Theater zum Fürchten: Elektra

Dezember 7, 2019 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Im Gothic-Look wie Game of Thrones

Kim Bormann ist eine inbrünstige, blutrünstige Elektra. Bild: Bettina Frenzel

Die Wände des Bunkers sind blutverschmiert, Agamemnon steht auf einer wie ein Racheschrei, doch nur die Außenseiterin trauert um den abgeschlachteten König: „Elektra“. Der Hofmannsthal’- sche Text dient nun in der Scala, der Wiener Dependance des Theaters zum Fürchten, Regisseur Matti Melchinger als Spielvorlage. Dieser hat die Tragödie in einem Aufzuge zur Essenz verdichtet, schlanke 75 Minuten dauert seine Aufführung, und wiewohl er dem Dichter nichts nimmt, wird

der royale Massenmord in Melchingers rasanter, riskanter Radikalität zum modern anmutenden Mythos. Es scheint, als wolle TzF-Prinzipal Bruno Max den mit „Equus“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=35706) eingeschlagenen Weg mit dieser Arbeit richtungsweisend fortsetzen, und tatsächlich ist Sam Madwar, der für die Peter-Shaffer-Inszenierung verantwortlich zeichnete, nun als Ausstatter am Werk. Gemeinsam mit Kostümbildnerin Katharina Kappert hat er eine „Game of Thrones“-düstere Welt erschaffen, archaisch, eisenhart, Lederoptik und ein Goth-Punk-Look, der Robert Smith neidisch machen könnte. Nur, dass es für Kim Bormanns Elektra, man weiß es, Hofmannsthal schrieb die seine unter dem Eindruck der Seelenerkundungen Sigmund Freuds, keine „Cure“ mehr gibt. Als Soundtrack laufen also auch keine Songs der britischen Kultband, sondern Arcade Fire’s „My Body Is a Cage“.

Bormanns Performance allein lohnt schon den Besuch dieses Abends. Ihre mykenische Revanchistin erweist sich vom ersten Auftritt an als Fall für die Psychoanalyse, ihr pathologisches „Ich kann nicht vergessen“ ist der Satz, der einem schon zu Beginn des Stücks durch Mark und Bein fährt. Bormanns Elektra krankt definitiv am zum Namen gehörenden Komplex, wenn diese Schattenvisionen ihres Vaters imaginiert. Die TzF-Debütantin spielt die Figur inbrünstig blutrünstig, großartig, wie sich bei Begegnungen mit der Mutter der Ekel auf ihrem Gesicht spie- gelt, während sie ihrerseits versucht, Schwester Chrysothemis mit innigen Umarmungen auf ihre Seite zu ziehen.

Angela Ahlheim, Kim Bormann, die Mägde Maja Sikanic, Regina Schebrak und Ivana Stojkovic. Bild: Bettina Frenzel

Klytämnestra und Aegisth verhöhnen Elektra: Kim Bormann, Bettina Soriat und Leonhard Srajer. Bild: Bettina Frenzel

Orest ermordet die Mutter, Elektra triumphiert: Felix Krasser und Kim Bormann. Bild: Bettina Frenzel

Mit dem Hof der Atriden ist bei Melchinger längst kein Staat mehr zu machen. Wie von der Zeit zerfledderte Zombies hangeln sich die Gestalten über die Repräsentationstreppe in den mit Mulch bedeckten, mit Gerümpel zugemüllten Hinterhof, die Kledage ein Abglanz besserer Tage, da und dort die Haut rot verschrammt. Klytämnestra trägt eine groteske barocke Herrenperücke, als wolle sie per Haartracht ausweisen, dass nach dem kriegerischen Haudrauf nun eine aufgeklärte Absolutistin das Zepter schwingt. Wobei Bettina Soriat die aufgesetzte Aufgeklärtheit sofort ab absurdum führt, wenn ihre Gattenmeuchlerin die wehklagende Tochter im Wortsinn, weil: Treppe, von oben herab verhöhnt.

Soriat lässt Klytämnestra zwischen Tyrannenmörderin und Totschlägerin changieren, da diese selbst nicht darüber zu richten vermag, ob sie dem Volk eine Wohl- oder der Familie eine Untat getan hat. Die stärksten Szenen der Produktion sind ergo das Aufeinanderprallen von Mutter und Tochter, auf das die Regie auch fokussiert. Im intellektuellen wie körpergewaltigen Infight schenken einander die beiden Schauspielerinnen nichts, und apropos: verbal brutal, beeindruckend ist, wie die Darsteller allesamt die Sprachgewalt des Fin de Siècle-Schriftstellers stemmen, jedenfalls machen die Konfrontationen Klytämnestras mit Elektra in Melchingers Interpretation klar, dass erstere um nichts weniger als zweitere an einem Agamemnon-Trauma leidet.

