TAG online: Medea – Ich, ich, ich, ich!

Dezember 8, 2021 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Die Ausländerin einfach abschieben

Michaela Kaspar als vor Zorn rasende Andrea/Medea: Bild: © Anna Stöcher

Um die Zeit bis zum Lockdownende zu versüßen, schenkt das TAG seinem Publikum die Aufzeichnung der umjubelten „MEDEA Ich, ich, ich, ich!“. Die Inszenierung ist auf der neuen Plattform Stage+ unter stage-plus.art/medea kostenlos zu sehen, sie ist ein virtueller Vorgeschmack auf die letzte Live-Spielserie dieser Produktion: „MEDEA Ich, ich, ich, ich!“ wird im Februar und März 2022 letztmalig live auf der Bühne präsentiert. Hier noch einmal die Rezension vom Dezember 2019:

Da die Darsteller bei ihrem ersten Auftreten als attischer Chor Masken tragen, verweist dies bereits darauf, dass das Drama zur Groteske werden wird. Der Mythos der mordlüsternen Medea als spöttische Auseinandersetzung mit den Bürgern der Polis – so originalgetreu überschrieben hat Gernot Plass Euripides, und dem Namen der Barbarenprinzessin vier Ichs angefügt. Kennzeichnung einer Ego-Gesellschaft, in der jeder für sich und gegen alle anderen ist.

„Medea – Ich, ich, ich, ich!“, uraufgeführt im TAG, ist die komplett unterschiedliche, sich total gleichende Geschichte mit Ursprung Argonautensage, Andrea und Walter aka Medea und Jason als Yuppie-Paar, das die geschmackvoll-weiße Couch allerdings nicht zur Ehetherapie nutzt. Nein, zwischen Michaela Kaspar und Julian Loidl geht’s handfest zur Sache, ein Streit wegen des Gatten Seitensprung eskaliert, dieweil der Chor eben noch vor hochgespieltem Individualismus warnte, schlimmer ist es als die Frau befürchtet hat: Das Pantscherl basiert auf politischem Kalkül. Walter gesteht freimütig, ihm sei das höhere Töchterl Elisa lieber als die angetraute Lebensabschnittspartnerin.

Deren Vater Peter, früher König Kreon von Korinth, ist immerhin Bürgermeister, und Elisa/Kreusa beileibe nicht untätig, träufelt sie’s doch wie Gift in Daddys Ohr, er solle die Ausländerin per Dekret abschieben, die Fremde ein für alle Mal aus der Stadt entfernen lassen. Für Andreas Kinderchen hingegen hat Elisa durchaus Verwendung, wie schön, auf Mutti machen zu können, ohne die Unbill des Gebärens. Über so viel Chuzpe seiner Lendenfrucht steht sogar Jens Claßens Peter der Mund offen, er wird dennoch den Wunsch Elisas zu erfüllen trachten.

Walter/Jason will Lebensabschnittsgattin Andrea abschieben: Julian Loidl und Michaela Kaspar. Bild: © Anna Stöcher

Bürgermeister Peter und Tochter Elisa aka Kreon und Kreusa: Jens Claßen und Lisa Schrammel. Bild: © Anna Stöcher

Messerattentäterin Andrea tötet Ehekonkurrentin Elisa: Michaela Kaspar und Lisa Schrammel. Bild: © Anna Stöcher

Der weinende Walter, die triumphierend blutverschmierte Andrea: Julia Loidl mit Michaela Kaspar. Bild: © Anna Stöcher

Lisa Schrammel schlüpft in diese Rolle, der Charakter der Kreusa von Gernot Plass, wiewohl er die griechische Tragödie insgesamt auf ihre immer noch Gültigkeit abklopft und für gut befindet, der am meisten ins Heute gehievte, denn Elisa ist ein manipulatives, machthaberisches Upper-Class-Miststück fernab jeder Jungmädchen- haftigkeit, geschweige denn Mitmenschlichkeit. Es macht einen frösteln, wie Plass die Figuren zwischen TAG-typischem Geplänkel und aggressivster Kontroverse wechseln lässt. Seine „Medea“ ist ein entsetzliches Vergnügen, der irrwitzige Plot um Beziehungskisten angereichert um den Wahnsinn der Themen Rassismus und Xenophobie – ein Fazit zum Umgang der selbsternannten Ersten mit der sogenannten Dritten Welt.

