Österreichischer Filmpreis 2020: Die Preisträger

Januar 31, 2020 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Sudabeh Mortezais „JOY“ erhält vier Austro-Oscars

„JOY“ erhielt die Preise für Regie und Drehbuch, beste Hauptdarstellerin und bester Spielfilm; Joy Anwulika Alphonsus als Zwangsprostituierte Joy. Bild: © Filmladen Filmverleih

Als gestern Abend in Grafenegg die Gewinner des Österreichischen Filmpreises 2020 gekürt wurden, stellte sich alsbald JOY als der große Abräumer heraus. Das ist nicht zuletzt deshalb erfreulich, weil die Academy of Motion Picture Arts and Sciences den Film von Sudabeh Mortezai über nigerianische Sexarbeiterinnen in Wien vom Bewerb um den Oscar als bester internationaler Film mit der Begründung, er enthalte zu

viele englischsprachige Passagen, ausschloss. Dafür gab’s nun für das zwischen Spiel- und Dokumentarfilm changierende Drama Austro-Awards in vier der Hauptkategorien: Sudabeh Mortezai erhielt den Preis für Regie und Drehbuch, Joy Anwulika Alphonsus, die mit „JOY“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=31343) ihr Leinwand-Debüt gab, den Preis als beste Hauptdarstellerin. Darüber hinaus holte das sensible Porträt einer Zwangsprostituierten die Auszeichnung in der Kategorie „Bester Spielfilm“.

Preise für Maske, Schnitt und Szenenbild: „Little Joe“. Bild: © coop99 filmproduktion, The Bureau, Essential Films

Beste männliche Hauptrolle: Tobias Moretti mit Alina Șerban in „Gipsy Queen“. Bild: © Dor Film West | Dor Film

Beste männliche Nebenrolle: Josef Hader mit Simon Frühwirth in „Nevrland“. Bild: © Filmladen Filmverleih

Publikumsstärkster Kinofilm: Thomas Stipsits in „Love Machine“. Bild: © Allegro Film/Felipe Kolm

Jessica Hausners SciFi-Thriller Little Joe (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=35645) konnte die Jury in den drei Kategorien Maske, Schnitt und Szenenbild überzeugen. Tobias Moretti nahm den Preis für die beste männliche Hauptrolle in Gipsy Queen (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=37151) entgegen, Pia Hierzegger in Der Boden unter den Füßen und Josef Hader in Nevrland (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=34337) wurden für ihre Darstellung einer Nebenrolle ausgezeichnet.

Zum ersten Mal in ihrer zehnjährigen Geschichte hat die Akademie des Österreichischen Films zudem auch die kommerziell erfolgreichste Produktion des Jahres geehrt: Das Team rund um Thomas Stipsits in Love Machine (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=31598) konnte sich über die meisten Kinobesucher 2019 und somit über die Auszeichnung als publikumsstärkster Kinofilm freuen.

Bestes Kostümbild: Christine Ludwig für „Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein“; Valentin Hagg als Paul Silberstein. Bild: © Dor Film

Die weiteren Preise:

Bester Dokumentarfilm: Erde von Nikolaus Geyrhalter ex aequo mit Inland von Ulli Gladik. Bester Kurzfilm: Freigang von Martin Winter. Beste Kamera: Jo Molitoris für Nevrland. Bestes Kostümbild: Christine Ludwig für Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein (Interview: www.mottingers-meinung.at/?p=32027). Beste Musik: Wolfgang Mitterer für Die Kinder der Toten. Beste Tongestaltung: Originalton: Gregor Kienel, Sounddesign: Thomas Pötz, Rudolf Gottsberger, Mischung: Thomas Pötz für Nevrland. Ehrenpreis: Josef Aichholzer.

www.oesterreichische-filmakademie.at

  1. 1. 2020

Der polnische Autor Andrzej Stasiuk erhält den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur

April 22, 2016 in Buch

VON RUDOLF MOTTINGER

Ein wortgewaltiger Streiter für die Demokratie

Andrzej Stasiuk (re.). Bild: mottingers-meinung.at

Bei einer Lesung: Andrzej Stasiuk (re.). Bild: mottingers-meinung.at

Der Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur geht dieses Jahr an den polnischen Schriftsteller Andrzej Stasiuk. Das gab Kulturminister Josef Ostermayer am Freitag bekannt. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert, die Überreichung soll im Sommer im Rahmen der Salzburger Festspiele stattfinden.

„Es freut mich besonders, dass wir heuer einen Schriftsteller auszeichnen können, der stets Position bezieht, wenn es um aktuelle politische Herausforderungen in Polen und Europa geht, der sich stimm- und wortgewaltig für demokratische Werte wie die Medien- und Meinungsvielfalt in seiner Heimat einsetzt“, so Ostermayer. „Er ist ein Wahrnehmungskünstler und zieht die Leser mit seinem bildkräftigen, von sinnlichen Eindrücken schier übergehenden Stil in diese Welterfahrung mit hinein. Mit fundiertem Geschichtswissen übt er scharfe Kritik am polnischen Selbstbild des ewigen Opfers“, heißt es in der Jurybegründung.

