Schloss Hof und Schloss Niederweiden: Die Sisi-Sonderausstellung wird verlängert und erweitert

März 15, 2021 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Neu: „Sisi als Medienstar“ und „Sisis Sohn Rudolf“

Schloss Niederweiden: Sisi – Mensch & Majestät. Bild: © Dieter Nagl für SKB

Die Sisi-Sonderausstellung geht in Schloss Niederweiden und Schloss Hof ab sofort bis 26. Oktober in die Verlängerung und wird um zwei Ausstellungsbereiche erweitert. Zu sehen sind weiterhin die 400 ausgewählten Exponate aus dem persönlichen Besitz der Kaiserin Elisabeth. Von Schmuck, Kleidung und Schuhen bis hin zu Gemälden und Skulpturen, diese Objekte bringen den Besucherinnen und Besuchern die faszinierende und facettenreiche Persönlichkeit Elisabeths näher und geben fernab von Mythen und Klischees authentische Einblicke in das Leben und Wirken der Kaiserin.

Die Objekte zeugen von Freud und Leid, Sehnsüchten, Ängsten und Schicksalsschlägen einer Kaiserin, die viele Menschen auch heute noch in ihren Bann zieht. Klaus Panholzer, Geschäftsführer der Schönbrunn Group: „Wir freuen uns über den großen Erfolg dieser besonderen Ausstellung, die von unserer wissenschaftlichen Abteilung liebevoll kuratiert wurde, und wollen mit der Ausstellungsverlängerung den Gästen nochmals die einzigartige Kaiserin-Elisabeth-Sammlung präsentieren und sie für das imperiale Erbe begeistern.“

In Schloss Niederweiden wird in der Ausstellung ein besonderes Augenmerk auf die Rolle Elisabeths als beschützende, wohltätige Kaiserin gelegt. Auch ein Streifzug in ihre Kindheit in Bayern wird unternommen. Darauf aufbauend wird die Geschichte ihrer jungen Liebe zu Kaiser Franz Joseph mithilfe zahlreicher Porträts, Lithografien und Büsten erzählt. Die Vermählung des Kaiserpaares leitet zu Elisabeths Leben am Wiener Hof mit seinen strengen Hofregeln und ihrer kaiserlichen Familie über. Die Schwiegermutter und Tante Erzherzogin Sophie versuchte Elisabeth zu unterstützen, aber auch die Kaiserin nach ihren Vorstellungen zu formen und zu lenken. Der Erzherzogin wird in der Ausstellung ein eigener Bereich gewidmet.

Schloss Niederweiden: Sisi – Mensch & Majestät. Bild: © Dieter Nagl für SKB

Schloss Niederweiden: Sisi – Mensch & Majestät. Bild: © Dieter Nagl für SKB

Schloss Niederweiden: Sisi als Medienstar. Bild: © SKB Alexander Eugen Koller

Schloss Niederweiden: Sisi – Mensch & Majestät. Bild: © Dieter Nagl für SKB

Aus der Ehe mit Kaiser Franz Joseph gingen drei Töchter und ein Sohn hervor. Deren Biografien werden ebenso wie der Tod und die Trauer in Elisabeths Leben beleuchtet. Dabei steht nicht der gewaltsame Tod der Kaiserin im Zentrum, sondern der Schmerz der Mutter, die zwei ihrer Kinder – Sophie und Rudolf – zu Grabe tragen musste. Außerdem wird ihrem Ruf als „makellose“ Schönheit und „Modeikone“ nachgegangen. Um Schicksalsschläge aufzuarbeiten und den Intrigen am Wiener Hof zu entkommen, konzentrierte sich Elisabeth auf sich selbst und auf ihr Erscheinungsbild, dem sie viele Stunden des Tages widmete. Die Ausstellung setzt sich zudem mit Elisabeth als Reisende auseinander, die sehr daran interessiert war, ferne Länder und fremde Kulturen kennenzulernen und der das Reisen darüber hinaus ein freieres Leben ermöglichte.

