Leopold Museum: Wien 1900. Aufbruch in die Moderne

März 12, 2019 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Vom Stimmungsimpressionismus zur Neuen Sachlichkeit

Gustav Klimt: Tod und Leben, 1910/11, umg. 1915/16. © Leopold Museum, Wien, Inv. 630

Ab 16. März zeigt das Leopold Museum die umfassende, sich über drei Ebenen erstreckende Ausstellung „Wien 1900. Aufbruch in die Moderne“, und damit den Glanz und die Fülle künstlerischer und geistiger Errungenschaften einer Epoche, die geprägt war vom Aufbruch der Secessionisten bis hin zum Untergang der Monarchie und dem Tod herausragender Künstler der Wiener Moderne wie Gustav Klimt, Egon Schiele, Koloman Moser oder Otto Wagner im Jahr 1918. Die Neupräsentation zeigt nicht nur Meisterwerke aus der Sammlung des Leopold Museum.

Sondern ermöglicht es – mit nationalen und internationalen Dauerleihgaben – das Fluidum jener pulsierenden Zeit mit all ihren Gegensätzlichkeiten darzustellen. Die Donaumetropole war gleichermaßen die Stadt des Hochadels und der liberalen Intellektuellen, der prachtvollen Ringstraße und endloser Armenviertel, des Antisemitismus und des Zionismus, des starren Konservatismus und der einsetzenden Moderne. Glanz und Elend, Traum und Wirklichkeit, Selbstauflösung und Aufbruch bezeichnen den ästhetischen Pluralismus und markieren das Wien jener Zeit als Versuchsstation oder Ideenlaboratorium und also als zentralen Motor einer turbulenten Erneuerungsbewegung.

In diesem heterogenen Milieu – Arnold Schönberg sprach von der „Emanzipation der Dissonanz“ – fand jene einzigartige Verdichtung an Kulturleistungen statt, die heute von Wien um 1900 als einem Quellgrund der Moderne sprechen lassen. Dieser Aufbruch fand in den unterschiedlichsten Disziplinen statt, von der Malerei und den grafischen Künsten, über Literatur, Musik, Theater, Tanz und Architektur bis hin zu Medizin, Psychologie, Philosophie, Rechtslehre und Ökonomie.

Otto Rudolf Schatz: Die Hoffnung, 1930. © Leopold Privatsammlung

Egon Schiele: Sitzender Männerakt (Selbstdarstellung), 1910. © Leopold Museum, Wien, Inv. 465

Nach einer Ouvertüre zur Makart-Zeit und zu den Ausformungen des Realismus und Stimmungsimpressionismus österreichischer Provenienz, stehen in der Präsentation die innovativen Leistungen der Secessionisten Gustav Klimt, Koloman Moser, Carl Moll und die Idee des Gesamtkunstwerkes, welches – nicht zuletzt durch die angewandte Kunst – die Durchdringung aller Lebensbereiche durch Kunst ermöglichte – im zentralen Fokus der vierten Ausstellungsebene. In der dritten Etage wird die Überwindung der Stilkunst durch die Vertreter des österreichischen Expressionismus Richard Gerstl, Oskar Kokoschka, Egon Schiele gezeigt.

Die Tendenzen der Selbstauflösung im Politischen, Gesellschaftlichen und vor allem im Individuellen konnten die malerischen Seelenforscher des Expressionismus nicht mehr negieren und schlugen einen radikal anderen Weg ein. Den Schlussakkord der Schau setzen im Erdgeschoß die facettenreichen künstlerischen Ausformungen, die zwischen dem abstrahierend- expressionistischem Stil von Anton Kolig, Herbert Boeckl und Marie-Louise von Motesiczky und den Positionen der Neuen Sachlichkeit von Rudolf Wacker, Otto Rudolf Schatz oder einer Greta Freist oszillieren.

www.leopoldmuseum.org

12. 3. 2019

Mary Shelley

Dezember 27, 2018 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Viel zu biederes Biopic über die Frankenstein-Erfinderin

Das Grab ihrer Mutter ist Marys (Elle Fanning) Zufluchtsort, hier liest sie ihre geliebten Gruselgeschichten. Bild: © 2018 Polyfilm Filmverleih GmbH