Stasiuk, der in Polen als wichtigster jüngerer Gegenwartsautor gilt, wurde 1960 in Warschau geboren, debütierte 1992 mit dem Erzählband „Die Mauer von Hebron“, in dem er über seine Gewalterfahrung im Gefängnis schreibt. Stasiuk wurde 1980 zur Armee eingezogen, desertierte nach neun Monaten und verbüßte seine Strafe in Militär- und Zivilgefängnissen. Das Werk, das wegen seiner zwar drastischen, literarisch aber außerordentlich ansprechenden Prosa heftigste Reaktionen in der polnischen Öffentlichkeit erregte, machte Stasiuk über Nacht berühmt. Schon zuvor war er „auffällig“ geworden: Er war von der Schule verwiesen worden und engagierte sich in den frühen 1980-Jahren in der polnischen pazifistischen Oppositionsbewegung „Ruch Wolność i Pokój“.

Was sein literarisches Schaffen betrifft, folgten Romane wie „Der weiße Rabe“, „Die Welt hinter Dukla“ oder „Hinter der Blechwand“. Zuletzt erschien vor wenigen Monaten im Suhrkamp Verlag der Band „Der Osten“. Ein großes Buch, die Summe seines Reisens und Schreibens, dargelegt in einem epischen Strom. Nie zuvor hat der Autor bitterer über den „deutschen Osten“ im eigenen Land geschrieben, jenes Territorium, auf dem die Nazis ihre Gaskammern errichteten, und den Osten namens Sowjetkommunismus, dessen Präsenz die Gesellschaft, in der er aufwuchs, kontaminiert hatte. Ein Buch, das aber auch ein fahles Licht auf den sogenannten Westen wirft.

4253542254Hierzulande kennt man Stasiuk vor allem durch sein 2013 am Grazer Schauspielhaus uraufgeführtes Stück „Thalerhof“, in dem er sich mit dem ehemaligen Internierungslagerlager im Süden von Graz auseinandersetzte. Anna Badora, zu der Zeit Intendantin des Hauses und Regisseurin des Dramas, sprach dazu und über den Autor: www.mottingers-meinung.at/?p=5690

„Stasiuk hatte beim Schreiben Stimmen im Kopf, keine Figuren“, sagt sie. „In seinen Werken bricht er das Weltgeschehen auf die Schicksale einzelner Menschen in einzelnen Regionen herunter. Er zeigt sie letztlich als hilflose Spielbälle von Systemen durch den Verlauf der Geschichte hindurch, die immer und immer wieder dasselbe Schicksal durchleiden müssen“. Um ein sarkastisches Wort ist der Autor nie verlegen. Eines seiner wiederkehrenden Themen ist das Verhältnis des polnischen Volkes zu seinen Nachbarn, das er im folgenden Satz zusammenfasste: „Pole sein, heißt, der letzte Mensch östlich des Rheins zu sein. Denn für einen Polen sind die Deutschen so etwas wie gut konstruierte Maschinen-Roboter; die Russen dagegen sind schon ein wenig wie Tiere.“

Auch die weiteren Literaturpreisträger wurden vom Kulturministerium bekannt gegeben: Der Outstanding Artist Award für Literatur geht heuer an Angelika Reitzer und der Österreichische Kunstpreis für Literatur an Sabine Gruber. In der Kategorie Kinder- und Jugendliteratur werden Elisabeth Steinkellner mit dem Outstanding Artist Award und Linda Wolfsgruber mit dem Österreichischen Kunstpreis ausgezeichnet. Der biennal vergebene Österreichische Staatspreis für Kulturpublizistik geht 2016 an Alfred J. Noll.

Stasiuks Bücher in deutscher Sprache bei www.suhrkamp.de

Wien, 20. 4. 2016

Österreichischer Filmpreis: „Ich seh ich seh“ räumt ab

Januar 21, 2016 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Preise auch für Ulrike Beimpold und Johannes Krisch

Ich seh ich seh Bild: © Stadtkino Filmverleih

Ich seh ich seh
Bild: © Stadtkino Filmverleih

Bei der Verleihung des Österreichischen Filmpreises Mittwochabend in Grafenegg wurde „Ich seh ich seh“ zum großen Gewinner. Der Film von Veronika Franz und Severin Fiala erhielt insgesamt fünf Auszeichnungen. In drei Kategorien wurde Elisabeth Scharangs „Jack“ geehrt. Zwei Auszeichnungen gingen an Michael Sturmingers „Casanova Variations“.

