Landestheater NÖ: Lichter der Vorstadt

April 23, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Eine feine Collage aus Kaurismäki-Filmen

Bild: Alexi Pelekanos

Im antikapitalistischen Protestcamp fordert ein Hard-Chor lautstark „Ein bisschen Frieden“. Bild: Alexi Pelekanos

Bild: Alexi Pelekanos

Arbeitsplatzpoker: Wer die falsche Spielkarte gezogen hat, fliegt in der Sekunde aus dem Job. Bild: Alexi Pelekanos

Zu Beginn wird ein Arbeiterchor zur Maschine. Er macht vor, wie der Film beginnt. Das Schälen der Baumstämme, die danach in Bänder geschnitten werden und dann in Streifen. Viele Anlagen und ein langes Band sind nötig, bis die Streichhölzer in der Schachtel landen, alles geht automatisch; der Mensch hat sich dem System unterworfen, selbst, wenn er isst, klingt es wie Industrielärm. Später werden aus diesem Chor Büroangestellte, allesamt Anzugträger, die um ihren Arbeitsplatz zittern. Wer die falsche Spielkarte zieht, das falsche Los, der fliegt. Am Schluss rockt dann im antikapitalistischen Protestcamp ein Hard-Chor „Ein bisschen Frieden“.

Alexander Charim zeigt am Landestheater Niederösterreich seine Collage aus Aki-Kaurismäki-Filmen. „Lichter der Vorstadt“ heißt der Abend, wiewohl dies so ziemlich das einzige Werk des finnischen Filmemachers ist, das nicht vorkommt. Trotzdem, die Reverenz an Großmeister Charlie Chaplin zieht sich natürlich durch Charims Inszenierung, sind doch auch hier alle Protagonisten gleichsam der Tramp. Gutherzige in einer gefühlskalten Umgebung, Empathiebegabte und Überlebensakrobaten, denen die Welt an sich und die Mitmenschen im Besonderen den Boden unter den Füßen wegziehen. Emotionell wie materiell. Dabei sind die Figuren bei weitem keine Sympathieträger, sondern karstig und wortkarg. Diese Schicksale im Sinkflug, sie werden ohne Sentiment vorgetragen, als Satire, Kaurismäki verbietet sich und anderen jede „Gefühlsduselei“.

In St. Pölten hat man die Kraft des gesamten Ensembles aufgeboten, um das darzustellen, und, jeder Darsteller in mehreren Rollen, welch eine Kraft. Es scheint, als wäre das Haus diese Saison von Produktion zu Produktion exzellenter geworden, und nun fast an deren Ende auf dem schauspielerischen Höhepunkt.

Charim montierte für seine Arbeit: „Das Mädchen aus der Streichholzfabrik“, die Geschichte von Iris, die keiner mag, bis sie sich ein rotes Kleid kauft, doch das Kleid wird ihr Verhängnis und sie greift zu Gift. „I Hired a Contract Killer“ über den lebensmüden, weil eben entlassenen Henri Boulanger, der einen Auftragsmörder engagiert, sich just im selben Moment verliebt und nicht mehr sterben will. „Wolken ziehen vorüber“, in dem das Ehepaar Ilona und Lauri zeitgleich die Jobs verliert, aber nicht den Mut, und mit dem Restaurant „Arbeit“ neu durchstartet. Und nach der Pause „Der Mann ohne Vergangenheit“, eine Erzählung über einen Reisenden, der überfallen und auf den Kopf geschlagen wird und sein Gedächtnis verliert; als anonymer M versucht er sein Leben zu rekonstruieren und findet statt sich selbst eine Frau …

Charims Arbeit ist im ersten Teil zwingend und dicht, von hohem Tempo und hoher Intensität; sie changiert zwischen tragikomisch und brutal grotesk und ist unter ihrer spleenigen Oberfläche lauernd gefährlich. Der Regisseur schiebt die Szenen ineinander, bringt die Working Class Zeros aus mehreren Storys gleichzeitig auf die Bühne, hinten Ilona und Lauri im neuen Lokal, vorne Henri und Margaret beim Rendezvous, das ist so fein verwoben, so fantastisch austariert, dieses Requiem für Aki Kaurismäkis Alltagsantihelden, dass im zweiten Teil der Leistungsabfall fast folgen musste.

„Der Mann ohne Vergangenheit“ erschließt sich einem nicht, auch wenn klar ist, was Charim meint: Alle sind hier M, die werktätige, gesichtslose Masse, austauschbare Nummern statt Namen, weil es mehr als einen Zahlencode fürs Bezahlen von Steuern und Sozialversicherung nicht braucht. Dann allzu abrupt aus, und verrätselt schön und gut, aber irgendwie fügte sich dieses Stück nicht in die anderen; die Frage ist, ob der Wachmann im Vorstadt-Einkaufscenter nicht doch die bessere Wahl gewesen wäre. Aber Charim suchte wohl einen versöhnlicheren Ausgang als es für diesen gibt. Aufgeben, sagt er zum abwesenden Koistinen, ist keine Option. Geh‘ den Weg gefälligst weiter als bis zur nächsten Biegung.

