Gaito Gasdanow: Die Rückkehr des Buddha

Februar 22, 2016 in Buch

VON RUDOLF MOTTINGER

Die gespenstische Welt des beginnenden Wahnsinns

Gasdanow_25047_MR.inddDer russische Student, Emigrant im Paris der 1920er-Jahre und Gasdanows Ich-Erzähler in „Die Rückkehr des Buddha“, ist eigentlich ein vielversprechender Mann, wenn er nicht einen Makel hätte: Er wird regelmäßig von Wahnvorstellungen heimgesucht, die er von der Realität kaum unterscheiden kann, die ihn jedoch in missliche bis lebensbedrohliche Situationen bringen. Wie ein Schlafwandler läuft er durch die Seine-Metropole, sieht sich als anderer, spürt seinen eigenen Tod: „… und fast täglich, manchmal im Zimmer, manchmal auf der Straße, im Wald oder im Park, hörte ich zu existieren auf.“

Eine Begegnung im Jardin du Luxembourg verändert sein Leben. Er trifft einen „Pennbruder“ und schenkt ihm zehn Francs. Zwei Jahre später trifft er ihn in einem Cafè mit einer jungen Frau wieder. Doch jetzt hat er nichts mehr von einem Bettler – ein vornehmer Mann sitzt ihm gegenüber. Jener Pawel Alexandrowitsch Schtscherbakow wurde aufgrund eines Erbes steinreich, doch dieses „Wunder“ verändert nicht ihre Beziehung: Die beiden freunden sich an, und der Student besucht Pawel und seine junge Geliebte Lida regelmäßig.

Wie nebenbei erfährt er alles über Pawels Leben, wie er zu Reichtum gekommen ist und über seine Mätresse, die den Nordafrikaner Amar liebt. Doch der Erzähler hat andere Sorgen: Bei einem seiner nächtlichen Spaziergänge sucht ihn wieder ein Albtraum heim: Er wird überfallen, tötet den Angreifer, landet schließlich im Untersuchungsgefängnis und wird des Hochverrats in einem Gericht des „Zentralstaats“ angeklagt. Ein Szenario, wie aus einem stalinistischen Schauprozess. Auch Parallelen zu Kafka drängen sich auf. Erst durch den Einfluss eines mysteriösen Mitgefangenen wird er schließlich freigelassen. Doch: „Ich konnte für meine Handlungen nicht voll und ganz verantwortlich sein, konnte mir der Realität des Geschehenden nicht sicher sein, es fiel mir oft schwer zu bestimmen, wo die Wirklichkeit endete und wo der Wahn begann.“

Im Gegensatz zu Gasdanows „Das Phantom des Alexander Wolf“, mit dem er berühmt wurde, trägt hier der Ich-Erzähler gespenstische Fantasiewelten in sich. „Krieg und Auswanderung in die Fremde haben Fremdheit in ihn selbst verpflanzt und zu bedrohlichen Halluzinationen verdichtet. Ihm entgleitet die Gegenwart, die äußere Realität, er ist sich seiner Sinneswahrnehmung wie seiner eigenen Konturen nicht mehr sicher“, schreibt die Übersetzerin Rosemarie Tietze in ihrem Nachwort treffend.

Eines Abends überlegt der Student, ob es für seinen Freund nicht das beste wäre, genau jetzt zu sterben, da er offenbar rundum glücklich ist. Am nächsten Tag wird Pawel ermordet aufgefunden. Und eine goldene Buddha-Statue ist verschwunden. Der junge Mann wird des Mordes verdächtigt und verhaftet, nicht zuletzt auch deshalb, weil Pawel ihn in seinem Testament als Universalerben eingesetzt hat. Sein Heil hängt von der Buddha-Statue ab. Erst ihr zufälliges Wiederauftauchen entlastet den Erzähler und entlarvt schließlich den wahren Mörder, Amar, den todkranken Liebhaber Lidas.

„Die Rückkehr des Buddha“ ist mehr als ein Krimi. Auch wenn Ende der 1940er-Jahre, als der Autor das Buch geschrieben hat, das Genre des Kriminalromans und auch der Kinokrimi einen rasanten Siegeszug antraten. Gasdanow interessiert nicht die Krimihandlung, die Aufklärung eines „Falls“. Vielmehr geht es ihm um das Psychologische. Tolstoi und Dostojewski haben auch ihn beeinflusst. Und wenn sein Student Todesträume erlebt und dem Wahnsinn nahe ist, so könnten Lew Tolstojs „Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen“ Pate gestanden haben. Hintergrund: Tolstoj suchten in einem Hotel plötzlich und ohne Grund Todesängste heim, die als das „Entsetzen von Arsamas“ in die Literaturgeschichte eingingen.

