Baumschlager

September 18, 2017 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Thomas Stipsits als schürzenjägerischer UNO-Soldat

Drei Engel für Baumschlager: Meyrav Feldman, Moran Rosenblatt, Thomas Stipsits und Sólveig Arnarsdóttir. Bild: © Dor Film

Der Name ist Baumschlager, Werner Baumschlager, und der hat in 100 Minuten Film mutmaßlich mehr Sex als James Bond in 55 Jahren Kinogeschichte. Er hat’s beruflich aber auch einfacher, ist er doch kein Superspion, der beständig gegen Welteroberer oder -zerstörer kämpfen muss, sondern führt das beschauliche Leben eines österreichischen UN-Soldaten an der blauen Linie, der Grenze zwischen Israel und dem Libanon.

Dass er dort so viel Chaos anrichtet, dass sich die Blauhelme schließlich aus der Pufferzone auf dem Golan zurückziehen (tatsächlich verließ das Austrian Battalion, seit 1974 ununterbrochen mit dem größten Truppenkontingent vor Ort im Einsatz, im Wahljahr 2013 überstürzt die Waffenstillstandszone), ist aber ein böswilliges Gerücht … Harald Sicheritz‘ hinterlistige Satire „Baumschlager“ ist ab Freitag in den heimischen Kinos zu sehen. In der Titelrolle, seiner ersten Kinohauptrolle: Kabarettist und Schauspieler Thomas Stipsits.

Der gerät als patscherter Bundesheer-Hauptmann im Nahen Osten in die Bredouille, teils in eine selbstverschuldete, teils wird er zum Spielball der sich gegenüberstehenden Generalstäbe und ihrer friedensfeindlichen Pläne. Denn mit der Waffenruhe hat hier niemand so richtig Freude, weder die UN-Kräfte (Baumschlagers Untergebene müssen mit dem Abzug ihre lukrative Hanfplantage aufgeben), noch das israelische oder das libanesische Militär. Mit „Baumschlager“ ist Sicheritz ein schwarzhumoriges Lustspiel gelungen, das gewieft die tagtäglichen Verhältnisse in einer der langlebigsten Krisenregionen dieser Erde darstellt; die dortigen komischen Verhältnisse hatten eine solch komödiantische Darstellung längst verdient.

Das Drehbuch dieser österreichisch-israelischen Koproduktion stammt von der jungen israelischen Autorin Maayan Oz, die die von ihr beschriebenen absurden Situationen vermutlich aus dem Effeff kennt, und daher den Figuren auch noch im größten Aberwitz zutiefst menschliche Züge verleihen konnte. Gleichzeitig zeigt Oz eine klare, wenn für den Film auch zugespitzte, Haltung zu Militär, der UNO – und Kriegsprofiteuren aller Seiten. Seien sie Gauner oder Geschäftsleute oder die Schnittmenge aus beidem. Der Film ist vielsprachig und als solcher zu empfehlen, mit sehr geglückten Untertiteln – aus „Shut up“ beispielsweise wird ein sehr einheimisches „Gusch, jetzt“ -, es gibt aber auch eine rein deutschsprachige Fassung. „Baumschlager“, das hat auch etwas verweht Nostalgisches, weiß auch nicht wie, aber irgendwie muss man an Heinz Conrads denken, der in seiner 1970er-Jahre-Sonntagmorgensendung im Radio immer auch „unsere Burschen auf den Golan-Höhen“ grüßte …

Ranias zukünftiger Ehemann liebt Kriegsspielchen …: Shadi Mar’i und Thomas Stipsits. Bild: © Dor Film

… genauso wie die israelische Soldatin Sigal: Thomas Stipsits und Meyrav Feldman. Bild © Dor Film

Apropos, Lust-Spiel: Werner Baumschlager ist der Typ Mann, der nach dem Sex höflich fragt, ob’s eh gefallen hat. Als Soldat mit hohem Pflichtbewusstsein und einem gerüttelt Maß an Akkuratesse ausgestattet, will er privat nur eines: alle um sich glücklich machen – und natürlich auch sich selbst. So kam’s wohl, dass er in eine Doppelliebesaffäre gestolpert ist, eine bilaterale noch dazu, ist doch die eine Geliebte die israelische Soldatin Sigal (Meyrav Feldman als „die Harte“) und die andere die libanesische Generalstochter Rania (Moran Rosenblatt als „die Zarte“).

Damit nicht genug, wartet im österreichischen Middle of Nowhere Gerti Drassl als brave Ehefrau Martha. Es kommt der Weihnachtsurlaub und, während sich Martha noch freut, dass Werner plötzlich ein paar neue Handgriffe im Bett beherrscht, ohne zu ahnen, dass er sich für die um Kopf und Kragen schnackselt, ein Erpresserbrief: „Go back to Israel and wait for instructions“, steht da zu einigen scharfen Sexfotos von Baumschlager und Sigal. Also zurück an die Front.

