Bronski & Grünberg: Julius Caesar

November 21, 2019 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Die Despotin trägt Leopardenpelz

Konfrontation vorm Kapitol: Sophie Aujesky als Julius Caesar, Josef Ellers als Brutus, Franziska Hetzel als Marc Anton. Bild: © Philine Hofmann

Das Bronski & Grünberg hat Helena Scheubas Shakespeare-Überschreibung von „Julius Caesar“ wiederaufgenommen, und wer die brillante Produktion bis dato versäumt hat, dem sei sie nun wärmstens empfohlen. Nach „#Werther“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=24657) und „Richard III.“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=26488) ist dies die dritte Zusammenarbeit der Theatermacherin mit der Progressiv-Boulevard-Bühne, und einmal mehr versteht sie es einen Klassiker der Weltliteratur ganz ohne Gewaltanwendung frech und frisch und flott zu machen.

Das heißt, Scheuba lässt die Handlung strikt entlang des Originals ablaufen, hat aber den Shakespeare’schen O-Ton ins Heute weiterentwickelt – was die 400 Jahre alten Zitatenschatzsätze des britischen Barden, vom ersterbenden „Et tu, Brute?“ über die Spottrede auf den „ehrenwerten Mann“ bis zum angedrohten Wiedersehen bei Philippi, mit einer aktuellen Brisanz ausstattet, und dem absolutistisch-elisabethanischen Konfliktstoff, interpretiert mal pro, mal contra Tyrannenmord, sozusagen neue Sprengkraft verleiht. Scheuba scheut sich nicht, anhand ihrer Schauspieler

Sophie Aujesky und Josef Ellers eindeutiger als die Vorlage zu definieren, wer gut und wer böse ist. „Wir leben in unruhigen Zeiten“, lässt sie die Verräter-Poetin Cinna sagen. Die Kostüme von Raphaela Böck sind modern, Lederjacke, Rollkragenpullover und Kleines Schwarzes, die Bühne von Niklas Murhammer und Pauline Scheuba ist mit Plakaten zugeklebt, mittels derer für eine „Alle Wege führen nach Rom“-TaxiApp, einen xxx-Shop namens „Veni, Vidi, Veni“ und das Getreideprodukt „Brotus – Alles für die Ähre“ geworben wird – die Affichen allerdings die einzigen Zugeständnisse ans groteske Bronskieske, die Aufführung ansonsten von großer Ernsthaftigkeit. Der Clou des Ganzen ist ein anderer, nämlich, dass Scheuba die Shakespeare-Figuren gegendert hat.

Calpurnias Albträume und Todesängste halten Caesar nicht auf: Felix Krasser und Sophie Aujesky. Bild: © Philine Hofmann

Ein Freiheitskämpfer verfängt sich im Intrigenspiel: Josef Ellers‘ Brutus ist tatsächlich ein ehrenwerter Mann. Bild: © Philine Hofmann

Statt beleibter Männer lasst also gefährliche Frauen um mich sein, auftritt die fabelhafte Sophie Aujesky als Julius Caesar, die Despotin umhüllt von Leopardenpelz und einer Aura des Jovial-Gönnerhaften, die Aujeskys souveränes Spiel alsbald als Maske vor dem Willen zur Macht enttarnt. Um nichts weniger als Teufelin aus Teflon präsentiert sich Franziska Hetzels Marc Anton, gerade wurde ihr die Krone im doppelten Wortsinn nicht abgenommen, nun steht sie mit Coffee-to-go-Becher da, um ihren nächsten Schritt auszuklügeln. Alma Hasun will als Mordkomplott schmiedende Cassius

den darob irritierten Brutus für ihre Idee zu den Iden des März instrumentalisieren. Felix Krasser warnt als sorgenvoller, von Albträumen geplagter Calpurnia die Gattin vor dem Gang zum Kapitol. In schnellem Takt wechseln die Darstellerinnen die Charaktere, vor allem die wunderbar wandel- bare Samantha Steppan hat diesbezüglich von Patrizier bis Plebs misera eine Menge zu tun. Die Viererbande gestaltet die Casca als zynisch und tratschsüchtig, die Lepidus als Langweilerin, die Marc Anton schnell loszu- werden gedenkt, schließlich eine kühl-reservierte Octavian, die buchstäblich über Leichen geht.

