie als solche das patente Mädchen vom Lande, das Hannays Beschwörungen der Bösen keinen Glauben schenken mag, bis sie sich zufällig vom Gegenteil überzeugen kann. Weil, was von Kriminellen mit Handschellen aneinander gekettet wurde, der Mensch nicht trennen soll, ist das Happy End hier klar. Davor aber brilliert Brauer-Kvam als schüchtern-sinnliche Bauersfrau Margaret – und vor allem als russische Agentin Annabella, so exotisch wie erotisch, die Hannay bald den Kopf verdreht hätte, aber mit Messer zwischen den Rippen endet.

Superspionin Annabella wird in Hannays Wohnung ermordet: Ruth Brauer-Kvam und Alexander Pschill. Bild: Rita Newman

Und auch das Medium Mr. Memory wird ein Opfer des feindlichen Geheimdienstes: Boris Pfeifer (in der rezensierten Vorstellung spielte Martin Niedermair), Markus Kofler, Ruth Brauer-Kvam und Alexander Pschill. Bild: Rita Newman

Das mitunter schon gefährlich akrobatisch über die Bühne turnende Schauspielerkleeblatt komplettieren Markus Kofler und Martin Niedermair (er alterniert mit Boris Pfeifer und spielte am rezensierten Abend), und tatsächlich sind es die beiden, die dem Ganzen den besonderen Kick geben. In Windeseile gestalten sie gefühlte 100 Figuren, Polizisten, Putzfrauen, Zugführer, Zeitungsjungen, oft nur durch Wechseln der Kopfbedeckungen und flexibel, was Akzente und Dialekte oder das Geschlecht betrifft.

Ihre Tour de Farce ist am schönsten, wenn Kofler und Niedermair das Wirtsehepaar geben, ersterer als resolute, liebestolle Hausherrin, zweiterer als sich dem Trunke ergeben habender Schon-wieder-ran-Müsser, als schottische Greise bei einer örtlichen Wahlkampfveranstaltung, ein surrealer Moment – und natürlich als Professor und Louisa Jordan, diesmal Niedermair als Dame des Hauses und Kofler als verrückter Oberschurke, das Phantom mit dem fehlenden kleinen Finger und Kopf der Gaunereien.

Die Anstrengung, die am Schluss alle versuchen, nicht im Gesicht stehen zu haben, hat sich gelohnt. Das Publikum reagierte begeistert, die Kammerspiele dürfen sich über die nächste Erfolgsproduktion freuen.

Werner Sobotka erwies sich einmal mehr als Regisseur, der „oben“ und „unten“ die Fantasie beflügeln kann. Ach ja, die Geheimdokumente waren keine Papiere, sondern Informationen, die die Vaudeville-Sensation Mr. Memory auswendig gelernt hatte. Als diesen ereilt auch Martin Niedermair der Bühnentod. Kofler sprach’s gelassen aus: Er war einfach, der Mann, der zu viel wusste …

Trailer: www.youtube.com/watch?time_continue=5&v=eAzKGz67rK0

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  1. 10. 2017

Volksoper: Gypsy

September 11, 2017 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

A Musicalstar is born

Tingel-Tangel-Familie: Toni Slama  als Herbie, Lisa Habermann  als Louise, Marianne Curn als June und Maria Happel als Rose. Bild: © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Mit Riesenjubel und -applaus endete Sonntagabend die Eröffnungspremiere der Volksoper. Direktor Robert Meyer hat einmal mehr eine Musicalrarität ans Haus geholt, „Gypsy“, und für diese Maria Happel in der Hauptrolle. Es ist das erste Mal, dass die Burgschauspielerin in einem klassischen Musical spielt, und sie singt und swingt und tanzt, als hätte sie ihr Leben lang nichts anderes getan. A Musicalstar is born!

Wie ein Hurrican wirbelt ihre „Mama Rose“ über die Bühne, den Mops in der Tasche, ihre beiden Töchter an der Hand – und schon ist man mitten drin im Chaosleben der Vaudeville-verrückten Übermutter. „Gypsy“ erzählt die wahre Geschichte der Rose Thompson Hovick, die in den 1920er-Jahren der USA aufbrach, um ihre beiden Töchter zu Bühnenstars zu machen. Dazu tingelte die kleine Truppe, die Rose rund um die Mädchen aufgestellt hatte, quer durch die Vereinigten Staaten, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Das Ende des Vaudeville war bereits eingeläutet, und Karriere auf diesem Gebiet eigentlich nicht mehr machbar.

