Theater in der Josefstadt: „Vor dem Ruhestand“

September 6, 2013 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Ein Seelenstriptease, der unter die Haut geht

Sona MacDonald (Clara), Michael Mendl (Rudolf Höller), Nicole Heesters (Vera) Bild: © Erich Reismann

Sona MacDonald (Clara), Michael Mendl (Rudolf Höller), Nicole Heesters (Vera)
Bild: © Erich Reismann

Welch ein Trio Infernal, diese höchst lebendigen Gespenster der Vergangenheit. Welch furchterregend grausames Spiel gegenseitiger Demütigungen. Ein entstellter Witz um geschwisterliche Eifersucht, ein Inzest im Rausch, ein Seelenstriptease dreier großartiger Darsteller, der unter die Haut fährt. Und über allem Thomas Bernhard, Österreichs penibelster Leichen-im-Keller-Beschauer, ein seziermesserscharfer Menschenkenner, dessen Klinge immer noch am Geschwür der Nation operiert.

Das Theater in der Josefstadt eröffnete die neue Saison mit Bernhards „Vor dem Ruhestand“. Elmar Goerden inszenierte die „Komödie“ um den Gerichtspräsidenten und Ex-SS-Offizier Rudolf Höller, der mit seinen beiden Schwestern alljährlich am 7. Oktober Heinrich Himmlers Geburtstag feiert. Geheim, aber in Uniform. Himmler, ein Götze in Schwarz, Wahlspruch: „Mehr sein als scheinen“. Ja. In Verkleidung unterwegs in einem Flüchtlingsstrom, fiel er wegen schlecht gefälschter Papiere der britischen Militärpolizei auf und beging schließlich Selbstmord mit einer Zyankalikapsel, die er in einer Zahnlücke versteckt hatte. Vom Vollstrecker zum Verstecker. Doch das ist nicht Höllers Himmler. Naturgemäß … Goerden hat sich für seine bemerkenswerte Arbeit mit exzellenten Schauspielern umgeben: Michael Mendl, Nicole Heesters und Sona MacDonald. Nicht Kollegen, sondern langjährige Freunde – was dem Abend eine besondere Intimität, eine neue Note verleiht. Eine, die auf  Teile des Publikums verstörend wirkte. Denn Goerden, wie stets mit feiner Hand bei der Sache, zeigt keine „Monster“ in Übergröße, Figuren, wie sie von Prater-Geisterbahnen herunterbaumeln. Er hat kein „Achtung, Nazis!“- Taferl aufgestellt. Er zeigt einfach Menschen, Bernhardisch beinhard und berührend, die Banalität des Bösen (um Hannah Arendt zu bemühen), die den Verwaltungsmassenmord für ihr gutes deutsches Recht halten. Thomas Bernhard orientierte sich1979 am realen Fall des Marinerichters und späteren Ministerpräsidenten Hans Karl Filbinger …

In Goerdens Regie ist dieses oft gesehene Stück kein Ein-Personen-Text mit zwei Stichwortgeberinnen mehr. Im Gegenteil: Die Frauen haben das Sagen beziehungsweise das Nicht-Sagen. Nicole Heesters als Vera changiert subtil zwischen zynisch, eiskalt, bösartig und enthusiastischer, unterwürfiger Verehrerin (mit falscher Kranzlfrisur) ihres Geliebten/Bruders. Sona MacDonald, die rollstuhlfahrende Clara, ist die zersetzende, „familienmordende“ Andersdenkerin. Sie, die so gut wie keine Sätze sagt, ist beredt mit Mimik und Gestik. Wenn sie die Hände emporhebt, will sie ihre Geschwister umarmen oder erwürgen? Mit hämischem Lachen verfolgt sie die Vorbereitungen fürs Fest – und doch spiegelt sich in ihrem Gesicht die Angst vor der KZ-Jacke, die im irren Rollenspiel ihr „Kostüm“ ist. Nicht umsonst sagt „Vera“ Heesters „Clara“ MacDonald “ ist „die Stärkste von uns allen“. Bravo! Und dann Michael Mendl: Der Filmstar und Bernhard-Debütant ist die nuancierte Niedertracht per se. Kasperl und Krokodil in einer Person. Kommt nach Hause als alter, griesgrämiger Mann, mit einem Bein schon in der Pension, dem Vera den Hämorrhoidensitzring hinterherträgt, verwandelt sich je mehr die Sektflaschen sich leeren und die Stimmung sich hebt in ein gefährliches, weil bewaffnetes Raubtier. Ein Leidtragender der Umstände, weil DIE große Idee nicht verstanden wurde. Kurt Sowinetz‘ Liedzeile: „Heimat bist du großer Väter/Lauter Opfer, kane Täter“ kommt einem in den Sinn.

