Residenztheater im Werk X: Der Schweinestall

Dezember 22, 2017 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Ivica Buljan rockt Pasolini

Philip Dechamps (Julian). Bild: © Matthias Horn

Es ist dem Werk X zu danken, dass diese fabelhafte Produktion des Residenztheater München in Wien zu sehen ist: Ivica Buljan zeigt in Meidling (noch einmal heute Abend) seine Interpretation von Pier Paolo Pasolinis Film „Der Schweinestall“, und die Inszenierung ist einfach großartig. Der kroatische Regisseur betrachtet die anti-bürgerliche Parabel über menschliche Schwächen und gesellschaftspolitische Perversionen als „true horror“.

Von Pasolini als Satire auf das kapitalistische Nachkriegseuropa entworfen, spiegelt „Der Schweinestall“ bei Buljan die heutige neoliberale Konsumwelt – eine Schweinehaut mit aufgeprägtem Monogram Canvas von Louis Vuitton hängt über allem -, die bereits wiederbeginnt, sich im Faschismus zu suhlen.

Die Bilder sind von albtraumhafter Schönheit, Spinoza lugt aus dem Jahr 1667 ins Jahr 1967, nur um festzustellen, dass seine Thesen nicht gehalten haben. Alt-Nazis feiern fröhliche Urständ‘ und sich selbst als immerwährende Großunternehmer, die an neuen Formen der nie endenden Unterdrückung feilen. Ein Sohn, der sich mit der Frage der Identität, Konformismus oder Revolution?, anödet, geht, nein, nicht vor die Hunde, sondern wird von seinem love interest gefressen werden. Selbst eine in Plastik gehüllte Madonna kann da nicht mehr helfen. Dazu singt und spielt das Ensemble Pasolinis vertonte Gedichte. „Chiesa“, „Terra Lontana“ oder „Himnus ad Nocturnum“ (Musik: Mitja Vrhovnik-Smrekar). Sein Text „Wer ich bin“ wird rezitiert. Das hat schon was, die große Juliane Köhler, die Mutter Klotz darstellt, auch am E-Bass zu sehen – und wie sie vorher immer die Brille aufsetzt, um die Noten lesen zu können …

Julian Klotz also ist der Sohn des Industriellen Vater Klotz, der im Dritten Reich so etwas wie ein zweiter Krupp war. Den Übergang in die Bundesrepublik hat er nahtlos geschafft, die Geschäfte florieren, nun soll ein alter Kamerad und nunmehriger Konkurrent ausgeschaltet werden, Herdhitze, ehemals Hirt, von dem man weiß, dass er Naziverbrechen begangen und sich eine Sammlung aus „Judenschädeln“ zugelegt hat. Bei Hirt handelte es sich um eine authentische Figur, einem Arzt, der Direktor des Anatomischen Instituts der neugegründeten Reichsuniversität Straßburg und nachweislich für den Tod von 86 Menschen verantwortlich war. Tatsächlich nahm er sich 1945 das Leben, Pasolini jedoch ließ ihn nach einer Gesichtsoperation weitermachen.

Genija Rykova (Ida), Juliane Köhler (Mutter Bertha), Philip Dechamps (Julian). Bild: © Matthias Horn

Bijan Zamani (Herdhitze), Götz Schulte (Vater Klotz). Bild: © Matthias Horn

Herdhitze nun hat allerdings einen Trumpf im Ärmel. Er weiß, was Julian in den Schweineställen im Wortsinn „treibt“. Die junge Linke Ida, die in Berlin Teil der studentischen Protestbewegungen gegen das Establishment ist, und die versucht, Julian einen Ausweg aus dem faschistischen Elternhaus zu bieten, interessiert den Junior weit weniger, als sein an seinen Lieblingstieren ausgelebter Ennui an der deutschen Lebensrealität. Und während Klotz und Herdhitze zwangsfusionieren, geht Julian wieder in den Schweinestall. Pasolinis Resümee: „Die vereinfachte Botschaft des Films ist folgende: die Gesellschaft, jede Gesellschaft, frisst ihre ungehorsamen Kinder.“