Rose, von ihrer Biografin nicht von ungefähr „Dr. Jekyll and Mrs. Hovick“ genannt, verschliss Bühnen- wie Lebenspartner, und trieb Baby June und Louise zu Höchstleistungen an. Beide Töchter wendeten sich schließlich von ihr ab: June brannte durch, mit 13!, heiratete und wurde eine erfolgreiche Schauspielerin, Louise unter dem Künstlernamen „Gypsy Rose Lee“ zum Burlesque-Star. Beide therapierten ihre schwierige Beziehung zu ihrer Mutter in Autobiografien.

Louises Aufzeichnungen nahmen Liedtexter Steven Sondheim, Autor Arthur Laurents und Komponist Jule Styne als Vorlage für ihr 1959 am Broadway uraufgeführtes Musical „Gypsy“. Diesem konnte die Kritik gar nicht genug Rosen streuen. Man schrieb von endlich einer Charakterrolle in einem Musical, nannte die Rolle der Mama Rose „die frivole Antwort auf King Lear“, und das Stück schließlich gar „die Mutter aller Musicals“. Apropos, Rosen: Einer der größten Hits in „Gypsy“ ist „Everything’s Coming up Roses“, außerdem bekannt sind „You’ll Never Get Away From Me“ und der Auftrittssong der Mädchen „Let Me Entertain You“, der sich wie ein roter Faden durch das Musical zieht.

Die  jungen Darsteller: Sophie Grohmann, Emil Kurz, Simon Gaunersdorfer, Louisa Popovic, Maria Happel, Sophie-Marie Hofmann, Lino Gaier, Lili Krainz und Toni Slama. Bild: © Jenni Koller/Volksoper Wien

Die Zeitungsjungen-Nummer läuft Jahrzehnte: Lino Gaier, Louisa Popovic, Sophie-Marie Hofmann und Lorenzo Popovic. Bild: © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

An der Volksoper tauchen Regisseur Werner Sobotka und sein Ausstatterduo Stephan Prattes und Elisabeth Gressel lustvoll in die verwehte Welt des US-Unterhaltungstheaters ein, und machen den Abend zur schillernden Hommage ans eigene Metier. Sobotka inszeniert wie stets mit viel Liebe für Details, mit Witz und einem Hauch Satire. Vor allem nach der Pause, die Szenen in Minskys Burlesque-Theater, da lebt er seinen Hang zum Skurrilen aus. Die Optik wechselt zwischen showbiz-grellbunt und ärmlich-privat, hat Roses Truppe doch alles, nur kein Geld.

Happels Kostüme sind mitunter von atemberaubender „Hässlichkeit“, wenn Rose aus Schlafdecken Mäntel und Kleider näht, nur Baby June mit blondgefärbten Löckchen ist immer wie aus dem Schaufenster entwendet. Dirigent Lorenz C. Aichner macht das Volksopernorchester wieder einmal zur Big Band, schmissig schon die Ouvertüre während der alte Filmaufnahmen auf die Varieté-Atmosphäre einstimmen, und so wird den ganzen Abend mit Tempo und „Rums“ für die Bumps – dies der von Trommelwirbel begleitete Hüftkick der Tänzerinnen –  musiziert. Die Choreografien von Danny Costello sind lebhaft, very twenties und mit viel Stepptanz. „Gypsy“, das ist ein rundum sympathischer Abend.

Roses Truppe: Simon Stockinger, Peter Lesiak, Maria Happel, Georg Wacks, Oliver Liebl, Toni Slama, Maximilian Klakow und Marianne Curn. Bild: © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Peter Lesiak (mit Lisa Habermann) glänzt in einer einwandfreien Steppnummer. Bild: © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

In dessen Mittelpunkt, wie gesagt, Maria Happel glänzt. Kaum geht der Vorhang hoch, ist man mitten drin in „Onkel Jockos Kindercontest“, bei dem Baby June das Publikum erstmals mit Piepsstimme beschwört: „Let me entertain you!“ Ein kecker Augenaufschlag, ein Spagat (tatsächlich wurde June von Pädophilen verfolgt), und eine Mutter, die es schafft sich selbst aus dem Hintergrund ihre Vorhänge abzuholen. Happel verleiht der Mama Rose herben Charme und Humor, doch nie vergisst sie die Tragik im Leben dieser Nervensäge, die ihre eigene verkorkste Existenz an ihren Töchtern gutmachen möchte.

