Art Carnuntum: The Merchant of Venice

Juni 30, 2018 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Eine Geschichte über Geld machen und Gewinnsucht

Shylock will sein Pfund Fleisch: Sarah Finigan, Russell Layton, Rhianna McGreevy, Jacqueline Phillips, Luke Brady und Steffan Cennydd. Bild: © Barbara Pálffy

Im Programmheft-Interview sagt Regisseur Brendan O’Hea, „Der Kaufmann von Venedig“ sei für ihn kein antisemitisches Stück, sondern ein Stück über Antisemitismus. Das ist spannend anzuschauen, ist Shakespeares Werk im deutschsprachigen Raum doch ein extrem vorbelasteter Text, über den sich Theatermacher höchst selten und wenn mit Samthandschuhen heranwagen.

Nicht so die Londoner. Shakespeare’s Globe ist nach einer Direktorinnenwechsel-bedingten Pause zurück bei Art Carnuntum und zeigt als erste von drei Produktionen, dass man den Shylock auch Ideologie-unbelastet präsentieren kann. Zumal dieser hier von einer Frau gespielt wird. „The Merchant of Venice“ von der Themse entpuppt sich ergo als – wie immer – hochmusikalisches Volkstheater, die Bühne nicht viel mehr als eine „Bretterbude“, und wohl noch nie hat man das Kaufleutegerangel in der Lagunenstadt so humorvoll umgesetzt gesehen. Geschlecht, Alter und Hautfarbe spielen im Ensemble, das in jeweils mehrere Rollen schlüpft, wie man’s kennt, keine Rolle. Sarah Finigan ist als Shylock kein Sympathieträger, auch kein Opfer, aber ein von der Gesellschaft Gedemütigter, der beschließt, seine Rache voll auszuleben. So wird der Schuldschein zur Sache zwischen zwei Männern, Russell Layton brilliert als Antonio, und kaum jemals wurde in einer deutschsprachigen Inszenierung klar, dass er der im Titel angesprochene „Kaufmann von Venedig“ ist.

Jessica und Lorenzo: Cynthia Emeagi und Steffan Cennydd. Bild: © Barbara Pálffy

Wie immer ist die Inszenierung hochmusikalisch: Rhianna McGreevy, Russell Layton, Sarah Finigan, Canthia Emeagi, Colm Gormley und Steffan Cennydd. Bild: © Barbara Pálffy

In O’Heas Regie wird aus dem ernsten Stoff eine Liebeskomödie mit getäuschten Altvorderen, wunderbar etwa wie Steffan Cennydd als Prince of Arragon ein „Ausländer“-Englisch persifliert, wird aus Shylock eine Figur, ein reicher Geizhals, der mehr ums Geld denn um seine – in seinen Augen – entehrte Tochter weint. Das Thema ist Geld machen und Gewinn-/sucht, das passt (noch) zur Finanzstadt London, deren Topographie sich nach dem Brexit wohl drastisch verändern wird. Darüber hinaus setzt O’Hea auf Frauenpower, den Parts von Portia und Nerissa, dargestellt von Jacqueline Phillips und Rhianna McGreevy, und ihrer Intrige als „Advokat“ Balthasar und dessen Gehilfen, wird mehr Platz eingeräumt als hierzulande üblich.

Cynthia Emeagi gibt eine ziemlich emanzipierte, keinesfalls entführte, sondern aus freien Stücken gegangene Jessica, Steffan Cennydd in seiner „Hauptrolle“ einen liebestrunkenen Lorenzo. Luke Brady ist ein ehrenwerter Bassanio, Colm Gormley ein unter dem Pantoffel seiner frischangetrauten Nerissa stehender Gratiano. Am Ende geht’s um Gnade, die „vom Himmel tropft wie Regen“ und „in den Herzen von Königen wohnt“. Einem Kind Österreichs fällt auf, dass Shylock die Szene mit einem wie bei den NS-Deportationen genehmigten kleinen Koffer verlässt.