Es beginnt durchaus vielversprechend. Mit Friedhofsatmosphäre und dem Mädchen Mary, das, an den Grabstein der Mutter gelehnt, Gruselgeschichten liest statt daheim ihren Haushaltspflichten nachzukommen. Dann ein Blick auf den Bücherschatz in der Buchhandlung des Vaters, er, William Godwin, Sozialphilosoph und Begründer des politischen Anarchismus, die knapp nach Marys Geburt verstorbene Mutter Mary Wollstonecraft, Schriftstellerin und Feministin.

Die 1792 mit „Verteidigung der Rechte der Frau“ eine der grundlegenden Arbeiten der Frauenrechtsbewegung verfasste. In den ersten beiden Szenen von „Mary Shelley“, der am 28. Dezember in die Kinos kommt, ist somit alles ausgebreitet, was nur zwei Jahre später zur Erschaffung von „Frankenstein oder Der moderne Prometheus“ führt. Und das genau ist das Problem von Haifaa Al Mansours Biopic: Alles ist ausgebreitet. Es grenzt an ein Wunder, eine Geschichte, die dies Glanzstück der romantischen Schauerliteratur behandelt, die immerhin eine Ménage-à-trois und den Exzentriker Lord Byron beinhaltet, so geheimnislos zu erzählen. „Mary Shelley“ ist allzu bemüht und viel zu betulich bieder.

Dabei gilt es der saudi-arabischen Regisseurin die besten Absichten zu unterstellen. Leistete sie doch 2012 mit „Das Mädchen Wadjda“, dem ersten vollständig in Saudi-Arabien realisierten Spielfilm, Pionierarbeit, drehte mit versteckter Kamera ihre Emanzipationsstory, die dem westlichen Publikum wertvolle Einblicke in eine verschlossene Gesellschaft gewährte. In ihrer Heimat war das Werk nie zu sehen; erst im April dieses Jahres erlaubte die saudische Regierung die Wiedereröffnung eines Lichtspieltheaters, davor galt Kino beinah vier Jahrzehnte lang als unislamisch.

Der attraktive Dichter Percy Shelley (Douglas Booth) ist ein radikaler Freigeist. Bild: © 2018 Polyfilm Filmverleih GmbH

Kein Wunder, dass Mary (Elle Fanning) und ihre Halbschwester Claire (Bel Powley) mit ihm gehen. Bild: © 2018 Polyfilm Filmverleih GmbH

Mit ihrem jüngsten Film bleibt Al Mansour ihrem Thema treu, und schildert wieder den Kampf einer Frau um Freiheit und – künstlerische – Entfaltung in einer von Männern dominierten Welt. Was, und dies ist mit Bedauern festzuhalten, 200 Jahre nach Erscheinen des Romans „Frankenstein“ immer noch einen Nerv trifft. Nur, dass der Mary des Hanoverian England dabei die Dringlichkeit, die Direktheit des Mädchens aus Riad abgeht. So wird “Mary Shelley” zur Ausstattungsschlacht, in der zwischen aufwendigen und historisch korrekten Kostümen und ebensolchen Versatzstücken, kaum je eine glaubhafte Gefühlsregung aufzukommen vermag.

Dabei gäbe es genug Stoff für Drama, wird die erst 16-jährige Mary wegen Aufsässigkeit gegenüber ihrer Stiefmutter doch vom Vater für einige Zeit nach Schottland verbracht, wo sie den rebellischen Dichter Percy Shelley kennenlernt. Der folgt ihr zurück nach London, wird ein Protegé von William Godwin – und Marys Geliebter. Als sie erfährt, dass er verheiratet und bereits Vater ist, beruft sich Percy auf sein Recht auf freie Liebe und seinen Atheismus, und so flüchtet die junge Frau mit ihm aus dem Elternhaus, mit dabei ihre Halbschwester Claire Clairmont.