Wo sich die turbulenten Ereignisse überschlagen: Die Erpresser entpuppen sich als georgisch-israelisches Vater-Sohn-Gespann (Eyal Rozales und  Kobi Farag), die Baumschlager zwingen, mit Kokain präparierte Orangen aus dem Libanon nach Israel zu schmuggeln, denn er als UN-Soldat werde gewiss nicht kontrolliert. Martha, misstrauisch geworden, beschwert sich in Wien bei Werners Vorgesetzter – die nur bestätigen kann, dass die Erlaubnis für den Heimaturlaub aufrecht ist. Also fliegt Martha in den Nahen Osten, um selber nach dem Rechten zu sehen. Mittlerweile entpuppt sich der „Orangenhändler“, Baumeister Ali, als Ranias zukünftiger Schwiegervater und sein Sohn, der „arrangierte“ Verlobte, als schießwütiger Vollpfosten.

Die UNO ihrerseits, durch Marthas Auftritt aufgeschreckt, setzt zwei Agenten (Sólveig Arnarsdóttir und Bond-Bösewicht Anatole Taubman) auf Baumschlager an. Dessen drei Frauen treffen auf und geraten handgreiflich aneinander. Und während die Militärs auf beiden Seiten (herrlich: der israelisch-arabische Superstar Norman Issa als libanesischer General, ergo Berufszyniker, und Ranias Vater Mussa) überlegen, wie man den Schürzenjäger Baumschlager zum Spion hochstilisieren könnte, damit endlich wieder geschossen werden kann, fressen Ziegen die rauschgiftigen Orangen – oder doch nicht? …

Das Weihnachtsfest in Österreich ist kurz, Baumschlager muss zurück an die Liebesfront: Thomas Stipsits und Gerti Drassl. © Dor Film / Bild: Hubert Mican

Immer wieder überraschende, skurrile, aber durchaus nicht ganz unrealistische Irrungen und Wirrungen nehmen als „Mission Baumschlager“ ihren Lauf. Neben der österreichischen Besetzung Thomas Stipsits und Gerti Drassl, und Gastauftritten von Martina Spitzer als Marthas Mutter und Proschat Madani als Ranias Mutter, bestechen sowohl Meyrav Feldman als auch Moran Rosenblatt.

Stipsits stattet seinen Baumschlager mit dem ihm eigenen tollpatschig-charmanten Schmäh aus, und macht ihn zu einem so grundguten, liebenswerten Menschen, dass er einem fast leid tut in dem Schlamassel, den er mitangerichtet hat. Warum sich die Frauen reihenweise in seinen Werner verlieben, macht Stipsits mit seiner sympathischen Darstellung klar. Dass sich die Militärs angesichts seiner panischen Handlungen fragen, ob „Boomschlager“ ein Idiot ist, ist begreiflich, aber nicht gerecht. Stipsits spielt das herrlich, mit einer beinah stoischen Ruhe und immer alle beschwichtigend, als hätte sein Baumschlager inmitten dieser Riesenintrige gar nicht mehr die Kraft, sich groß aufzuregen.

Gerti Drassl glänzt mit ihrem reduzierten Spiel als so eifersüchtige wie besorgte Martha, die auf der Reise ihren Mann erst spät, vor allem und zuerst aber sich selbst findet. Und obendrein den Beduinen Saud (Zohar Liba) und seine fremd-gefährliche und exotische Welt. Wunderbar etwa die Szene, in der Martha in Sauds stinkertem Auto einen Wunder-Baum aufhängt. Meyrav Feldman und Moran Rosenblatt als Sigal und Rania wiederum benutzen Baumschlager als Türöffner zu ihren jeweiligen Lebensträumen, will erstere doch über ihn bei der UN-Friedenstruppe eingestellt werden, und zweitere mit ihm ihrem verrückten Verlobten Richtung Österreich entfliehen. Anatole Taubman wiederum gibt alles in einer besonders fordernden Rolle: Sein UNO‐Agent Max Lang muss als Geisel im Irak Schlimmes erlebt haben, denn immer wenn orientalische Musik erklingt, muss er sich nackt ausziehen und eine Ziege … naja … beglücken.

Harald Sicheritz braucht für seinen Film weder Klamauk noch Slapstick, die Plots sind auch so bizarr genug. Wie er und Drehbuchautorin Maayan Oz eine komplexe politische Situation in die Schwierigkeiten eines einzelnen übersetzen, ist meisterlich. Der Vereinte-Nationen-Mann Werner Baumschlager hat seine eigene Idee davon, wie man die Nationen vereinen kann. Make love, not war. Was den Film „Baumschlager“ betrifft, so kann man sich nur der Meinung von Gerti Drassl anschließen: „Ich finde, es ist eine sehr feine, mannigfaltige Komödie geworden, die auch sehr überrascht!“

Trailer: www.youtube.com/watch?v=YnKEMwxCCv8

www.baumschlager.derfilm.at

BUCHTIPP:

Heute erscheint bei Ueberreuter Thomas Stipsits erstes Buch „Das Glück hat einen Vogel“. Darin beleuchtet er in 26 Geschichten humorvoll und hintersinnig die Suche nach dem Glück im Leben. Die Geschichten über Menschen von A wie Andreas bis Z wie Zita werden raffiniert miteinander verknüpft und beleuchten als Momentaufnahmen großes und kleines Glück. Denn: Ein Sonnenuntergang am Meer, ein gutes Glas Rotwein oder ein Lotto-Dreier – was Glück für den Einzelnen bedeutet, kann unterschiedlicher nicht sein … (Buchrezension folgt).

