Volksoper: Die Csárdásfürstin

September 23, 2018 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Der Erste Weltkrieg bricht übers Varieté herein

Applaus für die Csárdásfürstin: Lucian Krasznec als Edwin, Elissa Huber als Sylva Varescu, Chor und Wiener Staatsballett. Bild: © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Das Bild zu Beginn beweist bereits, dass hier nichts Patina angesetzt haben wird. Da sitzen Edwin und seine Verlobte in spe, Stasi, in der Bibliothek derer von und zu Lippert-Weylersheim, sie orgelt schon einmal elegisch ein paar „Schwalben“ heim, er langweilt sich über seiner Zeitungslektüre. Da bricht aus dem Hintergrund und das Bühnenbild entzwei Edwins Erinnerung an die Revuewelt der Sylva Varescu.

Das Budapester Sodom tanzt zwischen den Bücherwänden der Blaublüter. Heia, Heia, so beschwingt geht es her, wenn Regisseur Peter Lund an der Volksoper Emmerich Kálmáns „Die Csárdásfürstin“ inszeniert. Lund hat sich jedmöglichem Ungarn-Kitsch entzogen, die Optik seiner Arbeit ist von eher Klimt’scher Anmutung, dazu ein Hauch Dada – sogar eine Hugo-Ball-Figur in kubistischem Kostüm ist auf der Bühne.

Nicht einen Moment verliert Lund die Entstehungszeit dieses Schlageralbums der silbernen Operettenära aus den Augen, uraufgeführt 1915, ein Jahr nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Er kann, das hat er schon bei „Axel an der Himmelstür“ fulminant vorgeführt, den Staub wegblasen und trotzdem werktreu bleiben.

Jakob Semotan brilliert als Boni, mit ihm das Wiener Staatsballett. Bild: © Alfred Eschwé

Von bigott zu flott: Sigrid Hauser als Anhilte von und zu Lippert-Weylersheim. Bild: © Alfred Eschwé

Und so zeigt er – und wieder arbeitet er mit dem Stilmittel Film – Wochenschauaufnahmen aus dem Ersten Weltkrieg, Soldaten im Schützengraben, alte Zeitungsartikel über Siege und öfter noch Verluste, Flanieren über den Ringstraßenkorso und Fallen im Feld. Am Ende werden Kampfflieger übers „Habt euch lieb“ donnern, und man wird wissen, das Glück der frisch vereinten Paare hat ein Ablaufdatum. Wie’s der Feri Bácsi singt: „Weißt du, wie lange noch der Globus sich dreht / Ob es morgen nicht schon zu spät …“

Die spritzig-charmante Inszenierung ist unter der diesbezüglichen Leitung von Alfred Eschwé auch musikalisch in Höchstform. Das Volksopern-Orchester kann Walzer, Swing und Charleston vom Feinsten, der Chor des Hauses und das Wiener Staatsballett sind sowieso stets eine Freude.

Ein wahrer Glücksgriff ist Elissa Huber, die als Sylva ihr Volksoperndebüt gibt, die virtuos zwischen lyrischen Höhen und erdigen Tiefen changieren kann, und die darstellerisch Paprika im Blut hat. Lucian Krasznec steht ihr als klassischer Operettenkavalier Edwin – seine Rolle nach einem veritablen „Schwalben“-Streit mit Stasi um „Heut Nacht hab ich geträumt von dir“ aus Kálmáns „Veilchen vom Montmartre“ aufgewertet – sängerisch und schauspielerisch in nichts nach.

Sylva zerreißt Edwins Eheversprechen: Elissa Huber und Lucian Krasznec. Bild: © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Aus den insgesamt hervorragenden Solistinnen und Solisten – etwa Wolfgang Gratschmaier als grummelig-gutmütiger Fürst von und zu Lippert-Weylersheim, Johanna Arrouas als Komtesse Stasi in Verwandlung vom grauen Entlein zum quicksteppenden Schwan, Axel Herrig als so skurriler wie altersweiser Feri Bácsi, der aus seinem Part immer wieder ein Kabinettstück macht – sticht Jakob Semotan als Graf Boni heraus.

Semotan erweist sich als einwandfreier Komödiant, der mit den Mädis vom Chantant um die Wette über die Bühne wirbeln, singen, tanzen, spielen, und alles gleichzeitig kann. Kein Wunder, dass ihm die Herzen des Publikums zufliegen. Ein weiterer komischer Genuss ist naturgemäß Sigrid Hauser als Fürstin Anhilte, auch diese Rolle für ihre großartige Verkörperin vergrößert und ums Lied der „Hajmasi Hilda und Paul“ erweitert, eine bigotte Bissgurn, die sich als flotte Brettldiva entpuppen wird. Keine Frage, mit dieser „Csárdásfürstin“ fügt die Volksoper ihrem Spielplan ein weiteres Highlight hinzu.

www.volksoper.at

23. 9. 2018

Sommerspiele Melk: Luzifer

Juni 16, 2018 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Der Teufel schlägt Gott k.o.