Tobias Voigt, Michael Scherff, Lisa Weidenmüller, Magdalena Helmig und Swintha Gersthofer. Bild: Alexi Pelekanos

Vorne „I Hired a Contract Killer“: Tobias Voigt, Michael Scherff und Lisa Weidenmüller; hinten „Wolken ziehen vorüber“: Magdalena Helmig und Swintha Gersthofer. Bild: Alexi Pelekanos

Marion Reiser, Swintha Gersthofer und Helmut Wiesinger. Bild: Alexi Pelekanos

„Das Mädchen aus der Streichholzfabrik“ in der unguten Stube: Marion Reiser, Swintha Gersthofer und Helmut Wiesinger. Bild: Alexi Pelekanos

Für all das hat Ivan Bazak einen drehbaren Kubus erdacht, der parallel die abgehauste Wohnstube von Iris‘ Eltern und eine grindige Kantine sein kann, als Bühnenprospekt eine hyperrealistisch glückliche Familie, die wie zum Hohn den Existenzen davor beim Scheitern zusieht. Matthias Jakisic und „Sofa Surfer“ Wolfgang Schlögl interpretieren mit Geige, Slide-Gitarre und Akkordeon einwandfrei den finnischen Tango. Charim erzählt sehr „filmisch“, in knappen Sequenzen, lässt neben den Dialogen einen Zwischentext wie Regieanweisungen vortragen und die Charaktere streckenweise gänzlich sprachlos sein … auch dies eine Verbeugung an das schwarze Schaf im Zahnradgetriebe. Die modernen Zeiten haben alle schwer erwischt.

Magdalena Helmig und Lukas Spisser, der Südtiroler ist seit Herbst am Haus und ein echter Gewinn, überzeugen anrührend als Ilona und Lauri, die von Staat und Banken im Stich gelassen beweisen, dass der Starke am mächtigsten zu zweit ist. Schön wie sie zeigen, wie man im größten Schlamassel, als Spielball einer „Unternehmenspolitik“, seine Würde wahren kann, und ist diese Episode der Suomi-trilogia auf Verbundenheit aufgebaut, folgt für Spisser mit Swintha Gersthofer als Iris pures Verlangen, eine beinah kunstturnerische Sexszene. Gersthofer gibt die junge Naive peinlich bis zum Fremdschämen, doch Vorsicht!, irgendwann wollen die working poor, will der Mensch nicht mehr Material sein, dann wird das Lämmchen zum Reiß-Wolf.

Tobias Voigt ist fabelhaft als tollpatschiger Todeskandidat Henri, der Beruf über privat stellt, bis ihn der Beruf vor die Tür setzt. In der zum Glück Lisa Weidenmüller als trotzig-rotzige Margaret steht, eine Aufrüttlerin, wie gemacht für den Durchhänger. Michael Scherff gibt mit großer Spielfreude den mutmaßlich traurigsten Killer der Theatergeschichte. Voigt erlaubt sich noch ein Kabinettstückchen als Hund Hannibal. In den brillanten Darstellerreigen fügen sich Marion Reiser und Helmut Wiesinger unter anderem als Iris‘ Eltern, Christine Jirku, Pascal Groß und Othmar Schratt als Ilonas Kollegen, und Jan Walter als Containerdorfbewohner oder Snack-Bar-Gast. Alle zusammen spielen sie noch, scharfkantig und trocken, Abteilungsleiter und Arbeitsvermittler, Steuerprüfer und Obdachlose und – M.

„Die Arbeiterklasse kennt kein Vaterland“, sagt eine der Figuren an einer Stelle. Das ist freilich eine Zuspitzung, aber: Finnland ist faktisch überall. Kaurismäkis Themen Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit, Einsamkeit sind so individuell wie universell. Doch das kleine Glück und die letzte Hoffnung müssen doch zu verteidigen sein, daran glaubt der Filmphilosoph fest. Alexander Charim hat aus seinen kurzen Geschichten, aus als solche empfundenen und tatsächlichen Katastrophen, ein im Vergleich zu den Originalen opulentes, auch erkennbar politischeres Gesellschaftspanorama entworfen, das Phänomene beleuchtet, die das Hierzulande betreffen. Nicht nur in diesem Sinne ist sein Abend allemal sehenswert. Schließlich: was will man schon groß?, mehr oder weniger alle dasselbe. Sing mit mir ein kleines Lied …

www.landestheater.net

BUCHTIPP: Willy Vlautin: Die Freien, Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=18508

Wien, 23. 4. 2016

Landestheater NÖ: Romeo und Julia Freestyle

April 13, 2016 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Hilde Dalik macht Shakespeare mit Flüchtlingen

Romeo und Julia Freestyle. Bild: chong * – verein für theater & performance

Romeo und Julia Freestyle. Bild: chong * – verein für theater & performance

Jugendliche Flüchtlinge im Alter von 16 bis 21 Jahren interpretieren am 20. April am Landestheater Niederösterreich Shakespeares „Romeo und Julia“ neu. Die Produktion ist ein Projekt von „chong * – verein für theater & performance“, den Hilde Dalik, Melika Ramic, Michael Ostrowski, Julia Schranz und Silke Ofner gemeinsam gegründet haben.