Leichter hat’s die Herrscherin da mit ihrem Lover, Leonhard Srajer als blondinnenblöder, proletoid-putzsüchtiger Aegisth, den die an Jahren Ältere zum Sextoy degradiert hat, auch dieser Aspekt der gruseläugigen Dauergeilen so kaltherzig erzählt, dass es einem unter die Haut geht. Auftritt, um alles zu Ende zu bringen, Felix Krasser als nach langer Flucht heimkehrender Orest, dessen einlenkendes „Lass‘ die Toten tot sein“, von Elektra alsbald zur Mordgier umgepolt wird. Selten noch war der manipulative Charakter der „Strahlenden“ so deutlich zu erkennen, Elektra, die sich zur höheren Instanz erhebt, die das „gerechte“ Gemetzel befiehlt, die sich in ihre Rechtsprechung hineinsteigert – ohne Rücksicht auf Verluste, siehe die maliziösen Mägde von Regina Schebrak, Maja Sikanic und Ivana Stojkovic.

Nur die Außenseiterin trauert um Agamemnon: Bormann, Sikanic, Stojkovic, Srajer und Schebrak. Bild: Bettina Frenzel

Die Schwester entdeckt dem Bruder ihren Racheplan: Kim Bormann und Felix Krasser. Bild: Bettina Frenzel

Chrysothemis verabscheut Orests grauenhafte Tat: Felix Krasser und Angela Ahlheim. Bild: Bettina Frenzel

Siegestanz vor vielen Toten: Kim Bormann, hinten die ebenfalls erschlagenen Mägde. Bild: Bettina Frenzel

Mit Hinweis auf sein gottgegebenes Heldentum treibt die Schwester dem Bruder das Zaudern aus, ihr hohlwangiger Hass begleitet von einem heulenden Wind, rote Lichtblitze beleuchten die Selbstjustiz, ein Apfel wird als sozusagen Reichsinsignie zertreten, Heil!-Rufe ertönen, Elektra tanzt vor Leichenhaufen, Orest wirft sich den Purpurmantel über. Bleibt bei diesem Drama, auf die bisher beinah unerwähnte der Dreierkonstellation zu kommen: Angela Ahlheim als Chrysothemis, angewidert von den Geschwistern, von Elektras inzestuösen Annäherungsversuchen, von Orests blutverschmierten Armen.

Für sie, für deren Ausgestaltung allerdings noch Raum wäre, obzwar die gezeigte Kurzfassung wenig Platz dafür bietet, hatte Melchinger eine schöne Idee. Bei ihm darf die jüngste des Hauses zum Schluss einen mit EU-Sternen beklebten Trolley nehmen und das antike Griechenland mutmaßlich für immer verlassen.

www.theaterzumfuerchten.at           www.kimbormann.com

  1. 12. 2019

Theater zum Fürchten: Equus

Oktober 31, 2019 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Pferdegott im Bondage-Geschirr

Alan Strang erkennt in Nugget seinen Pferdegott Equus: Angelo Konzett und Tom Wagenhammer. Bild: Bettina Frenzel

Diese Frage, auch wenn er sie mit einem verschmitzten Lächeln beantwortet, und die Kostüme selbstverständlich wie stets von Alexandra Fitzinger sind, muss sich Regisseur und Raumgestalter Sam Madwar schon gefallen lassen – nämlich in welchem Erotikshop er eigentlich die Ausstattung für seine Pferdegeschöpfe erstanden hätte. Leithengst Nugget und seine beiden Mitrösser tänzeln ihr aufreizendes Dressurballett schließlich bestrapst, mit um die Brust geschnalltem Bondage-Geschirr, an die

Kandare genommen mit einer BDSM-Trense. Tom Wagenhammer, Eduard Martens und Bernardo Ribeiro verkörpern die kraftvollen, anmutigen Tiere mit dem Stolz eines Pegasus, regelrecht majestätisch tragen sie ein Drahtgestell um ihre Köpfe, das die größeren der Vollblüter simulieren soll. In mondblaues Licht getaucht ereignet sich im Reitstall derart Zauberisches, und man begreift die Magie des Glaubens, die von Alan Strang Besitz ergriffen hat. Auch wenn Sam Madwar die Aura zwischendurch bricht, um die Arena zum Ort der Auseinandersetzung mit Arzt oder Eltern des Siebzehnjährigen zu machen.

Das Theater zum Fürchten zeigt in der Scala die Wien-Premiere seiner aktuellen Produktion „Equus“, ein Text des britischen Stardramatikers Peter Shaffer, im Entstehungsjahr 1973 noch ein Skandalstück samt Zoophilie-Schock und Masturbationsandeutung und etlichen Nacktszenen, und äußerst mutig von Sir Laurence Olivier am Royal National Theatre zur Uraufführung gebracht. Anthony Hopkins am Broadway, Anthony Perkins am Theatre Royal Plymouth und Richard Burton in der Sidney-Lumet-Verfilmung spielten den Dr. Martin Dysart; der bekannteste Alan ist bis dato wohl Daniel Radcliffe, der sich mit der Rolle des verstörten Teenagers bravourös von seinem Harry-Potter-Image löste.