Die Gewinner:

Bester Spielfilm: „Ich seh, ich seh“ von Veronika Franz und Severin Fiala (Produktion: Ulrich Seidl), mehr zum Film: www.mottingers-meinung.at/?p=14542

Beste Regie: Veronika Franz und Severin Fiala für „Ich seh, ich seh“

Bestes Drehbuch: Christian Frosch für „Von jetzt an kein Zurück“

Bester Dokumentarfilm: „Lampedusa im Winter“ von Jakob Brossmann (Produktion: Finali Film & Wortschatz Produktion, Miramontefilm), Interview und Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=15764

Bester Kurzfilm: „Alles wird gut“ von Patrick Vollrat, ist für den Oscar nominiert, zu sehen in der ORF-Mediathek: http://tvthek.orf.at/program/Alles-wird-gut/11712694/Der-Oesterreichische-Filmpreis-2016-Alles-wird-gut/11712406

Beste Darstellerin: Ulrike Beimpold in „Superwelt“, Interview mit Regisseur Karl Markovics: www.mottingers-meinung.at/?p=13767

Bester Darsteller: Johannes Krisch in „Jack“, Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=14486

Beste Nebendarstellerin: Gerti Drassl in „Ma Folie“

Bester Nebendarsteller: Christopher Schärf in „Einer von uns“, Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=15954

Beste Kamera: Martin Gschlacht für „Ich seh, ich seh“

Bestes Kostümbild: Renate Martin, Andreas Donhauser für „Casanova Variations“, Interview mit John Malkovich, Michael Sturminger und Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=13317   www.mottingers-meinung.at/?p=13305

Beste Maske: Roman Braunhofer, Martha Ruess für „Ich seh, ich seh“

Bestes Szenenbild: Johannes Salat, Hubert Klausner für „Ich seh, ich seh“

Beste Musik: Oliver Welter, Herwig Zamernik für „Jack“

Bester Schnitt: Evi Romen für „Casanova Variations“

Beste Tongestaltung: William Edouard Franck, Veronika Hlawatsch, Bernhard Maisch für „Jack“

Wien, 21. 1. 2016

Aktuelles aus dem MuTh

Oktober 28, 2013 in Klassik

ADVERTORIAL

Von Ping Pong Poetry über Benjamin Britten bis zur Verleihung des Österreichischen Kabarettpreis und dem Jiddischen Kulturherbst

WORT & TON Die Literaturreihe im MuTh Atelier
Ping Pong Poetry mit Markus Köhle, Mieze Medusa & Yasmin Hafedh
Dienstag, 29. Oktober 2013, 19:30 Uhr
Ping Pong Poetry bildet den Auftakt der Literaturreihe „Wort & Ton“ im MuTh Atelier.

Zu Gast sind die drei Spoken Word Artists und Poetry SlammerInnen Mieze Medusa (HipHop-Aktivistin, Autorin, eine Hälfte des Spoken Word Duos MYLF; www.miezemedusa.com), Yasmin Hafedh (Rapperin: Yasmo MC, Miss Lead; zweite Hälfte des Spoken Word Duos MYLF; www.yasmo.at) und Markus Köhle (Sprachinstallateur, Literaturzeitschriftenaktivist, Papa Slam; www.autohr.at). Sie lassen die Grenzen zwischen Sprechgesang, Sprechtext und Textperformance zerfließen und kreieren einen reißenden Wortstrom, der alle Sinne anspricht und in keine Literaturschublade passt.

Töne & Schichten des Erzählens Mit Alexander Peer
Dienstag, 6. November 2013, 19:30 Uhr
Philosophiegeschichte wird vermittelt. Vor allem spielen dabei die Perspektiven von Friedrich Nietzsche eine wesentliche Rolle. Die Erosion einer Beziehung, die sich mehr und mehr auflöst, führen auch beim Ich-Erzähler zu einem Prozess der Auflösung und zu einem kathartisch-kraftvollen Akt der Selbstbefragung – Identitätsmuster werden dabei ergründet und verworfen. Rhythmus bestimmt den Klang von Prosa, der Stil schafft einen eigenen musischen Gestus. Alexander Peer stellt den Roman in Auszügen vor und spricht mit Erwin Uhrmann über Bedingungen des Schreibens längerer Texte sowie die Wechselwirkung von Sprache und Musik.Die nächste Veranstaltung der Reihe „Wort & Ton“ findet am Donnerstag, 23. Jänner 2014 mit Dieter Sperl und Michael Fischer im MuTh Atelier statt.
MuTh-Atelier
Neben dem Konzertsaal steht MuTh ein weiterer Raum für Veranstaltungen zur Verfügung – das MuTh-Atelier. Es bietet mit seiner offenen Atmosphäre den geeigneten Rahmen für Lesungen und Workshops.

