Drachengasse Live-Stream: Spielräume. Elfriede Gerstl

April 8, 2021 in Buch, Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Günter Grass, Kapplstudenten & Kumpel mit Lidstrich

Shlomit Butbul und Tania Golden lesen Elfriede Gerstls „Spielräume“. Screenshot: Theater Drachengasse. @ Beseder, Verein für darstellende und bildende Kunst

„Ich bin ein kleines Pinkerl und setzt mich in ein Winkerl, und weil ich nichts kann, fang‘ ich nichts an“, rezitiert Erni Mangold und lächelt verschmitzt. Jahaha, weil man ihr genau das glauben mag! Das 94-jährige ewige Mädchen hat sich aus St. Leonhardsberg zugeschaltet, um eine zu ehren, die sie bei keiner ihrer Lesungen vergisst: die österreichische Literatin Elfriede Gerstl. Dramaturgin Susanne Höhne hat deren

surrealistischen Roman „Spielräume“ für die Bühne adaptiert, Tania Golden hat den Text szenisch eingerichtet und spricht nun gemeinsam mit der „Gerstl-Botschafterin“ Mangold und Shlomit Butbul drei Aspekte der Figur Grit – Butbul, Golden und Mangold als Dreieinigkeit des Alter Egos der Autorin. Die Musikalität, den Rhythmus der Sprache unterstreicht Cellistin Anna Starzinger, die, wenn sie nicht den Bogen führt, als eine Art Gerstl №4 in die Tasten einer mechanischen Schreibmaschine hämmert. Online-Premiere war gestern, als Live-Stream aus dem Theater Drachengasse, weitere Termine sind am Freitag und Samstag.

„Spielräume“ ist eine Sammlung von Gedankensplittern, tagebuchartigen Notizen und experimentellen Arrangements, entsprungen jenem Kopf der Grit, in dem sich die Zuhörerin, der Zuhörer ebenso frei bewegt, wie die Protagonistin in der Berliner linksintellektuellen Szene der 1960er-Jahre. Grit ist Teil einer Gruppe öster- reichischer Emigranten, die sich aus der heimatlichen Enge Richtung Jugend-Protestbewegung abgesetzt haben, wo sie nun – bevorzugt im von ehrbaren Bürgern gemiedenen „Ausländercafé“ Kleist – „herumgammeln“: Man zieht von Festl zu Fest „oder was man so nennt“, sät und erntet nicht, sondern säuft und kifft – Mangolds Zweizeiler dazu: „Was der Bauer nicht kennt, raucht er nicht“, diskutiert sich heiß und plant wilde Aktionen.

„Herumgammeln“, welch Wiederhören mit einem im Zeitgeist verlorengegangenen Wort, derart bietet die Gerstl allerhand, im Prater etwa geht ein „Platzregen aus Krachmandeln“ nieder, dabei ist dies jahrzehntelang vergessene Werk, das dringend nach einem Spielraum verlangte [2003 gab’s eine Uraufführung mit Erni Mangold, Vera Borek und Peter Ponger am Klavier], brandaktuell. Aus den „Spielräumen“ stammt das viel zitierte Wittgenstein-Derivat, das als Motto über Gerstls Schaffen stehen könnte: „Alles, was man sagen kann, kann man auch beiläufig sagen“, und das können die drei Damen großartig.

Furios und fordernd ist dieser von ihnen gestaltete Abend, der in der Küche von Grits xenophober Vermieterin beginnt, die von der Untermieterin verlangt, sie „Tante“ zu nennen, wie Tania Golden da das Gesicht verzieht – ist es Freundlichkeit, Falschheit, Feigheit, die „gute Erziehung“, dass sie der im Fremdenhass schwelgenden Frau nicht widerspricht?, bevor sie mit Shlomit Butbul Gerstls „Analogieschlüsse“ zum Besten gibt: Kuchenduft – Kohlehydrate – Achselschweiß – schmutziges Geschirr – Scheiße.

Erni Mangold (M.) Screenshot: Elfriede Gerstls „Spielräume“, Theater Drachengasse. @ Beseder

Screenshot: Elfriede Gerstls „Spielräume“, Theater Drachengasse. @ Beseder

Screenshot: Elfriede Gerstls „Spielräume“, Theater Drachengasse. @ Beseder

Elfriede Gerstl (hi.) Screenshot: Elfriede Gerstls „Spielräume“, Theater Drachengasse. @ Beseder

An das Sch-Wort muss man sich gewöhnen, ganze Absätze handeln davon. „Es sind die kleinen Brüche und sanften idiomatischen Irritationen, die den Reiz dieser uneitlen, präzisen Wortkunst ausmachen, in der Trauer und Ängste ironische Masken tragen, frei von Phrasenschmuck und ohne sich selbst zu verraten“, schrieb weiland der Wiener Germanist Ulrich Weinzierl über die Gerstl in der FAZ. Und wie sie verweigern sich nun Butbul, Golden und Mangold dem preziös Prätentiösen. Sie machen aus „Spielräume“, dieser verschachtelten Geschichte zwischen Innen und Außen, ein Theaterstück mit frei wählbaren Rollen. Ein Spiel mit Verschiebungen, eine scharfsinnige, philosophische Hinterfragung der Wirklichkeit, die noch dazu äußerst humorvoll geschieht.