In Gasdanows Prosa ist nichts vom Pariser Flair der Zeit zu lesen, auch nichts vom damaligen Emigranten-Milieu. Seine Werke, wie „Das Phantom des Alexander Wolf“ – oft der Zwilling zu „Die Rückkehr des Buddha“ genannt – kreisen um das Thema Tod. Der Autor widmet auch einen längeren Abschnitt der Rolle des Täters, der Rechtsprechung, Zufällen, die das Leben bestimmen, und den Fragen: „Warum wird jemand zum Mörder?“ und „Wie geht die Gesellschaft mit einer solchen Person um“.

Am Ende lebt der Protagonist, reich geworden, in Pawels Wohnung, seine Visionen verschwinden, glücklich ist er trotzdem nicht. Erst als er einen Brief von seiner ehemaligen Geliebten Catrine, die er verlassen hat, aus Australien erhält, beschließt er seine Koffer zu packen und zu ihr nach Melbourne zu reisen. Nicht zuletzt die hervorragende Übersetzung von Rosemarie Tietze macht das Buch zu einem Lesevergnügen ersten Ranges.

Über den Autor:
Gaito Gasdanow, 1903 in St. Petersburg geboren und 1971 in München gestorben, gilt als einer der wichtigsten russischen Exilautoren des frühen 20. Jahrhunderts. Seit 1923 lebte er im Exil in Paris, wo er begann, regelmäßig literarische und journalistische Texte zu veröffentlichen. Gemeinsam mit seiner ebenfalls aus Russland stammenden Frau schloss er sich im Zweiten Weltkrieg der Résistance an. Auch half das Ehepaar jüdische Kinder zu verstecken. Wegen der existentialistischen Prägung seines Werks wurde Gasdanow wiederholt als der „russische Camus“ bezeichnet. Sein Werk umfasst zahlreiche Romane und Erzählungen. Im Hanser Verlag erschienen zuvor die Romane „Das Phantom des Alexander Wolf“ (2012) und „Ein Abend bei Claire“ (2014).

Hanser, Gaito Gasdanow: „Die Rückkehr des Buddha“, Roman, 224 Seiten. Aus dem Russischen von Rosemarie Tietze.

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Wien, 22. 2. 2016

Yiyun Li: Schöner als die Einsamkeit

Februar 4, 2016 in Buch

VON RUDOLF MOTTINGER

Die Vergangenheit vom Tiananmen Platz holt alle ein

Li_24906_MR.inddBeijing, Ende der 1980er-Jahre: Drei ungleiche Freunde wachsen im gleichen Häuserblock auf. Die beiden fast gleichaltrigen Boyang und Moran, und die ältere Studentin Shaoai, ein kritischer, zu kritischer Geist für seine Zeit. Für sie sind die alten Rollenbilder schon längst überholt. Ihr gegenüber stellt die chinesische Autorin Yiyun Li in ihrem Roman „Schöner als die Einsamkeit“ die alten, traditionellen Denk- und Handlungsmuster ihrer Eltern und Mitbewohner. Ein Konflikt, der nicht gelöst werden kann. Diese Menschen gehen ihrer gewohnten Arbeit nach und schauen, dass sie über die Runden kommen: mehr schlecht als recht – in einem Land, in dem eigenständiges (kritisches) Denken und Meinungsäußerung tabu sind, dafür aber der Kapitalismus seinen Einzug hält.

Das Leben geht seinen gewohnten Lauf, bis die 15-jährige Ruyu die scheinbare Idylle stört. Die „Hinterwäldlerin“, ein streng katholisch erzogenes Waisenmädchen aus der Provinz, wurde von ihren beiden Tanten in die chinesische Hauptstadt geschickt und wohnt fortan bei Shaoai und ihren Eltern. Für Ruyu ist Peking eine fremde Welt, wie ein anderer Stern. Einfühlsam erzählt Yiyun Li von den Eindrücken, die auf das junge Mädchen einströmen, ihrem Denken und Handeln, das für die anderen mehr als befremdlich erscheint. „Beijing machte, dass sie sich klein vorkam, aber als schlimmer noch empfand sie, dass den Menschen ihre Kleinheit gleichgültig war.“ Doch je mehr Zeit die vier Jugendlichen zusammen verbringen, umso mehr kommen auch Motive wie erste Liebe, Hass und Eifersucht ins Spiel. Die Spannungen untereinander steigen.

Während für die einen das Leben weitergeht, erfährt der Leser über Shaoai, dass erst vor Kurzem das Massaker auf dem Tiananmen Platz stattgefunden hat. Die zum größten Teil studentischen Proteste am 4. Juni 1989 endeten in einem Blutbad. Einem Blutbad, das der offiziellen Geschichtsschreibung der KP zufolge, gar nicht stattgefunden hat, und auch von den Bewohnern des Wohnhofs nicht thematisiert wird. Einzig Shaoai war involviert und sympathisierte mit den Demonstranten für mehr Freiheit in China. Doch das Regime duldet kein Aufbegehren. Im Herbst 1989 wird sie der Universität verwiesen. Für ihre Eltern bricht eine Welt zusammen.