Selbstverständlich wird auch diesmal das Schlachtfeld der sexuellen Untreue mit Blut begossen, im ewig währenden Kampf der Geschlechter schont die Inszenierung niemanden. Vor allem Kaspar und Schrammel gehen mit brutaler Gewalt in den Infight, die europäische Bildungsbürgerin und die zu entsorgende Ehefrau aus einer, wieder und wieder wird’s gesagt, rückständigeren „Kultur“. Kaspar kann grandios toben, im Wortsinn archaisch – und wie!, Schrammel so groß- wie unartig skrupellos sein, letztlich aber, eine so schlimme, wie die andere, überlappen die beiden Plass-Charaktere. Schauderhaft die Szene, in der Elisa endlich die Beherrschung verliert und kaltschnäuzig zugibt, sie hätte sich die Bastardsöhne zwecks „für uns die Drecksarbeit erledigen“ ins Haus geholt, grauenvoll die Reaktion Andreas, die zur Vermeidung der Ausweisung erst Peter anbaggert, bis –

Der Chor der attischen Tragödie: Julian Loidl, Jens Claßen, Lisa Schrammel und Michaela Kaspar. Bild: © Anna Stöcher

sie beginnt, die Leichen zu Bergen zu stapeln. Auf diese Bestialität hat sich die Aufführung hundert atemlose Minuten lang zugespitzt, der Abend ist von der ersten bis zur letzten von fiebrig vibrierender Spannung, alle beständig am Rande des Nervenzusammenbruchs, weil der Existenzbedrohung, auch Claßens gern mal laut werdender Lokalpolitiker, auch Loidls begriffsstutziger, Schwanz einziehender Anti-Held, der ja zumindest seit Grillparzer zum rückgratlosen Schwächling deklariert ist. Derart changiert „Medea – Ich, ich, ich, ich!“ im TAG von literarischen Bezügen zu deren Brüchen.

Die Sprache des Plass’schen Textes ist stark, seine Umsetzung auf der Bühne intensiv, zwischen Gut und Böse sind die Figuren hier jenseits von … und das Publikum mal bitter lachend, mal betreten Innenschau haltend. Medea/Andrea schießt sich ins Aus durch einen martialischen Spruch, den sie in ihrer Wut ausstößt. Bekannt kommt einem dieser Satz vor. „Was? ‚Ich bring sie um?‘ Mein Gott! Das wird man doch noch sagen dürfen!!!“ Erstveröffentlichung: www.mottingers-meinung.at/?p=36752

 

dastag.at           stage-plus.art/medea

8. 12. 2021

Theater in der Josefstadt: Medea

September 10, 2021 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Sandra Cervik mit einer gnadenlos guten Performance

Sandra Cervik als Medea. Bild: © Astrid Knie

Es ist dies der Abend der Sandra Cervik. Wie sie ihr Gefühlsbrodeln lange Zeit unterdrückt, um die Ratio walten zu lassen, wie der Zorn, die Verzweiflung plötzlich aus ihr bricht, wie sie dem Publikum die entblößte Schmerzensbrust darbietet, die Barbarin der zivilisierten Gesellschaft. Wie sich Kolchis‘ zauberkundige Königstochter schließlich auf ihre Sitten und Riten besinnt, einen Insektenschwarnm entfesselt und Kreusa unter einer Blutdusche zu Tode bringt, das ist grandiose Kunst.

Am Theater in der Josefstadt inszenierte Elmar Goerden „Medea“, keine Überschreibung wie im TAG (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=36752), keine Neuschreibung wie am Burgtheater (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=31048), und doch Grillparzer 2.0. Mit Joseph Lorenz als Jason und Michael König als Medeens Amme Gora scheint einem die Besetzung anfangs ungewöhnlich, doch – Wolfgang Hübsch gibt den Kreon, Katharina Klar die Kreusa – der Schein trügt, sie ist schlichtweg ideal.

Leicht ließe sich der Stoff aufs Aktuelle anspielen, aufs Flüchtlings- und Fremdsein,

auf Heimat und sozialen Halt, auf Asylsuche und allüberall Anecken angesichts der Unkenntnis von Korinths Gesetzen. Doch Goerden will seine Arbeit für derlei nicht Echokammer sein lassen. Wiewohl der Widerklang als Bassline mitschwingt, zeigt er in seinem Kammerspiel einen fatalen, ins Handgreifliche ausartenden Ehekrieg, in dem einer den anderen auffordert: „Gib‘ mir mich zurück!“

Auf der zumeist kahlen Bühne von Silvia Merlo und Ulf Stengl, mal ausgestattet mit schilfgesäumtem Pool samt funktionstüchtiger Brause – zum Abkühlen der Gemüter, jede und jeder steht da drunter, mal mit Medeas Kartonhäuschen, legt Goerden den Fokus auf zwei aneinander gefesselte Schicksale, deren eines sich zum Besseren wenden wird, sobald das andere besiegelt ist. Cervik und Lorenz agieren wie in einem Druckkochtopf, an dem schon das Ventil pfeift, eindreiviertel Stunden kurz, zwei Leben auf die Essenz reduziert.

