Nestroy-Preis 2017: Die Nominierungen

Oktober 5, 2017 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Die Burg übernimmt die Schirmherrschaft

Kirsten Dene erhält den Preis für ihr Lebenswerk. Bild: Reinhard Werner/Burgtheater

Die Schirmherrschaft und künstlerische Gestaltung der 18. Nestroy-Preisverleihung übernimmt das Burgtheater. Für das Buch konnte die österreichische Schriftstellerin Julya Rabinowich gewonnen werden. Ihr Thema: Wie gefährlich ist die Kunst? „Ich fürchte, dass die politischen Zustände im Augenblick absurder werden als die Besetzung meines Moderatorenduos, dieses Jahr bestehend aus einem Teufel und einer Katze“, so die Autorin. „Aber das ist noch kein Grund zu verzweifeln. Unsere Stimmen sind gefragter als zuvor: die Stimmen der Kritiker und Kritikerinnen, die Stimmen der Analytiker und Analytikerinnen, die Stimmen der Vernunft und des beißenden Witzes. Ohne diesen bleibt einem sonst die ganze neue Welt im Halse stecken. Und wem die Welt im Halse steckt, der kann nichts mehr dazu sagen.“

Publikumspreisträger 2016 Nikolaus Habjan mit seiner Partnerin Manuela Linshalm sowie Burgschauspielerin Regina Fritsch moderieren die Gala am 13. November im Wiener Ronacher. Schade nur, dass es wieder einmal keine österreichische Arbeit in die Kategorie „Beste deutschsprachige Aufführung“ geschafft hat, wiewohl etliche mehrfach nominiert sind …

Drei Preisträger stehen bereits fest:

Lebenswerk: Kirsten Dene

Bestes Stück – Autorenpreis: Ayad Akhtar für „Geächtet“, Burgtheater (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=23688)

Beste Ausstattung: Katrin Brack für „Carol Reed“ von René Pollesch (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=24824) und „der herzerlfresser“ von Ferdinand Schmalz (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=23378), Akademietheater

Die Nominierten:

Die Wildente: Gerti Drassl mit Maresi Riegner. Bild: Astrid Knie

Pension Schöller: Christiane von Poelnitz mit Roland Koch. Bild: Reinhard Werner, Burgtheater

Die Verdammten: Andrea Jonnasson mit André Pohl. Bild: Erich Reismann

Beste Schauspielerin

  • Lina Beckmann als Rose Bernd in „Rose Bernd“ von Gerhart Hauptmann, Salzburger Festspiele in Koproduktion mit dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg
  • Gerti Drassl als Gina Ekdal in „Die Wildente“ von Henrik Ibsen, Theater in der Josefstadt (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=24871)
  • Andrea Jonasson als Freifrau Sophie von Essenbeck in „Die Verdammten“ nach dem gleichnamigen Film von Luchino Visconti, Theater in der Josefstadt (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=23553)
  • Evi Kehrstephan als Célimène in „Der Menschenfeind“ von Molière, Volkstheater (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=24272)
  • Christiane von Poelnitz als Josephine Krüger in „Pension Schöller“ von Carl Laufs und Wilhelm Jacoby, Burgtheater, und als Atossa in „Die Perser“ von Aischylos, Akademietheater (Rezensionen: www.mottingers-meinung.at/?p=23491, www.mottingers-meinung.at/?p=25118)

Bester Schauspieler

  • Lukas Holzhausen als Alceste in „Der Menschenfeind“ von Molière, Volkstheater (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=24272)
  • Roland Koch als Philipp Klapproth in „Pension Schöller“ von Carl Laufs und Wilhelm Jacoby, Burgtheater (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=23491)
  • Joachim Meyerhoff in „Die Welt im Rücken“ nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Melle, Akademietheater (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=24338
  • Tobias Moretti als Jedermann in „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal, Salzburger Festspiele
  • Steven Scharf als John Proctor in „Hexenjagd“ von Arthur Miller, Burgtheater

Der Menschenfeind: Lukas Holzhausen und Rainer Galke. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Joachim Meyerhoff in „Die Welt im Rücken“. Bild: Reinhard Werner/Burgtheater

Tonio Arango mit Sona MacDonald in „Lenya Story“. Bild: Moritz Schell

Beste Darstellung einer Nebenrolle

  • Alexander Absenger als Baron Martin von Essenbeck in „Die Verdammten“ nach dem gleichnamingen Film von Luchino Visconti, Theater in der Josefstadt (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=23553)
  • Tonio Arango als Er in der Uraufführung „Lenya Story – Ein Liebeslied“ von Torsten Fischer und Herbert Schäfer, Kammerspiele der Josefstadt (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=24486)
  • Rainer Galke als Oronte in „Der Menschenfeind“ von Molière, Volkstheater (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=24272)
  • Birgit Stöger als Arsinoé in „Der Menschenfeind“ von Molière und als Erna in „Kasimir und Karoline“ von Ödön von Horváth, Volkstheater ( (Rezensionen: www.mottingers-meinung.at/?p=24272, www.mottingers-meinung.at/?p=24300)
  • Eduard Wildner als Habakuk in „Der Alpenkönig und Menschenfeind“ von Ferdinand Raimund, Raimundspiele Gutenstein

