Academy Awards Streaming: One Night in Miami

April 14, 2021 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Regina Kings Regiedebüt ist nominiert für drei Oscars

Kingsley Ben-Adir als Malcolm X, Aldis Hodge als Jim Brown, Eli Goree als Cassius Clay und Leslie Odom Jr. als Sam Cooke. Bild: Patti Perret – © Courtesy of Amazon Studios 2020

Für ihren ersten Kinospielfilm vereint Regisseurin Regina King vier Männer, die im Kampf gegen Rassismus in den USA Geschichte machten: die Boxlegende Cassius Clay aka Muhammad Ali, Bürgerrechtskämpfer und lange Zeit Nation-of-Islam-Frontman Malcolm X, NFL-Superstar Jim Brown und „Father of Soul“ Sam Cooke. Nach 57 Auszeichnungen und 177 Nominierungen empfiehlt sich das ins Programm von Amazon Prime Video aufgenommene Drama

„One Night in Miami“ jetzt auch für die Oscars. Nominiert sind Dramatiker Kemp Powers für das Beste adaptierte Drehbuch – nach seinem 2013 uraufgeführten Theaterstück, Leslie Odom Jr. für seine Verkörperung des Sam Cooke als Bester Nebendarsteller und Leslie Odom Jr. gemeinsam mit Sam Ashworth für den Besten Filmsong – „Speak Now“, der im Abspann zu hören ist. Hier noch einmal die Kritik vom Jänner:

Die Nacht, in der aus Cassius Clay Muhammad Ali wurde

Vier Afroamerikaner eines Nachts in einem spärlich möblierten Zimmer des Hampton House Motels in Miami, no Sex, no Drugs, no Rock’n’Roll, nur wie zum Hohn eine Packung Vanilleeis im Eiskasten. Eine Enttäuschung für Cassius Clay, der eben im Miami Beach Convention Center – unter Buhrufen einerseits und „I shook up the world!“ und „I am the greatest!“-Skandieren seinerseits – durch einen unerwarteten Sieg über Sonny Liston neuer Schwergewichts-Box-Weltmeister geworden ist.

Frustrierend für Sam Cooke, dessen Show im New Yorker Nachtclub Copacabana das ressentimentgeladene weiße Publikum erst kürzlich fluchtartig verließ, was den sonst so souveränen Soulisten derart aus der Fassung brachte, dass er über den Mikroständer stolperte …

Ein neuerlicher Dämpfer für Jim Brown, dessen Ausflug zu seinem Sponsor Mr. Carlton in Georgia, ganz kurz und sehr jovial: Beau Bridges, damit endete, dass dieser trotz des Lobs über seines Schützlings sportliche Erfolge und der Zusicherung jeder Art von Kooperation erklärte: „Du weißt ja, wir lassen keine Neger ins Haus“. Dies mit einer Selbstverständlichkeit, als handle es sich um eine Hausregel wie Schuhe ausziehen, die Rassentrennung so verinnerlicht, dass sie Carlton selbst gar nicht negativ auffiel. Ruhm, Repräsentationspolitik und Rassendiskriminierung, es nimmt einem den Atem …

Die frugale Feier ausgerichtet hat Malcolm X, der die Freunde zum Gespräch, zum Nachdenken, nicht zu einem Gelage einladen will, und – da hatte er sich bereits mit Nation-Leader Elijah Muhammad wegen Vorwürfen der Bereicherung, Sexaffären, der Korruption und eines „Lifestyles wie ein Pharao“ überworfen – der mit Champ Cassius weiterführende Pläne hat.

Die Nacht ist die des 25. Februars 1964, und das Treffen der vier tatsächlichen Freunde gab es wirklich, was allerdings gesprochen wurde, da beginnt die Fiktion. Der afroamerikanische Dramatiker Kemp Powers imaginierte die Gespräche für sein 2013 uraufgeführtes Theaterstück „One Night in Miami“. Für Filmregisseurin Regina King hat er seine „Momentaufnahme eines entscheidenden Augenblicks in der afroamerikanischen Geschichte mit weitreichenden Auswirkungen auf die Gesellschaft“ [© Zitat Powers] nun als Drehbuch adaptiert. Nach Corona-bedingt abgebrochenem Kinostart wurde das Drama ins Programm von Amazon Prime Video aufgenommen.

Was Regina King und Kamerafrau Tami Reiker mit dem scharfsinnigen Drehbuch gemacht haben, in dem sich alles um die Frage: das System unterwandern und von seinem Zentrum aus oder in der offenen Konfrontation bekämpfen?, ist auch dank der beiden visuellem Selbstvertrauen ein kluges und vielschichtiges Kammerspiel. Von Rückblenden zum Boxring, von mondänen Miami-Bildern zum Molotowcocktail. King weiß, was sie will, wenn sie ihre Protagonisten beim funzeligen Licht der schäbig-braunen Bude zusammenbringt: Sie will sie reden lassen und dass man ihnen zuhört, ihnen zuschaut, wie sie einander anblicken, wie sie aufeinander reagieren.

Sie will die Komplexität dieser „schwarzen Berühmtheiten“, die alle am Scheideweg ihres Lebens und ihrer Karrieren stehen, in ihrem gedanklichen Tiefgang, manche auch am Tiefpunkt zeigen. Ihre Innenperspektive auf die „schwarze Identität“, ihre illusionslose Sicht auf die persönliche und der anderen Situation und ihre Zweifel an den eigenen und der anderen Möglichkeiten. Ihre Unterschiede und Differenzen, ihre Sexyness, ihren Stolz, ihre Streitereien, ihre Ahnung vom gesellschaftspolitischen Gewicht, das ihnen bisweilen zukommt – und eine beinah prophetische Traurigkeit übers Scheitern und – den Tod.

Regina King und Eli Goree bei den Dreharbeiten. Bild: Patti Perret – © Courtesy of Amazon Studios 2020

Sam Cookes Show im Copacabana geht schief: Leslie Odom Jr. Bild: Patti Perret – © Courtesy of Amazon Studios 2020

Jim Brown machen die Streitereien immer ärgerlicher: Aldis Hodge. Bild: Patti Perret – © Courtesy of Amazon Studios 2020

Malcolm X hat eine Vorahnung seines Todes: Kingsley Ben-Adir. Bild: Patti Perret – © Courtesy of Amazon Studios 2020

Auf die eine oder andere Weise ist jedem der vier klar, dass sie lediglich die Clowns, die Spaßmacher, die Entertainer des weißen Publikums sind, geduldet nur so lange ihre Performance passt; und Ironie des Schicksals ist, dass Sam Cooke, der sich hier mit Malcolm X in der Causa Sich-den-Weißen-Andienen am heftigsten in die Haare kriegt, ein Jahr vor dem Aktivisten ermordet wurde. 1964 im Hacinda Motel in Los Angeles, von dessen Managerin unter bis heute ungeklärten Umständen, Malcolm X 1965 während eines Vortrags in New York, erschossen von drei Attentätern wegen seiner Kritik an Elijah Muhammad.