Am 19. September gibt Thomas Stipsits ab 18 Uhr in der Buchhandlung Thalia W3 eine Signierstunde. Der Eintritt ist frei.

www.ueberreuter-sachbuch.at

www.thalia.at/shop/home/filialen/showDetails/6411/

18. 9. 2017

Leipziger Buchmesse 2015: 12.–15.3.

März 5, 2015 in Buch

VON RUDOLF MOTTINGER

Im Zeichen der Begegnung

Bild: Leipziger Messe GmbH / Tom Schulze

Bild: Leipziger Messe GmbH / Tom Schulze

Die Leipziger Buchmesse vom 12. bis 15. März ist der wichtigste Frühjahrstreff der Buch- und Medienbranche und versteht sich als Messe für Leser, Autoren und Verlage. Das Lesefestival präsentiert die Neuerscheinungen des Frühjahrs, aktuelle Themen und Trends und zeigt neben deutschsprachiger Literatur auch Neues aus Mittel- und Osteuropa. Durch die einzigartige Verbindung von Messe und „Leipzig liest“ – dem größten europäischen Lesefest – hat sich die Buchmesse zu einem Publikumsmagneten entwickelt.

Es werden knapp 2.000 Aussteller und mehr als 235.000 Besucher erwartet.

Auszeichnung
Der rumänische Autor Mircea Cărtărescu erhält für seine Romantrilogie „Orbitor“, deren letzter Band „Die Flügel“ 2014 im Zsolnay Verlag erschienen ist, den Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2015. Am 12. März wird der mit insgesamt 60.000 Euro dotierte Preis der Leipziger Buchmesse vergeben. Er ehrt herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen und Übersetzungen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung.

Schwerpunkt Deutschland – Israel
2015 begehen Deutschland und Israel ein besonderes Jubiläum: 50 Jahre deutsch-israelische diplomatische Beziehungen. Mit ihrem Messeschwerpunkt „1965 bis 2015. Deutschland – Israel“ würdigt die Leipziger Buchmesse das besondere Verhältnis beider Staaten. Zahlreiche Autoren aus Israel und Deutschland kommen im Rahmen des Literaturevents zu Wort und sprechen über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Mit dem Messeschwerpunkt bietet die Buchmesse die Gelegenheit, sich direkt und differenzierter mit Autoren auszutauschen, und wird zum Ort von Begegnung und von offenen Gesprächen zwischen Autoren, Verlegern, Politikern, Medienvertretern und Lesern. Während der Messetage reisen 40 Autorinnen und Autoren zu Lesungen, Diskussionen und Lesepartys nach Leipzig. Sie präsentieren unterschiedliche Facetten der deutsch-israelischen Beziehungen und zeigen das Leben der jeweils anderen Gesellschaft. Es lesen und diskutieren u.a. Jan Assmann, Michael Degen, Dan Diner, Lizzie Doron, Michael Guggenheimer, Eva Menasse, Amos Oz, Ron Segal und Meir Shalev.

Buchtipps:

Mircea Cărtărescu, „Die Flügel“, Zsolnay, 2014
„Es war das Jahr des Herrn 1989. Die Menschen hörten von Kriegen und von Aufständen, doch sie ängstigten sich nicht, denn das alles musste sich ereignen.“ So beginnt der Roman „Die Flügel“ von Mircea Cărtărescu aus Rumänien, das Finale der „Orbitor“-Trilogie. Hintergrund bildet die Wandlung der Gesellschaft während der Revolution in Bukarest. Auf den Straßen spielen sich tumultartige Szenen ab, in der Wohnung des Ich-Erzählers läuft tagein, tagaus der Fernseher, und er taucht ein in die Geschichten seiner Vorfahren. So entsteht ein Kaleidoskop von Bewusstseinssplittern.

Michael Degen, „Der traurige Prinz“, Rowohlt, 2015
Vaduz, 1983: Nach einem Gastspiel kommt ein deutscher Schauspieler mit einem Mann ins Gespräch. Er erkennt die unverwechselbare Stimme und erschrickt über das müde Gesicht: Es ist der weltberühmte Oskar Werner, Theatergott und Oscar-nominierter Filmstar. In dieser Nacht erzählt Werner sein erstaunliches Leben: ein Wiener Bub aus armen Verhältnissen, der früh an der „Burg“ spielte, der gegen die Nazis opponierte, desertierte und knapp dem Tod entkommen ist.