Als bewusst jenseits des üblichen Heldenalters gewählte Besetzung geben sie der Beziehung von Medea und Jason Bodenhaftung, man ist in den Jahren des Beisammenseins gemeinsam älter geworden, hat sich in Schuld verstrickt, gestritten, versöhnt. Die Liebe, eine fast animalisch zu nennende, brennende Leidenschaft, Goerden zeigt sie an den ekstatischen Küssen der beiden. Doch, wie gesagt: Die Ratio ist noch das Gebot der Stunde, aber alsbald abgelöst von Rache und Raserei – das Ende einer Ehe, dargeboten mit einer Intensität, die sticht und trifft. „Ich kann nicht mehr“, wird er dann sagen, und sie erwidern: „Du nahmst mich einfach, wie ich war, bitte behalte mich, wie ich bin.“

Wolfgang Hübsch, Katharina Klar, Sandra Cervik, Johnny Waldeck, Moritz Hammer und Joseph Lorenz. Bild: © A. Knie

Charakterstudie mit dünnen Zöpfen: Michael König als Amme Gora und Sandra Cervik. Bild: © Astrid Knie

Konfrontation der Königstöchter: Sandra Cervik und Katharina Klar als Kreusa. Bild: © Astrid Knie

Sandra Cervik, Joseph Lorenz, Wolfgang Hübsch und Katharina Klar. Bild: © Astrid Knie

Ein Glück. Goerden hat Grillparzers Medea dieses Moment hinzugefügt. Auftritt Cervik zunächst Zähne putzend, aus der Thermoskanne trinkend, seltsam abgeklärt und sich – ganz „Magd“ – nicht ohne Sarkasmus andienend: „Ich will ja tun, was ihr mir sagt, nur was …“ Das von ihm verabscheute Kopftuch wird ihr Jason-Lorenz als Erstes vom gekräuselten Haar reißen, in Griechenland ist es weder passend noch empfehlenswert. Nicht nur darob lamentiert Michael König als Amme Gora, König, dem es mühelos gelingt, an Gender-Ideen vorbeizudribbeln. Seine Gora ist keine schrullige Travestienummer, sondern eine moralische Instanz, eine warnende Stimme, letzter Halt und Verankerung an Kolchis. Eine Vaterfigur, Königs fulminante Charakterstudie.

Und, apropos König: Wie Kostümbildnerin Lydia Kirchleitner die Gora mit Folklore-Look und dünnen Zöpfen versehen hat, so erscheint Wolfgang Hübsch als gutgelaunter Korintherkönig Kreon im Freizeitoutfit Hawaiihemd und Panamahut. Oh, wie schön ist’s am Isthmus! Jovial, rotbackig und Eis essend hat der eiskalte Politiker den Paradeschwiegersohn alsbald ins Visier genommen. Hübsch muss die Brutalität dieses kalkulierenden, auf Goldene Vlies scharfen Rechners gar nicht eigens ausstellen, man glaubt sie ihm sowieso.

Die Sache ist für ihn so klar, wie Schauspielerin Katharina Klar als Kreusa, die großartig rotzfrech zwischen majestätischer Göre, Frauensolidarität und von Medeas Söhnen vergötterter Stiefmama changiert. Die Buben hat sie sich mit Konsumgütern schnell gekauft. Mit Palmwedeln und Akkordeontönen zwingt Jason sie den Kreon zu begrüßen, sehr zum Ärger von Muttertier Medea, und zu den ungelösten Geheimnissen der Regie zählt, neben Klars Zottelbärenkostüm und einem Blowjob, den Kreon als Medeas Abschiedsgeschenk missdeutet, warum der jüngere im Rollstuhl sitzen muss – es sei denn, da Mermeros mehr der Mutter, Pheres mehr dem Vater ähnelt, es wäre dies ein Hinweis auf Jasons vererbte empathische Verkrüppelung, die durch den Sohn an den Tag tritt.

Feinziselierer Goerden hat Grillparzers Figuren tiefenpsychologisiert, modern mag man das nennen, ohne dass es aufdringlich gewirkt hätte, Medeas frühfeministischer Monolog über ihr Frau-Sein: „Was“, fragt die Cervik, „zu viel geredet oder zu laut?“ Auch Joseph Lorenz durchmisst die Emotionenskala, kann im Sorgerechtsstreit grausam, flehentlich, kaltherzig sein – „Ich bring‘ dich um, wenn du nicht gehst“, zischt er Medea im Vorbeigehen zu – und bei der Klar beherzt zupacken. Der geschmeidige Schnitzler-Spieler (beide eben noch in „Der Weg ins Freie“, Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=47389) präsentiert hier eine andere Facette seines Könnens.