Offenbar nehmen die Briten das also doch wahr.

www.artcarnuntum.at

  1. 6. 2018

Die Kinohighlights im Herbst

August 6, 2015 in Film, Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Das flimmernde Dutzend

The hateful Eight: Kurt Russell und Samuel L. Jackson Bild: The Weinstein Company

The hateful Eight: Kurt Russell und Samuel L. Jackson
Bild: The Weinstein Company

Alles wird leinwand: Neben dem neuen James-Bond-Abenteuer „Spectre“ und „Star Wars – Das Erwachen der Macht“ gibt es im Kinoherbst allerlei Sehenswertes. mottingers-meinung.at freut sich auf folgende zwölf Filme:

September

Black Mass

Endlich einmal ohne Dreadlocks! Johnny Depp besinnt sich auf seine Kernkompetenz, nämlich Schauspieler statt Berufspirat zu sein, und gibt in Halbglatze den skrupellosen US-Verbrecher Joseph „Whitey“ Bulger, der seine lange Karriere auch dem Umstand zu verdanken hatte, dass er dem FBI als Informant im Kampf gegen die Mafia – die in seinem Territorium wilderte – diente. Verspricht ein spannender Mix aus Gangsterfilm und Biopic zu werden. An Depps Seite agieren unter anderem Benedict Cumberbatch und Kevin Bacon. Regie: Scott Cooper. Die Bostoner Unterweltlegende Bulger diente übrigens schon als Vorbild für Jack Nicholsons Figur Frank Costello in „Departed – Unter Feinden“.

www.blackmassthemovie.com

Oktober

Macbeth

Justin Kurzels Adaption von Shakespeares schottischem Stück ging beim diesjährigen Rennen um die Goldene Palme in Cannes zwar leer aus, das bildgewaltige Epos scheint aber allemal sehenswert zu sein. Michael Fassbender, derzeit im Western „Slow West“ in den heimischen Kinos zu sehen, und Marion Cotillard geben Macbeth und seine Lady. Laut Trailer sehr duster und sehr schön vom Wahnsinn umzingelt.

www.macbeth-movie.com

Hotel Transsilvanien 2

Teil eins des Animationsspaßes füllte 2012 weltweit die Kinokassen mit knapp 360 Millionen Dollar. Nun kommt die Fortsetzung der Gruselkomödie: Hotelbesitzer und Oberblutsauger Dracula hat, da sein Schwiegersohn ja einer ist, sein Haus nun auch für Sterbliche geöffnet. Sorgen macht ihm allerdings sein Enkel Dennis, der die Vampirsache nicht so recht ernst nimmt. Dracs Freunde Werwolf, Mumie und Frankensteins Monster sollen dem Nachtschattensprößling auf den Spitzzahn fühlen. Sicher wieder ein Riesenspaß.

www.hoteltmovie.com

Life

Anton Corbjins Biopic über James Dean lief schon bei der Berlinale. Dort war die Handlung manchen zu blutleer, allgemein gelobt wurden aber die schönen Bilder. Teenieschwarm Robert Pattinson schlüpft in die Rolle von Magnum-Fotograf Dennis Stock, der für das Life-Magazine Film-Enfant-terrible James Dean (Dane DeHaan, Variety nannte sein Spiel „magnetisch“) ablichten soll. Der Auftrag führt die beiden Männer, die unterschiedlicher kaum sein könnten, quer durch die USA. Das Leben des mit seinen 26 Jahren schon ziemlich biederen Familienvaters Stock wird von der Kinoikone kräftig zentrifugiert – bis aus Staunen Freundschaft entsteht. True Story! Mal schauen.

lifethefilm.com

The Walk

1974 balancierte der französische Hochseilartist Philippe Petit in schwindelnder Höhe zwischen den New Yorker Twin Towers. Robert Zemeckis (Drehbericht samt Aufnahmen des und Interview mit dem echten Philippe Petit: www.mottingers-meinung.at/?p=10367) machte aus dessen Buch „To Reach The Clouds“ einen hoffentlich spannenden Film. Joseph Gordon-Levitt spielt den Wolkenkraxler.