In Madwars Inszenierung sind Anselm Lipgens und TzF-Debütant Angelo Konzett als Psychiater und Patient zu sehen. Die auf einer True Story beruhende Geschichte ist diese: Dysart, der als Erzähler die Handlung zusammenhält, wird von Richterin Heather Salomon aka Christina Saginth ein außergewöhnlich schrecklicher Fall zugewiesen. Er soll den Jungen Alan Strang therapieren, der in einem Reitstall gearbeitet hat, bis er sechs seiner Schützlinge aus ungeklärter Ursache mit einem Hufkratzer die Augen ausstach. Wie Konzett den schwierigen Charakter seiner Figur schultert, ist grandios. Der Körper angespannt vor Schuld, die Glieder wie steifgefroren im Versuch, die pubertär-sexuellen Gefühle zu verbergen, doch die ganze Renitenz eines Heranwachsenden ins Gesicht geschrieben, so agiert Konzett, wenn er die Fragen Dysarts zunächst nur mit dem Singen von Werbejingles beantwortet.

Psychiater Martin Dysart und Richterin Heather Salomon: Anselm Lipgens und Christina Saginth. Bild: Bettina Frenzel

Bedrohliches Pferdeballett: Wagenhammer, Eduard Martens, Konzett und Bernardo Ribeiro: Bild: Bettina Frenzel

Vater Frank sieht, wie sich sein Sohn mit einem Strick züchtigt: Christoph Prückner, Lipgens und Konzett. Bild: Bettina Frenzel

Ein Besuch im Sexkino hat dramatische Folgen: Wagenhammer, Konzett, Angela Ahlheim und Robert Stuc. Bild: Bettina Frenzel

Konzetts explizite Darstellung passt perfekt in Madwars ebensolche Arbeit, in der sich nicht geschont und niemand verschont wird. Dr. Dysart, selbst ein Mann in beruflichem wie privatem Ausnahmezustand, gelingt es im zähem Zweikampf nach und nach „mit funzeliger Taschenlampe“ in Trotzkind Alans Inneres zu dringen, und je mehr dieser Prozess vonstattengeht, umso eindrücklicher gestaltet Lipgens die Seelennöte des Seelenheilers, der nicht nur an seiner vergeblichen Sinnsuche laboriert, sondern auch an der nach wodurch auch immer evozierten tieferen Empfindungen. Es ist fast eine Form von Neid, die er gegenüber dem Kranken empfindet, verbunden mit der Angst vor der Aufgabe, diesen „normal“ zu machen, heißt: so kalt und grau wie die meisten.

Madwar spielt Shaffers bipolare Konfrontation des dionysischen und des apollinischen Prinzips in den Beziehungen genussvoll aus. Dysart, als bacchantischer Typ mit einer „anbetungsfernen“ Frau gestraft, macht sich mit Alans Eltern bekannt, Birgit Wolf und Christoph Prückner als Dora und Frank Strang wie Grant Woods Gemälde „American Gothic“ entsprungen, auch sie wie die Götter ein Gegensatzpaar, die Wolf wunderbar in Doras sich ereifernder Bigotterie, sie nach eigener Bekundung „was Besseres“, Prückner – mit leichtem Basedow – ein politisch linksorientierter Drucker, ein bodenständiger Proletarier. Und Alan? Am emotionalen Ertrinken in diesem Wechselbad von verhuschter, überfürsorglicher Mutter, autoritärem, rechthaberischem Vater, von Religiosität und Atheismus, der einen die Bibel alles, dem anderen pure Gewaltpornografie, Alans Welt eine der Verbote und Vorschriften.

In gut zweieinhalb Stunden legt Madwar die Motive, Manien, Merkwürdigkeiten der Strangs und Alans gefühlsmäßige Deformierung dank deren Erziehungsmethoden bloß. Aus dem mütterlichen Vorbeten der Offenbarungsstelle über den Reiter Treu und Wahrhaftig, der vom Himmel auf einem weißen Pferd herniederkommen wird, und dem geschenkten Schimmel-Poster vom Vater, erschafft sich Alan eine Pseudoreligion mit Pferden, versenkt sich in der Hingabe an einen Herrn namens Equus, diese inklusive Selbstzüchtigung mit Zaumzeug-Strick, will Alan doch so leiden wie sein Heiland – das Pferd, seit seiner Zähmung die vom Menschen in Kriegs- und Arbeitsdienst am meisten geschundene Kreatur, sein Messias, der am ganzen Körper blutend Richtung Golgatha geht.