Für Buljans Arbeit hat Aleksandar Denić ein dreigeteiltes Bühnenbild erdacht: links der Schweinekobel, mit nach der Pause drei lebenden Tieren, in der Mitte die Protzvilla, rechts eine Art hölzerner Unterstand. Auf dem Podest darüber thront die Band. Nora Buzalka eröffnet das Spiel, ihre Rolle darin ist Zaúm, eine Figur, die Pasolini zwar angedacht und geschrieben, jedoch im Film nicht verwendet hat. Zaúm ist ein Double Julians, oder besser, der freiere, von der Gesellschaft nicht bevormundete Gegenentwurf. Philip Dechamps Julian ist bei aller Zerbrechlichkeit auch zum Früchten, wie er gegen Ida berserkert, und dann doch wieder so sensibel, dass man ihm abnimmt, in ein dreimonatiges Koma zu fallen, weil er die Zustände nicht mehr erträgt.

Dechamps begeistert mit seinem feinnervigen Spiel, das auch einen linkischen Charme versprüht und gänzlich unpathetisch eine existenzielle Verletztheit und ein Sehnsüchteln entblößt. Am Ende stemmt er seinen großen Schmerzensmonolog mit seinem gewaltigen Stück Holz über dem Kopf. Ein sichtbarer Kraftakt, der nachweist, wie schwer es ihm stets fiel, seinen „Pfahl“ unter Kontrolle zu halten. Dass die ausgelassen herumtobenden Schweine ihren Mitspieler danach bejubelten und sich in ihren Ovationen kaum zurückhalten ließen, sorgte nicht nur im Publikum für Lacher, sondern brachte auch den Darsteller bei aller Ernsthaftigkeit immer wieder zum Schmunzeln …

Nora Buzalka (Zaúm), Philip Dechamps (Julian). Bild: © Matthias Horn

Genija Rykovas ist als Ida die einzige Hoffnungsträgerin in dem ganzen dekadenten Panoptikum. Dass sie jederzeit bereit ist, ihr BHchen zu zeigen, dass sie dabei ein wenig übergrell agiert, nimmt ihr vielleicht die von Pasolini angedachte engelhafte, raphaelisierte Seite, doch zeigt sie eine schöne Leistung – und überzeugt vor allem auch als Sängerin.

Wie auch Juliane Köhler, die als Mutter Klotz, changierend zwischen bürgerlicher Wohlanständigkeit und sadistischen Neigungen, auf ganzer Linie begeistert. Götz Schulte als Vater Klotz spielt einen ebensolchen, einen tumben, doch nicht dummen Großsprecher, der wie eine Ehefrau in feinsten Proll-Chic gewandet ist (wunderbare Kostüme von Ana Savić Gecan). In Pasolinis Film saß Klotz senior übrigens im Rollstuhl, geziert mit einem Hitler-Bärtchen.

Bijan Zamani spielt einen mafiösen, mit allen, vor allem schmutzigen Wassern gewaschenen Herdhitze. Sibylle Canonica als Spinoza, Götz Argus als Hans Günter und Jürgen Stössinger als Maracchione runden das Ensemble perfekt ab. Dieser „Schweinestall“ ist eine absolut sehenswerte Inszenierung, ein lohnender Theaterabend, eine Empfehlung! Danach freut man sich einmal mehr auf die Zeit, wenn Martin Kušej das Burgtheater übernommen haben wird.

www.werk-x.at

  1. 12. 2017

Schauspielhaus Graz: Dr. Jekyll und Mr. Hyde

Dezember 10, 2013 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Regisseur Philip Jenkins im Gespräch

