Karikaturmuseum Krems: Rudi Klein

November 23, 2016 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Die Vereinfachung einer nicht unkomplizierten Welt

Rudi Klein, 2012/2013. Bildrecht, Wien, Landessammlungen Niederösterreich, Bild: Christoph Fuchs

Rudi Klein, 2012/2013. Bildrecht, Wien, Landessammlungen Niederösterreich, Bild: Christoph Fuchs

Rudi Klein, 2012/2013. Bildrecht, Wien, Landessammlungen Niederösterreich, Bild: Christoph Fuchs

Rudi Klein, 2012/2013. Bildrecht, Wien, Landessammlungen Niederösterreich, Bild: Christoph Fuchs

Das Karikaturmuseum Krems zeigt ab 27. November die Ausstellung „Rudi Klein. Die Vereinfachung einer nicht unkomplizierten Welt“. Rudi Klein unterhält mit seinen gezeichneten Kommentaren zu den Absurditäten des Alltags und der Tagespolitik Millionen von Zeitungslesern. Seine Comicstrips werden nun in dieser umfassenden Schau präsentiert. Die Ausstellung will, wie der Karikaturist selbst, nicht Antworten geben, sondern wirft neue Fragen auf. In fünf Themengruppen werden Originale aus den Landessammlungen Niederösterreich und dem Privatbesitz des Künstlers gezeigt.

Rudi Klein, 2012-2016. Bild: Bildrecht, Wien

Rudi Klein, 2012-2016. Bild: Bildrecht, Wien

Rudi Klein, 2012-2016. Bild: Bildrecht, Wien

Rudi Klein, 2012-2016. Bild: Bildrecht, Wien

„Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man zeichnen!“ so rüttelt Rudi Klein mit seinen symbolträchtigen, philosophischen Arbeiten auf, banalisiert und provoziert. Lachen ist unausweichlich, jedoch immer mit einem Denkanstoß und der Garantie auf Verwirrtheit.

www.karikaturmuseum.at

Wien, 23. 11. 2016

Alles Gute zum Geburtstag, lieber Rudi!

April 19, 2016 in Ausstellung, Buch, Bühne, Film, Klassik, Tipps

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Wien, 19. 4. 2016

Karikturenmuseum Krems: Rudi Hurzlmeier

November 24, 2014 in Ausstellung

VON RUDOLF MOTTINGER

Sagenhaft und komisch

Rudi Hurzlmeier: Frühes Tor Bild: © Rudi Hurzlmeier / Bildrecht, Wien, 2014

Rudi Hurzlmeier: Frühes Tor
Bild: © Rudi Hurzlmeier / Bildrecht, Wien, 2014

Das Karikaturenmuseum Krems präsentiert unter dem Titel „Sagenhaft und komisch“ Werke von Rudi Hurzlmeier. Hurzlmeier, 1952 in Niederbayern geboren, arbeitete nach Abbruch seiner Schullaufbahn als Tankwart, Dressman, Obduktionsassistent, Hotelbuskoch, Kulissenbauer und Antiquitätenhändler, bevor er in den frühen 1980er-Jahren begann, die komische Zeichenkunst als Autodidakt zu studieren. Kenner und Verehrer nennen ihn ganz unbescheiden „Großmeister der komischen Malerei“.

Der Künstler selbst sieht sich in der Tradition der komischen Kunst – ein Überbegriff für bildkünstlerische Arbeiten, die vor allem dem Zweck der Komik dienen – also den Rezipienten zum Lachen bringen.Das Karikaturmuseum Krems präsentiert in seiner Winterausstellung Werke aus der Serie „Meisterwerke der goldigen Periode“, die in Lichtführung und Thematik an berühmte Werke der Kunstgeschichte erinnern. Seine rätselhaften, irritierenden, eben komischen Werke sind altmeisterlich ausgeführt und in Technik und Opulenz mit Tafelbildern vergangener Jahrhunderte vergleichbar. Pastoser Farbauftrag, meisterhafte Lichtführung oder Perspektiven, die an Rembrandt erinnern, zeugen von der Auseinandersetzung mit der niederländischen Malerei. Nichtsdestotrotz ist sein Humor zeitgemäß und seine Kritik tagesaktuell. Der Begriff „goldig“ wird von Hurzlmeier satirisch verwendet und darf als Persiflage auf die klassische Kunstgeschichte verstanden werden.