Immer wieder fährt Grit mit dem Zug die Strecke Wien-Berlin, der Städtewechsel soll das Leben ändern, doch muss sie erkennen: „Fast überall ist fast überall“. Zum strengen Urteil übers Umfeld gesellt sich Grits missglückende „Selbstreflexion“, Weltpolitik wird bei sich leerenden Bierflaschen erörtert, und ganz Wiener Gruppe stellt sie kritisch fest, um in dieser Gesellschaft voranzukommen, müsse man „ein Arsch werden, der auf jedes Häusl passt“. Das heißt Subkultur! Wenn sich die Niederösterreicherin Mangold die „Landesmuttersprache“ verbietet. Schön die Formulierung von den Medien, die „im Brustton der Borniertheit“ berichten.

Wie die Schriftstellerin kennen auch die Schauspielerinnen keine Scheu vor den Banalitäten des Alltags, jede Alltäglichkeit wird zum avantgardistischen Experiment, und weil „Spielräume“ ein feministischer Text ist, sind die Männer die Witzfiguren. Genüsslich lassen sich Butbul und Golden die Exemplare auf der Zunge zergehen, die Kapplstudenten beim Heurigen und ihre Nazi-Vettern im Parlament, die Alkoholiker von Rang, die Sadomaso-Zwiebelrostbraten-Fresser, die Kumpels mit dem Lidstrich und die Latzhosenträger.

Die Kinder der Kleinbürger, Kleinsparer, Kleingeister, „klein, klein, klein“, die Prügelknaben, die zu Prügelvätern wurden, die Männer, die sagen, man solle sich dran gewöhnen oder einfach nicht mehr hinhören. „Er ist in seinem Kopf“, heißt es an einer Stelle über einen geistig abwesend Wirkenden. „Ist das ein Grund zu verzweifeln?“ – „Wenn man er ist, ja!“ Dazu projiziert Golden Bilder von Protestmärschen, der perfekten Familie, von Gerstl selbst. Konzipiert im Jahr 1968 vergleicht Gerstl in „Spielräume“ die Berliner Revolutionäre mit dem Wiener „Nur Ruhe!“-Denken. Und sie beschreibt ihre Sorge, als weibliche Intellektuelle angemessen zu leben. „Du bist ein Trampel“, sagt ein Textfragment einmal zu ihr.

Tania Golden hat das alles in Kapitel unterteilt, zu denen Anna Starzinger die Stichworte liefert. Ein Kabarettsketch das eine, in dem ein paar österreichische Heimaturlauber im VW-Bus wieder nach Deutschland einzureisen begehren, und die „importierte Dreideutigkeit“ frei nach Karl Kraus am sprachlichen Unverstand des pragmatischen, heißt: urdeutschen Grenzers scheitert. Da nützen weder blondes Haar noch blaue Augen, und auch kein Hinweis aufs „achtbare Nachbarland“ – „der Emigrant lebt von der Hand in die Hand und seinem bisschen Verstand“, schließt Golden.

Mit reichlich Witz und bösem Schalk vermitteln Shlomit Butbul, Tania Golden, Ernie Mangold und Anna Starzinger Elfriede Gerstls von liebevoller Beobachtungslust begleitete scharfsinnige, scharfzüngige Gesellschaftsanalyse. Nach einer Hommage wie dieser im Theater Drachengasse muss die wiederzuentdeckende Literatin Gerstl noch lange nicht den Hut nehmen.

Weitere Streaming-Termine: 9. und 10. April um 20 Uhr.

www.drachengasse.at           Tickets/15 €: www.eventbrite.at

Anna Starzinger (li.) Screenshot: Elfriede Gerstls „Spielräume“, Theater Drachengasse. @ Beseder

Screenshot: Elfriede Gerstls „Spielräume“, Theater Drachengasse. @ Beseder

Screenshot: Elfriede Gerstls „Spielräume“, Theater Drachengasse. @ Beseder

Screenshot: Elfriede Gerstls „Spielräume“, Theater Drachengasse. @ Beseder

Zum Text:

Elfriede Gerstl wohnte zwischen 1963 und 1971 zeitweise in Berlin, dort war sie eingeladen, am Berliner Colloquium teilzunehmen. Günther Grass, der an der Schreibschule unterrichtete und viele Jahrzehnte lang als „die Stimme der deutschen Literatur“ galt, kritisierte Gerstls Arbeit derartig, dass sie dadurch ihren bereits unterzeichneten Vertrag bei Rowohlt verlor und große finanzielle Einbußen erlitt. „Öffentlich von Grass zsammgstaucht: Aichinger-Einflüsse, Poesel, alles kunstgewerblich, perfektioniert geschriebene Variante von Bekanntem. Zwar verteidigen mich meine Kollegen Born, Fichte, aber auch die anderen so gut sie können, aber Grass ist ein Brocken, den viele kleinere nicht aufheben können“, zitiert Kollege Herbert J. Wimmer sie 1964.