Kaspar Locher, Julius Feldmeier Bild: (c) Lupi Spuma

Kaspar Locher, Julius Feldmeier
Bild: (c) Lupi Spuma

Am 14. Dezember hat am Schauspielhaus Graz „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ nach der Erzählung von Robert Louis Stevenson Premiere. Stevenson, unter anderem Autor des Klassikers Die Schatzinsel, schrieb die Novelle Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde 1886. Neue Entwicklungen auf dem Gebiet der Technik und Wissenschaft bescherten damals den Menschen auf einen Schlag neue Freiheiten und Risiken. Im Dilemma der Doppelfigur Jekyll/Hyde, der Aufspaltung zwischen Gut und Böse, schuf Stevenson einen Stoff, der nun im 21. Jahrhundert mit der Frage, wie man leben möchte, neue Gültigkeit erfährt. Dr. Jekyll ist in seiner Forschung auf die Möglichkeit gestoßen, einen Teil seines Ichs abzuspalten und in ihm all das auszuleben, was ihm sonst verwehrt bleibt: Entgrenzung ist das Zauberwort! Der Traum vom Ausleben der Sehnsüchte, auch der dunklen, ohne dafür belangt, ohne in seinem Umfeld erkannt zu werden, wird für ihn Wirklichkeit. Doch Dr. Jekylls Selbstversuch geht schief und die andere Identität Hyde ist bald nicht mehr bereit, nur der Erfüllungsgehilfe für den Doktor zu spielen. Jekyll hat sich seinen eigenen Todfeind geschaffen! Es spielen Julius Feldmeier, Pia Luise Händler, Kaspar Locher und Christoph Rothenbuchner. Regie führt: Philip Jenkins (*1976 in Heidelberg) studierte Theaterwissenschaft in Wien, bevor er Regieassistent am Burgtheater wurde. 2008 inszenierte er die Österreichische Erstaufführung von Das Leben der Bohème nach Aki Kaurismäki am Burgtheater und arbeitet seither regelmäßig am Volkstheater Wien und am Harzer Städtebundtheater. Am Schauspielhaus Graz inszenierte er 2013 die Österreichische Erstaufführung von Elfriede Jelineks FaustIn and out. Ein Gespräch.

MM: Wie kam es zur Beschäftigung mit Jekyll und Hyde? Was ist für Sie der Reiz an der Geschichte von Robert Louis Stevenson?

Philip Jenkins: Für mich ist „Jekyll und Hyde“ ein außerordentlich interessanter Stoff, weil es um Verwandlung geht, ein Ur-Thema des Theaters – Verwandlung im tatsächlich existentiellen Sinne. Ein anderes wichtiges Thema ist Freiheit. Jekyll sieht die Chance, sich nicht nur als Individuum frei zu machen, sondern sogar sich von sich selbst als Individuum zu befreien. Es gelingt ihm anscheinend, sein Gewissen nach Belieben an- und abzuschalten und seine Sehnsüchte komplett in eine andere Person zu verlagern. Das heißt, er kann sich auf der einen Seite rücksichtslos ausleben, auf der anderen Seite bleibt er ein verantwortungsvoll funktionierender Bürger mit reinem Gewissen. Diese vollkommene Freiheit Jekylls kippt allerdings ins Gegenteil: Als Hyde die Kontrolle übernimmt, verliert Jekyll nach und nach das, was selbst dem Unfreiesten immer noch bleibt, nämlich mit sich eins und identisch, sprich „individuell“ zu sein. Das Dilemma Jekylls, gleichzeitig frei und verantwortungsvoll zu sein, die scheinbare Überwindung dieses Dilemmas und die katastrophalen Folgen – das finde ich hochaktuell.

MM: Wann haben Sie den Roman zum ersten Mal gelesen? Und was dabei gedacht, empfunden?

Jenkins: Den Roman habe ich, glaube ich, mit 18 zum ersten Mal gelesen. Fasziniert hat mich daran das, was wohl bis heute die Popularität der Geschichte ausmacht: Die vereinfachte, aber eben nicht banalisierte Grundkonstellation für eine Vielzahl von komplizierten Problemen. Deshalb ist „Jekyll und Hyde“ einer der wenigen modernen Großstadt-Mythen geworden, ähnlich wie die ebenfalls viktorianischen Mythen „Sherlock Holmes“ und „Dracula“.

MM: In Ihrer Fassung haben Sie der Story das „Viktorianische“ runtergeräumt. Es bleibt ein Philosophieren um „Bewusstsein“. Ihr Jekyll scheint mir weniger Arzt als Mathematiker in einer Gödel’schen Variation. Ihre Meinung dazu? Und: Ist jeder Wissenschaftler in irgendeiner Form ein „Ungeheuer“?