Der Ehekrieg und Sorgerechtsstreit …: Sandra Cervik und Joseph Lorenz. Bild: © Astrid Knie

… wird zum Flehen um die beiden Söhne: Joseph Lorenz und Sandra Cervik. Bild: © Astrid Knie

Kaum größer als eine Hundehütte: Sandra Cervik und Michael König vorm Kartonhäuschen. Bild: © Astrid Knie

Der Bub ist tot: Michael König, Moritz Hammer, Sandra Cervik und Joseph Lorenz. Bild: © Astrid Knie

Einen toxisch-männlichen Egoisten, einen so selbst- wie ungerechten Jason, keifend und in Sekunden von Null auf 180, einen, bei dem bereits der Herzkasperl anklopft, und der punkto Kreusa in romantisierter Nostalgie schwelgt. „Da war ich zwölf Jahre alt“, begehrt diese auf, und macht damit Fragen nach dem Altersunterschied platt; Katharina Klars Kreusa, man glaubt ihr nicht wirklich, dass sie den Jason mit Freuden heiratet. Zur Ratio gesellt sich die Staatsräson.

Und einmal noch die Cervik, die spielt, mit einem wie Drachenschuppen aussehenden, archaischen Schulterbranding, als holte sie ihren den Blicken verborgenen Grund der Seele ins Rampenlicht. Was eine Szene, in der sie versucht, Kreusa Jasons und ihre Passion zu erklären, wie sie ihm – von Kreusa mit High Heels und Lingeriehemdchen verkleidet, welch Inbegriffe von Zivilisation!, Leonard Cohens „Dance Me to the End of Love“ zuwispert, wie sie der gemeuchelten Kreusa die blondgelockte Perücke als Trophäe vom Kopf reißt, wie sie ihr Hundehütten-kleines Kartonhäuschen jenem Erdboden gleichmacht, auf dem für sie kein Platz sein soll. Herzzerreißend ist das, von Leid und Irrsinn umzingelt einen Hauch overacted.

Zum Song „A Horse With No Name“ von America kommt’s zum Äußersten, zum Kindsmord unterm Würfelhimmel und in aller Stille. Blackout. Dann: Eine Geburtstagsparty mit Kerzen auf dem Guglhupf, und alle sind sie wieder da, Mermeros und Pheres, Opa Kreon, Oma Gora, Tante Kreusa, Mama und Papa. Medea und Jason. Ein Traumbild einer heilen Welt. Nach dem antinaturalistischen Dekor und der künstlich überhöhten Ästhetik der Aufführung eine letzte Überraschung von Elmar Goerden. Manche im Publikum hat’s irritiert. Viel Applaus gab’s dennoch für alle, extra Jubel für Sandra Cervik.

Video: www.youtube.com/watch?v=ZQ0xGHuX5Fg           www.josefstadt.org

  1. 9. 2021

TAG: Medea – Ich, ich, ich, ich!

Dezember 10, 2019 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Die Ausländerin einfach abschieben

Michaela Kaspar als vor Zorn rasende Andrea/Medea: Bild: Anna Stöcher

Da die Darsteller bei ihrem ersten Auftreten als attischer Chor Masken tragen, verweist dies bereits darauf, dass das Drama zur Groteske werden wird. Der Mythos der mord- lüsternen Medea als spöttische Auseinander- setzung mit den Bürgern der Polis – so originalgetreu überschrieben hat Gernot Plass Euripides, und dem Namen der Barbarenprinzes- sin vier Ichs angefügt. Kenn- zeichnung einer Ego-Gesell- schaft, in der jeder für sich und gegen alle anderen ist.

„Medea – Ich, ich, ich, ich!“, uraufgeführt am Wochenende im TAG, ist die komplett unterschiedliche, sich total gleichende Geschichte mit Ursprung Argonautensage, Andrea und Walter aka Medea und Jason als Yuppie-Paar, das die geschmackvoll-weiße Couch allerdings nicht zur Ehetherapie nutzt. Nein, zwischen Michaela Kaspar und Julian Loidl geht’s handfest zur Sache, ein Streit wegen des Gatten Seitensprung eskaliert, dieweil der Chor eben noch vor hochgespieltem Individualismus warnte, schlimmer ist es als die Frau befürchtet hat: Das Pantscherl basiert auf politischem Kalkül. Walter gesteht freimütig, ihm sei das höhere Töchterl Elisa lieber als die angetraute Lebensabschnittspartnerin.

Deren Vater Peter, früher König Kreon von Korinth, ist immerhin Bürgermeister, und Elisa/Kreusa beileibe nicht untätig, träufelt sie’s doch wie Gift in Daddys Ohr, er solle die Ausländerin per Dekret abschieben, die Fremde ein für alle Mal aus der Stadt entfernen lassen. Für Andreas Kinderchen hingegen hat Elisa durchaus Verwendung, wie schön, auf Mutti machen zu können, ohne die Unbill des Gebärens. Über so viel Chuzpe seiner Lendenfrucht steht sogar Jens Claßens Peter der Mund offen, er wird dennoch den Wunsch Elisas zu erfüllen trachten.