Erstes Konzert des Zyklus STEUDE QUARTETT in the MuTh
STEUDE QUARTETT
Kammermusik mit Mozart, Respighi, Schubert
Mittwoch, 30. Oktober 2013, 19:30 Uhr

Mitglieder der Wiener Philharmoniker gründeten 2002 das Steude Quartett – ein Ensemble, das sich in die lange Tradition von Streichquartetten aus den Reihen des berühmten Orchesters einreiht. Prägend für die musikalische Arbeit ist dabei die Wechselwirkung zwischen intensiver Orchestertätigkeit mit einem Repertoire von mehr als 60 Opern, den symphonischen Werken von der Klassik bis zur Gegenwart und der Kammermusik, wobei die Bereiche einander ergänzen und bereichern.Ausgehend von der klassisch-romantischen Literatur erweitert das Steude Quartett sein Repertoire beständig mit Werken des 20. Jahrhunderts und Uraufführungen zeitgenössischer Kompositionen. Immer wieder sucht das Ensemble auch die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern.
Programm
W. A. Mozart: KV 465, C-Dur „Dissonanzen“
O. Respighi: Il Tramonto
F. Schubert: D810, d-moll „Der Tod und das Mädchen“
Konzertmeister: Volkhard Steude
Geiger: Holger Groh
Bratschist: Elmar Landerer
Cellist: Wolfgang Härtel
STEUDE QUARTETT in the MuTh – Zyklus
Die nächsten Konzerttermine lauten wie folgt:
Mittwoch, 11. Dezember 2013, 19:30 Uhr Tschaikowsky, Verdi/Muzio, Schubert
Mittwoch, 12. Februar 2014, 19:30 Uhr Mendelssohn-Bartholdy, Puccini, Schubert
Mittwoch, 21. Mai 2014, 19:30 Uhr Borodin, Beethoven, Schubert

Der 100. Geburtstag von Benjamin Britten ist für die Wiener Sängerknaben Anlass dem berühmten Musiker eine eigene Produktion zu widmen. In dem eigens für die Buben komponierten MusiktheaterDer Junge und das Meer, schickt Britten die Wiener Sängerknaben auf ein Seeräuber-Abenteuer. Mit an Bord ist der Puppenspieler Nikolaus Habjan, der 2012 mit dem Nestroy-Preis ausgezeichnet wurde. Die Premiere findet am 2. November im MuTh statt.

Songs & Beauties, steht für Jazz und Improvisation in moderner Reinkultur. Uli Soyka entführt mit seinen Musikerkollegen von PAN TAU-X, Henrik Hallberg (Gitarre), Wolfgang Puschnig (Altsaxofon, Flöte), Uli Rennert (Klavier, Keyboard, Sounds) und Jan Roder (Kontrabass), in harmonische sowie dissonante – „jazzig-schräge“ Klangwelten. Die großartigen Instrumentalisten sind am 15. November zu Gast im MuTh.

Weitere Highlights im November sind der Jiddische Kulturherbst, der von 12.-26. November im MuTh stattfindet, sowie das Gastspiel von teatro mit Oliver Twist – die Geschichte eines Straßenkindes am 23. und 24. November. Am 27. November wird der Österreichische Kabarettpreis im MuTh verliehen und die Jeunesse präsentiert ein Konzert des Adamas Quartett am 28. November. Nach dem bereits ausverkauften Ö1 Musiksalon ist die Violinistin Lidia Baich noch ein weiteres Mal im MuTh zu erleben im Rahmen des Lions Benefizkonzerts für gehörgeschädigte Kinder Beethoven – Tosende Stille am 30. November.

Musiktheater

Der Junge und das Meer

Eine Produktion der Wiener Sängerknaben

mit Puppenspieler/Schauspieler Nikolaus Habjan

Anlässlich des 100. Geburtstags von Benjamin Britten

 Premiere: Samstag, 2. November 2013, 16:00 Uhr

Weitere Vorstellungen: 7., 8. November 2013, 17:30 Uhr

Benjamin Britten hatte zwei große Leidenschaften: die Musik und das Meer. Und das hört man! Das Meer scheint mit aller Wucht in sein Komponieren hinein zu drängen. Brittens Werke erzählen von Matrosen und Fischern, vom endlosen Ozean und von nächtlichen Stürmen auf hoher See. In seinen Kompositionen braust der Wind und schäumt die Gischt, und ehe man es sich versieht, ist man von der Musik schon auf das offene Meer getragen. Vor hundert Jahren schlugen die Wellen mit ebensolcher Wucht an die Klippen der englischen Ostküste, wie sie es heute tun. Die Musik Benjamin Brittens, der vor genau hundert Jahren an dieser Küste geboren wurde, fesselt heute ebenso stark wie zu seinen Lebzeiten. Und darum gehen die Wiener Sängerknaben jetzt im Kielwasser des berühmten Komponisten auf große Fahrt. Dabei entdecken sie eine Menge Musik und heben auch einen besonderen Schatz: ein Seeräuber-Abenteuer, das Britten eigens für sie komponierte.