Mutter Dora hat dem Doktor einiges zu beichten: Birgit Wolf, Anselm Lipgens und Angelo Konzett. Bild: Bettina Frenzel

Alans Akt der Hingabe: Tom Wagenhammer und Angelo Konzett. Bild: Bettina Frenzel

„Kann man einem Menschen etwas Schlimmeres antun, als ihm seinen Gott zu nehmen?“, zweifelt Dysart zunehmend, ob die fehlgeleitete, aber schöpferische Obsession des Jungen eine zu behandelnde Psychose ist oder ob er Alan und all seinen Patienten nicht im Grunde ein gesellschaftskonformes Dasein aufzwingt, das sie ihrer wahren Identität beraubt.

Auf Harry Daltons aka Robert Stucs Gestüt wird, was weiter geschieht, eindeutig sexuell konnotiert. Vom Striegeln und Streicheln übers Besteigen bis zum mächtigen Ritt galoppieren Wagenhammer als nunmehr Equus und auf seinem Rücken der entkleidete Konzett über jedes Tabu. Die Schenkel gegen die Flanken gepresst, brüllt Konzetts Alan seine Lust heraus, versagt aber später im Stall, als er unter den Blicken der Pferde mit einer Frau zum Orgasmus kommen will. Angela Ahlheim, auch sie erstmals auf einer TzF-Bühne, legt diese Jill Mason zwischen burschikos und mädchenhaft an, punktgenau dosiert, zwischen resolut und romantisch. Die Ereignisse überschlagen sich nach einem Besuch im Erotikkino, in dem Alan Vater Frank findet, Alans Qualen sind kaum noch auszuhalten – also die Wahnsinnstat am allwissenden, alles sehenden, „denn ich, der Herr, bin ein eifersüchtiger“ Gott …

„Equus“ in der Inszenierung von Sam Madwar und großartig gespielt vom TzF-Ensemble geht in mehr als einer Beziehung an die Grenzen. Ein schmerzhafter, intensiver, auch irritierender Abend. Eine Empfehlung.

www.theaterzumfuerchten.at

  1. 10. 2019

Les garçons sauvages / The Wild Boys

Juli 4, 2019 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Auf der Insel der Lüste verlieren sich die Lümmel

Gefangen auf dem Boot des mysteriösen Kapitäns: Mathilde Warnier, Pauline Lorillard, Anaël Snoek und Vimala Pons. Bild: Bildstörung

Eine Insel der Enthemmtheit, weit hinter den Horizonten von Zivilisation. Dorthin unterwegs sind fünf junge Burschen, auf einem Schiff, einem Seelenfänger, auf dem ein mürrischer Kapitän für Zucht und Ordnung sorgt – indem er die bildungsbürgerlichen Buben wie Hunde an Leinen hält. Gefressen wird, was in die Schüssel kommt, und findet er im Reisegepäck etwa noch einen Shakespeare, geht der schnell über Bord.

Die einzige Lektüre, die der „Holländer“ genannte Mann duldet, sind die auf seinen Penis tätowierten Schriftzeichen. Ihre Eltern haben die Teenager-Delinquenten auf diese schwimmende Strafkolonie verfrachtet, haben sie doch ein unfassbares Verbrechen gegangen: einen schwarzmagischen Ritualmord an ihrer Literaturprofessorin, ein Hengst ist involviert, um ihrem selbst erfundenen Dämonengott zu huldigen. Dies atavistische Fantasiewesen soll das Böse sein, sagt die Bande, das sie beherrscht. „Les garçons sauvages / The Wild Boys“ heißt das betörende, verstörende Spielfilmdebüt des französischen Experimentalfilmregisseurs Bertrand Mandico, das am Freitag in die Kinos kommt. Ein Fiebertraum, ein mysteriös-queeres Maskenspiel, ein eigenwilliger Hommagenmix von William S. Burroughs über William Golding bis H. G. Wells, vor allem aber ein Werk auf der Höhe einer Zeit, in der vor gerade mal eineinhalb Monaten in Österreich der erste Pass für einen Menschen dritten Geschlechts ausgestellt wurde.

Mandico erzählt in poetischen Schwarzweiß-Bildern, die von farbigen Sequenzen akzentuiert werden, er erzählt in einer einzigen großen Rückblende von der menschlichen Natur, die von ebendieser bezwungen werden wird, erzählt von dunkler Begierde und brennender Sehnsucht, entwirft en miniature eine Gesellschaft, die Lüge, Gewalt und Sex als Mittel zum Zweck einsetzt – und hat, um das Spiel mit Identitäten und Illusionen auf die Spitze zu treiben, seine wilden Jungs mit Schauspielerinnen besetzt. Pauline Lorillard, Vimala Pons, Diane Rouxel, Anaël Snoek und Mathilde Warnier stranden also mit dem unheimlichen Kapitän, dem Sam Louwyck Gestalt verleiht, auf einem zwar ungastlichen, gleichzeitig aber allzu lebendigen Eiland, gedreht wurde auf La Réunion, dessen Vegetation aus haarigen, testikelgleichen Früchten und ihren Saft abspritzenden Blüten besteht.

