Belvedere 21: Herbert Brandl. Exposed To Painting

Januar 26, 2020 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Blow-up-Bilder einer bedrohten Natur

Herbert Brandl: Ohne Titel, 2005. Bärbel Grässlin, Frankfurt am Main, Bild: Wolfgang Günzel

Mit seinen großformatigen Bilderwelten zählt Herbert Brandl zu den erfolgreichsten österreichischen Malern der Gegenwart. Das Belvedere 21 präsentiert ab 31. Jänner sein Œuvre mit dem Schwerpunkt auf Arbeiten der vergangenen beiden Jahrzehnte bis hin zu Werken, die der Künstler eigens für die Ausstellung schafft.

Das Naturmotiv dominiert das Werk Brandls und tritt vielfältig in Erscheinung. Mit Gebirgsbildern und -panoramen, die den Blick ins Monumentale öffnen, sowie „Zoom-ins“ und „Blow-ups“ von

Bächen und Wasserläufen wechselt er zwischen Nah- und Fernsichten auf die Natur. Sein Werk changiert dabei zwischen figurativen und abstrahierenden Tendenzen, bis hin zur starken Abstraktion. Brandl denkt Natur in ihrer ursprünglichen Form, das heißt im Sinne von organisch und anorganisch Selbstgewachsenem, das ohne jeglichen Eingriff durch den Menschen entsteht und besteht. In einzelnen Werkgruppen nimmt sich der Künstler auch bedrohter Naturgebiete an. Diese Arbeiten lassen sich wie empathische Bestandsaufnahmen eines exponierten, in seinem Fortbestehen gefährdeten Naturraums lesen. Sie proklamieren ein Idealbild von unberührter Natur, das es in der Realität zu verteidigen gilt.

Herbert Brandl: Ohne Titel, 2001. Privatsammlung, Wien. Courtesy Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, Wien, Bild: Markus Wörgötter

Herbert Brandl: Ohne Titel, 2003. Sammlung Angermair. Courtesy Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, Wien, Bild: Markus Wörgötter

Herbert Brandl wurde 1959 in Graz geboren. Er besuchte die Hochschule für angewandte Kunst in Wien bei Herbert Tasquil und Peter Weibel. International ist der Künstler durch die Teilnahme an bedeutenden Ausstellungen wie der documenta IX in Kassel 1992 und der Biennale di Venezia 2007 bekannt. Von 2004 bis 2019 lehrte Brandl als Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Er lebt und arbeitet in Wien und in Schwanberg in der Steiermark.

www.belvedere.at           www.herbert-brandl.com

26. 1. 2020

Reopening der Kunsthalle Krems am 1. Juli

Juni 30, 2017 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Von Abstract Painting bis zur sakralen Installation

Gerhard Richter: Frau in Hollywoodschaukel 196-3, 1968. ACT Art Collection Siggi Loch. Courtesy Richter Images. Bild: © Gerhard Richter 2017 (0131)/ Jens Ziehe

Im entkernten Foyer der Kunsthalle Krems empfing der neue künstlerische Direktor Florian Steininger Freitagvormittag ein Grüppchen Auserwählter, um ihnen seine drei Ausstellungen für das spektakuläre Reopening am 1. Juli zu präsentieren. Im Sommer 2016 wurde das Haus für ein Jahr geschlossen, nun ist die Sanierung abgeschlossen, Zeit für die Wiedereröffnung. Deren Glanzstück ist – und damit gleichsam die erste große Themenschau der neuen Leitung – die Ausstellung „Abstract Paiting Now! Gerhard Richter, Katharina Grosse, Sean Scully …“

Steininger selbst hat die Schau kuratiert, abstrakte Malerei ist seine Sache seit mehr als 20 Jahren, schon in seiner Diplomarbeit hat er sich mit ihr beschäftigt – mit Schwerpunkt aufs Österreichische. Diese Kennerschaft zeichnet den Rundgang mit ihm aus – wenn Steininger erklärt und anschaulich macht, ist es tatsächlich so, als sprächen die Bilder zu einem. „Wie er denn ans Werk ginge“, will einer der Rundgänger von Steiniger wissen. Dessen sophistische Antwort: „Ich bau‘ mir im Kopf die Ausstellung vor, damit ich sehe, wie die Werke miteinander können.“