Elmar Goerden gelang eine sehenswerte Interpretation von Bernhards vielschichtigem Werk. So bemerkenswert, weil sie wie beiläufig passiert. „Irgendetwas zieht sich zusammen, ganz in unserem Sinne“, sagt Höller, bevor ihn sein Herz holt. Darauf muss man ein Auge haben.

www.josefstadt.org

Trailer: www.youtube.com/watch?v=xsmC4q6fJ00&feature=player_embedded#t=33

www.mottingers-meinung.at/michael-mendl-im-gesprach/

Wien, 6. 9. 2013

Michael Mendl im Gespräch

September 3, 2013 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

„Vor dem Ruhestand“ an der Josefstadt

Sona MacDonald (Clara), Michael Mendl (Rudolf Höller), Nicole Heesters (Vera) Bild: © Erich Reismann

Sona MacDonald (Clara), Michael Mendl (Rudolf Höller), Nicole Heesters (Vera)
Bild: © Erich Reismann

Der charismatische deutsche Filmstar Michael Mendl unterbricht seine Kamerakarriere und gibt nach 20 Jahren ein Comeback auf der Bühne im Theater in der Josefstadt in einer großen, fordernden Thomas-Bernhard-Rolle. In „Vor dem Ruhestand“ spielt Mendl den ehemaligen und bis heute überzeugten SS-Offizier Rudolf Höller, der es im Nachkriegsdeutschland zum Gerichtspräsidenten gebracht hat und jedes Jahr am 7. Oktober hinter versperrten Türen seine SS-Uniform anzieht und mit seinen beiden Schwestern Heinrich Himmlers Geburtstag feiert.Seine Partnerinnen: Nicole Heesters und Sona MacDonald. Regie führt – wie schon beim großartigen „John Gabriel Borkman“ – Elmar Goerden

Premiere ist am  5. September.

Ein Gespräch mit Michael Mendl:

MM: Herr Mendl, in Österreich sind Sie vor allem durch Film und Fernsehen bekannt. Ihre Karriere begann aber am Theater; Sie wurden erst mit 45 Jahren als „Kameragesicht“ entdeckt. Nun ein Bühnencomeback an der Josefstadt – warum?

Michael Mendl: Da kamen verschiedene Dinge zusammen. Es stimmt, ich habe 20 Jahre nicht mehr Theater gespielt – und von denen hat Elmar Goerden zehn an mir rumgebaggert. Aber es passte irgendwie nie. Entweder das Stück, oder ich hatte Dreharbeiten. Und dann kam Elmar mit diesem Wahnsinnsstück von Bernhard: „Vor dem Ruhestand“. Ich war nach dem ersten Lesen entsetzt, fragte mich, will ich das Monster Rudolf Höller in meine Seele lassen. Ein Grund zuzusagen war, dass ich beide Kolleginnen, mit denen ich auf der Bühne stehe, Nicole Heesters und Sona MacDonald schon lange kenne. Ich habe Nicole 1965  an der Josefstadt kennen gelernt. Wir hatten dann eine Leseprobe, die sehr gut lief, und darauf habe ich Ja gesagt.

MM: Sie haben also lange überlegt, bis Sie die Rolle angenommen haben. Das Stück wurde 1979 von Peymann in Stuttgart uraufgeführt, wo Sie auch Eichmann und Oppenheimer gespielt haben. Jetzt den Höller – ein Scheusal, das man nach der Probe nicht einfach „abwaschen“ kann?