Jenkins: Ich habe versucht, in den ersten Szenen einen gewissen „Konversations-Ton“ beizubehalten, der sich im Laufe des Stücks wandelt. Die Normalität, fast schon Gediegenheit von Jekylls, Beatrix’ und Johns Welt spiegelt sich wider in einer Dialog-Struktur, die dem Publikum vertraut ist. Mit dem Einbruch von Hyde in diese Welt ändert sich auch die Sprache. Bemerkenswert ist, daß es zur heutigen Bewusstseins-Forschung Beiträge von Wissenschaftlern aus allen Disziplinen gibt: Physiker, Mediziner, Biologen, Soziologen, Mathematiker, Philosophen u.a. beschäftigen sich damit. Man könnte fast sagen, daß das Bewusstsein wieder den Universalgelehrten vergangener Jahrhunderte verlangt – im Gegensatz zur sonstigen zunehmenden Spezialisierung in der Wissenschaft. Deshalb ist Jekyll in meiner Fassung zwar Mediziner, aber er hat Kenntnisse aus verschiedenen Bereichen und kann diese verknüpfen. Sind Wissenschaftler „Ungeheuer“? Nein, sicherlich nicht. Es gibt Wissenschaftler, die mit größter Vehemenz versuchen nachzuweisen, daß der Mensch nur ein Haufen Neuronen ist, und die trotzdem verheiratet sind und ihre Enkelkinder lieben. Wie geht das zusammen? Diese Diskrepanz zwischen „reiner Lehre“ und Privatleben finde ich im Hinblick auf „Jekyll und Hyde“ besonders interessant.

MM: Wie stark beeinflusst Jekyll die Angst, gesellschaftlichen Konventionen nicht zu genügen?

Jenkins: Jekyll hat soziale Defizite. Seine Verlobte Beatrix ist da viel geschickter, man kann sagen, sie ist eine „Netzwerkerin“. Und sie ist verärgert, wenn Jekyll ihre Bemühungen durch Ungeschicklichkeit oder Überheblichkeit torpediert. Dabei ist Jekyll gar kein erklärter Feind der gesellschaftlichen Konvention,  er versucht nur, sich ein Leben abseits davon zu etablieren.

MM: Ist Hyde ein Katalysator – für versteckte Obsessionen im Unter-Bewusstsein? Einer, der das Gehörte verdaut und die Wahrheit sagt? Der „Sicherheit“ bietet?

Jenkins: Ja, das kann man so sagen. Hyde kennt keinerlei Form von Loyalität oder Solidarität, das macht seine Stärke aus. Die Schattenseiten dieses asozialen Verhaltens muss er nicht ausbaden, weil er sich immer rechtzeitig in Jekyll flüchten kann. Das scheint am Anfang tatsächlich eine Art von „Sicherheit“ zu bieten. In unserer Fassung entsteht Hyde und muss sich dann erstmal eine Sprache schaffen. Das heißt, er verwertet die Gespräche, die Jekyll zuletzt geführt hat, löst Begriffe aus ihrem Kontext und wendet sie ins Zynische. Es liegt nahe, daß Jekyll während dieser Gespräche vielleicht auch ähnliches gedacht hat und es Hyde ist, der diese Gedanken dann ausspricht.

MM: Ist John der Gegenentwurf zum Janus-Kopf? Weil er seinen „freien Willen in den Dienst der guten Sache stellt“?

Jenkins: John macht scheinbar alles richtig: Er stellt sich den sozialen Problemen der Zeit und lässt sich dabei von einem sehr starken Gerechtigkeitssinn leiten. Er riskiert die Unversehrtheit seines Körpers, um der Stimme seines Gewissens zu folgen, ohne daß er durch äußere Einflüsse dazu gezwungen wäre. Zumindest hat er das vor. Aber er scheitert in seinem Vorhaben an der eigenen Bequemlichkeit, stellt also letztlich sein Wohlbefinden über die idealistischen Ziele. John will seinen „freien Willen in den Dienst der guten Sache stellen“, aber sein „freier Wille“ entpuppt sich lediglich als „guter Wille“. Und der bewirkt bekanntlich an sich nicht viel – heute wie damals. John weiß das, leidet darunter und bemitleidet sich dann auch noch selbst.