Antisemitismus-Vorwürfe gegen Günter Grass wurden erst in späteren Jahren Thema der Literaturkritik. Der aus den Erfahrungen Gerstls in Berlin entstandene Roman „Spielräume“ wurde schließlich nicht von Rowohlt verlegt, sondern erst 1977 beim Verlag Edition Neue Texte, Linz. Die Haltung von Günter Grass und seinen Jüngern trug stark dazu bei, dass sich der deutsche Literaturmarkt gegenüber experimenteller Literatur auf Jahrzehnte hin verschlossen hatte. Heute wird „Spielräume“ von der Literaturwissenschaft als Meisterwerk angesehen.

Über die Autorin:

Die 1932 in Wien geborene und 2009 in Wien gestorbene österreichische Schriftstellerin Elfriede Gerstl war lange ein literarischer Geheimtipp, heute gilt sie als eine der größten Dichterinnen der deutschsprachigen Moderne. Als jüdisches Kind überlebte sie den Nationalsozialismus in Wien in verschiedenen Verstecken. 1945 besuchte sie eine Maturaschule, die sie 1951 erfolgreich abschloss. Ein Studium der Medizin und Psychologie brach sie 1960 ab, daraufhin Heirat und Geburt einer Tochter. Veröffentlichungen von Elfriede Gerstl sind seit 1955 erschienen.

Sie war die einzige Frau im Umkreis der Autoren der „Wiener Gruppe“ und der frühen Aktionisten. Von 1963 bis 1971 hielt sie sich wiederholt längere Zeit in Berlin auf. „Spielräume“ aus dem Jahr 1968/1977 (erhältlich bei www.droschl.com/buch/spielraeume/) blieb der einzige Roman von Elfriede Gerstl. Ihre jüngere Freundin Elfriede Jelinek erklärte sie zu ihrem Vorbild. In ihren letzten Lebensjahrzehnten erhielt sie zahlreiche literarische Auszeichnungen, etwa den Erich-Fried-, den Georg-Trakl- oder den Heimrad-Bäcker-Preis sowie die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold.

  1. 4. 2021

Das Off Theater im Live-Stream: This is what happened in the Telephone Booth

April 7, 2021 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Leonie Wahls TanzImOff-Eröffnung via Bildschirm

Die Telefonzell-Membran der verlorenen Seelen: Gerald Walsberger, Michael Welz und Kajetan Dick, im Telefonhäuschen Leonie Wahl und Hannah Timbrell. Bild: Günter Macho

Eigentlich sollte ab morgen im Off Theater das Festival TanzImOff stattfinden, aber aufgrund der Reiserestriktionen vieler internationaler Gäste ist es erst mal auf Dezember verschoben. Das Off Theater zeigt dafür die geplante Eröffnungsvorstellung „This Is What Happened In The Telephone Booth“ von Leonie Wahl und Ernst Kurt Weigel am 8. April um 20 Uhr als Live-Stream. Das Besondere diesmal: Wahl und Weigel beginnen mit einer etwa 15-minütigen Werkeinführung mit allen Beteiligten und starten im

Anschluss mit der Vorstellung – komplett live via der Homepage off-theater.at und der Social Media Channels. Einfach am 8. 4. kurz vor 20 Uhr reinklicken! Hier noch einmal die Rezension vom November 2019:

Den Wahn mit Witz wegtanzen

Die sphärischen Soundscapes von Asfast und die sich zur Crecendo-Klage steigernde Stimme von Tamara Stern schaffen eine stimmige Atmosphäre. Auftritt Leonie Wahl mit butterblumengelbem Haar. „Eines Tages verschwand meine Mutter in einer Telefonzelle um ihren Geliebten anzurufen. Als sie heraustrat, war sie ein komplett anderer Mensch geworden. Sie war völlig außer sich, nicht mehr zu beruhigen. Von da an blieb sie psychisch krank. Ich war zehn Jahre alt und konnte mir nicht erklären, was passiert sein mag. Deshalb begann ich zu tanzen“, sagt sie – und beginnt nun wirklich.