Es ist Josef Ellers, dem mit dem Brutus nur eine Rolle überantwortet ist, und der macht aus Caesars Ziehsohn tatsächlich einen ehrenwerten Mann. Sein Brutus ist ein gehetzter Freiheitskämpfer, der dem routinierten Intrigenspinnen der anderen nicht gewachsen scheint. Wenn er sagt, die Rüstung, mit der er in die Schlacht ziehe, sei die Aufrichtigkeit, so glaubt man das sofort. Seit James Mason war kein Brutus mehr ein derart an seiner Tat zweifelnder, an ihr verzweifelnder Sympathieträger, und, dass die Auseinandersetzung mit Aujeskys Caesar durch den Geschlechtertausch einen erotischen Anstrich bekommt, ist nur eine der Besonderheiten dieses Abends – dessen Herzstück der Streit zwischen Brutus und Cassius ist, sie heißblütig, er scheinbar stoisch in seinem Schmerz, aber wegen des Suizids seiner Ehefrau Portia mit in Tränen schwimmenden Augen.

Die Verschwörer unterwegs zum Schlachtfeld: Josef Ellers, Felix Krasser, Samantha Steppan und Alma Hasun. Bild: © Philine Hofmann

Lucius beweint Brutus: Samantha Steppan mit Josef Ellers, hi.: Alma Hasun, Felix Krasser und Sophie Aujesky. Bild: © Philine Hofmann

Seit 44 v. Chr. weiß man, wie schnell die politische Stimmung umschlagen kann, die Revolution frisst ihre Kinder, Destiny’s Child singen „Survivor“, und es ist der ultimative Gänsehautmoment, wenn Octavian, die davor schon Großonkels Leopardenmantel übergeworfen hat, nun dem toten Brutus eine rotzige Würdigung hinterherwirft, bevor sie sich einen protzigen Löwenring an den Finger steckt. Es lebe Augustus! oder: Wie’s zugeht, wenn das Gesetz ausgehebelt und eine Republik niedergerissen wird.

Mit ihrem zeitgenössischen Zugriff auf die Tragedy muss Scheuba auf keinen Gegenwartsbezug pochen, muss auch keine krampfhaften Parallelen zum Jetzt ziehen, ihre „Julius Caesar“-Adaption ist rundum geglückt – und beglückend ist das authentisch agierende Ensemble, das sich seiner theatralen Aufgabe mit überbordender Spielfreude in die Arme wirft.

www.bronski-gruenberg.at

Teaser: www.facebook.com/joe.ellersdorfer/videos/10220687349313172           www.facebook.com/helena.scheuba/videos/10222126693822621

  1. 11. 2019

Kammerspiele: La Cage aux Folles

September 11, 2015 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Michael Dangl macht die Ulknudel zur Charakterrolle

Herbert Föttinger, Michael Dangl Bild: Rita Newman

Herbert Föttinger, Michael Dangl
Bild: Rita Newman

Die schönsten Momente hat der Abend in seinen leisen lyrischen. Wenn Nachtclubbesitzer Georges seinen Star und Lebenspartner Albin mit dem „Song am Strand“ an ihre erste Begegnung erinnert, dazu romantisch der Mond scheint und keusche Küsse getauscht werden. Wenn der Sohn Jean-Michel seine „Mutter“ Albin gegen die selbsternannten Rechtschaffenen verteidigt. Und natürlich, wenn Michael Dangl als Albin erklärt: „Ich bin, was ich bin“.

Die Gänsehautnummer. Die Zeit zum Innehalten in dieser in Teilen temporeichen Inszenierung.

