Volkstheater: Niemandsland

Oktober 5, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Die Zeit-Bomben der Kriegstraumata

Birgit Stöger als kriegstraumatisiert Azra mit Seyneb Saleh. Bild: © www.lupispuma.com / Schauspielhaus Graz

Birgit Stöger als kriegstraumatisierte Azra mit Seyneb Saleh. Bild: © www.lupispuma.com / Schauspielhaus Graz

Halbnackte Männer in Militärhosen umtanzen eine Frau, heben sie hoch, reichen sie weiter, bis man erkennt, dieser Akt zeitgenössischen Tanzes ist die Darstellung einer Gruppenvergewaltigung. Ein Kriegsverbrecher setzt zum großen Geständnis an, doch es ist nur das Kunstprojekt eines Sohnes, der fest an die Unschuld seines Vaters glauben will. Ein Anwalt für Menschenrechte vertritt eine syrische Bloggerin, aber in Wahrheit sind ihre Posts von ihm.

Als Yael Ronen und ihre Darsteller das schrieben, wussten sie noch gar nichts vom Hype um Bana Alabed … Am Volkstheater zeigt die israelische Theatermacherin ihr Projekt „Niemandsland“, es ist vom Schauspielhaus Graz nach Wien übersiedelt, wurde aktualisiert und ergänzt. Im Mittelpunkt steht die wahre Liebesgeschichte von Osama Zatar und seiner Frau Jasmin Avissar, er Palästinenser, sie Israelin, und ihrer Suche nach einem Ort, an dem sie ihre Liebe leben können. Es wurde Wien (Ein Gespräch mit den beiden: www.volkstheater.at/themen/auf-der-buehne/niemandsland/). Zatar und Avissar stehen als sie selbst auf der Bühne; Avissar hat die Körpertheaterszenen choreografiert.

Rund um diese True Story knüpft Ronen einen Reigen aus Schicksalen Kriegstraumatisierter. Sie zeigt von der Vergangenheit bewältigte, an der Gegenwart erstickende Menschen. Deren Erinnerungen fallen in den Theaterraum wie Zeit-Bomben. Die Episoden greifen ineinander, spielen in Belgrad, in Ramallah oder hier. Die Bosnierin Azra (Birgit Stöger) ging durch die Hölle des Lagers in Foca, in dem Vergewaltigung als Kriegsstrategie eingesetzt wurde, floh mit dem Produkt dieses Leidens, ihrer kleinen Tochter Leila, nach Wien, wo sie, verfolgt von den Geistern der Vergangenheit, vor sich hin vegetiert.

Leila (Seyneb Saleh), Studentin, Freundin des erschöpften Kriegsreporters Fabian (Jan Thümer), geht als Aktivistin einer NGO nach Palästina und trifft dort auf den Bildhauer Osama. Dessen Frau Jasmin wendet sich in Wien an einen Menschenrechtsanwalt (Julius Feldmeier), der ihn zu ihr bringen soll. Von diesem Dr. Nachmann erwartet sich auch der Schauspieler Miloš (Sebastian Klein) Hilfe. Man hat seinen Vater als Kriegsverbrecher angeklagt. Sein Vater war in Foca …

Osama Zatar will von Palästina nach Österreich gelangen. Bild: © www.lupispuma.com / Schauspielhaus Graz

Osama Zatar will von Palästina nach Österreich gelangen. Bild: © www.lupispuma.com / Schauspielhaus Graz

Seine Frau Jasmin Avissar wendet sich deshalb an einen Wiener Menschenrechtsanwalt (Julius Feldmeier). Bild: © www.lupispuma.com / Schauspielhaus Graz

Seine Frau Jasmin Avissar wendet sich deshalb an einen Wiener Menschenrechtsanwalt (Julius Feldmeier). Bild: © www.lupispuma.com / Schauspielhaus Graz

Das starke Ensemble weiß zu berühren. Zeigt in den Tanzsequenzen bisher ungeahnte Talente. Und wie immer, wenn Ronen mit ihrer Handmacherart auf das Grauen der Welt hinweist, ist das zum Weinen und zum Lachen, lauert die Situationskomik in den Kulissen der menschlichen Tragödien. Vor allem Stöger kann diesbezüglich all ihre schauspielerischen Stärken ausspielen. Im Gespräch mit mottingers-meinung.at sagte sie einmal, es dauere im Schnitt drei Jahre, bis ein Publikum sich mit ihrem Spiel anfreunden würde – da hat sie am Volkstheater aber die Abkürzung genommen.

