MuTh: Erich Schleyer liest Loriot

April 22, 2014 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Szenen einer Ehe, politische Reden und Kochrezepte

Bild: Erich Schleyer

Bild: Erich Schleyer

Loriot sagt: „Dramatische Werke soll es etwa seit mehr als 2000 Jahren geben, man spielte oft einen ganzen Tag lang. Infolge mannigfaltiger Belastung durch Beruf, Familie und Freizeit ist der moderne Mensch jedoch kaum mehr imstande, sich auf ein mehrstündiges Bühnenwerk zu konzentrieren. Aus diesem Grunde überschreitet so gut wie keines meiner Dramen eine Länge von fünf Minuten. Damit sind sie dem biologischen Rhythmus von Menschen und weißen Mäusen angepasst!“

Der Abend hat nach 45 Minuten eine Pause und amüsiert dann weitere 40 Minuten mit Gedichten, politischen Reden, Kochrezepten, den legendären Opernführungen und „Szenen einer Ehe“. Viel Vergnügen! Wünscht  Erich Schleyer.

Erich Schleyer wird musikalisch unterstütz von Sain Mus. Die beiden Wiener Musiker Philipp Erasmus und Clemens Sainitzer spielen seit 2006 zusammen. Gemeinsam taten sie die ersten Schritte in Richtung freier Musik und Jazz und fanden eine eigenständige Klangsprache, Clemens am Cello und Philipp auf der Gitarre. Unterwegs auf dem schmalen Grad zwischen Improvisation und Komposition, eine seltene, eine eigenwillige, eine spannende Kombination.

Ach ja, Termin: 25. April!

www.muth.at

Wien, 22. 4. 2014

Volksoper Wien: Lachen mit Loriot

Mai 17, 2013 in Klassik, Tipps

Wagners „Ring“ an einem Abend

Bild: Volksoper Wien

Bild: Volksoper Wien

Eine konzertante Aufführung von Wagners „Ring“ zeigt die Volksoper Wien ab 23. Mai. Zwischentexte von Loriot: Der große Humorist und Buchautor, Zeichner und Filmemacher Vicco von Bülow  hatte auch ein inniges Verhältnis zur Musik. So arbeitete er mehrfach als Opernregisseur und legte mit seinen Konzertfassungen von Leonard Bernsteins „Candide“ (die im Jänner 2013 an die Volksoper zurückkehren wird) und eben Wagners „Ring des Nibelungen“ überaus originelle und erfolgreiche Bearbeitungen vor. Für den Hausherren Robert Meyer ist es die erste humorvolle Hommage zum Wagner-Jubiläum; die zweite folgt mit der Wiederaufnahme seines „Tannhäuser in 80 Minuten“ im Juni 2013. Die Volksoper kann die „Ring“-Kurzfassung überwiegend aus dem eigenen Ensemble besetzen. So treten unter anderem Sebastian Holecek als Wotan und Wanderer, Jörg Schneider als Loge, Martin Winkler als Alberich (eine Rolle, die er demnächst bei den Bayreuther Festspielen zur Gänze verkörpern wird), Alexandra Kloose als Fricka und Caroline Melzer als Sieglinde auf. Mit Irmgard Vilsmaier (sie war zuletzt die Herodias der neuen Volksopern-„Salome“) als Brünnhilde und Endrik Wottrich als Siegmund und Siegfried (er hat als Bacchus am Haus debütiert) kehren auch gern gesehene Gäste zurück. Am Pult debütiert der Dortmunder Generalmusikdirektor und Gastdirigent des BBC National Orchestra Wales, Jac van Steen. Der „Spiegel“ würdigte den im Sommer 2011 verstorbenen Humoristen Loriot als „größten deutschen Künstler der Gegenwart“. 1993 und 1994 truger den „Ring an einem Abend“ an der Volksoper selbst vor; nun schlüpft (wie schon bei der erfolgreichen „Candide“-Adaptation desselben Autors) Robert Meyer in die Rolle des Erzählers und wird damit dem Bayreuther Meister zum 200. Geburtstag humorvolle Reverenz erweisen.

www.volksoper.at

Von Rudolf Mottinger

Wien, 17. 5. 2013