Werner Sobotka hat an den Kammerspielen der Josefstadt das Travestiemusical „La Cage aux Folles“ auf die Bühne gestellt. Und dabei ebenso nah am Tränenkanälchen gebaut wie auf Brachialhumor gesetzt. Schnell und grell – tatsächlich könnte das Licht subtiler sein – hat er die Varieténummer in Szene gesetzt, Teller und Beine fliegen, die einen tief, die anderen hoch, Popos, auch nackte, wackeln, die Pointen nicht, die sitzen nämlich auf den Punkt genau. Jedes nur denkbare Schwulenklischee spielt der Regisseur lustvoll wie ein Atout aus. Da ist nichts pc. Doch die Schwestern können mehr als Hach! und Huch! kieksen. Sobotka inszeniert die Geschichte einer Liebe, einer großen Liebe. So heiß möchte man auch mit einem fehlenden .. N! natürlich! … begehrt werden. Wenn auch die Oberfläche Patina angesetzt hat, weiß das Herz doch wo es hingehört. Dass das über die Rampe kommt, ist den Hauptdarstellern Michael Dangl und Herbert Föttinger zuzurechnen. Föttinger ist als Cage-Chef Georges hinreißend. Geschmeidig, auch beim Tanzen, so lange Knie und Hüfte mitmachen, charmant, ganz eitel Wonne. Er hat Schmäh, sein Text doppelten Boden, sagt er „die Direktion“ lachen die Leute a priori. Cage und Kammerspiele werden eins. Doch Föttinger, das ist schön, das ist eine neue Farbe, ist nicht das Schlitzohr, als das Georges schon interpretiert wurde. Er ist ein wahrhaft und aufrichtig und unter Schmerzen Liebender. Seine Empfindungen für Albin sind im doppelten Wortsinn Passion.

Michael Dangl dominiert die Aufführung als Albin und dessen Show-Alter-Ego Zaza. Er kostet das Jubiläum seiner 50. Josefstadt-Rolle voll aus. Er ist als Diva ein großer Tragöde. Wenn Georges ihm ein sarkastisches „God save the Drama-Queen!“ zuwirft, dann ist das nur eine Seite der Paillette. Dangl hat in seiner Figur einen Menschen erkannt, und dem versucht er mit seiner Darstellung gerecht zu werden. Was ihm mit Klasse, mit Stil und Elegance gelingt. Freilich darf Dangl mit viel Vergnügen ulknudeln – eine einwandfreie Slapsticknummer etwa, wie er „John Wayne als kleines Mädchen“ gibt, Albin soll ja Jean-Michels künftigen Schwiegereltern als Hetero untergejubelt werden -, doch wie da eine(r) mit „Mascara“ gegen das Älterwerden aufbegehrt, wie die Ausnahmeerscheinung Albin kämpferisch seinen Platz in einer gleichgebügelten Welt behauptet, das gibt der Rolle Charakter. Man hat in Wien Albin/Zaza schon resignativer gesehen, an den überlebensgroßen Vorgänger gab es ob der Ankündigung der Kammerspiele-Premiere einiges an Reminiszenzen. Dangl braucht keinen Vergleich zu fürchten, weil keiner angestellt zu werden braucht: „Die schönste Zeit ist heut …“ Außerdem kann er singen, ist ein einwandfreier Chansonnier, pardon: Chansonnière, was sich in dieser Inszenierung zum Schaden der Songs nicht verallgemeinern lässt. Nur Susa Meyer ist als Jacqueline naturgemäß stimmgewaltig.

Dabei sorgt Christian Frank mit nur fünf Mann für beinah Big-Band-Sound, es swingt schwungvoll aus dem Orchestergräbelein. Sobotka und Choreograf Simon Eichenberger casteten dazu eine großartige Tanztruppe.  Die Cagelles Arthur Büscher, Nicola Gravante, Christian Louis-James, Stefan Mosonyi, Timo Radünz und vor allem – als die Reitgerte schwingende Hanna aus Holland – Niran Straub sind Sobotkas sexy Sechs. Der erbrachte Beweis, dass auch ausgemachte Schönheiten versaut komisch sein können 😉 , siehe ein Einblicke Richtung Eingriff gewährender Herren-Can-Can. Gegen so viel Frauenpower hat es der Rest schwer. Niklas Abel gibt den Jean-Michel als Parade(schwieger)sohn. Der wunderbare Martin Niedermair ist als Butt-ler Jacob ein Kabinettstück, ein freches Kammerkätzchen von fast Molière’scher Prägung. Die verstockt konservative Familie Dindon rund um Familienoberhaupt Peter Scholz sieht dagegen, während es die anderen bunt treiben, ziemlich blass aus.