Die Schau beginnt im Oberlichtsaal mit Gerhard Richters „Frau in Hollywoodschaukel“ aus dem Jahr 1968, das in Korrespondenz mit Werken von Herbert Brandl und Erwin Bohatsch gesetzt ist. Etwa 60 künstlerische Positionen umfasst die Ausstellung, deren „historische Basis“ die kommenden Entwicklungen nach dem von Richter und Sigmar Polke getragenen Abstrakten Expressionismus sind. In Österreich haben sich Tendenzen der neuen Abstraktion entwickelt, die ein selbstverständliches größeres Ganzes mit den internationalen Positionen bilden: Ab den 1980er-Jahren stehen konzeptuelle neugeometrische Arbeiten von Ernst Caramelle, Gerwald Rockenschaub und Heimo Zobernig neben Farbfeldmalereien von Erwin Bohatsch, Herbert Brandl, Hubert Scheibl und Walter Vopava. Darauf folgen in der Ausstellung jüngere Positionen, die das Projekt Abstraktion bis heute in voller Bandbreite fortführen.

Erwin Bohatsch: Ohne Titel, 2015. Courtesy Erwin Bohatsch. Bild: Jorit Aust

Wade Guyton: Ohne Titel, 2010. Sammlung Stolitzka, Graz. Bild: Nick Ash

Katharina Grosse tauscht den klassischen Pinsel gegen die Airbrushpistole und kreiert irisierende colour fields. In der modernen Malerei galt das Ornament als Verbrechen, als nutzlose Schlacke der autonomen Kunst. In der stilpluralistischen Postmoderne findet es in der Abstraktion bei Ross Bleckner und Philip Taaffe wieder einen Platz. Der erweiterte Abstraktionsbegriff schließt auch Natur und Landschaft in Form neoromantisch-expressiver Farbfelder wie jener von Per Kirkeby ein. Bei Sean Scully paaren sich Konstruktiv-Geometrisches und malerische Atmosphäre in einer Synthese von Ratio und Emotion. Spiritualität und geometrische Abstraktion in der Nachfolge von Kasimir Malewitsch und Barnett Newman sind bei Helmut Federle essenzielle Kriterien.

Bei Brice Marden und Lee Ufan speichert der Pinselstrich als Zeichen des meditativen Akts das Geistige in der Kunst. Diese Ernsthaftigkeit und diese Konzentration auf Geist und Bild sind auch in den monochromen Gemälden von Marcia Hafif, Joseph Marioni und Günter Umberg anzutreffen. Eine Art Schlusspunkt der Ausstellung setzt Wade Guyton mit seinen minimalistischen Streifenbilder, die er nicht mehr per Hand malt, sondern von einem Tintenstrahldrucker erzeugen lässt.

Tobias Pils: Untitled

Tobias Pils: Untitled, 2017. Kunsthalle Krems. Courtesy Galerie Gisela Capitain, Köln, Galerie Eva Presenhuber, Zürich, Galerie Capitain Petzel, Berlin und Tobias Pils. Bild: Jorit Aust

Für die Zenrale Halle hat der aktuell sehr angesagte Kunstwelt-Darling Tobias Pils eine Malerei-Installation gefertigt. Das Atrium ist endlich der Tageslichtraum, als der es angedacht war. Ursprünglich von Adolf Krischanitz als solches konzipiert, war die Glasdecke die vergangenen Jahre hindurch abgedeckt und der Raum mit Kunstlicht erhellt.

Pils widersetzt sich der Logik des Raumes, indem er ausgerechnet die frontale Glaswand, die von der Rampe aus Einblicke in die Halle gewährte, für seine Installation „Untitled“ beansprucht. Ein Fuß am unteren Bildrand ermöglicht den Einstieg ins Bild. Neben flächigen Formen sowie Linien- und Gitterstrukturen, sind Maschen und Wimpern zu sehen, Füße und Gitter treffen auf opake Flächen, Lasuren oder verwaiste Zonen. Im Zusammenfallen von Figürlichem und Ornamentalem liegt die Quintessenz der Malerei von Tobias Pils: Beim schrankenlosen Aufblättern seiner Empfindungen im Malprozess wird das Intimste nach außen gekehrt, bis zu dem Punkt, an dem das Persönliche Allgemeingültigkeit erlangt. An diesem Punkt ist es dann auch möglich, drei Schwangere im Rapport des Frieses zu befrieden.