Darstellerisch vielschichtig changiert sie zwischen liebevollem Muttertier und Mamamonster, dem der Familiensinn immer dann zu fehlen scheint, wenn es nicht nach ihrem Kopf geht. Und wehe, sie wird böse! Ansonsten lacht und flirrt und strahlt sie – ganz perfekte Vermarkterin ihrer Mädchen. „Meine Töchter sind mein Job!“, rechtfertigt sie ihren Selbstverwirklichungstrip. In dieser ersten Szene brillieren eine Reihe von Kinderdarstellern als wären sie alte Theaterhasen, allen voran die großartigen Livia Ernst als Baby June und Katharina Kemp als Louise.

Beim Tingeln werden aus den angesagten „1,07 Meter pure Energie“ teenagerhafte 1,60 Meter, immer noch lautet der Song „Let me entertain you!“, immer noch folgt die Zeitungsjungen-Nummer, immer noch will Rose so beharrlich wie erfolglos ihre Töchter berühmt machen. Die Wienerin Marianne Curn und die Linzerin Lisa Habermann schlüpfen nun in die Rollen von June und Louise, beide debütieren in ihren Parts an der Volksoper, und überzeugen gesanglich wie darstellerisch. Während Curns June noch vor der Pause verschwindet, hat Habermann mehr Zeit einen Charakter zu gestalten – und sie nützt sie auch. Wie ihre Louise vom Entlein, der Mutter nur zweitliebste Tochter, meist in eine Bubenrolle verbannt und von der Truppe als „Kumpel“ wahrgenommen, zum strahlend schönen Schwan wird, diese Entwicklung arbeitet Habermann erstklassig heraus.

Zum hervorragenden Damentrio gesellt sich Toni Slama als Roses Lebensgefährte Herbie, ein geduldiger, gefühlvoller Mensch und Manager der Truppe, der nicht von ungefähr an Roses Seite ein Magengeschwür bekommt, und sie verlassen wird, als sie zum x-ten Mal die Hochzeit wegen eines Engagements verschiebt. Slama agiert mit viel Herz und (als ehemaliger Sängerknabe) mit einigem an Stimme, Happel und er sind jedenfalls ein hinreißendes Paar, auch wenn’s für Rose und Herbie nicht reicht. Aus den die Mädchen auf der Bühne umringenden „Jungs“ ragt Peter Lesiak als „Tulsa“ mit einer ausgezeichneten Steppnummer heraus. Wolfgang Hübsch hat einen Kurzauftritt als Roses Papa.

Im Burlesque-Theater: Christian Graf als Tessie Tura, Maren Kern, Martina Dorak, Jens Claßen, Simon Stockinger und Lisa Habermann. Bild: © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Eine letzte Aussprache, und schon hat Rose den Nerz: Lisa Habermann und Maria Happel. Bild: © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

So vergehen die Jahre, in denen Rose nicht loslassen kann und immer noch zur Gute-Nacht-Geschichte antritt, ohne wahrhaben zu wollen, dass ihre Babys längst im gebärfähigen Alter sind. Die „Jungs“ hauen irgendwann ab, June ist weg, Rose fördert nun Louise – und befördert sie in Minskys Burlesque-Theater in New York. Dieser Abstieg entpuppt sich bald als Louises künstlerischer Aufstieg, die, zum ersten Auftritt von der Mutter gedrängt, Talent im Ausziehgenre zeigt.

Sobotka lässt eine illustre Truppe das Etablissement bevölkern. Neben Martina Dorak als trompeteblasender „Miss Electra“ (eine Art Xena, die Stripteaseprinzessin), gelingt Christian Graf als so abgebrühter wie abgeklärter Lehrmeisterin „Tessie Tura“ im rosa Tutu mit Schmetterlingsdildo ein Kabinettstück. Lousie legt Bekleidung wie Mutterbindung ab, und Mama Rose ist ihren Job und damit den Sinn ihres Lebens los.