Regie: Christiane Lutz

Musikalische Leitung: Gerald Wirth

Ausstattung: Natascha Maraval

Grafik: Klaudia Lässer

Schauspieler / Puppenspieler: Nikolaus Habjan

Chor der Wiener Sängerknaben

Wort & Ton im MuTh Atelier

Töne und Schichten des Erzählens

Mit Alexander Peer

Dienstag, 6. November 2013, 19:30 Uhr

Alexander Peer hat mit „Bis dass der Tod uns meidet“ einen fordernden, sehr anspielungsreichen Roman vorgelegt, der vordergründig von einer Beziehung erzählt, hintergründig jedoch einen Streifzug europäischer Ideen- und deshalb Philosophiegeschichte vermittelt. Vor allem spielen dabei die Perspektiven von Friedrich Nietzsche eine wesentliche Rolle. Die Erosion einer Beziehung, die sich mehr und mehr auflöst, führen auch beim Ich-Erzähler zu einem Prozess der Auflösung und zu einem kathartisch-kraftvollen Akt der Selbstbefragung – Identitätsmuster werden dabei ergründet und verworfen. Rhythmus bestimmt den Klang von Prosa, der Stil schafft einen eigenen musischen Gestus. Alexander Peer stellt den Roman in Auszügen vor und spricht mit Erwin Uhrmann über Bedingungen des Schreibens längerer Texte sowie die Wechselwirkung von Sprache und Musik.

Schreiben – Lesen – Lachen

Ein Schreib – Workshop für Jugendliche von 10 bis 14 Jahren

von und mit Erich Schleyer

Freitag, 8. November,     16:30 Uhr

Sonntag, 10. November, 15:00 Uhr

Freitag, 15. November,    16:30 Uhr

Samstag, 16. November, 15:30 Uhr

17:30 Uhr Vortragen der Texte vor Publikum

„Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt.“(arabisches Sprichwort) Lesen und Schreiben interessiert mich schon von klein auf. Ich möchte Euch mit meiner Begeisterung anstecken. Ich bin immer verblüfft über die Qualität, was Kinder schreiben. Mein Problem in der Schule war, dass viele Lehrer zerstörerisch mit meiner Kreativität umgingen. Sie bestimmten was gut, was schlecht ist. Der Unterricht  wurde langweilig. Ein schöpferisches Kind ist sicher schwieriger zu unterrichten, doch das ist kein Grund es nicht zu mögen. Ich möchte Eure Kreativität befreien! Lasst uns zusammen „ungezogen“ sein, alles aufschreiben. Unsere Träume, unsere Phantasien, unsere geheimsten Wünsche. Ich verspreche die Kreativität zu befreien, die immer dann offenbar wird, wenn wir glauben, wir werden nicht „erzogen“. Am Schluss gestalten wir ein Fest und Lesen unsere Texte „laut“ vor.

Bona Vox

Ein A-capella Konzert von VieVox

Samstag, 9. November 2013, 19:30 Uhr

So sehen also Wiener Sängerknaben nach dem Stimmbruch aus. Vor drei Jahren ist mit dem Vorhaben, ein dynamisches Vokalensemble aus ehemaligen Wiener Sängerknaben zu gründen, VieVox entstanden. Gefunden haben sich acht erfahrene Sänger, die gemeinsam einen einzigartigen Klang formen. Der Auftritt im MuTh steht unter dem Motto „gute Nacht“. Mit bekannten Opernnummern, Stücken der Comedian Harmonists und Evergreens der Bee Gees werden die jungen Männer aber gewiss dafür sorgen, dass dieser Abend für die Konzertbesucher alles andere als zum Einschlafen wird.

VieVox

Bariton: Thomas Weinhappel

Theater-Workshop von Sylvia Rotter

Actin’ in the MuTh

für Kinder im Alter von 6-18 Jahren

Sonntag, 10. November 2013, 11:00 Uhr

„Bühne frei!“ Unter diesem Motto steht der Workshop des Wiener Kindertheaters für Kinder und Jugendliche im MuTh am 10. November 2013. Für 2 Stunden können die TeilnehmerInnen Bühnenluft schnuppern, ihrer Fantasie freien Lauf lassen, jemand anders sein, die Welt neu entdecken – voller Kreativität. Durch das Wiener Kindertheater lernen sie diese Welt auf spielerische Weise kennen: beim Erfinden von Situationen, beim Hineinschlüpfen in verschiedenste Rollen, durch Improvisation, Tanz und vielem mehr. Endlich dürfen Kinder das tun, was sie am besten können: ihre Freude am Spielen und Experimentieren frei ausleben.

Inhalt:

Schminken und Verkleiden

Improvisation und Assoziation zu bestimmten Themen

Pantomime und Tanz

Teamübungen

Rhetorik- und Präsenzübungen

Konzentrations- und Sprachübungen

Textarbeit und Szenenerarbeitung

und und und…

Grüße aus Moskau und Wien

AMADEUS International School Vienna

Junge MusikerInnen gemeinsam gegen den Menschenhandel

Sonntag, 10. November 2013, 19:30 Uhr

Junge begabte Solisten-SchülerInnen von der „AMADEUS International School Vienna“ im Alter von 12 bis 18 Jahren, mit Unterstützung von vier überragenden jungendlichen Pianisten und -innen aus dem Gnessin-Konservatorium Moskau, treten gemeinsam in einem Konzert auf, welches das Bewusstsein über den Menschenhandel, insbesondere den Handel mit Kindern, schärfen soll. Sozialwissenschaftler schätzen, dass es weltweit derzeit 27 Millionen Opfer von Menschenhandel gibt, wovon ein Viertel Kinder sind. Unter der Schirmherrschaft der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) werden die jungen KünstlerInnen aus Moskau und Wien ein Programm virtuoser Meisterwerke präsentieren und ihre herausragenden musikalischen Talente unter Beweis stellen. Das Gnessin-Institut ist eine berühmte Musikschule in der russischen Hauptstadt, aus der regelmäßig Studenten und -innen hervorgehen, die professionelle Konzertkarrieren starten. AMADEUS Vienna hat sich seit seiner Eröffnung im Jahr 2012 bereits als ein Magnet für sehr junge internationale Musiker etabliert, die in der Musikmetropole Wien studieren möchten. Dieses Konzert wird das Publikum über die musikalische Begabung dieser jungen Menschen in Erstaunen versetzen und uns gleichzeitig an die Dringlichkeit erinnern, sich eines der schockierendsten Phänomene unserer Zeit bewusst zu werden und ihm vorzubeugen: der modernen Sklaverei.

Ö1 Musiksalon – Favorites from Vienna

Mit Lidia Baich und Matthias Fletzberger

Montag, 11. November 2013

Kinderkonzert: 11.00 Uhr, Abendkonzert: 19.30 Uhr

Das Können der besten Virtuosinnen und Virtuosen des Landes und der einmalige Klang der wertvollen Streichinstrumente der OeNB zeichnen die Konzerte des Ö1 Musiksalons aus.Die Geigerin Lidia Baich und der Pianist Fletzberger sind ein erfolgreiches Duo mit einem Optimum an klanglicher Differenzierung, phänomenaler Virtuosität und enormer Stilsicherheit. Gemeinsam erarbeiten sie zahlreiche große Werke der Weltliteratur sowie eigene Arrangements.

Der ernsten Muse Leichtigkeit

Gibt es so etwas wie das Österreichische in der Musik überhaupt? Lidia Baich und Matthias Fletzberger folgen den Spuren von „wienerischer“ Volksmusik im klassischen Musikrepertoire – und immer schon war es die Geige, die ja in der Volksmusik als „Fidel“ fest verankert ist, der volksmusikhafte Töne in der Kunstmusik anvertraut werden. So ist ein abwechslungsreiches Programm entstanden, in dem viele durchaus sehr bekannte Werke in einem neuen Zusammenhang und dadurch auch in neuem Licht erscheinen. Und bei aller ernsthaften Auseinandersetzungen verschwimmt die Grenze zwischen E(rnster)- und U(nterhaltungs)-Musik immer mehr.

Violine: Lidia Baich

Piano: Matthias Fletzberger

Konzert

Songs & Beauties

Uli Soyka / Chorus Juventus

Freitag, 15. November 2013, 19:30 Uhr

Die Musik-Gruppe PAN TAU-X „Songs & Beauties“ bewegt sich in musikalischen Bereichen von Jazz & Improvisation in einer Art musikalisch-europäischer Dialektik. Das ausgewählte Programm verspricht eigene, melodische, schräge, einprägsame Kompositionen der Akteure sowie ausgewählte Fremdkompositionen.Die musikalische Stückauswahl findet in wunderbaren Arrangements, spontan improvisierten Interpretationen und freien Improvisationen ihren Ausdruck. Die Musik besticht durch spannende Vielfalt, umwerfende Interaktionen der großartigen Instrumentalisten. Der Zuschauer wird auf eine musikalisch erfrischende Reise in harmonische, sowie dissonante – „jazzig-schräge“ Klangwelten entführt.

Altsaxofon, Flöte: Wolfgang Puschnig

Klavier, Keyboard, Sounds: Uli Rennert

Gitarre: Henrik Hallberg

Kontrabass: Jan Roder

Schlagzeug, Spielsachen: Uli Soyka

pan tau-x-music & arts / www.pantau-x-records.com

Songs & Beauties = Jazz & Improvisation in moderner Reinkultur

Konzert

The Armed Man

A Mass for Peace von Karl Jenkins

Montag, 18. November 2013, 18:30 Uhr

Keine Zeit hat so furchterregende Waffen hervorgebracht wie das 20. Jahrhundert. Grund genug, für den Jahrtausendwechsel wenigstens mit den friedlichen Mitteln der Musik eine Friedensvision zu beschwören: Vom Royal Armouries Museum bei Karl Jenkins in Auftrag gegeben und den Opfern des Kosovo-Konflikts gewidmet, ist das Werk für Chor und großes Orchester ein zeitgenössisches Beispiel einer Messe auf der Grundlage des aus dem 15. Jahrhundert stammenden französischen Lieds „L’Homme Armé“. Das Gesamtwerk beinhaltet religiöse und weltliche Texte, die als Kontrapunkte zwischen die Teile einer großen christlichen Messe gesetzt sind. Karl Jenkins verbindet die Tonsprache klassischer Musik mit Elementen von experimentellem Jazz und Weltmusik. Ein großartiges Werk, das den Zuhörer im Innersten aufwühlt: mal durch zur Schlacht rufende Fanfaren, mal durch engelsgleiche Chöre – vom irdischen Kampf zum himmlischen Frieden, hoffnungsvoll endend mit der bitter bezahlten Erkenntnis „better is peace“.