In „Niemandsland“ geht es um Opfer und Täter, um das Erben von Schuld und um das Weitergeben von Konflikten und daraus entstehenden Traumata an die nächste Generation. Um den Unterschied zwischen Lügner und Lügner. Um die Frage, wer das Recht hat, über Krieg zu reden und um die Gnade der Geburt. Am Ende verursacht eine vermeintlich gute Tat neues Leid. Am Schluss sitzt eine Pointe. Typisch Yael Ronen. Ein bestechender, ein eindrücklicher Theaterabend, ein Statement auch zu Tagen, die erst noch folgen.

www.volkstheater.at

Wien, 5. 10. 2016

Jonas Kaufmann singt an der Staatsoper

Oktober 4, 2013 in Klassik, Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

La fanciulla del West

und weitere Kulturtipps für Oktober

Jonas Kaufmann Bild: © Gregor Hohenberg

Jonas Kaufmann
Bild: © Gregor Hohenberg

Am 5. Oktober hat an der Staatsoper Giacomo Puccinis „La fanciulla del West“ Premiere. Inhalt: Feierabend in einem amerikanischen Camp von Minenarbeitern. Nick, der Barkeeper öffnet den Ausschank, die Arbeiter kehren von ihrem Tagewerk zurück und warten auf Minnie, die Chefin der Kneipe und auch die einzige Frau im Camp. Dabei vertreiben sie sich die Zeit mit Whisky, Kartenspiel und Raufereien. Um sie abzulenken, lässt Nick ein Lied aus der fernen Heimat spielen, Larkens hält es vor Heimweh nicht mehr aus und die Kumpels sammeln Geld, um ihm die Heimreise zu ermöglichen. Der selbsternannte Sheriff Jack Rance, der hinter Minnie her ist, brüstet sich vor allen, dass Minnie bald seine Frau werden wird; darüber gerät er in Streit mit Sonora, der ebenfalls heftig in Minnie verliebt ist. Mitten in diesen Kampf trifft Minnie ein und weist alle in ihre Schranken. Sie betreibt nicht nur die Wirtschaft, sondern versucht den rauen Kerlen im Winter Schulunterricht zu geben und sorgt mit einer Bibelstunde für etwas Einkehr und Besinnung. Ashby, der Chef einer Transportfirma besucht das Camp. Er ist auf der Suche nach einem Banditen namens Ramerrez, der seit einiger Zeit die Gegend unsicher macht. Die Post trifft ein und durch eine Depesche wird Ashby von einer dubiosen Frau über den angeblichen Aufenthaltsort von Ramerrez aufgeklärt. Als Jack mit Minnie allein ist, versucht er ihre Liebe zu erringen, indem er ihr viel Geld anbietet. Brüsk weist sie ihn ab, indem sie ihm vom armen, doch glücklichen Leben und der Liebe ihrer Eltern erzählt. Da betritt ein Fremder das streng bewachte Camp, Jack schöpft Verdacht, ruft die Arbeiter zusammen und stachelt sie gegen den Unbekannten auf. Doch Minnie bürgt für den Fremden, der sich als Mister Johnson aus Sacramento ausgibt. Minnie und er erinnern sich an eine frühere Begegnung. Mit einem kleinen Walzer wird der Unbekannte in die Gemeinschaft aufgenommen. Alarm ertönt, die Arbeiter schleppen Castro, ein Mitglied aus der Bande von Ramerrez, herbei. Er ist gekommen, um alle Arbeiter mit falschen Angaben über Ramerrez‘ Aufenthalt aus dem Camp zu locken, um so seinem Anführer (denn der unerkannte Dick Johnson ist in Wahrheit Ramerrez) die Möglichkeit zu geben, das Camp auszurauben. Alle machen sich auf die Jagd nach Ramerrez, Minnie bleibt allein mit Dick zurück. Die aufkeimenden Gefühle für Minnie machen es Dick unmöglich, diese Frau, die zurückgeblieben ist, um die versteckten Goldvorräte mit ihrem Leben zu verteidigen, zu überwältigen und auszurauben. Bevor er sie verlässt, verabreden sie sich für den späten Abend in ihrer Behausung oben am Berg. In ihrer Behausung bereitet sich Minnie auf Dicks Besuch vor. Als dieser eintrifft, berichtet sie ihm zutraulich von ihrem Leben, doch er verschweigt ihr seine wahre Identität. Beide gestehen sich ihre Gefühle, doch die Idylle wird abrupt durch den Besuch von Jack und einigen Arbeitern unterbrochen. Diese klären Minnie über die wahre Identität Johnsons auf und warnen sie vor ihm, dem Kriminellen. Enttäuscht stellt Minnie Dick zur Rede, er versucht sich zu verteidigen: Nicht freiwillig sei er Bandit geworden, vielmehr hat er nach dem Tod sein Vaters dessen Räuberbande übernehmen müssen. Doch das Zusammentreffen mit Minnie habe ihm den Weg für ein neues Leben gezeigt. Als er merkt, wie tief Minnie von seinem Vertrauensbruch getroffen ist, versucht er zu gehen, doch kaum ist der draußen, trifft ihn die Kugel Jacks, der ihm aufgelauert hat. Minnies Liebe erwacht erneut, sie öffnet ihm die Tür und verbirgt den Verwundeten. Doch einige Tropfen Blut verraten dem zurückkehrenden Sheriff, der sich ungestüm an Minnie vergreifen will, sein Versteck. Da beginnt Minnie für das Leben von Dick zu kämpfen. Eine Partie Poker soll über ihr und Johnsons Schicksal entscheiden. Sollte er gewinnen, will sie sich ihm hingeben und ihm Johnson ausliefern, sollte sie gewinnen, gehöre der Geliebte ihr alleine. Nachdem sie Jack sein Ehrenwort abgenommen hat, gewinnt sie die Partie mit falschen Karten. Jack hat sein Ehrenwort gegenüber Minnie gebrochen und setzt alles daran, um Dick zu fangen. Bei anbrechendem Tag beginnt die Verfolgung, doch Dick scheint zunächst zu entkommen. Doch schließlich gelingt es Ashby, ihn zu fassen. Jack will mit seinem Rivalen schnell kurzen Prozess machen, er hetzt die Meute auf, und schon wird Dick die Schlinge um den Hals gelegt. Doch die Hinrichtung stoppt, als Minnies Rufen zu hören ist. Sie nutzt die allgemeine Überraschung und stellt sich schützend vor ihren Geliebten. Nach und nach gelingt es ihr, den Hass und die Mordlust der Männer zum Versiegen zu bringen und sie zu überzeugen, ihren Geliebten zu begnadigen. Minnie und Dick machen sich auf, um anderswo ein neues Leben anzufangen.

