Neue Oper Wien: Angels in America

September 27, 2019 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Himmlisch, brillant und hochaktuell

Der Engel steigt herab in Prior Walters Krankenhauszimmer: Caroline Melzer. Bild: Armin Bardel

Als Tony Kushner sein mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnetes Theaterstück „Angels in America“ schrieb, hatte es in den USA gerade die George-Bush-Stunde geschlagen, es war die Zeit von Operation Desert Shield und den damit verbunden präsidentischen Lügen, und auch, wenn erst Sohn W. die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partner per entsprechendem Verfassungszusatz unterbinden wollte, so war das amerikanische Klima in den 1990er-Jahren alles andere als freundlich für die LGBT-Community.

Die Neue Oper Wien brachte nun gestern im Wiener MuseumsQuartier Péter Eötvös‘ auf Kushners Gay Fantasia on National Themes“ basierende Oper zur österreichischen Erstaufführung. Wie die Vorlage ist das musiktheatralische Werk, für das Mari Mezei das Libretto verfasste, gesellschaftspolitisch klugen Inhalts, wenn Eötvös auch statt der im Stück festgemachten Sozialkritik mehr an den Schicksalen der Protagonisten interessiert ist, deren Los, wie in Kushners Zwischen-Himmel-und-Erde-Text, in Halluzinationen, Visionen, Traumwelten widergespiegelt wird.

Mal verursacht durch den Missbrauch, mal durch die Verabreichung von Medikamenten. Das Thema von „Angels in America“ ist AIDS. Und dass dieses nach wie vor hochaktuell ist, belegen die jüngsten Statistiken der AIDS Hilfe Wien: Weltweit leben 36,9 Millionen Menschen mit HIV/AIDS, davon 1,8 Millionen Kinder unter 15 Jahren. In Österreich liegt die Zahl der Infizierten und Erkrankten bei acht- bis neuntausend, und täglich kommen ein, zwei weitere Fälle dazu. Dass sich außerdem homophobe Angriffe wieder häufen, ist eine erschreckende Tatsache. In einer vor dem Sommer erhobenen Studie der Stadt Wien beispielsweise gaben 28 Prozent der Stadtbewohner mit queeren Lebensmodellen an, 2017 deshalb diskriminiert, lächerlich gemacht und beschimpft worden zu sein, ein Viertel davon war sogar körperlicher Gewalt ausgesetzt.

Über Eötvös‘ Arbeit sagt Neue-Oper-Wien-Intendant und Dirigent des Abends Walter Kobéra in seinem unbedingt empfehlenswerten Einführungsgespräch: „Das Werk kommt von Herzen. Möge es zu Herzen gehen.“ Und so geschieht es. Eötvös, der sich stets gern vom Lokalkolorit des verwendeten Dramas inspirieren lässt, seien‘s russische Töne bei den „Tri Sestri“ nach Tschechow oder französisch anmutende bei „Le Balcon“ nach Jean Genet, hat diesmal punkto Klangsprache auf die Melodien der großen Broadwaymusicals zurückgegriffen – erkennbar an der Besetzung des amadeus ensemble-wien mit zusätzlich zwei Schlagwerken, Hammondorgel, Gitarre und E-Gitarre, die bei der Begegnung von Louis und Joe eine Art „Doppelkonzert“ geben.

Prior Walter und sein Lover Luis Ironson: David Adam Moore und Franz Gürtelschmied. Bild: Armin Bardel

Krankenpfleger Belize kümmert sich um den „Propheten“ Prior: Tim Severloh und David Adam Moore. Bild: Armin Bardel

Eötvös‘ Komposition ist trotz der Schwere des Sujets erstaunlich zugänglich, leicht und melodiös. Fürs Zwischenmenschliche hat er ein leis‘-poetisches Vokabular erdacht, die Metaebene Himmel illustriert er auf atemberaubend sinnliche Weise. An den schönsten Stellen greift all dies ineinander. Der Inhalt, als solcher nicht leicht zu fassen, hier kurz zusammengefasst: Der Hauptcharakter Prior Walter erfährt, dass er an AIDS erkrankt ist und nicht mehr lange zu leben hat. Auf Erden, heißt: in New York, bedeutet das für ihn, dass sich sein Lover Luis Ironson von ihm trennt, weil er vor dem qualvollen Sterben seines Partners fliehen will.