Sie fühlten sich „wie Zwerge auf einem obszönen Riesenmädchen“, sagt der flachsblonde Tanguy, Anaël Snoek, der sich wie auch Brillenträger Hubert, Diane Rouxel, bald als der Sensibelste der Gruppe herausstellen wird, während der brutale Jean-Louis, Vimala Pons, den durch nichts zu beeindruckenden Rebellen gibt, und Romuald, Mathilde Warnier, und Sloane, Pauline Lorillard, auf seine, die vermeintlich starke Seite zieht. Anhebt nun eine erotische Halluzination mit Pflanzen, die bereitwillig „die Schenkel öffnen“, mit diesen aber auch ihre Gefangenen machen, dazu farbige Phantasmagorien eines Damien-Hirst’schen Diamantenschädels, das Original trägt ja den Titel „For the Love of God“, einer Kriegerin mit metallischem Brustpanzer und einem rotäugigen Maskenhund.

Alkohol erleichtert erst das Inselleben: Anaël Snoek, Vimala Pons, Mathilde Warnier und Diane Rouxel. Bild: Bildstörung

Mit dem Kapitän: Anaël Snoek, Mathilde Warnier, Pauline Lorillard, Vimala Pons und Sam Louwyck. Bild: Bildstörung

Unter dem Einfluss der Maske werden die Jungs zu Mördern. Bild: Bildstörung

Doch in ihren Albträumen treffen sie bald auf ihre Meisterin. Bild: Bildstörung

Im Wortsinn umgarnt von den erotisierenden Pflanzen: Diane Rouxel und Anaël Snoek. Bild: Bildstörung

Der/die geheimnisvolle Dr. Séverin/e: Elina Löwensohn und Diane Rouxel. Bild: Bildstörung

Und während die Schuluniformen des Quintetts durch diverse Gewalt/Akte immer mehr Schaden nehmen, Hubert homoerotische Gedanken über den Kapitän, heißt: seinen Lesestoff, quälen, trifft sich der mit dem/der androgynen Inselherrn/herrin Doktor Séverin/e, den oder die Mandico mit seiner flamboyanten Muse Elina Löwensohn besetzt hat, eine Figur, die sich, wie sich herausstellt, den Kapitän Untertan gemacht hat. „Genießt die Freuden!“, ist ihre Parole, und tatsächlich beginnen die Jungs sich im süßsalzigen Klima zu verändern. Die feminisierende Wirkung der Insel setzt ein, und mit ihr im Wortsinn der Abfall von der Männlichkeit, schon verliert der erste Lümmel den seinen, und ist der Penis erst weg, kann gut ein Busen wachsen. Nur einer entwickelt, gleich übrigens dem Kapitän, nur eine weibliche Brust – und dessen Schicksal scheint somit besiegelt.

In Interviews sagt Bertrand Mandico, es wäre dieser Moment der Entwicklung, das Erforschen des Dazwischens gewesen, das ihn zu „Les garçons sauvages / The Wild Boys“ angespornt hätte, und wirklich hat er sich mit queeren Kinoästhetiken bestens vertraut gemacht; sein grobkörniges 16-mm-Material ruft geschickt dort die Genreklassiker auf, wo sie ihm dienlich sind. Mandico beherrscht auch die große Geste, umgesetzt in der Fotografie von Kamerafrau Pascale Granel, die es versteht, die gezeigte Grausamkeit an der Grenze zur Sinnlichkeit changieren zu lassen, und im Soundtrack von Pierre Desprats, der Oper mit einer Art Glamrock zusammenfließen lässt, beides, Bild und Ton, dabei schmerzhaft in den Spitzentönen.

„Les garçons sauvages / The Wild Boys“ ist Kinomagie, die Geister, die Bertrand Mandico mit ihr heraufbeschwört, sind von psychedelischer Kraft. „Les garçons sauvages / The Wild Boys“, sagt der Regisseur, „ist kein Thesenfilm, sondern es ist vielmehr etwas Triebhaftes: ein funkelndes Objekt bizarrer Begierde“. Ob der Sirenengesang der Insel „die Zukunft der Welt ist weiblich“ lautet, lässt Mandico bewusst offen. Immerhin werden am Ende ein paar Matrosen an Land gelockt – und von den neuen Frauen übermannt.