Dan Diner, „Rituelle Distanz. Israels deutsche Frage“, DVA, 2015
Vor 50 Jahren nahmen die BRD und Israel diplomatische Beziehungen auf. In dichter Erzählung sucht der Historiker Dan Diner die Tiefenschichten jener zwiespältigen deutsch-israelischen Annäherung auszuleuchten, nur wenige Jahre nach dem Mord an den europäischen Juden. Es geht ihm dabei um Sprache und Habitus, Fluch und Bann, um Erinnern und Vergessen, Anerkennung und Nichtanerkennung und schließlich um die Entscheidung zwischen jüdischer Tradition und israelischer Staatsraison: Durfte man mit dem Land der Mörder in Verhandlung treten und materielle Entschädigung annehmen?

Eva Menasse, „Lieber aufgeregt als abgeklärt“, Kiepenheuer & Witsch, 2015
Menasses Essays und Reden sind liebevoll-boshafte Langzeitbeobachtungen über Deutsche, Österreicher und engagierte politische Interventionen. Sie sind auch leidenschaftliche Bekenntnisse zu Lieblingsautoren. Ihr besonderes Augenmerk gilt der öffentlichen Rolle des Schriftstellers.

Amos Oz, „Judas“, Suhrkamp, 2015
Im Winter 1959/1960 beschließt Schmuel Asch sein Studium (Thema seiner geplanten Abschlussarbeit: Jesus in der Perspektive der Juden) in Jerusalem abzubrechen. Zum selben Zeitpunkt verlässt ihn seine Freundin, um einen früheren Freund zu heiraten. Schmuel will Israel verlassen, doch als er eine Anzeige liest, die ihm ein Auskommen in Jerusalem erlaubt, ohne es jemandem mitzuteilen, ändert er seine Pläne. Die Anzeige führt ihn ins Haus eines eigentümlichen alten Mannes namens Gerschom Wald. In der Nacht liest er ihm vor und unterhält sich mit ihm über die Ideale des Zionismus, über die jüdisch-arabischen Konflikte und über Gott und die Welt. Als er dort die geheimnisvolle Atalja Abrabanel trifft, deren Vater einer der Anführer der zionistischen Bewegung war, gelingt es ihm deren Geheimnis zu enthüllen – und die menschliche Tragödie vor und nach der Gründung Israels 1948.

Ron Segal, „Jeder Tag wie heute“, Wallstein, 2014
Der Held dieses Debütromans ist ein 90-jähriger israelischer Schriftsteller und Holocaust-Überlebender. Er reist nach Deutschland, um für ein Literaturmagazin seine Erinnerungen aufzuschreiben. Segal erzählt die Fieberträume des Überlebenden, in denen die Fakten und Fiktionen einander überlagern, er ruft die Geschichten der Gebrüder Grimm auf, die Mythen, Legenden und versucht eine Mischung zu finden, die ein literarisches Sprechen über den Holocaust für jemanden „zwei Generationen danach“ möglich macht.

www.leipziger-buchmesse.de

Wien, 5. 3. 2015

Volksoper: Der Zauberer von Oz

Dezember 7, 2014 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Einfach entzückend

Peter Lesiak (Hunk/Die Vogelscheuche), Puppenhündchen Toto, Johanna Arrouas (Dorothy Gale), Martin Bermoser (Zeke/Der Löwe), Oliver Liebl (Hickory/Der Blechmann) Bild: © Barbara Pálffy/Volksoper

Peter Lesiak (Hunk/Die Vogelscheuche), Puppenhündchen Toto, Johanna Arrouas (Dorothy Gale), Martin Bermoser (Zeke/Der Löwe), Oliver Liebl (Hickory/Der Blechmann)
Bild: © Barbara Pálffy/Volksoper

Henry Mason inszenierte an der Volksoper Harold Arlens Musical „Der Zauberer von Oz“ nach dem Roman von L. Frank Baum, und das ist ihm so hinreißend gelungen, dass man gar nicht weiß, wo anfangen zu erzählen. Der Abend ist der Stoff aus dem die Publikumslieblinge gemacht werden. Und da ist der persönliche Hündchen Toto, bewegt von Puppenspieler und Volksopern-Debütant Daniel Jeroma, der die ganze Zeit über mit auf der Bühne ist. Es ist schon was anderes, hätte man Dorothy ein lebloses Plüschtier unter den Arm geklemmt, als hier ein Wesen, das wedeln, winseln und Mitspieler abbusseln kann. Für die Idee das erste Bravo.

Johanna Arrouas brilliert in der Rolle der Dorothy, ein Temperamentbündel, das Herz und Mund am rechten Fleck hat – und letzteren auch „aufzureißen“ versteht. Gesanglich, darstellerisch und konditionell ist Arrouas top. Nach Rundendrehen rund um die Rundbühne zu stoppen und drauflos zu schmettern, da gehört was dazu. Den großen Hit des Musicals „Over the Rainbow“ gibt sie auf Englisch. Was ihr fehlt ist die leise Melancholie, die die ein Leben lang unglückliche Judy Garland in Victor Flemings Film aus dem Jahr 1939 einbrachte. Aber, hallo, 2014 sind Mädchen eben emanzipierter und schicken sich nicht in eine Situation, nur weil es sich schickt.

