Andrew Lloyd Webber streamt seine Musicals

April 5, 2020 in Klassik, Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

London West End kommt in die Wohnzimmer

Joan Collins als Mrs. Potiphar und Donny Osmond als Joseph. Bild: Screenshot/Universal

Musical-Titan Andrew Lloyd Webber hat einige seiner bekanntesten Musiktheater- produktionen zum kostenlosen Streamen auf dem YouTube-Channel „The Show must go on“ freigegeben – womit London West End nun bis in die heimischen Wohnzimmer kommt. Jeweils freitags, ab 19 Uhr, sind ausgewählte Shows für die nächsten 48 Stunden zu sehen. „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“ mit Donny Osmond, Maria Friedman, Richard Attenborough und Joan Collins als laszivem Cougar „Mrs. Potiphar“ –

ihr Song ab Minute 26 – ist bereits online: www.youtube.com/watch?v=N6XjXfQmZ4Q. Am Karfreitag folgt „Jesus Christ Superstar“: www.youtube.com/watch?v=GpO4ohqx3os mit Ben Forster in der Rolle des Jesus, Ex-Spice-Girl Mel C als Maria Magdalena und dem von der britischen Kritik hochgelobten Tim Minchin als Judas. So schrieb etwa The Guardian über „the intelligence and desperate passion“ des australischen Comedians und – wie passend für die Figur – Vertreters der internationalen Skeptikerbewegung …

Ben Foster als Jesus und Mel C als Maria Magdalena. Bild: Screenshot/Universal Music/ Tristram Kenton

Tim Minchin (li.) soll ein grandioser Judas sein. Bild: Screenshot/Universal Music/ Tristram Kenton

Chris Moyles singt und spielt den Herodes. Bild: Screenshot/Universal Music/ Tristram Kenton

Into Your hands I commend My Spirit: Ben Foster. Bild: Screenshot/Universal Music/ Tristram Kenton

Auch Filmmaterial von hinter den Kulissen wird auf „The Show must go on“ veröffentlicht werden. In seiner Video-Botschaft www.youtube.com/watch?v=OLeErO8nXsc sagt Andrew Lloyd Webber, er selber freue sich am meisten auf sein hierzulande weitgehend unbekanntes „Katastrophen-Musical“ „By Jeeves“: „Ich mag es sehr und das werden Sie auch.“ Die Handlung basiert auf Romanen und Erzählungen des Humoristen P. G. Wodehouse, in denen als Protagonisten der blaublütige Bertie Wooster und sein Butler Jeeves im Vordergrund stehen. Die Uraufführung fand 1975 in der Regie von Librettist Alan Ayckbourn im Londoner „Her Majesty’s Theatre“ statt.

www.youtube.com/channel/UCdmPjhKMaXNNeCr1FjuMvag       www.andrewlloydwebber.com 

5. 4. 2020

Alle meschugge?

März 18, 2013 in Ausstellung

Ausstellung über jüdischen Witz und Humor

Ab dem 20. März zeigt das Jüdische Museum Wien die Ausstellung „Alle meschugge?? Jüdischer Humor erobert die Welt“. Humor ist ein wesentlicher Bestandteil jüdischen Lebens. Er reflektiert das  innerjüdische Verhalten und spiegelt den Umgang mit einer oft feindseligen Umwelt.  Jüdischer Humor ist zumeist warmherzig und menschenfreundlich, nach dem  Holocaust aber auch zynisch und kohlrabenschwarz.

George Tabori, Ignaz Kirchner Bild: Jüdisches Museum Wien

George Tabori, Ignaz Kirchner
Bild: Jüdisches Museum Wien

Er umfasst ein breites  Spektrum von seinen Wurzeln in Osteuropa bis hin zu Ephraim Kishon in Israel sowie  den Marx Brothers, Billy Wilder, Mel Brooks oder Woody Allen in Hollywood.Dazwischen liegt die Hochblüte der Unterhaltungskultur in Wien und Berlin: Kabarett,  Revue und Film – oder Karl Farkas, Fritz Grünbaum, Hermann Leopoldi, Friedrich Hollaender, Kurt Tucholsky und Ernst Lubitsch; das „Simpl“ und das „Kabarett der Komiker“. Gemeinsam werden jüdische und nichtjüdische Stars vom NS-Regime  verfolgt – Ermordung im KZ oder Flucht ins Exil beenden diese ruhmreiche Ära. Doch sogar in Theresienstadt und anderen Lagern wird Kabarett gespielt. Lachen und Weinen: Wie anders könnte man sich des eigenen Untergangs erwehren, als mit Witzen, Songs, Conférencen, Liedern, frivolen Plaudereien, die am Grabesrand, an der Schwelle zur Todeszelle, von Profis der Kabarett-Kunst den Mit-Todes-Kandidaten dargeboten wurden. „Totentanz“ ist ein zu freundlicher Titel für ein solches Dokument. Fritz Löhner – Beda und Hermann Leopoldi schrieben das Buchenwaldlied.

Anders als Berlin kann das Wien der Nachkriegszeit an die jüdische Tradition des Humors anknüpfen,  dafür stehen Namen wie Georg Kreisler, Gerhard Bronner, Hugo Wiener und Karl Farkas. Und natürlich der große George Tabori mit Theatersatiren von „Mein Kampf“ bis „Die Goldberg-Variationen“.

www.jmw.at

Von Rudolf Mottinger

Wien, 18. 3. 2013