Noch aber ist alles eitel Wonne. Man sieht Malcolm X mit „Bruder“ Cassius beim Gebet, ein kleines Störgeräusch sind vor der Tür die beiden Leibwächter, Christian Magby als gutgelaunter Autogrammjäger Jamaal und Lance Reddick als gestrenger Gott-ist-groß-Bruder Kareem X. Dass die Investoren sauer sind, weil sich der Champ den „Demagogen“ zur spirituellen Unterstützung geholt hat, kann die Harmonie nicht trüben. Jimmy, eingesetzt als Co-Kommentator am Ring, wird bald zu Cassius Sparringpartner in Sachen Großmäuligkeit werden, Sam zum Entsetzen Malcolms den Flachmann aus dem Gitarrenkoffer zaubern.

Es amüsieren sich vier Charaktere, die unterschiedlicher kaum sein könnten und dennoch Buddies for Life sind, das lockere Mundwerk, der Tonfall zwischen ihnen ist entsprechend humorvoll hänselnd. „Nur weil ich ,militant‘ bin, heißt das nicht, dass ich nicht weiß, wie man sich’s gutgehen lässt“, feixt Malcolm unter Gelächter übers entdeckte Vanilleeis. Als Cassius Clay, dem „kein Rassist was anhaben kann, weil ich ein Sieger bin“, Brown foppt, warum er der Nation nicht beitrete, wehrt der ab mit: „Kennst du die Schweinekoteletts meiner Groß- mutter?“ Vom Feinsten auch Cookes Spruch: „Alle wollen ein Stück vom Kuchen, ich nicht, ich will das Rezept.“

Doch spätestens als Malcolm ausgerechnet den NFL-Runningback angreift, der den subtilen Football-Rassismus stets mit sprödem Wesen, schnoddrigem Charakter und brutaler Aufrichtigkeit kontert, weil Jim jüngst auf Filmschauspieler macht, wo er doch nur die „schwachen Opfer“ zu spielen bekäme, kippt die Stimmung.

Regina King, selbst Schauspielerin und Oscar-prämiert für ihre Rolle der Sharon Rivers in James Baldwins „Beale Street“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=32324), versteht es, jedem Einzelnen in ihrem Ensemble den benötigten Raum zu geben, damit er Kontur gewinnen kann, um Konflikte und Zusammenhalt, Rivalität und verbindende Ideen, Wut und Verletzlichkeit sichtbar werden zu lassen. Dynamik entsteht in diesem Setting einzig durch die hitzigen Debatten.

King inszeniert mit flirrend emotionalem Flair; die vier Darsteller verleihen dem Film eine sagenhafte Authentizität: Eli Goree als Cassius Clay, Kingsley Ben-Adir als Malcolm X, Aldis Hodge als Jim Brown und Leslie Odom Jr. als Sam Cooke sind sensationell in ihren Rollen, sie eignen sich die Psyche der jeweiligen Leitfigur, der Vorreiter und Vorbilder an, der sarkastische Sam, das übermütige „Riesenbaby“ Cassius, Scherzkeks Jimmy, „der affektierte Malcolm“, schlüpfen in den Mythos, die Manierismen, die Widersprüche wie in einen seidigen Handschuh.

„Dieser Film“, sagt Regina King in einem Regiestatement, „ist ein Liebesbrief an die Erfahrungen des schwarzen Mannes in Amerika. Wie die jüngsten Morde an George Floyd und Breonna Taylor [und am 20-jährigen Daunte Wright vor drei Tagen in Minnesota, Anm.] gezeigt haben, ist unser Kampf um Gleichberechtigung leider noch lange nicht vorbei. Wir brauchen einander mehr denn je, unsere Stimmen sind zu einer vereint, unmöglich zu ignorieren und laut genug, um endlich gehört zu werden.“

Genau dies der Knackpunkt zwischen Sam Cooke und Malcolm X, dem Botschafter der Musik vs. dem Botschafter des Glaubens, der „Bourgeois-Neger“ gegen den „Nigga“. Der eine, überzeugt, dass es irgendwann keine weißen und schwarzen, sondern nur mehr „die Charts“ geben wird, muss sich vom anderen sagen lassen, er habe sich verirrt, weil er die Seele der Weißen berühren will, der erwidert punkto Propagandawort „weiße Teufel“: „Du machst die Leute nur zornig!“ Solcherart wird politisiert und provoziert, die Frage nach der Selbstermächtigung akut. Doch keiner gesteht alles ein, immer bleibt ein Rest, den man aus Eitelkeit oder Verlegenheit unterschlägt.

Kingsley Ben-Adir, Aldis Hodge und Leslie Odom Jr. Bild: Patti Perret – © Courtesy of Amazon Studios 2020

Aaron D. Alexander als Sonny Liston und Eli Goree. Bild: Patti Perret – © Courtesy of Amazon Studios 2020

Eli Goree und Michael Imperioli als Trainer Angelo Dundee. Bild: Patti Perret – © Courtesy of Amazon Studios 2020

Lance Reddick als Kareem X, Eli Goree und Kingsley Ben-Adir. Bild: Patti Perret – © Courtesy of Amazon Studios 2020

Beinahe kommt’s auf der Dachterrasse zur Schlägerei, Sam und Malcolm lassen die Situation eskalieren, zwischen den Zeilen steht die Anschuldigung, dass X Clay „rekrutieren“ will, der gutmütige Cassius und der zunehmend ang‘fressene Jim kalmieren. Großartig, wie Odom Jr., Ben-Adir, Goree und Hodge diese Szene gestalten, allen voran der zweifach Oscar-nominierte Leslie Odom Jr. als Macher, Musiklabelgründer, Megaverdiener Sam Cooke, für den Freiheit – Schnickschnack: politisch oder religiös! – bei der wirtschaftlichen beginnt, und Kingsley Ben-Adir als grüblerischer, nichtsdestotrotz selbstgerechter, radikaler, die FBI-Hoover-Agenten vor seinem Fenster seinerseits bespitzelnder Malcolm X.