Trailer:

 

www.filmgarten.at/wildboys

4. 7. 2019

 

Akademietheater: Der Kandidat

November 1, 2018 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Zum Schreien komischer Highspeed-Slapstick

Mit Hilfe der Presse zum Politiker: Florian Teichtmeister als Medienunternehmer Grübel und Gregor Bloéb als Herr Russek. Bild: Georg Soulek/Burgtheater

Am Ende ist die Wahl gewonnen. Anders als bei Gustave Flaubert und Carl Sternheim, dort im Furor (Gott zu Füßen) verreckend, hält „Der Kandidat“ hier aber seine Abschlussrede. Professionell gecoacht und vom Redakteur Bach mit Argumenten ausgestattet, verkündet er seine Zehn Gebote. Die da im Wesentlichen lauten: Abgrenzen, aufrüsten – und vor allem angstfrei sein. Ach ja, ein Aussetzen kommt auch dazu, und zwar der parlamentarischen Demokratie.

Wegen Belanglosigkeit zunächst für 100 Tage, danach Evaluierung. Gregor Bloéb ist in diesem Moment, als sein Leopold Russek dies politische Pamphlet vorträgt, schauspielerisch ganz in seinem Element, ein geschmeidiger Gewinner, ein mephistophelischer Verführer der Massen, so „echt“, dass es erschreckt und erschüttert. Jede Ähnlichkeit mit Personen, Parteien und deren Programmen ist natürlich … gar nicht so frei erfunden. Durch den Kopf geistert es einem, dass man derartiges Wortgewürfle bereits gehört, die Floskelsätze schon gelesen hat. Bemerkenswert. Flaubert schrieb seine Politposse 1873, Sternheim sie 1913/14 auf die wilhelminischen Gegebenheiten um; für die aktuelle Fassung zeichnet Dramaturg Florian Hirsch verantwortlich, eine ausgezeichnete Arbeit, die den Zeit-Ungeist vorführt, aber auch zeigt, die Verhältnisse, sie sind schon immer so.

Es ist kein Wunder, dass sich Regisseur Georg Schmiedleitner zur Inszenierung dieses Stoffs verlocken ließ. Er macht aus der bitterbösen Satire, die sowohl den Moloch Politik als auch die Entpolitisierung der Gesellschaft aufs Korn nimmt, Highspeed-Slapstick; er schont seine Schauspieler bei dieser sehr körperlichen Aufführung nicht, es wird gestolpert, gestrampelt, gestürzt, und wenn Sebastian Wendelin als Bach steif wie ein Brett fällt, fürchtet man durchaus ein wenig um dessen Gesundheit.

Die „Wahrheit“ macht eine Homestory bei Russeks: Sebastian Wendelin als Redakteur Bach, Florian Teichtmeister, Petra Morzé als Frau Russek, Christina Cervenka als Luise, Dietmar König als Fotograf Seidenschnur und Musiker Sam Vahdat. Bild: Georg Soulek/Burgtheater

Komödiantisches Kernstück – das TV-Duell der Spitzenkandidaten: Dietmar König, Valentin Postlmayr als Moderator und Gregor Bloéb. Bild: Georg Soulek/Burgtheater

Dass diese Übungen aufs Feinste gelingen, ist Verdienst der fabelhaften Spielfläche von Volker Hintermeier, diese ein von innen beleuchteter Kreis, ein Roulettetrichter, ein Glücksrad, eine ins Wanken geratene Weltscheibe, die sich unablässig dreht, dazu in Schräglage hebt und senkt, darüber, wahlweise auch dahinter, ein Spiegel, dank dessen Perspektiven gewisse Verrenkungen und Verschlingungen der Darsteller überhaupt erst wahrzunehmen sind – als würde man mittels eines allmächtigen Auges auf die sich abmühenden Figuren blicken.

So chic wie das Bühnenbild sind auch die Kostüme von Su Bühler, ein stilisiertes 19. Jahrhundert mit einigen Hinguckern, etwa Frau Russeks Schaumstoffnoppen-Tournüre, auch sie streng in stummfilmhaftem Schwarzweiß gehalten.

„Der Kandidat“ handelt vom sich selbst in den Ruhestand versetzt habenden und nun sich langweilenden Millionär Leopold Russek. Als er beschließt, ob Ende seines Ennuis in die Politik zu gehen, stehen sofort die Vertreter diverser Interessensgemeinschaften Schlange, um den Ahnungslosen auf ihre Seite zu ziehen: Funktionäre, Lobbyisten, Journalisten, Spin-Doctors und andere Opportunisten geben sich die Russek’sche Klinke in die Hand.

Doch der ganze politisch-mediale Komplex erweist sich alsbald als ein Kartenhaus aus Lügen und Manipulation. Gegenspieler stellen sich auf – bis Russek, um zu siegen, schließlich bereit ist, sich mit seinem Geld Verbündete zu züchten, und sogar die sexuelle Verfügbarkeit von Ehefrau und Tochter für seine Zwecke nutzt.

Hirschs Bearbeitung setzt auf Sprachwitz und Versprecher, Sätze fallen, wie der von der Sozialdemokratie, die den eigenen Kandidaten einmal mehr selbst massakriert habe, Begriffe wie Gutmenschenterrorismus oder Gendermanie. Ständig wird rechts mit links verwechselt, immer wieder sagt jemand „völkisch“ statt „volksnah“, Russek wird empfohlen „termingerecht zu emotionalisieren“, und der umbuhlte Neo-Politiker erweist sich in seiner Qual der Parteiwahl als erstaunlich elastisch. „Warum denn so einseitig?“, fragt er einmal. „Jede Partei hat doch ihr Gutes.“ Freilich ist derlei für Lacher gut, die Darsteller schießen diese Pointen im Schnellsprechtempo ab.

Mit großen Gesten konterkarieren sie gleich darauf das Gesagte, Outrieren ist ausdrücklich erwünscht, und mal wirkt einer wie Chaplins Tramp, mal liegt einer wie Kafkas Käfer auf dem Rücken. Sabine Haupt, als Anwältin Evelyn hier zum strippenziehenden, Parolen einflüsternden Politcoach avanciert, umtanzt den Kandidaten mit scharf gekickten Tangoschritten. Bernd Birkhahn darf als alter Graf, als Standessymbol ein Krickerl im Arm, vor Freude im Hüpfen in der Luft die Hacken zusammenschlagen.

Großartig sind das Bühnenbild von Volker Hintermeier und die Kostüme von Su Bühler: Ensemble. Bild: Georg Soulek/Burgtheater

In diesem Setting brilliert Gregor Bloéb als selbstzufrieden-naiver Simpel Russek, der, durch die persönlichen Interessen der anderen angeheizt, zum korrupten Schlitzohr mutiert. Petra Morzé gibt – ebenso wie Christina Cervenka als ihre Tochter Luise – mit viel Spielfreude seine dauerlüsterne Ehefrau, die ob dieses Erregungszustands wunderbar auf den in die richtige Schreibrichtung umzupolenden Bach anzusetzen ist.

Den gibt grandios Sebastian Wendelin, den Oberkörper starr nach hinten gebogen, aber unten herum immer biegsam und verfügbar. Als „Blut-und-Boden-Headliner“ beim U-Bahn-Blatt hat er beruflich genug zu leiden, da darf privater Spaß sein. Die Postille gehört Florian Teichtmeister als ränkeschmiedendem Medienunternehmer Grübel, heißt „Die Wahrheit“, was natürlich für Zeitungsmacherwitze à la „Die Wahrheit gehört ja quasi Ihnen“ gut ist. Komödiantisches Kernstück des Abends ist ein TV-Duell der Spitzenkandidaten, Russek gegen den Society-Fotografen Seidenschnur, Dietmar König als rechtschaffener, grauer „Sozi“, in den Reflexen schneller als in der Reflexion, der unter den Zuschauern Wahlzuckerl und auf der Bühne Statistiktaferl verteilt. Valentin Postlmayr, er auch ein tadellos degenerierter junger Graf, versucht vergebens die Diskutanten im Zaum zu halten.

Zum Premieren-Schluss gab es erwartungsgemäß viel Jubel und Applaus für Schauspieler und Leading Team. Sternheims humorvoll-hinterlistiges Vorführen von Volksverdrehern, sein Hinweis auf „alternative Fakten“ und die Gefahren beim Verwässern komplexer Fragestellungen durch populistisches Geschwätz, diese Botschaft ist – inmitten des ganzen Klamauks – beim Publikum perfekt angekommen. „Der Kandidat“ am Akademietheater ist zum Schreien komisch, zum Laut-Aufschreien komisch.

www.burgtheater.at

  1. 11. 2018

Theater zum Fürchten: Der Preispokal

Juni 7, 2018 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Dass einem das Lachen im Hals stecken bleibt

Der Fußballclub von Avondale hat den Preispokal gewonnen: Carina Thesak, Philipp Schmidsberger, Bernie Feit, Jasmin Reif, Ivana Stojkovic, Jakob Oberschlick und Valentin Frantsits. Bild: Bettina Frenzel

Das Theater zum Fürchten zeigt in seiner Wiener Dependance, der Scala, Seán O’Caseys „Der Preispokal“. 1927 ist dieses Stück über die Menschenvernichtungs- maschine Erster Weltkrieg entstanden, vom Autor selbst als Tragikomödie bezeichnet, was insofern richtig ist, als O’Casey in liebevollen Details die Schrulligkeiten der Bewohner der kleinen irischen Ortschaft Avondale ausstellt. Hinter dieser humorigen Seite allerdings ist das Antikriegsvolksstück gnadenlos.

Und TzF-Prinzipal und Regisseur Bruno Max trägt dem Rechnung. Seine Inszenierung, passend zum Gedenkjahr 2018, ist dergestalt, dass einem immer wieder das Lachen im Hals stecken bleibt. Eben noch feierte „Avondale United“ die Erringung des eben titelgebenden Preispokals, es wird gesungen, gesoffen, schwadroniert, da müssen die Fußballhelden auch schon zurück an die Front in Frankreich. Von der nicht alle unversehrt heimkommen. Harry Heegan, der Goalgetter, sitzt nun im Rollstuhl, Teddy Foran, ein brutaler Kerl, der seine Frau prügelte, ist erblindet. Aber das Leben geht weiter. Zumindest für die Gesundgebliebenen. Es gibt neue Matadore und neue Techtelmechtel, es entsteht eine neue Welt, in der für Harry und Teddy, weil sich kein anderer ihre Erlebnisse auch nur vorstellen kann, kein Platz mehr zu sein scheint …

In den realistischen Räumen – großartig etwa die alten irischen Kriegsplakate – von Sam Madwar hat Bruno Max sein Ensemble zu expressionistischem Spiel angehalten. Er macht aus O’Caseys fein ziselierten Figuren Charaktere aus Fleisch und Blut. Da kippt Jakob Oberschlick als Harry gekonnt vom gefeierten Triumphator in die abgrundtiefe Verzweiflung eines Mannes ohne Zukunft. Da kommentieren die fürs Komödiantische zuständigen Rüdiger Hentzschel und Bernie Feit als Harrys Vater und Nachbar Simon die Geschehnisse mit trockenem Humor und einer Portion Sarkasmus.

Harry ist nach dem Krieg gelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen: Bernie Feit, Carina Thesak und Jakob Oberschlick. Bild: Bettina Frenzel

Régis Mainka ist als Teddy Foran, wie schon in „Der Gute Mensch von Sezuan“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=27711), der Mann fürs Grobe, Leopold Selinger brilliert als schmierig-gutgelaunter Oberarzt Dr. Forby und Valentin Frantsits gibt als nur leicht verletzter Barney den guten Kerl, den seine Liebesangelegenheiten aufs Gewissen drücken. Denn, wenn man so will, sind im „Preispokal“ die Frauen die Sieger, so wie’s tatsächlich war:

Die historischen Gewinnerinnen des Untergangs einer ganzen Generation von Männern. Und so emanzipiert sich Carina Thesak als enervierend bigottes Mauerblümchen Suzie Monahan zur resoluten Krankenschwester, die sich Dr. Forby als Liebhaber angelt. Teresa Renner wird als Mrs. Foran durch Teddys Blindheit von der häuslichen Gewalt befreit und dessen strenge Kommandeurin und Pflegerin. Und dann ist da noch Jasmin Reif als Jessie Taite, Harrys Freundin, die sich vom „Rollstuhl-Krüppel“ ab- und Barney zuwendet, während Harrys Mutter, Angelika Auer, einzige Sorge ist, dass er nichts tut, was seine Kriegsrente beschädigt. Für Zündstoff ist also gesorgt. Dass O’Caseys Stück über den lieben und den Fußballgott vor 90 Jahren für Skandal sorgte, als anti-irisch und anti-katholisch verdammt wurde, das macht die TzF-Aufführung mehr als klar.

Heute erschüttern nicht nur die zwischen den Akten gezeigten, eindrücklichen  Bilder und Videos, für die ebenfalls Sam Madwar verantwortlich zeichnet und die das Massaker in den Schützengräben zeigen, sondern auch ein Kunstgriff von Bruno Max: Er hat für den einst ausgedehnten zweiten Akt, der in Form einer Litanei den Krieg abstrakt wiedergab, mit Zeynep Buyraç eine Choreografie erdacht, die den Sprung vom Fußball über den Drill bis zur Schlacht näherbringen soll. Am Ende schließlich begeben sich die Frauen mit Skeletten zum Totentanz, auch das ein starker Moment.

Die Versehrten passen nicht mehr in die Gesellschaft: Régis Mainka, Bernie Feit, Teresa Renner, Emre Dogan, Ivana Stojkovic, Jasmin Reif, Angelika Auer, Jakob Oberschlick, Carina Thesak und Leopold Selinger. Bild: Bettina Frenzel

Die Darbietung in der Scala macht eine Wahrheit deutlich, die dieser Tage erneut zutrifft: Das Elend von Kriegsopfern wird erst am Schicksal einzelner so richtig deutlich. In diesem Sinne geht „Der Preispokal“ auch heute noch etwas an. Ein so poetisches wie brutales Stück, ein absolut sehenswerter Abend.

www.theaterzumfuerchten.at

  1. 6. 2018