Walter/Jason will Lebensabschnittsgattin Andrea abschieben: Julian Loidl und Michaela Kaspar. Bild: Anna Stöcher

Bürgermeister Peter und Tochter Elisa aka Kreon und Kreusa: Jens Claßen und Lisa Schrammel. Bild: Anna Stöcher

Messerattentäterin Andrea tötet Ehekonkurrentin Elisa: Michaela Kaspar und Lisa Schrammel. Bild: Anna Stöcher

Der weinende Walter, die triumphierend blutverschmierte Andrea: Julia Loidl mit Michaela Kaspar. Bild: Anna Stöcher

Lisa Schrammel schlüpft in diese Rolle, der Charakter der Kreusa von Gernot Plass, wiewohl er die griechische Tragödie insgesamt auf ihre immer noch Gültigkeit abklopft und für gut befindet, der am meisten ins Heute gehievte, denn Elisa ist ein manipulatives, machthaberisches Upper-Class-Miststück fernab jeder Jungmädchen- haftigkeit, geschweige denn Mitmenschlichkeit. Es macht einen frösteln, wie Plass die Figuren zwischen TAG-typischem Geplänkel und aggressivster Kontroverse wechseln lässt. Seine „Medea“ ist ein entsetzliches Vergnügen, der irrwitzige Plot um Beziehungskisten angereichert um den Wahnsinn der Themen Rassismus und Xenophobie – ein Fazit zum Umgang der selbsternannten Ersten mit der sogenannten Dritten Welt.

Selbstverständlich wird auch diesmal das Schlachtfeld der sexuellen Untreue mit Blut begossen, im ewig währenden Kampf der Geschlechter schont die Inszenierung niemanden. Vor allem Kaspar und Schrammel gehen mit brutaler Gewalt in den Infight, die europäische Bildungsbürgerin und die zu entsorgende Ehefrau aus einer, wieder und wieder wird’s gesagt, rückständigeren „Kultur“. Kaspar kann grandios toben, im Wortsinn archaisch – und wie!, Schrammel so groß- wie unartig skrupellos sein, letztlich aber, eine so schlimme, wie die andere, überlappen die beiden Plass-Charaktere. Schauderhaft die Szene, in der Elisa endlich die Beherrschung verliert und kaltschnäuzig zugibt, sie hätte sich die Bastardsöhne zwecks „für uns die Drecksarbeit erledigen“ ins Haus geholt, grauenvoll die Reaktion Andreas, die zur Vermeidung der Ausweisung erst Peter anbaggert, bis –

Der Chor der attischen Tragödie: Julian Loidl, Jens Claßen, Lisa Schrammel und Michaela Kaspar. Bild: Anna Stöcher

sie beginnt, die Leichen zu Bergen zu stapeln. Auf diese Bestialität hat sich die Aufführung hundert atemlose Minuten lang zugespitzt, der Abend ist von der ersten bis zur letzten von fiebrig vibrierender Spannung, alle beständig am Rande des Nervenzusammenbruchs, weil der Existenzbedrohung, auch Claßens gern mal laut werdender Lokalpolitiker, auch Loidls begriffsstutziger, Schwanz einziehender Anti-Held, der ja zumindest seit Grillparzer zum rückgratlosen Schwächling deklariert ist. Derart changiert „Medea – Ich, ich, ich, ich!“ im TAG von literarischen Bezügen zu deren Brüchen.

Die Sprache des Plass’schen Textes ist stark, seine Umsetzung auf der Bühne intensiv, zwischen Gut und Böse sind die Figuren hier jenseits von … und das Publikum mal bitter lachend, mal betreten Innenschau haltend. Medea/Andrea schießt sich ins Aus durch einen martialischen Spruch, den sie in ihrer Wut ausstößt. Bekannt kommt einem dieser Satz vor. „Was? ‚Ich bring sie um?‘ Mein Gott! Das wird man doch noch sagen dürfen!!!“

 

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  1. 12. 2019

Burgtheater: Medea

Dezember 21, 2018 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Die Magierin endgültig entzaubert

Die Söhne zeigen Clara das Sex-Video ihrer Eltern: Steven Scharf als Lucas, Caroline Peters als Anna, Mavie Hörbiger als Clara, Quentin Retzl als Georg und Wenzel Witura als Edgar. Bild: Georg Soulek/Burgtheater

Regisseur Simon Stone, für seine Stückeüberschreibungen so gerühmt wie gerügt, hat diesmal nach dem Medea-Mythos gegriffen, und zeigt seine vor vier Jahren über Amsterdam und London entwickelte und immer noch durch Europa tourende Arbeit nun als deutschsprachige Erstaufführung am Burgtheater. „Nach Euripides“ nennt er bescheiden sein Elaborat, und mit dieser Art Etikettenschwindel ist es so eine Sache.