Es singen u. a. Jonas Kaufmann | Dick Johnson (Ramerrez) und Nina Stemme | Minnie. Am Pult: Franz Welser-Möst

www.wiener-staatsoper.at

Herbsttage Blindenmarkt: Ziehrers „Landstreicher“

Sein Erfolgsrezept des erfolgreichen nö. Operetten-Festivals setzt Intendant Michael Garschall auch heuer fort – und zwar mit Carl-Michael Ziehrers Rarität „Die Landstreicher“ (Premiere: 4. Oktober, 19.30 Uhr). In der Regie von Gernot Kranner, der auch eine Neufassung geschaffen hat, ist heuer eine prominente „Herbsttage“-Debütantin zu entdecken: die junge Sopranistin Iva Mihanovic in der Partie der Anna. Zuletzt war die vielseitige Sängerin, die seit kurzem mit „Oscar“-Preisträger Maximilian Schell verheiratet ist, u. a. am Münchner Gärtnerplatz-Theater, bei den Seefestspielen Mörbisch sowie beim Lehár Festival in Bad Ischl zu hören. Natürlich wartet die diesjährige Produktion auch mit Publikumslieblingen auf: Gabriele Schuchter und Theater-Allrounder Marcus Ganser (als ideales „Landstreicher“-Paar August und Bertha Fliederbusch) sowie Tenor Anton Graner und Herbsttage-Urgestein Willi Narowetz. Die musikalische Leitung liegt wieder in den bewährten Händen des Ziehrer-Experten Kurt Dlouhy. Die Erfahrung zeigt, dass bei den „Herbsttagen Blindenmarkt“ das Interesse für Raritäten ungebrochen ist: aufgrund der großen Publikumsnachfrage findet am 19. Oktober (15.00 Uhr) eine Zusatzvorstellung statt.