Was in weiterer Folge zu einer wilden Ehe zu dritt führt. Dann aber lernt Claire auf einer Soi­rée Lord Byron kennen, und begibt sich lieber mit diesem zu Bette. Dessen spätere Einladung an den Genfersee nimmt das Trio umso lieber an, als es gilt der eigenen schäbigen Behausung zu entfliehen. Wer sich nun Sex & Drugs & Rock’n’Roll à la „Gothic“ erwartet, wird enttäuscht sein. Zwar fließt der Alkohol in Strömen, zwar gibt es ein paar Elektrizitätsspielereien wie die Galvanisierungsvorführung eines Frosches, doch wird in erster Linie in bis zur Langeweile weiten Strecken gepflegte Konversation bei Kerzenschein betrieben. Dass Claire am Ende erklärt, sie erkenne die gesellschaftlich unterdrückte und von ihrem Geliebten ausgenutzte Mary in deren geschundener Kreatur wieder – Mary muss ihr Buch anonym veröffentlichen, weil kein Verleger diesen Horror aus weiblicher Hand lesen will -, macht das Ganze nicht subtiler.

Der Poet Lord Byron (Tom Sturridge) begrüßt Mary (Elle Fanning), ihre Halbschwester Claire Clairmont (Bel Powley) und Percy Shelley (Douglas Booth) auf seinem Anwesen in Genf. Bild: © 2018 Polyfilm Filmverleih GmbH

Wobei zu sagen ist, dass Elle Fanning als Mary und Bel Powley als Claire den Film mit ihrer schauspielerischen Intensität tragen. Bei diesen beiden Frauenporträts erkennt man Al Mansour ganz in ihrem Element. Douglas Booth gestaltet Percy Shelley als Narzisst, dessen schöpferische Arbeit an sein lästerliches Redenschwingen nicht heranreicht. Tom Sturridge versucht sich an der Flamboyanz eines Lord Byron, kommt aber, kostümiert bis zur Karikatur, tatsächlich kaum zum Spielen.

Und während „Downton Abbey“-Star Joanne Froggatt ihre Mary Jane Godwin hauptsächlich als Typ böse Stiefmutter anlegt, gelingt es Stephen Dillane als William Godwin mehrere Nuancen dieses in der Engstirnigkeit seiner Zeit erstickenden Freidenkers zu zeigen. Die berührendste Darstellung liefert Ben Hardy als um Mary bemühter Byron-Arzt John Polidori.

www.mary-shelley.de

  1. 12. 2018

Museum der Moderne Salzburg: Lisl Ponger. Professione: fotografa

November 27, 2018 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Blick auf das Bekannte und das Fremde

Lisl Ponger: Geisterbeschwörung, 2012. Bild: © Lisl Ponger / Bildrecht, Wien, 2018

Fotografie, Experimentalfilm, Medienkunst – das Werk Lisl Pongers ist ausgesprochen vielfältig. Immer wieder nimmt sie die Frage nach dem Fremden und dem Eigenen in den Blick.

Auf zwei Ebenen des Rupertinum präsentiert das Museum der Moderne Salzburg nun ab 1. Dezember in einer umfangreichen Übersichtsschau das Werk der Trägerin des Otto-Breicha-Preis für Fotokunst 2017.

Seit den frühen 1970er-Jahren arbeitet Lisl Ponger als freischaffende Künstlerin in den Bereichen Fotografie und Film.

Mit ihren inszenierten Fotoarbeiten wie „La Catrina“ und „Teilnehmende Beobachterin“ zeigt Ponger, wie sich Stereotypen, Rassismen und Blickkonstruktionen seit Mitte des 19. Jahrhunderts in der Fotografie erhalten und fortgesetzt haben. Daneben sammelt sie für ihr eigenes fiktives Museum MuKul, das Museum für Fremde und Vertraute Kulturen, Objekte aus der westlichen Alltagskultur und aus touristischen Souvenirläden, die den Umgang des Westens mit fremden Kulturen offenbaren. In der Ausstellung „Professione: fotografa“ werden in drei Kapiteln neben zahlreichen großen fotografischen Tableaus auch einige ihrer frühen Filme sowie Objekte und Skulpturen des Museums MuKul präsentiert. Ebenfalls zu sehen ist die 2017 für das neu eröffnete Weltmuseum Wien erarbeitete Installation „The Master Narrative und Don Durito“.