Als Tanz.Schau.Spiel bezeichnet die in Wien lebende Schweizer Choreografin und Tänzerin ihre aktuelle Arbeit „This is what happened in the Telephone Booth“, die Koproduktion von Leonie Wahls orgAnic reVolt und das.bernhard.ensemble an dessen Spielstätte, dem Off Theater, von Regisseur Ernst Kurt Weigel zur Uraufführung gebracht. Das gemeinsame Projekt ist für Wahl ein autobiografisches, die damit einen berührend privaten Einblick in den bisher tiefsten Einschnitt ihres Daseins gibt:

Choreografin und Tänzerin Leonie Wahl … Bild: Günter Macho

… will die Erkrankung ihrer Mutter … Bild: Barbara Pálffy

… für sich performativ verarbeiten. Bild: Barbara Pálffy

Es ist 1987 in der Toskana, und die Familie, Mutter, Schwester, Leonie, Teil einer Aussteigergemeinschaft. Dann die Zellenszene, Halluzinationen, Stimmenhören, Mutter sagt, sie könne „den Tod riechen“. Schock, Carabinieri, Krankenhaus, Diagnose Schizophrenie – und die kindliche Erkenntnis, dass ab nun nichts mehr sein wird, wie es war. Aus Trauma wurde Tanztheater, weil, so Wahl, das Wichtigste ohnedies nicht mit Worten zu erzählen sei. Weshalb sie sich nach der kurzen Einführung in ihre Geschichte gleich aufs Körperliche verlegt, ihr Eingang in die verworrenen Gedankengänge des Wahns von Weigel dabei keineswegs als Krankheitstragödie, sondern als komödiantische Groteske mit spooky Psychothriller-Elementen inszeniert.

Wahl zeigt das Implodieren einer Seele mit explodierender Körpersprache, aber auch umgekehrt, den psychischen Auf- als physischen Stillstand, wobei es ihr mit außerordentlicher Ausdruckskraft gelingt, sowohl Stakkato-Schritte als auch Stasis gleich einer Druckwelle über die Köpfe des Publikums brausen zu lassen. Einziges Requisit, das ihr Ausstatterin Devi Saha an die Hand gibt, ist eben jenes Telefonhäuschen, eine entsetzliche Geisteszelle, die Wände mit einer semitransparenten, pergamentfarbenen Membran ausgekleidet, eine unappetitlich vergilbte Haut, durch die sich Gesichter und Gliedmaßen des Ensembles drücken, eine zwar elastische Zellmembran, die dennoch weder Flucht erlaubt noch Freiheit duldet.

Verwickelt im Kabelsalat: Hannah Timbrell, Kajetan Dick, Gerald Walsberger, Leonie Wahl und Michael Welz. Bild: Günter Macho

Keiner kann rein, keiner kommt raus: Gerald Walsberger, Leonie Wahl, Michael Welz, Hannah Timbrell und Kajetan Dick. Bild: Günter Macho

Im psychedelischen Sinne als One in five bestreiten Tänzerin Hannah Timbrell und die Performer Kajetan Dick, Gerald Walsberger und Michael Welz mit Leonie Wahl den Abend, gespenstische Gestalten, die sich nach und nach aus den Membranwänden winden, Hirngespinste, die sich mal als Wahl’sche Alter Egos, mal als Mutters multiple Persönlichkeiten, vielleicht auch als Wiedergänger des abwesenden Vaters interpretieren lassen. Mit blutroter Telefonnabelschnur verbunden, von ihr wie ein

Hund gewürgt, wie an Marionettenfäden gegängelt, gefesselt oder liebevoll umschlungen oder als Springseil verwendet, führen die Männer diverse Telefonate mit Ehepartnern und Ärzten. „Ich habe das Grauen gesehen“, wiederholt Dick als ob paralysiert, obwohl man’s per hartnäckigem Dauerklingeln eher hört – dieses gleichsam ein Synonym für jene Forderung nach ständiger Erreichbarkeit, die heute tatsächlich krank macht. Dass dann einer auch noch „Du bist nicht allein“ sagt, ist in Anbetracht von Mutters Befinden die Art Irrsinnigkeit, mit der Wahl und Weigel die Darsteller den Wahnwitz der Situationen wegtanzen, wegspielen lassen.

Mit Wahl und Timbrell ist es Gerald Walsberger im blauweiß gemusterten Kittelschürzenkleid, der an die Grenze der totalen Verausgabung geht. Die Tanzpassagen werden mehr und mehr zur Zerreißprobe, die Seelenspasmen zu Körperkrämpfen, jeder Wahl’sche Move ist nun eine Kampfansage ans Erlittene. Und aus dem Orkus der Telephone Booth drängen die Verlorenen vergebens ans Licht, eine Optik, gemahnend an die Verdammten in Rodins Höllentor. „This is what happened in the Telephone Booth“ verzaubert mit einer wundersamen, bizarren Poesie, die sich sanft über eine brutale Geschichte stülpt. Sehenswert … Erstveröffentlichung: www.mottingers-meinung.at/?p=36197

Video: vimeo.com/434756174           www.youtube.com/watch?v=sZw6fV05om4&t=27s                     www.leoniewahl.com           bernhard-ensemble.at           off-theater.at

7. 4. 2021

Kunstforum Wien online – Live-Führung durch die Ausstellung „Gerhard Richter: Landschaft“

Januar 11, 2021 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

„Kuckuckseier“ zur Klimakrise

Gerhard Richter: Venedig (Treppe), 1985. Art Institute of Chicago, Schenkung Edlis Neeson Collection © Gerhard Richter 2020. Bild: bpk/The Art Institute of Chicago/Art Resource, NY