Im Pandämonium: Max Niemeyer, Sigrid Brandstetter, Sophie Prusa, Kajetan Dick, Helmut Bohatsch, Katharina Dorian, Jan Hutter und Christian Kainradl. Bild: Daniela Matejschek

Im Jahr 1600 entwarf der deutsche Theosoph Jacob Böhme in seiner Schrift „Aurora“ eine mystische Kosmogonie, in der Gott in sich sowohl das Helle wie das Dunkle birgt. Für Böhme ist die Gestalt des Bösen eine reale Macht, deren eigentlicher Zweck es ist, als Gottes Werkzeug dessen Herrlichkeit zu offenbaren. Ein ähnliches Licht-Finsternis-Prinzip entfaltet nun Bestsellerautor Bernhard Aichner, der für die Sommerspiele Melk das Auftragswerk „Luzifer“ verfasste.

In der bewährten Regie von Intendant Alexander Hauer bleibt der Text des Thrillerschreibers genau dieses, ein spannendes, hochphilosophisches Stück, dem es auch nicht an Witz mangelt. Luzifer also lädt Gott zu einer Vorstellung seines „Theater des Bösen“ um die ewig schwelenden Konflikte zwischen ihnen auszutragen. Noch nagt am Höllenfürst der Sturz in ebendiese, er findet es ungerecht und falsch für alles Unrecht dieser Welt verantwortlich gemacht zu werden. Im Pandämonium inszeniert er Szenen, hinterfragt die Motive seiner Darsteller, dirigiert – so scheint’s – und komponiert. Auf der fulminanten Bühne von Daniel Sommergruber, die vom abgewetzten Lehnstuhl bis zum Autowrack eine Müllhalde der menschlichen Geschichte zeigt, erscheinen Mordgestalten von Iwan dem Schrecklichen bis Idi Amin, von Mao bis König Leopold II. von Belgien, aber auch Lynndie England, die Todesengel von Lainz oder Marc Dutroux fehlen nicht.

Derart entspinnt sich ein Disput, wer das Böse in die Welt gebracht hat. Kajetan Dick gibt im schwarzen Nadelstreif einen überkandidelt-verbissenen „Spielverderber“, Helmut Bohatsch im weißen einen unsympathisch-selbstverliebten Allwissenden. Unterstützt werden die beiden von Sophie Prusa, Sigrid Brandstetter, Katharina Dorian, Jan Hutter, Christian Kainradl und Max Niemeyer, die als Gegenspieler Gottes in jeweils mehrere Rollen schlüpfen – und doch von diesem so manipuliert werden, dass am Ende jeder Episode dessen Wille geschehe.

Der Chor „Bühne Frei!“ gestaltet Rubens „Höllensturz der Verdammten“ nach. Bild: Daniela Matejschek

Manipulieren die Menschen: Helmut Bohatsch als Gott und Kajetan Dick als Luzifer. Bild: Daniela Matejschek

Viel Stoff zum Nach- und Weiterdenken gibt es da, wenn die Themen Missgunst, Neid, Ignoranz, Wut verhandelt werden. Immer wieder inszeniert Luzifer sein eigenes Schicksal, der großartige Chor „Bühne Frei!“ gestaltet etwa Rubens „Höllensturz der Verdammten“ nach, doch als der Teufel sieht, wie ausweglos sein Unterfangen ist, schlägt er kurzerhand Gott k.o. Schließlich bleibt den beiden Fädenziehern nichts, als sich an den dritten Spieler zu wenden, die Menschen, heißt hier: das Publikum, das nun befragt wird, an wen es glaubt und wen es für das eigene Tun verantwortlich machen möchte. Gespielt wird dazu eine Szene über Ehebruch, und die Zuschauer sollen entscheiden, welches Ende ihnen besser gefällt.

Dieser Teil nach der Pause entpuppt sich als schwächer als der erste, vor allem auch, weil der Ausgang des Wettstreits nur „gedacht“ werden soll. Es wäre spannend gewesen, eine tatsächliche Abstimmung mitzumachen, um zu sehen wie das Match um Verantwortung und Schuld, Macht und Moral, Manipulation und Mündigkeit ausgeht. Apropos: Nicht alles an diesem Abend geht sich aus, einiges zerfasert in seiner Vieldeutigkeit oder franzt an den Rändern aus. Dennoch ist es höchst vergnüglich an Aichners ironischen Andeutungen die eigene Weltanschauung zu überprüfen. Man wird feststellen, wie auf der Bühne kommt da manches Paradox heraus.

www.wachaukulturmelk.at/de/sommerspielemelk

  1. 6. 2018

Sommerspiele Melk: Bartholomäusnacht

Juli 16, 2017 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Die Pariser Hochzeit als Schlachtfest an den Hugenotten