Das Publikum dankte für drei Stunden bittersüßen Spaß mit Standing Ovations. Werner Sobotka nahm sie inmitten des Ensembles fast mit Verwunderung entgegen.

Regisseur Werner Sobotka im Gespräch: www.mottingers-meinung.at/?p=14538

Video: www.youtube.com/watch?v=ueWh6T9P2Vc&feature=youtu.be

www.josefstadt.org

Wien, 11. 9. 2015

Anna Badora startet durch

August 17, 2015 in Bühne, Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

„Fasching“ wird’s am Volkstheater. Mit Adele Neuhauser

Der Marienthaler Dachs: Günter Franzmeier als Vater Staat Bild:  © Robert Polster

Der Marienthaler Dachs: Günter Franzmeier als Vater Staat
Bild: © Robert Polster

Das klingt schon mal spannend! Das klingt nach gesellschaftspolitisch engagiertem Stadttheater! Was Wien dringend braucht … Mit einer Vielzahl von Programmpunkten eröffnet Anna Badora ihre Intendanz am Volkstheater, darunter „Hakoah Wien“ (Wiener Premiere: 9. September) als Übernahme von ihrer vorherigen Wirkungsstätte, dem Schauspielhaus Graz, ebenso wie „Nora³“ (Wiener Premiere: 12. September) vom Düsseldorfer Schauspielhaus.

Auf zwei Produktionen ist aber Augenmerk zu legen:

„Fasching“ von Gerhard Fritsch hat am 5. September Premiere. Badora selbst führt bei der österreichischen Erstaufführung des „verkannten Werks“ – Zitat – Regie. Der Wiener Schriftsteller Gerhard Fritsch (1924–1969) schuf mit seinem Opus magnum das eindrucksvolle Panorama einer Kommune ohne Reue, sexuell aufgeladen und politisch aggressiv. In wechselnden Masken und Kleidern wird der Ausnahmezustand Fasching zum Gesetz erklärt: Felix Golub kommt nach zwölf Jahren in das Städtchen zurück, in dem er als Deserteur untergetaucht war. Gerettet hatte den damals 17-Jährigen eine geheimnisumwitterte Baronin und Miedermacherin – sie folgte dabei vorgeblich einem alten Gesetz: „Der Feigling wird in Frauenkleider gesteckt.“ Felix hasste seine lebensrettende Frauenrolle, nutzte sie aber trickreich, um den verliebten Nazi-Befehlshaber zur Kapitulation zu bewegen. So bewahrte er im April 1945 die Stadt vor der Zerstörung … Als Felix nun aus russischer Kriegsgefangenschaft wiederkommt, wird er nicht als Heimkehrer oder Held begrüßt, sondern zur Lachnummer gemacht. Er verkennt die Zeichen – schließlich ist Fasching und jeder zu Scherzen aufgelegt. Zu spät begreift er, dass er der Spaßgesellschaft in die Falle geht. An den Ort des Verbrechens kehrt hier nicht der Täter zurück, sondern das Opfer. Um abermals Opfer zu werden … Die Bühnenfassung dieses exemplarischen Romans der österreichischen Vergangenheitsbewältigung und des schwarzen Humors stammt von Badora und Roland Koberg. Die sprachlich experimentelle Spielvorlage versuchen Christian Dolezal, Thomas Frank, Puppenbauer Nikolaus Habjan, Katharina Klar, Adele Neuhauser, Stefanie Reinsperger, Christoph Rothenbuchner, Nils Rovira-Munoz, Stefan Suske und Elena Schmidt mit Leben zu füllen.