Chorus Juventus der Wiener Sängerknaben

Auswahlchor des Musischen Gymnasiums Salzburg (Chorleitung Thomas Huber), Landesjugendorchester Salzburg

Dirigent: Norbert Brandauer

Musiktheater ab 6 Jahren

Oliver Twist Die Geschichte eines Straßenkindes

von teatro

23. November 2013, 14:00 und 17:30 Uhr

24. November 2013, 11:00 und 16:00 Uhr

Am 18. Juli 2013 feierte das neue teatro Musical „Oliver Twist – die Geschichte eines Straßenkindes“ im Stadttheater Mödling seine Uraufführung. Als dessen Inspirationsquelle dient die Erzählung Oliver Twist von Charles Dickens. Die Geschichte eines vollwaisen Straßenkindes im Spannungsfeld zwischen Gut und Böse als poetische und berührende Musicalfassung  für Kinder. Einzigartig für das Land Österreich ist und bleibt die Realisierung von Musiktheater von Kindern, Jugendlichen und Profis für Jung und Alt. Die mit großer Begeisterung spielenden jungen DarstellerInnen entführen mit Ihren professionellen KollegInnen in eine bezaubernde Welt.

Buch: Norbert Holoubek, Liedertexte: Norbert Holoubek/Norberto Bertassi

Musik: Walter Lochmann/Norberto Bertassi, Regie: Norberto Bertassi

Arrangements und musikalische Leitung: Frizz Fischer

Choreographie: Kathleen Bauer, Kostüme: Angelika Pichler

Bühnenbild: Vittorio Greco, Maske: Irene Altmann

mit

Oliver – Verena Suchard

Fagin – Peter Färber

Nancy – Katharina Wollmann

Bill – Alexander Hoffelner

Dodger – Florine Schnitzel

Mr. Bumble – Ronny Hein

sowie das teatro Ensemble mit 40 weiteren DarstellerInnen und 8 live Musikern.

Der Fluss

Die Lieder der Lebenden, die Lieder der Toten

von Peter Wagner

Musik und Musikarrangement: Ferry Janoska

Montag, 25. November 2013, 19.30 Uhr

Der Fluss ist Leitmotiv des „orphischen Theater-Essays“ des burgenländischen Autors und Regisseurs Peter Wagner. Gemeint ist damit weniger der griechische Totenfluss als vielmehr das Fluidum eines mehrsprachigen Grenz- und Schwellenlandes, wie es das heutige Burgenland seit Jahrtausenden darstellt. Die Fächerung des verwendeten Liedgutes, das vom Komponisten Ferry Janoska zu einem zeitgemäßen Hörerlebnis arrangiert und von SchauspielerInnen und SängerInnen zu Live-Musik interpretiert wird, reicht von weltlichen Liedern aller im Burgenland einstmals und gegenwärtig vorhandenen Sprachgruppen (Deutsch, Kroatisch, Ungarisch, Jiddisch, Hianzisch, Roman) bis zu Volksballaden und geistlichen Liedern aus dem Bereich der Totenklagen. Mit: Barbara Horvath (ungarische Lieder), Marco Blascetta (kroatische Lieder), Eveline Rabold (deutsche und hianzische Lieder), Sandra Selimovic (Roma-Lieder), Philipp Eisenmann (deutsche und jüdische Lieder) sowie ein sechsköpfiges Instrumental-Ensemble

Österreichischer Kabarettpreis – Verleihungsgala

Mittwoch, 27. November 2013, 20:00 Uhr

„Satire gibt es seit der Antike. Satire ist wichtig. Satire kann politisches und gesellschaftliches Korrektiv sein. Satire fordert das Denkvermögen und reizt zum Lachen oder Lächeln. Kabarett ist eine Spielform der Satire, ein jüngeres Tochterunternehmen. Gleich wichtig. Und ebenso wichtig sind Würdigungen dieser Kunstform als Teil des kulturellen Erbes. Und als Anerkennung derselben. Der Österreichische Kabarettpreis ist eine wichtige Würdigung, der von einer Fachjury vergeben wird. Den Juror/innen ist ebenso zu danken wie jenen Menschen, die diesen Österreichischen Kabarettpreis möglich machen, ihn durchführen und ihn dokumentieren. Und natürlich nicht zuletzt den Künstler/innen, die diese Kunst hervorbringen.“ Iris Fink, Vorsitzende der Jury des „Österreichischen Kabarettpreises“ Die Jury – bestehend aus namhaften Kulturjournalisten – hat sich 2013 für folgende Preisträger entschieden:

Förderpreis: BlöZinger „Erich“

Hauptpreis: Severin Groebner „Servus Piefke!“

Sonderpreis: Science Busters

Die Moderation übernimmt dieses Jahr wieder Christoph Wagner-Trenkwitz.

Laudatoren werden Leo Lukas für Severin Groebner, Günther Lainer für BlöZinger und Günther „Gunkl“ Paal für Science Busters sein.