Das großartige Ensemble in der prächtigen Kulisse: Giuseppe Rizzo als Admiral Coligny, Christian Kainradl als Karl IX., Otto Beckmann als Heinrich von Navarra, Dagmar Bernhard als Frau von Sauve, Thomas Dapoz als Herzog Guise, Kajetan Dick als Kardinal von Notre Dame, Sigrid Brandstetter als Herzogin von Nevers, Sophie Pruza als Margot von Valois und Katharina Stemberger als Katharina von Medici. Bild: Daniela Matejschek

„Meinen Hass bekommt ihr nicht.“ Dies letzte Wort, der letzte Satz gehört Heinrich IV. von Navarra, da ist er längst auch König von Frankreich und hat mit dem Edikt von Nantes den Hugenotten in seinem Reich religiöse Toleranz und volle Bürgerrechte gewährt. „Meinen Hass bekommt ihr nicht“ ist ein historisch belegtes Zitat. Besser gesagt ein Buchtitel. Er stammt vom französischen Journalisten Antoine Leiris, dessen Ehefrau 2015 in der Pariser Konzerthalle Bataclan im Maschinengewehrfeuer von IS-Terroristen starb.

Als Heinrich ihn spricht, ist es 1610 und der religiöse Fanatiker François Ravaillac hält ihm eine Pistole an den Kopf (tatsächlich fuhr er ihm mit einem Messer in die Rippen). Es ist diese Art von Brückenschlag in die Gegenwart mit der Autor Stephan Lack, Intendant und Regisseur Alexander Hauer und ihr Schauspiel „Bartholomäusnacht“ in der Wachauarena Melk reüssieren. Hauer hat seinen Stil, monströse Stoffe auf die Bühne zu heben, mit den Jahren zur Meisterschaft gebracht, und Lack ihm zum 500-jährigen Reformationsjubiläum ein opulentes Historiendrama mit aktuellem Zeitbezug verfasst. Lack hat die Fakten klug mit Fiktion unterfüttert, hat die Figuren fein psychologisiert, so dass ein saftiges Bühnenstück entstanden ist.

Es braucht keinen erhobenen Zeigefinger, um zu begreifen, dass er über die Ereignisse der Nacht vom 23. zum 24. August 1572 hinaus auf Irlands „Bloody Sunday“, auf den Genozid in Ruanda, die derzeitige Lage in Syrien … verweist. Für Connaisseurs gibt’s dazu Sentenzen vom berühmten „Paris ist eine Messe wert“ Heinrichs, das hier aber Königin Margot spricht, über Stalins „Den Feind aufspüren, schlagen und vernichten, und dann schlafen gehen. Was gibt es Schöneres?“, hier von Herzog Guise gesagt, bis zu „Die katholische Kirche ist ein Geniestreich des Satans“ – kein Calvin’sches Wort, sondern eines von Baptistenpastor Robert Jeffress im Jahr 2010. Reverend Jeffress leitete die religiöse Zeremonie in der St.-John’s-Kirche, die der Vereidigung von US-Präsident Donald Trump vorausging.

Die Bartholomäusnacht, also. Eines der schrecklichen und unverständlichen Massaker der Geschichte. Im seit Mitte des 16. Jahrhunderts in Frankreich tobenden Religionskrieg Katholiken gegen Hugenotten, strebte Katharina von Medici anscheinend eine Art Frieden an, indem sie ihre Tochter Margot mit König Heinrich von Navarra vermählte. Sämtliche militärischen und politischen Führer der Hugenotten folgten der Einladung nach Paris. Und liefen dort ahnungslos in die Falle. Denn der Mob war von der Kette gelassen und meuchelte „die Ketzer“ auf grausamste Weise. Frankreichweit sollen an die 30.000 Menschen getötet worden sein. Die Tatkräftigsten unter den Mordenden kommen aus dem Herzogsgeschlecht der Guisen; das prominenteste Opfer ist Admiral Gaspard de Coligny. Katharinas Sohn, König Karl IX., sieht in ihm eine Vaterfigur – und ist doch seelisch zu labil, um das Blutbad zu verhindern …

Ein Wort unter Männern: Giuseppe Rizzo, Christian Kainradl, Thomas Dapoz. Bild: Daniela Matejschek

Und eine Frau, die alle Fäden in der Hand hält: Katharina Stemberger als Katharina von Medici. Bild: Daniela Matejschek

In Melk fließt kein Blut. Auf derlei Effekte kann Hauer verzichten. Ein Aufstampfen des Chors „Bühne frei“, Hauer arbeitet erstmals mit diesem Kulturvermittlungsprogramm, in dem – wie er sagt – nach Melk aus dem Salzkammergut bis aus Syrien Zugezogene agieren, genügt, schon ist der Gegner gefällt. Was Hauer interessiert, ist die Frage nach der Auseinandersetzung mit und der Möglichkeit zur Aussöhnung nach einer solchen Wahnsinnstat. Neun Schauspieler verkörpern die Protagonisten beider Glaubensrichtungen und zeigen mit ihren Seitenwechseln den Riss, der durch die Gesellschaft geht.