Beste Regie

Bester Nachwuchs weiblich

  • Felicitas Franz als Annie Sullivan in „The Miracle Worker“ von William Gibson, Theater der Jugend
  • Carolin Knab als Janne in „Hose Fahrrad Frau“ von Stefan Wipplinger, Volx/Margareten (Volkstheater)
  • Maresi Riegner als Helen Keller in „The Miracle Worker“ von William Gibson, Theater der Jugend und als Hedvig in „Die Wildente“ von Henrik Ibsen, Theater in der Josefstadt (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=24871)
  • Alina Schaller als Shirley in „Hangmen (Die Henker)“, österreichische Erstaufführung von Martin McDonagh, Volx/Margareten (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=23851)
  • Miroslava Svolikova als Autorin von „Diese Mauer fasst sich selbst zusammen und der Stern hat gesprochen, der Stern hat auch was gesagt“, Uraufführung, Schauspielhaus Wien (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=23816)

Bester Nachwuchs männlich

  • Jakob Elsenwenger als Tom Ripley in „Der talentierte Mr. Ripley“ von Patricia Highsmith, Theater der Jugend
  • Felix Hafner als Regisseur für „Der Menschenfeind“ von Molière, Volkstheater (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=24272)
  • Simon Jensen für mehrere Rollen in „Die Komödie der Irrungen“ von William Shakespeare, Burgtheater
  • Franz-Xaver Mayr als Regisseur für „Diese Mauer fasst sich selbst zusammen und der Stern hat gesprochen, der Stern hat auch was gesagt“ von Miroslava Svolikova, Uraufführung, Schauspielhaus Wien (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=23816)
  • Merlin Sandmeyer in „Platons Party“, zwei Dialoge von Platon, und als Kerkermeister in „Die Komödie der Irrungen“ von William Shakespeare und in „der herzerlfresser“ von Ferdinand Schmalz, Akademietheater (Rezensionen: www.mottingers-meinung.at/?p=24457, www.mottingers-meinung.at/?p=23378)

Spezialpreis

  • Das Bronski & Grünberg Theater, Kaja Dymnicki, Julia Edtmeier, Salka Weber und Alexander Pschill für die Initiative von Schauspielern für Schauspieler
  • Doris Uhlich und Michael Turinsky für Inklusion auf Augenhöhe in der Performance „Ravemachine“, Koproduktion von brut und WUK performing arts mit insert (Theaterverein)
  • „Kasimir und Karoline“ von 600 Highwaymen nach Ödön von Horváth, Inszenierung Abigail Browde und Michael Silverstone, für die Neuerfindung eines Klassikers

Holodrio – Lass mich Dein Dreckstück sein. Bild: Ingo Pertramer / Rabenhof

Ja, eh! Beisl, Bier und Bachmannpreis. Bild: Ingo Pertramer / Rabenhof

Beste Off-Produktion

  • „Holodrio. Lass mich Dein Drecksstück sein!“ nach André Heller, Inszenierung Thomas Gratzer, Theater Rabenhof (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=23973)
  • „Ja, eh! Beisl, Bier und Bachmannpreis“ von Stefanie Sargnagel, Inszenierung Christina Tscharyiski, Theater Rabenhof (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=24674)
  • „Macht und Rebel“ nach dem Roman von Matias Faldbakken, österreichische Erstaufführung, Inszenierung Ali M. Abdullah, WERK X

Beste Bundesländer-Aufführung

  • „Der Auftrag: Dantons Tod“ mit Texten aus Heiner Müllers „Der Auftrag“ und Georg Büchners „Dantons Tod“, Inszenierung Jan-Christoph Gockel, Schauspielhaus Graz
  • „Ein Sommernachtstraum oder Badewannengriffe im Preisvergleich“ von Kurt Palm, Uraufführung, Inszenierung Kurt Palm, Theater Phönix, Linz
  • „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller, Inszenierung Stephanie Mohr, Stadttheater Klagenfurt

Beste deutschsprachige Aufführung

  • „Drei Schwestern“, Schauspiel von Simon Stone nach Anton Tschechow, Inszenierung Simon Stone, Theater Basel
  • „Die Räuber“ von Friedrich Schiller, Inszenierung Ulrich Rasche, Residenztheater München
  • „Faust“ von Johann Wolfgang von Goethe, Inszenierung Frank Castorf, Volksbühne Berlin

www.nestroypreis.at

5. 10. 2017

Volkstheater: Höllenangst

September 24, 2017 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Das Volk kommt nicht die Halfpipe hoch

Familie Pfrim fürchtet sich vorm Leibhaftigen: Günter Franzmeier, Claudia Sabitzer und Thomas Frank. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Für die einen ist es ein Schutzwall, für die anderen eine sturmreife Barrikade, oben sind der Freiherr und der Staatssekretär, unten die Schusterfamilie, die Kammerjungfer, die Bedienten. Immer wieder nehmen sie Anlauf, laufen gegen die Mauer der „Mehrleister“ an, rutschen ab – und landen erneut am unteren Ende der gesellschaftlichen Hierarchien. Mit diesem starken Bild beginnt Regisseur Felix Hafner seine Inszenierung von Johann Nestroys „Höllenangst“ am Volkstheater.