Am 25. September folgt „Der Marienthaler Dachs“ von Ulf Schmidt in der Regie von Volker Lösch. In dem Gewinnerstück des Heidelberger Stückemarkts 2014 analysiert Schmidt in einer vielschichtigen Parabel die Zusammenhänge von Arbeits-, Wirtschafts- und Finanzwelt, ausgehend von der soziographischen Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“ von Marie Jahoda, Hans Zeisel und Paul Lazarsfeld. Zwischen dem Haus Bank-Rott, dem Marktplatz und der Nord- und Südbank lungern Arbeitslose aller Altersgruppen. Vater Staat ist konzeptionslos, denn Mutter Konzern schafft es nicht mehr, die Wirtschaft anzukurbeln. Beider konsumversessene Tochter Gesellschaft kommt ihren Verpflichtungen nicht nach, der Kleine Mann bleibt auf der Strecke. Während die Haustiere so mancher braver Bürger in fremden Suppentöpfen verschwinden, macht das Milchmädchen mit dem Herrn Knecht ihre eigene Rechnung. Es gibt keine Arbeit mehr, dabei haben doch alle im einstmals so glücklichen Marienthal ihren Selbstwert daraus bezogen. Die Schuldigen für die Misere stehen rasch fest, denn den Josefstalern jenseits der Grenze war noch nie zu trauen. Bald werben rivalisierende Heilsbringer um politische Anhängerschaft. Und in seinem Turm, hoch über allen, thront der Dachs, dem die Marienthaler bedingungslos ihre Opfer bringen. Zwar spricht er nur durch sein Medium zu ihnen. Aber die nervöse Befindlichkeit des Da(x)es dirigiert das öffentliche Leben. Dramatiker, Blogger und Digitalberater Schmidt konzipierte das böse Märchen als begehbare Installation. Lösch, der in vielen seiner politisch brisanten Arbeiten im deutschsprachigen Raum die Spezifik sozialer Gruppen untersucht, filtert daraus eine Analogversion mit Schauspielern und einem Laienchor aus Wiener Arbeitslosen. Mit Gabor Biedermann, Haymon Maria Buttinger, Günter Franzmeier, Sebastian Klein, Steffi Krautz, Evi Kehrstephan, Kaspar Locher, Elisabeth Prohaska, Nadine Quittner, Claudia Sabitzer, Christoph Rodler, Martin Schwanda, Jan Thümer, Martin Esser, Wolf Danny Homann, Niklas Maienschein und Dominik Puhl.

www.volkstheater.at

Wien, 17. 8. 2015

Michael Dangl macht auf Zaza

August 17, 2015 in Bühne, Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Mit Herbert Föttinger in „La Cage aux Folles“

Michael Dangl (re.) als Albin/Zaza Bild: Jan Frankl

Michael Dangl (re.) als Albin/Zaza
Bild: Jan Frankl

Mit seinen fulminanten Performances in „The King’s Speech“ und „Ziemlich beste Freunde“ www.mottingers-meinung.at/?p=7921 hat Michael Dangl an den Kammerspielen des Theaters in der Josefstadt gezeigt, dass für die von ihm dargestellten Charaktere das Lachen der Zwilling des Weinens ist. Tränenreich im besten Falle beide. Wenn er nun in den Fummel schlüpft, wird auch dies unter Garantie keine reine Schenkelklopfnummer. Ab 10. September steht Dangl als in die Jahre gekommener Travestiekünstler Albin alias Zaza auf der Bühne. Josefstadtdirektor Herbert Föttinger, zuletzt als Schauspieler am Haus in Yasmina Rezas „KUNST“ www.mottingers-meinung.at/?p=7159 ganz groß, begleitet ihn als bessere Hälfte und Nachtclubbesitzer in „La Cage aux Folles“. Dass es in der Rotenturmstraße so glitzernd schillert wie in St. Tropez, dafür sorgt Regisseur Werner Sobotka. Außerdem spielen: Niklas Abel (war im Ronacher als Niklas Ill in „Der Besuch der alten Dame“ zu sehen) Jean-Michel, Georges Sohn aus einer früheren Beziehung; Peter Scholz den ultrakonservativen Vater von Jean-Michels Verlobter; der unersetzliche Martin Niedermair den Butler Jacob; Susa Meyer und Ljubiša Lupo Grujčić.

Saisonstart an der Josefstadt ist am 3. September mit Gerhart Hauptmanns „Vor Sonnenuntergang“ in einer Inszenierung von Janusz Kica. Burgtheater-Pensionierter Michael König ist als Geheimer Kommerzienrat Clausen zu sehen, Volkstheater-Abgang Martina Stilp als Paula.

www.josefstadt.org

Wien, 17. 8. 2015