Zu unterscheiden sind die Lager leicht: die Kostüme von Julia Klug und Nina Holzapfel haben Glanz und Glitter, wenn’s um die Katholiken geht, oder sind schlicht und freudlos puritanisch bei den Hugenotten. Daniel Sommergruber hat eines der legendären Melk-Bühnenbilder erdacht, eine Louvre-Skulptur aus 9000 Plastikflaschen. Ein Zeichen für die Dekadenz des Hofes, und, so Hauer, weniger als ein Mensch heute pro Jahr verbraucht. Die wuchtige Musik von Gerald Huber-Weiderbauer deutet die kommende Gewalt an.

Königin in diesem Reich voller Intrigen und Intoleranz ist Katharina Stemberger als Katharina von Medici. Wie ein lauerndes Reptil singsangt sie sich im Falsettton durch ihre Manipulationsspielchen, lässt hie und da ihre blindwütige Grausamkeit aufblitzen, und ist nur einmal wirklich erschüttert: als ihr nach der Bartholomäusnacht die anderen gekrönten Häupter Europas die Hochachtung verweigern. Ein wenig wirkt sie wie die böse Hexe aus einem Märchen, und ist, weil eine Medici, natürlich Giftmischerin. Christian Kainradl überzeugt als ihr Sohn Karl IX., ein Muttersöhnchen, zögerlich und zaudernd, das letztlich daran zerbricht, dass es seine Ideale verraten hat. Kainradl lässt gekonnt den Irrsinn nach seinem Karl greifen. In diesen Zuständen stellt sich Sophie Prusa, als Margot erst ein leichtlebiges Flittchen, politisch mehr und mehr auf die Seite ihres Mannes.

Als dieser brilliert Otto Beckmann mit draufgängerischem Errol-Flynn-Appeal. Er hat den Schalk im Lächeln, und wenn er die Glaubensrichtung öfter wechselt, als manch anderer Mann die Wäsche, weiß man, wer tut es letztlich für die gerechte Sache. Unter den Damen des Hofes wickelt er vor allem Frau von Sauve (Dagmar Bernhard agiert in der Rolle mit großer Leidenschaft) um den Finger, bis seine eigentliche Aufpasserin für ihn sogar in den Tod durch toxischen Lipgloss geht. Hauer lässt Szenen parallel ablaufen, setzt auf schnelle Szenenwechsel, um all dieser Dramatik Tempo zu verleihen.

Die Königin und ihre Hofdamen: Sigrid Brandstetter, Katharina Stemberger, Sophie Prusa und der Chor „Bühne frei“. Bild: Daniela Matejschek

Heinrich bekennt sich zur Abwechslung wieder einmal zum Katholizismus, Selbstgeiselung inklusive: Katharina Stemberger, Sophie Prusa, Christian Kainradl, Otto Beckmann, Kajetan Dick und Dagmar Bernhard. Bild: Daniela Matejschek

Drei, die deshalb mitunter auf der Bühne von einem Wams ins andere schlüpfen müssen, sind Giuseppe Rizzo, Kajetan Dick und Thomas Dapoz, alle drei in Melk bereits feste Größen. Rizzo gibt als Admiral Coligny gleichsam auch den Erzähler, und als George La Mole den Hauptmann der königlichen Garde – zwei Ehrenmänner, rechtschaffen und fest im Glauben und bemüht über diesen hinweg das Beste zu tun. Dapoz wechselt zwischen La Moles protestantischem Bruder Bernhard – er der einzige, der eine echte Liebesgeschichte mit Hofdame Herzogin von Nevers (aufrichtig leidend: Sigrid Brandstetter), freilich ohne Happy End hat -, und dem machthungrigen Herzog von Guise. Als solcher hat er nicht nur den Thron, sondern auch Margot im Auge; auf der Frosthochzeit sind die beiden die einzigen, die füreinander glühen. Sehr schön sein Kostüm: ein Nietenkreuz auf einer Lederjacke.

Kajetan Dick schließlich gibt mit sieben Rollen alles; er spielt Geistliche, Arzt, Wirt und Auftragsmörder, doch mit Karls jüngerem Bruder Heinrich III. gelingt ihm ein Kabinettstück. Wie er als Liebhaber von Badestuben und in ihnen anzutreffenden jungen Burschen Mutter Katharina in Rage versetzt, ist sehenswert. Klar, dass auch er gewaltsam abtreten muss, womit der Weg endlich frei ist für Navarra. Lack und Hauer ist es gelungen, aus dem, was eine Geschichtslektion hätte werden können, spannendes Theater zu machen. Sie beleuchten mit Verve die offenbar ewig gültigen Themen von der Nutzbarmachung von Religion und „Fremden“-Hass zur Aufwiegelung von Völkern.