Ben-Adir, der auch schon Barack Obama spielte, wird in seiner Rolle zu jenem Intellektuellen, der mit seinen Worten die anderen hellauf begeistern, aber auch abgrundtief kränken kann, ein X, der so klarsichtig ist, dass er die Prekarität seines Standpunkts und inmitten der bessersituierten Freunde auch seiner Person begreift. Ben-Adir verleiht dem Bürgerrechtskämpfer eine zerrissene Komplexität und zugleich ein inneres Leuchten, die sich der Zuschauerin, dem Zuschauer so nachhaltig einprägen, dass man nicht anders kann, als sich mit dessen Zukunftsbild auseinanderzusetzen.

Doch auch Jim Brown hat ein Scharmützel mit dem „hellhäutigen“ Malcolm X und dessen harter Linie: „Wir sind nicht alle gleich“, schreit er, und: „Wem willst Du eigentlich etwas beweisen? Den Weißen, oder doch vielleicht den Schwarzen?“ Wie sehr er die selbsternannt vorurteilsfreien, „toleranten“ Liberalen hasse, die „sich auf die Schulter klopfen, weil sie uns fast wie Menschen behandeln“. Da seien ihm ja die ehrlichen Rednecks aus dem Rust Belt oder die hinterwäldlerischen Hillbillys mit ihrem erdigen, offenen Schwarzenhass lieber! Erst Cassius Clay spricht’s aus: „Wir brauchen Macht!“ Black Power! Es hört sich an wie Sätze von heute.

King gibt’s den Zuschauerinnen und Zuschauern kalt-warm, auf Explosion folgt innere Einkehr, Malcolm, der Sams Wirkung auf dessen Fans bei einem Konzert in Boston miterlebt hat, als er mit ihnen, weil die Tonanlage streikte, eine Acapella-Version seines Hits „Chain Gang“ sang, sagt: „Du könntest die lauteste Stimme von uns allen sein!“ In einer Vorausblende sieht man Sam Cooke bei einem Fernsehauftritt, bei dem er zum ersten Mal seinen Polit-Song, die spätere Hymne der Bürgerrechtsbewegung, „A Change Is Gonna Coming“ präsentiert. Applaus im Studio danach: Null.

[Hintergrund: Sam Cooke und seine Ehefrau Barbara wollten in einem Hotel in Shreveport, Louisiana, übernachten, doch ein nervöser Rezeptionist verkündete, es gäbe keine freien Betten mehr – (weil man prinzipiell keine Zimmer an Afroamerikaner vermietete). Cooke verlangte nach dem Manager, während Barbara versuchte, ihn mit der Warnung „They’ll kill you“ zum Gehen zu bewegen. Der Sänger soll darauf geantwortet haben „They ain’t gonna kill me, because I’m Sam Cooke“. Nachdem es gelungen war, den Sänger zum Verlassen des Hotels zu überreden, fuhren er und sein Gefolge laut hupend und schimpfend davon. In der Innenstadt wurden sie von der Polizei empfangen und wegen Landfriedensbruchs festgenommen. Die New York Times titelte am nächsten Tag „Negro Bandleader Held in Shreveport“.]

„One Night in Miami“ ist ein Film über Männer, die erkennen, dass sie Geschichte machen, und die diese Aufgabe gut machen wollen – wenn auch, wie das heutige Publikum weiß, manche nur für allzu kurze Zeit. Kunst und Kultur von Afroamerikanern hat eine politische Verantwortung, solange die dominante Kultur die herrschenden Machtverhältnisse frohgemut reproduziert. Regina King weiß das nur zu gut, und deswegen strebt ihr Film keiner versöhnlichen Auflösung zu. Ihre Verpflichtung angesichts der Tatsache, dass „täglich Schwarze in den Straßen sterben“ können die vier Protagonisten nämlich nicht restlos klären. King lässt die Divergenzen eines aufwühlenden Abends bestehen, den keiner, auch nicht das Publikum, unverändert verlassen wird.

Dafür steigt zum Schluss doch noch ein Fest. In der Motel-Bar. Da hat Malcolm X sein Geheimnis endlich gelüftet, er gedenke eine neue Organisation zu gründen und wünsche sich Cassius Clay als treibende Kraft hinter seiner Vision. Und die Presse hat die Celebrities aufgestöbert. Im Blitzlichtgewitter und vor laufenden Kameras teilt Cassius Clay mit Malcolm X an der Seite der Öffentlichkeit mit, dass er seinen Sklavennamen ablege, der Nation of Islam beitrete und von nun an Muhammad Ali heiße.

Im April 1967 wurde ebendiesem der Weltmeistertitel aberkannt, nachdem er sich geweigert hatte, den Wehrdienst in Vietnam anzutreten. „Nein“, sagte Muhammad Ali, „ich werde nicht 10.000 Meilen von zu Hause entfernt helfen, eine andere arme Nation zu ermorden und niederzubrennen, nur um die Vorherrschaft weißer Sklavenherren über die dunkleren Völker der Welt sichern zu helfen.“

Trailer: www.youtube.com/watch?v=ZprXMxKg–w          www.youtube.com/watch?v=K8vf_Cmh9nY           www.amazon.de

14. 4. 2021

Leslie Malton und Peter Kremer im Gespräch

November 20, 2013 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

„Der letzte Vorhang“ in den Kammerspielen

Bild: © Gernot Singer

Bild: © Gernot Singer

Am 21. November hat an den Kammerspielen Maria Goos‘ „Der letzte Vorhang“ Österreichische Erstaufführung. Ein geschliffener, witziger Schlagabtausch mit Leslie Malton und Peter Kremer, ein pointiertes Zweipersonen-Stück im Theatermilieu: Vor dreißig Jahren waren Lies und Richard gemeinsam auf der Schauspielschule. Danach arbeiteten sie lange intensiv zusammen, sie in ihn einsam verliebt, er mit einem zunehmenden Alkoholproblem. So beendete Lies die Zusammenarbeit, heiratete und zog nach Südfrankreich. Zu Beginn des Stücks, es sind nun 10 Jahre vergangen, folgt Lies einem Ruf, Richard und das Theaterstück, in dessen Proben er sich gerade befindet, zu retten, weil sie die Einzige sei, die mit Richard umgehen kann. Worauf sie sich da eingelassen hat?  Alte Liebe erblüht, alte Wunden reißen wieder auf. Die Begegnung lässt Richard und Lies an der Richtigkeit ihrer jeweils wichtigsten Lebensentscheidungen zweifeln. Vor allem Lies sieht sich auf eine harte Probe gestellt. Zu guter Letzt steht sie erneut vor der Wahl: ein wildes Leben mit ihrer großen Liebe Richard oder die bürgerliche Existenz mit ihrem Mann. Regie führt André Pohl. Ein Gespräch mit den Darstellern:

MM: „Der letzte Vorhang“ ist doch ein Fressen für einen Schauspieler.

