Michael Niavarani liest Nestroy: „Es glaubt kein Mensch, was ein jeder Mensch glaubt, was er für ein Mensch ist.“

Dezember 30, 2020 in Buch

VON MICHAELA MOTTINGER

Der Weltuntergang ist immer ein gutes Thema

Die Mutter ist schuld, das ist sie ja meistens, aber nicht nur Erziehung, auch Auszeichnung formt den Charakter. Und so war’s denn einerseits die Frau Mama, die den Buben ermahnte: „Spiel doch endlich wieder einmal Nestroy“, andererseits der eben errungene, nach dem großen Vorbild benamste Publikumspreis, der Michael Niavarani dazu bewog, sich seine erste Liebe aufs Neue ans Herz zu legen. „Es glaubt kein Mensch, was ein jeder Mensch glaubt, was er für ein Mensch ist“, steht auf dem Buch „mit CD!“-Button. Was so viel heißt wie: Niavarani liest Nestroy.

Eine Sprechplatte mit Booklet? Nein, für all die Feuerfüchse unter den Nia-Fans gewisslich mehr als das. Freilich ist hinreißend, wie auf dieser N & N nach- und ineinandergreifen, wie der Samtbariton wunderbar wandelbar vom Damian Stutzl zu Knieriem und Pfriem, vom Herrn von Lips zur Lucia Distel wird. Allein, ins Silber lassen sich kaum mehr als 70 Minuten stanzen, und der Nia will mehr als handverlesene Gustostückerl vorlesen. Er unterfüttert seinen Nestroy mit dem ganzen Niavarani, mit Erlebtem und Erdachtem, mit Geschichte und G’schichterln, diese zu drucken ja bekanntlich

eine Nia-Spezialität, und wollte jemals ein Werk der Leserin, dem Leser einen Dichter und sein Œuvre näherbringen, so tut es dieses gewitzt mal zwei. N & N als Menschen so vollkommen unvollkommen, das sie dieser Wesenszug zu makellosen Komödianten macht. Als Dreieinigkeit – mit Hochgefühl und Melancholie – unterwegs durch die nächtliche Stadt, so begegnet man nicht dem Alt Wiener, vielleicht grad von einem verlorenen Kartenspiel kommenden, sondern dem nachfahrigen Volkstheatermann. Sich heimwärts sinnierend, soeben hat ihm Harald Schmidt auf der Bühne seiner viralen Neugründung „Theater im Park“ den Nestroy-Publikumspreis überreicht, über Anti-#Corona-Maßnahmen-Demos, Grundrechte und die Sperrstund‘.

„Man kann mit einem Messer jemandem den Bauch aufschlitzen, um ihn umzubringen oder um den Blinddarm herauszunehmen“, denkt Niavarani. Und es fällt ihm – prophetisch: „falls Sie dieses Buch im dritten oder vierten Lockdown lesen“ – ein (deklamierend): „Mein einziger Trost ist die Verzweiflung“. „Machen Sie schon wieder Witze über unseren Bundeskanzler?“, giftet eine Gassi-Geh-Passantin. „Aber nein, gnädige Frau …“ Die Welt steht auf kan Fall mehr lang. Lumpazivagabundus. Weltuntergang ist immer ein gutes Thema, vom Saufen ganz zu schweigen. Sagt Niavarani. Und tauscht den Kometen gegen #Covid-19.

Derart anekdotet sich Michael Niavarani vom Vormärz ins Momentan tour-retour. Beginnend beim schlimmen Buben in der Schule. Eine Deutschprofessorin wie dessen Frau Professor Lazarus kannst nicht erfinden, doch immerhin betraut sie den pubertären Reclam-Rebellen mit der Rolle des Willibald. „Mich hab’n s’bilden wollen! – ’s is lächerlich!“, und aus und g’schehen war’s um den aufwieglerischen Gymnasiasten. Johann Nestroy, er ist ein guter Lehrmeister, ein Ratgeber für Gemüts- und Lebenslagen in beider Bedeutung des Wortes Untiefe, und Niavarani hat vom Zitate-Titan erfahren, dass Zynismus zwar einmal zwicken und ein andermal zuschnappen und sich festbeißen darf, doch dass es der Humor ist, der das Publikum packt und beutelt. Vor Lachen, versteht sich, aber mit etwas Geschick auch dessen Verstand. Der Applaus dafür ist die Butter aufs harte Brot des Künstlers.