Vom Himmel herab steigt aber ein Engel, der Prior verkündet, „der Prophet“ zur Rettung der Menschheit zu sein, die er dazu bewegen soll, ihrem Fortschrittsglauben als der Wurzel allen Übels abzuschwören. Aus Salt Lake City ist das Mormonenehepaar Harper und Joseph „Joe“ Pitt neu in die Metropole am Hudson River gezogen. Die psychisch labile Harper ist der Großstadt nicht gewachsen und greift immer öfter zu Valium, da sieht sie in einer Vision Prior, der ihr offenbart, dass Joe schwul ist. Was dieser im Central Park, wo er Männerpaare bespannt, inzwischen selbst feststellt. Joe trifft Luis, die beiden gehen eine Beziehung ein, während im Spital Krankenpfleger Belize verzweifelt versucht, Prior klarzumachen:

Sein Engel war nur eine durchs Morphium ausgelöste Halluzination. Zwei real existiert habende Figuren gehören ebenfalls zum Personal: Roy Cohn, ein Staatsanwalt, der in der McCarthy-Ära zum berüchtigsten aller Kommunistenjäger aufstieg, und der in seiner Eigenbewertung als Präsidentenmacher als letztem Donald Trump das politische Handwerk beibrachte. Der ausgewiesene Schwulenhasser Cohn war selber homosexuell, 1984 wurde bei ihm AIDS diagnostiziert, doch bis zu seinem Tod zwei Jahre später gab er vor, an Leberkrebs zu leiden. In der Oper erscheint ihm knapp vor seinem Ende, um ihn zu verspotten, Ethel Rosenberg, in den 1950er-Jahren gemeinsam mit ihrem Mann Julius wegen Spionage für die Sowjetunion angeklagt. Auf Cohns Betreiben wurde nicht nur er, sondern auch sie, bei der die Beweislage wesentlich dünner war, auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Cohn gab 1986 zu, dass die Regierung die Beweise gegen die Rosenbergs „hergestellt“ habe …

Regisseur Matthias Oldag setzt in seiner Inszenierung ganz auf den vom Werk vorgegebenen Dauerdreh von Tragik zu Komik. Nicht ohne Witz ist etwa eine celestische Konferenz der Engel aller Kontinente, in der sie versuchen, mittels steinaltem Röhrenradio Nachrichten von der Erde zu empfangen, dabei angetan wie eben noch die Obdachlosen, die sich in der Bronx um ein Mülltonnenfeuer versammelten. Auftritt „Prophet“ Prior, der zwar nicht das nietzscheeske „Gott ist tot“ verkündet, aber immerhin dessen Davonschleichen vor den Sorgen seiner Geschöpfe. Priors Aufforderung, ihm bei Wiedererscheinen den Prozess zu machen, statt Gottes Gericht – Gott vor Gericht, hinterlässt in Anbetracht seines Zustands beim Zuschauer einen ziemlichen Kloß im Hals.

Dies Wechselbad der Gefühle hat Bühnen- und Kostümbildner Nikolaus Webern für den schnellen Szenenwechsel ausgestattet. Wenige, von den Darstellern bewegte Versatzstücke definieren die diversen Schauplätze, oft sind mehrere zugleich auf der Bühne, vorne Harper allein am Schminktisch, hinten Cohns Büro, in dem er seinen Adlatus Joe herumkommandiert. Auch die Trennungen von Joe und Harper sowie Prior und Luis laufen parallel, dazu ringsum Projektionen – Hochhaussilhouette, Bow Brigde, Star-Spangled Banner und Live-Videos, die die Solistinnen und Solisten überlebensgroß an die Wand werfen. Auf dem Bühnenboden liegt Schnee (oder liegen da doch Engelsfedern?).

Luis und Joseph Pitt kommen sich im Central Park näher: Franz Gürtelschmied und Wolfgang Resch. Bild: Armin Bardel

Die auf sein Geheiß auf dem elektrischen Stuhl hingerichtete Ethel Rosenberg sucht Roy Cohn heim: Sophie Rennert und Karl Huml. Bild: Armin Bardel

Eötvös und Librettistin Mezei haben die in sich verwobene, ihrer Entwirrung harrende Handlung in einen feinen Humor gekleidet, haben daraus ein Spiel mit Geschlechtern und ihren Rollenbildern gemacht, in dem das Ensemble durchwegs brilliert. Caroline Melzer, derzeit an der Volksoper auch als „Gräfin Mariza“ zu erleben, schwebt als weißer, später schwarzer Engel aus den Lüften herab, und trägt mit ihrem wunderschönen Sopran am ehesten das vor, was man „Eötvös pur“ zu nennen vermag – eine Partie, extravagant klingend und extrem fordernd. David Adam Moore weiß seinen lyrischen Bariton gekonnt zu führen, und ist nicht nur sängerisch, sondern auch darstellerisch auf der Höhe, ob er sich „der Seuche“ nun leidend hingibt oder aufbegehrend entgegenstellt – oder sich vom Engel zum Orgasmus singen lässt.