MM: Trägt jeder Jekyll und Hyde in sich? Wann ertappen Sie sich dabei, hyde-isch zu sein?

Jenkins: Ich glaube, beim „hyde-isch“-Sein ertappt man sich nicht so häufig, wie bei dem Wunsch, „hyde-isch“ zu sein – und der steckt wohl prinzipiell in jedem. Wohl jeder hat manchmal das Gefühl, es ginge ihm insgesamt besser, wenn er die Einschränkungen durch Kollegen, Familie, Freunde, Feinde – kurz Mitmenschen ignorieren könnte, und auch die Nöte derselben. Man glaubt, ein Recht dazu zu haben, andere beiseite zu schieben, um „auch mal an sich zu denken“, „nicht mehr zu kurz zu kommen“ usw. Aber wohin führt das in der extremsten Konsequenz?

MM: Ein paar Worte zur Inszenierung: Spielt ein Schauspieler Jekyll und Hyde? Eine rein körperliche Verwandlung oder eine mit Hilfsmitteln? Es gibt eine Szene, wo sich beide gegenüber stehen – also doch zwei Darsteller?

Jenkins:  Es gibt in der Inszenierung tatsächlich zwei Schauspieler für die beiden Figuren bzw. Charaktere (im englischen Theater ist das Wort für „Rolle“ ja tatsächlich „character“…): Christoph Rothenbuchner ist Jekyll, Kaspar Locher ist Hyde. Für die Verwandlungen gibt es ein bühnentechnisches Hilfsmittel. Und am Ende stehen sich die beiden auch einmal gegenüber.

MM: Sie haben am Schauspielhaus Graz 2013 die Österreichische Erstaufführung von Elfriede Jelineks FaustIn and out inszeniert. Warum da? Was sind die Vorzüge des Hauses, des Ensembles?

Jenkins: Die Stücke von Elfriede Jelinek haben in meiner Biographie einen besonderen Stellenwert. Als ich 1996 nach Wien kam, konnte ich die Uraufführungen von „Sportstück“ und „Das Werk“ sehen. Später war ich Regieassistent der Uraufführungen von „Babel“ und „Über Tiere“. Sowohl als Zuschauer als auch als Mitarbeiter haben mich die Texte und der Umgang mit ihnen stark beeindruckt. Als mir das Schauspielhaus Graz die österreichische Erstaufführung von „FaustIn and out“ anbot, war ich deshalb sofort Feuer und Flamme. Daß ich dafür zwei so großartige Schauspielerinnen wie Verena Lercher und Seyneb Saleh zur Verfügung hatte, war ein zusätzliches Glück. Und meine jetzige Besetzung ist genauso inspiriert und einsatzfreudig. Ja, das Schauspielhaus Graz hat ein hervorragendes Ensemble.

MM: Es gibt Verfilmungen von 1920 bis in die Gegenwart. Mit John Barrymore, Frederic March, Spencer Tracy, Jack Palance … Haben Sie einen Favoriten?

Jenkins: Die Frederic-March-Verfilmung ist besonders schön wegen ihrer liebevollen Personenregie und der expressionistischen, fast Caligari-haften Bilder. Die Version mit Spencer Tracy war für die Erstellung meiner Fassung insofern wichtig, weil ich mich vor allem im ersten Teil sprachlich an den Drehbuch-Dialogen orientiert habe bzw. Sätze aus dem Film zu neuen Dialogen montiert habe. Sehr gerne mag ich auch die Komödie „Der verrückte Professor“ mit Jerry Lewis. Und ein besonderes Schmankerl ist der Film „Das Testament des Dr. Cordelier“ von Jean Renoir mit dem französischen Film- und Theaterstar Jean-Louis Barrault…

www.schauspielhaus-graz.com

Wien, 10. 12. 2013