Sie zeigen auf, wie diese Mechanismen der Macht funktionieren. Und wie Liebe und Mitmenschlichkeit dabei auf der Strecke bleiben. Kurz vor seinem Ende bricht Admiral Coligny die vierte Wand und befragt das Publikum: „Wann war das erste Mal, dass sie wahrgenommen haben, wozu der Mensch fähig ist?“ Ja, wann?

www.wachaukulturmelk.at/de/sommerspielemelk

  1. 7. 2017

Die Blumen von gestern

Januar 9, 2017 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Eine Liebeskomödie unter Holocaustforschern

Eine Reise zurück zu den Wurzeln: Die Holocaustforscher Toto und Zazie arbeiten ihre Familiengeschichten auf: Lars Eidinger und Adèle Haenel: Bild: © Dor Film

Eine Reise zurück zu den Wurzeln: Die Holocaustforscher Toto und Zazie arbeiten ihre Familiengeschichten auf: Lars Eidinger und Adèle Haenel: Bild: © Dor Film

Wenn im Abspann Hauptdarsteller Lars Eidinger endgültig aus der Rolle fällt und gekonnt ein paar Stunts hinlegt, über ein Fahrrad springt, über eine Kühlerhaube turnt, dann ist damit der Film in einem Moment erklärt. Hier wollten ein paar spielen, der Schwere des Themas eine ganz besondere Leichtigkeit unterjubeln, das Leben feiern und die Liebe – und das Leben, das aus dieser Liebe entsteht. Am 13. Jänner kommt Chris Kraus‘ neuer Film „Die Blumen von gestern“ in die heimischen Kinos.

Nach „Poll“ oder „Vier Minuten“ arbeitet sich der Regisseur und Drehbuchautor einmal mehr an seiner eigenen Familiengeschichte ab. Kraus‘ Großvater war bei der SS, und diesen Umstand unterschiebt er nun seinem Protagonisten Totila „Toto“ Blumen. Der ist wie zur Sühne Holocaustforscher, ein schlecht gelaunter, sogar aggressiver, impotenter noch dazu. „Ich verdiene mein Geld damit, negativ zu sein“, ist der Satz, den Toto zu sich selbst zu sagen hat. Als ein anderer statt er zum Chef der Zentralstelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen befördert wird und der für einen Auschwitz-Kongress als Sponsor eine ehemals in Nazigeschäfte verwickelte Autofirma an Land zieht, schlägt Toto blindlings zu.

Mann ohne Nerven: Toto verprügelt seinen Chef: Eidinger mit Jan Josef Liefers. Bild: © Dor Film

Mann ohne Nerven: Toto verprügelt seinen Chef: Eidinger mit Jan Josef Liefers. Bild: © Dor Film

Und auch das Zusammenleben mit der Ehefrau geht vor die Hunde: Eidinger mit Hannah Herzsprung. Bild: © Dor Film

Und auch das Zusammenleben mit der Ehefrau geht vor die Hunde: Eidinger mit Hannah Herzsprung. Bild: © Dor Film

Seine Frau hat einen genehmigten Lover, doch nun wird, was nur Sex sein sollte mehr, weil die Angetraute die „Traumata-Scheiße“ daheim nicht mehr aushält. Und als wär’s noch nicht genug bekommt Toto eine Assistentin zugeteilt, eine Französin namens Zazie, die ihm lang schon auf der Spur ist, weil sein Großvater ihre Großmutter ins Gas schickte. Es entwickelt sich eine Amour Fou, man begibt sich auf eine Reise rückwärts in die Familiengeschichte; auch in Wien wurde gedreht für Toto und Zazies Spurensuche in der Vergangenheit …

Was nach großem Drama klingt, verwandelt sich in Kraus‘ Händen zur subtilen Tragikomödie. Der Filmemacher hat seinen Stoff mit einem sehr eigenen Humor unterfüttert, einem, der sich deutlich von den obligaten deutschen Nazi-Satiren unterscheidet. Kraus nähert sich dem Thema mit großem Respekt, weiß einen auch zu berühren, doch die dazu unter der Oberfläche brodelnden aberwitzigen Dialoge und die teilweise fast schon obskure Situationskomik machen‘s aus, dass „Die Blumen von gestern“ ein kleines Meisterwerk sind. Getragen von den beiden Ausnahmeschauspielern Lars Eidinger und Adèle Haenel. Die zweifache César-Gewinnerin, in Frankreich längst ein Star, nahm für die Rolle der Zazie sogar Deutschunterricht, um nicht auf einen Sprachcoach angewiesen und deshalb im Ausdruck authentischer zu sein.