Wie die Happel sich diesen Moment der Verzweiflung mit der Schlussnummer „Rose’s Turn“/Nun ist Rose dran von der Seele singt und schreit, das ist große Kunst. In der Realität folgten Streit und Gerichtsprozesse. Auf der Bühne ist bei Schluss noch nicht Schluss.

Es kommt zur Aussprache zwischen Rose und Louise – aus der, was Wunder, Rose als Siegerin hervorgeht. Sie hat es geschafft, sich auf die High-Society-Party ihrer Tochter einzuladen, und der dafür auch noch einen teuren Nerz abgeluchst. Und so können sie beide im Triumph die Bühne verlassen: Mama Rose und Maria Happel.

Maria Happel im Gespräch: www.mottingers-meinung.at/?p=25867

www.volksoper.at

  1. 9. 2017

Robert Palfrader und Florian Scheuba: „Flügel“

Oktober 8, 2015 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Das Engagement kauft man ihnen ab

Robert Palfrader, Florian Scheuba Bild: Rabenhof/Pertramer

Robert Palfrader, Florian Scheuba Bild: Rabenhof/Pertramer

Ein aus der Schweiz kommender Schauspieler bemerkte kürzlich, er neide Österreich seine Kabarettisten, und diesen ein Publikum, das mit viel Sinn für Selbstironie über sich lachen könne, unter den Eidgenossen sei derlei nicht möglich. Man stelle sich seine Ver- bis Bewunderung angesichts des neuen Programms von Robert Palfrader und Florian Scheuba vor. In „Flügel“ machen die beiden Spottdrosseln nämlich sich selbst zum Gegenstand der Satire. Ein Umstand, der bei der Premiere im Rabenhof heftig beklatscht wurde.

Die Staatskünstler versuchen es mit der Privatisierung ihrer Kunst. Eine ziemliche Wirtschaft wird das werden. Ein hochpotenter Stier kommt auf sie zugerast, da wollen sie instinktiv erst in allen Farben Rot sehen, kleinkunstkariert sozusagen, aber: die Dose macht das Gift – und wenn das Drink-Geld hochdosiert ist, kann man sich schon einmal keine Prinzipien mehr leisten. Dietrich Mateschitz, eigentlich sein Sohn Mark, will Palfrader und Scheuba als Kabarettcallboys für Daddys, also Didis Geburtstagsfest engagieren.

Entlang dieser Prämisse entwickelt sich ein bunter Abend rund ums Thema Kaufen. Oder besser: eingekauft werden. Die Nachfrage bestimmt schließlich das Angebot. No financial risk, no fun. Bald wissen die beiden, am Geld kann man nur scheitern, denn egal, welche Zweifel und Skrupel sie einander vorschieben, es geht immer noch ein bissl mehr. 100.000 Euro mal zwei. Chefredakteureposten bei Servus TV. Hubschrauberrundflüge. Und natürlich Ikarus-Catering. Gekonnt nimmt sich der bekennende Gourmet Scheuba aufs goldene Gaberl. Aus ist es mit der Unterhaltung mit Haltung. Nach Salzburg, nach Salzburg! Die beiden Selbst-Darsteller entwickeln ihr Spiel als Akt der Subversion. Getreu dem Horváth-Wort „Eigentlich sind wir ganz anders, nur kommen wir so selten dazu“ untersuchen sie gesellschaftliche Ödeme wie die Seitenblicke-Gesellschaft (das Magazin dazu hat Mateschitz ja längst erworben) von Schwarzenegger bis Schröcksnadel. Polit- und Sportskandale als gesetzlich geschützte Heilige Kühe, die sich kein X für einen U-ntersuchungsausschuss vormachen lassen. Und warum Red Bull Religion ist. Sekkiererisch werden Kapitalismusanbeter, steinzeitliche Priester und die Kronen-Zeitung auf innere Wertebefreitheit abgeklopft, der Homo rapiens von der Zunge Spitze durchbohrt. Scheuba und Palfrader sind nicht nur großartige Autoren, sondern auch klasse Schauspieler. Letzterer ein Kaiser! Kollege Werner Sobotka hat die beiden perfekt in Szene gesetzt.