Der Verweis von der Uni ist quasi auch der Katalysator für die kommenden Ereignisse. Ruyu stiehlt bei einem gemeinsamen Besuch mit Boyang an der Universität, an der seine Mutter forscht, Gift. Moran kommt in einen Gewissenskonflikt: Soll sie Ruyus Tat melden? Schließlich wird Shaoai vergiftet und lebt 21 Jahre als Pflegefall. Ob Mordversuch, Selbstmord oder ein Versehen? Der Vorfall wird nicht aufgeklärt. Die Autorin gibt bewusst keine klare Antwort. Eigentlich spielt das auch keine Rolle. Die Clique zerbricht. Nur einer der drei Jugendlichen ist in Beijing zurückgeblieben: Boyang wird im neuen China mit Immobilien reich, während Moran und Ruyu das Land verlassen und in die Emigration in die USA gehen – um auch dort kein Glück und keine Heimat zu finden.

„Schöner als die Einsamkeit“ beginnt 21 Jahre nach den dramatischen Ereignissen in einem Krematorium, wo die kurz zuvor verstorbene Shaoai verbrannt wird. In Rückblenden wird die Geschichte aufgefächert. Die Autorin springt zwischen den Zeiten und zeichnet den weiteren Lebensweg der drei Protagonisten zwei Jahrzehnte später und, wie es ihnen über die Jahre ergangen ist, nach. In ihrem gelungenen Mix aus Thriller und Liebesgeschichte gibt Yiyun Li leicht und intensiv ein pessimistisches Bild einer verlorenen Generation, einsamer Menschen und gescheiterter Beziehungen und Ehen. Emotionslos, kühl beschreibt sie das Leben ohne Höhepunkte, bis die Protagonisten nach 20 Jahren die verdrängte Vergangenheit einholt. Ein stimmungsvoller, durchaus sozialpolitischer (in den USA geschriebener) Roman, der nicht mit Kritik am chinesischen Regime, aber auch am „American Way of Life“ spart, und doch ohne große Gesten auskommt.

Über die Autorin:
Yiyun Li, 1972 geboren, wuchs in Beijing auf und lebt seit 1996 in den USA. Ihre Kurzgeschichten und Essays wurden u.a. im New Yorker und in der Paris Review veröffentlicht. Bei Hanser erschienen sind bereits „Die Sterblichen“ (2009) und die Erzählungen „Tausende Jahre frommes Beten“ (2011), für den sie u. a. den PEN/Hemingway Award und den Guardian First Book Award erhielt. Yiyun Li lehrt in einem Masterprogramm für kreatives Schreiben am Mills College in Kalifornien. 2014 erhielt sie den Benjamin H. Danks Award, verliehen von der American Academy of Arts and Letters.

Carl Hanser Verlag, Yiyun Li: „Schöner als die Einsamkeit“, Roman, 352 Seiten. Aus dem Englischen von Anette Grube.

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Wien, 4. 2. 2016

Frankfurter Buchmesse: Aufarbeitung der Zeitgeschichte

Oktober 13, 2015 in Buch

VON RUDOLF MOTTINGER

Fünf Lesetipps zum Gastland Indonesien

5233955935_3868b14e4e_bIndonesien ist kein Land der Leser, sagen die Indonesier. Man lasse sich Geschichten lieber vom traditionellen Schattenspiel Wayang Kulit erzählen. Oder vom Fernsehen. Werden Bücher gelesen, dann religiöse, Unterhaltungsliteratur und Lyrik. Indonesien ist ein Land mit gesellschaftspolitisch höchst aktiven Autoren. Sie wollen von Vorkommnissen erzählen, die von öffentlicher Seite verschwiegen wurden (siehe unten: „Kurze Geschichte Indonesiens“). Siebzig von ihnen kommen zur Frankfurter Buchmesse.

Die Frankfurter Buchmesse beginnt am 14. Oktober. Vorab fünf Lesetipps:

Laksmi Pamuntjak, Journalistin aus Jakarta, legt mit Alle Farben Rot ihren ersten Roman vor. Er ist ein Anschreiben gegen das Vergessen der Gräuel des Suharto-Regimes, eine wichtige Stimme im Prozess der Aufarbeitung der indonesischen Zeitgeschichte, in der, wie die Autorin sagt, „Gut und Böse schwer zu trennen sind“. Jahrzehnte nach Suhartos Sturz 1998 sucht eine Frau auf der Gefangeneninsel Buru nach den Spuren des Mannes, den sie in jenen Tagen geliebt und dann verloren hat. In den Wirren einer Straßenschlacht wurden Amba und Bhisma auseinandergerissen, und Amba wusste all die Jahre nichts über das Schicksal ihrer großen Liebe. Bis sie eines Tages eine anonyme Mail erhält, aus der hervorgeht, dass Bhisma damals nach Buru verschleppt wurde. Und so macht sich Amba auf, um endlich Antworten auf die Fragen zu finden, die sie schon so lange quälen. Entlang der Linien des indonesischen Nationalepos Mahabharata, dieser großen Erzählung von Liebe und Krieg, entfaltet Laksmi Pamuntjak das Panorama einer jungen Nation und ihres bewegten 20. Jahrhunderts. Dabei gelingt es ihr Ästhetik, Schönheit von Sprache, mit ihrem Willen zur Aufklärung zu vereinen.