www.herbsttage.at

Schauspielhaus Graz: Drei Mal neu im Oktober

5.10., NIEMANDSLAND, Yael Ronen & Company, Hauptbühne, 19.30 Uhr

Asra ist mit ihrer kleinen Tochter Leyla im Krieg aus Bosnien nach Österreich geflohen. Heute ist Leyla eine politisch engagierte Studentin, die in Palästina arbeiten will – zum Entsetzen ihrer Mutter, denn dort herrscht Krieg und schon das Reden über Krieg ist in Asras Haus tabu.
Osama und Jasmin sind ein israelisch-palästinensisches Paar, auf der Suche nach dem Ort, der sie als gleichberechtigte Bürger aufnimmt. Osama darf Palästina nicht verlassen. Jasmin emigriert nach Österreich und versucht, für ihn Asyl zu erlangen.
Ein renommierter Kriegsreporter steht kurz vor dem Burnout, ein Anwalt wird durch sein Engagement für syrische Blogger zum Medienstar, ein junger Deutsch-Serbe setzt sich mit seiner Vätergeneration auseinander und ein Universitätsprofessor mit Forschungsschwerpunkt Nachkriegs-Gesellschaft fällt aus dem Hörsaal ins wirkliche Leben. Alle diese Schicksale sind miteinander verknüpft, in dem neuen Stück von Yael Ronen (Hakoah Wien), zu dem die wahre Geschichte von Jasmin und Osama den Anstoß gab.

Yael Ronen zählt zu den außergewöhnlichen TheaterkünstlerInnen ihrer Generation. International bekannt wurde sie durch Theaterabende, in denen sie Klischees und Vorurteile auf Kollisionskurs bringt. Gemeinsam mit ihren Ensembles erforscht sie in einem Prozess kollektiven Schreibens und Improvisierens die Spannungen zwischen unterschiedlichen Nationalitäten: „Dem Perfektionismus der Deutschen stehen zum Beispiel die Grobheit und der Humor der Israelis gegenüber. Ich suche immer Gruppen, die sich gegenseitig herausfordern. Daraus ergibt sich eine fruchtbare Arbeit.“

6.10., SEI NICHT DU SELBST, Konzept & Regie Boris Nikitin, Koproduktion u. a. mit steirischer herbst, Probebühne, 20 Uhr

»Der größte Trieb in der menschlichen Natur ist der Wille, bedeutend zu sein.« Dieser Satz des US-amerikanischen Philosophen John Dewey bildet die Grundlage zu Dale Carnegies Buch How to Win Friends and Influence People (1936), einem Klassiker der Motivationsliteratur. Carnegie beobachtet, dass uns Kommunikation und Gemeinschaft, in Folge auch beruflicher Aufstieg, nur dann gelingen, wenn wir diesem Bedürfnis Rechnung tragen. Wenn wir uns aufrichtig für den Anderen interessieren, aufmerksam zuhören, ihm dann und wann ein Lächeln schenken. Auf diesem Prinzip basieren die meisten Formen von Peergroups und Cliquen, von Wahlgemeinschaften und Selbsthilfegruppen, die an Bedeutung gewinnen, je schneller sich traditionelle Formen kollektiver Sinnstiftung in Nichts auflösen. »Sei du selbst!«, hieß der Schlachtruf der Neunziger- und Nullerjahre. Das autonome Selbst war Ziel und Paradigma einer sich nach Individualität sehnenden Gesellschaft. Kunst wie Kommerz setzten auf den authentischen Menschen als Rollenmodell für Freiheit und Emanzipation. Mittlerweile verbreitet sich Katerstimmung. Philosophen wie Robert Pfaller und Byung-Chul Han fordern wieder ein Recht auf Fiktion: weg vom Zwang zur Authentizität, mehr Spiel, mehr Verschleierung, mehr Illusion. Sei nicht du selbst! »Wir sind dabei, uns umzubauen, als Individuen wie als Gemeinschaft. Dinge, die selbstverständlich waren, sind brüchig geworden. Was stellen wir jetzt mit den Fragmenten an? Wir haben die einzigartige Möglichkeit, uns selbst umzuprogrammieren und unser Leben, wie wir es bis zu diesem Punkt geführt haben, radikal loszulassen – inklusive unsere Zukunftsvorstellungen. Der letzte Glaube ist der Glaube an eine Fiktion. Wir müssen uns selbst ermächtigen.« (Boris Nikitin) Der Schweizer Theatermacher Boris Nikitin hat zuletzt am Schauspielhaus Graz in Bartleby oder Sicherheit ist ein Gefühl die Widerstandskraft des Einzelnen befragt und sich am Theater Freiburg mit der Gemeinde der Mormonen auf die Suche nach Gott begeben. In seiner neuen Arbeit, einer Koproduktion von Schauspielhaus Graz und dem steirischen herbst, fordert er angesichts des Paradigmenwechsels die gemeinschaftliche Radikalisierung: Wie werden wir handlungsfähig? Wie bringen wir uns wieder in die Lage, Entscheidungen zu treffen, die wirklich welche sind?

