Kaviar

Juni 15, 2019 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Und Zack! ins Dixi-Klo gegriffen

Ein windiger Anwalt, ein schmieriger Stadtrat und ein gar nicht gerissener Glücksritter machen Jagd aufs große Geschäft mit dem Russen: Simon Schwarz, Joseph Lorenz und Georg Friedrich. Bild: 2019 Ioan Gavriel

Ein wütender Oligarch ist ein schießwütiger Oligarch. Also beginnt das Ganze durchgeknallt, der Russenmilliardär Igor auf einem österreichischen Hochstand, und wie er – von Jagdgewehr bis Panzerfaust – mit aller Waffengewalt einen nackten Mann aufs Korn nimmt. Der trägt bei seinem unfreiwilligen Tanz im Kugelhagel einen Lenin-Gipskopf, den sollte man sich merken, denn es wird ein Heidenspaß und eine Riesenüberraschung werden, wer diesen am Ende von Igor übergestülpt bekommt …

Als die Regisseurin und Drehbuchautorin Elena Tikhonova die Arbeit an ihrer Austrorussen-Komödie „Kaviar“ begann, dachte sie an eine Posse basierend auf ihren eigenen Erfahrungen in der Community, nicht aber, dass ihr erster Spielfilm von der knallharten Realität derart bestätigt werden könnte. Nun ist die aberwitzige Geschichte seit Freitag in den Kinos zu sehen, und erinnert frappant an manches, was die Republik seit Mitte Mai unter dem Schlagwort „Ibiza-Video“ beschäftigt. Allerdings bedarf es auf der Leinwand keiner Nichte, sondern der Oligarch selbst schreitet zur Tat. Der obszön reiche Igor hat nämlich einen Herzenswunsch. Er will sich nach Vorbild der Ponte Vecchio in Florenz auf der Wiener Schwedenbrücke eine Protzvilla samt Zwiebeltürmen errichten lassen.

Die Kontakte dafür soll ihm seine persönliche Dolmetscherin, sprich: in seinen Augen Leibeigene, Nadja checken. Die wendet sich an ihre beste Freundin Vera, deren einheimischer Ehemann Klaus schon lange am Schwarzgeldvermögen andocken will. Klaus bindet seinen Haberer, Rechtsanwalt Ferdinand Braunrichter ein, der seinerseits weiß, mit welchem überambitionierten Stadtrat man zum „Waidmanns Heil!“ antreten muss. So ist auch dieser Hans Zech bald im Boot, dank der Verlockung, Igor werde der Stadt Wien die Donaukanalsanierung finanzieren. Geschmierte drei von insgesamt 100 Millionen Bakschisch landen vorab schon in Liechtenstein, klar, Klaus und Ferdinand wollen Hans reinlegen, blöd nur, dass der Politiker Russisch spricht. Doch während die Männer tricksen, schmiedet das Damentrio, erweitert um Veras blauhaarige Babysitterin Teresa und angestachelt durch Klaus‘ halbseidene Seitensprünge, selber Pläne, um ans Bare zu gelangen.

Oligarch Igor schmeißt sich an Klaus‘ Ehefrau ran: Margarita Breitkreiz als Nadja, Georg Friedrich als Klaus, Mikhail Evlanov als Igor und Daria Nosik als Vera. Bild: 2019 Thimfilm

Veras Babysitterin Teresa macht bei Nadjas Love Interest, Oberpunk Don, das Rennen: Sabrina Reiter und Robert Finster. Bild: 2019 Thimfilm

Das Damentrio sucht den Lkw mit den Schmiergeldmillionen: Daria Nosik, Margarita Breitkreiz und Sabrina Reiter. Bild: 2019 Thimfilm

„Kaviar“ ist so knallbunt wie die Cartoons, die zwischen den Aufnahmen zu sehen sind. Insgesamt zu harmlos, ja, zu risikolos für beißende Satire, ist der Film ein schlitzohriger Culture-Clash-Comic, der von Wodka-Konsum bis Kalaschnikow kein Klischee auslässt, und mit Darstellern in komödiantischer Hochform punktet. Allen voran Georg Friedrich als so gierigem wie begriffsstutzigem Möchtegerngauner Klaus und Simon Schwarz, der als Ferdinand nicht viel heller auf der Platte ist. Schnitzler-Schauspieler Joseph Lorenz erfreut als jovial-saturierter Volksvertreter, der sich im Gefühl sonnt, alle Fraktionen in der Hand zu haben. Elena Tikhonova handelt mit diesen dreien ihren haarsträubend glaubwürdigen Korruptionsfall ab.

Von Geschäften, die auf einer Serviette unterzeichnet werden, dem flotten Austausch von Staatsbürgerschaften gegen „Wirtschaftsförderung“, von Geldwäsche bis Bordellbesuchen. Wunderbar Szenen, in denen Friedrichs Klaus eine Bande von Hausbesetzer-Punks beschäftigt, um im ersten Bezirk für Igors Inspektion mit Presslufthämmern eine Baustelle zu faken. Großartig, wie er vor Ort dem von Mikhail Evlanov gefährlich gönnerhaft und stets gutgelaunt gespielten Obskuranten sogar einen Unterwasserlift und einen Tiergarten verspricht, während er hernach versucht, der Polizei, David Oberkogler als Gesetzeshüter, die Aktion als Flash Mob zu verkaufen.

Dazu gehören natürlich Friedrich’sche Sätze wie „Hoit die Pappn, wannst mit mir redst!“ oder, als er nur mit einem Negligé bekleidet in einem Badezimmerfenster feststeckt und um Hilfe ruft, der Gemeindebau antwortet: „Geht’s a bissl leisa!“. In den Mittelpunkt ihres Klamauks stellt Tikhonova aber eine Frauenfreundschaft, die alles aushält: Margarita Breitkreiz als streng gekämmt verklemmte Nadja, Daria Nosik als deren Turbolidschatten und Highest Heels tragende BFF Vera und Sabrina Reiter als wiederum deren Kein-Kind-von-Traurigkeit-Kindermädchen Teresa bekämpfen die männlichen Betrüger mit allen – von modernem Hightech bis traditionellem Sex – Mitteln.

Nur einmal gerät die weibliche Solidarität ins Wanken – ein kurzes Intermezzo, als auf einer wilden Party mit Erdapfelsaft aus Kristallgläsern und traurigen Karaoke-Liedern der von Nadja so dringend ersehnte Oberpunk Don, Robert Finster, sich statt der Gastgeberin der gleicher gesinnten Teresa zuwendet. Doch schnell versöhnen sich die Ladys wieder, rollt doch der Rubel Richtung Wien, in einem Lkw, den die Mädels dank Veras Maneater-Qualitäten zu kapern gedenken, bevor die selbsternannten Herren der Schöpfung seiner habhaft werden können. Und so beginnt auf der Osteuroparoute, heißt: in der burgenländische Pampa, ein Wettlauf mit der Zeit, bei dem bald alle im Wortsinn nach dem großen Geschäft riechen.

Ein wütender Oligarch ist ein schießwütiger Oligarch: Mikhail Evlanov. Bild: 2019 Thimfilm

Das hat Zack! Zack! Zack! mit den Dixi-Klos zu tun, in die Georg Friedrich seinen Griff ins Braune wird tun müssen, weil Igor denn doch nicht so deppert ist, wie die Wiener gern geglaubt hätten. Und alldieweil es für die Männer „Shit Happens!“ heißt, feiern die Frauen auf Geld-stinkt-nicht-Art die Umverteilung des Kapitals.

„Kaviar“ ist nicht hohe Kunst, aber ein erfreulicher Sommerspaß mit drolligen Animationen und einem temperamentvollen Soundtrack von Karwan Marouf. Ist der Film gewordene Beweis für den humorigen Unterschied dafür, ob Russen-Klischees über Russen oder von einer gebürtigen Russin erzählt werden. Und wenn Vera über Klaus klagt: „Er hat meine Fü(h)llungen verletzt“, kommt auch der Wortwitz nicht zu kurz. Merke: Gerechtigkeit gibt es in Liechtenstein. Aber wer muss mit dem Haupt von Wladimir Iljitsch herumspringen? Die Antwort ist … anschauen.

www.kaviar-film.at

  1. 6. 2019

TheaterArche: Anstoß – Ein Sportstück

Februar 9, 2019 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

In jeder Hinsicht ein Kraftakt

Colin Kaepernick (Johannes Scherzer) verweigert das Singen der Hymne. Bild: © Jakub Kavin

Das Außergewöhnliche gestern war die persönliche Anwesenheit von Nicola Werdenigg, war es, die ehemalige Skirennläuferin auf der Spielfläche der neu gegründeten TheaterArche zu sehen, wo sie vom systematischen Macht- und vom sexuellen Missbrauch im ÖSV erzählt, von ihrer Vergewaltigung und ihrer Bulimie. Da erscheint Annemarie Moser-Pröll, das heißt: Schauspielerin Johanna König im feschen Dirndl, und widerspricht.

Gut is gangen, nix is gschehn, wie man ja sagt, und wie Johanna König sich aufpudelt, darüber muss man durchaus lachen. Und schon ist man bei Literaturwissenschaftler Wendelin Schmidt-Dengler, der den Sport dereinst mit einem Shakespeare-Stück verglich, so tragisch wie komisch, allerdings spannender, da ungewissen Ausgangs. Das sind die beiden Pole, zwischen denen Jakub Kavin seine aktuelle Arbeit „Anstoß – Ein Sportstück“ auspendelt. Erst zu Beginn des Jahres hat sich dessen TheaterArche im vormaligen Theater Brett häuslich niedergelassen, jetzt diese Eröffnungsproduktion rund um die Tabuthemen des Massenphänomens und Identifikationsobjekts, von Doping zur Droge Alkohol zur Sucht nach Publicity, von psychischem Druck bis Depression, von erzwungenem Geschlechtsverkehr bis Homophobie. Kavin selbst führte Regie, hat auch aus aberhunderten Originalzitaten von Aktiven wie Funktionären, von Autoren wie Ödön von Horváth und David Foster Wallace den Text collagiert, und lässt diesen nun von 17 Akteurinnen und Akteuren performen.

Ein Kraftakt in jeder Hinsicht. Für die Darsteller, die allein oder in ausgefeilten Choreografien als Gruppe körperlich alles geben. Für das Publikum, über das drei Stunden lang Namedropping und Faktenlage prasselt. Für Kavin, der diesen Neustart ohne öffentliche Gelder stemmt, das Ganze getragen vom Enthusiasmus und vom selbstausbeuterischen Einsatz seiner Truppe. Die einmal mehr auf höchstem Niveau ihre Kunst zeigt. Jörg Bergen etwa wankt als dauertrunkener Fussballer Ulli Borowka durchs Aufwärmtraining der anderen, und macht später einen herrischen Peter Schröcksnadel. Nicolaas Buitenhuis spricht Sätze des schwulen Torschützen Thomas Hitzlsperger, Bernhardt Jammernegg legt als zynischer Unsympath Lance Armstrong schauspielerisch und auf dem Spinning-Rad eine Höchstleistung vor. Vom beinah Totenbett zum Doping ein einziger Überlebensbeweis.

Annemarie Moser-Pröll weiß von keinem sexuellen Missbrauch beim ÖSV: Johanna König. Bild: © Jakub Kavin

Zwischen Antike und Offenbach: Opernsängerin Manami Okazaki als Olympia. Bild: © Jakub Kavin

So wie der Radrennsportler seiner Physis alles abverlangt, so schildert Florian-Raphael Schwarz als Thomas Muster dessen harten Weg zurück nach dem Key-Biscayne-Autounfall, Johannes Scherzer als Robert Enke, wie er seinen aus der Depression nicht gefunden hat. Es sind Gänsehautmomente, wenn der Chor dem Torwart ein Spottlied singt, bevor dieser in den Tod geht. Berührend auch die Geschichte von Heidi Krieger, auf der Bühne umgesetzt von Maksymilian Suwiczak, der DDR-Kugelstoßerin, der das Staatsdoping, wie sie sagt, die geschlechtliche Identität genommen hat – und die heute als Andreas lebt. Oder – wieder Scherzer – als knieender NFL-Spieler Colin Kaepernick, den Donald Trump via Vidiwall wüst beschimpft. Auf dieser auch zu sehen, der spektakuläre Sturz von „Verausgabungsapparat“ Hermann Maier in Nagano. „Anstoß – Ein Sportstück“ ist immer wieder auch reinstes Dokutheater. Nagy Vilmos lässt als diverse Trainer Bonmots und markige Sprüche ab, Peter Matthias Lang als Shaolin-Mönch philosophische, Saskia Norman spielt Tonya Harding, Corinna Orbesz die Mixed-Martial-Arts-Fighterin Ronda Rousey, die Trumps Einwanderungspolitik öffentlich kritisierte.

Tabea Stummer spricht als Torhüterin Hope Solo über ihr schwieriges Elternhaus, Sarah Victoria Reiter trägt als Anna Veith mitten in der #MeToo-Debatte das Superfruits-Shirt eines Fruchtsaftherstellers … Mehr gibt es zu sehen und zu hören, als man auf einmal zu fassen vermag. Kavin, so scheint es, hat die Überforderung, die Überfrachtung zum Programm gemacht, man kann’s zwischen Zeitlupenspielzügen und der Haka der neuseeländischen Rugbymannschaft also nur sportlich nehmen, versuchen den roten Faden dieser Übung in freier Assoziation nicht zu verlieren, und wie die hier Dargestellten an und über die eigenen Grenzen gehen. Moderatorin Elisabeth Halikiopoulos hält die Aufführung von Aufstiegen bis tiefen Abstürzen, im Fall der Bergsteigerin Gela Allmann/Johanna König im Wortsinn von einer atemberaubend hohen Leiter, zusammen, bevor Koloratursopranistin Manami Okazaki, als sich gegen Technowummern stemmende Jacques-Offenbach’sche Olympia, auf die transhumanistische Zukunft des Sports und den nächsten Austragungsort der Olympischen Spiele, Tokio 2020, verweist.

Tonya Harding und Jeff: Saskia Norman und Florian-Raphael Schwarz. Bild: © Jakub Kavin

Anna Veith und Ulli Borowka: Sarah Victoria Reiter und Jörg Bergen. Bild: © Jakub Kavin

„Anstoß – Ein Sportstück“ ist ein lohnender, hochaktueller Theaterabend, eigentlich Work in progress, zumal nicht zwei davon gleich sein werden. An jedem ist nämlich ein anderer Gast eingeladen, um aus seiner Perspektive über dieses Spiegel- wie Zerrbild der Gesellschaft zu berichten. Am 22. Februar zum Beispiel wird es wieder Nicola Werdenigg sein, am 24. Februar der Autor Franzobel.

Jakub Kavin im Gespräch: www.mottingers-meinung.at/?p=31475

Video: www.youtube.com/watch?time_continue=68&v=3Z1aY9ny0Nw

www.theaterarche.at

  1. 2. 2019

Theater zum Fürchten: Die Fleischbank

Oktober 8, 2017 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Der kleine Mann hat’s Hackl im Kreuz

Ein Fleischhauer am Rande des Nervenzusammenbruchs: Georg Kusztrich. Bild: Bettina Frenzel

Das Theater zum Fürchten zeigt in seiner Wiener Spielstätte, der Scala, Alfred Paul Schmidts Groteske „Die Fleischbank“. Als Ballade bezeichnet der Autor selbst seinen Text, Moritat könnte man auch sagen, schildert Schmidt doch Aufstieg und Untergang eines, dem das Leben nichts geschenkt hat: Der Favoritner Fleischhauer Arnulf ist Schmidts Anti-Held. Dem Kleingewerbetreibenden, braver Steuerzahler und gehorsames Innungsmitglied, ist die Welt abhanden gekommen. Als ehrliche Haut erniedrigt, als immer nur Durchschnittlicher zum Dulden verdammt, beginnt er sich selbst zu ermächtigen. Mittels Mord.

Eine wahre Begebenheit aus dem Jahr 1974 liegt Schmidts Stück zugrunde. Da verschwanden in Graz zwei – damals gab’s das noch – Geldbriefträger und mit ihnen beinah 400.000 Schilling. Als Täter wird der Fleischer Karl H. ausgeforscht und zu lebenslanger Haft verurteilt … Es ist fein, dass das Theater zum Fürchten an der Wiederentdeckung Alfred Paul Schmidts arbeitet. 1941 in Wien geboren, kam er über die Umwege diverser Studien und Gelegenheitsjobs zum Schreiben. Seit 1975 lebt er in Graz, und gilt als das widersprüchlichste Mitglied der von Alfred Kolleritsch so genannten Grazer Gruppe.

Das Schweinchen weist den Weg in den Wahnsinn: Lara Buchsteiner. Bild: Bettina Frenzel

Arnulf mordet und seine Schweinchen schauen zu: Georg Kusztrich. Bild: Bettina Frenzel

Seinen Werken eigen sind der weitgehende Verzicht auf eine herkömmliche Handlung, dafür der exzessive Einsatz burlesker, possenhafter Mittel, um vorgeblich fiktives Geschehen zur Wirklichkeit zu entstellen. Das alles kommt dem Theater zum Fürchten sehr entgegen, das mit der Inszenierung von Peter M. Preissler seinem Namen mehr als gerecht wird. Preissler, der auch bei der Uraufführung 1984 am Akademietheater Regie geführt hatte, setzt in der Scala auf Grauen, Gruseln, Gänsehaut. In halluziniert albtraumhaften, in gespenstisches Grün getauchten Szenen geht Arnulf seinem tödlichen Geschäft nach. Auf dem Dreirad umschwirrt, auf dem Akkordeon begleitet von einem Schweinchen im rosa Tutu (Lara Buchsteiner), mit deren mehrerer vom Wahnsinn umzingelt.

Preisslers exemplarische Aufführung lässt das Stück in seiner Zeit. Marcus Ganser und Prinzipal Bruno Max haben für Schmidts schwarzhumorigen Volksstück-Psychothriller ein steril-tristes Bühnenbild erdacht. Eine weiß gekachelte Fleischerei, die von der Theke über die Eskimo-Kühltruhe bis zum Wandtelefon 1970er-Jahre atmet; auf einer Angebot-des-Tages-Tafel wird das „Leberkässemerl“ um 6,50 Schilling angepriesen. Doch die Parabel auf den „kleinen Mann“, der das Hackl, das das Leben ihm permanent ins Kreuz haut, endlich zwischen anderer Leute Schulterblätter versenkt, ist zeitlos. Weil’s, siehe jüngst Las Vegas, mit jedem jederzeit passieren kann. Arnulf ist aus dem Stoff, aus dem die Amokläufer sind, und „Ana hat immer des Bummerl“, Horst Chmelars Gassenhauer, die Begleitmusik durch seine patscherte Existenz. Georg Kusztrich ist als Arnulf fulminant. Im Infight mit sekkanten Kunden, einer liederlichen Lebensgefährtin und einem „besten Freund“, der das Vorhandensein von Feinden überflüssig macht, ist er der ewige Verlierer.

Einmal ein Glück im Leben haben: Georg Kusztrich und Leopold Selinger als Vokuhila-Haberer Heinz. Bild: Bettina Frenzel

Das Selbstbewusstsein steigt, das Opfer kommt in Klarsichtfolie: Kusztrich und Michael Reiter. Bild: Bettina Frenzel

Kusztrich changiert in der Rolle zwischen tief depressiv, dann wieder aufmüpfig-aggressiv, verletzt und verzweifelt. Er erschreckt mit der Vehemenz seines Spiels. Er gestaltet auf höchstem darstellerischen Niveau das Psychogramm eines „armen Würschtls“, das zum Psychopathen wird. Kaum zum Killer avanciert, fühlt sich Arnulf wie ein allmächtiger Erlösergott. Das Selbstgewusstsein wächst, der Mord mutiert für ihn zur Machtdemonstration, wird letztlich zur guten Tat. Dieser Briefträger mit seiner hirndepperten Frau hatte doch ohnedies keinen leidensfreien Tag! In einer Allmachtsfantasie sprudelt es aus Arnulf: „Endlich hob i wos gmocht wos nua i vasteh … Durch dein Tod bin i auf die Wöd kumman. I bin aus mia söba ausikrochen – du woast die Hebamm“. Und während er moralisch-menschlich ungerührt sein Opfer in Klarsichtfolie verpackt, singt er das Schubertlied. „Du bist die Ruh, der Friede mild …“

Mit Kusztrich agiert das bestens aufgelegte TzF-Ensemble. Christina Saginth spielt Arnulfs Freundin Hedwig in Ledermini und waffenscheinpflichtiger Bluse hart am Flitscherl. Die gefährliche Liebschaft ist im Betrieb für die Buchhaltung zuständig, eine Gefälligkeit, für die sie tief ins Fleischergeldbörsel greift. Ihr schließt sich Leopold Seliger als hinterlistiger Haberer Heinz (mit großartiger Vokuhila-Frisur und riesigem Proleten-Schnauzbart) an, der für einen beim Karate-Training einkassierten Gipsarm von Arnulf Schmerzensgeld haben will. Als der neue Arnulf ihn entlarvt, erkennt er ihn als einen „dea zittat nach innan wia a Lampelschwaf, oba noch außen tuat a wia da Tegetthoff am Proterstern“. Doch die Halbseidene und der Kleinkriminelle sind nur zwei aus der Menge der Peiniger – allesamt sind sie Menschen, die selber auf der Schattenseite stehen.

Hedwig träumt von der Heirat: Christina Saginth und Georg Kusztrich. Bild: Bettina Frenzel

Doch der Kommissar hat die Spur aufgenommen: Georg Kusztrich und Karl Maria Kinsky. Bild: Bettina Frenzel

Das macht vor allem Birgit Wolf als verteufelt redselige Kundin Frau Dalma deutlich. Von ihrem Mann offenbar gepiesackt, brodelt es unter ihrer in Loden gewandeten Biederfrau-Fassade nicht weniger als unter der Arnulfs, nur ist sie zum Ausbruch noch nicht bereit … Bernie Feit brilliert als penetrant seine Obrigkeit verströmender Innungsfunktionär Bunderit und als Behinderter, der Zeter und Mordio schreit, als ihm Arnulf unbedarft die Frage stellt: „Wie is‘n des, wann ma waaß, dass ma bleed is?“ In ihrer Art scheinen viele der Schmidt’schen Charaktere – dies freilich auch dank der Kostüme von Alexandra Fitzinger und der Maske von Gerda Fischer und Monika Krestan – einem der „Tatorte“ rund um Oberinspektor Marek und Bezirksinspektor Wirz entsprungen, und tatsächlich hat Schmidt für die erfolgreiche TV-Krimireihe geschrieben.

Direkt aus dem „Kommissariat 24“ kommt offenbar Karl Maria Kinsky als urig-gemütlicher Kommissar in die Buchengasse. Kinsky macht seine beiden Auftritte zum Kabinettstück, wunderbar die skurrile Szene, als er den Täter entlarvt habend, nun aber völlig überfordert und hyperventilierend nach seinen Kripo-Kollegen ruft. „Geh, na! Na!“, entschlüpft es ihm. Der Mörder gefasst? Soviel Action hat er echt nicht gewollt … Michael Reiter und Florian-Raphael Schwarz sind als Briefträger von ihrem Amt gezeichnet, der junge Studienabbrecher um nichts weniger, als der Dienstältere, dem die schwere schwarze Tasche bereits den Rücken krumm und die Füße platt gemacht hat. Der Pletterscheck und seine Weinerlichkeit – sie waren Grund genug, zuzuschlagen. Mehr braucht es oft nicht zur Brutalität. Die private Malaise verlangt nach einer Bluttat, in Revolverblättern täglich nachzulesen. „Die Fleischbank“ erzählt von einem Menschen, der sich nicht holen kann, was ihm zusteht … obwohl er immer getan hat, was richtig ist … Großer Applaus fürs ganze Team.

www.theaterzumfuerchten.at

  1. 10. 2017

Theater zum Fürchten: In der Löwengrube

März 30, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Tiroler Respektsperson für deutsche Führergläubige

Rüdiger Hentzschel, Valentin Schreyer und Wolfgang Lesky Bild: Bettina Frenzel

Arthur Kirsch muss die Bretter schrubben, die ihm die Welt bedeuten: Rüdiger Hentzschel mit Valentin Schreyer und Wolfgang Lesky.            Bild: Bettina Frenzel

Es beginnt mit dem Shylock und Zwischenrufen aus dem Publikum. „Judensau“ und „Juda verrecke!“ schreit der angeheuerte Politpöbel und obwohl man weiß, dass das schon dazugehört zur Theateraufführung, ist es unangenehm. So unangenehm, diese braune Bagage im Nacken, dass man aufspringen, ja, und was machen möchte? Das Theater zum Fürchten spielt an seiner Wiener Spielstätte, der Scala, noch bis 7. April „In der Löwengrube“ und Regisseur Peter M. Preissler holt einen von Anfang an mitten rein ins Geschehen.

Mehrere Plätze sind für Schauspieler reserviert, auch Bernie Feit oder Hermann J. Kogler werden sich noch unter die Zuschauer mischen, die zahlreich erschienen sind. Felix Mitterers galgenhumorige Komödie ist ausverkauft. Das liegt an der Qualität des Stücks. Vor allem aber an der der Darsteller. TzF-Prinzipal Bruno Max hat ein feines Ensemble um sich versammelt, das hier einmal mehr sein ganzes Können ausspielt. Allen voran Rüdiger Hentzschel, der in der „Doppelrolle“ des jüdischen Schauspielers Arthur Kirsch und seiner Verkleidung als Tiroler Naturbursch Benedikt Höllrigl brilliert.

Hinter Mitterers Tragifarce steckt eine wahre Geschichte. Im Sommer 1936 sprach der zünftige Bergbauer Kaspar Brandhofer bei Max Reinhardt in Salzburg vor. Der, enthusiasmiert ob des ungeschliffenen Talents, vermittelte seine Entdeckung nach Wien. Es folgte ein Engagement am Theater in der Josefstadt unter Direktor Ernst Lothar und Schnitzlers „Fräulein Else“ in der Regie von Hans Thimig. Goebbels war ganz im Glück – frische deutsche Höhenluft umwehte eine miefig-österreichische Bühne. Doch Schnitzler-Sohn Heinrich ließ den Schwindel auffliegen: Brandhofer war in Wirklichkeit Leo Reuss. Er emigrierte 1937 nach Amerika.

Preissler stellt ein Panoptikum skurriler Gestalten auf die Bühne. Mitläufer und Opportunisten, Antisemiten aus Leidenschaft und über diesen Ungeist Verzweifelte, Aufbegehrer und Durchlavierer, solche mit Rückgrat und Wirbellose. Das Theater, es ist stets ein Abbild der Gesellschaft, in guten wie in bösen Zeiten. Schauspieler tragen plötzlich Uniform, und wenn Bernie Feit als Direktor Meisel sagt: „Was ist Theater anderes als Weltanschauung?“, dann ist das kein Missverständnis, oder besser gesagt: nur seinerseits, denn die kulturpolitischen Soldaten sind längst in Stellung gegangen. Preisslers gewitzte Inszenierung entwickelt an diesen Stellen eine Drastik, dass einem das Lachen im Hals stecken bleibt.

Der Meisel also muss Arthur Kirsch nach dem „Kaufmann von Venedig“ entlassen, er war dem Mob zu wenig jiddelnd, wenn man schon einmal „typgerecht“ besetzt. Kogler wird als Kollege Polacek einspringen und eine Persiflage dessen hinlegen, was man sonst zum Glück nur noch von Filmaufnahmen kennt, aber wenig später wird der Höllrigl am Bühnentürl stehen und als Wilhelm Tell das Theater gleichsam neu erfinden. Hentzschel gestaltet das erst extrem zurückgenommen, sozusagen sprachlos gegen die Schreihälse, ein feiner Mensch, den eine grobe Zeit überrollt.“Ich liebe diese Bretter, warum soll ich sie nicht zum Abschied putzen“, sagt er leise, als er den Bühnenboden schrubben muss.

Bernie Feit, Christina Saginth, Georg Kusztrich und Rüdiger Hentzschel Bild: Bettina Frenzel

Höllrigls „Tell“ hat hervorragende Kritiken: Bernie Feit, Christina Saginth, Georg Kusztrich und Rüdiger Hentzschel. Bild: Bettina Frenzel

Dann aber trumpft er auf. Aus Resignation und Angst entsteht Zorn – und eine Idee. Er wird die Unterweisung übertreffen und den Nazis ein Paradebeispiel ihrer eigenen Engstirnigkeit vorführen. Hentzschel ist herrlich als „Reschpektsperson“ für die Führergläubigen, die er mit seinem Fanatismus für den Faschismus in Furcht und Schrecken versetzt. Als Anderl-Hofer-Lookalike, als einwandfreier Ötztaler gestaltet er schon das Vorsprechen als Kabinettstückl.

Die Nervosität steigt. Denn der beinharte Blut-und-Boden-Hund mit dem angeborenen „Rasseninstinkt“ gibt der Mörderbrut ihr eigenes Geistesgift zum Schlucken. Umso berührender dann, wenn Hentzschel in sehr subtilen Szenen das echte „Ich“, den Kirsch aus dem Höllrigl hervorbrechen lässt. Ihm gelingt eine wunderbar präzise Darstellung dieses Doppelcharakters: Hentzschel spielt auch Kirschs Anstrengung diesen Höllrigl den ganzen Tag durchzuhalten, und er spielt dessen Seelenleere angesichts des Triumphs seines Tiroler Golems.

Famos wie immer ist natürlich Bernie Feit als Direktor Meisel, dem Theater als Diktatur keine Fortune bringt. Er ist ein Überlebens-Künstler zum Gotterbarmen, ein zappeliger Um-sein-Leben-Reder, aber das mit einer Süffisanz, dass man ihm seine Naivität, mit der er das System letztlich düpiert, ohnedies nicht glauben mag. Er durchschaut bald, was Sache ist. So wie der Bühnenmeister Eder, den Georg Kusztrich als raubeinigen Wiener Hackler mit dem Herzen am linken Fleck anlegt. „Je klana da Künstler, umso greßa da Nazi“, hat ihn das Leben gelehrt, also ist auf seine Diskretion Verlass.

Doch das Chaoskarussel dreht sich immer schneller und die Wadlbeißereien unter den hehren Mimen werden aggressiver. Die „Herrenmenschen“ mit den original-arischen Namen Strassky, Polacek und Jakschitz, gespielt von Wolfgang Lesky als seine Abgötter fürchtender Bösewicht, Hermann J. Kogler als übel zugerichteter Intrigant und Valentin Schreyer als jugendlichem Liebhaber von Jacqueline Rehak, verlieren zunehmend die Nerven. Christina Saginth gibt die Kirsch-Ehefrau als eine, die alles für die Karriere opfert. Egal welches Regime, Hauptsache: im Rampenlicht. Dabei mangelt es ihrer Diva durchaus nicht an Selbsterkenntnis.

Michael Reiter, Maksymilian Suwiczak, Hermann J. Kogler und Philipp Schmidsberger Bild: Bettina Frenzel

Glänzende Goebbels-Studie: Michael Reiter mit Maksymilian Suwiczak, Hermann J. Kogler und Philipp Schmidsberger. Bild: Bettina Frenzel

Michael Reiter hat als Goebbels einen kurzen, aber prägnanten Auftritt. Er zeigt keine – wie viel zu oft zu sehen – Karikatur des Reichsministers, sondern gestaltet einen Machtmenschen und verhinderten Theaterautor, der Höllrigl sogar zwei seiner Stücke anbietet. Reiter hat sich die Rolle einverleibt und entwickelt eine so glänzende Studie des Dritten-Reichs-Architekten, wie man sie manch hochkarätig besetzter Kinoproduktion nur wünschen könnte.

Am Ende hat das Schelmenstück für Kirsch zwar kein Happy End, aber eines in der Schweiz. Das Publikum hingegen wird mit dieser Produktion voll und ganz beglückt. Regisseur Preissler findet für seine Arbeit die Mitte zwischen Sarkasmus, Spannung und Sentiment, seine Schauspieler treffen den von ihm vorgebenen Ton zwischen komödiantischer Outrage und sensibler Nachdenklichkeit perfekt. Das Theater zum Fürchten empfiehlt sich einmal mehr als Ort für Unterhaltung mit Haltung, als zeitgenössische Bühne für Herz und Hirn. Man hat etwas zu sagen und man sagt’s ohne Genierer. Im Programmheft ist ein Aushang aus einem öffentlichen österreichischen Bad abgedruckt, der „Menschen mit Migrationshintergründen“ den Eintritt nur mit „entsprechenden Begleitpersonen“ gestattet. Der Aushang ist vom Jänner 2016.

www.theaterzumfuerchten.at

www.rüdiger-hentzschel.com

Wien, 30. 3. 2016

Scala: Café zur Barrikade

Februar 18, 2015 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Mit Kaffee und Guglhupf zur Revolution 1848

Bild: © Bettina Frenzel

Bild: © Bettina Frenzel

Da war doch so ein kleiner Riss in der Biedermeieridylle. Das Jahr 1848. März ist es – und die Wiener marschieren. Gegen den Kaiser und gegen das Metternichregime. „Café zur Barrikade“ heißt die jüngste Dinnerproduktion, die Theater-zum-Fürchten-Chef Bruno Max in seiner Wien-Dependance, der Scala, zeigt. Man sitzt im Griensteidl bei Kaffee, pikant gefüllten Hörnchen und Guglhupf. Mittendrin, denn der Nachbar entpuppt sich plötzlich als Revolutionär, singt das Hungerlied von Georg Weerth oder das Robert-Blum-Lied www.liederlexikon.de/lieder/leute_hoeret_die_geschichte_Robert_Blum, und fordert einen auf mitzusingen. Unzähliges an Proklamationen, Dekreten, Flugblättern und Manifesten, Schul- und Tagebucheinträgen, Gedichten und Spott und Parodien darauf, Liedern und Zeitungsmeldungen hat Bruno Max wieder  akribisch zu einem Stück zusammengestellt.

Es wirken mit: Revoluzzer und Reaktionäre, die Publikumslieblinge Nestroy und Scholz, tote Helden und überlebensfähige Feiglinge, Habenichtse und Hausherren und natürlich Nandel, der Depp. Eine Zeit, in der Burschenschafter noch deutschnational UND politisch links sein konnten. Doch im 360-Grad-Bühnenbild (eine Seite: das Griensteidl, andere Seite: die Barrikade, verbunden durch einen Spielsteg, an dem entlang das Publikum an Marmortischchen Platz genommen hat) ist man sich uneins. Da kämpfen die Arbeiter gegen den Hunger, die Studenten für die Freiheit. Die Bürger schauen auf beide herab. Die einen wollen bitten, die anderen fordern. Und der Hof von „Gütinand dem Fertigan“ flüchtet nach Innsbruck.

Max gelingt es großartig „hohe“ Politik durch Menschenschicksale, durch Familiengeschichten zu erzählen. Nur der Aufstand der Erdarbeiterinnen geht ab http://zwanzigtausendfrauen.at/2011/01/1848-schmolzer-hilde-der-erste-arbeiterinnenaufstand-in-wien/ Jeder Schauspieler übernimmt mehrere Rollen. Franz Grillparzer (Jörg Stelling) duelliert sich mittels Dichterfeder mit Ferdinand Freiligrath. „In deinem Lager ist Österreich“ vs „Das ist noch lang die Freiheit nicht!“. Richard Wagner (Bruno Max) schickt einen Gruß aus Sachsen an die Wiener; Karl Marx (Randolf Destaller) liest in den Sträuselsälen des Theaters in der Josefstadt das Manifest der kommunistischen Partei. Johann Nestroy (Eric Lingens) und Wenzel Scholz (Tom Jost) pa­t­rouil­lie­ren im Freiwilligenkommando des Theaterdirektor Carl als Nationalgardisten. Natürlich folgen darauf „Das Zopfensystem aus ,Freiheit in Krähwinkel'“ und „Die Reaktion ist ein Gespenst“. Marion Rottenhofer hat als Erzherzogin Sophie am Hof als einzige die Hosen an; Irene Marie Weimann macht Arbeiterrevolution in Schürzenkleid. Paul Basongo gibt alles – vom Arbeiter bis zum Hofdiener. Und er ist auch ein entzückender Ober, der einem Sonderwünsche erfüllt.

Die Familiengeschichte des Johann Griensteidl ist frei erfunden. Der wunderbare Georg Kusztrich gibt den Kaffeesieder über Generationen hinweg. Thomas Marchart spielt seinen Sohn August. Christina Saginth wird im Laufe der Handlung von der Ehefrau zur Oma. Der Star des Abends ist aber Michael Reiter als k.k. Oberfeuerwerker Johann Pollet. Max hält sich bei der Gestaltung der Figur an Thomas Pluchs Drehbuch „Feuer!“, Reiter ist ein famoser Zerrissener, der einen Schießbefehl verweigert, zum Volkshelden wird, sich verstecken muss, und schließlich doch wieder in die Arme der Armee zurückkehrt https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Johann_Pollet  Gedenktafel: www.viennatouristguide.at/Gedenktafeln/Stadtgeschichte/1848_pollet_1.htm.

Am Ende ist die Schlacht verloren. Der 18-jährige Franz Joseph wird Kaiser. Die Franzosen haben’s 1870 noch einmal probiert. Die Österreicher sind zum Guglhupf zurückgekehrt.

 So hab‘ ich es nach langen Jahren
Zu diesem Posten noch gebracht,
Und leider nur zu oft erfahren
Wer hier im Land das Wetter macht.
Du sollst, verdammte Freiheit! mir
Die Ruhe fürder nicht gefährden:
Lisette, noch ein Gläschen Bier!
Ich will ein guter Bürger werden.

Georg Herwegh

Eine Produktion, die man gesehen haben muss!

www.theaterzumfuerchten.at

Wien, 18. 2. 2015