Lisl Ponger: Ohne Titel, 2013. Aus der Serie „La Catrina or another Mexican Afternoon“. Bild: © Lisl Ponger / Bildrecht, Wien, 2018

Lisl Ponger: Ohne Titel, 2013. Aus der Serie „La Catrina or another Mexican Afternoon“. Bild: © Lisl Ponger / Bildrecht, Wien, 2018

Der Titel der Ausstellung, der von der Künstlerin gewählt wurde, lehnt sich an Michelangelo Antonionis Film „Professione: reporter“ aus dem Jahr 1975 an, in dem Probleme von Erkenntnis und Eigenverantwortlichkeit sowie die Beziehung zwischen dem Künstler und seinem Werk thematisiert werden. „Der außergewöhnliche, interdisziplinäre Facettenreichtum von Lisl Pongers künstlerischem Denken zeigte sich bereits in der Konzeption dieser umfangreichen Übersichtsschau, an der die Künstlerin maßgeblich beteiligt war. Ganz besonders freut es mich auch, dass sie für Salzburg eine neue Fotoserie gestaltet hat, die wir nun erstmals öffentlich präsentieren“, so Christiane Kuhlmann, Kuratorin Fotografie und Medienkunst sowie Mitglied der Jury des Otto-Breicha-Preises für Fotokunst 2017.

www.museumdermoderne.at

27. 11. 2018

Museum der Moderne Salzburg: Oskar Kokoschka

November 8, 2018 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Zeugnisse einer zerrissenen Zeit

Oskar Kokoschka: Pietà, 1909. Plakat für die Internationale Kunstschau Wien. Museum der Moderne Salzburg © Fondation Oskar Kokoschka / Bildrecht, Wien, 2018. Bild: Hubert Auer

Das Museum der Moderne Salzburg präsentiert ab 10. November nach vielen Jahren wieder die druckgrafischen Arbeiten von Oskar Kokoschka, die einen zentralen Teil der hauseigenen Sammlung ausmachen, und zeigt sie erstmals in ihrem zeithistorischen Zusammenhang. Im Œuvre des österreichischen Expressionisten nehmen die Druckgrafiken einen wichtigen Stellenwert ein. Bereits während seines Kunststudiums im Wien der Jahrhundertwende entstanden erste Exemplare, die im Lauf der Jahre, insbesondere in der Spätphase seines künstlerischen Schaffens, zu einem beachtlichen Bestand anwachsen sollten.

Mit „Oskar Kokoschka. Das druckgrafische Werk im Kontext seiner Zeit“ wird nun erstmals eine umfangreiche Ausstellung ganz Kokoschkas Lithografien und Radierungen gewidmet. Ausgehend von seinem umstrittenen Frühwerk spannt die Ausstellung in acht Kapiteln mit etwa 210 Blättern einen Bogen über die Porträts aus der Dresdner Zeit bis hin zu seinem Spätwerk, das ihn als Bewunderer der griechischen Kunst und Kultur ausweist, und verortet die einzelnen Werkgruppen – die vollständig gezeigt werden – in ihrem historischen Zusammenhang.

Das Zeitgeschehen, mit dem sich Kokoschka in einzelnen Werkphasen kritisch auseinandergesetzt hat, bildet dabei wichtige Referenzpunkte. „Wir erforschen in dieser Ausstellung die künstlerische und persönliche Entwicklung Kokoschkas, der ein Zeitzeuge des zwanzigsten Jahrhunderts war. In Auflehnung gegen die Ästhetik des im Wien der Jahrhundertwende dominierenden Jugendstils entwickelte er eine expressive Bildsprache, in der sich die Unsicherheit und Zerrissenheit dieser Zeit widerspiegelt“, erklärt Barbara Herzog, Kuratorin der Ausstellung.