Er wiederholt es im Laufe des Abends mehrmals, dieses Anrennen gegen die metallisch-graue Halfpipe zur Einhaltung der Hackordnung, die Camilla Hägebarth als Bühnenbild erdacht hat. „Höllenangst“ ist Nestroys politischstes Stück. Verfasst rund um das Revolutionsjahr 1848, 1849 schließlich auf die Bühne gebracht, stellt es den Machtapparat der Reichen und Privilegierten bloß. Die Dinge werden deutlicher als in anderen Possen beim Namen genannt: ein Minister liegt im Sterben, Adel und Politik bemächtigen sich des Vermögens einer Waise, deren unliebsamer Onkel wird ins Gefängnis verfrachtet – und wenn am Ende, nachdem alles aufgeklärt, die ganze Stadt ob der Wahl eines neuen Ministers „illuminiert“ ist, lässt Nestroy offen, ob vor Freude oder weil’s schon wieder brennt.

Hafner macht im Wahljahr 2017 deutlich, wie bestürzend aktuell, eigentlich: wie zeitlos, dieses bissige Spiel ums Auf und Ab, ums Oben und Unten ist. Zwar sind aus feudalen Abhängigkeiten neoliberalistische geworden, doch ob Ausbeutung oder Selbstausbeutung bleibt sich letztlich gleich. Der Kapitalismus steht in Hochblüte; wer zahlen kann, schafft an. Mit Hafners Interpretation der „Höllenangst“ setzt das Volkstheater den von Direktorin Anna Badora beschrittenen Weg fort, in Theaterklassikern Konflikte der Gegenwart zu spiegeln.

Tauschhandel mit dem „Teufel“: Thomas Frank als Wendelin und Christoph Rothenbuchner als Oberrichter Thurming. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Der Sturm auf die Barrikaden wird bei Felix Hafner zur Rutschpartie: Kaspar Locher und Stefan Suske (oben), Luka Vlatković, Isabella Knöll, Valentin Postlmayr, Günther Franzmeier und Claudia Sabitzer (unten). Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Die Pfrims haben für Reichthal wichtige Papiere aufbewahrt: Günter Franzmeier, Gábor Biedermann und Thomas Frank. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Das Tempo der Aufführung ist hoch. Unerwartet freigelegte Schlupflöcher in der Halfpipe erlauben rasante Auftritte und Abgänge. Es wird geschlittert, gestolpert, geflutscht, drei Meter rauf-runter-rauf, der Körpereinsatz der Schauspieler grenzt ans Akrobatische,und mehr als einmal fragt man sich, ob’s gerade Absicht war oder gerade noch Glück gehabt? Die Plätze in bester Höhenlage, dort, wo sich die Wohlhabenden vorm Volk absetzen, sind besetzt. Stefan Suske steht als Bösewicht Freiherr von Stromberg über seinem Besitz wie ein Kapitän an der Schiffsreling.

Später wird sich sein Spezi, Kaspar Locher als der in Unschuldsweiß gewandete Staatssekretär Arnstedt dazugesellen. Die beiden haben die Erbschaft von Strombergs Mündel, der Baronesse Adele (Laura Laufenberg), eingezogen – und sonnen sich nun im Glanz des erbeuteten Geldes.

Auftreten nun Christoph Rothenbuchner als ehrlicher, ob der Verhältnisse leicht amüsierter Oberrichter Thurming, seit drei Wochen Adeles geheimer Ehemann, und Gábor Biedermann als Adeles ehrenwerter Onkel, der inhaftiert gewesene Freiherr von Reichthal. Dass die beiden in die Bredouille kommen, ist klar. Auch, dass es beide mit der Schusterfamilie Pfrim zu tun bekommen werden. Die Pfrims, Günther Franzmeier als Familienoberhaupt, Claudia Sabitzer als Ehefrau Eva und Thomas Frank als Sohn Wendelin, sind das Herzstück der Aufführung. Vor allem Franzmeier und Frank agieren wie entfesselt.

Wendelin, der sich als Gefängniswärter anheuern ließ, um Reichthal zur Flucht zu verhelfen, hält den durchs Fenster eingestiegenen Oberrichter für den eben erst von ihm um Hilfe angerufenen Teufel – und hält sich daher im weiteren Verlauf als Schützling des Leibhaftigen für unantastbar. Ein Irrtum, wie sich herausstellen wird. Mutter Eva wiederum, Adeles ehemalige Amme, hat von deren Mutter wichtige Papiere, die Reichthal erhalten muss.