Denn einerseits hat Stone mit seinem trivialen Text die der Magie mächtige Königstochter aus Kolchis dermaßen endgültig entzaubert, dass ihr das von seinen Vorgängern Corneille, Grillparzer, Anouilh hochgehaltene Antikenideal des Archetypischen völlig abhandengekommen ist. Andererseits aber funktioniert seine Alltagsfrau als Bühnenfigur überzeugend gut. Was nicht zuletzt deren Darstellerin Caroline Peters zu danken ist.

Stones „Medea“ ist nicht mehr die Fremde, sondern sich selbst entfremdet, die einst Überlebensgroße nun frisch entlassene Psychiatriepatientin und gerade erst wieder nach Hause gekommen. Diese Geschichte hat Stone einem tatsächlichen Kriminalfall aus Kansas City/USA nachempfunden. Dort vergiftete eine Ärztin ihren ebenfalls Mediziner-Ehemann wegen dessen Affäre mit einer Krankenschwester sukzessive mit Rizinsamen. Als die Tat aufflog, steckte die Frau das Haus in Brand und nahm ihren Söhnen so das Leben. Simon Stone verformt nun König Kreons Korinth in ein Pharmaunternehmen, in dem Anna und Lucas Karriere mit der Entwicklung potenzfördernder Medikamente machen.

Das heißt, bald wird klar, er macht diese, sie, seine ehemalige Vorgesetzte, für die er erst nicht mehr als ein Firmenfeiernfick war (das F-Wort fällt im Text in regelmäßigen Abständen), hat auf den beruflichen Aufstieg zugunsten der Söhne Edgar und Georg verzichtet. Vorkommen des Weiteren, neben der Therapeutin Anne-Marie-Lou und Annas neuem Arbeitgeber Herbert, zwei für die Handlung entbehrlichen Figuren, Lucas‘ Geliebte Clara, die Kreusa-Rolle, sowie deren Bruder und Big Boss Christoph. Als Setting hat sich Stone von Bob Cousins einen klinisch weißen, vollkommen leeren Kubus bauen lassen, dessen obere Hälfte aus einer riesigen, auch absenkbaren Leinwand besteht, auf die man versucht ist, bald öfter zu schauen, als auf das Bühnengeschehen; die Großkaufhauskostüme sind von An D’Huys und Fauve Ryckebusch.

Verzweiflung einer Entfremdeten: Steven Scharf als Lucas und Caroline Peters als Anna. Bild: Reinhard Werner/Burgtheater

Der Tod der Clara: Mavie Hörbiger mit Quentin Retzl als Georg und Wenzel Witura als Edgar. Bild: Georg Soulek/Burgtheater

Darin brilliert die Peters. Die Schauspielerin des Jahres erschafft auch diesmal einen Charakter, dem man sich unmöglich entziehen kann. Ihre moderne Medea-Anna entert das Geschehen, aufgesetzt heiter, eindeutig unter dem Einfluss von Psychopharmaka, weshalb sie, denn diese, sagt sie, halten Anna im Gleichgewicht, ihrer Situation auch satirisch begegnet. Nicht, dass das zum Lachen wäre, nein, denn Anna ist überzeugt, dass auch nach ihrem Vergiftungsversuch ein Neuanfang mit der Familie möglich ist.

Und wie Caroline Peters‘ Anna, auf der Großübertragung perfekt zu sehen, mit ihren zuckenden Gesichtszügen, mal verächtlich, mal verzweifelt verzogenen Mundwinkeln, kämpft, die eigene Seele ausgesaugt und dabei, andere Seelen auszusaugen, sich der gewesenen und der kommenden Schuld bewusst, das ist große Kunst. Die Raserei sozusagen vorprogrammiert. Was rund um die Peters passiert, ist schon bedeutend blasser.

Etwa, ebenfalls in Cinemascope, Lucas, sprachlos, den Steven Scharf als Paradebeispiel eines Pragmatikers spielt, dem die Ex peinlich im Wege steht.

Entsprechend überfordert agiert er gegenüber der fordernden Leidenschaft der Wiederkehrerin. Fast scheint’s, als hätten ihm deren Psychiater geraten, den Ball bei der ersten Begegnung flach zu halten, um die Patientin nicht aufzuregen. „Abklatsch eines Mannes“ nennt Anna ihn, und so distanziert, so neben sich steht dieser Lucas da. Und so lässt er sich auch zum Sex mit Anna hinreißen, eine Szene, die die Söhne – bei der Premiere die großartig zwischen sich in die Ecke drängendem Vater und ausgeflippt-alkoholisierter Mutter agierenden Wenzel Witura als Edgar und Quentin Retzl als Georg – filmen, nur um das Video später Clara zu zeigen.