Sébastien de Ganay: Transposition and Reproduction

Mit der Dominikanerkirche gewinnt die Kunsthalle Krems 2017 noch einen zusätzlichen Ausstellungsort. Der Fokus liegt hier auf raumbezogenen Projekten in der gotischen Sakralarchitektur. Als erstes wird dort ein Installations-Projekt des in Österreich lebenden französischen Künstlers Sébastien de Ganay zu sehen sein. Alle Objekte, die de Ganay dafür entworfen hat, zeugen von seiner Auseinandersetzung mit den Grenzen zwischen Kunst und Leben. Spektakulär ist die zentrale Bodenarbeit, die fast das ganze Mittelschiff der Kirche ausfüllt. Schwarzweiße Zementfliesen, zu einem monumentalen Rechteck verfugt, zitieren die Bodenfliesen der gotischen Kathedrale Notre-Dame in Amiens. Dieses berühmte Bodenlabyrinth war ein symbolischer Ort für Pilger, die nicht nach Jerusalem pilgern konnten.

De Ganays Arbeit, die man betreten darf, ist einerseits ein riesiges minimalistisch geometrisches „Bild“, verweist aber auch auf die jahrhundertealte kirchliche Tradition. Im langgestreckten Chor hat der Künstler die Form der Pfeiler des Mittelschiffs in acht unterschiedlich hohe Aluminiumskulpturen übertragen. Sie bilden einen imaginären Säulengang, sind in ihrer Hermetik und schimmernden Oberfläche aber auch autarke Objekte. Ein Aspekt, der in mehreren Arbeiten auftaucht, ist das Verschwinden, das Entschwundene, die Absenz. „Look it’s Jesus“: Durchaus mit Humor verweist die Video-Präsentation der Anfangssequenz aus Federico Fellinis „La dolce Vita!“, bei der eine Christusstatue an einem Hubschrauber hängend durch die Luft fliegt, auf den aus der (Dominikaner-)Kirche verschwundenen christlichen Content.

Sébastien de Ganay: Amiens Floor, 2017. Bild: © Studio Sébastien de Ganay, Drohnenfotografie: Rio Liovic / Ebo Rose

Sébastien de Ganay: Candle, 2017. © Studio Sébastien de Ganay, Bild: Simon Veres

De Ganay versteht es meisterhaft, die Stille und Kontemplation des Raums in seiner Installation aufzufangen. Oder wie Kurator Andreas Hoffer sagt: „Er füllt mit seinen Objekten die Leerstellen des säkularisierten Raums.“ Zu diesen Objekten gehören riesige Kerzen in Form der Dominikanerkirche, Beichtstühle, die mittels Briefschlitz zu Wunschstühlen werden. Man kann hier tatsächlich Gebete oder Wünsche deponieren. Und Fußmatten mit ausgestanzter Dominikanerkirche. Hoffer: „De Ganay nennt sie sein ,Matthäus 10:14′: Und wo euch jemand nicht annehmen wird noch eure Rede hören, so geht heraus von demselben Haus oder der Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen.“ Zweifellos ist die Installation ein Höhepunkt des Reopenings.

Neu: Videotour

Die Kunsthalle Krems entwickelte für die aktuellen Ausstellungen gemeinsam mit dem Netzwerk CastYourArt ein neues, audiovisuelles Vermittlungsangebot. Kurze Videos laden das Publikum ein, sich in Ausstellungsthemen zu vertiefen, und geben Einblick hinter die Kulissen. Gemeinsam mit Künstlern und Kuratoren blickt man fachkundig und kurzweilig auf die Ausstellungsinhalte. Atelierbesuche bei Suse Krawagna und Jakob Gasteiger führen das Publikum vom Ausstellungsort zu den Orten der künstlerischen Produktion. Direkt in den Ausstellungen der Kunsthalle Krems und Dominikanerkirche sind die Videos informative Wegbegleiter. Für die Vor- und Nachbereitung stehen sie auf der Webseite der Kunsthalle Krems allen Besuchern kostenlos zur Verfügung.