„Der Akt, bevorzugt in Gestalt von Frau, Weib oder Nymphe, ist ein Fanal gegen die Torheit, denn Kleidung kommt schnell aus der Mode und wirkt dann schrecklich lächerlich (vgl. Achtzigerjahre, Barock, Steinzeit). Außerdem enthüllt der Akt mehr vom Gesundheitszustand des Modells, und hervorragende Körperpartien kommen glänzender zur Geltung. Der erotische Aspekt wird hingegen gern schamlos überschätzt. Menschen sind rein optisch weit weniger reizvoll als andere Nacktwesen, etwa Pfeilgiftfrösche oder Tiefseeschnecken,“ so Rudi Hurzlmeier, aus dem Vorwort des Buches „Meisterwerke der goldigen Periode“. Der Künstler kopiert jedoch keine bekannten Werke, sondern lässt durch ironisch geprägte Zitate ganz neue Arbeiten entstehen, so ziehen beispielsweise im Gemälde „Aquarium“ Fischschwärme, begleitet von Pinguinen und Flügeltieren, an heroischen Berglandschaften vorbei. In seinen Gemälden führt der Künstler die Betrachter in eine Welt der verbotenen Lust und derschockierenden Einblicke, von der auch seine Zeichnungen, Aquarelle, Sketchbooks und Comicstrips zeugen. Darüber hinaus sprengen seine Formate die traditionelle Karikatur. Rudi Hurzlmeiers komische Malerei schafft damit neue Perspektiven auf Satire- und Humorzeichnung und bietet somit den Liebhabern der Malerei einen eigenen Zugang zur Karikatur.

 Neben der komischen Malerei zeichnete Hurzlmeier auch Comic-Strips für Underground-Blätter und war mit zahlreichen Beiträgen in Magazinen wie Titanic, Eulenspiegel, Pardon, Nebelspalter, Penthouse, Gong, und FAZ vertreten. Hurzlmeier illustrierte unter anderem Bücher von Truman Capote, Wiglaf Droste, Robert Gernhardt, Thomas Gsella, Peter Hacks, Hans Zippert, Elke Heidenreich und Harry Rowohlt und Nic Schulz. Er veröffentlichte bisher rund etwa 50 Bücher und Kataloge. Seit den 1990er-Jahren trat er zunehmend auch als von der Kunstkritik gelobter Maler in Erscheinung, wobei er teilweise das Pseudonym RuDiHu gebrauchte. Seine Bilder waren in an die 100 Einzel- und Themenausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Hurzlmeier wurde bereits zweimal mit dem Deutschen Karikaturenpreis sowie mit dem Sondermann-Preis für Komische Kunst der Frankfurter Buchmesse ausgezeichnet. Mit seinen beiden Söhnen, die ebenfalls künstlerisch tätig sind, richtet Hurzlmeier unter dem Namen „The Hu“ unregelmäßig Ausstellungen aus. Das Karikaturmuseum Krems präsentiert  30, teilweise noch nie gezeigte Meisterwerke der goldigen Periode aus Hurzlmeiers Werkstatt.
Wien, 24. 11. 2014

Burgtheater: Karin Bergmann folgt Hartmann

März 19, 2014 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Hermann Beil wird „ehrenamtlicher Berater“

Karin Bergmann und Josef Ostermayer  Bild: Andy Wenzel/BKA

Karin Bergmann und Josef Ostermayer
Bild: Andy Wenzel/BKA

Kulturminister Josef Ostermayer ist ein Mann der schnellen Entschlüsse. Und der guten. Das ehrt ihn. Dienstagabend traf er seine Protagonisten zum Entscheidungsgespräch, heute Mittag hat er seinen Entschluß bekannt gegeben: Karin Bergmann übernimmt nach der fristlosen Entlassung von Matthias Hartmann in der Vorwoche bis August 2016 interimistisch die Führung des Wiener Burgtheaters. Diese Entscheidung präsentierte Ostermayer  gemeinsam mit dem Burg-Aufsichtsratschef Christian Strasser. Hermann Beil (72) wird als „ehrenamtlicher Berater“ fungieren. Bergmann (60) war Burg-Vizedirektorin und ist die erste Frau in der neuen Position, ein Provisiorium, das typisch österreichisch gern zur Dauerlösung werden könnte. Beil war Claus Peymanns früherer Kodirektor am Burgtheater und ist sein jetziger Chefdramaturg am Berliner Ensemble. Er ging mit ihm auch schon eine Hose kaufen, war mit ihm essen und auf der Sulzwiese … Vor-/Nachteil: Beil ist ein Unbestechlicher, der es immer schon abgelehnt hat, Theaterintendanzen zu übernehmen.

Ostermayer, der die letzten Tage intensive Verhandlungen führte, scheint wichtig, dass eine Profin die Burg übernimmt, niemand aus dem Ensemble. Er braucht Troubleshooter. Und Bergmann darf zugetraut werden, die Burg-Krise samt ihres Budget-Fehlbetrags von bis zu 13 Millionen Euro zu stemmen, vielleicht wäre eine Art Hypo Alpe Burg (dass Hartmann nie auf diesen Slogan gekommen ist: Alpe Burg Adria) drin, damit hat man hierzulande ja Erfahrung, und sich auch beim kommenden Kultur-Sparpaket von den Politikern nicht über den Tisch ziehen zu lassen. Dass sich die Verhandlungen um die interimistische Intendanz als so schwierig erwiesen, hat Gründe. Bergmann hatte Spannungen mit dem mächtigen Holding-Chef Georg Springer, dessen Position aber seit der Krise nicht mehr so stark ist. Bergmann wirkt stets ausgleichend, um Ruhe zwischen entwaigen Streitparteien bemüht. Sie war unter anderem Peymanns, mit dem die gebürtige Deutsche nach Wien gekommen und zwei Jahrzehnte am Haus tätig war, und Rudi Klausnitzers Pressesprecherin, als der noch Intendant der Vereinigten Bühnen Wien war. Sie war ab 1999 Vize-Chefin unter Nikolaus Bachler, der ihr viel freie Hand ließ, und zeichnete 2008, als dieser ein Jahr vor Vertragsende die Bayerische Staatsoper übernahm, hauptsächlich für den Betrieb verantwortlich. Mit dem entlassenen Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann verstand sie sich nicht, und sie verließ das Burgtheater in die Pension.

„Ich habe viele Ideen“, sagte Karin Bergmann in einer ersten Stellungnahme, wolle diese aber zuerst mit ihren Mitarbeitern besprechen. Das Burg-Ensemble begrüßte die Bestellung Bergmanns mit minutenlangem Applaus. „Sie ist eine Person, mit der man tatsächlich auf Augenhöhe reden kann“, lobte Ensemble-Vertreter Roland Koch. „Mit ihr beginnt heute am Haus eine neue Zeitrechnung.“

www.burgtheater.at

Wien, 19. 3. 2014

Ausstellung im Arnulf-Rainer-Museum

Mai 23, 2013 in Ausstellung

Mario Merz | Arnulf Rainer – Tiefe Weite [Fragmente]

Arnulf Rainer © Arnulf Rainer Museum / Foto: Christian Wind

Arnulf Rainer
© Arnulf Rainer Museum / Foto: Christian Wind

Ab 25. Mai stellt der international renommierte Ausstellungsmacher Rudi Fuchs erstmals nach der documenta 7 (1982)  Werke von Mario Merz und Arnulf Rainer gemeinsam aus. In MARIO MERZ | ARNULF RAINER – TIEFE WEITE [FRAGMENTE] im Arnulf-Rainer-Museum in Baden bei Wien treffen großformatige Gemälde von Arnulf Rainer auf raumgreifende Installationen und Bildobjekte des italienischen Arte Povera-Künstlers Mario Merz. „Beide Künstler traten in den fünfziger Jahren hervor, in dem weiten und tiefgründigen Feld der suggestiv als Informel bezeichneten Kunstrichtung. Bei der documenta teilten sie sich einen Raum, und dies nicht aus Zufall. Wir spürten eine spirituelle Verwandtschaft in der Art, wie sie Formen aus grundlegend flüchtigen, fließenden Strukturen und Farben zum Vorschein brachten. In diesem wechselhaften Werk sind alle Gestaltungen von Natur aus unvollständig und fragmentarisch“, so der niederländische Kurator Rudi Fuchs. Als künstlerischer Leiter der Kunstausstellung documenta 7 im Jahr 1982 verfolgte Rudi Fuchs das Prinzip der schlichten und erhabenen Präsentation der Werke. Bewusst konfrontativ sollten Dialoge zwischen Kunstwerken unterschiedlichsten Stils entstehen sowie deren Wechselbeziehung offengelegt werden. So traf Malerei auf Skulptur: Arnulf Rainers „Fingerfarbenfest“ aus seiner Werkphase der Hand- und Fingermalerei wurde gemeinsam mit Mario Merz’ begehbarer, halbhoher Spirale aus Sandsteinplatten mit Reisigbüscheln ausgestellt. In TIEFE WEITE [FRAGMENTE] führt Kurator Rudi Fuchs dieses Ausstellungskonzept nun fort.

Von Arnulf Rainer (*1929) werden Gemälde und Tafelbilder aus den 1990er Jahren zu sehen sein, die vorrangig das Motiv des Kreuzes zeigen. Diese T-förmigen, von Rainer zum Teil „Engel-Bilder“ genannten Werke symbolisieren fern jeglicher religiöser Bedeutung die Kleidung von Engeln. Im Gegensatz zu den Hand- und Fingermalereien, die in schweren, dunklen Farben dick mit Hand oder Pinsel aufgetragen wurden, wirken die „Engel-Bilder“ durch den dünnflüssigen Farbauftrag fragil und leicht. Als Gegenüberstellung präsentiert die Ausstellung ein Iglu aus Steinplatten mit drei Meter Durchmesser sowie einen raumgreifenden Spiral-Tisch von Mario Merz (1925-2003). Der italienische Künstler schuf mit seinen Iglus aus Lehm, Glas, Stahl, Stein oder Reisig Ikonen der Kunst des 20. Jahrhunderts. Durch den Einsatz einfacher Mittel sowie die Verwendung von alltäglichen, naturnahen Materialien zählt er zu den Hauptvertretern der Arte Povera-Bewegung, die in den 1960ern in Italien entstand. Auch Gemälde, Zeichnungen und Bildobjekte mit charakteristischen Elementen werden gezeigt, die sich immer wieder im Werk von Mario Merz finden: Fibonacci-Zahlen, Neonröhren, Spiralen sowie archetypische, prähistorische Tiere. Die Arbeiten stammen aus den frühen 1980er Jahren und sind als Leihgaben der Fondazione Merz, sowie aus Privatsammlungen, die größtenteils zum ersten Mal in Österreich zu sehen.

www.arnulf-rainer-museum.at

Von Rudolf Mottinger

Wien, 23. 5. 2013