Auftakt sind Kokoschkas Arbeiten für die Wiener Werkstätte, die während seiner Ausbildung an der Kunstgewerbeschule entstanden sind. Parallel dazu betätigte er sich auch als Schriftsteller und schrieb das Drama „Mörder, Hoffnung der Frauen“, dessen Uraufführung 1909 zu einem Skandal führte. Die männliche Verunsicherung angesichts der weiblichen Emanzipationsbestrebungen im Wien der Jahrhundertwende spiegelt sich auch in zahlreichen Arbeiten wider, in denen er seine konfliktreiche Beziehung zu Alma Mahler künstlerisch verarbeitet. Nach der Trennung von Alma meldete Kokoschka sich freiwillig zum Kriegsdienst. Aufgrund seiner Erlebnisse und Verwundungen wurde der Künstler zum Pazifisten.

Oskar Kokoschka: Christus hilft den hungernden Kindern, 1945. Museum der Moderne Salzburg © Fondation Oskar Kokoschka / Bildrecht, Wien, 2018. Bild: Rainer Iglar

Oskar Kokoschka: Kouros I, 1968, publ. 1970. Plakat für die Olympischen Spiele 1972 in München. Museum der Moderne Salzburg © Fondation Oskar Kokoschka / Bildrecht, Wien, 2018. Bild: Rainer Iglar

Vor den Nationalsozialisten, die sein Werk als „entartet“ diffamierten, musste Kokoschka nach England fliehen. Nach Kriegsende kehrte er nicht mehr nach Österreich zurück, sondern ließ sich in der Schweiz nieder. Mit lithografischen Zyklen zu Themen aus der klassischen Mythologie huldigte Kokoschka in seinem Spätwerk dem antiken Erbe, dessen Bedeutung er nicht nur in ästhetischen, sondern auch in ethischen Kategorien maß. Seine Bedeutung für Salzburg liegt vor allem in seiner langjährigen Tätigkeit als Presse Gründer und Leiter der „Schule des Sehens“, die er gemeinsam mit Friedrich Welz 1953 ins Leben rief.

www.museumdermoderne.at

8. 11. 2018

Belvedere: Herausforderung Moderne

Oktober 16, 2017 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Was Gustav Klimt und Tomislav Krizman verbindet

Gruppenfoto der Wiener Secessionisten, 1902: Von links nach rechts: Anton Stark, Gustav Klimt (sitzend), Koloman Moser (mit Hut), Carl Moll, Maximilian Lenz (liegend), Ernst Stöhr, Wilhelm List, Emil Orlik (sitzend), Maximilian Kurzweil (mit Kappe), Leopold Stolba, Adolf Böhm, Rudolf Bacher. Bild: Moritz Nähr, © Österreichische Nationalbibliothek, Bildarchiv

Ab 20. Oktober zeigt die Ausstellung „Herausforderung Moderne. Wien und Zagreb um 1900“ im Belvedere Schlüsselwerke österreichischer und kroatischer Künstler der Jahrhundertwende. Die Kunst um 1900 in Mitteleuropa entstand in einem regen Dialog zwischen Wien, dem Zentrum des damaligen Vielvölkerstaates, und den Hauptstädten der Kronländer.

So entwickelte sich auch der Austausch zwischen Wien und Zagreb als Folge der allgemeinen Modernisierung in Europa. Der Kulturaustausch zwischen den beiden Städten war ausschlaggebend für die stilistische Zugehörigkeit der kroatischen Kunst um die Jahrhundertwende. Durch diese neuen Strömungen, die von jenen in Wien ausgebildeten Künstlern und Architekten nach Zagreb gebracht wurden, wandelte sich das Gesamtbild des kulturellen Lebens im heutigen Kroatien in einer Zeitspanne von etwa zwanzig Jahren.

Zu sehen sind Werke von Gustav Klimt, Koloman Moser, Carl Moll, Vlaho Bukovac, Ivan Meštrović, Robert Auer, Tomislav Krizman sowie von anderen Protagonisten der Wiener und Zagreber Moderne.

www.belvedere.at

16. 10. 2017

Gustav Klimt, Freundinnen (Schwestern), 1907. Bild: © Klimt Foundation, Wien

Robert Auer, Porträt der Frau des Künstlers mit Muff (Leopoldine Auer Schmidt), 1902. Bild: © Privatsammlung