Helen Schneider spielt Judy Garland

April 16, 2014 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Stadttheater Klagenfurt: End of the Rainbow

Helen Schneider Bild: Jim Rakete

Helen Schneider
Bild: Jim Rakete

Ab 26. April steht die gefeierte amerikanische Sängerin und Schauspielerin Helen Schneider in „End of the Rainbow“ als Judy Garland auf der Bühne des Stadttheaters Klagenfurt. . Mit ihr auf der Bühne stehen Tim Grobe und Alexander Lutz. Regie führt Aron Stiehl, der in Klagenfurt bereits die Opern „Schlafes Bruder“ und „Fidelio inszenierte. Die amerikanische Schauspielerin und Sängerin Judy Garland  avancierte in den 1930er und 1940er Jahren zu einem der größten Hollywood-Stars der Filmgeschichte. Mit seinem furiosen Stück „End of the Rainbow“ hat der amerikanische West End- und Broadway-Autor Peter Quilter ein berührendes, spannendes Portrait von ihr gezeichnet. Er kombiniert die komischen, tragischen und anrührenden Seiten von Judy Garlands Privatleben mit ihren weltberühmten Songs auf brillante Art und Weise zu einem packenden musikalisch-dramatischen Theaterabend.

„End of the Rainbow“ erzählt die letzten Monate von Judy Garlands Leben. Im Zentrum des Geschehens steht ihr sechswöchiger Aufenthalt in London im Jahre 1968. Sie gastiert für eine Serie von Comeback-Shows im Talk of the Town. Die alternde Diva ist getrieben von dem Wunsch, das Image der allseits verehrten und geliebten, schillernden Entertainerin mit neuem Leben zu erfüllen. Flankiert von ihrem Manager und neuen, mittlerweile fünften Verlobten Mickey sowie ihrem Pianisten und engsten Vertrauten Anthony, mochte sie es noch einmal wissen. Doch sowohl ihre Alkohol- und Tablettensucht, als auch ihre unbeantwortete Liebe zu dem jüngeren Mickey werden ihr zum Verhängnis…

Drei Fragen an Helen Schneider:

Judy Garland gehört zu den schillerndsten Stars des zwanzigsten Jahrhunderts. Was fasziniert Sie an der berühmten amerikanischen Schauspielerin und Sängerin am meisten?
Helen Schneider: Ich denke, was mich an Judy Garland am meisten fasziniert, ist, dass sie die seltene Fähigkeit hatte, jedem Einzelnen das Gefühl zu vermitteln, für ihn ganz alleine zu spielen und zu singen.

Sie werden während der Aufführung neun der bekanntesten Songs von Judy Garland interpretieren. Haben Sie diese im Repertoire oder betreten Sie damit in Klagenfurt Neuland?
Schneider: Eines der Lieder, „Over the Rainbow“, habe ich davor bereits gesungen, allerdings in einem ganz anderen Kontext. Die anderen Lieder sind Lieder, mit denen ich aufgewachsen bin, aber ich habe sie noch nicht selbst auf der Bühne gesungen.

In Peter Quilters Stück geht es um Judy Garlands Comeback -Versuch in London 1968 am Ende ihres Lebens. Damals war sie 48 Jahre alt und galt als alternde, drogenabhängige Diva, die an den „Gesetzen“ des Showbusiness zerbrach. Haben sich Ihrer Meinung nach diese Gesetze seither verändert?
Schneider: Wir haben diese „Gesetze” „Das Studio System” genannt. Ja, das System hat sich verändert, aber bestimmte Persönlichkeiten sind nach wie vor dafür empfänglich, sich durch diese „Gesetze“ selbst zu zerstören. Das gilt besonders für Kinder und junge Leute. Ich denke, dass gerade Kinder und Jugendliche leicht dem Druck und möglichem Missbrauch, den das Showbiz oft mit sich bringt, zum Opfer fallen – und das sowohl psychisch, als auch physisch. Alkohol und Drogen sind viel zu leicht zu bekommen. Für viele eine katastrophale Kombination…

www.stadttheater-klagenfurt.at

Wien, 16. 4. 2014