Leila S. Chudoris Roman Pulong (Heimkehr nach Jakarta) besteht aus Briefen, abgeschickt aus dem Gefängnis und abgeschickt aus dem Exil in Paris. Das Buch verknüpft historische Ereignisse mit dem persönlichen Schicksal zweier Generationen. Dimas Suryo, der 1965 im Ausland war und nicht mehr nach Indonesien zurückkehren konnte, lebt als Mitbesitzer eines indonesischen Restaurants in Paris und leidet lebenslang unter seiner Heimatlosigkeit. Lintang Utara, seine Tochter mit der Französin Vivienne, reist 1998 für ihr Filmstudium nach Jakarta und begegnet auf ihre Art der Geschichte und Gegenwart Indonesiens. Sie gerät in die Studentenunruhen, die zum Ende der Ära Suharto führten. Die indonesische Gesellschaft stehe, so Chudori in einem Interview, dem Leid anderer immer noch gleichgültig gegenüber. Dies ein Erbe der Diktatur, zu sehen auch an einem staatlichen Museum, in dem bis heute den Suharto-Generälen und ihren Metzeleien gehuldigt wird. Chudori schuf im Roman eine eindrückliche Szene, in der Lintang Utara dieses Museum besucht. In den intellektuellen Kreisen des Landes wird das Buch als „Gegengift gegen die offizielle Version der Geschichte“ und gegen das allgemeine Schweigen gelobt. Der Roman ist mit seinen verschiedenen Zeitebenen und Erzählperspektiven komplex gebaut. Und weil Teile davon von einem Restaurant handeln, gibt es auch jede Menge Kochrezepte.

Andrea Hirata schrieb mit Die Regenbogen-Truppe den aktuell meistverkauften Roman Indonesiens, musste sich allerdings auch vorwerfen lassen, mit seiner verklärenden Art Armut zu schildern, huldige er einem „Disney-Stil“. Hirata selbst, auf der Insel Belitung östlich von Sumatra geboren, sieht sich als Mann mit Bildungsauftrag; als solcher müsse er „Lesbares“ zu Papier bringen. In „Die Regenbogen-Truppe“ erzählt er von seiner eigenen Schulzeit: Söhne und Töchter von Fischern und Minenarbeitern wollen nicht eine einzige Unterrichtsstunde verpassen, denn für sie ist die Schule die einzige Möglichkeit, der Armut zu entkommen. Da ist zum Beispiel Lintang, das mathematische Genie, oder Mahar, der Künstler und angehende Schamane. Und Ikal, der seinen Weg macht: von der Armenschule über das Studium in Paris und London zum gefeierten Schriftsteller. Hirata eröffnet tiefe Einsichten in ein zerrissenes Land, in dem Bildung nach wie vor ein Privileg ist. In diesem Sinne ist sein Roman auch mehr als ein autobiografisches Dankeschön an seine Lehrerin, sondern ein Plädoyer dafür, allen Kindern dieser Welt den Weg in Schulen zu ermöglichen. Das Buch wurde bereits verfilmt.

Der Journalist und Menschenrechtsaktivist Seno Gumira Ajidarma ist einer von Indonesiens profiliertesten und einflussreichsten Autoren. Sein Motto “Wenn Journalismus zum Schweigen gebracht wird, muss Literatur sprechen” spiegelt sich in seinen Werken wider, die meist gegenwärtige soziale, kulturelle und politische Zustände Indonesiens dokumentieren. In Jazz, Parfüm & Der Zwischenfall setzt sich Ajidarma mit der militärischen Gewalt in Ost-Timor während der indonesischen Besatzungszeit auseinander: Ein Journalist empfängt unzählige Berichte über Massenmorde und Folterungen in einer der indonesischen Provinzen. Er liest die Texte langsam, mit scheinbarer Teilnahmslosigkeit, und seine Gedanken driften ständig zu seinen großen Leidenschaften ab: Jazz und Parfüm. Nach und nach wird deutlich, dass seine Gedankensprünge zu Miles Davis und Dior einen bestimmten Grund haben: Er ist gezwungen, die meisten der Informationen zu zensieren. Der Journalist spielt auf Zeit – aber zu welchem Zweck? Ein poetischer Text von politischer Brisanz.