Mendl: Ja, das geht schwer. Die Figur Eichmann beispielsweise erschien mir immer wieder in Albträumen. Das ist mir mit dem Höller noch nicht  passiert – Gott sei Dank.

MM: Höller wird von Schauspielern oft als Polterer, „Folterer“ seiner Schwester Clara dargestellt. Sie sind mir als einer bekannt, der feinnervig den Nerv trifft. Wie werden Sie Ihren Höller anlegen? Hintergründig?

Mendl: Vordergründig! Mit seiner und meiner Fantasie mannigfaltig ausgestaltet. Als kleines Würstchen, als Macho, Angeber, Aufschneider, Zyniker, Peiniger, als alten versteinerten Mann. Ich möchte die Farbpalette großzügig benutzen, facettenreich sein. Das ist eine finstere Komödie, die Bernhard da geschrieben hat. Ich habe noch nie so viel gelacht bei Proben. Weil die Figuren so unverschämt, solche Monster sind.

MM: Sie haben schon angedeutet, dass Sie mit Ihren Bühnenschwestern eine lange Kollegenschaft verbindet …

Mendl: Mit Nicole Heesters über zahlreiche Filmprojekte. Mit Sona MacDonald ist am Residenztheater München eine Theaterfreundschaft entstanden. Man könnte so ein Stück auch nicht spielen, wenn man sich nicht nahe steht; es ist ja auch sehr intim als Familien-, als Inzestgeschichte. Da muss man sich auf die anderen 200-prozentig verlassen können. Wir kamen unlängst von einer Probe, da sagte Sona: „Wir drei sind wirklich Geschwister.“ Deshalb habe ich so eine Freude an dieser Arbeit.

MM: Ich habe mich durch Ihre Vita gearbeitet, doch keinen Thomas Bernhard darin gefunden.

Mendl: Ich bin Bernhard-Debütant. Und mittlerweile begeistert. Beim Spielen dieser Situationen, da wird gelogen, verschoben, das ist so mannigfaltig, so zum Fürchten, dass man sich das antut – ich bin immer noch nicht fertig mit dem Ausloten der Möglichkeiten dieses Trio Infernal. Das ist mir bei anderen Autoren noch nie so vorgekommen.

MM: Ihr Adoptivvater Ernst war Österreicher, Sie haben auch die österreichische Staatsbürgerschaft, haben kurz in Wien studiert. Was sagen Sie zur hiesigen Mentalität, zu denen, die sich so gerne hinter dem „Anschluss“ verstecken?

Mendl: Bernhard hat das Stück ja über Deutschland geschrieben, er hatte den Marinerichter und späteren Ministerpräsidenten Hans Karl Filbinger im Visier. Das ist die Schmierseife für den Stoff. Also eigentlich war Stuttgart gemeint, nicht Wien. Aber: Wie sich die Bilder gleichen. Auch hier gab es genug Ewiggestrige, die noch lange in ihren Ämtern saßen. Für mich ist „Vor dem Ruhestand“ aber kein Stück über das Nazitum, über die NSDAP, sondern über das Ungeheuer, das Ungeheure, das in uns allen schlummert und das man nur aufzurufen braucht. Eine Geschichte sozusagen, die bei Kain und Abel beginnt. Und bei Höller (auch noch nicht) endet, der sich darüber lustig macht, dass er nach Jahren des Versteckens in einem Kellerloch wieder eine Enklave des Schreckens errichten konnte – und sich noch einbildet, er hat das Recht, das zu tun, so sein zu dürfen.

MM: Es gibt aber nicht nur Ewiggestrige, sondern auch „neue Gestrige“. Faschistisches Gedankengut ist von Norwegen über Deutschland bis Ungarn wieder da. Die Neonazis marschieren. Worin liegt die Anziehung?