„Der Zauberer von Oz“ ist ein Märchen für Kinder und im Herzen Kind Gebliebene. Ein Märchen mit Message, denn was braucht Mensch mehr als ein Herz, ein Hirn, Mut und ein Heim. Sehr schön die wortwitzige deutsche Fassung von Klaus Eidam. Masons Arbeit ist komplett große Broadwayshow. An Bühnendarstellern inklusive Kinderchor herrscht kein Mangel, einer mehr draußen und die Bretter, die die Welt bedeuten, würden unter der Last der Menschenmassen zusammenbrechen. Im Zehnminutentakt, so scheint’s, werden Kostüme und Bühnenbild gewechselt. Jan Meier (Bühne und Kostüme) hat sich dafür erst ein nostalgisches Ansichtskarten-Kansas („Greetings from Kansas“ steht in der oberen Ecke der Farm von Onkel Henry – ein zwischen Verzweiflung und Zorn changierender Wolfgang Gratschmaier und der gutmütigen Tante Em – Regula Rosin) einfallen lassen, dann eine kunterbunte Oz-Welt. Eine Materialschlacht. Lorenz C. Aicher dirigiert mit so viel Schwung, dass es ihn manchmal aus der Kurve trägt. Musikalischer Höhepunkt natürlich der „Jitterbug“, mit dem die böse Hexe des Westens die Eindringlinge in ihr Reich unschädlich machen will. Sie, das heißt: er, ist die nächste Sensation: Christian Graf auf einem Easy Rider-Chopper mit Spitzhut, ganz grün im Gesicht, mit grün-schwarz geringelten Strümpfen. Sehr sexy und sehr stimmgewaltig. Er ist großartig böse in beiden Rollen, auch als Almira Gulch in Kansas.

Dorothys Begleittrio ist ebenfalls zum Niederknien: Allen voran Peter Lesiak als Vogelscheuche, die lieber Hirn statt Stroh im Kopf hätte, obwohl nicht wenige so gut leben, ein gleichgewichtsgestörtes Tanztalent, ein Erzkomödiant, der seinen Bariton bis in die Ränge schmettert. Oliver Liebl gibt den Blechmann als Schmerzensmann, staksig, nah am Wasser gebaut, was zur Immer-wieder-Einrostung führt, ach, hätte er doch ein Herz im Leib. Er kann sich gar nicht dran erfreuen, dass er beim Singen sein eigenes Blechinstrument ist. All diese Figuren sind optisch ziemlich nah am Film gestaltet; nur „Löwe“ Martin Bermoser erinnert mehr an einen Ritter von der traurigen Gestalt. Mit „Fell“-Cape beim Posen mit Neurosen. Sein Brüllen hat offenbar Bronchitis.

Bleibt Hausherr Robert Meyer als Zauberer von Oz, der wieder einmal zeigt, was in ihm steckt, der aus einer kleinen Rolle – wir wissen natürlich, dass es keine kleinen Rollen gibt – ein Kabinettstück macht, in dem er sich einen Lacher nach dem nächsten abholt. So wird’s gemacht. Chapeau, Herr Direktor! Und noch ein Bravo an alle Mitwirkenden!

www.volksoper.at

www.mottingers-meinung.at/johanna-arrouas-im-gespraech

Wien, 7.12. 2014

Johanna Arrouas im Gespräch

Dezember 3, 2014 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Volksoper: Der Zauberer von Oz

Johanna Arrouas  Bild: © Barbara Pálffy/iStockfoto/Volksoper Wien

Johanna Arrouas
Bild: © Barbara Pálffy/iStockfoto/Volksoper Wien

„The Wonderful Wizard of Oz“ von L. Frank Baum ist Amerikas wohl berühmteste Märchenerzählung, die durch die Verfilmung mit der jungen Judy Garland (1939) weltweit Kultstatus erhielt. Das bekannteste Lied daraus, „Over the Rainbow“ von Harold Arlen und Yip Harburg, wurde 1940 mit dem Oscar ausgezeichnet. Erstmals an der Volksoper ist nun, Premiere am 6. Dezember, die 1987 für die Royal Shakespeare Company erstellte Bühnenfassung des Meisterwerkes zu erleben. „Over the Rainbow, wird im englischen Original erklingen. Der Inhalt: Wildfang Dorothy und ihr Hund Toto stecken in Schwierigkeiten. Bei ihrem Versuch, von Zuhause auszureißen, fegt sie ein Wirbelsturm aus dem heimatlichen Kansas fort in das wundersame Land Oz. Der Zauberer von Oz, der in Smaragdstadt wohnt, ist der Einzige, der Dorothy den Heimweg weisen könnte. In Begleitung einer Vogelscheuche ohne Hirn, eines Blechmanns ohne Herz und eines feigen Löwen tritt sie die Reise zum Zauberer an. Der aber verlangt als Preis für seine Hilfe, dass Dorothy die böse Hexe des Westens zur Strecke bringt. Schließlich werden die Reisegefährten aus eigener Kraft erwachsen: Dorothy findet ihre Heimat, die Vogelscheuche erringt Verstand, der Blechmann Gefühl und der Löwe Mut. Es spielen unter anderem: Dorothy Gale: Johanna Arrouas, Zeke (Der Löwe): Martin Bermoser, Hickory (Der Blechmann): Oliver Liebl, Hunk (Die Vogelscheuche): Peter Lesiak, Die böse Hexe des Westens: Christian Graf, Der Zauberer von Oz: Robert Meyer alternierend mit Boris Eder. Ein Gespräch mit Johanna Arrouas:

MM: Die wichtigste Frage zuerst: Wird die böse Hexe des Westens an der Volksoper fliegende Affen haben?

Johanna Arrouas: Ja, unsere Affen „fliegen“ auf eine sehr spezielle Art, nicht die klassische, aber sie sind sehr schnell. Einmal bin ich kurz mit ihnen unterwegs – und das ist sehr eindrucksvoll.

MM: Sie verstehen, worauf meine Frage abzielte: Diese Affen sind meine  früheste Erinnerung an den „Zauberer von Oz“. Was ist die Ihre?

Arrouas: Nicht der Zauberer, sondern dessen Entzauberung. Die  Auflösung, der Fantasie, die man sich erschaffen hat. Dass da plötzlich so ein kleines, bebrilltes Männlein steht, und das Ganze nur eine aufgeblasene Sache ist. Umso mehr hat mich dann Dorothy beeindruckt, weil sie es trotzdem nach Hause schafft.

MM: Sie sind an der Volksoper was man „gut im Geschäft“ nennt. Wie  kam’s dazu? Sie haben eine klassische Ausbildung vom Konservatorium und spielen Cello?

Arrouas: Und genau so „klassisch“ kam ich an die Volksoper. Ich habe die „Banditenstücke“ von Franz von Suppé vorgesungen  – und es hat geklappt. Es war von Anfang an eher Glücksgefühl, auf dieser großen  Bühne zu stehen. Beim Vorsingen ist glücklicherweise die „Rampensau“ in mir rausgekommen. Meine erste Rolle war dann die Pepi in „Wiener Blut“. Ich bin sehr froh, wie’s läuft. Ich  hatte, wiewohl selber nicht beruflich musikalisch, sehr interessierte Eltern, die mich Gesang und Schauspiel studieren ließen. Cello habe ich allerdings mehr als Kind gespielt, meine Lehrerin ist heute eine enge Freundin. So blieb auch das Cello ein Teil meines Lebens.

MM: Ich kannte Sie allerdings ursprünglich vom Sprechtheater: Josefstadt, Reichenau …

Arrouas: Das stimmt. Ich habe schon viel im Leben ausprobiert, es hat sich vieles auch einfach ergeben. Ich setze keine Schwerpunkte, und bin froh an einem Musikhaus zu sein, wo Schauspiel einen hohen Stellenwert hat. Reichenau ist ein Ausgleich zum Singen. Ich bin kommenden Sommer wieder dabei. Da kann ich meinen reinen Schauspielermuskel wieder trainieren. Ich will auf der Bühne eine Geschichte erzählen, egal, ob gesungen oder gespielt. Doch Musiktheater verbindet natürlich die Dialoge mit den tollen emotionalen Höhepunkten des
Singens. Das ist schon eine mir sehr liebe Form, mich auszudrücken.

MM: Die Inszenierung vom „Zauberer von Oz“ ist von Henry Mason, den man vom Theater der Jugend kennt. Wie ist es, mit ihm zu arbeiten?

Arrouas: Großartig. In seiner konzeptionellen Fantasie hat er sich eine totale Kindlichkeit bewahrt, gleichzeitig ist arbeiten mit ihm sehr erwachsen und emanzipiert. Er schlägt ein hohes Tempo ein, verlangt völlige Präzision. Das gibt mir große Sicherheit im Spiel.  Ich bin bei Henry Mason frei, eben weil alles sehr durchdacht und vorbereitet ist. Er bietet mir den Teppich, auf dem ich fliegen kann, wenn Sie so wollen.

MM: Wie wird Ihre Dorothy sein? Patent, praktisch, verträumt?

Arrouas: Sie glaubt ursprünglich gar nicht an sich und ihre Fähigkeiten. Dann lernt sie Figuren kennen, die auch grosse Probleme haben – und wird reifer. Ob das nun ein Traum ist oder der Wunsch nach Geist, Herz  und Mut symbolisch zu verstehen ist, muss jeder für sich deuten. Dorothy wird reifer, größer und stärker durch die verzweifelten Momente, die sie durchleben muss. Ich denke, das ist eine schöne Geschichte für Erwachsene und Kinder. Immer dabei, als ihr innigster Freund, ist ihr  Hund Toto – bei uns eine entzückende Puppe, die von einem tolle Schauspieler animiert wird.