Last, but not least, und um den Kreis zu Laksmi Pamuntjak zu schließen: Pramoedya Ananta Toer. Er gilt als der große alte Mann der indonesischen Literatur, er ist das Gewissen der Nation. Der 2006 verstorbene Autor war mehrfach für den Literaturnobelpreis nominiert. Bereits von den holländischen Besatzern wegen „antikolonialem Denken“ inhaftiert, brachte ihn Suharto erneut hinter Gitter. Die Zensoren des Suharto-Regimes belegten seine Werke mit dem Bannfluch des „Marxismus, Leninismus und des Kommunismus“ und verboten sie wegen ihres „subversiven“ Gehalts. Selbst Personen, die diese Bücher nur besaßen, landeten im Gefängnis. Dennoch blieb Pramoedya der meistgelesene zeitgenössische Autor des Landes. Seine Schriften wurden im großen Stil hektographiert und unter der Hand weiter gereicht. Seine Tetralogie Bücher der Insel Buru, auf der Gefangeneninsel Buru begonnen und unter Stadtarrest vollendet, ist Indonesiens Beitrag zur Weltliteratur. „Pram“, wie die Indonesier ihn liebevoll nennen, erzählt die Geschichte seines Landes von den holländischen Besatzern bis in die Jetztzeit. Die allgegenwärtige Repression veranlasste ihn allerdings, die Handlung dieser Romane in die Zeit um 1900 zu verlegen. Der Hauptprotagonist, der javanische Adelige Minke, erlebt – sehr kurz gefasst – gesellschaftlichen Aufstieg, Diskriminierung wegen seiner dunkleren Hautfarbe und Vertreibung ins Exil. Leitmotivisch durchzieht Prams Schriften die Auseinandersetzung der einheimischen mit der europäischen Kultur und damit die Schärfung historischen und sozialen Bewusstseins. Immer geht es ihm um die Sprache als Instrument von Herrschaft und als Medium des Widerstands. Subtil vermittelt er seine Botschaft: „Bediene dich deines Verstandes und schärfe dein Erinnerungsvermögen, um die Verhältnisse erst zu verstehen und dann zu verändern“.

Kurze Geschichte Indonesiens

Mit der Ankunft eines kleinen Expeditionskorps 1596 begann die holländische Kolonialzeit in Indonesien. Noch vor dem 1. Weltkrieg entstanden die ersten nationalistisch-indonesischen Parteien. Ihre Hauptidentifikationsfigur: der spätere Staatspräsident Sukarno. Der Kampf gegen die holländische Besatzung wurde intensiver. Im März 1942 kapitulierte die kleine holländische Schutztruppe nach dem Verlust Batavias vor den ganz Südostasien unterwerfenden Japanern. Nach dem Ende der brutalen japanischen Besatzung erklärte am 17. August 1945 der erste Präsident Sukarno zusammen mit Mohammad Hatta Indonesien für unabhängig. Die wieder anrückenden Holländer reagierten mit Gewalt. Erst am 27. Dezember 1949, nach starkem internationalen Druck, erkannten sie das südostasiatische Land offiziell an.

Sukarno leistete wichtige Arbeit bei der Bildung eines indonesischen Selbstbewusstseins und der Identifikation der Einwohner mit ihrem Staat, und es gelang ihm zu Beginn möglichst viele Bevölkerungsgruppen – der insgesamt 360 – anzusprechen. Trotz dieser Erfolge verschärften sich besonders die Konflikte zwischen Kommunisten (PKI) und dem Militär. Sukarno wiederum nutzte die zahlreichen Lücken in der Verfassung und rief 1960 die „gelenkte Demokratie“ und die „gelenkte Wirtschaft“ aus, was besonders von den USA nicht gerne gesehen wurde. Am Schluss ernannte ein von ihm ausgewähltes Gremium ihn zum Präsidenten auf Lebenszeit. Während dieser Zeit wurden einzelne Parteien verboten, insbesondere jene, die sich entlang ethnischer Linien geformt hatten, auch um ein Auseinanderbrechen des indonesischen Staates zu verhindern. Sukarnos zunehmende Willkürherrschaft führte schließlich zu einem Umsturzversuch, der der mitgliederstarken Kommunistischen Partei des Landes angelastet wurde. Bis heute ist ungeklärt, was wirklich geschah. Die offizielle, das heißt von den Militärs kolportierte Version lautete, dass am 30. September 1965 Kommunistische Frauen Generäle entführt und diese nicht nur getötet, sondern zudem noch verstümmelt hätten.