thewalkmovie.tumblr.com

November

Spectre

Wie’s im Geheimagentenbusiness nun mal so ist, ist das Meiste streng geheim. Da kann man trotzig ein Schnütchen ziehen wie Daniel Craig, hilft alles nix. Aber egal. Ist ja nicht anzunehmen, dass das jüngste James-Bond-Abenteuer „Spectre“ in den bewährten Händen von Regisseur Sam Mendes, der auch schon für „Skyfall“ verantwortlich zeichnete, nicht wieder zum Riesenspektakel wird. Handlung: Eine mysteriöse Botschaft aus Bonds Vergangenheit bringt den Superspion auf die Spur einer sinistren Organisation. Während M – Ralph Fiennes folgte bekanntlich auf Judy Dench – gegen Politkräfte kämpfen muss, die dem Secret Service ans Leder wollen, enthüllt die Doppelnull die Machenschaften von „Spectre“. Monica Bellucci fungiert als „Bond-Girl“, Ben Whishaw wieder als Q, Christoph Waltz gibt den Bösewicht mit dem österreichischen Namen Oberhauser. Ob der Blofeld ist oder nicht, sagt uns erst .. Auch darüber, wer den Bond-Song singt, brodelt derzeit noch die Gerüchteküche.

www.007.com/spectre

The hateful Eight

Pflichtprogramm! Quentin Tarantino zum zweiten Mal auf der Fährte der beiden Sergios. Mit „The hateful Eight“ schuf er wohl wieder eine astreine Hommage an den Italowestern, diesmal im Schnee wie weiland Corbuccis Meisterwerk „Leichen plastern seinen Weg (Il grande silenzio)“. Wie Klaus Kinski ist auch Kurt Russell als Kopfgeldjäger mit Postkutsche und Verbrecherin (Jennifer Jason Leigh) unterwegs, allerdings will er die Holde nicht à la Vorbild im Schnee tieffrieren, sondern sie – um eben dies zu verhindern – in einer Stagecoachstation zwischenparken. Dort gibt sich bereits allerlei lichtscheues Gesindel ein Stelldichein: Man hat noch eine Bürgerkriegsrechnung miteinander offen. Mit Samuel L. Jackson, Tim Roth, Channing Tatum und dem großartigen Bruce Dern als abgehalftertem General. Ennio Morricone macht die Musik.

thehatefuleight.com

Irrational Man

Woody Allen kann auch mit beinah 80 nicht aus seiner Haut, muss er auch nicht, er hat ja Erfolg damit. „Irrational Man“ heißt sein jüngster Alter-Ego-Film, Joaquin Phoenix darf diesmal den Stadtneurotiker spielen, allerdings in einem beschaulich-ländlichen College, wo er als Philosophieprofessor am Sinn-des-Lebens-Bezweifeln und Zwischen-zwei-Frauen-Stehen laboriert. Und deshalb (?) an Erektionsstörungen. Die angeblich schwarzhumorige Komödie, die sich zum Krimi entwickelt, soll bissfester sein als ihr Vorjahrsvorgänger „Magic in the Moonlight“.  UK- und US-Kritiken waren nicht durchwegs freundlich, also selber ein Urteil bilden.