Zur Person Florian Steininger: www.mottingers-meinung.at/?p=16178

www.kunsthalle.at

30. 6. 2017

mumok: Painting 2.0 und Pakui Hardware

Juni 1, 2016 in Ausstellung

VON RUDOLF MOTTINGER

Computer-Bilder und künstliches Vanilleeis

Monika Baer: Vampir, 2007. Bild: mumok

Monika Baer: Vampir, 2007. Bild: mumok

Am 4. Juni startet das mumok mit zwei neuen Ausstellungen: Die Schau „Painting 2.0: Malerei im Informationszeitalter“ stellt das ungebrochene Interesse an zeitgenössischer Malerei und die stete Expansion digitaler Technologien in einen überraschenden historischen Zusammenhang: Sie zeichnet nach, wie sich bereits seit dem Beginn des Informationszeitalters in den 1960er-Jahren die fortschrittlichsten Ansätze der Malerei in Reibung mit der Massenkultur und ihren medialen Bedingungen entwickeln.

Vom Aufkommen des Fernsehens bis zur sogenannten Internetrevolution ist es der Malerei stets gelungen, die Mechanismen zu integrieren, die ihren Tod zu bedeuten schienen. Mit etwa 230 Kunstwerken von mehr als 100 Künstlern erzählt „Painting 2.0“ diese facettenreiche Geschichte der Malerei von den 1960er-Jahren bis in die Gegenwart.

Die Malerei erweist sich dabei als eine Praxis, die vor einer sich zunehmend von den neuen Medien bestimmten Bilder- und Lebenswelt nicht zurückschreckt, sondern die neuen Herausforderungen vielmehr verhandelt. Die Ausstellung schlägt drei unterschiedliche Herleitungen vor, die diese Verschränkung sichtbar machen. Das Kapitel „Geste und Spektakel“ widmet sich der Frage, wie Malerei eingesetzt wurde, um einer Spektakelkultur zu begegnen: von einer Protesthaltung in kommerziellen Bildern und ihren Medien gegenüber, wie sie sich in den Schießbildern von Niki de Saint Phalle oder den abgerissenen Plakatwänden der Affichisten Mimmo Rotella, Jacques Villeglé und Raymond Hains zeigt, bis hin zu malerischen Strategien, die sich die Logik des Spektakels aneignen, wie Keith Harings „subway drawings“, Albert Oehlens Computerbilder oder Monika Baers Abstraktionen mit Banknoten und Münzen.

Maria Lassnig: Harte und weiche Maschine / Kleine Sciencefiction, 1988. Bild: mumok

Maria Lassnig: Harte und weiche Maschine / Kleine Sciencefiction, 1988. Bild: mumok

Jörg Immendorf: Wo stehst du mit deiner Kunst, Kollege? Paris, musée d'Art moderne. Bild: mumok

Jörg Immendorf: Wo stehst du mit deiner Kunst, Kollege? Paris, musée d’Art moderne. Bild: mumok

Das „Exzentrische Figuration“ betitelte Kapitel beschäftigt sich mit der Frage, wie sich Vorstellungen von Körperlichkeit unter dem Einfluss einer kommerziellen Massenkultur und neuer Technologien verändern. Von den prothetischen Körpern in der Malerei Maria Lassnigs über die anti-heroische Geste der Bilder von Mary Heilmann über die maßlosen Bildkörper Elizabeth Murrays bis hin zu den humorvollen Körperabstraktionen von Amy Sillman haben Künstler den Körper immer wieder als zentrales Erkenntnisinstrument thematisiert, das gesellschaftlichen und technologischen Wandel auf vielfältige Weise registriert.