Der bis zu diesem Zeitpunkt nur aus dem Hintergrund agierende Generalmajor Suharto machte die Kommunisten (PKI) für die Ereignisse verantwortlich und übernahm die Befehlshoheit. Es folgte ein erfolgreicher Gegenputsch rechtsgerichteter Armeeeinheiten. Die Welle der Gewalt, die landesweit von der Armee organisiert wurde, richtete sich vor allem gegen tatsächliche oder vermeintliche Anhänger der PKI und Chinesen und kostete mehr als einer halben Millionen Menschen das Leben, einige Quellen sprechen sogar von bis zu einer Million Toten. Ganze Dörfer wurden mitsamt ihrer Einwohner ausgelöscht, wenn sie im Verdacht standen, der falschen Seite nahe zu stehen: einer der größten politisch motivierten Massenmorde im 20. Jahrhunderts. Die Vorgänge sind bis heute nur unzureichend untersucht, daher sind genaue Angaben zur Zahl der Opfer nicht möglich. Nach wie vor gilt diese Zeit in Indonesien als Tabuthema. Darüberhinaus wurden zahlreiche regimekritische Politiker, Künstler und Schriftsteller als politische Gefangene inhaftiert und mussten Zwangsarbeit leisten. Der neue starke Mann Suharto wurde am 12. März 1967 „geschäftsführender Staatspräsident“, Sukarno blieb vorerst noch nominelles Staatsoberhaupt. Erst am 27. März 1968 übernahm Suharto formal das Amt des Staatspräsidenten, Sukarno starb 1970 nach längerer Krankheit.

Als Folge der Ereignisse wurde die kommunistische Partei des Landes nahezu ausradiert, dafür erhielt Suharto durch die USA breite militärische Unterstützung. Doch die Gewalt des Regimes richtete sich nicht nur gegen Kommunisten und Chinesen. Am 6. Juni 1975 besetzten indonesische Truppen die portugiesische Enklave in Westtimor, im Oktober desselben Jahres auch grenznahe Gebiete der Kolonie Portugiesisch Timor. Suharto befahl am 7. Dezember 1975 die militärische Invasion Osttimors. In den folgenden Wochen wurden 60.000 Menschen, 10 Prozent der Bevölkerung, getötet. Ein weiterer Massenmord, bei dem die Weltöffentlichkeit tatenlos zusah. Osttimor wurde am 17. Juni 1976 dem indonesischen Staatsverband eingegliedert. Mit der Wirtschaftskrise 1998 und zunehmenden Korruptionsvorwürfen kam es zu den ersten Protesten, in deren weiterem Verlauf der Diktator nach blutigen Unruhen in der Hauptstadt Jakarta zum Rücktritt gezwungen wurde. Während seiner 32-jährigen Regierungszeit wurden die Menschenrechte in allen Bereichen mit Füßen getreten.

1999 wurde erstmals ein Staatspräsident frei gewählt. Im selben Jahr wurde nach internationalen Protesten und der Landung einer Friedenstruppe in der zukünftigen Hauptstadt Osttimors, Dili, die Besetzung Osttimors aufgegeben. Zuvor hatten die indonesischen Streitkräfte das Land in Schutt und Asche gelegt. Am 20. Mai 2002 erhielt das kleine Land seine Unabhängigkeit. Indonesien mit seinen 17.500 Inseln ist heute der Staat mit der weltweit größten muslimischen Bevölkerung (ca. 200 Mio. von 240 Mio. Einwohnern). Immer wieder wird das Land von terroristischen Anschlägen erschüttert (z. B. 2002 auf Bali), die von radikalen islamischen Gruppen verübt werden. 2014 wurde Joko Widodo zum Staatspräsidenten gewählt.

Ullstein Buchverlage, Laksmi Pamuntjak: „Alle Farben Rot“, Roman, 672 Seiten. Übersetzt von Martina Heinschke.

Weidle Verlag, Leila S. Chudori: „Pulong (Heimkehr nach Jakarta)“, Roman, 432 Seiten. Übersetzt von Sabine Müller.

Hanser Berlin, Andrea Hirata; „Die Regenbogentruppe“, Roman, 272 Seiten. Übersetzt von Peter Sternagel.

Angkor Verlag, Seno Gumira Ajidarma: „Jazz, Parfüm & Der Zwischenfall“, Roman, 160 Seiten. Übersetzt von Guido Keller.

Unions Verlag, Pramoedya Ananta Toer: “Bücher der Insel Buru”, vier Romane. Übersetzt von Brigitte Schneebeli und Giok Hiang Gornik.