Mendl: Wenn ich darauf eine Antwort hätte, könnte ich dagegen antreten. Ich weiß nur, dass wir verdammtes Glück haben, in Europa keinen Krieg zu haben. Krieg ist nie eine Lösung, nie eine „Endlösung“. So „unbefangen“ wie Bernhard seine Figuren darüber reden und streiten lässt, so wollen wir auch, dass das Publikum selber darüber nachdenkt. Wenn wir das hinkriegen, ist es toll. Mein Vater Ernst sagte immer: Wenn die Geschichte nicht koscher ist, sollte man sie lachhaft machen. Dass andererseits die deutsche Justiz sich aufgrund des Grundrechts nicht traut, eine gewisse Partei zu verbieten, ist empörend. Haben die keine Courage vor etwas Revolutionärem? Die Anziehungskraft von Hassideologien und den Ruf nach einem „starken Mann“ – den’s aber nicht gibt -, hat man doch allerorts. Aktuelles Beispiel: Syrien. Ein Einzelner wird unweigerlich zum Diktator. Nur gesellschaftliche Moral, Zusammenhalt und das ständige, tägliche Bemühen um Demokratie können da gegensteuern.

MM: Sie sind einer der weniger Charakterköpfe unter den Schauspielern, der Gute wie Böse, Tragödie wie Komödie oder Groteske spielt. Ein bevorzugtes Genre?

Mendl: Ja, einen Menschen darzustellen. Ansonsten will ich so vielseitig wie möglich sein. Mein Lebensmotto ist von Bert Brecht „Von der Kindsmörderin Marie Farrar“: „Doch ihr, ich bitte euch, wollt nich in Zorn verfallen/Denn alle Kreatur braucht Hilf von allen.“ Ein Satz gegen Intoleranz, nach dem ich versuche auch mein privates Leben zu gestalten.

MM: Nachdem Elmar Goerden Sie so lange umworben hat, wie geht’s Ihnen nun mit der Arbeit mit ihm?

Mendl: Wunderbar. In Elmar habe ich DEN Partner gefunden, wir schmieden auch schon Pläne für die nächste Saison am Haus. Die gemeinsame Arbeit wird sich fortsetzen. Ich habe noch nie einen so toleranten Menschen gefunden, der selber erwachsen ist und seine Schauspieler als Erwachsene akzeptiert. Da treffen sich im künstlerischen Prozess vier Gleichberechtigte. Vier auf Augenhöhe. Als Schauspieler vermiete ich ja mein Leben, da will ich nicht geknechtet werden, da will ich, dass man demokratisch miteinander umgeht. Und das ist hier der Fall.

MM: Sie werden jetzt längere Zeit in Wien sein. Wie werden Sie Ihren Aufenthalt genießen?

Mendl: Ich werde tagsüber durch die Stadt streifen, die ich zuletzt vor fast 50 Jahren sah, und sie neu erleben. So viel inhalieren, wie’s nur geht. Wie positiv sich hier alles verändert hat. Ich werde zwischendurch aber auch nach Berlin fliegen – zum Strümpfe stopfen. Und Ende September drehe ich in Borneo einen Dokumentarfilm über das Abholzen der Regenwälder und was das für die Orang Utans bedeutet. Ich engagiere mich sehr für dieses Thema, mache in Deutschland auch regelmäßig „Regenwald-Nächte“, um Geld zu sammeln. Wir sind derzeit in Verhandlungen mit Holzfällergesellschaften, um 1000 Hektar Regenwald auf 50 Jahre zu pachten. Ich hoffe, das gelingt.

www.josefstadt.org

www.michaelmendl.de

www.startnext.de/regenwald

Wien, 3. 9. 2013

Theater in der Josefstadt: Spielzeit 2013/14

Mai 28, 2013 in Bühne

Herbert Föttinger und seine Pläne

Sandra Cervik, Herbert Föttinger Hochzeit auf Italienisch, Premiere am 3.10.2013  Bild: © Theater in der Josefstadt

Sandra Cervik, Herbert Föttinger
Hochzeit auf Italienisch, Premiere am 3.10.2013
Bild: © Theater in der Josefstadt

Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger präsentierte am 28. Mai in den Sträußelsälen seine Pläne für die Spielzeit 2013/14. Eines der großen Ereignisse der Spielzeit 2013/14 wird die Wieder-Eröffnung der Kammerspiele der Josefstadt sein – nach erfolgtem Umbau, im Oktober 2013. Vom Broadway in New York direkt in die Kammerspiele nach Wien: Gestartet wird im neuen Haus mit der Europäischen Erstaufführung von „Catch Me If You Can“, einer wahren, dafür umso abenteuerlicheren Geschichte um einen jugendlichen Betrüger, den das FBI jagt. Herbert Föttinger: „In meiner achten Spielzeit spielen wir in beiden Theaterhäusern ausnahmslos Werke, die nach 1952 entstanden sind. Nennen wir es einen Spielplan der Ermunterung der Autoren und Autorinnen.“ 12 Premieren bringen zwei Uraufführungen, zwei Österreichische Erstaufführungen und eine Europäische Erstaufführung und dem Publikum Neues.

Die Uraufführungen
Im Dezember erweckt der verdiente Regisseur Günter Krämer JOSEPH UND SEINE BRÜDER (5. Dezember 2013) von Thomas Mann zu Bühnenleben. Thomas Mann-Kennern zur Beruhigung: Herbert Schäfers Dramatisierung stützt sich hauptsächlich auf das Kapitel „Die Berührte“, die Geschichte von Potiphar, dessen Frau und Joseph aus dem vierteiligen Jahrhundertroman von Thomas Mann. Mit Florian Teichtmeister, Sandra Cervik, Erni Mangold.

Ein Höhepunkt ist sicherlich die Dramatisierung des Romans DIE SCHÜSSE VON SARAJEWO (3. April 2014) von Milo Dor durch seinen Sohn Milan Dor, die anlässlich des 100. Jahrestages des Attentats von Sarajewo in Auftrag gegeben wurde. Im Mittelpunkt steht der k.u.k. Justizbeamte Leo Pfeffer, der als Untersuchungsrichter mit den Ermittlungen an der Ermordung Franz Ferdinands und dessen Gemahlin beauftragt wird. Man erwartet von Pfeffer, schnellstens die Beweise für eine Beteiligung Serbiens am Attentat zu erbringen und so die Rechtfertigung für ein militärisches Vorgehen gegen den verhassten Balkanstaat zu liefern.
Herbert Föttinger inszeniert. Mit Erwin Steinhauer, Sandra Cervik, Heribert Sasse, Matthias Franz Stein.

Die Erstaufführungen
CATCH ME IF YOU CAN von Terrence McNally (24. Oktober 2013)
„Catch Me If You Can“ erzählt die unglaubliche Geschichte von Frank Abagnale Jr., der als 16jähriger durch Scheckbetrug zu Reichtum kommt, sich erfolgreich über Jahre als Pilot und Arzt ausgibt, vom FBI gejagt wird, und nach seinem Gefängnisaufenthalt bis heute einer der wichtigsten Berater des FBI ist. Rasmus Borkowski spielt den jungen Frank Abagnale, Werner Sobotka inszeniert die Europäische Erstaufführung des Broadway Musicals.

DER LETZTE VORHANG von Maria Goos (24. Oktober 2013)
In der österreichischen Erstaufführung dieses Zweipersonen-Schlagabtauschs im Theatermilieu sind zwei Theater- und TV-Stars zu sehen, die bisher noch nie an der Josefstadt aufgetreten sind: Leslie Malton und Peter Kremer

ZIEMLICH BESTE FREUNDE von Olivier Nakache und Eric Toledano (20. März 2014)
Der arbeitslose und frisch aus dem Gefängnis entlassene Driss, ein Farbiger aus dem Banlieu, bewirbt sich pro forma als Pfleger beim querschnittsgelähmten Millionär Philippe, um den Stempel für die Arbeitslosenunterstützung zu bekommen. Gegen jede Vernunft engagiert ihn der reiche Aristokrat. Statt mit dem Behindertenauto düsen die beiden bald mit dem Maserati durch Paris, rauchen Joints. Nach einer wahren Geschichte. Michael Dangl und Nikolaus Okonkwo spielen, Michael Gampe (The King`s Speech) inszeniert die Österreichische Erstaufführung in den Kammerspielen.