8.10., HERZBETRUNKEN – Ein Ringelnatz-Liederabend von Klaus von Heydenaber, mit Steffi Krautz und Christoph Rothenbuchner

www.schauspielhaus-graz.com

MUTH im Oktober

Am 6. Oktober präsentiert das Philharmonische Ensemble Wien Kammermusik von Mozart, Strauss und Fuchs. Das auf Initiative des philharmonischen Geigers Shkelzen Doli entstandene Ensemble besteht aus zwei weiteren Wiener Philharmonikern, dem Violinisten Holger Groh und dem Cellisten Sebastian Bru, sowie dem international erfolgreichen Konzertpianisten Gottlieb Wallisch. Es ist das erste Konzert des Zyklus „PHILHARMONISCHES ENSEMBLE WIEN“. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Jeunesse Wien ist am 14. Oktober Vesko Stambolov, einer der wichtigsten bulgarischen Pianisten, mit Ensemble zu Gast im MuTh. Dieses Konzert ist Teil des Zyklus „CHAMBER MUSIC“. Mit einem Konzert des Steude Quartett am 30. Oktober klingt der Monat musikalisch aus. Das 2002 von den Mitgliedern der Wiener Philharmoniker gegründete Ensemble spielt Kammermusik von Mozart, Respighi und Schubert. Den Musikern ist der gleichnamige Zyklus „STEUDE QUARTETT“ gewidmet. Auch der Nachwuchs steht im Oktober auf der MuTh-Bühne. Am 1. Oktober findet die Uraufführung von Stephan Kerschbaums Musical „Fariba“ statt. Die Schüler und Schülerinnen des ORG der Wiener Sängerknaben präsentieren am 19. Oktober die Jugendoper „U-Musik“. Sie ist das Ergebnis der im September 2012 gegründeten Opernwerkstatt, ein Projekt bei dem die Jugendlichen eine Oper selbst kreieren und aufführen.

www.muth.at

Slobodija Odysseia, mon Amour!

Marseille-Provence / Wien / Košice

Nach der Uraufführung im Théâtre Toursky in Marseille am 4. Oktober kommt die Bahamut-Produktion für drei Vorstellungen nach Wien. Ausgehend von Homers „Odyssee“ erkundet die Aufführung, was Flucht, Fremdsein, Suche und Ankunft heute bedeuten. Homers Text wurde dramatisiert, dazu gibt es Passagen aus Interviews mit Flüchtlingen und Kriegstraumatisierten. Roma-Musiker spielen live. Eine vielversprechende Idee, die phantasievoll, vielschichtig und sinnlich umgesetzt wird. Homers Odyssee und die politische brisante Realität von Heimatlosigkeit, Flucht und Vertreibung in unserer Zeit verschmelzen in „Slobodija Odysseia, mon amour“ zu einem Kaleidoskop von prägnanten Textpassagen, eindrucksvollem Bewegungstheater, mitreissender Musik und poetischen Bildern.

Termine: 10./12./16. Oktober 2013 / 20 Uhr
Ort: Expedithalle/Ankerbrotfabrik, 1100 Wien, Puchsbaumgasse 1c

Ausstellung: In Zusammenarbeit mit der Galerie Knoll begleiten Werke des renommierten Künstlers Àkos Birkás die Vorstellungen. www.knollgalerie.at

www.bahamutproductions.com

Wien, 4. 10. 2013