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Wien, 13. 10. 2105

Robert Seethaler: Ein ganzes Leben

August 14, 2014 in Buch

VON MICHAELA MOTTINGER

Geschichten, die die Geschichte schreibt

HB Seethaler_978-3-446-24645-4_MR.inddDass der Wiener Schriftsteller Robert Seethaler immer noch ein bisschen Geheimtippstatus hat, ist eine Frechheit. Gerade eben liegt nämlich sein fünfter Roman vor, „Ein ganzes Leben“ auf 160 Seiten. Und er ist so brillant und liebevoll, wie seine Vorgänger. Seethaler schreibt Geschichten, die das Leben schreibt. In diesem Fall folgendes: Als Andreas Egger in das Tal kommt, in dem er sein Leben verbringen wird, ist er vier Jahre alt, ungefähr – so genau weiß das keiner. Seine Mutter ist tot, seinen Vater kennt er nicht, der Großbauer Kranzstocker nimmt ihn widerwillig auf, Andreas Mutter war eine entfernte Verwandte von ihm. Schäbig wird er behandelt, zum Krüppel geschlagen. Doch er wächst zu einem gestandenen Hilfsknecht heran und schließt sich als junger Mann einem Arbeitstrupp an, der eine der ersten Bergbahnen baut und mit der Elektrizität auch das Licht und den Lärm in das Tal bringt. Dann kommt der Tag, an dem Egger zum ersten Mal vor Marie steht, der Liebe seines Lebens, die er jedoch wieder verlieren wird. Erst viele Jahre später, als Egger seinen letzten Weg antritt, ist sie noch einmal bei ihm. Und er, über den die Zeit längst hinweggegangen ist, blickt mit Staunen auf die Jahre, die hinter ihm liegen.

Eine einfache und tief bewegende Geschichte. Und rundum gelungenes Futter für die Seele. Und wie immer bei Seethaler akribisch recherchiert. Die Geschichte über den Bau der ersten Bergbahnen ist Fakt, das harte Leben der Bergbauern auch. Anderes ist Fiktion. Ein neuer Roman von Robert Seethaler ist immer wie ein Geschenk, das einen Staunen, Lachen und Weinen macht. Auch diesmal sollten Taschentücher griffbereit liegen.  Hochachtung spürt man, vor einem wie dem Egger Andreas, der in seinem  Leben so beständig, so ruhig, so unaufgeregt durch alle Katastrophen und Tragödien geht. Um das zu beschreiben, braucht der Autor nicht viele Worte. Was und wie er schreibt ist sehr still, leise, und hat dennoch einen großen Klang. Und großen Nachklang beim Leser. Man wünscht diesem Buch sehr viele davon.

Über den Autor:

Robert Seethaler, 1966 in Wien geboren, ist ein vielfach ausgezeichneter Schriftsteller und Drehbuchautor. Sein vierter Roman „Der Trafikant“ wurde zu einem großen Publikumserfolg. „Ein ganzes Leben“ ist sein erstes Buch bei Hanser Berlin. Robert Seethaler lebt in Wien und Berlin.

Robert Seethaler: Ein ganzes Leben. 160 Seiten. Hanser Literaturverlage.

TIPP: Der Trafikant. www.mottingers-meinung.at/robert-seethaler-der-trafikant/Robert Seethaler erzählt die Geschichte von Franz, Freud und Anezka im Wien der 30er-Jahre. Österreich 1937: Der 17-jährige Franz Huchel verlässt sein Heimatdorf, um in Wien als Lehrling in einer Trafik – einem Tabak-und Zeitungsgeschäft – sein Glück zu suchen. Dort begegnet er eines Tages dem Stammkunden Sigmund Freud und ist sofort fasziniert von dessen Ausstrahlung. Im Laufe der Zeit entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen den beiden unterschiedlichen Männern. Als sich Franz kurz darauf Hals über Kopf in die Varietétänzerin Anezka verliebt und in eine tiefe Verunsicherung stürzt, sucht er bei Professor Freud Rat. Dabei stellt sich jedoch schnell heraus, dass dem weltbekannten Psychoanalytiker das weibliche Geschlecht ein mindestens ebenso großes Rätsel ist wie Franz. Ohnmächtig fühlen sich beide auch angesichts der sich dramatisch zuspitzenden politisch-gesellschaftlichen Verhältnisse. Und schon bald werden sie – und Anezka – jäh vom Strudel der Ereignisse auseinandergerissen. Der Trafikant landet als „Judenfreund“ am Morzinplatz; seine einbeinige Erster-Weltkriegsversehrten-Hose wird, von Franz nächtens am Gestapo-Fahnenmast aufgezogen, zum Fanal: Widerstand!  … Ein hinreißendes Buch. Eine Kostbarkeit.