Leslie Malton: Absolut.

Peter Kremer: Diese beiden Rollen haben so viele Facetten, dass es ein Geschenk ist.

Malton: Es ist ein Schauspielerstück, eines, wo sich weder Regie noch Bühnenbild etwas aus der Nase ziehen müssen. Es steht alles im Stück.  Ich finde es schön, dass es immer mehr diese Art Schauspielerstücke gibt.

MM: Sie spielen ja nicht nur die Protagonisten Richard und Lies, sondern außerdem Freunde, Bekannte, Verwandte, die die beiden sich gegenseitig persiflieren – und Bühnenfiguren. Denn es gibt ein Stück, das heißt: Proben zu einem, im Stück. Eine Herausforderung, von einer Figur in die andere zu hüpfen?

Kremer: Eine große! Es muss ja alles wie aus einem Guss sein, zu diesem einen Abend passen.

Malton: Es war ein besonderer Prozess, sich all diese Figuren anzueignen. Ich spiele vier, Peter spielt drei – und manche, manches spielt man auch im Rückblick. Das Ist-Moment sind nur die letzten 15 Minuten des Stückes, der Rest ist Vergangenheit, der betrachtet wird. Außerdem springt man nicht – plumps – einfach so in andere Rollen rein, sondern die Menschen, die über Richard und Lies reden, haben unmittelbar mit ihnen und ihrer Vergangenheit zu tun. Da übernimmt man Verantwortung, das ist alles sehr ernst zu nehmen, weil es das Geflecht, den Teppich noch einmal genauer definiert – wer die sind und was ihre Biografien angeht.

MM: Frau Malton, Sie haben sich kürzlich in einem Interview zu „Der letzte Vorhang“ dagegen verwehrt, dass der Begriff Boulevard im deutschsprachigen Theater negativ besetzt ist. Ich finde das Stück gar nicht boulvardesk; Richard, der egomanische Alkoholiker, ist doch eine tieftragische Figur. Trotz seines satirischen Tonfalls.

Malton: Lies ist die einzige, die mit Richard noch zu recht kommt. Er ist ein großer Künstler sehr wortgewandt und kann im Nu anderen den Boden unter den Füßen wegziehen. Das tut er aus Lust. Aber auch, weil er selber sehr verzweifelt ist. Weil er so einen hohen Anspruch ans Theater hat. Es dauert lang bis er jemanden hat, den er als ebenbürtig sieht, den er akzeptiert und respektiert. Das ist Lies.

MM: Sie wirken optisch wie „Der Harte und die Zarte“. Doch in Wahrheit funktionieren im Stück die Mechanismen andersrum.

Kremer: Ich würde Richard nicht als hart bezeichnen, er ist halt kompromisslos, was sein Leben, seine Arbeit betrifft. Man hört doch allenthalben von „schwierigen“, „komplizierten“ Kollegen. Ich finde solche Menschen in der Regel gut, wenn sie einen nicht in der eigenen Würde verletzen, wenn sie einen respektieren, wenn sie „nur“ professionell arbeiten wollen. Und mit Herz. Richard regt sich auch auf über die, die schlampen, leicht oberflächlich werden. Das kann ich unterschreiben. Die Nicht-Präzisen empfinden die Perfektionisten als „anstrengend“. Und umgekehrt. Man muss halt schauen, mit welchen Menschen man sich umgibt, damit das nicht eskaliert. Bei Richard ist das geschehen, weil die Frau, Lies, die er durch und durch akzeptiert und respektiert, nicht mehr zur Verfügung stand. Und natürlich ist Richard auch ein bisschen speziell.

Malton: Es ist auch ein Stück um Entscheidungen. Sie sind beide um die 50. Das ist ein Alter, wo man anfängt darüber nachzudenken, was im Leben schon war, und was man noch möchte. Man ist an einem Punkt, an dem man Dinge verändern kann. Wenn man die Kraft, den Mut, die Lust dazu hat. Das ist sehr klug von Autorin Maria Goos so angelegt. Denn diese Reflektion passiert einem nicht um die Vierzig, sondern eher um die Fünfzig. Da beginnt das Überprüfen der eigenen Biografie. Bin ich glücklich, da wo ich bin? Richard geht da sehr mit ihr ins Gericht, wodurch Lies durchgerüttelt wird, bei sich noch einmal nachcheckt, ob ihr die Komfort-Ehe wirklich gefällt.

Kremer: Ich wünsche mir, dass wir Zuschauer mit dieser Frage erreichen. Die Figuren müssten keine Schauspieler sein. Ich kenne genug Bekannte, die sich fragen: Welchen Weg bin ich da falsch gegangen? Das hat jeder Mensch in dem Alter.

Malton: Genau. Nicht nur Lies und Richard, die Schauspieler im Stück.

Kremer: Deshalb finde ich die Fragestellung im Stück so gut und wichtig für alle.

Malton: Sie haben vorhin wegen Boulevard gefragt. Weil ich mich da etwas aufgebäumt habe: Man sagte zu mir „Edelboulevard“. Gibt es da Abstufungen? Es gibt ja auch nicht „Edel-Tragödie“. Im angelsächischen Raum wird sehr viel Boulevard gespielt. Das sind Granaten von Stücken. Der ganze Broadway lebt davon. Schauen Sie einmal, welche Stars da spielen! Das erfordert viel Kraft, Aufmerksamkeit, Wachheit – und es geht immer um etwas. Man muss Boulevard ernst nehmen. Deswegen werde ich immer sehr schmallippig, wenn bei dem Wort „Boulevard“ so ein Hautgout im Ton mitschwingt, denn das ist eine Degradierung in der Regel moderner Stücke. Man muss das Stück und den Autor ernst nehmen, egal ob Drama, Boulevard oder Komödie.