Und schon ist der Intrigen-Spiel perfekt. Franzmeier und Frank, bereits in „Zu ebener Erde und erster Stock“ ein Dreamteam, setzen ihr Zusammenspiel aufs Feinste fort, die beiden können Nestroy, und vor allem, da Hafner dessen ausgeklügelte Sprache in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rückt, die Charaktere, ihre Eigenschaften und Handlungen über die Nestroy’schen Wortverdrehungen und Satzspielereien erklärt, sind zwei so präzise Sprecher wie die beiden unerlässlich. Franzmeier brilliert als Vater Pfrim, dessen Fatalismus ihn nicht davon abhält, sich die Welt schön zu trinken. Wunderbar die Szene, in der er im Haus des Oberrichters um seinen irrtümlich inhaftierten Sohn kämpft, und die allgemeine Verwirrung bis zum äußersten treibt.

Diesen gibt Frank als Revolutionär und Aufbegehrer, nicht gegen die weltliche, sondern gegen die höhere Ordnung, die ihm so einen schlechten Platz auf Erden zugedacht hat. Franks Wendelin ist mit wehleidigem Pathos voll bis zum Überlaufen, ein Verkannter auf Lebzeiten. Wie er aber um die Aufmerksamkeit eines ehemaligen Gefängniswärterkollegen (Mario Schober) buhlt, indem er in bester Monty-Python’s„Ministry of Silly Walks“- Manier vor diesem auf und ab patrouilliert, das ist große Klasse. Das Metaphern-Monster der Bühnenkonstruktion kommt auch in den Pfrim’schen Momenten zum Einsatz: Als der Schuster endlich seinen Trumpf ausspielt, nämlich, dass die Gattin Beweismittel gegen Stromberg und den Staatssekretär in der Hand hat, erklimmt Franzmeier den höchsten Punkt der Halfpipe und jagt die Betrüger nach unten.

Isabella Knöll, seit dieser Saison neues Ensemblemitglied am Volkstheater, beweist als Rosalie, Wendelins Geliebte und Adeles Kammerjungfer, Talent fürs Komödiantische bis hin zum Slapstick. Wie sie immer wieder gegen Thomas Frank anrennt, erst unfreiwillig, dann mit zunehmendem Zorn, das ist im Wortsinn umwerfend. Auch, wie sie temperamentvoll beteuert: „Ich bin eine stille, sanfte Person, aber aufbringen muss man mich nicht“, bringt das Publikum zum Lachen. Knöll hat Feuer, ihre Streitszene mit Wendelin (Er: „Dich erwartet die Hölle an meiner Seite.“ Sie: Gibt ihm eine Watschn.) gehört mit zum Unterhaltsamsten des Abends. Valentin Postlmayr und Luka Vlatković, ersterer Bedienter bei Stromberg und mit dem Mantra: „Er zahlt halt gut“ ausgestattet, zweiterer Bedienter und Pizzabote bei Thurming, komplettieren das Ensemble.

Die Couplets sind hochpolitisch: Luka Vlatković, Thomas Frank und Günter Franzmeier als Nestroy-Boyband. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Die Couplets hat Peter Klien neu getextet und Clemens Wenger neu vertont. Das Musikalische reicht von Tango-Anklängen bis zum sperrigen, schwer zu bewältigenden Rap, der Inhalt ist tagespolitisch brisant, vom Brexit bis zu mangelnden Frauenrechten, von falschen Wahlversprechen bis zur obligatorischen Social-Media-Schelte. Wendelins Aberglauben-Song darf natürlich nicht fehlen, gesungen von Thomas Frank, Claudia Sabitzer und Günther Franzmeier.

Und auch Luka Vlatković greift zum Mikrophon. Am Ende bleiben zwei arme Teufel, Vater und Sohn Pfrim, denen die Freiheit ausgegangen ist, und die ausgegangen sind, um sie wiederzuerlangen. Als Pilger nach Rom wollen sie den Beelzebub abschütteln, werden freilich eingeholt und über ihre Irrtümer aufgeklärt. Das Premierenpublikum im Volkstheater zeigte sich ob Felix Hafners Inszenierung begeistert und dankte mit Jubel und Applaus. Der junge Theatermacher, der am Haus schon mit Thomas Köcks „Isabelle H.“ und Molières „Der Menschenfeind“ überzeugte, setzt mit diesem Abend seinen Erfolgskurs fort.

www.volkstheater.at

  1. 9. 2017

TAG: Weiße Neger sagt man nicht

Mai 9, 2017 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGERR

Vom Whitefacing in den Chefsessel katapuliert

Eine Trommelübung soll die Assessment-Center-Teilnehmer auflockern: Jens Claßen, Raphael Nicholas, Elisabeth Veit, Georg Schubert, Nancy Mensah-Offei und Michaela Kaspar. Bild: © Anna Stöcher

Dass hier niemand viel Wert auf political correctness legt, wusste man schon vor dem Schluss. Da nämlich entpuppt sich die geeignetste Kandidatin eines Assessment Centers als Nichte eines Bananenrepublik-Ministers, mehr noch: als dessen Erbin, die mit seinen „schwarzen“ Millionen den Konzern, von dem in den vorangegangenen 90 Minuten die Spreu vom Weizen selektiert wurde, aufgekauft hat. Darf man das schreiben: Schwarz + Bananen + Selektion?