Der schönste Moment ist ein werner-schneyderischer. Als Nachrichtenmoderatoren bei Servus TV geben sie dem Tagesgeschehen eins aufs Dach. Das Engagement kauft man ihnen ab. Im Countdown zur Wien-Wahl ist Glaube alles, in der SPÖ wie im Judentum ein Warten auf den Messias, in der FPÖ wie im Islam ein Verkünden radikaler Botschaften, die NEOS gleich Scientology – man will gar nicht so genau wissen, was drin ist. Daneben geht’s um TTIP und die Frage, wie frei Handel sein darf. Um die Verramschung der Erde – Nigeria geht an Shell, Syrien an die Waffenindustrie. Um Konfliktherde als Firmenschnäppchen – Ukraine vs Russland wird zu Exxon gegen Gazprom. Die Welt hat sich ausverkauft, am besten man bietet sich mit an. Na, Servus! In der Hypothesen-Krise steckt dieses Kabarett nicht. Trotz Sport-Saft-Medienmacht, keine Angst: Red Bull ist nicht Skynet. Das ist nämlich schon Amazon. Auch, wenn Scheuba und Palfrader den Dies irae beschwören, das Imperium schlägt (noch) nicht zurück. Aber der Anruf, dass alles nur ein Häkel war, kommt. Aus Liechtenstein. Am Apparat der verföhnte Neoliberalismus. Die Rache des KHG.

www.rabenhoftheater.com

florianscheuba.at

Wien, 8. 10. 2015

Kammerspiele: La Cage aux Folles

September 11, 2015 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Michael Dangl macht die Ulknudel zur Charakterrolle

Herbert Föttinger, Michael Dangl Bild: Rita Newman

Herbert Föttinger, Michael Dangl
Bild: Rita Newman

Die schönsten Momente hat der Abend in seinen leisen lyrischen. Wenn Nachtclubbesitzer Georges seinen Star und Lebenspartner Albin mit dem „Song am Strand“ an ihre erste Begegnung erinnert, dazu romantisch der Mond scheint und keusche Küsse getauscht werden. Wenn der Sohn Jean-Michel seine „Mutter“ Albin gegen die selbsternannten Rechtschaffenen verteidigt. Und natürlich, wenn Michael Dangl als Albin erklärt: „Ich bin, was ich bin“.

Die Gänsehautnummer. Die Zeit zum Innehalten in dieser in Teilen temporeichen Inszenierung.

Werner Sobotka hat an den Kammerspielen der Josefstadt das Travestiemusical „La Cage aux Folles“ auf die Bühne gestellt. Und dabei ebenso nah am Tränenkanälchen gebaut wie auf Brachialhumor gesetzt. Schnell und grell – tatsächlich könnte das Licht subtiler sein – hat er die Varieténummer in Szene gesetzt, Teller und Beine fliegen, die einen tief, die anderen hoch, Popos, auch nackte, wackeln, die Pointen nicht, die sitzen nämlich auf den Punkt genau. Jedes nur denkbare Schwulenklischee spielt der Regisseur lustvoll wie ein Atout aus. Da ist nichts pc. Doch die Schwestern können mehr als Hach! und Huch! kieksen. Sobotka inszeniert die Geschichte einer Liebe, einer großen Liebe. So heiß möchte man auch mit einem fehlenden .. N! natürlich! … begehrt werden. Wenn auch die Oberfläche Patina angesetzt hat, weiß das Herz doch wo es hingehört. Dass das über die Rampe kommt, ist den Hauptdarstellern Michael Dangl und Herbert Föttinger zuzurechnen. Föttinger ist als Cage-Chef Georges hinreißend. Geschmeidig, auch beim Tanzen, so lange Knie und Hüfte mitmachen, charmant, ganz eitel Wonne. Er hat Schmäh, sein Text doppelten Boden, sagt er „die Direktion“ lachen die Leute a priori. Cage und Kammerspiele werden eins. Doch Föttinger, das ist schön, das ist eine neue Farbe, ist nicht das Schlitzohr, als das Georges schon interpretiert wurde. Er ist ein wahrhaft und aufrichtig und unter Schmerzen Liebender. Seine Empfindungen für Albin sind im doppelten Wortsinn Passion.