Konzert

Adamas Quartett

Eine Veranstaltung der Jeunesse in Zusammenarbeit mit dem MuTh

Donnerstag, 28. November 2013, 19:30 Uhr

„Das Adamas Quartett ist das derzeit interessanteste junge Wiener Streichquartett.“ So bezeichnete Otto Brusatti von Ö1 das Nachwuchsquartett, das nicht nur in Österreich, sondern auch in Ländern wie Armenien, Griechenland, Slowenien, Kroatien, Italien, Deutschland, den USA, Frankreich, Bulgarien, Polen, Venezuela und der Türkei das Publikum mit seiner Natürlichkeit, höchstem Spielniveau und großer Freude am Musizieren begeistern konnte. Ihr Talent stellten die vier jungen Musiker bereits bei zahlreichen Wettbewerben als Gewinner und Preisträger unter Beweis. Das Adamas Quartett engagiert sich weiters im Bereich der unkonventionellen Musikvermittlung, in dem es verschiedene Kunstformen wie beispielsweise Schauspiel und Musik oder Rhetorik und Musik miteinander verbindet. Künstlerisch versucht das Adamas Quartett stets neue Wege zu gehen und diese mit den bereits bekannten zu verbinden. Dies deckt sich mit dem Anliegen, stets lebendige und kontrastreiche Konzerte zu gestalten. 2013 wurde das Adamas Quartett mit dem „Jeunesse MehrWERT-Preis der Erste Bank“ ausgezeichnet.

Programm

J. Haydn: Streichquartett h-Moll Hob. III:37

C. Debussy: Streichquartett g-Moll op. 10

P. Haas : Streichquartett Nr. 2 op. 7 „Von den Affenbergen“

Violine: Claudia Schwarzl

Violine: Roland Herret

Viola: Anna Dekan

Violoncello: Jakob Gisler

Schlagwerk: Ivan Bulbitski

Wiener Jüdischer Chor Bild: Mirjam Lieder

Wiener Jüdischer Chor
Bild: Mirjam Lieder

Jiddischer Kulturherbst

12. – 26. November 2013

Der Jiddische Kulturherbst findet von 12. bis 26. November 2013 heuer an nur einem Spielort statt. Auftakt des Festivals, das vom Jüdischen Institut für Erwachsenenbildung rund um Prof. Kurt Rosenkranz realisiert wird, ist ein Konzert mit Roman Grinberg und seinem Ensemble am 12. November. Grinberg – seit Jahren Fixpunkt des Festivals – unterhält mit einem abwechslungsreichen Programm. Man kann sich auf einen musikalischen Abend auf höchstem Niveau freuen. Israel Treistman, dem Publikum durch seine mehrfachen Gastspiele in Wien bekannt, wird am 14. November gemeinsam mit Monika Wardimon und Anat Atzmon in Wien auftreten. Der Wiener Jüdische Chor wird unter dem Motto „Oj, Chanukka!“ Chanukka- und Winterlieder zum Besten geben und seine neu erschienene CD präsentieren. Mit einem ganz besonderen Programm wartet Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg am 17. November auf: im Rahmen einer Matinee kann man nicht nur typisch jüdische Speisen wie gefillte Fisch, Piroggen oder Latkes genießen, sondern „Beim Rebben’s Tisch“ jiddischen Liedern, lustigen Anekdoten und interessanten Informationen zu den traditionellen koscheren Speisen lauschen. Rafael Goldwaser präsentiert am 20. November sein Programm „S’brennt“ mit Monologen des bekanntesten jiddischsprachigen Schriftstellers Schalom Alejchem. Unterstützt wird er dabei mit Übersetzungen durch die österreichische Schauspielerin und Sängerin Caroline Koczan. Zum Abschluss des Festivals und als besonderes Highlight wird am 26. November Oberkantor Shmuel Barzilai gemeinsam mit den Wiener Sängerknaben auf der Bühne stehen.

Lions Benefizkonzert zugunsten gehörgeschädigter Kinder

Beethoven – Tosende Stille

Samstag, 30. November 2013, 15:00 Uhr

Beethovens Leben verlief wie eine Achterbahn: himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt, über alle Maßen aufregend und intensiv. Er war oft ein Hitzkopf, aber auch sensibel wie eine Mimose. Schon als er ein Kind war, erkrankten seine Ohren, bis es eines Tages für immer still um ihn wurde. In seiner Seele aber erlebte er das pure Tosen. Dieser „tosenden Stille“ gehen Friedrich Kleinhapl und seine Freunde nach, indem sie seine Werke spielen, von diesem außergewöhnlichen Titan erzählen und aus seinen Schriften lesen. Gespielt werden Auszüge aus Beethovens Cello- und Violinsonaten, sowie aus zeitgenössischen Briefen von Beethoven, an Beethoven, über Beethoven.

Violine: Lidia Baich

Violoncello: Friedrich Kleinhapl

Klavier: Andreas Woyke

Rezitator: Paul Wolff-Plottegg

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