Das Kapitel „Soziale Netzwerke“ schließlich versammelt malerische Positionen, die eine „Netzwerkgesellschaft“ als solche ausweisen, sowohl durch Praktiken der Bildzirkulation wie durch die Thematisierung spezifischer sozialer Kontexte. Andy Warhols Factory, die Gemälde und Aktionen des Kapitalistischen Realismus von Sigmar Polke, Gerhard Richter, Konrad Lueg und Manfred Kuttner, die Künstlerinnen der feministischen New Yorker A.I.R. Gallery, aber auch zeitgenössische Positionen des sogenannten Network Painting wie zum Beispiel Seth Price oder R.H. Quaytman demonstrieren, wie sich Vorstellungen von Gemeinschaft und sozialem Austausch seit den 1960er-Jahren gewandelt haben.

Pakui Hardware: Vanilla Eyes

Pakui Hardware: Crave that Material, 2015. Bild: mumok

Pakui Hardware: Crave that Material, 2015. Bild: mumok

Ebenfalls ab 4. Juni zu sehen ist „Vanilla Eyes“ von Pakui Hardware. Die Litauer Neringa Černiauskaitė und Ugnius Gelguda arbeiten seit 2014 unter diesem Namen als Künstlerduo zusammen. Ihr Name leitet sich von Pakui, dem extrem schnellen Bediensteten der hawaiianischen Fruchtbarkeitsgöttin Haumea her, deren Kinder der Legende nach aus den unterschiedlichen Fragmenten ihres Körpers geboren wurden.

Die auf Beschleunigung und Fragmentierung basierende Fruchtbarkeitssymbolik dieses Mythos wirft in Verbindung mit dem Begriff der Hardware die Frage auf, inwiefern in einer von technischem und ökonomischem Kalkül bestimmten und beschleunigten Welt weiterhin Mythen am Werk sind, die sich kontinuierlich erneuern oder sogar neu bilden. Das Interesse von Pakui Hardware richtet sich insbesondere auf die enge Beziehung zwischen Technologie und Ökonomie. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Frage, wie sich unsere physisch-körperliche Realität verändert und die Trennlinie zwischen natürlicher und künstlicher Welt immer schwieriger zu ziehen ist.

Der Ausstellungstitel „Vanilla Eyes“ deutet auf künstliche Organe hin, enthält aber zugleich ein Wortspiel, das auf die Durchdringung von Natürlichem und Künstlichem, Realem und Fiktivem verweist. Die Herstellung künstlicher Aromen, wie etwa Vanille, bedeutet nicht nur wissenschaftlichen Fortschritt, sondern bedingt auch den Niedergang traditioneller Produktionsweisen und Gesellschaftsordnungen. „Still, this ,modesty‘ is altering reality as it might leave farmers without their main source of income – producing vanilla – in Mexico or Madagascar. However ,innocent‘ the current inventions and products of synthetic biology are, the instrument for enhancing and, finally, tailoring human beings has been invented and released into action. From vanilla ice to vanilla eyes?“, fragen Pakui Hardware.

Mit ihrer zweigeteilten Rauminstallation im mumok schaffen die beiden Künstle auf Ebene –2 eine Art Laboratorium zur Erforschung und Kreation zukünftiger Organismen und Lebewesen. Aus einem öffentlich zugänglichen Präsentationsbereich können die Besucher das Wachstum der noch unbekannten Spezies beobachten. Eine Schleuse zwischen den beiden Raumteilen deutet Durchlässigkeiten an und steht metaphorisch für die Verknüpfung realer Szenarien mit zukünftigen Visionen. Die historischen sowie zeitgeschichtlichen Bezüge für diese Arbeit liegen zum einen in Science Fiction-Filmen der Space Age Ära, wie „The Andromeda Strain“ 1969, in dem es um die Bedrohung durch außerirdische Viren ging. Zum anderen bilden auch aktuelle Ereignisse, wie die von der amerikanischen Regierung beschlossenen Asteroid Acts, Anknüpfungspunkte. Darin wird der Abbau von Rohstoffen auf erdnahen Asteroiden durch den Einsatz von speziellen Bakterien für private Unternehmen freigegeben.

www.mumok.at

Wien, 1. 6. 2016