Dieser Clara verleiht Mavie Hörbiger ihre zarte Gestalt. Im Versuch stark zu sein, ringt sie mit Selbstbewusstsein und Selbstironie um ihre Liebe zu Lucas, Edgar und Georg – bis zum bitteren Ende. Dass ihr Bruder, Christoph Luser als Christoph, von Lucas schließlich Entschlusskraft und Entscheidung verlangt, ist der Knackpunkt, der die Katastrophe ins Rollen bringt. Stone erzählt das alles in parallel laufenden Szenen, immer wieder stehen Figuren auf der Bühne, zu denen die Fäden längst gekappt sind, doch macht das die Aufführung nur noch bedrängender, zwingender, bedrohlicher. Die Sterbebilder schließlich sind so poetisch wie drastisch. Bestehend aus Flaschenblut und Ascheregen. Eine plötzliche Eskalation in dieser unterkühlten, auf Künstlichkeit setzenden Inszenierung.

Ende in der Asche, Medea mordet ihre Kinder: Caroline Peters als Anna, Wenzel Witura als Edgar und Quentin Retzl als Georg. Bild: Georg Soulek/Burgtheater

Das Premierenpublikum zollte so frenetisch Applaus, als wär’s ein gemeinsames Aufatmen nach dem gewaltsamen Schluss. Auch Irina Sulaver als Sozialarbeiterin Anne-Marie-Lou und Falk Rockstroh als Buchhändler Herbert wurden bejubelt. Dennoch, zu den wirklich großen Medea-Fassungen wird sich diese Adaption eines Zeitungsartikels kaum je zählen lassen.

www.burgtheater.at

  1. 12. 2018

Volkstheater: Medea

November 21, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Schon lange nicht mehr war Grillparzer so aktuell

Stefanie Reinsperger als urgewaltige Medea mit den Kindern Phillip Bauer und Nikolaus Baumgartner. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Stefanie Reinsperger als urgewaltige Medea mit den Kindern Phillip Bauer und Nikolaus Baumgartner. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

„Medea“, Grillparzers atemraubend furioses Dramatisches Gedicht, hat man freilich schon gesehen. Mal pathetisch, mal sperrig, 2004 rührte Birgit Minichmayr an der Seite von Michael Maertens sogar zu Tränen. Doch mutmaßlich noch nie war der letzte Teil dieser der Antike entliehenen Trilogie so aktuell wie diesmal. Das ist zum einen dem Unfug und den Unsitten dieser Tage geschuldet.

Zum anderen Volkstheaterdirektorin Anna Badora zu danken, die mit ihrer Neuinszenierung am Haus neue Maßstäbe setzt. Sie konzentriert sich in ihrer Arbeit auf die Fragen nach dem Anderssein, ergo Ausgegrenzt- und Ausgestoßen sein; fremd ist gleich Frau ist gleich Medea, was die Männerbündler in ihrer Angst vor dem Unbekannten maximal zu sexuellen Übergriffen reizt. Doch auch Heimkehrer Jason findet in Griechenland kein Zuhause mehr, er ist zum Flüchtling geworden, immer unstet, immer unterwegs – und keine Rettung nirgendwo. In Korinth schließlich beginnt die Wertediskussion, „unsere“ Regeln und „deren“ Gebräuche“, Medea wird aufgefordert ihre Kleidung anzupassen, ihre Söhne sind bereits in das eingeführt, was sich Zivilisation nennt. Dabei helfen ein schönerer Teddybär und ein neuerer Ball.

Und während Seinesgleichen noch bereit sind, Jason wieder in ihrer aufgeklärten Mitte aufzunehmen, wird der Wilden, der Unangepassten, der Freiheitsliebenden das Asyl verweigert. Nicht überzeugend genug waren ihre Anstrengungen, sich assimilieren, sich ändern zu wollen. Sie hat ihr Integrationsjahr nicht genutzt, lieber vollverschleiert martialische Tänze aufgeführt, das Urteil lautet daher Verbannung. Badora hat in kühnen Strichen atmosphärisch dichte Bilder gemalt. In Thilo Reuthers Bühnenbildbunker entwirft sie das Grillparzer’sche Schnetzeln und Metzeln als intimes Familientableau, zeigt wie das Politische das Private unter sich zermalmt, Stefanie Reinsperger und Gábor Biedermann in einem Infight, in Zank und Hader wie eine mythologische Version von Martha und George, und einen Boden, Wände, die sich bewegen und drehen, eine Zeit, die nicht mehr aufgehalten werden kann.