Das Bank Austria Kunstforum bieten Interessierten am 14. Jänner, 18 Uhr, die Möglichkeit an einer Online-Live-Führung durch die Ausstellung „Gerhard Richter: Landschaft“ teilzunehmen. Auch Fragen können während der digitalen Tour gestellt werden. Mehr Infos: www.cultour.digital, Anmeldung: www.cultour.digital/de/livestreams. Wie kaum ein anderes Sujet hat die Landschaft Gerhard Richters künstlerisches Interesse gefesselt und ihn immer wieder

zu neuen Bildlösungen angetrieben: Die Retrospektive versammelt mehr als 130 Bilder, Zeichnungen, Druckgrafiken, Fotoarbeiten, Künstlerbücher und Objekte von 50 internationalen Leihgeberinnen und Leihgebern. Das Projekt unterstreicht die Wichtigkeit dieses Genres für den deutschen Künstler, der vergangenes Jahr seinen 88. Geburtstag gefeiert hat. Es ist die bis dato größte Ausstellung weltweit, die ausschließlich Richters Landschaften gewidmet ist – einem Genre, mit dem er sich seit 1963 durchgehend beschäftigt hat. Einige der im Kunstforum ausgestellten Werke sind noch nie öffentlich gezeigt worden.

Richters Gesamtwerk ist unter anderem besonders für seine Heterogenität bekannt, die sich folgerichtig auch in der Bildgattung der Landschaft zeigt: Die Ausstellung gliedert sich in fünf thematische Kapitel, die einzeln, aber auch in ihrer Zusammenschau ein beeindruckendes Panorama von Richters „Arbeit an der Wirklichkeit“ ergeben. Die Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken sind nicht direkt nach der Natur entstanden, sondern basieren meist auf fotografischen Vorlagen und sind somit „Landschaften aus zweiter Hand“, was sich an der Ausschnitthaftigkeit, an Unschärfeeffekten, mitunter auch an Schrift im Bild erkennen lässt.

Gerhard Richter: Piz Surlej, Piz Corvatsch, 1992. Sammlung Peter und Elisabeth Bloch
. Bild: Christof Schelbert, Olten © Gerhard Richter 2020

Ein „Kuckucksei“ in der Nähe der deutschen Romantik: Gerhard Richter: Waldhaus, 2004
 (Detail). Privatsammlung © Gerhard Richter 2020

Gerhard Richter: Stadtbild PL, 1970 (Detail). Privatsammlung über Neues Museum Nürnberg. Bild: Neues Museum Nürnberg/Anette Kradisch © Gerhard Richter 2020

Gerhard Richter: Wolke, 1976
. Privatsammlung, als Dauerleihgabe in der Fondation Beyeler, Basel
. Bild: Robert Bayer © Gerhard Richter 2020

Landschaften mit tiefgezogenem Horizont und stimmungsvoller Atmosphäre rücken Richter in die Nähe der deutschen Romantik, auf die der Künstler zwar anspielt, aber der gegenüber er sich immer wieder auch kritisch-zweifelnd geäußert hat: Zu malen wie Caspar David Friedrich, so Richter, sei zwar möglich, aber nur ohne sich auf die geistige Tradition des Romantikers beziehen zu können. Als „Kuckuckseier“ bezeichnet Richter demnach jene romantisierenden Bilder, denen in der Ausstellung ein ganzer Raum gewidmet ist. Ein weiterer Raum betont die Wichtigkeit von Richters abstrahierten und abstrakten Landschaften für die Entwicklung seiner Malerei.

Für dieses Kapitel der Schau haben zahlreiche Bilder – unter anderem das monumentale, 6,8 Meter breite Gemälde „St. Gallen“ – erstmals ihre öffentlichen und privaten Sammlungen verlassen. Konstruierte und manipulierte Landschaften – wie etwa Richters Seestücke, für die er oftmals die fotografischen Vorlagen von Wasser- und Himmelsfläche autonom und keinesfalls „wirklichkeitsgetreu“ wie eine Collage zusammensetzt – bilden einen weiteren Höhepunkt. Zahlreiche überarbeitete Landschaften stehen am Ende der Ausstellung: übermalte Fotografien, die der Künstler größtenteils selbst als Leihgabe für die Ausstellung zur Verfügung gestellt hat, sowie Landschaftsgemälde, deren Realismus Richter mit abstrakten Farbstrukturen relativiert.

