Theater Nestroyhof Hamakom / Salon5: badluck

Februar 3, 2016 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Asylsuchende berichten vom Leben in ihrer Heimat

22697962497_d1389557ec_bMan kennt dieser Tage das Gefühl trotz ehrlichen Bemühens um Informationsbeschaffung und Meinungsbildung letztlich zu wenig Unmittelbares über die Beweggründe und die Umstände von Flüchtenden und Ankommenden in Österreich zu erfahren. Karl Baratta und Natascha Soufi machen sich daran, diesem Bedürfnis nach authentischem Bericht mit einer vielstimmigen Begegnungsreihe nachzukommen. „badluck“ heißt das in Kooperation mit dem Salon5 und dem Theater Nestroyhof Hamakom entstandene Projekt, in dem Asylsuchende von den Lebensbedingungen in ihrer Heimat berichten. Zu sehen ab 11. Februar im Hamakom.

Die Menschen erzählen. Von ihren letzten Tagen und Wochen in Syrien und dem Irak, sie sprechen von den individuellen Erlebnissen, die zu ihrer Flucht geführt haben, unterstützt von Handyvideos und Fotos. Einen roten Faden liefert die Performance  „Bad Luck“ des National Theatre of Iraq aus dem Jahr 2014/15, in der Darsteller auf Fragen wie „Was machst du, wenn das Handy deiner Freundin schweigt?“, „Wie möchtest du sterben?“ oder „Was wirst du Gott erzählen?“ mit eigenen disparaten Erfahrungen antworteten. Ein Schauspieler und ein Filmemacher beschreiben nun die durch Bombenanschläge unterbrochene Theaterarbeit in Bagdad und zitieren Szenen aus dem Originalstück. Geschäftsleute und Journalisten aus Syrien steigen in die Struktur der Selbstbefragung ein, stellen sich auf die imaginäre  Bühne von „badluck“ und antworten darauf. So es entsteht eine persönliche Bestandsaufnahme der Ereignisse, ein nicht offizielles Sprechen abseits vorgefasster Meinungen und medialer Erwartbarkeit. Der Abend ist mehrsprachig: englisch, arabisch und deutsch.

Eintritt: Freie Spende zugunsten der mitwirkenden Asylsuchenden, mehr dazu: www.facebook.com/events/546240228859706/

www.hamakom.at

salon5.at

Wien, 3. 1. 2015