MM: Sie sind französisch-marokkanisch-burgenländischer Herkunft. Was schlägt wann durch?

Arrouas: Das Wienerische (sie lacht). Manche sagen mein Aussehen wäre französisch, das kann ich nicht beurteilen, nur, dass ich Chansons liebe und auch sehr gerne singe. In Burgenland steht noch das schöne Haus meiner Großeltern  und was die marokkanische Seite betrifft: ich habe in der Schule drei Jahre Arabisch gelernt. Und meine Küche ist ein wilder Mix.

MM: Sie haben eine Zwillingsschwester …

Arrouas: … die Schauspielerin in Paris ist. Und voll beschäftigt.

MM: Bevor Sie sich der Bühne zuwandten, haben Sie ein Jahr Astronomie studiert. Sind Sie noch eine Sternenguckerin?

Arrouas: Ich habe mich eher für Kosmologie interessiert, das habe ich von meinem Vater, der Physik unterrichtet. Wie war’s mit dem Urknall und den schwarzen Löchern? Ich kaufe mir heute noch „Geo“, weil mich das Thema immer noch sehr fasziniert. Dann war’s aber so, dass meine Schwester uns am Burgtheater als Statistinnen angemeldet hat. Und schon hatten wir kleine Rollen. Und  ich mit 18 Jahren den ersten Theatervertrag … Da war’s aus mit der Astronomie.

MM: Sie spielen diese Saison an der Volksoper noch „Pariser Leben“, das haben Sie schon während Ihres Studiums gespielt?

Arrouas: Ja, das ist lustig. Wir hatten allerdings eine etwas abgewandelte Version. Damals war ich die Diva und bin heute, meinem Fach entsprechend, das Dienstmädchen.

MM: Fühlen Sie sich „angekommen“ oder hätten Sie einen Wunsch an den Zauberer von Oz?

Arrouas: Ich fühle mich auf dem richtigen Weg. Der ist mir wichtiger als das Ziel. Ich weiß, das ist so ein Satz, den man so oft gesagt gehört. Aber für mich ist er ein Motto. Denn das Ziel wäre ein Ende. Und das ist ein  unerträglicher Gedanke für mich. Ich will unterwegs sein und lernen.

www.volksoper.at

Wien, 3. 12. 2014

Robert Meyer präsentiert große Namen

April 10, 2014 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Die Volksoper-Premieren 2014/15

Hello, Dolly!  Robert Meyer (Horace Vandergelder), Sigrid Hauser (Mrs. Dolly Gallagher Levi)  Bild: Dimo Dimov / Volksoper Wien

Hello, Dolly! Robert Meyer (Horace Vandergelder), Sigrid Hauser (Mrs. Dolly Gallagher Levi) Bild: Dimo Dimov / Volksoper Wien

Robert Meyer hat gut Grinsen. Der Volksopernchef erscheint zur Pressekonferenz auf der Probebühne bestens gelaunt. Die Auslastung der laufenden Saison liegt mit Stand Ende März bei beinah 84 %, in manchen Fällen sogar bei 95 %. Der neu eingeführte Musicalpass ist so erfolgreich, das es ihn erneut geben wird. Auch „Hello Dolly!“ wird wieder dabei sein – und neu „Der Zauberer von Oz“. Finanziell schreibt man im Haus am Gürtel „eine schwarze Null“, was angesichts allgemeiner Subventionskürzungen beachtlich ist. Acht Premieren kündigt Meyer für die kommende Saison an – eine Operette wird um ein Jahr verschoben. Wegen ernsthafter Erkrankung des Regisseurs. Da will Meyer fair sein, da will er lieber warten.

Los geht’s am 11. Oktober mit schwerer Kost (doch man ist mutig, hat man doch mit „Albert Herring“ einen nicht zu ahnenden Erfolg eingefahren): „Onkel Präsident“. Auf der Basis von Ferenc Molnárs Bühnenstück „Eins, zwei drei“, das 1961 von Billy Wilder verfilmt wurde, zeichnet Friedrich Cerha die Wandlung des Fahrradboten Josef Powolny (David Sitka) zum Spitzenmanager mit Adelsprädikat. Mit dem im Juni 2013 in München uraufgeführten Werk ist dem 87-Jährigen  ein vitales Lebenszeichen nicht nur seiner Kunst, sondern der verblasst geglaubten „komischen Oper“ überhaupt gelungen. Die österreichische Erstaufführung besorgt Josef E. Köpplinger, musikalische Leitung: Alfred Eschwé. Zwei Leigaben holt man sich: Renatus Mészár, der bereits bei der Uraufführung die Titelrolle sang, und Walter Fink von der Staatsoper in der Rolle des Komponisten. Die erste von drei Ballett-Premieren gibt es am 16. November:  Mit dem Doppelabend „Mozart à 2“ und „Don Juan“ stellt sich Thierry Malandain, einer der bedeutendsten Choreografen Frankreichs und Direktor des Centre chorégraphique national de Biarritz, dem Volksopernpublikum vor. Der Ballettabend zu Musik von Wolfgang Amadeus Mozart und Christoph Willibald Gluck wird von Jiří Novák dirigiert.