Alle weiteren Solistinnen und Solisten sind in jeweils mehreren Rollen zu sehen: So ist etwa Sophie Rennert stark, wenn sie als Harper Pitt begreifen muss, dass Joe in ihr nur seinen „besten Kumpel“ sieht, und dessen als Eheretterin angereister Mutter Hannah gesteht, dass ihr Joes Penis fehlt. Inna Savchenko gestaltet diese Hannah mit perfekt großem Stimmumfang und in der Darstellung eindrucksvoll zurückgenommen, während sie anzunehmen trachtet, was sie bisher abgelehnt hat. Bariton Wolfgang Resch ist als verkrampfter Joe hin- und hergerissen zwischen Pflicht und Lust, da trifft er Franz Gürtelschmieds Luis, den der als lasziven Verführer gibt, dem es ein Leichtes ist „Klemmschwester“ Joe auf seine Seite des Sex‘ zu ziehen.

Überzeugend ist auch Countertenor Tim Severloh in seiner Rolle als Krankenpfleger Belize, eine ehemalige Drag Queen, die den Glitzerfummel gegens OP-Grün tauschte, und nun Prior und Roy betreut. Wie Severlohs Belize als Reaktion auf die Narreteien ihrer Patienten die Stimme bis zum Schrillpunkt in höchste Höhen schraubt, ist bemerkenswert. Karl Huml schließlich ist als Roy Cohn zu sehen, sein kräftiger Bassbariton wie maßgeschneidert für die Figur des windigen Anwalts, arrogant und zynisch selbst noch in maßloser Angst – in die ihn neben der Diagnose AIDS auch Ethel Rosenberg versetzt, noch einmal gilt es die Leistung von Sophie Renner hervorzuheben, die ihm samt Elektroden-Kopfriemen auf der Leinwand erscheint – unheimlich vor sich hin summend und vor Schadenfreude irre grinsend.

Für Prior steht vor dem Hingang die Hoffnung. Auf mehr Leben, zumindest darauf keinen Tod mehr im Geheimen sterben zu müssen. Er hat sich von den fortschrittsgegnerischen Engeln abgewandt, sein Prophetenbuch abgegeben, kann er doch der Modernität und mithin der Wissenschaft, die seither einiges in der HIV/AIDS-Forschung erreicht hat, nicht abschwören. Er will nun als Mensch sein Leid annehmen. Das macht ihn mehr zur Messiasgestalt als jede Predigt. Und das Ensemble verteilt Red Ribbons ans Publikum, das diesem und dem anwesenden Komponisten mit riesigem Jubel für diese rundum geglückte und beglückende Produktion dankte.

www.neueoperwien.at

  1. 9. 2019

Michael Moore: Fahrenheit 11/9

Januar 16, 2019 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Ein Blick auf den amerikanischen Albtraum

Der Mann der „schweigenden Mehrheit“: Donald Trump war auch im Wahlkampf um kein aneckendes Statement verlegen. Bild: © Polyfilm Filmverleih GmbH.

Als Europa am Tag nach dem 9. November 2016 aufstand und die Bildschirme anwarf, trauten viele ihren Augen nicht. Donald Trump war wirklich Präsident der Vereinigten Staaten geworden. Ein dubioser Immobilienmogul, ein bekannter, weil sich in der Öffentlichkeit diesbezüglich nie ein Blatt vor den Mund nehmender Sexist und Rassist, ein bösartiger Narziss, ein Geck, so dachten seine Gegner.

Mit ungesunder Fixierung auf die Körperformen seiner Tochter Ivanka – auch dies offenkundig geworden, weil in diverse TV-Kameras gesprochen … „How the fuck did this happen?“, ist die Frage, der US-Filmemacher Michael Moore in der nach seiner die Bush-Ära beleuchtenden Analyse „Fahrenheit 9/11“ aus dem Jahr 2004 nun „Fahrenheit 11/9“ genannten Politdokumentation nachgeht. Am Freitag startet der Film in den Kinos. Und was der streitbare Sonderling mit der Schirmmütze die erste halbe Stunde zeigt, ist reinste Realsatire. In einem so belustigenden wie bitteren Rückblick schneidet Moore die Ereignisse rund um die Wahl zusammen. All die falschen Prognosen, all die Fernsehkommentatoren, die sich in großzügiger Sendezeit und zugunsten der Einschaltquote an der Trump’schen Tölpelhaftigkeit ergötzten, die Hillary-Fans bei deren Wahlparty bereits jubelnd und tanzend, betrübte Gesichter bei der Trump-Veranstaltung – bis sich die Dinge plötzlich drehten und sich die Landesgrafik zunehmend rot färbte.