Michael Dangl dominiert die Aufführung als Albin und dessen Show-Alter-Ego Zaza. Er kostet das Jubiläum seiner 50. Josefstadt-Rolle voll aus. Er ist als Diva ein großer Tragöde. Wenn Georges ihm ein sarkastisches „God save the Drama-Queen!“ zuwirft, dann ist das nur eine Seite der Paillette. Dangl hat in seiner Figur einen Menschen erkannt, und dem versucht er mit seiner Darstellung gerecht zu werden. Was ihm mit Klasse, mit Stil und Elegance gelingt. Freilich darf Dangl mit viel Vergnügen ulknudeln – eine einwandfreie Slapsticknummer etwa, wie er „John Wayne als kleines Mädchen“ gibt, Albin soll ja Jean-Michels künftigen Schwiegereltern als Hetero untergejubelt werden -, doch wie da eine(r) mit „Mascara“ gegen das Älterwerden aufbegehrt, wie die Ausnahmeerscheinung Albin kämpferisch seinen Platz in einer gleichgebügelten Welt behauptet, das gibt der Rolle Charakter. Man hat in Wien Albin/Zaza schon resignativer gesehen, an den überlebensgroßen Vorgänger gab es ob der Ankündigung der Kammerspiele-Premiere einiges an Reminiszenzen. Dangl braucht keinen Vergleich zu fürchten, weil keiner angestellt zu werden braucht: „Die schönste Zeit ist heut …“ Außerdem kann er singen, ist ein einwandfreier Chansonnier, pardon: Chansonnière, was sich in dieser Inszenierung zum Schaden der Songs nicht verallgemeinern lässt. Nur Susa Meyer ist als Jacqueline naturgemäß stimmgewaltig.

Dabei sorgt Christian Frank mit nur fünf Mann für beinah Big-Band-Sound, es swingt schwungvoll aus dem Orchestergräbelein. Sobotka und Choreograf Simon Eichenberger casteten dazu eine großartige Tanztruppe.  Die Cagelles Arthur Büscher, Nicola Gravante, Christian Louis-James, Stefan Mosonyi, Timo Radünz und vor allem – als die Reitgerte schwingende Hanna aus Holland – Niran Straub sind Sobotkas sexy Sechs. Der erbrachte Beweis, dass auch ausgemachte Schönheiten versaut komisch sein können 😉 , siehe ein Einblicke Richtung Eingriff gewährender Herren-Can-Can. Gegen so viel Frauenpower hat es der Rest schwer. Niklas Abel gibt den Jean-Michel als Parade(schwieger)sohn. Der wunderbare Martin Niedermair ist als Butt-ler Jacob ein Kabinettstück, ein freches Kammerkätzchen von fast Molière’scher Prägung. Die verstockt konservative Familie Dindon rund um Familienoberhaupt Peter Scholz sieht dagegen, während es die anderen bunt treiben, ziemlich blass aus.

Das Publikum dankte für drei Stunden bittersüßen Spaß mit Standing Ovations. Werner Sobotka nahm sie inmitten des Ensembles fast mit Verwunderung entgegen.

Regisseur Werner Sobotka im Gespräch: www.mottingers-meinung.at/?p=14538

Video: www.youtube.com/watch?v=ueWh6T9P2Vc&feature=youtu.be

www.josefstadt.org

Wien, 11. 9. 2015

Werner Sobotka im Gespräch

September 2, 2015 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Er inszeniert „La Cage aux Folles“ in den Kammerspielen

Albin/Zaza (Michael Dangl) und Georges (Herbert Föttinger) Bild: Jan Frankl

Albin/Zaza (Michael Dangl) und Georges (Herbert Föttinger)
Bild: Jan Frankl

Am 10. September hat in den Kammerspielen des Theaters in der Josefstadt das Musical „La Cage aux Folles“ Premiere. Michael Dangl schlüpft in die Rolle des Albin alias Zaza, eines in die Jahre gekommenen Travestiestars und besseren Hälfte von Georges, gespielt von Herbert Föttinger, dem Besitzer des titelgebenden glitzernd-schillernden Nachtclubs in St. Tropez. Werner Sobotka inszeniert. Ein Gespräch:

MM: Wie kam’s zu der Idee „La Cage aux Folles“ in den Kammerspielen zu machen?