Zusammen mit Regisseurin Dalik und dem Schauspieler und Improvisations-Coach Ostrowski nähern sich die Darsteller „Romeo und Julia“ an: Sie untersuchen spielerisch die Themen Herkunft, Familie, erste Liebe, Feindschaft, Gewalt und Krieg. Entstanden ist ein multikulturelles TanzTheaterstück mit Bezug zu den persönlichen Geschichten. Neben der Musik von Wolfgang Schlögl und Kyrre Kvam sind afghanische Lieder zu hören. In Videoeinspielungen agieren unter anderem Michael Ostrowski und Alexander Pschill, auf der Bühne unterstützt die Schauspielerin Sophie Aujesky das 12-köpfige Ensemble.

Hilde Dalik. Bild: chong * – verein für theater & performance

Die Initiatorin des Projekts und Regisseurin Hilde Dalik. Bild: chong *

Michael Ostrowski. Bild: chong * – verein für theater & performance

Impro-Coach Michael Ostrowski. Bild: chong *

„Ich hatte mich für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus dem niederösterreichischen Laura-Gatner-Haus engagiert und einen bestehenden Theaterpädagogik-Workshop unterstützt, Theater- und Kinobesuche organisiert. Nachdem ich immer wieder von diesen jungen Männern den Wunsch vernommen hatte, einmal auf einer richtigen Bühne stehen zu können, kam ich auf die Idee, eine feste Theatergruppe zu gründen“, sagt Hilde Dalik. „Es war mir wichtig, diese Produktion unter möglichst professionellen Rahmenbedingungen zu führen. Ziel für mich ist es, diesen Jugendlichen das Erfolgserlebnis einer Aufführung bieten zu können.“

Mit Hagar Ashiba, Esra Altuntas, Regina Atia, Chadischat Suleimanova, Borhan Hassanzadeh, Zarif Hoseini, Ezatullah Jami, Mujtaba Sam Karimi, Dost Kugiani, Memo Ciftci, Sakhi Rezai, Sharif Rahimi und anderen Jugendlichen mit Fluchterfahrung.

www.landestheater.net

www.chong.at

Wien, 13. 3. 2016

Theater in der Josefstadt: C’est la vie – Eine Revue

September 18, 2014 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Peter Turrinis Herzbluttext mit viel Liebe dargebracht

Marcello De Nardo, Hilde Dalik, Thomas Mraz, Erich Schleyer, Wolfgang Schlögl, Susanna Wiegand Bild: Erich Reismann

Marcello De Nardo, Hilde Dalik, Thomas Mraz, Erich Schleyer, Wolfgang Schlögl, Susanna Wiegand
Bild: Erich Reismann

Da stand er also, der Turrini Peter auf der Josefstädter Bühne, ließ tosenden Applaus und ein Geburtstagsständchen des Publikums über sich hinwegfegen. Keiner kann so wie er dichterfürstisch verlegen über den Brillenrand lugen. Ja, huldigt mir, aber ein bissl peinlich ist es schon. Also werden Darsteller und Team flugs noch einmal herausgewunken, da kann man in der Menge untergehen. Dass Direktor Herbert Föttinger nicht in seiner üblichen Loge saß, lässt darauf schließen, dass er während der Uraufführung irgendwo hinten mit Autorenhandhaltung beschäftigt war. Jetzt sei doch endlich nimmer lampenfiebrig, du theatralischer Fieberkopf. Alle, alle lieben dich. Aber es ist wohl gerade das, das dich erschreckt …