Endlich steht da der Name Johann Hüttner. Der eigene Uniprofessor, durch dessen in Hellblau gehaltene historisch-kritische Gesamtausgabe man persönlich sich auch studiert hat (durch die in Fraktur geschriebene konnte dem Nia und mir nur die jeweilige kurrentschriftkundige Kagraner Oma helfen), mit dem meinerseitigen Effet, die Nestroy’sche Sitte zu übernehmen, am besten bei sich selber abzuschreiben. „Dieser wilde Ritt durch Nestroys Stücke endet schließlich doch noch im Bett. Aber ich kann nicht schlafen. Oder träume ich schon? In meinem Kopf treten betrunkene Schuster auf, kichern ,Nähterinnen‘ in der Vorstadt, verlieben sich junge ,G’schwufen‘ in fesche Köchinnen und alte Männer in ihre Mündel.“

Beim Nia ist es mittlerweile vier Uhr früh, und apropos: da geht ma des G’impfte auf, dieser Tage politisch topaktuell – Niavarani erläutert auf dem Weg vom Kamin zum berühmten Kühlschrank, warum der zwölfte Passagier im Gloggnitzer Omnibus zu sein weiland eine Mörderwuchtel war, über welche Ecken die Message Control mit der Metternich-Zensur verwandt ist, und dass der verehrte Nestroy, seinerzeit wegen seiner Zoten mit Kerkerhaft belegt, heute ein Delinquent des #MeToo wäre.

Geendigt sei das Ganze mit etwas Märchenhaftem. Einer Geschichtsstunde à la Niavarani über das Jahr 1857, Nestroy sitzt wegen der „Zwölf Mädchen in Uniform“ im Häfn: „Österreich wird von einem Kanzler regiert, der sich nur mit Menschen umgibt, die ihm treu ergeben sind – man möchte fast sagen, die ihm hörig sind. Österreich wird von einem Kanzler regiert – einem unumschränkten Herrscher, einem absolutistischen Kanzler. Dieser Kanzler regiert die Koalition mit einem Trottel. Wobei der Trottel gar kein Trottel ist, er hat einfach nichts zu sagen, und seine Aufgabe besteht einzig darin, alles gutzuheißen, was ihm der Kanzler vorschlägt.“ Und wenn oder weil sie nicht ausgestorben sind …, für morgen hat der Nia via Facebook eine Silvesterüberraschung angekündigt!

Harald Schmidt überreicht den Nestroy-Preis. Bild: © ORF III / produktionsraum

Über den Autor: Geboren 1968 in Wien als Sohn einer Österreicherin und eines Persers begann Michael Niavarani 1986 seine Karriere als Schauspieler im Graumann Theater und wechselte 1989 ins Kabarett Simpl, dessen künstlerische Leitung er 1993 übernahm. Michael Niavarani ist in zahlreichen österreichischen Fernsehserien, in Kinofilmen und natürlich auch mit seinen Kabarett-Programmen zu sehen. Seine Bücher führen in der Regel wochenlang die österreichischen Bestsellerlisten an.

Nach einem Roman, vielen Kurzgeschichten und unzähligen Sketches für den Simpl begann Niavarani auch Theaterstücke zu schreiben. Eigens für seine Shakespeare-Komödien „Die unglaubliche Tragödie von Richard III.“ und „Die höchst beklagenswerte und gänzlich unbekannte Ehetragödie von Romeo & Julia – Ohne Tod kein Happy End“ gründete er 2014 ein Shakespeare-Theater: das Globe Wien. Im Sommer 2019 erwarb Niavarani das Kabarett Simpl, das er seit der Saison 2019/20 auch bespielt. Im Sommer eröffnete er das Theater im Park. Michael Niavarani wurde mit dem Nestroy-Publikumspreis 2020 ausgezeichnet.