MM: Maria Goos ist sehr exakt in ihren Regieanweisungen. So etwas nervt manche. Folgen Sie ihr, ignorieren Sie sie?

Kremer: Mir ist das beim Lesen nicht aufgefallen, also habe ich mich nicht so viel damit beschäftigt. Ich hatte Erfurcht vor den Proben, weil so viele Zeitebenen, so viele Figuren ineinander fallen. Und dachte mir: Ist das nicht zu kompliziert? Ich blick’ ja selber nicht mehr durch. Aber das ist nicht der Fall. Da kann man ganz getrost sein.

MM: Und Regisseur André Pohl ist so ein liebenswerter, ausgeglichener, zurückgenommener Menschen … Bleiben, Frau Malton, nur Sie als Löwin im Rudel …

Malton: Nein, ich bin die Maus. Und dann FAHRE ich meine Krallen aus. (Sie lacht.) Aber zum Thema Regieanweisungen möchte ich sagen: Shakespeare hat in all seinen Werken eine einzige geschrieben: „Verfolgt von einem Bären“. Der Rest ist im Text, in der Sprache drin. Bei einem guten Autor saugt man Regieanweisungen aus dem Text.

MM: „Der letzte Vorhang“ ist ein verbaler Schlagabtausch zwischen „Kollegen“. Wie oft haben Sie ein Déjàvu Ihrer persönlichen Erfahrungen?

Kremer: Relativ häufig. Ich ertappe mich dabei, dass ich Richard relativ nahe bin. Weniger, was – Gott sei Dank – die Lebensart betrifft, aber sein Denken.

Malton: Ja, er sagt ganz tolle Sachen. Ich fühle mich der Jojanneke sehr nah (sie lacht wieder) (einer gescheiterten Schauspielerin, die von Lies parodiert wird, Anm.)

MM: Sie sind dem Publikum sehr stark aus Film und Fernsehen bekannt. Sie holen sich aber auch gern den Live-Effekt ab. Was ist der Reiz daran, Theater zu spielen?

Kremer: Ich habe 18 Jahre lang nur Theater gespielt, dann kam die Krimiserie „Siska“, damit wurde ich zwar bekannt, aber mit dem Theater ging es sich nicht mehr aus. Vor drei, vier Jahren habe ich begonnen, vom Theater zu träumen, von den Gerüchen. Ich habe das Glück, dass ich im Herbst und im Frühjahr Theater spielen kann, weil da nicht so viel gedreht wird. Ich mache beides gerne, ich möchte das andere nicht lassen. Ich genieße es. Vor allem, wenn ich so tolle Kollegen habe wie Leslie.

Malton: Das kann und will ich zurückgeben. Bei so einer Dreierkonstellation – mit André Pohl – kann das nur funktionieren, wenn man sich mag, wenn es keine Animositäten gibt. Theater ist für mich immer sehr wichtig gewesen. Ich kenne es allerdings nicht, in einem festen Ensemble zu sein. Das gibt’s so im angelsächsischen Raum nicht. Da heißt es: Get a part, get a job. So bin ich von Anfang an zweispurig gefahren. Ich liebe es zu filmen, ich mag den Umgang mit der Kamera. Da kann man mit einem Augenaufschlag viel erzählen. Ich brauche aber auch das Theater. Ich liebe es wochenlang an einem Text zu arbeiten, ich liebe den Live-Moment, und dass jeder Abend anders ist. Müsste ich wählen, was ich hoffentlich nie muss, würde ich mich dafür entscheiden. Und ich finde es wunderbar, dass die Josefstadt zwei Gäste, die der Regisseur sich gewünscht hat, einlädt, ein tolles Stück zu spielen.

Kremer: Wir sind ein starkes Dreieck. Wir haben einander den Respekt und den Raum gegeben, den jeder braucht, und sind so zusammengewachsen.

Malton: André versteht den Schauspieler. Wir hören einander sehr gut zu. Das ist sehr fördernd und fordernd – und bringt  uns alle weiter.

MM: Sie sind beide Josefstadt-Debütanten, spielen in den neuen Kammerspielen …

Malton: Und sind absolut hingerissen. Ich kannte die alten Kammerspiele als Kind, kann mich an den Innenraum erinnern, an die kleine Kassa – wie beim

Kino. Jetzt ist es noch sehr schöner. Ein intimes, kleines Theater, bei dem man Nähe zum Publikum hat.

Kremer: Ich bin schon sehr gespannt. Ich freue mich, wenn’s endlich losgeht. Ich habe noch nie in Wien Theater gespielt, war überhaupt noch nie länger als drei, vier Tage hier. Ich freue mich aufs Wiener Publikum, von dem man ja nur das Beste hört.

MM: Sie haben auch einen Anverwandten, der in Wien Theater spielt.

Malton: Der Sohn meines Mannes Felix, Florian von Manteuffel, ist seit dieser Saison am Schauspielhaus Wien. Ich war auch bei seiner ersten Premiere, „Princip“. Seine zweite ist leider einen Tag nach unserer. Also kann er nicht zu meiner Premiere kommen – und ich nicht zu seiner. Das ist ein bissl blöd. Aber sonst ist’s schön, dass sich die Familie in Wien trifft; ich bin ja die einzige, die Wiener Blut in den Adern hat; und als ich wieder in Taboris ehemaligen „Kreis“, nun eben das Schauspielhaus ging, hatte ich schon Schmetterlinge im Bauch. Ich habe mich irrsinnig gefreut, dass der Innenraum so geblieben ist, wie er war – eine Katakombe, wie George es im Vergleich zum Burgtheater, die Kathedrale, nannte. Was uns fehlt, ist eine Produktion mit Felix von Manteuffel, Florian von Manteuffel und Leslie Malton.

MM: Ich nehme das als Anregung an die Theater auf. Frau Malton, Sie kennen Wien. Was werden Sie Herrn Kremer zeigen?

Kremer: Ach, schon viel. Wir waren beim Demel, in einem Wäschegeschäft …

Malton: … der Schwäbischen Jungfrau … Wir waren im Gasthaus von Hanno Pöschl …

Kremer: … ein schöner Platz, der Franziskanerplatz, den ich alleine sicher nicht gefunden hätte. Sonst pendelt man nur zwischen Probe und Hotel. Hier erlebe ich die Stadt. Und Leslie ist eine der besten Fremdenführerinnen, die ich kenne …

Malton: Ich sage ihm immer, er muss nach oben schauen, was sich in Wien auf den Dächern abspielt, ist einmalig.