Lars Eidinger brilliert als schrulliger Jungprofessor im Burn-Out-Beruf. Kaum jemals war die erste Kraft der Berliner Schaubühne auf der Leinwand seinem Theater-Ich an Kraft und Intensität näher denn als Toto Blumen. Er changiert zwischen bierernst und betroffen, gibt mit ebenso viel Verzweiflung wie Zorn einen Nach-Sich-Suchenden, einen Täterenkel, der um Befreiung aus der Familienschuld ringt. Das hat Humor, weil Toto eben keinen hat. Eidinger weiß das fulminant darzustellen.

Seiner Misanthropie setzt Haenel als Opferenkelin Zazie eine charmante Verrücktheit entgegen. Gemeinsam bedienen Eidinger und Haenel das Instrumentarium der Screwball-Comedy; Kraus hat ihnen dazu Dialoge geschrieben, die zwischen befreiender Frechheit, tiefempfundenem Mitgefühl und deutscher Gedenkroutine hin und herflitzen. Kraus ist einer, der dem Menschlichen und dem Allzumenschlichen stets ein Lächeln schenkt.

Dazu glänzt die Riege der Nebendarsteller. Jan Josef Liefers spielt mit Verve gegen Eidingers Toto an, ist doch der neue Chef der Zentralstelle nicht der auf ihn projizierte Unsympath, sondern eigentlich ganz nett. Hannah Herzsprung ist für die Rolle von Totos Ehefrau in den Fatsuit gestiegen, Bibiana Zeller gibt die über die Familienvergangenheit nur vorgeblich verwirrte Großmutter. Rolf Hoppe und Burgtheaterlegende Sigrid Marquardt sind zwei Holocaust-Überlebende. Großartig sind die Szenen mit Marquardt und Eidinger; er muss um ihre Teilnahme als Zeitzeugin beim Kongress ringen, doch sie frühstückt ihn ab: „Sie amüsieren mich nicht.“ Den fertigen Film konnte die Marquardt nicht mehr sehen, sie starb knapp vor Fertigstellung mit 91 Jahren.

blumenvongestern08„Eine Komödie über Wunden und ihre Herkunft“ nennt Chris Kraus seinen Film. Er zeigt auf, dass in Deutschland wie in Österreich die öffentlich betriebene Vergangenheits- bewältigung mit ihren feierlichen Zeremonien nur das amtlich-anonyme Pflaster auf dem Schorf des Dritten Reichs ist.

„Wir leben in einer Zeit, in der man dem rechten Wahnsinn mit allen Mitteln die Stirn bieten muss, warum also nicht mit Mitteln anarchischer Fröhlichkeit …“, lautet eine Regienotiz von Kraus. „Glücklich das Leben feiern, das so schwierige und schmerzvolle, naiv auf Versöhnung hoffen, die Bekloppten in ihre Schranken weisen und politische Schönheit schaffen: Das kann so verkehrt nicht sein.“ Ist es auch nicht.

Lars Eidinger im Gespräch: www.mottingers-meinung.at/?p=23768

www.DieBlumenVonGestern.de

Wien, 9. 1. 2017

Die Blumen von gestern: Lars Eidinger im Gespräch

Januar 7, 2017 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Er spielt den Holocaustforscher Toto Blumen

Zwei Holocaust-Forscher auf Spurensuche: Adèle Haenel und Lars Eidinger. Bild: © Dor Film

Zwei Holocaustforscher auf Spurensuche: Adèle Haenel und Lars Eidinger. Bild: © Dor Film

Am 13. Jänner kommt der neue Film von Chris Kraus in die heimischen Kinos. In „Die Blumen von gestern“ erzählt der Filmemacher von der Amour Fou zweier Holocaustforscher, sie Opferenkelin, er Täterenkel, sein Großvater schickte ihre Großmutter ins Gas. Was nach großem Drama klingt, wird bei Kraus zur skurril-leichten Tragikomödie. Sein Film ist eine Ode an das Leben und die Liebe, und das feiert er auf höchst groteske und kuriose Art.

Dass die Übung gelingt, liegt nicht zuletzt an Hauptdarsteller Lars Eidinger. Er spielt den Jungprofessor Toto Blumen, mit ihm der französische Leinwandstar Adèle Haenel dessen Assistentin Zazie, Hannah Herzsprung die Ehefrau, Jan Josef Liefers den Vorgesetzten, Bibiana Zeller die Großmutter und Rolf Hoppe den Mentor; Burgtheaterlegende Sigrid Marquardt ist mit 91 Jahren als Holocaust-Überlebende in ihrer letzten Rolle zu sehen. Lars Eidinger im Gespräch:

MM: Aus Deutschland kamen in den vergangenen Jahren immer wieder aberwitzige Komödien, die sich mit dem Dritten Reich und dem Holocaust befassen, „Die Blumen von gestern“ aber hat eine ganz eigene Atmosphäre. Was meinen Sie?

Lars Eidinger: Regisseur Chris Kraus ist ein Schüler von Rosa von Praunheim, und der bringt seinen Schülern bei, dass man als Filmemacher für den Film seine Persönlichkeit zur Verfügung stellen muss. Ich hatte in der Arbeit mit ihm immer das Gefühl, auch wenn ich natürlich meinen Beitrag geleistet habe, dass es am Ende die Persönlichkeit von Chris Kraus ist, die man auf der Leinwand sieht. In all ihrer Widersprüchlichkeit. Der Film hat was Skurriles, was Verzweifeltes, hat Aggression, aber auch extremen Witz und ein hohes Maß an Emotionalität. Womit „Die Blumen“ aufwarten, ist wahnsinnig komplex und nicht so leicht einzuordnen. Das gefällt mir.

MM: Welche Reaktionen erwarten Sie auf diesen unkonventionellen Film?

Eidinger: Ich habe Probleme damit, wie große Teile des Filmgeschäfts in Deutschland den Holocaust verhandeln. Vieles unterläuft die Dimension des Themas, indem sie auf vordergründigen und parodistischen Witz setzen, dafür ist dieses Phänomen aber viel zu schwer und kompliziert. Natürlich eignet sich eine Figur wie Hitler gut für die Persiflage, aber man darf nie vergessen, was da an Gräuel tatsächlich passiert ist, und da verbietet sich für mich eine gewisse Form von Humor. Unser Film würde auch funktionieren, wenn keiner lacht, weil sich die Figuren ihrer Komik nicht bewusst sind. Gerade ich, als Totila Blumen, habe die Aufgabe, die Dinge aus einer humorlosen Distanzlosigkeit zu sehen, dass heißt: das Publikum lacht, aber Totila lacht nicht.

MM: Wie würden Sie diesen Toto charakterisieren? Ist er spaßbefreit von Berufs wegen? War dieser grundaggressive Misanthrop einfach herzustellen?

Eidinger: Zumindest sagt er: „Ich bin Holocaustforscher, ich werde dafür bezahlt negativ zu sein.“ Toto stolpert von einer Katastrophe in die nächste. Für mich war es nicht einfach, ihn zu generieren. Ich habe nicht leicht Zugang zu ihm gefunden, was ich mir im Nachhinein damit erklärt habe, dass er mir so nah ist. Meiner Erfahrung nach fallen einem Charaktere leichter, die man gut von sich weghalten kann, deren Verhalten man reflektiert und durchschaut hat, und dass mit dem eigenen möglichst wenig zu tun hat. Bei diesen Dreharbeiten musste ich mir aber eingestehen, wie misanthropisch und soziopathisch ich eigentlich bin, und dass ich in Wahrheit viel Aufwand betreibe, um das zu verbergen.

MM: Warum?

Eidinger: Weil ich weiß, dass das nicht gerade Attribute sind, die einen sympathischer machen. Ich gebe mich als wahnsinnig zugänglich und verbindlich, bin aber eigentlich das Gegenteil. Das ist mir in die Wiege gelegt worden durch meine Erziehung, ich arbeite aber daran. Ich bin großgeworden mit einer Elterngeneration, die sagte: So sind wir halt, wir können’s nicht ändern. Ich glaube, meine Lebensaufgabe besteht darin, das zu überwinden und mich nicht hinter „Veranlagung“ zu verstecken.

MM: Das klingt, als wären die Dreharbeiten für Sie ein Psychotrip ins eigene Selbst gewesen.

Eidinger: Im Grunde sehe ich meinen ganzen Beruf darin, mich selbst zu finden; das ist die Hauptaufgabe der Kunst: sich seiner selbst bewusst zu werden. Die Leute sollen aber nicht verstehen, wer ich bin, sondern wenn sie nun beispielsweise diesen Film anschauen, verstehen, wer sie selbst sind.

Im Büro gibt's Ärger mit dem Chef: Lars Eidinger und Jan Josef Liefers. Bild: © Dor Film

Im Büro gibt’s Ärger mit dem Chef: Lars Eidinger und Jan Josef Liefers. Bild: © Dor Film

Daheim ist die Stimmung der Ehefrau nicht die beste: Hannah Herzsprung. Bild: © Dor Film

Daheim ist die Stimmung der Ehefrau nicht die beste: Hannah Herzsprung. Bild: © Dor Film

MM: Toto ist ein Täterenkel, der, wie sich herausstellen wird nicht zufällig, auf eine Opferenkelin trifft. In Deutschland und Österreich gibt es so etwas wie „Erinnerungskultur“, mit der man das Trauma Drittes Reich öffentlich überbewältigt, das Beispiel Toto und Zazie zeigt, dass das im Privaten noch lange nicht so ist.

Eidinger: Die Frage, die wir im Film stellen ist, was die Vergangenheit mit der Gegenwart macht. Inwieweit bin ich noch geprägt von dem, was mein Großvater im Krieg erlebt hat? Ich bin damit großgeworden, das komplett von mir wegzuhalten, zu sagen: was habe ich damit zu tun?, ich bin eine ganz neue Generation. Doch man irrt sich da. Ich glaube heute, es tut gut, es ist auch gesund, sich dem zu stellen. Tatsächlich ist es ja meine jüngste Vergangenheit, ich habe meinen Opa gekannt, er hat meinen Vater großgezogen, der im Krieg geboren ist, von dem bin ich wiederum erzogen und sozialisiert worden, das heißt, ich bin unmittelbar davon geprägt. Mein Opa hat nie über den Krieg gesprochen, ich erinnere mich an ihn nur rauchend im Fernsehsessel sitzend. Solcher Art Familienwunden sind der eigentliche Inhalt des Films, sie machen Totila und Zazie zu denen, die sie sind.

MM: Ist es so, dass sich jeder Deutsche und jeder Österreicher fragen muss, auf welcher Seite seine Familie gestanden hat? Haben Sie sich je gefragt?

Eidinger: Ja, und die Antwort ist, auf der falschen Seite. Weil die meisten Deutschen auf der falschen Seite gestanden haben, die Mehrheit waren Nazis, weil der Nationalsozialismus eine Massenbewegung war. Aber die Deutschen machen sich da gerne etwas vor, auch ich habe als Kind noch die Sätze gehört, man hätte nichts gewusst, nichts mitbekommen, das ist natürlich kompletter Quatsch. Rückblickend muss man sich im Gegenteil fragen, ob man in dieser Zeit nicht selbst auch Nazi gewesen wäre, denn die Leute sind mit einer Propaganda großgeworden, wie ihnen ganz andere Werte, eine ganz andere Sicht auf die Welt vermittelt hat. Wer weiß, ob nicht nachkommende Generationen zu uns einmal sagen: Kapitalismus? Wie konntet ihr den stützen? Ihr wusstet doch, auf welchem Elend und welcher Ausbeutung und Ungerechtigkeit er sich gründet!

MM: Ist dieser Blick aus der Vergangenheit auf sich selbst der Grund, warum man einen Film wie „Die Blumen“ macht?

Eidinger: Bei Chris Kraus ist das sicher so. Aber nicht im Sinne von „Erinnerungskultur“, wie Sie gesagt haben. Mit dem Wort kann ich nichts anfangen. Es geht vielmehr um eine Form der Bewusstmachung, damit so etwas wie das Dritte Reich nie wieder passiert. Ich sehe diesen Film aber nicht als Lehrstück. Ich bin kein Missionar. Ich möchte etwas von mir erzählen, in der Hoffnung, dass der Betrachter etwas über sich versteht. Aber ja, im Zuge der Gespräche, die ich nun führe, stelle ich immer mehr fest, dass der Film selbst die beste Antwort auf diese Fragen gibt, weil er sich dem Erbe, das wir am Dritten Reich tragen, in seiner ganzen Komplexität und Widersprüchlichkeit mit filmischen Mitteln stellt.

MM: Der Film erzählt von einer Amour Fou. Toto und Zazie verlieben sich ineinander. Kann man mit Liebe Narben glätten?

Eidinger: Wir zeigen eine Versöhnung, ja. Das ist romantisch und das gefällt mir auch: die kleinste gesellschaftliche Zelle, kann die Welt verändern. Wenn man noch kleiner geht und bei sich anfängt, hat das noch größere Auswirkungen. Das unterschätzen die Leute immer, welche Macht sie als einzelner habe. Liebe und mit dieser Liebe Leben schaffen, ist das, was die Menschen verbinden sollte, so romantisierend und pathetisch das auch klingen mag, aber ich denke, dass es sich auf diese simple Formel runterbrechen läßt. Für mich war die Begegnung mit Adèle Haenel das reine Glück. Ich hatte das Gefühl, in ihr meine geistige Schwester gefunden zu haben, mein weibliches Pendant, wodurch sich eine Form von Intimität vor der Kamera ergab, die ich mit keiner anderen Kollegin bislang erlebt habe.

MM: Sie hatten noch das Privileg mit der großen Sigrid Marquardt zu drehen. War sie abseits der Kamera auch so streng und kompromisslos wie davor?

Eidinger: Ich hatte Glück, sie mochte mich (er lacht). Ich war sehr beeindruckt von ihrer Person. Sie war nicht nur eine wahnsinnig attraktive Frau, sie hatte sich auch einen Schalk und einen Witz behalten, der beinah etwas Kindliches hatte. Andererseits fand ich interessant und anrührend, wie ehrgeizig sie noch war, wie sie sich geärgert hat, wenn sie mal einen Hänger hatte. Das hat sie für mich wahnsinnig sympathisch gemacht. Leider hat sie den Film nicht mehr gesehen.

www.DieBlumenVonGestern.de

Wien, 7. 1. 2017