Schultz & Schirm Bühnenverlag, Michael Niavarani liest Nestroy: „Es glaubt kein Mensch, was ein jeder Mensch glaubt, was er für ein Mensch ist“, 154 Seiten. Mit CD, 71 Minuten, und Code zur Audiodatei auf player.globe.wien/nestroy

Bild: @M+M

Bild: @M+M

TIPP: Noch bis 6. Jänner ist auf player.globe.wien Michael Niavaranis Krippenspiel „Jössasmarandjosef“ kostenlos abrufbar. Der Globe-Chef hat die Weihnachtsgeschichte historisch genau und wissenschaftlich präzise recherchiert und musste feststellen, dass eine Version kursiert, die nichts mit der Realität zu tun hat. Stille Nacht, heilige Nacht? Klischees, die der Ernsthaftigkeit der Situation nicht gerecht werden. Vor Christi Geburt lag die Welt im Argen. Die Menschen mussten sich mit Dummheit, Aggression, Gier und Römern herumschlagen. Und dann noch diese Pandemien und geschlossenen Herbergen … Das Simpl-Ensemble und die Globe-All-Stars, Musiker Christian Frank und vier Stuntmen der ape connection sorgen nun für eine Richtigstellung.

Mit Katharina Dorian, Julia Edtmeier, Caroline Stranka-Frank, Jennifer Frankl, Stefan Altenhofer, Stefano Bernardin, Joachim Brandl, Georg Leskovich, Peter Lesiak, Julian Loidl, Matthias Mamedof, Reinhold Moritz, Bernhard Murg und Michael Niavarani.

www.schultzundschirm.com         www.niavarani.at         www.globe.wien          simpl.at         theaterimpark.at

  1. 12. 2020

Michael Niavarani wird Simpl-Chef

Mai 20, 2019 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Auch Harald Schmidt übersiedelt in die Wollzeile

Bild: © Jan Frankl

Der Bulli hat bald ein neues altes Herrl: Nach mehr als 15 Jahren kehrt Michael Niavarani als künstlerischer Leiter zurück ans Kabarett Simpl. Mit der neuen Theatersaison 2019/20 übernimmt er das älteste durchgängig bespielte Kabarett der Welt. “Sich wieder um den Simpl zu kümmern, neue Kabaretttexte für das ,größenwahnsinnig gewordene Nudelbrett‘, wie Karl Farkas sagte, zu schreiben, ist, wie nach Hause kommen“, sagt Niavarani.

Auf dem Programm stehen:

Die Revue Arche Noah Luxusklasse, bei der Niavarani Regie führen und sein neues Ensemble vorstellen wird: „Katharina Dorian, Jennifer Frankl und Ariana Schirasi-Fard, drei Komödiantinnen mit großen Stimmen, feministischem Charme und Mut zur Schönheit, sowie die männlichen Protagonisten des Ensembles Stefano Bernardin, Matthias Mamedof und Bernhard Murg. Und da das Kabarett am Kopf zu Blödeln beginnt, hat der Simpl einen Conférencier, der die Pointen nur so vor sich hertreibt: Joachim Brandl, der aussieht, als hätten Karl Farkas und Martin Flossmann ein uneheliches Kind miteinander gezeugt“. Eine Parodie auf „Game of Thrones“, Thrones! Drachenfeuer unterm Königsarsch, ein, so Niavarani, „Fantasy-Mittelalter-(am Schluss sind alle tot)-Musical“ in der Regie von Nicolaus Hagg und mit Caroline Frank, Ariana Schirasi-Fard, Julia Edtmeier, Joachim Brandl, Peter Lesiak und Georg Leskovich in insgesamt 35 Rollen. Die Impro-Show Dem Faust auf’s Aug, in der Klassiker etwas anderes interpretiert werden.

Florian Scheuba wird mit Scheuba schaut nach die Late Night übernehmen. Und auch Harald Schmidt kommt in den Simpl. Niavarani: „Nach unseren vier gemeinsamen Abenden an der Burg wissen wir nun endlich, wie es sich anfühlt, Teil dieses großen historischen Welttheaters sein zu dürfen. Unterbezahlt und links liegen gelassen – man hat uns nicht einmal gekündigt! – ziehen wir mit Unser Leben nach der Burg um ins Kabarett Simpl, wo wir unseren gemeinsamen 90-minütigen Versuch weiterführen werden, einander nicht zu nahe zu kommen und uns doch völlig zu öffnen. Es wird also im Simpl neben der gewohnten kabarettistischen Revue auch viel Neues geben: Talk, Komödie, Late Night, Parodie und Impro.“ Schau`n Sie sich das an!

www.simpl.at

20. 5. 2019

Lisa Eckhart: Metrische Taktlosigkeiten

Mai 27, 2017 in Buch

VON MICHAELA MOTTINGER

Eine schweinsfreche Sauklaue

Der vordergründigste Grund – und dieser ist tatsächlich tiefgründig, Lisa Eckhart zu mögen ist, dass sie eine extrem attraktive junge Frau ist. Eine, die sich stylt und die Haare schön hat und die Lippen rot und das Outfit immer vom Feinsten. Weil, Frauen generell, und sich aufmotzende Frauen noch mehr, haben in dieser mannsdominierten Welt nicht geistreich zu sein, und schon gar nichts zwischen satirisch bis sarkastisch. Das Kabarett noch dazu ist ein Machobauchladen, bis auf wenige Widerständlerinnen, eine Art sich klug die intellektuellen Fussel aus dem Nabel kletzelnder King Kong: Blonde Frau, schweig, du Opfer!

Und dann kommt das Mädchen Lisa, die wohl mehr als zufällig nach ihrem Simpson-Pendant heißt, und sagt: Fuck you! Wobei der dazu gekrümmte Mittelfinger kein Penisersatz, sondern ein Zeichen für die Überwindung der weiblichen Scham ist. Die Geste wurde derart bereits 1905 von Friedrich Salomon Krauss gedeutet. Wurscht. Lisa Eckhart also, Österreichischer-Kabarettpreis-Preisträgerin, hat ihre Dichtungen zwischen zwei Buchdeckeln verstaut: „Metrische Taktlosigkeiten. Eine Einführung ins politische Korrektum“. Und siehe, das schweinsfreche Schandmaul hat auch eine Sauklaue!

Siebzehn bitterböse Bühnentexte, in denen sie die Lebensrealität genussvoll zwischen den Fingern zerbröselt, und fünf pointierte Stellungnahmen zur Zeit hat sie zu einem Ganzen zusammengestellt, gemeine Reime, von genial bis trivial. Eckhart fleddert die illustren Leichen der Literatur und erschafft aus deren einzelnen Teilen entzückend pathetische Balladen-Bastarde. Beispiel I:

Es ist ein ganz normaler Tag, und mir wie immer schrecklich fad, ich lieg nur reglos und sinniere, esse Kuchen, masturbiere … Ich gönn mir kleinen Kelch Absinth, obgleich der Morgen erst beginnt, doch fremd ist mir jed Anstandsmauer, für einen Alkoholiker ist jede Stunde Happy Hour. Ich fühl mich schick wie Oscar Wilde, und, am Toilettenrand verkeilt, frag ich mich, ob auch dieser sich damals so schick erbrach wie ich …

Es gibt Neudichtungen von „Faust“ bis zur Bundeshymne, Politisches über die FPÖ (Faux-pas-Österreich) und andere Parteiwiedergänger, der Weihnachtsmann wird zum Kinderschänder, und der Osterhase verpaart sich mit der Osterhenne – dies das grauslichste Gedicht von allen. Erstaunlich überhaupt ist, wie intensiv sich Eckhart mit der Religion beschäftigt, am heftigsten im kannibalistischen Poem „Der letzte Abendgemahl“, wo man doch dachte, nur die bayerischen Kabarettisten müssten sich herkunftsbedingt nonstop am Brachial-Barock-Katholischen abarbeiten. Beispiel II:

Gott … wurde sich des Ausmaßes seiner Machteinbuße erst vor einigen Jahren bewusst und verteilte daraufhin in Panik erstmals Feedback-Bögen an die Menschheit. „Bewerten Sie die derzeitige Schöpfung mit Prädikaten wie 1. Hosanna, Juchhe! 2. Leiwand. 3. Befriedigend. 4. War schon mal besser. 5. Bitte, Gott, lass mich sterben!“ Es wurde allerdings strenggenommen kein internationales Ergebnis erzielt, da nicht alle Antworten ordnungsgemäß ausgewertet werden konnten. Die dritte Welt hat die Fragebögen gegessen, Österreich nicht anständig zugeklebt und Israel und Palästina haben das Papier lieber zerrissen, zu kleinen Bällchen gerollt und sich damit gegenseitig bespuckt. Dennoch trat ein eindeutiges Stimmungsbild zutage. Unter dem Punkt Verbesserungsvorschläge schrieb fast ein jeder der Befragten: „Lass es gut sein, Gott.“ Und Gott sah, dass es gut war und trat von seinem Amt zurück.