Abstrakte Farbstrukturen: Gerhard Richter: Venedig, 1986
. Museum Frieder Burda, Baden-Baden © Gerhard Richter 2020

„Gerhard Richter: Landschaft“ bietet vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen zur Klimakrise die Möglichkeit zur kontemplativen Auseinandersetzung mit „Natur“. Entstanden in enger Zusammenarbeit mit dem Atelier Gerhard Richter in Köln, ermöglicht die Ausstellung eine Begegnung mit Schlüsselwerken des Künstlers und erstmals einen retrospektiven Blick auf ein Genre, das Richter 1981 wie folgt beschrieb: „Wenn die ,Abstrakten Bilder‘ meine Realität zeigen, dann zeigen die Landschaften oder Stillleben meine Sehnsucht … weiter: www.mottingers-meinung.at/?p=41641           www.kunstforumwien.at

11. 1. 2021

Burgtheater online live: Die Maschine in mir (Version 1.0)

Januar 3, 2021 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Zum Glück wird’s nicht Maertens Last Tape gewesen sein

Michael Maertens als Mark O’Connell mit Tim Cannons Unterarm-Implantat. Bild: Marcella Ruiz Cruz

Wie man sich online und dennoch live ein Theater machen kann, haben bis dato Nesterval mit ihren Kreisky-Performances (Rezensionen: www.mottingers-meinung.at/?p=42764, www.mottingers-meinung.at/?p=39561) deutlich gemacht. Nun ist das Burgtheater dran, das im Kasino Michael Maertens auf die Bretter schickt, mit der Produktion „Die Maschine in mir (Version 1.0)“ des britisch-irischen Regie-Duos Dead Centre aka Ben Kidd und Bush Moukarzel.

Das mit dem „Auf die Bretter Schicken“ ist durchaus ein Bonmot betreffs des gezeigten Projekts. Auf niemand Geringeren als Shakespeare berufen sich Dead Centre im Gespräch, der Dänenprinz II.2: „Thine evermore most dear lady, whilst / this machine is to him, Hamlet“, ein Brief an Ophelia, eine Metapher des Menschen/-herz als Maschine.

Die sich Heiner Müller für sein Intellektstück zu eigen gemacht hat, und darum geht‘s auch hier: Intellekt vs Intelligenz vs Künstliche Intelligenz. Michael Maertens, nein, er tritt nicht auf, er erscheint auf dem Bildschirm. Ein „Hallo! Schön, dass sie da sind“ ans Publikum, ein „Es ist alles andere als ideal, wie wir uns hier begegnen“. Und ab geht es in die Untiefen des Live-Streamings, dieser Light-Variante des interaktiven Theaters, war doch die/der angemeldete Zuschauerin/Zuschauer vorab veranlasst, drei kurze Videos von sich aufzunehmen, drei Mal 30 Sekunden so tun als ob, dies der Inbegriff des Theaters, nun sieht man sich als eines der Gesichter auf einem der 100 iPads, mit denen Maertens „interagiert“.

Letzte Reihe? Frechheit! Da kann sich das Pressebüro warm anziehen! Ach was, es ist ja einerlei, vorm heimischen Bildschirm sitzt man sowieso erste Reihe fußfrei … Was die kommenden 50 Minuten leider nicht verhandelt, da kann einem der Maertens noch so treuherzig-tief in die Augen schauen, sondern lediglich zu diesem vorgetragen wird, ist das Thema Transhumanismus. „Man hört oft, dass das Theater ein sterbendes Medium sei und ich glaube, das stimmt auch – es ist das Sterbe-Medium, ein Ort, an dem wir gemeinsam in Echtzeit sterben“, sagt Maertens und freut sich darauf, dies die kommende Dreiviertelstunde via #Covid-Connection gemeinsam zu tun.

Der Sinn des Lebens, der Sinn des Todes, der Sinn dieses Abends? Dead Centre haben Mark O’Connells Bestseller „Unsterblich sein“ hergenommen, für den der Dubliner Autor das Uncanny Valley bereiste, um mit Tech-Millionären und angehenden Cyborgs die Digital Future dessen zu besprechen, was derzeit noch Fleisch und Dysfunktionalität ist. Dead Centres Denkansatz versteht sich, die Pandemie hat ein Körperproblem, genau genommen ist dieser mittlerweile Biohazard. Warum also keine Version 1.0 von sich hochladen? Mit einer Maschine verschmelzen, der Geist ohne den vor sich hin verrottenden Körper.

Wer Hörgerät oder Herzschrittmacher hat, sagt Maertens, sei ohnedies auf dem besten Weg zur Bionik-Person. Eingespieltes Gelächter im Kasino, weil wir ein solches schließlich aufgezeichnet haben. Wir sind die Roboter, daraus hätte sich eine Menge machen lassen, wird es aber nicht. „Die Maschine in mir (Version 1.0)“ ist Vortrag, nicht Vorspiel einer gar nicht so weit entfernten Zukunft. Ein Erklärstück. Frontalunterricht. Michael Maertens ist sein Ich-Selbst und zeitgleich Mark O’Connells Alter Ego, der per Tablet milde auf seinen Darsteller blickt. So viel zur virtuellen und zur realen Existenz, und tatsächlich ist dies der spannendste und spaßigste Teil der Aufführung:

Bild: Marcella Ruiz Cruz

Bild: Marcella Ruiz Cruz

Maertens im Zwiegespräch mit O’Connell, der sein Mängel-Wesen über den ihn verkörpernden Schauspieler upgraden will. Jedoch: Christoph Waltz und Michael Fassbender, dieser als „Alien“-David sogar Androiden-kundig, blieben unerreichbar, also schlug das Burgtheater einen anderen Michael vor. „Scheiße, wer soll das denn sein?“, fragten sich beide Beteiligte über den jeweils anderen, bis einen „Bibi und Tina“-Exkurs später die Sache klar war. Der Charakterprofiler wird keine Figur hochladen, kein „O’Connell“ werden und sich in diesem Prozess verlieren.

Darüber hätte sich Diskurs gelohnt. Avatare, Humanoide, Hybride, Anthropomorphismus. Stattdessen wird die Liste all derer abgearbeitet, die der Autor bei seinen Recherchen getroffen hat. Tim Cannon, selbsternannter Cyborg und Kämpfer gegen körperliche Imperfektion – mittels Implantate, die er sich unter die Haut näht, beispielsweise eines, das seine Temperatur misst und nach dieser die Heizung reguliert. Maertens rezitiert Yeats‘ „Sailing to Byzantium“:Once out of nature I shall never take / My bodily form from any natural thing, / But such a form as Grecian goldsmiths make / Of hammered gold and gold enameling …“

Zum Gilgamesh-Epos wird er auch noch kommen, und zu Google-Mastermind Ray Kurzweils Whole Brain Emulation, der Kopf längst in den Datenclouds – Mindfiling machen wir schließlich bereits täglich in den Social Media. Sich schon mal selbst gegoogelt? Ist man, wer man meint? Fragt Maertens, allein in einem Theatersaal voller Technik, das Lockdown-stille Publikum. Sind Sie noch da? Sie könnten alle eingeschlafen sein! Auch dazu hat man ein Video gemacht. O‘Connells plärrendes Baby will Maertens nun „ausmachen“, der Bildschirm fällt und kriegt einen Sprung, daheim der Kater ob des unerwarteten Lärms einen Schreck.

Mit O’Connell (re.). Bild: Marcella Ruiz Cruz

Bild: Marcella Ruiz Cruz

Ein Live-Chat, seitlich rechts, wird eingeschaltet. Zur Absicherung vor der Einsamkeit. Zum Turing-Test. Keine Bange, wir sind echt, wir antworten menschlich auf Erkundigungen nach unserem Ende, freie Vorstellungskraft und schwache Rechenkünste, und Arcade Fire singen den Selbstabschaffungssong „My Body Is A Cage“. Beim Futuristen und Alcor-Boss Max More werden jetzt schon Körper kyrogenisiert, heißt: tiefgefroren, die Köpfe davor abgetrennt, Geistes-Gespenster im Sci-Fi-Limbus, 181 „Patienten“, die auf die Auferstehung in einer Brave New World warten. „Jesus!“, wie die Amerikaner nun ausrufen würden. Ein bisschen muss man an den eigenen, auf dem Tablet servierten Kopf denken.

Und apropos, Johannes und Salome: Es ist eine biblische Sünde, dass Dead Centre Michael Maertens nun erklären lassen, nur Männer hätten diesen Tick vom ewigen Leben. Martine und Bina Rothblatt und ihre Theorie der Transferred Consciousness, Natasha Vita-More von der technospirituellen Organisation Humanity+, Nadia Magnenat Thalmann von der Nanyang Technological University Singapur, Ayanna Howard von der Georgia Tech University, schon einmal von diesen Frauen gehört?

Auf Metaebene kann keiner applaudieren. Der so ambitioniert wie verloren wirkende Maertens wischt sich, in dieser Versuchsanordnung seines Spielvermögens beraubt, durch die Chat-Nachrichten. Maertens, der im Geflimmer um ihn stets die Contenance wahrt. Maertens, den auf seinem Parforceritt durch Futureland aber auch die Zweifel quälen, „ob er nicht schon zu viel gespielt habe“, und ist es doppelbödig bei dieser Art der Präsentation trotz aller Uhrzeit-Ansagen Zweifel an einer wie-auch-immer „Echtheit“ des Ganzen anzumerken?

Was einen an der zwischen philosophischer Reflexion und kritischer Auseinandersetzung unschlüssigen „Maschine in mir“ am meisten auffällt, ist das, was fehlt: Ein Theaterabend unplugged. Ein Schauspieler, eine Schauspielerin, Figuren, die leben, weil sie Wirkung erzeugen. Keine Daten-Sätze, ein Humanismus ohne Trans-, Geisteswesen samt Körper, ein Charakterdarsteller-Dasein. Das ist der Code. Das ist der beste „Technotrick“ der Bühne. Bis ein solcher wieder möglich ist, gilt es Quarantäne-Streams wie „Die Maschine in mir (Version 1.0)“ ihren Achtungserfolg für Innovation zu gönnen. Dies wird nicht Maertens Last Tape gewesen sein, so ist mit Leib und Seele zu wünschen.

Teaser: vimeo.com/494125633           www.youtube.com/watch?v=-GaD-Fqs5G4           Dead Centre im Gespräch: www.youtube.com/watch?v=HP5PmE0qVGU           www.deadcentre.org           www.burgtheater.at

TIPPS: Maria Arlamovsky: Robolove            Technisches Museum Wien: Künstliche Intelligenz?