Weitere Premieren in der Josefstadt
VOR DEM RUHESTAND von Thomas Bernhard (5. September 2013)
Elmar Goerdens Inszenierung von „John Gabriel Borkman“ war in der letzten Spielzeit für den Nestroy nominiert worden. In diesem Jahr bereitet er Thomas Bernhards Komödie von der deutschen Seele vor. Zum ersten Mal an der Josefstadt ist der vor allem aus dem Fernsehen bekannte  Schauspieler Michael Mendl zu sehen. Er spielt den ehemaligen SS-Offizier, der jährlich Heinrich Himmlers Geburtstag feiert. Mit Nicole Heesters und Sona MacDonald.

DAS INTERVIEW von Theodor Holman und Theo van Gogh (17. September 2013)
In Theo van Goghs zweimal verfilmten Stück treffen Alexander Pschill und Alma Hasun als erfahrener Kriegsberichterstatter und junge Soap-Darstellerin zum spannungsgeladenen Interview aufeinander. Regie: Christina Tscharyiski.

HOCHZEIT AUF ITALIENISCH – Filumena Marturano von E. De Filippo (3. Oktober 2013)
Eduardo De Filippos volkstümliche Komödie „Filumena Marturano“ wurde mehrfach für die Leinwand adaptiert. Mitte der 1960er-Jahre inszenierte Vittorio De Sica mit „Hochzeit auf Italienisch“ die bekannteste Verfilmung des Stoffs – als beißende Satire auf die traditionellen Geschlechterrollen in Italien und als frivole, aber auch berührende Komödie. Sandra Cervik verkörpert die ehemalige Prostituierte Filumena, die den wohlhabenden alternden Lebemann (Herbert Föttinger), zur Heirat drängt. Thomas Birkmeir inszeniert.

WIE IM HIMMEL von Kay Pollak (7. November 2013)
Ein weltweiter Überraschungserfolg war der berührende, schwedische Film über einen Stardirigenten, der sich aufs Land zurückzieht und dort – auf unkonventionelle Art – einen Laienchor leitet. Die Musik legt in den Dorfbewohnern lange Verschwiegenes frei. Eine mitreißende, fast spirituelle Geschichte – mit viel Gesang. Christian Nickel spielt den Dirigenten in Janusz Kicas 13. Inszenierung an der Josefstadt.

QUARTETT von Heiner Müller (6. Februar 2014)
Zum ersten Mal inszeniert Regie-Altmeister und Gesamtkünstler Hans Neuenfels an der Josefstadt, zum ersten Mal spielt Elisabeth Trissenaar hier. Mit Helmuth Lohner liefert sie sich einen Zweikampf Frau-Mann in Heiner Müllers Stück über die trostlose Mechanik des Begehrens, das man als Fortsetzung von de Laclos` “Gefährliche Liebschaften“ verstehen kann.

Weitere Premieren in den Kammerspielen der Josefstadt
DIE MAUSEFALLE von Agatha Christie (19. Dezember 2013)
Die Londoner Aufführung von Agatha Christie´s Kriminalstück hält sich seit fast 60 Jahren auf dem Spielplan und ist als längstlaufende Produktion ins Guiness Buch der Rekorde aufgenommen worden. Mit Heribert Sasse, Martin Zauner, Marianne Nentwich, Martin Niedermair.

KUNST von Yasmina Reza (20. Februar 2014)
Als „KUNST“ am Rabenhof, damals zur Josefstadt zugehörig, 1996 erstaufgeführt wurde, war ein Hit geboren, der erst nach 100 Vorstellungen – bei ausverkauftem Haus – vom Spielplan genommen wurde. Jetzt treten – fast 20 Jahre später- wieder zur Kunstdiskussion um ein monochromes, weißes Bild an: Herbert Föttinger, Martin Zauner und André Pohl.

PS.: Im Rahmen von CHAIRity kann nach wie vor die Patenschaft für einen Sitzplatz in den Kammerspielen übernommen werden 😉

www.josefstadt.org

Von Michaela Mottinger

Wien, 28. 5. 2013