Auch Elisabeths letzten Jahren an der Seite Franz Josephs und ihrem Nachwirken widmet sich die Ausstellung. Elfriede Iby, wissenschaftliche Leiterin der Schönbrunn Group: „Jedes einzelne Objekt in der Ausstellung erzählt Geschichte und Geschichten und zeigt die Besonderheit und den Reichtum der Kaiserin-Elisabeth-Sammlung.“

Sommerkleid der Kaiserin Elisabeth aus der Korfu-Garderobe. Bild: © SKB A. E. Koller

Schloss Hof: Sisis Sohn Rudolf. Bild: © Dieter Nagl für SKB

Goldenes Geschenkmedaillon der Kaiserin Elisabeth mit Porträtfotos der Kinder Gisela und Rudolf. Bild: © SKB A. E. Koller

Sisi als Medienstar

Elisabeths Leben mit all seinen Höhen und Tiefen fasziniert bis heute und wird nicht zuletzt deshalb auf der Bühne und im Film immer wieder thematisiert. Ein neuer Ausstellungsbereich befasst sich in Schloss Niederweiden mit der medialen Aufarbeitung der historischen Persönlichkeit „Kaiserin Elisabeth“ im Film und auf der Bühne – unvergessen die Filme von Ernst Marischka aus den 1950er-Jahren mit Romy Schneider als Kaiserin Elisabeth und Karlheinz Böhm als Kaiser Franz Joseph in den Hauptrollen. Keine andere Filmproduktion hat das Bild der Kaiserin Elisabeth so nachhaltig geprägt und zur Mythenbildung rund um die Kaiserin beigetragen wie die Sissi-Trilogie von Ernst Marischka. Highlight des neuen Ausstellungsbereichs ist die Präsentation der spektakulären Kostüme des Erfolgs-Musicals „Elisabeth“ der Vereinigten Bühnen Wien, das im Sommer 2021 im Ehrenhof von Schloss Schönbrunn, dem Originalschauplatz, als konzertante Aufführung zu sehen ist.

Sisis Sohn Rudolf

In Schloss Hof erwartet die Besucherinnen und Besucher exklusiv ein zweiter Ausstellungsteil, dessen Schwerpunkt auf dem Kronprinzen Rudolf liegt, Elisabeths einzigem Sohn. Angefangen bei seiner Jagdleidenschaft über sein ausgeprägtes naturwissenschaftliches Interesse bis hin zu seinem Verhältnis zu Frauen und seiner Leidenschaft am Reisen – die Ausstellung rückt die private Seite des Kronprinzen in den Mittelpunkt. Die Ausstellung spannt dabei immer wieder einen Bogen zu Kaiserin Elisabeth. Mutter und Sohn waren sich in vielen Facetten durchaus ähnlich. Beide teilten das Interesse an der Natur oder die Freude am Reisen, wenngleich sich diese Gemeinsamkeiten unterschiedlich manifestierten. In der Ausstellung wird auf die charakterlichen Ähnlichkeiten der beiden immer wieder hingewiesen. Es wird aber auch der Frage nachgegangen, was von Rudolf blieb beziehungsweise von ihm in die Erinnerungskultur eingegangen ist.

Schloss Hof. Bild: © SKB Severin Wurnig

Schloss Hof: Sisis Sohn Rudolf. Bild: © Dieter Nagl für SKB

Schloss Hof: Sisis Sohn Rudolf. Bild: © Dieter Nagl für SKB

Schloss Niederweiden. Bild: © SKB Severin Wurnig

Sisi Ticket Deluxe – Mit Sisi auf Reisen

Bis 26. Oktober ist zeitlich begrenzt wieder das beliebte Sisi Ticket Deluxe an allen Kassen und online unter www.imperialtickets.com erhältlich und einlösbar. Mit dem Kombiticket begeben sich die Gäste auf Kaiserin Elisabeths Spuren und können alle Standorte der Schönbrunn Group um 36 € statt 65,50 € besuchen. TIPP: Die „Sissi im Film“-Tour im Hofmobiliendepot: Auf den Spuren der historischen Kaiserin Sisi und der von Romy Schneider dargestellten Sissi aus Ernst Marischkas Filmen werden mit originalem Mobiliar nachgestellte Filmszenen, Filmausschnitte, Fotos, Plakate und Programmhefte sowie Informationen über den Regisseur und die Schauspielerinnen und Schauspieler gezeigt. www.hofmobiliendepot.at

www.schlosshof.at          Video: www.youtube.com/watch?v=UfTEnUC0bSo            www.youtube.com/watch?v=Vi-HOQbRYuM           www.youtube.com/watch?v=nG8fpxVDp4s&t=533s

15. 3. 2021

2017 steht im Zeichen von Maria Theresia

Oktober 13, 2016 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Große Schau in Wien und Niederösterreich

Maria Theresia im pelzverbrämten Kleid (1743), Maler: Jean-Étienne-Liotard. © Dauerleihgabe der Österreichische-Nationalbank, Bild: A. E. Koller

Maria Theresia im pelzverbrämten Kleid (1743), Maler: Jean-Étienne-Liotard. © Dauerleihgabe der Österreichische-Nationalbank, Bild: A. E. Koller

Das Team der Kuratorinnen und Kuratoren gab gestern anlässlich des Namenstags der europäischen Regentin am 15. Oktober erste Einblicke in die Themen der Sonderausstellung „300 Jahre Maria Theresia: Strategin – Mutter – Reformerin“, die ab 15. März an vier Standorten in Wien und Niederösterreich zu sehen sein wird. Leben, Familie und politisches Werk Maria Theresias werden beleuchtet und ihr Mythos hinterfragt.

„Diese Ausstellung hat auch dank der guten Kooperation mit dem KHM-Museumsverband zwei große Stärken“, erklärt Franz Sattlecker, Geschäftsführer der Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H.: „Wir zeigen Geschichte mit Originalobjekten an ihren Originalschauplätzen. An vier Standorten können wir diese spannende europäische Persönlichkeit gleichzeitig in all ihren Facetten beleuchten. Bei Maria Theresia rechnen wir auch mit großem internationalem Interesse an der Schau“, gibt sich Sattlecker optimistisch.

„Das Leitsujet der Ausstellung ist ein Gemälde von Jean-Étienne Liotard“, erklärt Elfriede Iby. „Das Portrait Maria Theresias war das Ergebnis eines spontanen Zusammentreffens der Monarchin mit dem Künstler und legte den Grundstein für zahlreiche Aufträge der Regentin und des Hofadels.“ Elfriede Iby kuratiert gemeinsam mit Werner Telesko die Ausstellung im Hofmobiliendepot Ÿ- Möbel Museum Wien.

Familienporträt um 1754, Maler: von Martin van Meytens. © Sammlung Bundesmobilienverwaltung, Bild: Fritz Simak

Familienporträt um 1754, Maler: von Martin van Meytens. © Sammlung Bundesmobilienverwaltung, Bild: Fritz Simak

Unter dem Titel „Familie und Vermächtnis“ ist hier nicht nur das mariatheresianische Rokoko am Beispiel von Schloß Schönbrunn ein Thema. „Wir beschäftigen uns mit der großen Familie von Maria Theresia, ihrer Heiratspolitik, aber auch mit ihrem Vermächtnis“, ergänzt Werner Telesko. „Wenn man sich mit dem Mythos der europäischen Regentin auseinandersetzt, ist die Bildpolitik ein ganz zentrales Thema.“

Die Kaiserliche Wagenburg Wien steht unter dem Motto „Frauenpower und Lebensfreude“. „Wir stellen Maria Theresias Lebensfreude, ihre ebenso opulenten wie publikumswirksamen Feste und ihre aus heutiger Sicht so besonders faszinierende Selbstdarstellung im Spannungsfeld zwischen weiblicher Identität und ‚männlicher‘ Herrschermacht vor“, berichtet Monica Kurzel-Runtscheiner, Direktorin der Kaiserlichen Wagenburg Wien. „Denn zu reiten, zu tanzen oder mit der Kutsche zu fahren war damals zugleich Vergnügen und Statement.“

Schloss Hof: Spielzimmertisch. Bild: Fritz Simak

Schloss Hof: Spielzimmertisch. Bild: Fritz Simak

Schloss Niederweiden: Wildküche. Bild: skb

Schloss Niederweiden: Wildküche. Bild: skb

Auf Schloss Hof und Schloss Niederweiden im niederösterreichischen Marchfeld sind „Bündnisse und Feindschaften“ sowie „Modernisierung und Reformen“ die Schlagworte. „Als Politikerin ist Maria Theresia durchaus ambivalent“, bilanziert Karl Vocelka: „Kriege, Leid und Intoleranz prägten ihre Regierungszeit ebenso wie nachhaltig wirksame Reformen und eine zukunftsweisende Modernisierung des Staates“, so der Kurator der beiden Standorte.

www.mariatheresia2017.at

Wien, 13. 10. 2016

2016 kommt die große Kaiser-Franz-Joseph-Ausstellung

November 20, 2015 in Ausstellung

VON RUDOLF MOTTINGER

Es bleibt ihm nicht(s) erspart

Kaiser Franz Joseph 85jährig, Heinrich Waßmuth, 1915 © Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. Bild: Edgar Knaack Sammlung Bundesmobilienverwaltung

Kaiser Franz Joseph 85jährig, Heinrich Waßmuth, 1915 © Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H.
Bild: Edgar Knaack
Sammlung Bundesmobilienverwaltung

„Franz Joseph 1830 – 1916. Zum 100. Todestag des Kaisers“ ist der Titel einer großen Sonderausstellung, die von 16. März bis 27. November 2016 an vier Standorten in Wien und Niederösterreich zu sehen sein wird. Die Ausstellung, aufgeteilt auf Schloss Schönbrunn, die Kaiserliche Wagenburg, das Hofmobiliendepot – Möbel Museum Wien und auf Schloss Niederweiden im Marchfeld, will sich durchaus kritisch mit der Symbolfigur der Donaumonarchie auseinandersetzen. So zumindest Franz Sattlecker, Geschäftsführer der Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H., und Sabine Haag, Generaldirektorin des KHM-Museumsverbands, bei der Programmpräsentation anlässlich des 99. Todestages des Langzeitmonarchen in den Weißgoldzimmern von Schloss Schönbrunn.

„Wir zeigen das Leben Kaiser Franz Josephs in allen Facetten. Er hat 68 Jahre lang die Geschichte Europas maßgeblich mitgeprägt“, erklärt Sattlecker. „Hier in Schönbrunn ist er geboren, hier ist er vor 99 Jahren gestorben. Zusätzlich zu diesen Originalschauplätzen der Geschichte eröffnen wir mit Schloss Niederweiden einen neuen Ausstellungsort in Niederösterreich.“ – „Als Teil der kaiserlich-habsburgischen Sammlungen des Kunsthistorischen Museums beherbergt die Kaiserliche Wagenburg Wien heute einen wichtigen Bestand der einstigen Kutschen und Kleider des Kaisers“, ergänzt Haag. „Die Kaiserliche Wagenburg ist daher ein zentraler Schauplatz der großen Ausstellung zu Franz Joseph und der KHM-Museumsverband zudem an allen Standorten ein wichtiger Leihgeber der Schau.“

Der renommierte Historiker für österreichische Geschichte Karl Vocelka kuratiert die Ausstellungsstandorte „Mensch & Herrscher“ in den sonst nicht zugänglichen Weißgold- und Berglzimmern und in den Kronprinzenappartements in Schloß Schönbrunn, „Fest & Alltag“ im Hofmobiliendepot Ÿ- Möbel Museum Wien sowie „Jagd & Freizeit“ im ehemaligen Jagdschloss Niederweiden. Mario Döberl, Kurator der Kaiserlichen Wagenburg Wien in Schönbrunn, gestaltet ebendort das Thema „Repräsentation & Bescheidenheit“. Vocelka: „Die Ausstellung vermittelt ein ausgewogenes Bild Franz Josephs, dessen öffentliche Wahrnehmung durch Mythen und Klischees geprägt war und vielfach heute noch ist. Ein kritischer Umgang mit seiner Person, der Politik und den persönlichen Verhältnissen des Langzeitkaisers eröffnet neue Perspektiven.“

Die Ausstellungsarchitektur unterstreicht dabei die Person Franz Joseph, ohne sein politisches Handeln außer Acht zu lassen. So holen inszenierte Momente wie ein herrschaftlich nickender Kaiser mit einer Beifall klatschenden Sisi und einem müden Weltkriegssoldaten im Schloss Schönbrunn, die Kutsche seines letzten Weges in der Kaiserlichen Wagenburg, ein Spalier aus Uniformen im Hofmobiliendepot oder eine netzförmige, kuppelartige Strecke aus Geweihen und Köpfen erlegter Tiere auf Schloss Niederweiden die Besucher ab und führen sie zu den Themen und Aussagen der Ausstellung. Aus Kunststoff gestaltete Statuen in verschiedenen Posen an den Eingängen der Standorte holen Franz Joseph sprichwörtlich von seinem Sockel. Eine nonfigurale ‚Lebenslinie‘ begleitet durch das sehr unterschiedliche Innenleben der Ausstellungsräume.

Auf Schloss Niederweiden, das sogar über eine originalgetreu eingerichtete Wildküche verfügt, bettet „Jagd & Freizeit“ den persönlichen Zugang Franz Josephs zur Jagd und seine Faszination für das Waidwerk in die lange Geschichte der habsburgischen Jagdleidenschaft ein. Neben Franz Joseph, der nicht zuletzt durch sein langes Leben eine besonders lange „Strecke“ erlegter Tiere legen konnte, waren zudem auch sein Sohn Kronprinz Rudolf oder Thronfolger Franz Ferdinand legendäre Jäger. Mit teils sehr skurrilen Jagdutensilien wird dabei auch die Entdeckung des Salzkammerguts mit Bad Ischl und den umliegenden Jagdrevieren dargestellt. Nicht zuletzt wird auch die Frage beleuchtet, welche politische Bedeutung Jagdgesellschaften hatten und welche Rolle sie im gesellschaftlichen Leben spielten.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Führungen und Events wird das Projekt begleiten. Außerdem wird es Angebote für Kinder und Schulklassen geben.

www.franzjoseph2016.at

Wien, 20. 11. 2015