www.sonyclassics.com/irrationalman

The Martian

Ridley Scotts Ankündigung den faden „Prometheus“ mit einem Sequel zu adeln, darf zwar als gefährliche Drohung verstanden werden, trotzdem ist Science Fiction vom „Alien“-Altmeister ein Cineastenmuss. Des Sirs jüngste Mission führt zum Mars, er hat Andy Weirs Weltraumroman „The Martian“ für die Leinwand gebannt. Der Marsianer ist kein grünes oder andersfarbiges Männchen, sondern der von Matt Damon gespielte NASA-Astronaut Mark Watney, der von seinen Kollegen irrtümlich auf dem roten Planeten vergessen wird. Ohne Möglichkeit zur Kommunikation und mit beschädigter Ausrüstung beginnt für den Botaniker auf dem unwirtlichen fremden Himmelskörper der Überlebenskampf. Mit Jessica Chastain, Jeff Daniels und Sean Bean, der hier nach „Herr der Ringe“ und „Game of Thrones“ den Film mutmaßlich überstehen wird. Wir freuen uns auf erwartungsgemäß tolle Bilder und eine klaustrophobische Stimmung.

www.foxmovies.com/movies/the-martian

Steve Jobs

Gerade erst hat die Oper von Santa Fe für 2017 die Premiere von „The (R)evolution of Steve Jobs“ aus der Feder von Komponist Mason Bates angekündigt, da kommt auch schon der nächste Film über das Apple-Genie ins Kino. Dem kann man nur mehr Glück wünschen als Ashton Kutchers abgestürztem „jOBS“. Garanten für ein vielschichtiges Werk über einen faszinierenden Zeitgenossen wären Autor Aaron Sorkin, Regisseur Danny Boyle und Hauptdarsteller Michael Fassbender jedenfalls. Dem gewieften Charakterdarsteller, dem keiner so schnell einen Apple für ein Ei vormacht (Tschuldigung, konnte nicht widerstehen 😉 ), sollte es doch möglich sein, Jobs überbordenden Geist, sein gefürchtetes Temperament, seine Kompromisslosigkeit und seinen Alleinherrscheranspruch in eine Figur zu gießen.

www.stevejobsthefilm.com

Dezember

Star Wars: Episode VII – The Force Awakens

Hurra, Harrison Ford, Carrie Fisher und Mark Hamill sind wieder da! Nach den unsäglichen Episoden I bis III geht’s nun mit Han, Leia und Luke hoffentlich in bewährter Manier flottilotti weiter. Über die Handlung des ersten Teils der dritten Trilogie ist nicht viel bekannt: Wiewohl der Todesstern hin ist, lebt das Imperium als „The First Order“ weiter. Prinzessin Leia schickt Piloten auf Erkundungsflüge, ein geheimnisvolles Lichtschwert soll der Schlüssel zu einem Grab der bösen Sith sein, weshalb Rebellenheld Han Solo sich der Sache annimmt. Der braucht die Hilfe von Jedi Luke Skywalker. Doch sein alter Freund und Schwager ist im Exil … Mit J. J. Abrams als Regisseur dürfen die Erwartungen ruhig hoch liegen. Harrison Ford hat nach Beinbruch am Set zwischenzeitlich bewiesen, dass er alles überleben kann, auch selbstfabrizierte Flugzeugabstürze. Carrie Fischer möge in ihrer berüchtigt grummeligen Leiar, äh Leier, für feministischen Touch sorgen. Das „Oh, Anakin!“-Gesäusel ihrer unemanipierten Mutter Padmé Amidala war ja nicht zum Aushalten. In diesem Sinne: Möge die Macht mit uns sein!

www.starwars.com/the-force-awakens

Bridge of Spies

In the shadow of war, one man showed the world what we stand for. So der erste Satz, mit dem sich der Film vorstellt. Und, ehrlich, wer möchte bei so viel US-Propaganda nicht sofort ins Kino laufen? Da ist bitte nur einem PR-Menschen der Schreiberling durchgegangen? Steven Spielberg und Tom Hanks stehen eigentlich für mehr Qualität. Und auch ihr deutschsprachiger Mitstreiter Sebastian Koch. Inhalt des Zeitgeschichtethrillers: Im Kalten Krieg wird ein amerikanisches Spionageflugzeug über der Sowjetunion abgeschossen. Anwalt Hanks soll mit den Russen in Verhandlungen treten, um den Piloten vorm Arbeitslager zu retten. Ein Austausch auf der Glienicker Brücke in Berlin wird vorbereitet …

bridgeofspies.com

Wien, 6. 8. 2015

Salute to Vienna

April 25, 2013 in Tipps

Maximilian Schell führt durch die große Operettengala

Am 25. April lädt das Wiener Konzerthaus wieder zu einem „Salute to Vienna“ – mit Daniela Fally, Alexandra Reinprecht, Iva Nihanovic, Dmitry Korchak, Daniel Serafin und als Special Guest Russell Watson. Oscar-Preisträger Maximilian Schell führt durch den Abend.

Daniela Fally Bild: © Markus Wache

Daniela Fally
Bild: © Markus Wache

Die Macher der äußerst erfolgreichen US-Konzertreihe bringen eine hochkarätige Operetten-Gala direkt nach Wien. Das Musik-Ereignis wird live fürs US-TV aufgezeichnet, die im Kulturbereich größte US-TV-Senderkette PBS strahlt das Klangerlebnis live auf den wichtigsten Sendern Amerikas aus – im August 2013 folgt eine CD- und DVD-Veröffentlichung. Mit der Konzertreihe „Salute to Vienna“ begrüßen seit 1995 alljährlich Musikliebhaber in Nordamerika zu den Klängen von Johann Strauss und seinen Zeitgenossen das Neue Jahr. Ein musikalischer Neujahrsgruß, eine Hommage an die Tradition des Wiener Neujahrskonzerts, mit der die europäischen Maestros, Sänger und Tänzer die Musik des „Walzerkönigs“ feiern.

2013 gastiert „Salute to Vienna“ zum bereits zweiten Mal in Wien und widmet sich der großen Welt der Operette. Es ist das zweite „Heimspiel“, schon 1999 gastierte „Salute to Vienna“ mit „A Strauss Gershwin Gala“ höchst erfolgreich im Wiener Musikverein. Auch für „Die große Operetten-Gala“ konnte wieder ein ganz besonders traditionsreicher und stimmungsvoller Austragungsort gefunden werden: das Wiener Konzerthaus, das 2013 seine 100. Saison feiert. Auf dem Programm stehen eine Auswahl der beliebtesten Werke aus der Goldenen Operettenära von Strauss, Lehár und Kálmán, die schönsten Melodien aus „Die Fledermaus“, „Die lustige Witwe“, „Land des Lächelns“, „Die Csárdásfürstin“, eine Auswahl der berühmten Strauss-Walzer, Polkas und andere musikalische Wiener Schmankerl.

Durch den Abend führen die herausragende US-Mezzosopranistin Frederica von Stade und Oscar-Preisträger Schauspieler Maximilian Schell. Als ganz besonderer Gast konnte der britische Crossover-Startenor und Publikumsliebling Russell Watson (der meistverkaufte Klassik-Künstler in den UK) gewonnen werden. Unter der Leitung des renommierten Strauss-Spezialisten Maestro Peter Guth und dem jungen venezuelanischen Maestro Manuel López-Gómez spielt das Symphonieorchester der Volksoper Wien.

Das hochkarätige Ensemble verspricht einen beschwingten Musikgenuss auf höchstem Niveau: Die österreichische Sopranistin Daniela Fally ist von Staatsoper bis zu den Seefestspielen Mörbisch auf allen Bühnen zuhause. Der mehrfach ausgezeichnete russische Tenor Dmitry Korchak ist seit seinem Engagement an der Wiener Staatsoper auch in Österreich längst kein Geheimtipp mehr. Die deutsch-kroatische Sopranistin Iva Mihanovic ist Ensemblemitglied am renommierten Staatstheater am Gärtnerplatz in München, gerne geladen an österreichischen Festspielen von Bad Ischl über Mörbisch bis zum Wagner-Festival in Wels – und Lebensgefährtin von Maximilian Schell. Sopranistin Alexandra Reinprecht, Ensemblemitglied an der Staatsoper Wien und bekannt von den renommierten Festspielen von Salzburg über Bregenz bis Mörbisch. Bariton Daniel Serafin bewies bei den Seefestspielen in Mörbisch in der „Fledermaus“  erneut seine Vielseitigkeit. Die Schirmherrschaft über die Veranstaltung hat „Mister Mörbisch“ Harald Serafin inne, Tänzer aus der Wiener Staatsoper, und die  Wiener Sängerknaben runden das Ensemble ab.

www.konzerthaus.at

Zum detaillierten Programm: www.release.at/projekte/salutetovienna/Salute%20to%20Vienna,%20Programm.pdf

www.oeticket.com

www.wien-ticket.at

Von Rudolf Mottinger

Wien, 20. 4. 2013

In Linz beginnt’s

April 9, 2013 in Klassik

Am 11. April wird das neue Musiktheater eröffnet

Es ist ein Jahrhundertbau, ein großartiges neues Haus der Musik und der darstellenden Künste, erdacht vom britischen Architekten Terry Pawson, der am 11. April als eine der modernsten Bühnen der Welt in Linz eröffnet wird. Für maximal 1200 Besucher wurden nicht nur großzügige, von nahmhaften Künstlern gestaltete Foyers (allein der Pausengong ist ein Hammer) geschaffen, sondern auch ein hufeisenformiger, perfekte Sicht bietender Zuschauerraum. Das Haus will sich künfig allen Sparten von Musik öffnen. Auch für Kindertheater, Musical, Jazz und Experimentelles – im Untergeschoß wurde eine Studiobühne eingerichtet – soll Platz sein.
Dementsprechend bunt liest sich das Programm der Eröffnungstage:
La Fura dels Baus © Andreu Adrover

La Fura dels Baus
© Andreu Adrover

Am 11. April laden die weltweit gefeierten La Fura dels Baus und ihr katalanischer Regisseur Carlus Padrissa unter dem Titel „Ein Parzival“ zu einem für die Truppe typischem Spektakel. Am Vorplatz des Theaters und im Volksgarten werden fünfzig Kletterer, Taucher, Läufer, Skifahrer und andere abenteuerlustige, theaterinteressierte Oberösterreicher das ungewöhnliche „Wagner“-Ensemble bilden, mit dem das neue Musiktheater seinen Betrieb aufnimmt.

Am 12. April folgt die zweite Uraufführung: Die Oper „Spuren der Verirrten“ von Philipp Glass nach einem Stück von Peter Handke. Das kaum kaschierte „Hänsel und Gretel“-Zitat etabliert schon zu Beginn die Sehnsucht nach einer Heimat oder einem Zuhause, die in Handkes zwischen Alltäglichem und Mythischem virtuos jonglierender Text Welt jedoch zunehmend anachronistisch anmutet. Eingerahmt von einem formal gefassten Solisten Trio – „Der Zuschauer“, „Der Protagonist“ und „Der Dritte“ – pilgert ein wachsendes Meer aus Paaren ziellos über den kaum definierten Bühnenraum, und die Versatzstücke ihrer Sprechtexte enthüllen zugleich Tragik wie Komik der vergeblich bleibenden Sinnsuche … David Pountney inszeniert dieses Opernwagnis, Dennis Russell Davies steht am Pult.
Am 13. April steht die österreichische Erstaufführung des Musicals „Die Hexen von Eastwick“ nach dem Bestseller von John Updike, einst verfilmt mit Michelle Pfeiffer, Susan Sarandon, Cher und Jack Nicholson auf dem Programm.
Nach „Campo Amor“ und „Seven in Heaven“ am 14. April, wird am 15. April mit großer Vorfreude „Der Rosenkavalier“ erwartet. Die Wiederaufnahme-Premiere im neuen Haus glänzt  mit dem Österreichdebüt von Anne Schwanewilms als Marschallin und dem Linz-Heimkehrer Superstar Kurt Rydl als Baron Ochs auf Lerchenau.

Von Michaela Mottinger

Wien, 9. 3. 2013