Kremer: Sie merken, sie ist begeistert, sie blüht auf. Wien ist ihre Stadt. Deshalb redet sie wie ein Wasserfall. Das ist gut. Wien hat ja auch das beste Wasser der Welt.

ZU DEN PERSONEN:

Leslie Malton

Washington D.C., Wien, Boston, London, Berlin – die Tochter eines amerikanischen Diplomaten und einer Wienerin lebte schon in ihrer Jugend an wechselnden Orten. An der American International School, in Wien, Salmannsdorf, legte sie ihr Abitur ab.  Ihre Schauspielkarriere beginnt 1978 in Berlin mit Wolfgang Bauers „Magic Afternoon“ im Theater am Kreuzberg. Sieben Jahre später gab sie ihr Debüt am Wiener Burgtheater als Ophelia in „Hamlet“ neben Klaus-Maria Brandauer. Wien ist für die nächsten 6 Jahre ihre Theaterheimat. Sie spielte u.a. das „Gretchen“ in George Tabori´s „Mein Kampf“, sowie „Ruthie“ in seiner Inszenierung „Weismann und Rotgesicht“, danach arbeitet sie weiter mit ihm am Theater in der Porzellangasse: Der Kreis, und war in „Verliebte und Verrückte“ zu sehen, eine 6-stündige Shakespeare Collage.  Es schließen sich bis heute Auftritte am Residenztheater, München; Schauspielhaus Zürich; Thalia Theater, Hamburg; Maxim Gorki Theater, Berlin; Hamburger Kammerspiele; St. Pauli Theater und Ernst Deutsch Theater, Hamburg sowie das Schauspielfrankfurt an. Parallel zum Theater entwickelt sich seit ihrem Spielfilmdebüt in „Eine kleine Nachtmusik“ (1976, kleine Rolle neben Elisabeth Taylor) eine Film und TV Karriere.  Der Durchbruch gelang ihr mit dem Fernseh 4-teiler „Der große Bellheim“, wofür sie mit dem Bayerischen Fernsehpreis und dem Telestar ausgezeichnet wurde. Die „Goldene Kamera: Lili-Palmer-Gedächtnis-Preis“ erhielt sie für ihre Darstellung einer römischen Journalistin auf den Spuren einer Sekte in „Gefährliche Verführung“. Vor Kurzem war sie im Fernsehen im Film „Halbe Hundert“ zusammen mit Martina Gedeck, sowie in dem Kinofilm „Da geht noch was“ zusammen mit Florian David Fitz und Henry Hübchen zu sehen. Leslie Malton nutzt ihre Popularität auch für soziale Zwecke: Sie ist Schirmherrin für Childs Fund und auch Rett Syndrom Botschafterin.

Peter Kremer

Erhielt seine Schauspielausbildung an der Folkwangschule in Essen. Er spielte auf den bekanntesten deutschsprachigen Theaterbühnen (unter anderem Frankfurt, Zürich, Berlin und München) arbeitete mit namhaften Regisseuren wie Peter Stein, Dieter Dorn, George Tabori und Frank Castorf, viele Hauptrollen wie zum Beispiel den Prinzen Hamlet. 1980/81 ging er ans Mitbestimmungsmodell am Schauspiel Frankfurt. Dort spielte er u.a. unter der Regie von Fritz Schediwy den Prinzen in Lessings Emilia Galotti. Seit Beginn der 1980er-Jahre trat Kremer auch in Fernsehproduktionen auf. 1987 war er in einer Hauptrolle in Bernhard Wickis Literaturverfilmung „Sansibar oder der letzte Grund“ zu sehen. Häufiger Gast war der Schauspieler in den 1990er-Jahren außerdem in Krimi-Reihen wie „Tatort“, „Der Alte“ und „Derrick“. 1998 übernahm er dann selbst die Titelrolle der ZDF-Krimireihe „Siska“. 56 Folgen lang spielte er den sensiblen Kommissar und wurde dadurch zum Fernsehstar. Danach stieg er aus der Serie aus, um der Krimi-Routine zu entfliehen und sich wieder auf neue Rollen und das Theater konzentrieren zu können. Seitdem stand Kremer unter anderem in Bochum und München auf der Bühne. Zudem wirkte er in zahlreichen Fernseh- und Filmproduktionen mit.

www.josefstadt.org

Wien, 20. 11. 2013

Da geht noch was

August 13, 2013 in Film

Henry Hübchen nervt Florian David Fitz

Conrad (Florian David Fitz) gibt seinem Vater Carl (Henry Hübchen) Nachhilfe im Wäsche waschen  Bild: © 2013 Constantin Film Verleih GmbH

Conrad (Florian David Fitz) gibt seinem Vater Carl (Henry Hübchen) Nachhilfe im Wäsche waschen
Bild: © 2013 Constantin Film Verleih GmbH

Nach dem preisgekrönten und erfolgreichen Kinofilm „Vincent will meer“ startet am Mitte September mit „Da geht noch was“ die neue Komödie von Olga Film. Die Produzenten Viola Jäger und Harry Kügler beweisen mit dem Kinodebüt von Holger Haase einmal mehr ihr sicheres Gespür für talentierten Nachwuchs und tragisch komische Geschichten. „Da geht noch was“  ist ein liebevolles Plädoyer an Alle, die sich insgeheim wünschen, die liebe Verwandtschaft manchmal auf den Mond schießen zu können. Florian David Fitz (der auch das Drehbuch mitbearbeitete) und Henry Hübchen brillieren als kauziges Vater-Sohn-Gespann. In weiteren Rollen überzeugen Marius Haas als pubertierender Enkel, Leslie Malton als Helene und Thekla Reuten in der Rolle der Tamara.