Peter Turrini hat sich mit „C’est la vie – Eine Revue“ wieder einmal neu erfunden, nur um er selbst zu bleiben. Das ist ihm vergangene Saison schon gelungen www.mottingers-meinung.at/aus-liebe-am-theater-in-der-josefstadt/, und nicht unwitzig, hatte der Nestroypreisträger in seiner „Lebenswerk“-Rede doch über die Auswüchse seines Nachwuchs gelästert, niemand, der noch Dialoge schreiben kann, alles Textflächenablieferer, Regisseur bleib‘ bei deinen Leisten und führe mich in meiner Gesamtheit auf … Nun legt er knapp vor seinem 70. Geburtstag eine Art Bühnenbiografie vor. 94 Stellen, Sorten von Texten, Gedichten, Tagebuchstellen, Briefauszügen, Passagen aus Gesprächen. Ein Lebens-Lauf, von dem Lebensmensch Silke Hassler sagt: „Verfallen Sie nicht in den Irrtum, dem Dichter Peter Turrini alles über den Dichter Peter Turrini zu glauben.“ Ein so wahrer wie unwahrer Satz, weil hier ein Jedermanns Künstlerschicksal, haha, ein Übers-Theater-Text durch die Eckpfeiler von Turrinis Leben getragen wird. Manches so intim, dass es weh tut, übertüncht mit launiger Selbstverletzungsabwehr-Anekdotenhaftigkeit, Lachen, bis einen – das Wort ist vom Peter gelernt – die „Arschlöcherei“ des Lebens wieder einholt. So kommt er wunderbar poetisch von Kindheitswünschen zu Erwachsenenträumen, der dicke Kärntner Tischlerbub mit dem Katzlmacher-Vater, vom Abenteuer am Busen der Nachbarin ans Volkstheater, vom Kennenlernschock Lampersberg-Artmann-Bernhard in die Psychiatrie. Von „Rozznjogd“ über „Sauschlachten“ zur „Alpensaga“. Immer schön tragi- bis komisch. Ein Buch, bereits bei Amaltea erschienen www.amalthea.at, ein Muss, wieder und wieder und wieder darin zu versinken.

Nun aber mussten die Wortbrücken und Satzbauten auf die Bühne. Und hier gilt das Hurra! Regisseurin Stephanie Mohr, die die Versatzstücke als Pfand in ihre Hand nahm, Turrinis Herzbluttext in einen wärmenden Mantel der Liebe hüllte und daraus eine Aufführung zum Niederknien schuf. Allein das Bühnenbild von Miriam Busch: ein Zimmer, vollgestopft bis zum Plafond, einerseits in der Kleinhäuslernachkriegszeit stecken geblieben, mit Uralt-Fernsehapparat, Kirchenfenster, Madonna und Turrini-Büste mit Magritte-Melonen, ein Schauwert-Sammelsurium als sei’s von Alois Mosbacher, andererseits Turrinis niederösterreichische Niederlassung mit Aktenordnern wie in der Schreibwerkstatt überm Hof und dem Küchentisch, an dem Gäste, die Glück haben, mit Familienrezeptpasta bewirtet werden. Eine solche wird denn auch gekocht. Dazu gibt’s Live-Musik von Wolfgang Schlögl, der ebenso auch Mitspieler ist, wie Souffleuse Monika Steidl. Ein (Ab-?)lebensgedicht, eine lyrische Hinterbliebenenverfügung, einen morbiden Depressionsmoment des nach einer schweren Operation Rekonvaleszenten hat Mohr vom Schluss in die Mitte verlegt.

Wenn ihr ruft, ich soll doch bleiben / schmerzerfüllt sei euer Herz, /

ach, ich tanz mit wilden Sprüngen himmelwärts.

Sonst hat sie alles original ins Können ihrer One in Five (um Jim Morrison zu zitieren) übertragen. Hilde Dalik, Marcello De Nardo, Thomas Mraz, Erich Schleyer und Susanna Wiegand turnen von Eros zu Thanatos, von der Wiege bis zur Bahre, spielen, wo’s eigentlich nichts zu spielen gibt, mit erfreulichster Bühnenpräsenz; auch wenn sie gerade nicht am Wort sind, hat hier jeder was zu tun – Paradeiser würfeln, Schreibmaschine malträtieren, Schultaferln mit Pfui-Ausdrücken beschmieren. Das Fünfgewürz macht die Buchstabensuppe zum Gourmettheater. In schwarzen „Godot“-Anzügen und mit den Büsten-Melonen sind sie gleich und könnten ungleicher nicht sein. Schleyer, der wunderbare Erzähler, tut ein wenig auf Oberlehrer. De Nardo, dem die Geschichte aufgrund seiner eigenen am meisten und am nächsten liegt, und Mraz (nebenbei ein wahrer Dancing Star ;-)) agieren wie bei der Geburt getrennte Zwillingsturrinis. Susanna Wiegand lässt sich auch bei einer Onaniergeschichte vom Oberlehrer nicht unterbrechen, Hilde Dalik sprüht vor Freude und glänzt im Unglück. Sie alle haben sich den Text nicht angeeignet, nicht verinnerlicht, sie SIND der Text. Bravo! Dazu übt man sich im Kärntner Dialektsingen, trällert Ti Amo und intoniert das italienische Partisanenlied Bella Ciao.

Alles Leben und Sterben ist … Bühne. No One Here Gets Out Alive.

Zum Schluss wünscht sich Turrini von seiner Liebsten einen „geilen Strip“. Tschuldige, aber dazu ist jetzt keine Zeit. Die beiden schreiben nämlich gerade das Finanzverbrechenstück „Die Spekulantenkomödie“. Das wollen wir nächste Saison sehen!

Trailer: www.youtube.com/watch?v=DrJusIANmW0

TIPPS:

25. September: Lesung mit Herbert Föttinger und Peter Turrini: H.C. Artmann „how much, schatzi?“

www.josefstadt.org/programm/stuecke/action/show/stueck/how-much-schatzi.html

26. September: Österreichische Filmpremiere / Uraufführung: „Peter Turrini. Rückkehr an meinen Ausgangspunkt“. Ein Dokumentarfilm mit Peter Turrini von Ruth Rieser.  Titelgebender „Ausgangspunkt“ des Films über und mit Peter Turrini, der am Tag der Filmpremiere seinen 70. Geburtstag feiert, ist der Tonhof in Maria Saal. Hier führte in den 50er und 60er Jahren das Künstlerpaar Maja und Gerhard Lampersberg ein offenes Haus für „völlig unbekannte Kunst-Irre“, wie es Turrini im Laufe des Filmes einmal nennt – von Thomas Bernhard bis Christine Lavant u.v.a.m.  Für den 15jährigen Turrini war der Tonhof in seinem Kärntner Heimatort ein magischer Ort, sein „erstes Zuhause – Labor, Enklave, Wiege der österreichischen Nachkriegsliteratur“. Die Schauspielerin und Filmemacherin Ruth Rieser verkörperte bei der Uraufführung von Turrinis Tonhof-Stück „Bei Einbruch der Dunkelheit“ in Klagenfurt die Claire. In ihrem bildmächtigen, ruhigen Dokumentarfilm lässt sie den Dramatiker Turrini zu Wort kommen – nachdenklich, offenherzig, liebevoll. Ohne Ressentiment oder Voyeurismus wird im Gespräch behutsam dem Herzschlag des Tonhofes und seiner mittlerweile verstorbenen Hausherren nachgespürt. Dabei wird der heute 70-jährige Peter Turrini auch als aufmerksamer Freund der Jugend sichtbar, als einer mit feinem Sensorium für das Jetzt. Neben den Bildern des Ortes und des Hofes verdichten stimmungsvolle Lesungen im Tonhof-Stadl und in den nahezu unveränderten Zimmern des Hauses diesen Dokumentarfilm zu einem außergewöhnlich persönlichen Porträt Peter Turrinis.

Das Theater lädt ein: Gratis-Zählkarten/freie Platzwahl. Generelle Kartenausgabe ab 19. September.

www.josefstadt.org

Wien, 18. 9. 2014

Die Josefstadt kam nur langsam auf „Speed“

März 22, 2013 in Bühne

Tod durch Weichspüler

Ein wenig mehr Tempo hätte ein Stück namens „Speed“ schon vertragen – auch, wenn mit dem Titel – eh klar – die Modedroge gemeint ist. Lag’s am sich ständig drehenden und daher von den Darstellern ständig zu umrundenden, mit Plastikplanen verhängten Wohnzimmer-Würfel von Annie und Jack (Bühne: Miriam Busch). Lag’s am durchaus stimmigen, passenden Sound von Wolfgang Schlögl, der den Fortgang der Handlung aber natürlich auch bremste … Stephanie Mohrs Überinszenierung von Zach Helms „Speed“ in deutschsprachiger Erstaufführung brauchte einige Zeit, bis sie Fahrt aufnahm. Zweidreiviertel Stunden für ein nicht einmal hundert Seiten Manuskript, das einen so packte, dass man es in nur einer Stunde gelesen hatte …  In wenigen Szenen – ein Streit zwischen „Schriftsteller“ Jack und seinem Verleger Charlie, währenddessen sie von Bühnenhintergrund zu Bühnenrand hin- und hersprinten – vermittelt sich die Stimmung, die der Abend durchwegs gebraucht hätte.

 

Sandra Cervik, Raphael von Bargen Bild: Erich Reismann

Sandra Cervik, Raphael von Bargen
Bild: Erich Reismann

Denn Zach Helm hat ein abgrundtief gutes Stück geschrieben: Jack mausert sich durch seinen Erstlingsroman zum Shootingstar der Literaturszene. Der Kritiker der New York Times schwebt im Wichser-Himmel. Jacks Verleger Charlie, eigentlich Experte für Softpornoheftchen, wird vom Big Boss der Szene angerufen – er wolle nun Jack verlegen. Schließlich geht’s im Buch auch um – huch – Analsex. Das verkauft sich von selbst. Zwei Millionen Dollar Vorschuss fürs nächste Schockerwerk sollen auf einer Dinnerparty vereinbart werden. Doch da ist Jacks Frau Annie. Die Speed einwirft, wie ein anderer eine Hand voll Zuckerl. Gib’ dem High sein einen Sinn … Und ihr High sein hat einen. Er soll an künftiges Publikum nicht verraten sein. Denn Jack und Annie teilen ein bitteres Geheimnis. Die Handlung dreht sich, und dreht sich noch einmal. Durch Annies Schuld wird die Dinnerparty zum Eklat – sie beflegelt vom Kritiker bis zum Oberverleger alle. Der Big Boss, der den Roman so dringend haben will, hat ihn nicht einmal gelesen. Aber: Seine Vorzimmerdame sei schon bei Kapitel vier und gaaaaanz begeistert. Der Kritiker hält das weibliche Geschlecht für prinzipiell literaturunfähig … Helms Abrechnung mit dem Literatur-, dem Kulturbetrieb. Es folgt: der Rauswurf. Und das große Opfer: Einer der beiden nimmt sich das Leben und gibt so (vermeintlich?) dem anderen seines zurück. Allerdings erfolgt der Selbstmord durch eine Ladung Putzmittel und ein Klebeband, das deren Auskotzen verhindern soll.

Also, Zach!

(Nicht nur) Sandra Cervik als Annie und Raphael von Bargen als Jack legen auf der Bühne eine Glanzleistung hin. Sie stellen das Liebes- und Abhängigkeitsverhältnis der beiden Figuren dar, dass es zum Weinen schön ist. Pain is so close to Pleasure. „Du kannst die Zeit anhalten“, sagt die Amphetamin-Süchtige Anorektikerin (EAT steht in großen Lettern über dem Wohnzimmer-Würfel). Und tatsächlich sieht Jack seinen Lebenssinn genau darin.

Cervik spielt hart, unbarmherzig zu sich und anderen, ein Geschöpf, das nicht in diese Konsumiert-du-meins-konsumier-ich-deins-Verlogenheitswelt passt. Sie umschifft alle Momente, die sich für hysterische Anfälle super geeignet hätten, sie lässt alle Drogenklischees links liegen. Durch die Plastikplanen wird ihr Spiel gespenstisch, fast surrealistisch. Sandra Cervik steigert sich derzeit von Rolle zu Rolle. Im gelben Kleidung auf der Dinnerparty – der Originaltitel des Stück lautet „Good Canary“: der schöne Vogel, der singt, und doch immer im Käfig eingesperrt bleiben wird. Tapfer führt sie mit Big-Boss-Gattin Cornelia Köndgen „Frauengespräche“, während die Männer sich ihrer Männlichkeit versichern. Bis ihr die Sicherungen durchbrennen. Raphael von Bargen lässt seinen Jack zwischen selbstlos und selbstgerecht wanken; die neue Aufmerksamkeit hat schon was. Und zwei Millionen Dollar? Aber wessen tatsächliche Lebensgeschichte „sein“ Buch wiedergibt, das verraten? Er ist besorgt um Annie und geil auf sie, hat das Rettersyndrom und will doch auch Erlösung für sich selbst. Dann kommt bei ihm die Wut durch. Eine starke Leistung.

Wie die von Peter Scholz als Charlie, der endlich seine Stunde (und die Kohle) kommen und wieder schwinden sieht. Und die von Dominic Oley als arrogantem, selbstgefälligem Kritiker Mulholland, der schließlich alle seine Urteile und Vorurteile über Bord werfen muss, und vom Journalisten doch noch zum Menschen wird. Christian Futterknecht gibt Big Boss Stuart.

Die dramaturgisch stärkste Szene ist ein Vierertelefonat: Jack telefoniert mit Charlie wegen der zwei Millionen, Annie mit Jeff (Ljubisa Lupo Grujcic) wegen neuem Stoff. Dabei fallen die gleichen Sätze: Ich kann jetzt nicht weg. Überlege es dir noch mal. Nein, es geht nicht.

Literatur im Hexenkessel, in der Josefstadt wie in einer Walpurgisnacht umgesetzt.

Bravo.

www.josefstadt.org

http://youtu.be/6wr-bV4h0E8

www.mottingers-meinung.at/interview-mit-sandra-cervik-und-raphael-von-bargeb/

Von Michaela Mottinger

Wien, 22. 3. 2013

Interview mit Sandra Cervik und Raphael von Bargen

März 20, 2013 in Bühne

Die Josefstadt ist auf „Speed“

Am Donnerstag, 21. März, hat am Theater in der Josefstadt „Speed“ deutschsprachige Erstauführung. Jack und Annie, ein glückliches Paar im heutigen New York. Er, vielversprechender Autor, sie, Hausfrau, die sich ihren Alltag mit „Glückspillen“, Amphetaminen (Speed), verschönert. Als sich ein prominenter Verleger für Jacks Roman interessiert, gerät das Leben von Jack und Annie außer Kontrolle. Die Party des Verlegers wird zum peinlichen Desaster: Annie ist auf Speed und sagt unverblümt, was sie von den Partygästen hält. Jack sieht seine Chance auf Erfolg zunichte gemacht. Doch das Paar verbindet ein Geheimnis, das jetzt ans Tageslicht zu kommen droht.  Der amerikanische Drehbuchautor und Dramatiker Zach Helm hat mit „Speed“ eine große Liebesgeschichte und eine aberwitzige Satire auf den Literaturbetrieb geschrieben. Die Uraufführung von „Speed“ in der Regie von Hollywoodstar John Malkovich wurde 2007 in Paris von der Kritik und dem Publikum bejubelt und 2008 in der Kategorie „Beste Regie“ mit dem begehrten Theaterpreis „Molière“ und dem französischen „Crystal Globe Award“ für das beste Stück ausgezeichnet. Ein Gespräch mit „Annie“ Sandra Cervik und „Jack“ Raphael von Bargen.

Speed

Sandra Cervik, Raphael von Bargen
Bild: Erich Reismann

MM: Ohne einen Vergleich anzustreben, „Speed“ nach dem „Mentor“: Die Josefstadt scheint sich in dieser Saison Stücken zu widmen, die den Kulturbetrieb kritisch beleuchten?

Sandra Cervik: Nur vordergründig. In „Speed“ geht es natürlich um den Literatur-, den Kulturbetrieb, aber das Thema ist eine große Liebesgeschichte, die Seelenzustände einer Frau.

Raphael von Bargen: Es geht um eine Beziehung – einerseits – und darum, wie man sich andererseits als Individuum in der Welt positioniert. Dass die Story am Thema Literatur aufgehängt ist, ist hier sozusagen die große Kunst.

MM: Ich wundere mich, dass von einer Liebesgeschichte gesprochen wird. Ist es nicht die Geschichte einer großen Ausnutzung und Ausbeutung einer Frau?

SC: Auch das, natürlich.

RvB: Und man muss sich die Frage stellen, wer hier wen ausbeutet. Die Täter-Opfer-Rollen sind nicht so klar aufgeteilt in dem Stück. Das finde ich das Schöne daran. Es ist schwierig, auf eine der Figuren den Finger zu legen, und zu sagen: Du bist schuld.

SC: Jack, Raphaels Rolle, ist nicht der Täter. Annie, meine Figur, passt nicht in diese Welt. Sie kann sich nicht zurechtfinden, weil sie den Konventionen nicht entspricht oder nicht entsprechen will. Aber er wäre nicht das Problem, er ist sogar ein Mann, der ihre Probleme relativ gut handhaben kann. Sie zerreibt sich an der Gesellschaft.

MM: Wie ist diese Annie? Ihr Mann wird gerade Literaturbetriebs-Shootingsstar – und sie sitzt daheim und fadisiert sich? Der „deutsche“ Titel „Speed“ enthält die Droge und das Tempo, beim englischen Titel „Good Canary“ denkt man an den braven, schön singenden Vogel, der im goldenen Käfig gefangen ist …

SC: Ja, aber „Speed“ pfeift als Titel mehr als „Der gute Vogel“. (Sie lacht.) Ich glaube, Annie ist glücklich, so wie’s läuft. Das Lied von Liz Phair aus dem „Good Canary“ entliehen ist, kommt aber auch bei uns am Schluss vor.

RvB: Ohne etwas zu verraten: Aber sein Aufstieg war ja auch ihre Idee. Das ist defintiv eines der wichtigsten, kompromisslosesten Dinge an diesem Stück. Nur keine Schwarzweiß-Malerei!

SC: Ich glaube auch nicht, dass ihr fad ist. Speed ist keine Droge, die man nimmt, wenn einem fad ist, da müsste man etwas Bewusstseinserweiterndes nehmen. Speed ist eine heiter machende, schneller machende Droge. Die nimmt sie, weil sie die Welt nicht so akzeptieren kann, wie sie ist. Sie ist – um dich zu zitieren – kompromisslos. Was schwer ist, wie die anderen.

MM: Agiert Jack selbstlos?

RvB: Bis zu einem gewissen Grad: Ja. Das ist die Frage, die hinter dieser Figur steht: Wie weit kann man gehen bevor man sich selbst verrät? Und wie weit kann man gehen, bevor man sein Gegenüber verrät? Das ist Jacks Komplexität. Die Fassade beider Figuren beginnt aber im Laufe dieses Stücks zu bröckeln …

MM: Kann man das als Künstler verstehen, dass einer eine Droge braucht, um sich seine Authentizität zu bewahren?

SC: Ja, schon. Das kann ich gut verstehen. Es ist wirklich manchmal nicht leicht, in einer Welt wie dieser zu versuchen, kreativ zu sein. Es wird ja nicht immer nur alles liebevoll aufgenommen, was man tut, es ist nicht immer nur ein schöner Prozess, sondern über weite Strecken ein schmerzhafter. Dass man da irgendetwas braucht, um das ertragen zu können, ist durchaus nachvollziehbar.

RvB: Stanislawski schreibt, dass man, wenn man auf die Probe geht, sein Privatleben zu Hause zu lassen hat. Die Frage ist, wie feinstofflich ist jeder von uns, wie viel Außenwelt kann man durchlassen, was geht nicht mehr. Wenn ich – was ich im Idealfall tue – mich als Ganzes in einen künstlerischen Prozess einlasse, komme ich ganz schnell an die Grenzen. Da schauen einem Leute über die Schulter und sagen: Das ist aber ein Sch***, was du da machst. Da schalte ich auch Filter zwischen. Natürlich soll man immer offen sein für Kritik, aber es geht nicht immer – und dann müssen sich manche Künstler eben aus der Realität schießen.

MM: Was pusht Sie auf?

SC: Cola. Das war die pragmatische Antwort. Jetzt kommt die philosophische:

RvB: Überhaupt nicht. Klimmzüge und Liegestütze. Muskulär warm werden.

MM: Sie haben beide schon mit Regisseurin Stephanie Mohr gearbeitet. Was ist das Spezielle an ihr? Ist es gut, dass dieses Stück in Frauenhand ist?

SC: Ich bin total froh, dass dieses von einem Mann geschriebene Stück von einer Frau inszeniert wird. Das ist eine gute Kombination. Stephanie Mohr ist wahnsinnig fantasievoll und gibt einem viele Freiräume, ohne, dass sie einen alleine lässt. Freiraum kann auch unschön sein, wenn vom Regiepult nix mehr dazu kommt. Sie aber weiß genau was sie will – und lässt einen trotzdem von der Leine.

RvB: Sie lässt nie aus. Sie ist immer da, immer präsent, immer bei der Sache. Das ist bei Regisseuren sehr selten. Das ist eine außergewöhnlich schöne Art zu arbeiten, dass man weiß, am Ende des Tages, hat einer ein Auge auf dich gehabt.

MM: Der Höhepunkt, der Wendepunkt des Stücks ist eine Verlegerparty, die Annie sprengt, weil sie dem Verleger die Meinung geigt. Der ist für mich eine mephistophelische Figur einerseits und zeigt andererseits die Brüchigkeit des Systems: Er kennt Jacks Buch gar nicht. Ist Ihnen Ähnliches schon widerfahren?

RvB: Das findet man sehr oft. Kunst ist auch ein Geschäft und in diesem habe auch ich Menschen kennen gelernt, die interessiert nicht die Bohne, worum’s geht, wer man ist. Die wollen eine Produktion und damit Geld verdienen. Kürzlich erst hatte ich so ein Gespräch, da hatte mein Gegenüber wirklich keine Ahnung, worüber das Stück handelt, das er machen will.

SC: Ich unterschreibe das. Ich kenne das auch gut.

MM: Was waren Ihre ersten Gedanken, als Sie „Speed“ gelesen haben?

SC: Es ist scheißgut und hat tolle Rollen. Ich war echt überrascht, weil ich lange nicht ein so gutes, neues Stück gelesen habe. Well-made Play kann man nicht sagen – einerseits ist es eines, andererseits nicht. Der zweite Gedanke war: Wie spiele ich diese eine oder diese andere Szene, im Sinne von: Gott, welche Reise steht mir da bevor. Annie ist eine Rolle, die weh tut, das ganze Stück eine Grenzerfahrung.

RvB: Ein harter Ritt. Schön, aber sicherlich etwas, wo man Federn lässt. Womit wir wieder beim Kanarienvogel wären. (Er lacht.) Nein, im Ernst, ich habe mir schon beim Lesen überlegt, wie nah ich diesen Stoff überhaupt an mich heranlassen kann.

MM: Sie haben die Käfigtür geöffnet und sind in die Freiheit geflattert, heißt: Sie sind vom Ensemblebetrieb weg und arbeiten nun als freier Schauspieler. Vor- und Nachteile?

RvB: Das vollständig zu erklären, würde jetzt sehr weit führen. Mir persönlich macht es immer wieder Angst, frei zu sein. Auf der anderen Seite habe ich dadurch – siehe Woyzeck – viele Möglichkeiten bekommen. Habe Sandra kennen gelernt – das nicht getan zu haben, wäre ein Riesenverlust. Aber: Ich muss zugeben, den Terminkalender anzuschauen und nicht zu wissen, was morgen drinnen stehen wird, ist ein großer Nachteil. Da kriegt man Ängste, die man im Ensemble nicht hat.

MM: Steht im Terminkalender schon was nach „Speed“?

RvB: Ja, im Sommer spiele ich in Perchtoldsdorf den „Revisor“.

In der Regie von Stefanie Mohr spielen Peter Scholz, Ljubisa Lupo Grujcic, Christian Futterknecht, Dominic Oley, Cornelia Köndgen und Wolfgang Schlögl.

www.josefstadt.org

Von Michaela Mottinger

Wien, 20. 3. 2013