Aber ja! Lasst uns im Gegenteil noch fröhlich einen (oder mehrere) draufsetzen. Topfenneger, I bin neger, Negerant, Negerkuss, Negerbrot, Mohr im Hemd und Meinl-Mohr und Franz Moor. Woman is The Nigger of the World. Horst Neger in der Wachau verkauft Kracherl, Thomas Neger in Mainz verkauft Metallsysteme, hat sich aber wegen seines Firmenlogos, ein hammerschwingender Schwarzer mit dicken Lippen und dicken Creolen, angreifbar gemacht. Sein Vater, der das Emblem erfand, erfand auch „Humbta tätära“.

So, uff. Der rassistische Witz leistet Rassismusbekämpfung. Am TAG kam diesbezüglich  „Weiße Neger sagt man nicht“ zur Uraufführung, Text und Regie von Esther Muschol, und wenn man einen Lauf wie derzeit das TAG hat, darf man sich auch mal verlaufen. Wie hier geschehen. Denn beim besten Willen geht einem bei dieser Produktion das Herz nicht auf. Muschol beruft sich auf Nestroys „Talisman“, und ja – das zu hörende Hintergrundgeräusch ist dessen Rotieren im Grab, nur hat sie die Haar- zu einer Hautfarbangelegenheit gemacht. Aus dem roten Titus Feuerfuchs wird die Schwarze Titania Coleman, auch sie rittert um einen Job, weil modern: in einem Führungskräfteauswahlverfahren, bis sich die Konstellationen drehen – und allen die schreckliche Wahrheit ins Gesicht gefärbt wird.

Dieses mittels Blackfacing, weil, wer Karriere machen will, dient sich auch dem gerade kräftigsten Teint an, beziehungsweise Whitefacing, denn offenbar wird der/die AfrikanerIn nur als Bleichgesicht zum Big Boss. Das Existenz bedrohende Feind- und Schreckensbild aller Populärrechten: der qualifizierte Schwarze. Lustig? Halb-! Was als Sarkasmus über den Bewerbungswahnsinn im Seminarraum Erzherzog Johann ein Feuerwerk an Esprit und Eloquenz hätte sein können, zündet nicht richtig. Die Alltagsrassismussätze über Fremdsein, „andere Welten“ und Verhaltensmuster sind zu wenig speziell, zu wenig ausgefeilt, die Figuren verrecken als Stereotype. Hoamatliada werden gesungen, und alle sind wie ein Herrgottsschnitzer-Holzschnitt.

Die Demütigungsspielchen treiben den einen beinah in den Herzinfarkt, …: Georg Schubert und Jens Claßen. Bild: © Anna Stöcher

… den anderen zwecks „Fleischbeschau“ in die Nacktheit: Raphael Nicholas mit Michaela Kaspar und Elisabeth Veit. Bild: © Anna Stöcher

Das TAG stolpert diesmal über seine eigene Vorgabe der Neu- und Überschreibung von Klassikern, hat doch nichts an dieser Aufführung irgend mit Nestroy zu tun. Nicht einmal „sehr frei nach …“. Es fehlt das Hinterfotzige, das G’feanzte, das Poetisch-Subtile des unerreichten Vorbilds; plakativ, bösartig, je abstruser desto besser, ist ja ganz gut – aber Doppeldeutigkeit, bitte? Muschol ergeht sich in Pfefferkörnergleichnissen (die schwarzen lassen sich besser zermahlen, die weißen springen vollemanzipatorisch aus der Mühle), Busch-/Trommelübungen und Demütigungsspielchen, die mehr mit S/M als mit der berüchtigten Briefkastenübung zu tun haben.

Dass das Ensemble erschreckend gut gelaunt ist, nimmt dem Abend diesmal fast die Schärfe. Jens Claßen ist wie so oft der dienstbeflissene Piefke, Georg Schubert wie so oft der hemdsärmelig-herzliche Prolet, Raphael Nicholas ist als geschwätziger Schnösel natürlich ein Journalist im zweiten Verbildungsweg. Immerhin: Michaela Kaspar brilliert als beflissene Vorzugsbewerberin, und Elisabeth Veit gelingt ein Kabinettstück als in die Privatwirtschaft zurückgeschasstes, ehemals niederösterreichisches Pröll-Parteikind.

Keiner (besser: fast keiner) von ihnen ist tatsächlich Rassist (vor allem nicht Kaspar als Amelia, die Titania ihr naturgemäß viel zu helles Make-up leiht), und alle ergeben sich Nancy Mensah-Offei, wenn sie als ebendiese das Feld von hinten aufrollt und die Herrschaftsverhältnisse alsbald umkehrt. Sie ist großartig als undurchschaubare Aufsteigerin und zynische Rächerin. Nun gilt es für die „Weißen“, denn eigentlich sind wir doch rosa, ihre „Negerqualitäten“ unter Beweis zu stellen und sich als gute Sklaven (samt der sprichwörtlichen Sklavenmentalität) zu erweisen. Für die African Queen wird ein Thron errichtet, alle singen eine Chumbalaya-Weise, ein Gewehr taucht auf, und – alte Theaterregel: Wo eine Waffe ist, wird auch geschossen.

Hat dieses Make-up die falsche oder die richtige Farbe? Nancy Mensah-Offei und Michaela Kaspar. Bild: © Anna Stöcher

Mit der Enttarnung Titanias nimmt der Abend tatsächlich endlich Fahrt auf, und wo er sagt, Anbiederung ist Rassismus in grauslichster Form, ist er am stärksten. Ansonsten machen viele nette Ideen noch keine Inszenierung, die Summe der einzelnen, mit Blackouts unterbrochenen Teile hätt’s vielleicht getan. So aber wirkt das Ganze szenisch unentschlossen.

Wie die Aufführung die üblichen Verdächtigen, Karrieristen aller Länder vereinigt euch! als arme Würschtln entlarvt, das hat viel mit Wirtschaftssatire zu tun – hätte aber auch ohne Schwarzweißmalerei funktioniert. Derart bereitet sich einem in der Gumpendorferstraße diesmal nur ein ungewohnt durchschnittliches Vergnügen. Naja, nur nicht schwarz sehen, die nächste Premiere folgt bestimmt.

Trailer: vimeo.com/215383618

dastag.at

Wien, 9. 5. 2017

Michael Schottenbergs Rückkehr ans Theater

November 26, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Er inszeniert Nestroy an der Josefstadt

Regisseur Michael Schottenberg mit dem Ensemble: Thomas Kamper, Michou Friesz, Martin Zauner, Matthias Franz Stein und Doris Golpashin. Bild: Jan Frankl

Regisseur Michael Schottenberg mit dem Ensemble: Thomas Kamper, Michou Friesz, Martin Zauner, Matthias Franz Stein und Daniela Golpashin. Bild: Jan Frankl

Kaum mehr als ein Jahr hat die Quasi-Pension gedauert, nun kehrt Michael Schottenberg ans Theater zurück. An der Josefstadt inszeniert er Nestroys „Das Mädl aus der Vorstadt“. Premiere ist am 1. Dezember. Zum ersten Mal arbeitet der ehemalige Volkstheaterdirektor an dem Haus als Regisseur, an dem er 1976 als Schauspieler debütierte. Nestroy, natürlich. Titus Feuerfuchs. Ein Gespräch über „Nie wieder Theater!“, Gartenpflege ohne Garten – und warum Erni Mangold an allem Schuld ist:

MM: Als wir einander zum Abschiedsinterview Ihrer Volkstheaterdirektion zuletzt sprachen, meinten Sie „Nie wieder Theater!“ und Sie würden sich nunmehr der Gartenpflege widmen. Der Garten ist fertig?

Michael Schottenberg: Im Gegenteil, ich habe noch immer keinen! Ich habe mich selbst gepflegt. Ich arbeite seit vierzig Jahren in diesem Beruf, und das sind Hundejahre, also muss man sie mal sieben rechnen, und nun habe ich erstmals etwas getan, das ich noch nie gemacht habe: Ich habe mich um mich selbst gekümmert. Die Zeit war reif und ich habe sie notwendigst gebraucht. Nun ist mir die Josefstadt „dazwischen gekommen“, das war auch für mich eine Überraschung, das heißt aber nicht, dass ich meinem Wort untreu geworden bin. Die Rückkehr zum Theater ist nur eine temporäre.

MM: Ausgelöst eigentlich durch Erni Mangold …

Schottenberg: Eines Tages kam die Mangold und sagte: Du musst mit mir zu meinem 90er etwas machen, ich verlange das, ich fordere das ein. Und ich erwiderte: Erni, du erwischt mich am falschen Fuß, aber okay. Erni Mangold war meine Lehrerin, ist eine jahrzehntelange Weggefährtin, sie war an den wichtigsten Stationen meines Lebens präsent. Und wer könnte der immer schöner, immer jünger, immer frecher und ungehobelter und immer liebenswerter werdenden Erni schon etwas abschlagen? (Er lacht.) Also gab ein Wort das andere, und ich mache für sie und mit ihr im Jänner an den Kammerspielen „Harold und Maude“, und da ich nun diese Monate ohnedies schon am Haus bin …

MM: Schieben Sie noch einen Nestroy ein.

Schottenberg: Das hat sich so ergeben, das war nicht der Plan, aber es macht sehr viel Spaß.

MM: Nestroy war als Schauspieler und Regisseur Ihre erste Liebe. Sie haben nicht erst in Ihrer Zeit am Volkstheater eine neue Lesart, eine neue Ästhetik für Nestroy entwickelt. Was bedeutet er für Sie?

Schottenberg: Nestroy ist ein Himalaya, den es ohne Sauerstoffflasche zu bezwingen gilt. Von ihm ist das Gültigste und Richtigste und Schärfste, das jemals geschrieben wurde; er ist der Vorfahre von klaren Formulierern, politischen Denkern und mutigen Zeitgenossen wie Ödon von Horváth, Karl Krauss, Thomas Bernhard bis hin zu Josef Hader. Das sind Künstler, die die Menschen dieses Landes seziert haben, die den Stachel der Erkenntnis in dieses Land getrieben haben, die gültige Dinge über dieses Land gesagt haben. Nestroy wurde von der Bühne herunter verhaftet, er hat dem Metternich-Staat die Stirn geboten, warum?, weil er die Wahrheit gesagt hat. Und um nichts anderes geht es am Theater – die Wahrheit zu sagen.

MM: Nun ist aber „Das Mädl aus der Vorstadt“ nicht wirklich ein politisches Nestroy-Stück. Da gäbe es andere Beispiele.

Schottenberg: Es ist ein extrem Wienerisches Stück; und das Wienerische sehe ich darin, dass jeder mit aller Perfidie, aller Härte und aller Konsequenz seinem kleinen Glück nachjagt. Ohne Rücksicht auf den anderen. Der Chef der Hauptstadt, der Kauz, ist ein bösartiger, korrupter Spekulant, der in die Vorstadt einbricht und sich Mädln kauft, die Tabugrenzen und die Sphären anderer einfach durchbricht, moralisch ist er nur dann, wenn’s zu seinem eigenen Vorteil ist. Nestroys Untertitel „Ehrlich währt am längsten“ ist da der pure Sarkasmus. Trotzdem hat Nestroy diesen unappetitlichen Charakter lieb, und das finde ich einfach herrlich. Aber es stimmt: „politisch“ ist „Das Mädl“ nicht.

MM: Also keine Zeitstrophen am Vorabend des dritten Durchgangs der Bundespräsidentenwahl? Darf man das?

Schottenberg: Ich bin kein Freund von Zeitstrophen. Worüber sollen wir singen? Über Norbert Hofer? Nestroy ist nicht Rimini Protokoll oder SIGNA. Er schreibt nicht jetzt und heute. Wer nicht aus seinem Text heraushört, wer heute gemeint sein könnte, dem kann ich auch durch vereinfachende Interpretationen nicht auf die Sprünge helfen. Ich glaube, Nestroy kann und darf man nicht umschreiben, man muss ihn nicht in die heutige Zeit „herüberreißen“, weil man ihn dadurch nur verflachen würde. Er hat eine Poesie, und wer sich darauf nicht versteht, der hat verloren. Ich mache aber keinen Rüscherl-Nestroy, denn im Biedermeier lasse ich das „Mädl“ und die Mädlerie nicht, wir siedeln das Stück in den 1950-, 1960-Jahren an. Der Schnoferl ist bei uns ein Schlurf in Verwandtschaft zu Qualtingers „Gschupfen Ferdl“, die anderen sind Strizzis, Schwarzmarkthändler und Gescheiterte der Nachkriegsära. Ich gebe zu, dass ich da eine gewisse Affinität habe, weil das meine Jugendzeit war. Ich hoffe, unsere Arbeit wird erhellend, trocken und abgeschlankt sein. Wie ich meinen Nestroy halt sehe: Direkt und gradlinig und turbulent. Und natürlich soll man lachen.

Doris Golpashin als Vorstadtmädl Thekla. Bild: Jan Frankl

Daniela Golpashin als Vorstadtmädl Thekla. Bild: Jan Frankl

Thomas Kamper als Winkelagent Schnoferl, Martin Zauner als Spekulant Kauz und Matthias Franz Stein als Gigl. Bild: Jan Frankl

Thomas Kamper als Schnoferl, Martin Zauner als Spekulant Kauz und Matthias Franz Stein als Gigl. Bild: Jan Frankl

MM: Sie haben sich mit Hans Kudlich einen Bühnenbildner Ihres Vertrauens ans Haus geholt.

Schottenberg: Hans baut sehr genaue und kahle Räume, das habe ich gerne, weil der Text und seine Energie, also auch seine Wut, im Vordergrund stehen sollen.

MM: Wie ist es als Regisseur am Theater eines ehemaligen „Konkurrenten“ zu arbeiten?

Schottenberg: So was von problemlos. Herbert Föttinger und ich sind aus gleichen Theatergenen, der eine vielleicht ein bissl lauter, der andere ein bissl leiser. Ich kenne und verstehe alle seine Probleme als Intendant und er alle meine Probleme als Regisseur, da versteht man einander auf einer eigenen Ebene.

MM: Man sieht Sie auch regelmäßig im Volkstheater. Beobachten Sie die Entwicklung des Hauses?

Schottenberg: Anna Badora macht ihr Theater, ich mache meines.

MM: Wenn Sie mit den beiden Inszenierungen am Haus fertig sein werden, dann beschäftigen Sie sich wieder mit … dem noch nicht vorhandenen Garten?

Schottenberg: Ich schau‘ mir die Welt an; ich will und muss die Welt kennenlernen. Ich will andere Eindrücke, andere Menschen, andere Sprachen, selbst andere Gerüche wahrnehmen. Ich kenne viel zu wenig davon. Ich würde nichts lieber als Reisejournalist sein. Oder Reisen organisieren. Ich habe so viele Zuhauses auf der Welt, eines davon in Griechenland, eines in Südostasien wäre noch schön. Das ist für mich auch Heimat. Ich baue gerne Nester. Ich bin gern auf Schiffen, das habe ich sogar hier verankert (er zeigt ein Tattoo auf seinem Unterarm). Bring‘ mich in einen Hafen und ich bin glücklich.

MM: Wie finden Sie es dann, dass die Welt je kleiner sie wird, umso mehr auseinander driftet?

Schottenberg (seufzt): Es macht mich sprachlos, dass der Ruf nach starken Männern und „klaren“ Aussagen zyklisch wiederkommt. Dass es immer wieder dorthin gehend eskaliert, ist mir unerträglich und unbegreiflich, weil die Menschen aus Geschichte nichts lernen. Woran liegt es, dass wir immer wieder an einen Punkt kommen, an dem man sagen möchte: Freunde, da waren wir doch schon!? Dass man das so schürt, mit großer Demagogie und mit großer Härte und mit einer Brutalität sondergleichen, dass man immer wieder zu Worten greift, die verhöhnen, verletzen und töten! Man hätte gedacht, wir hätten all diese Muster schon erfahren, nein, die Menschen glauben, es geht ihnen schlecht und schon regieren die Tribunen. Die gewählten Tribunen. Man glaubt es nicht. Leider kann Theater nicht die Welt lösen, das müssen andere machen, pardon. Wir am Theater können nur politisch wach bleiben und versuchen aufzurütteln. Die Welt neu erfinden, können wir nicht.

www.josefstadt.org

Wien, 26. 11. 2016

Die Nestroy-Preisträger 2016

November 8, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Sona MacDonald und Rainer Galke sind ausgezeichnet, „beste Regie“ ging an Andrea Breth

Montagabend wurden im Ronacher die Nestroys vergeben. Steffi Krautz und Markus Meyer führten, musikalisch unterstützt von Musikern der Vereinigten Bühnen Wien, charmant und rasant durch die diesjährige Gala zum Wiener Theaterpreis, bei dem die Auszeichnungen sehr ausgeglichen verliehen wurden. Die Preisträgerinnen und Preisträger:

ORF III  Publikumspreis: Nikolaus Habjan

Volkstheater: Das Missverständnis

Bester Nachwuchs weiblich/männlich: Julia Gräfner als Caliban in „Der Sturm“ am Schauspielhaus Graz und Luca Dimic als Tschick in „Tschick“ am Theater der Jugend

Beste Ausstattung: Harald B. Thor für „Wassa Schelesnowa“ am Burgtheater

Burgtheater: Wassa Schelesnowa

Beste Bundesländer-Aufführung: „Lichter der Vorstadt“ in Fassung und Regie von Alexander Charim, am Landestheater Niederösterreich

Landestheater NÖ: Lichter der Vorstadt

Beste Off-Produktion: „Kein Stück über Syrien“ von aktionstheater ensemble

Beste Nebenrolle: Martin Reinke in „Die Wiedervereinigung der beiden Koreas“, Akademietheater

Akademietheater: Die Wiedervereinigung der beiden Koreas

Spezialpreis: „Wir Hunde/Us Dogs“ von SIGNA

Bester Schauspieler: Rainer Galke als Irrsigler in „Alte Meister“ am Volkstheater

Volkstheater: Alte Meister

Neu am Volkstheater: Rainer Galke, Lukas Holzhausen

Beste Schauspielerin: Sona MacDonald in „Fräulein Julie“ an der Josefstadt und in „Blue Moon“ an den Kammerspielen

Theater in der Josefstadt: Fräulein Julie

Kammerspiele: Blue Moon. Hommage an Billie Holiday

Theater in der Josefstadt: SonaMacDonald im Gespräch

Beste Regie: Andrea Breth für „Diese Geschichte von Ihnen“ am Akademietheater

Akademietheater: Diese Geschichte von Ihnen

Bestes Stück – Autorenpreis: Yael Ronen und Ensemble für „Lost and Found“ am Volkstheater

Volkstheater: Lost and Found

Beste deutschsprachige Aufführung: „Engel in Amerika“, inszeniert von Simon Stone am Theater Basel

Lebenswerk: Frank Castorf

Wiener Festwochen: Frank Castorf zeigt „Tschewengur. Die Wanderung mit offenem Herzen“

www.nestroypreis.at

Wien, 8. 11. 2016