  1. 1. 2021

Staatsoper: Live-Streams mit Netrebko und Beczala

Dezember 7, 2020 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Martin Schläpfers Uraufführung „Mahler 4“ auf ORF2

© Wiener Staatsoper GmbH / Ashley Taylor

Diese Woche beschert Opernfans drei ganz besondere Live-Stream-Erlebnisse aus der Wiener Staatsoper: Anna Netrebko wird in Wien das erste Mal die Tosca singen, Piotr Beczala gibt sein Wiener Rollendebüt als Werther und dazu kommt die Premiere der Neuproduktion und Staatsopern-Erstaufführung von Hans Werner Henzes „Das verratene Meer“. Die Opern werden, wie andere Werke

auch, trotz des Lockdowns im Haus zur Aufführung gelangen. Gespielt wird ohne Publikum vor Ort, nur für Kameras und Mikrofone. Alle Streams sind kostenlos auf der Webseite play.wiener-staatsoper.at verfügbar. Beginn ist jeweils um 19 Uhr, die Übertragungen sind 24 Stunden lang abzurufen.

10. Dezember, 19 Uhr (Live – nur in Österreichs verfügbar): Werther. Musikalische Leitung: Bertrand de Billy, Inszenierung: Andrei Serban. Mit Piotr Beczala, Gaëlle Arquez, Clemens Unterreiner und Daniela Fally

13. Dezember, 19 Uhr (Live): Tosca. Musikalische Leitung: Bertrand de Billy, Inszenierung: Margarethe Wallmann. Mit Anna Netrebko, Yusif Eyvazov, Wolfgang Koch und Evgeny Solodovnikov

14. Dezember, 19 Uhr (Live, Premiere): Hans Werner Henze: Das verratene Meer. Musikalische Leitung: Simone Young, Inszenierung: Jossi Wieler und Sergio Morabito, Ausstattung: Anna Viebrock. Mit Vera-Lotte Boecker, Bo Skovhus, Josh Lovell, Erik Van Heyningen, Kangmin Justin Kim, Stefan Astakhov und Martin Häßler

Auf ARTE concert sowie morgen ab 9 Uhr auf ORF2 präsentiert der neue Direktor des Wiener Staatsballetts Martin Schläpfer mit dem zweiteiligen Abend Mahler, live nicht nur sein erstes eigenes Programm in der Wiener Staatsoper, sondern stellt sich mit seiner Uraufführung „4“ zu Gustav Mahlers 4. Symphonie, dem zweiten Werk des Abends, auch als Choreograph vor. Entstanden ist ein großes Ballett für das gesamte Ensemble, dem zur Eröffnung des Programms mit Hans van Manens „Live“ eine Ikone der Tanzgeschichte vorausgeht.

Axel Kober dirigiert das Orchester der Wiener Staatsoper, als Solistinnen sind Shino Takizawa am Klavier sowie die Sopranistin Slávka Zámečníková zu erleben. Auf ORF2 ermöglicht eine kurze Einführung, gestaltet von Markus Greussing, den Zuseherinnen und Zusehern in den Bewegungskosmos und in die höchst interessante Gedankenwelt von Martin Schläpfer einzutauchen.

Teaser: www.youtube.com/watch?v=HzX2ir76JHg

Wiener Rollendebüt als Werther: Piotr Beczala. Bild: © Johannes Ifkovits

Singt in Wien erstmals die Tosca: Anna Netrebko. Bild: © Julian Hargreaves

Ballettprogramm „Mahler, live“: Martin Schläpfer. Bild: © Tillmann Franzen

Live-Fledermaus zu Silvester

Die Tosca“ und „Werther“ werden auch in ORF III zu sehen sein. „Tosca“ live-zeitversetzt am 13. Dezember um 20.15 Uhr, „Werther“ am 10. Jänner um 20.15 Uhr. Und auch für die Silvesternacht ist schon vorgesorgt: ORF III zeigt Die Fledermaus am 31. Dezember um 20.15 Uhr in der Reihe „Wir spielen für Österreich“ im Rahmen von „Erlebnis Bühne Live“.

Unter der musikalischen Leitung von Cornelius Meister sind Georg Nigl in seinem Staatsopern-Rollendebüt als Gabriel von Eisenstein, Camilla Nylund als Rosalinde, Jochen Schmeckenbecher als Frank und Peter Simonischek als Frosch zu erleben. Regula Mühlemann singt erstmals am Haus die Adele, als Orlofsky gibt Christina Bock ihr Debüt an der Wiener Staatsoper. Fast fixer Bestandteil der Silvester-„Fledermaus“ ist der prominente Überraschungsgast im zweiten Akt – heuer darf sich das Fernsehpublikum auf Starsopranistin Asmik Grigorian freuen, die im September mit der „Madama Butterfly“Premiere am Haus debütierte und die die Cio-Cio-San auch im Jänner verkörpern wird.

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  1. 12. 2020