Rückblende - ein Albtraum aus der Vergangenheit: Aietes zwingt das Kind Medea den Gastfrend zu töten: Michael Abendroth und Luana Otto. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Rückblende – ein Albtraum aus der Vergangenheit: Aietes zwingt das Kind Medea den Gastfreund zu töten: Michael Abendroth und Luana Otto. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Die Männer verhöhnen die Rituale der fremden Frauen: Anja Herden als Gora, Günter Franzmeier als Kreon, Gábor Biedermann als Jason. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Die Männer verhöhnen die Rituale der fremden Frauen: Anja Herden als Gora, Günter Franzmeier als Kreon, Gábor Biedermann als Jason. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Klug verwebt sie die ersten beiden Teile „Der Gastfreund“ und „Die Argonauten“ in die Aufführung. Die wichtigsten Szenen daraus erscheinen wie Albträume, Weissagungen, Rückblenden an den Moment, an dem das Leben auch eine andere Wendung hätte nehmen können. Nicht alle im sehr spielfreudigen und gutgelaunten Ensemble sind gleich versiert darin, Grillparzers komplexe Sprache, seine komplizierten Verse über die Rampe zu bringen. Und so klingt bei den einen nur wie Behauptung, was die anderen gekonnt als Selbstbehauptung kommunizieren können. Dass ganz auffällig „gespielt“ wird, hat seine Berechtigung, hat hier doch beinah jeder jedem etwas vorzustellen, dass er eigentlich gar nicht ist.

Im Zentrum steht, wie Mutter Erde, die Zauberin; Stefanie Reinsperger ist als Medea wie immer eine Urgewalt auf der Bühne, diesmal eine, die ihr altes, gewaltbehaftetes Leben hinter sich lassen will – doch die, die wissen, was falsch und was richtig ist, lassen sie nicht. Ihre Auflehnung gegen eine patriarchalische Welt muss angesichts der männlichen Übermacht verpuffen, sie erkennt – zu spät -, dass sie den habgierigen Vater Aietes nur gegen den egomanischen Ehemann Jason getauscht hat, berührend ist, wie sie dennoch um seine Liebe buhlt und sich dabei beinah selbst aufgibt. Ihre Lösung der äußeren und inneren Konflikte ist bekannt. „Du kennst ihn nicht, ich aber kenn‘ ihn ganz“, wird sie an bezeichnender Stelle sagen.

Eine Liebe zum gegenseitigen Verderben: Stefanie Reinsperger als Medea, Gábor Biedermann als Jason. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Eine Liebe zum gegenseitigen Verderben: Stefanie Reinsperger als Medea, Gábor Biedermann als Jason. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

An ihrer Seite brilliert Gábor Biedermann als ein Jason, der im lakonischen Tonfall seiner Liebe zwar abschwören kann, doch bis zuletzt die Ekstase, die Passion Medeas in der neuen, schönen, aalglatten Welt sucht. Biedermann, am Volkstheater bis dato immer eine sichere Bank, überzeugt auch diesmal. Und wieder zeigt er neue Seiten seines schauspielerischen Könnens.

Evi Kehrstephan verkörpert als Kreusa die Art Willkommenskultur, die sich spätestens dann zurückzieht, wenn es gilt eigene Interessen zu schützen. Michael Abendroth ist als Medeas Vater Aietes ein habgieriger Intrigant. Anja Herden holt wie stets das Maximum aus ihrer Rolle. Ihre Amme Gora ist von Anfang an die angewiderte Warnerin ob der neuen Umstände in Griechenland, nicht gewillt ihre Herkunft zu verraten, ist sie immer auf der Hut vor dem nächsten Streich der neuerdings über sie bestimmenden Moralwächter, deren Amoral wie nur allzu gern bloßstellt.

Als deren höchster ist Günter Franzmeier ein saturierter, selbstgefälliger König Kreon, einer, der gern mit den Schicksalen anderer spielt und sie in seinen Händen dreht und wendet, bis ihm der Tod das seiner Tochter Kreusa entreißt. Mit zwei starken Bildern beschließt Badora ihren Abend. Kreusas Sterben ist ein archaisches, unter dem Goldenen Vlies wie Herkules in seinem vergifteten Hemd; danach tanzt Medea mit ihren ermordeten Kindern den Walzer, den sie zuvor nicht und nicht erlernen konnte. Am Ende Jason, der wieder liebeswirbt, wie in den „Argonauten“. Die Rückschau als Blick in die Zukunft. Die Menschen, die Erde, die Verantwortung für einander, zwei Hälften, die zusammengehören. Nicht platonisch, tatsächlich.

www.volkstheater.at

Wien, 21. 11. 2016