Inhalt: Seine Familie kann man sich nicht aussuchen und deshalb beschränkt Conrad (Florian David Fitz) die Besuche bei seinen Eltern auf ein absolutes Minimum. Conrad ist der Prototyp des erfolgreichen Businessmannes. Für seinen Kindheitstraum vom perfekten Familienglück gibt er 150 Prozent: Das Eigenheim für Frau und Sohn vor Postkartenidylle ist bereits zum Greifen nah, als er plötzlich ahnt, das Wesentliche – seine Familie – längst aus den Augen verloren zu habenSein Vater Carl (Henry Hübchen) ist ein mürrischer alter Knochen, der kein gutes Haar an seinem Sohn oder dessen Frau Tamara (Thekla Reuten) lässt, während Enkel Jonas (Marius Haas) die Besuche ganz pragmatisch sieht: Seine gute Laune lässt er sich von Papa bezahlen. Carl hat die Mentalität eines Silberrücken-Gorillas. Er hält selten mit seiner Meinung hinter dem Berg. Der Gewerkschaftsboss a.D. setzt für gewöhnlich seinen Willen durch, er hat sein Leben der Gewerkschaft gewidmet und darauf ist er stolz. Für die Bedürfnisse seiner Familie hat er wenig Verständnis. Doch der Dickschädel hat einen weichen Kern unter der harten Schale. Seine Frau Helene liebt er sehr – auch wenn er das natürlich niemals zeigen würde. Beim diesjährigen Geburtstagstreffen überrascht Mutter Helene (Leslie Malton) allerdings mit Neuigkeiten. Sie hat Carl nach 40 Jahren Ehe verlassen und bittet Conrad um einen Gefallen: einen Botengang ins Elternhaus – mit ungeahnten Folgen. Denn dort versinkt Carl nicht nur in leeren Bierdosen, sondern auch in jeder Menge Selbstmitleid. Als Carl dann noch in den leeren Pool stürzt und sich dabei verletzt, müssen Conrad und Jonas notgedrungen in Conrads altem Jugendzimmer campieren. Drei Generationen unter einem Dach: Alptraum oder die Chance für einen Neuanfang?

Interview mit Florian David Fitz (Conrad)

 Was hat Sie an der Story  interessiert?

Familie ist für uns alle ein Thema. Jeder hat sich schon einmal eine andere Familie gewünscht oder eine andere Familie „erträumt“. Aber man hat die Eltern oder die Kinder, die man eben hat! Damit muss man umgehen. Deshalb finde ich das Thema Familie so spannend.

Beschreiben Sie Ihre Figur Conrad.

Conrad trifft das Herz meiner Generation auf eine sehr charakteristische Weise. Wenn man kritisch sein möchte, dann ist er ein sehr äußerlicher Typ. Conrad hat sich immer in eine Werbewelt weggeträumt, in eine perfekte Welt. Um gegen die Leere in sich anzukämpfen, weil er gespürt hat, dass es nicht so läuft wie es eben laufen sollte. Er dachte, seine Sehnsucht wird in Äußerlichkeiten befriedigt und diesen jagt er besessen nach. Er möchte es sich und den Anderen beweisen. Im Verlauf des Filmes bemerkt er, dass er den falschen Dingen hinterher läuft.

 Probleme, die mit Vater und Sohn unter einem Dach zu Tage gefördert werden…

Conrad hat Probleme, von denen er gar nicht wusste, dass er sie hat. Dieses Haus ist ein Kessel, in dem drei Menschen eingesperrt werden, die nichts miteinander zu tun haben wollen. Und natürlich fängt das an zu gären und dann wird es spannend. Conrad beginnt sich mit Themen zu beschäftigen, die vorher kein Problem für ihn darstellten. Zum Beispiel seine Ehe: Als der Plan, gemeinsam einen wunderbaren Urlaub zu verbringen ins Wasser fällt und seine Frau alleine in Goa sitzt, muss er sie jeden Tag am Telefon erneut vertrösten bis sie schließlich ausflippt und zurückkommt. In der Zwischenzeit hat Conrad aber neue Erfahrungen gemacht und stellt plötzlich alles in Frage. Alles was er sich aufgebaut hat, zerfällt auf einmal.

Welche Art von Beziehung haben Conrad und Tamara geführt?

Die funktionierte so gut, weil beide Karrieristen sind und auf ein großes Ziel hinarbeiteten. Geld ist kein Problem mehr, aber die Beziehung hat sich totgelaufen, sie sind in ihrem eigenen Aspik erstarrt. Conrad ist sehr stark geprägt von seinem Nicht-Verhältnis zu seinem Vater, der einen Gewerkschaftshintergrund hat und ein überzeugter Antikapitalist ist. Deswegen möchte sich Conrad alles selbst erarbeiten. Tamara hat ähnliche Motive. Die beiden arbeiten sich hoch, kaufen schöne Dinge, das Kind kommt auf die beste Schule und erhält die beste Betreuung. Das Haus, das sie bauen, ist meines Erachtens das Symbol für ihre Beziehung. Es ist das Ziel, auf das Conrad immer hingearbeitet hat: Das perfekte Haus, in einer perfekten Landschaft, vom perfekten Architekten. Wenn das fertig ist, wollen sie das Kind aus dem privaten Internat holen und endlich eine Familie sein. Das ist natürlich eine vollkommene Illusion. Conrad bemerkt im Laufe des Filmes, dass das Kind jetzt schon seit sechs Jahren auf dem Internat ist und dieses Provisorium schon ewig dauert. Er bemerkt, dass sein Leben ein Provisorium ist und dass man aufhören muss, diese Pläne zu machen.

Was passiert mit den  drei Generationen unter einem Dach?

Es fängt damit an, dass da drei Menschen sind, die nicht zusammen sein wollen und durch einen Unfall aneinander gebunden werden. Wir treffen den Vater Carl, der immer eine Autoritätsfigur war und allen alles diktiert hat, zu einem Zeitpunk, als er von seiner Frau verlassen wurde. Der Grund ist ihm ein Rätsel und er ignoriert es. Als er einen Unfall hat, wird Conrad gezwungen, bei ihm zu bleiben und sich mit seinem Vater auseinanderzusetzen. Anfangs haben die Beiden sich überhaupt nichts zu sagen, Conrad versucht, ihn mit Essen zu versorgen und dann schnellstmöglich wieder zu verschwinden. Er beginnt, das Leben seines Vaters neu zu organisieren – was dieser natürlich gar nicht möchte. Je mehr sich die Beiden auseinandersetzen, desto mehr Spaß finden sie daran sich zu kabbeln und zu streiten.

Und dann gibt es noch das Problem mit der jüngsten Generation…

Darauf hatte ich mich total gefreut, weil ich zum ersten Mal im Film einen Sohn habe. Das ist schön, weil alle Beziehungen sich gegenseitig spiegeln. Der Alte zum Mittleren und wiederum zum Jüngsten. Und als der Großvater plötzlich mit dem Enkel kann, fragt sich der Sohn, warum er diesen Zuspruch nie von seinem Vater bekommen hat. Diese drei Generationen-Situation eröffnet spannende Perspektiven.

Was erzählt der Film über das Erwachsen werden?

Meine Definition von erwachsen sein ist, anzufangen, ein bisschen ruhiger zu werden und Verantwortung zu übernehmen. Einen Schritt weiter zu sehen und auch für Andere mitzudenken. In der Phase zwischen zwanzig und dreißig möchte man sein Leben organisieren und ist ganz stark auf seine eigenen Prioritäten fixiert. Es wird keine Glocke läuten und dir sagen, dass du jetzt erwachsen bist. Es ist ein fließender Prozess. Ich bin fast vierzig, das heißt also, ich kann mich nicht mehr darauf zurückziehen, dass ich noch nicht erwachsen bin…

Interview mit Henry Hübchen (Carl)

Was sagt der Titel des Films aus?

 Da geht noch was – selbst bei dem älteren Paar, Carl und Helene. Sie haben zwar nicht mehr so viel Zeit ein erfülltes Leben gemeinsam zu organisieren, aber selbst bei den Beiden geht noch was. Die gleiche Frage stellt sich übrigens bei dem Yuppi-Paar, die Probleme mit sich selbst, der Welt und den eigenen Wertebezügen, die man nicht teilen muss, haben. Mit etwa 35 Jahren haben Conrad und Tamara noch viel mehr Zeit. Und dann gibt es den 13-Jährigen Jonas, der noch alles vor sich hat und von Anfang an alles richtig machen könnte. Was er natürlich nicht machen wird, aber die Chance besteht. Der Film erzählt davon, dass, wenn man sich ein bisschen Mühe gibt und es auch zulässt, miteinander produktiv auszukommen, eine Erfüllung erfährt.

Steckt Carl in einer Krise?

Carl ist nicht in einer Krise, nee, der ist gar nicht in einer Krise! Wenn man so lange liiert ist wie Carl und Helene, einen erwachsenen Jungen mit eigener Familie hat und um die 60 Jahre ist – wenn dann die Frau auf die Idee kommt sich zu trennen, weil es so nicht weitergehen kann… Und das dann auch tut. Meistens sind es ja die Frauen, die die Initiative übernehmen und das dann auch durchführen. Carl wundert sich nur, dass Helene das wirklich macht, was sie wahrscheinlich oftmals angedroht hat. Der kommt gar nicht auf die Idee, dass das wirklich eine endgültige Trennung ist. Nach dem Motto „die soll sich mal selbst verwirklichen, mal sehen wie lange das dauert. Und wenn sie fertig ist, dann kommt sie wieder an.“

Was ist das Problem von Carl und Conrad?

Der Sohn Conrad ist ein seltsamer Typ, der immer alles organisieren muss. Alles muss sich nach ihm richten. Er denkt, er muss das Haus seiner Eltern wieder in Ordnung bringen und vor allen Dingen den Vater ins Lot bringen. Dabei mischt er sich in Dinge ein, die ihn eigentlich nichts angehen, Sohn hin oder her. Carl ist ein typischer Gewerkschafter. Er interessiert sich für Weltpolitik, sieht Fußball und ist traurig, dass er so eine Pfeife als Sohn hat.

Wie finden die zerstrittenen Parteien wieder zueinander?

Über Jonas, den Enkel, der auf einmal Leben in die Bude bringt. Dem Carl etwas beibringen kann, der auf einmal auch zuhört. Über die neue Beziehung zu seinem Enkel bekommt Carl auch wieder einen Draht zu seinem Sohn. Denn Conrad erkennt, dass er seinem eigenen Sohn gegenüber – ähnlich wie er damals seinen Vater erlebt hat – ein Rabenvater ist. Jonas wurde abgeschoben in ein Internat, weil die Eltern viel arbeiten müssen um sich große Häuser und dicke Autos leisten zu können. Deshalb kommt das Kind zu kurz – ein Vorwurf, den Conrad immer seinem Vater gemacht hat und der nun gar nicht mitbekommt, dass er sich auf eine andere Weise genau so seinem Sohn gegenüber verhält.

 Welche Botschaft vermittelt der Film?

Dass man nicht erst mit sechzig darüber nachdenken sollte, wie man eigentlich miteinander lebt. Der Titel  sagt es aus: es geht immer noch etwas, es ist immer Zeit, kurz inne zu halten und über das Leben und den Umgang miteinander zu reflektieren. Selbst wenn man das fünfzig Jahre lang versäumt hat und das in den letzten zwei Jahren noch hinbekommt, dann geht da noch was!

www.constantin-film.de

Trailer: www.youtube.com/watch?v=Hbg69unPhrA

Von Michaela Mottinger

Wien, 13. 8. 2013

Theater in der Josefstadt: Spielzeit 2013/14

Mai 28, 2013 in Bühne

Herbert Föttinger und seine Pläne

Sandra Cervik, Herbert Föttinger Hochzeit auf Italienisch, Premiere am 3.10.2013  Bild: © Theater in der Josefstadt

Sandra Cervik, Herbert Föttinger
Hochzeit auf Italienisch, Premiere am 3.10.2013
Bild: © Theater in der Josefstadt

Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger präsentierte am 28. Mai in den Sträußelsälen seine Pläne für die Spielzeit 2013/14. Eines der großen Ereignisse der Spielzeit 2013/14 wird die Wieder-Eröffnung der Kammerspiele der Josefstadt sein – nach erfolgtem Umbau, im Oktober 2013. Vom Broadway in New York direkt in die Kammerspiele nach Wien: Gestartet wird im neuen Haus mit der Europäischen Erstaufführung von „Catch Me If You Can“, einer wahren, dafür umso abenteuerlicheren Geschichte um einen jugendlichen Betrüger, den das FBI jagt. Herbert Föttinger: „In meiner achten Spielzeit spielen wir in beiden Theaterhäusern ausnahmslos Werke, die nach 1952 entstanden sind. Nennen wir es einen Spielplan der Ermunterung der Autoren und Autorinnen.“ 12 Premieren bringen zwei Uraufführungen, zwei Österreichische Erstaufführungen und eine Europäische Erstaufführung und dem Publikum Neues.

Die Uraufführungen
Im Dezember erweckt der verdiente Regisseur Günter Krämer JOSEPH UND SEINE BRