Die Wiener Staatsoper streamt Sven-Eric Bechtolfs Ring

November 23, 2021 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Hochkarätiges, kostenloses Lockdown-Programm

Das Rheingold: Jochen Schmeckenbecher und Sorjana Kuschpler. Bild: © Wiener Staatsoper

In der Zeit des neuerlichen Lockdowns wird die Wiener Staatsoper wieder ein kostenloses Streaming-Programm auf play.wiener-staatsoper.at anbieten. Ein besonderes Highlight bildet dabei die Premiere von „Don Giovanni“ in der Regie von Barrie Kosky und unter der musikalischen Leitung von Musikdirektor Philippe Jordan am 5. Dezember, die im ORF III-Hauptabendprogramm sowie auf play.wiener-staatsoper.at live übertragen wird. www.mottingers-meinung.at wird berichten.

Für die erste Woche wurde ein Programm aus dem digitalen Archiv des Hauses zusammengestellt – mit dem Highlight der Ring-Inszenierung von Sven-Eric Bechtolf aus dem Jahr 2016. Beginnend mit „Das Rheingold“ unter Adam Fischer und unter anderem mit Tomasz Konieczny, Norbert Ernst, Jochen Schmeckenbecher und Michaela Schuster wird ab sofort täglich eine Opern- oder Ballettvorstellung gezeigt.

Mit Ausstrahlungen von „Die Walküre“, „Siegfried“ und „Götterdämmerung“ unter Adam Fischer wird in dieser Woche nicht nur Wagners „Ring des Nibelungen“ komplett gezeigt.

Außerdem stehen noch eine Vorstellung von „L’elisir d’amore“ aus dem Jahr 2016 unter Marco Armiliato und unter anderem mit Stephen Costello, Valentina Nafornita und Erwin Schrott, der Ballettklassiker „Don Quixote“ sowie „Der fliegende Holländer“ von 2014 unter der musikalischen Leitung von Graeme Jenkins und unter anderem mit Bryn Terfel, Ricarda Merbeth und Peter Rose auf dem Online-Spielplan.

Die Streams starten jeweils um 19.00 Uhr und sind 24 Stunden lang abrufbar.

www.wiener-staatsoper.at

23. 11. 2021

Die Walküre: Michaela Schuster und Tomasz Konieczny. Bild: © Wiener Staatsoper

Siegfried: Herwig Pecoraro. Bild: © Wiener Staatsoper

Götterdämmerung: Christian Franz und Juliette Mars. Bild: © Wiener Staatsoper

 

Landestheater NÖ: Online-Stream als Osterspecial – mit drei Highlights der aktuellen Saison

April 2, 2020 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Eine digitale Fotoschau führt in die „Theaterräume“

Tilman Rose in der Maske. Bild: Tilman Rose

In der Karwoche zeigt das Landestheater Niederösterreich die Produktionen „Italienische Nacht“, „Die Nibelungen“ und „Der Parasit“ aus der aktuellen Spielzeit als Online-Stream. Die Aufzeichnungen der Generalproben, die der Filmemacher Johannes Hammel realisiert hat, werden auf der Webseite www.landestheater.net jeweils für 24 Stunden ohne Anmeldung frei verfügbar sein. Backstage führt bereits ab 3. April die digitale Foto- ausstellung „Theaterräume“ von

Ensemblemitglied Tilman Rose, der mit der Kamera die persönlichen Momente des Berufes mit seinen Kolleginnen und Kollegen festgehalten hat – während der Proben, vor den Auftritten auf der Hinter- und Seitenbühne, in der Maske, in der Garderobe und beim Pendeln ins Theater. Entstanden sind wunderschön atmosphärische Porträts, die nun als wöchentlich erweiterte Reihe präsentieren werden.

„Italienische Nacht“: Tobias Artner und Bettina Kerl. Bild: Alexi Pelekanos

Die „Italienische Nacht“ von Ödön von Horváth in einer Inszenierung von Alia Luque mit Tobias Artner, Silja Bächli, Tim Breyvogel, Marthe Lola Deutschmann, Bettina Kerl, Tilman Rose und Michael Scherff ist am 4. April ab 16 Uhr zu sehen. Die Handlung ereignet sich 1930 im oberbayerischen Murnau: Einen bunten Abend mit Musik und Tanz haben die Mitglieder vom sozialdemokratischen „Schutzbund der Republikaner“ in einem Gartenlokal organisiert, ihre „Italienische Nacht“.

Und sie wollen beim Feiern von niemandem gestört werden. Draußen marschieren allerdings die Faschisten auf und begehen ihren „deutschen Tag“. Ein Konflikt zwischen den beiden verfeindeten Parteien scheint unvermeidbar. Noch könnten die Republikaner den Faschismus abwenden, noch könnte Mut und Zivilcourage über den Opportunismus und die Feigheit vor den aufsteigenden Nazi siegen. Aber private Probleme und politisch-ideologische Streitereien scheinen den Sozialdemokraten wichtiger zu sein, als der Kampf um den Bestand der Demokratie … Trailer: www.youtube.com/watch?v=4TkdcJOiS6s

„Die Nibelungen“: Valentin Postlmayr, Philip L. Kelz. Bild: Alexi Pelekanos

„Die Nibelungen“ nach Friedrich Hebbel, in Szene gesetzt von Mathias Spaan und gespielt von Philip Leonhard Kelz, Bettina Kerl, Laura Laufenberg und Valentin Postlmayr steht am 9. und 18. April ab 16 Uhr auf dem Programm. „Die Nibelungen“ sind das bekannteste europäische Heldenepos, aber zugleich ein großes Liebesdrama, ein Ritterspektakel und eine Geschichte um Freundschaft und Verrat. Angesiedelt ist das Ganze im Donauraum.

In einer Epoche zwischen magischer Vorzeit und dem Beginn der westlichen Zivilisation. Der Mord an Siegfried setzt eine Spirale der Rache in Gang, deren Showdown durch politische Motive im sich verändernden Europa und persönliche Interessen beschleunigt wird. Mit allen Ingredienzien heutiger Fantasy-Blockbuster erzählt dieser klassische Stoff von den Bruchlinien der Menschlichkeit. Trailer: www.youtube.com/watch?v=A_t0AT1vRMI&t=1s

„Der Parasit“: Tobias Voigt, Tobias Artner als Schlitzohr Selicour, Heike Kretschmer und René Dumont. Bild: Alexi Pelekanos

„Der Parasit“, eine Komödie von Friedrich Schiller, in der Regie von Fabian Alder mit Tobias Artner, René Dumont, Heike Kretschmer, Emilia Rupperti, Dominic Marcus Singer, Rafael Schuchter, Petra Strasser und Tobias Voigt folgt am Ostersonntag, 12. April, ab 16 Uhr. Der große klassische Dramatiker entführt das Publikum auf einen humorvollen Trip in politische Abgründe. Denn die Spezies Schmarotzer gibt es überall. Kollegen, die immer ein bisschen länger in der Chefetage sitzen, die gerne fremde Ideen als ihre eigenen ausgeben.

Geht aber was schief, dann schicken sie jemand anderen vor. Zahlen werden frisiert, Gelder veruntreut, kaum ist der Skandal aufgedeckt, wird versucht, die Fakten zu vertuschen, sodass niemand für den Schaden verantwortlich ist. Bei Friedrich Schiller ist der Parasit auf den mittleren Sprossen der Karriereleiter zu finden. Dort siedelt er im gehobenen Beamtenmilieu sein furioses Lustspiel an, das mit feinstem Komödienbesteck die Winkelzüge des titelgebenden Parasiten Selicour und die Mechanismen von Manipulation und Machtgewinn filetiert. Trailer: www.youtube.com/watch?v=7IxnEfOnF1k

www.landestheater.net

2. 4. 2020