Werner Sobotka: Die grundsätzliche Idee war von Herbert Föttinger, auch die, dass Michael Dangl und er selbst die beiden Hauptrollen spielen. Es war von Anfang an klar, da werden keine Gäste engagiert, wie es bei anderen Produktionen, die ich am Haus gemacht habe, der Fall war, sondern da kommen zwei Sprechtheatergrößen der Josefstadt zum Einsatz. Den Ansatz fand ich schon einmal super. Es passt ja wie hingespuckt, dass der Herbert den Georges, den Direktor des Clubs „La Cage aux Folles“ spielt. Mitunter verwischen sich bei den Proben die Grenzen, da weiß ich dann nicht ganz, welcher Direktor – Cage oder Josefstadt – zu mir spricht. Aber auch das ist super: Dass Herbert zum ersten Mal in einer Musicalproduktion an einem seiner Häuser mitmacht. Er ermöglicht uns viel – und er sieht jetzt, dass sich das auch auszahlt.

MM: „La Cage aux Folles“ kann von Travestieklamotte bis Tragikomödie alles sein. Wie wird der Sobotka-Touch dieser Inszenierung?

Sobotka: Das Musical wurde 1983 uraufgeführt und hat damals in der Jetztzeit gespielt. Das wäre mir heute zu altmodisch. Außerdem ist der Überraschungseffekt, das Geheimnis, dass sich hinter der Figur Zaza ein Mann verbirgt heute keines mehr. Man muss also anders an den Stoff herangehen. Die Welt hat sich in den vergangenen 32 Jahren zum Glück ja weiterentwickelt. Wir zeigen von Anfang an einen Mann, der Spaß an der Verkleidung hat – ohne das „Spiel“: Wer verbirgt sich unterm Fummel? Wir machen keine Satire, nichts Trashiges, aber Komödie mit jener Ernsthaftigkeit, die das Stück mitbringt. Wir wollen’s mit Stil, mit Klasse machen. Michael Dangl strahlt als Albin/Zaza eine große Eleganz aus. Er erschafft eine Zaza, die Stil hat. Die Musik ist neu arrangiert im Big-Band-Swing-Sound. Auch das ist classy.

MM: Lassen Sie mich dazu eines kurz anmerken: Als Dustin Hoffman eine der Perücken seiner „Tootsie“ kämmte, sagte er: Ich wollte sie wäre hübscher …

Sobotka: (Er lacht.) Die Aussage soll aber auch nicht sein, Zaza ist die schönste, sondern Zaza ist die mit dem längsten Atem. Sie behauptet sich seit 22 Jahren auf der Bühne. Das muss ihr erst einmal einer nachmachen. Sie steht seit 22 Jahren an vorderster Front. Sie wird vielleicht einmal so ausgesehen haben wie Conchita Wurst, aber jetzt ist sie in die Jahre gekommen.

MM: Apropos: Glauben Sie, dass die Message, die im Musical steckt, in einem Österreich der Conchita Wurst noch transportiert werden muss.

Sobotka: Ja, ich fürchte: Ja. Josef Hader sagt gerne, es ist leicht im Kabarett eine Meinung zu äußern, unter lauter Menschen, die der gleichen Meinung sind. Gerade aus diesem Grund ist es richtig und wichtig, dass Herbert Föttinger dieses Stück jetzt auf den Spielplan der Kammerspiele gesetzt hat. Das ist ein Statement. Es sind halt zwei küssende Männer – Dangl und Föttinger -, das wird für die Leute immer noch, sagen wir, anders sein, als wenn sich eine Frau und ein Mann küssen. Ich würde die „Message“ aber gar nicht auf das Thema Homosexualität beschränken, sondern auf das Thema Toleranz ausweiten. Wir nehmen hier als Metapher Schwule, die für etwas Außergewöhnliches, buchstäblich: außerhalb der gewohnten Norm, außerhalb der gewohnten Sichtweise stehen. Es könnten aber genauso gut Menschen anderer Herkunft, Hautfarbe, Religion sein. So viel Fantasie traue ich unserem Publikum zu, dass es diese Metapher versteht.

MM: Das Grundthema ist aber eines, dass die Community seit Jahren bewegt.

Sobotka: Das Grundthema ist, dass Georges einen Sohn hat, der heiraten will, aber dessen konservativer Schwiegervater in spe Jean-Michels Eltern ablehnt. Da schwingt die ganze Debatte um das Adoptionsrecht gleichgeschlechtlicher Partner mit. Da gibt es die wunderbare Szene, wo Jean-Michel ein Plädoyer für Albin hält, die einzige mütterliche Bezugsperson, die er jemals hatte. Albin, der sich immer um ihn gekümmert hat, der immer für ihn da war.