Die sich auf ihren Plakaten und Bannern so bezeichnende „schweigende Mehrheit“ hatte gewonnen, Kommunikationswissenschaftlerin Elisabeth Noelle-Neumann mit ihrer in den 1970er-Jahren aufgestellten Theorie der Schweigespirale einmal mehr recht behalten. „Fahrenheit 11/9“ ist einer der besten Michael-Moore-Filme. Denn obwohl das Schwergewicht aus Michigan auch diesmal nicht auf Pointen, Provokation und Agitprop verzichtet, geht es ihm nicht so sehr um ein Trump-Bashing, denn um die Untersuchung des gesellschaftlichen Befindens der USA. Moore erweitert seinen Blick weg vom Weißen Haus auf Land und Leute, ruft Zeugen zur Sache auf, lässt – erstaunlich für den begnadeten Aktivisten – erst andere reden und nimmt sich selbst zurück.

Eine unangenehme Fragenstellerin wird von einer Trump-Pressekonferenz entfernt. Bild: © Polyfilm Filmverleih GmbH.

Dieser Tatort ist nur ein Beispiel für das derzeitige politische Klima in den USA. Bild: © Polyfilm Filmverleih GmbH.

Das macht diese Arbeit des stets polarisierenden Michael Moore unerwartet zu einer differenzierten Ursachenforschung, in der an Schelte für die Linke nicht gespart wird. In einem Stakkato-Bildschnitt werden die Demokraten für ihr bevorzugtes Wort „Kompromisse“ gerügt, die Clintons und andere von deren Führungsspitze für ihre Nacheiferung der Republikaner. Ablehnung der gleichgeschlechtlichen Ehe, Kürzung der Sozialleistungen, dafür Narrenfreiheit für die Banken – Moore zählt die durchs demokratische Establishment begangenen Sünden auf.

Auch den Betrug an Bernie Sanders durch die eigene Partei, der nur aufgrund manipulierter Wahlmaschinen und eingeschränkter Wählerregister gegen Hillary unterlag. Weinende Sanders-Unterstützer wissen von diesem Bauernopfer zu berichten. Ex-Präsident Barack Obama kommt ebenfalls nicht ungeschoren davon. Diese Episode führt Moore in seine sterbende Heimatstadt Flint, eine größtenteils afroamerikanische Gemeinde, beherrscht vom Autohersteller General Motors, bankrott und abgewirtschaftet.

Und daher vom republikanischen Gouverneur Rick Snyder unter Zwangsverwaltung gestellt. Der als erste und einzige Amtshandlung befahl, dass Trinkwasser für die Einwohner nicht mehr aus dem kristallklaren Lake Huron, sondern aus dem von der Industrie verseuchten Flint River zuzuleiten. Die Folgen: medizinisch nachgewiesene Bleivergiftung aller Kinder, etliche Tote durch die Legionärskrankheit. Einzige Tat Obamas, als er endlich anrückt: sich populistisch ein Glas Wasser geben zu lassen und so Snyders Position zu stärken, doch statt tatsächlich zu trinken, die Kameras zeigen es deutlich, es nur an die Lippen zu halten. Für viele ist ihr Held in diesem Augenblick ins Bodenlose gefallen. Natürlich kann einer wie Michael Moore dieses Moment nicht verstreichen lassen, ohne den Garten des Gouverneurs im dreckigen Flint-Wasser zu ersäufen …

Für Moore ist der Flint-Skandal samt seinem Autokraten auf Bundesstaatebene das Synonym dafür, was in den USA falsch läuft. Eine dem Profit huldigende Politik, eine hilfslos-untätige Bevölkerung. Doch mitten im vom ihm gezeigten Albtraum, glaubt Moore an das andere Amerika. Und er zeigt es auch über weite Strecken des Films. Zeigt Teenager der Parkland High School, die nach dem von einem Mitschüler verübten Massaker im Februar des Vorjahrs landesweite Proteste gegen das Tragen von Waffen veranstalten. Zeigt Lehrer aus West Virginia, die, weil unter der Armutsgrenze bezahlt, gegen den Willen der eigenen Gewerkschaft für Lohnerhöhungen streikten und reüssierten, auch dies eine Bewegung, die über die Grenzen des Bundesstaates hinausging.