Sozusagen als Bonustrack im Buch gibt es ein Interview, das Michael Niavarani mit Eckhart führt, ihn hier den „Entdecker des Talents“ zu nennen, wäre siehe oben uähh!, aber die beiden haben einander was zu sagen. Sei’s über die political correctness als Einbahnstraße, den (Irr)sinn des Genderns oder den Willen des Kabarettisten zur Macht. Wem Schopenhauer zu optimistisch, Nietzsche zu wehleidig und Kafka zu fröhlich ist, der könnte an diesem Werk genesen.

Niavarani: Hast du jemals daran gezweifelt, ob du Künstlerin bist, oder nicht?

Eckhart: Also, ich war immer überzeugt davon, dass ich ein Publikum verdiene.

Lisa Eckhart hat nicht nur ein Schandmaul, sondern auch eine Schweinsklaue. Bild: Moritz Schell

Über die Autorin:
Lisa Eckhart, geboren 1992 in Leoben in der Steiermark, ist Poetry-Slammerin und Kabarettistin. Sie wuchs bei ihren Großeltern auf, studierte später in Wien und Paris, lebte in London und Berlin. Die erste Masterarbeit zum Thema Weiblichkeit und Nationalsozialismus ausgehend von Joseph Goebbels Tagebüchern wurde verworfen, ihre zweite Masterarbeit – schließlich ein „Sehr gut“ – befasst sich mit der Figur des Teufels in der deutschsprachigen Literatur. Nach dem Studium absolvierte Eckhart mehr als zwanzig erfolglose Vorsprechen an Schauspielschulen und entdeckte schließlich den Poetry Slam für sich, weil dort „angeblich selbst der untalentierteste Auswurf eine Bühne findet“ (O-Ton Eckhart). 2015 gab sie mit „Als ob Sie etwas Besseres zu tun hätten“ ihr Kabarett-Solodebüt, für das sie mit dem Förderpreis des Österreichischen Kabarettpreis ausgezeichnet wurde. Eckhart ist immer wieder Teil des Rateteams in der ORF-Show „Was gibt es Neues?“

 

Verlag Schultz & Schirm, Lisa Eckhart: „Metrische Taktlosigkeiten. Eine Einführung ins politische Korrektum“, Bühnendichtung, 144 Seiten.

www.lisaeckhart.com

www.schultzundschirm.com

Wien, 27. 5. 2017

Einen Abend mit Jonas Kaufmann ersteigern

Mai 19, 2016 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Künstler schenken sich her. Eine Auktion für Hemayat

Jonas Kaufmann. Bild: Julian Hargreaves/Sony Classical

Jonas Kaufmann. Bild: Julian Hargreaves/Sony Classical

Am 3. Juni ist das große Sommerfest für Hemayat im Palais Schönburg. Auch dieses Jahr gibt es wieder namhafte Unterstützer und Zeitspender für die bevorstehende Benefiz-Auktion zugunsten des Betreuungszentrums für Folter- und Kriegsüberlebende. Bundespräsident Heinz Fischer lädt zu Kaffee und Kuchen in die Präsidentschaftskanzlei, Karim El-Gawhary zu einem Gespräch über den Nahen Osten, Michael Niavarani erst in sein Globe Theatre zu einer Vorstellung, dann in die Theater-Bar.

Barbara Frischmuth bittet zu einer Jause in ihren Garten in Altaussee, Florian Scheuba zu einem gemütlichen Abendessen im „Petz im Gußhaus“, mit Andreas Vitasek darf man einen Tag auf Tour gehen. Julya Rabinowich kommt auf eine private Lesung vorbei. Und auch die Opernstars Angelika Kirschschlager und Jonas Kaufmann schenken den Meistbietern ihre Zeit und ein ganz persönliches Kennenlernen. Ab sofort kann man auf der Webseite des Dorotheum ein Gebot abgeben:

www.dorotheum.com/auktionen/aktuelle-auktionen/kataloge/list-lots/auktion/11845-charity-auktion-zeitspenden-und-kunstwerke-von-hemayat.html

Das Wort „Hemayat“ stammt aus dem arabischen Sprachraum und bedeutet Betreuung und Schutz. Das Betreuungszentrum Hemayat ermöglicht schwersttraumatisierten Flüchtlingen den Zugang zu psychotherapeutischer und medizinischer Hilfe. Nicht nur Erwachsene, auch viele Kinder und Jugendliche, die Folter und Krieg erlebt haben, finden hier Unterstützung. Im Jahr 2015 wurden 753 Menschen, davon 122 noch minderjährig, betreut. Alle Einnahmen aus dem diesjährigen Sommerfest und der Benefiz-Auktion werden der spezifischen Finanzierung von Einzeltherapieplätzen für traumatisierte Kinder und ihre Familien zweckgewidmet. Die Veranstaltung ist zur Gänze ehrenamtlich organisiert.

www.hemayat.org

Wien, 19. 5. 2016

Neuer österreichischer Bühnenverlag: Schultz & Schirm

März 10, 2016 in Bühne

VON RUDOLF MOTTINGER

Noch 2016 wird ein Komödien-Stipendium vergeben

Klaus Eckel, Helen Zellweger, Christoph Wagner-Trenkwitz und Michael Niavarani Bild: Schultz & Schirm / Markus Wache

Klaus Eckel, Helen Zellweger, Christoph Wagner-Trenkwitz und Michael Niavarani
Bild: Schultz & Schirm / Markus Wache

Bei einem Pressegespräch am Montag im Globe Wien präsentierten Michael Niavarani und Helen Zellweger zusammen mit Christoph Wagner-Trenkwitz und dem Kabarettisten Klaus Eckel das Programm von „Schultz & Schirm“, Österreichs erstem Bühnenverlag mit eigenem Buchverlag. Sie erzählten über Pläne und Ziele des Verlags, den sie gemeinsam mit Georg Hoanzl gegründet haben. Noch in diesem Jahr wird das „Schultz & Schirm“ Komödien-Stipendium vergeben.

„Trotz des ungebrochenen Erfolges, den Komödien auch heute an Österreichs Bühnen erleben, sind sie nur selten als Publikation erhältlich. Natürlich haben Klassiker und Stücke bekannter Autoren immer auch den Weg ins Buchregal gefunden. Wir aber widmen uns aktuellen Komödien, die zeitgleich zu ihrer Erstaufführung auch als Taschenbuch erscheinen sollen. Dies ist völlig neu und einzigartig für Österreich“, betont Verlagsleiterin Helen Zellweger. „Neben den Aufführungsrechten, die wir als Bühnenverlag anbieten, soll so Fans, Theatermachern und Schauspielern die Möglichkeit geboten werden, Komödien vor- und nachzulesen – und weiter zu tragen.“ – „Mit dem neuen Buchverlag möchten wir Autoren motivieren, Stücke zu schreiben, sie aber auch in ihrer Arbeit begleiten und unterstützen“, ergänzt Michael Niavarani. „Besonders interessieren uns Stücke, die Themen aufgreifen und zum Teil der Handlung machen, die uns alle beschäftigen. Und das vor allem in Komödienform – oder einer Form zwischen Komödie und Tragödie. Dass dies möglich ist, hat unter anderem Roberto Benigni bewiesen.“

Bekanntgegeben wurde auch die Ausschreibung des „Schultz & Schirm“ Komödien-Stipendiums: Zur Förderung der Übertragung von Komödien in die deutsche Sprache bietet der Verlag ein mit 3000 Euro dotiertes Komödien-Stipendium an. Es richtet sich an Übersetzerinnen und Übersetzer literarischer Texte, die bereits professionelle Erfahrungen gemacht haben und sich im Komödienfach versuchen wollen. Die Übersetzertätigkeit an der ausgewählten Komödie wird außerdem von einem Komödienspezialisten begleitet, nach der Fertigstellung soll im Rahmen einer Lesung mit Schauspielerinnen und Schauspielern Sprache und Witz erprobt werden können. Einreichschluss ist der 30. September 2016.

www.schultzundschirm.com

Wien, 7. 3. 2016