MM: All die Gedanken, die ihr euch um das gesellschaftliche Rundherum der Produktion macht, führen mich zu der Frage: Wie schwer ist die leichte Muse?

Sobotka: Man muss sie sehr ernst nehmen, sonst wird’s nix. Man muss sehr diszipliniert sein und man muss viele Leute finden, die an einem Strang ziehen. Die leichte Muse ist harte Arbeit. Deshalb ist es auch nicht so, dass wir uns bei den Proben permanent kaputt lachen. Wir treffen uns nicht und haben eine Gaudi, so soll es dann nur aussehen. Ich sage jeden Tag, ich als Zuschauer muss merken, die da oben haben Spaß dran, dann habe ich auch Spaß. Nur: Bis es soweit ist, das dauert. Ich bin als Regisseur ein Diktator, ich habe überall meine Finger drin: bei den Kostümen, bei der Choreografie … Deshalb ist es gut, dass wir ein eingespieltes Team und seit Langem befreundet sind, sonst würden die anderen mich, glaube ich, nicht aushalten. Michael Dangl und Herbert Föttinger treten gerade in eine neue Welt ein, die für Musicaldarsteller selbstverständlich ist: Spielen, sprechen, singen, tanzen, und das alles gleichzeitig. Es ist großartig, ihnen dabei zuzuschauen. Sie kommen ja doch beide vom schweren Fach und sie jetzt in so etwas Leichtfüßigem zu sehen, ist schon der halbe Spaß.

MM: Sie führen auch Regie bei „Flügel“, dem neuen Programm von Florian Scheuba und Robert Palfrader, das am 7. Oktober im Rabenhof Premiere hat. Wie inszeniert man Kabarett?

Sobotka: Prinzipiell ist man ein drittes Hirn. Da die Autoren die Schauspieler sind, sind die oft sehr in ihrer Welt, und wenn ich da eine Anregung gebe, eröffne ich den beiden im besten Fall eine neue Sichtweise auf ihre Arbeit. Es ist eine Mitautorentätigkeit. Scheuba/Palfrader haben – ich sage das unter Anführungszeichen – eher ein „Stück“ als ein Kabarettprogramm geschrieben. Da ist der Weg zum normalen Theater nicht weit.

MM: Welches Herrenduett ist anstrengender?

Sobotka: Natürlich sind Scheuba/Palfrader in ihrer Kernkompetenz als Kabarettisten. Dangl/Föttinger nicht, deshalb in vielen Dingen unsicherer, deshalb brauchen sie im positiven Sinn mehr Aufmerksamkeit, mehr Fokus. Bei Scheuba/Palfrader geb’ ich so kleine Das und Das und Das dazu … Dangl/Föttinger nehme ich an der Hand und führe sie durch die Produktion. Was ich liebe, weil es mit den beiden so gut funktioniert. Manchmal fragt man mich: Wie oft habt’s schon gestritten? Noch nie! Herbert ruft mich an, der Dangl mailt mir ganz lang und immer kreativ. Es ist schön, so zu arbeiten.

MM: „Die Hektiker“ sind heuer allesamt 50 geworden. Zu diesem Anlass gibt es kein neues Programm.

Sobotka: Und das wird am 10. März 2016 in Michael Niavaranis Globe Theater Premiere haben. Es wird nichts geschrieben. Wir haben keine Ahnung, was wir da machen werden und ich hoffe, das bleibt auch so. Wir haben als Vorbild Monty Python in Aspen. Wir sind deshalb drauf gekommen, weil wir im Zuge unserer 50er sehr viele Interviews gegeben haben, natürlich Anekdoten aus den vergangenen 33 Jahren Hektiker erzählt haben und Journalisten meinten: Das müsst ihr auf der Bühne machen. Es soll etwa so werden: wir erzählen, zeigen Zuspielungen nach dem Motto: Bist du deppert, ist das peinlich, gut das es so lange her ist! und spielen natürlich ein bisserl live. Ich stell’ mir vor, wie wir in Fauteuils sitzen … ich hab’ übrigens mit den anderen überhaupt nicht drüber gesprochen, das fällt mir jetzt spontan ein …

MM: Arbeitstitel „Videoabend mit Freunden“?

Sobotka: Genauso ist es.

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Wien, 2. 10. 2015