Filmemacher Michael Moore mit Schülern der Parkland High School. Bild: © Polyfilm Filmverleih GmbH.

Verseuchtes Flint-Wasser für den Garten von Gouverneur Rick Synder. Bild: © Polyfilm Filmverleih GmbH.

Zeigt eine neue Generation demokratischer Kandidaten, darunter deren Star aus der Bronx, Alexandria Ocasio-Cortez, ein vor Zorn auf die Verhältnisse glühender Irakkriegsveteran, Feministinnen und Minderheitenvertreter, von denen viele nach Fertigstellung des Films ins Kapitol einzogen. Und zeigt in diesem Zusammenhang Bilder, die im hiesigen Fernsehen so nie zu sehen waren. Demonstranten, die, vorwiegend wenn sie schwarz sind, bei Trump-Auftritten von dessen Anhängern verprügelt werden.

Unangenehme Fragensteller, die die Security hinausschleppt. Trump als Medienmanipulator, der die Journalisten bis zum Gehtnichtmehr warten lässt, der Kameraleute zwingt, das zu filmen, was er bevorzugt, weil er sonst nicht weiterspricht. Seine Gefolgsleute in der Partei, allesamt fällig für die #MeToo-Debatte. Moore nimmt Trump ernst, für ihn ist der 45. Präsident der Vereinigten Staaten keine Witzfigur. Wie es allerdings hierzulande ankommt, wenn er ihn mit Hitler vergleicht, ist abzuwarten.

Mit Filmaufnahmen von dessen Reden und Nazi-Aufmärschen will Moore verdeutlichen, wie schnell die Schritte Richtung Despotismus gesetzt sind. Wie auch immer man das aufnehmen mag, eines gilt es zu bedenken: Seit Moore „Fahrenheit 11/9“ drehte, hat sich Trumps Ton weiter verschärft. Hat er nicht nur zur Durchsetzung seines Mauerbaus an der mexikanischen Grenze die ganze US-Nation mittels Shutdown in Geiselhaft genommen, sondern hat als Bewunderer von Chinas starkem Mann Xi Jinping auch von einer eigenen Präsidentschaft auf Lebenszeit geschwärmt. Und Tochter Ivanka interessiert sich derweil für die Weltbank.

fahrenheit119.com/

michaelmoore.com/

Buchtipp – Howard Jacobson: Pussy. Die Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=28269

  1. 1. 2019

Jeunesse beendet Zusammenarbeit mit Alexander Moore wegen „Auffassungsunterschieden“

August 24, 2016 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Neue Leitung: Antonia Grüner und Andreas Farthofer

Antonia Grüner und Andreas Farthofer. Bilder: Jeunesse

Antonia Grüner und Andreas Farthofer. Bilder: Jeunesse

Mit Antonia Grüner als künstlerischer Leiterin und Andreas Farthofer als kaufmännischem Leiter präsentierte die Jeunesse heute Nachmittag ein neues Führungsduo für ihr bundesweites Veranstalternetzwerk. Die beiden übernehmen ab sofort alle Agenden des bisherigen Generalsekretärs Alexander Moore.

„Der Vereinsvorstand der Jeunesse hat sich dazu entschieden, die Zusammenarbeit mit Alexander Moore aufgrund von Auffassungsunterschieden zu beenden und eine Neuausrichtung der Leitung der Jeunesse vorzunehmen“, so die Obfrau Katharina Regner. „Dazu gehört auch die Besetzung einer Doppelspitze und die klare Aufgabentrennung in einen künstlerischen und einen kaufmännischen Bereich. Es freut uns besonders, dass die neue Leitung aus dem Team des Hauses kommt.“

Antonia Grüner arbeitet seit 2013 im Künstlerischen Betriebsbüro der Jeunesse. Andreas Farthofer war neben der Mitarbeit im Kartenbüro im Bereich der Musikvermittlung (Reihe „Musik zum Angreifen“) tätig und 2008 und 2009 für die Organisation des Jeunesse KindermusikCamps Graz verantwortlich. 2009 übernahm er die Verkaufsleitung der Jeunesse. Worin die Auffassungsunterschiede mit dem scheidenden Alexander Moore bestehen, wurde nicht bekannt gemacht.

www.jeunesse.at

Wien, 24. 8. 2016