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Wien, 14. 8. 2014

Viktor Jerofejew: Die Akimuden

November 12, 2013 in Buch

VON RUDOLF MOTTINGER

Putin bleibt der Chef

Jerofejew_24370_MR.inddWas wäre wenn Jesus Christus nach mehr als 2000 Jahren wieder die Erde betritt – und das ausgerechnet in Russland? Viktor Jerofejew, legendärer Chronist der permanenten Apokalypse in Russland und Autor des Kultbuchs „Der gute Stalin“, kehrt auf die Bühne der Weltliteratur zurück.  Mit „Die Akimuden“, einem schrägen Science-Fiction-Historien-Thriller, wagt er einen Blick vor und zurück. Moskau unter dem „Chef“: Eine Invasion der Toten, sie übernehmen das Kommando, ziehen in die Wohnungen der Lebenden ein. Ist Russland noch zu retten? Und kann es seine alte Macht und Stärke wieder zurückerlangen? Eröffnet wird die Botschaft eines Landes, das man auf der Weltkarte vergeblich sucht. Der Name des geheimnisvollen Landes: die Akimuden, und ihr Botschafter Akimud ist der Strippenzieher. Die Beziehungen zwischen Moskau und den Akimuden führen zu einer Kette unglaublicher Ereignisse – komischer und absurder, poetischer und tragischer, mit Liebenden, Spionen, verstorbenen Literaten – von Puschkin, Lermontow bis Bulgakow  (Freunde der russischen Literatur werden an ihren Gesprächen ihre Freude haben) –, die sich beim Bankett der Unsterblichen treffen.
Sogar eine Zwei-Klassen-Gesellschaft soll entstehen, doch Widerstand regt sich. Die Machthaber im Kreml schrecken nicht einmal davor zurück,  eine Stadt ihres Staates zu bombardieren, um die Tat den Akimuden in die Schuhe zu schieben. Mehr und mehr erkennt Akimud, dass die russische Seele eine weite und schwer zu durchdringende ist. Aberglauben, alte Mythen, die Verklärung Iwan des Schrecklichen und natürlich Stalins Geist beherrschen das Land: „Der Mythos Russland ist wichtiger als das Land mit dem Namen Russland. Und so haben Politiker wie der Chef leichtes Spiel. Das muss am Schluss auch Akimud – der neue Christus? – einsehen. Er wird gekreuzigt und verbrannt, steht zwar nach drei Tagen wieder von den Toten auf, doch enttäuscht schreibt der „Sohn“ an den „Vater“ einen Brief, der mit den Worten „Nimm mich zurück zu Dir“ endet. Verändert hat sich nichts. Die Toten kehren wieder auf die Friedhöfe zurück und der neue Chef ist wieder der alte.
Jerofejew führt als Erzähler durch die haarsträubende Geschichte, wird zum Vermittler der Fraktionen, heiratet, trifft sogar Stalin und begibt sich auf die Suche nach dem Paradies, das auf den Akimuden sein soll, und erkennt, dass auch dort nicht alles paradiesisch ist. Der Kultautor nimmt den Leser auch auf eine Reise durch die Geschichte des Großreichs und spart nicht mit Kritik an der „russischen Seele“, der Mentalität der Menschen und am derzeitigen Regime, den Methoden der Machtausübung und am Umgang mit der scheinbar schon mit Gorbatschow ins Land gezogenen Demokratie. Der  Chef (Putin) heiratet die Frau (Russland) zwei Mal. Dann muss er sie für vier Jahre an seinen kleinen Bruder (Medwedew, heute wieder Ministerpräsident) übergeben, bis er sie schließlich ein drittes Mal zur Braut nimmt. Doch nur der untere Teil mag den Chef wirklich, die obere Hälfte wird untreu. „Bleibt auch die untere bis zum Ende treu? “, fragt sich der Erzähler am Ende. Das wird die Zukunft zeigen.

Über den Autor:
Viktor Jerofejew, 1947 in Moskau geboren, ist einer der führenden Autoren Russlands. Sein Vater Wladimir war Dolmetscher Stalins und später sowjetischer Botschafter in Paris. Von 1955 bis 1959 lebte die Familie in Paris und kehrte danach in die UdSSR zurück. Jerofejew studierte Literatur und Sprachwissenschaft an der Moskauer Lomonossow-Universität. Nach seinem Studienabschluss 1970 forschte er bis 1973 am Institut für Weltliteratur, wo er auch seine Dissertation über Dostojewski und den französischen Existentialismus schrieb. Seit Mitte der 70er Jahre ist er literarisch tätig. 1979 wurde er wegen seiner Beteiligung am Literaturalmanach „Metropol“ aus dem Schriftstellerverband der UdSSR ausgeschlossen. Weiten Kreisen wurde er in der Zeit der Perestroika mit seinem Roman „Die Moskauer Schönheit“ (1990) bekannt, der in 27 Sprachen übersetzt wurde. Jerofejew äußerte sich in Interviews und öffentlichen Stellungnahmen wiederholt kritisch zur Politik der russischen Regierung und zu Präsident Wladimir Putin.Er schreibt regelmäßig für „Die Zeit“, die „Frankfurter Allgemeine“ undDie Welt“. Auf Deutsch liegen von ihm u. a. die RomaneDie Moskauer Schönheit“ (1994) und „Der gute Stalin“ (2004) vor.

Hanser Berlin, Viktor Jerofejew: „Die Akimuden“, 464 Seiten, Aus dem Russischen von Beate Rausch.

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Wien, 12. 11. 2013