Am 6. Dezember folgt „Der Zauberer von Oz“. „The Wonderful Wizard of Oz“ von L. Frank Baum ist Amerikas wohl berühmteste Märchenerzählung, die durch die Verfilmung mit der jungen Judy Garland als Dorothy (1939) weltweit Kultstatus erhielt. Regie führt der in London geborene Henry Mason, der  2013 bei den Salzburger Festspielen sein vielbeachtetes Debüt mit Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ gab. Markus Meyer, der Salzburger Puck, wird  den Löwen spielen, der gemeinsam mit dem Blechmann (Peter Lesiak) und der Vogelscheuche (Oliver Liebl) die junge Dorothy (Johanna Arrouas) auf ihrer Reise begleitet. Christian Graf ist die Hexe des Westens. Den geheimnisvollen Zauberer von Oz spielt –  schmunzelnder O-Ton Volksoperndirektor: „Wir suchten für diese kleine Rolle einen Schauspieler, der nicht viel kostet, und haben ihn dann mit dem Schmäh geködert, dass er ja die Titelrolle ist. Als habe ich den Oz mit mir besetzt.“ Alternierend spielt Boris Eder.

Ab 17. Jänner kann man sich auf Rolando Villazón freuen. Der Startenor gibt als Regisseur von Donizettis Komödie „Viva la Mamma“ sein Volksoperndebüt, am Pult steht die junge estnische Dirigentin Kristiina Poska. Sie ist Erste Kapellmeisterin der Komischen Oper Berlin. Inhalt: In einem kleinen Provinztheater bereitet sich das Ensemble auf eine Opernpremiere vor: Die Primadonna (Anja-Nina Bahrmann) und die zweite Sopranistin (Mara Mastalir) liefern sich einen regelrechten Zickenkrieg, jeder Darsteller versucht auf seine Weise, den Regisseur und den Dirigenten zu beeinflussen, um optimal in Szene gesetzt zu werden. Agata, die resolute Mamma der zweiten Sängerin, treibt den normalen Wahnsinn des Theaters auf die Spitze. Meyer: „Das wollte ich immer schon einmal machen. Ich liebe diese Theater-auf-dem-Theater-Stücke“. Highlight: Bassbariton Martin Winkler, sonst eher von Bayreuth bis an die MET als Klingsor oder Alberich engagiert, gibt „la Mamma“ Agata. Villazón zu kriegen, war natürlich ein Coup, „doch ich denke, das Stück passt zu diesem hochformatigen Komödianten“, so Meyer. „Wir hatten schon ein erstes Gespräch auf der Probebühne. Schon dafür hätte ich Eintritt verlangen sollen. Einziger Wunsch des Weltbewunderten: Er will mit der Clownin Nola Rae www.nolarae.com zusammen arbeiten.

Die erste und einzige Operette folgt am 21. Februar: Jacques Offenbachs „Pariser Leben“, mit reiner Hausbesetzung, außer Rasmus Borkowski, den man sich nach dem Erfolg von „Catch me if you can“ von den Kammerspielen holt. Außerdem konnten  zwei ausgewiesene Offenbach-Spezialisten gewonnen werden: Der französische Dirigent Sébastien Rouland hat unter anderem am Théâtre du Châtelet „La GrandeDuchesse de Gérolstein“ und in Lyon „La vie parisienne“  dirigiert. Der niederländische Regisseur und Bühnenbildner Michiel Dijkema inszenierte bereits unter anderem „La Périchole“, „Die Großherzogin von Gerolstein“ und „Orpheus in der Unterwelt“.  Am  12. April kehrt der russische Choreograph Boris Eifman, dem Wiener Publikum bestens bekannt durch seine fesselnde Interpretation von „Anna Karenina“  mit „Giselle rouge“ an die Volksoper zurück.

Ab 15. Mai steht Mozarts „Così fan tutte“ auf dem Spielplan. Regisseur Bruno Klimek inszeniert erstmals an der Volksoper, die musikalische Leitung liegt in den  Händen von Julia Jones, die diesen Mai noch die Premiere von „Fidelio“ dirigieren wird. Die Fiordiligi singt Caroline Wenborne, die an der Staatsoper zur Pause und in nicht für sie geschneiderten Kostümen für die erkrankte Barbara Frittoli einsprang. Meyer: „Bei uns darf sie den ganzen Abend singen.“ Am 2. Juni stehen die Nachwuchskräfte der Kompanie  im Zentrum von „Junge Talente des Wiener StaatsballettS II“ unter der künstlerischen Leitung von Ballettdirektor Manuel Legris und der musikalischen Leitung von Wolfram-Maria Märtig. Letzterer wird ab nächster Saison Kapellmeister der Volksoper

www.volksoper.at

Wien, 10. 4. 2014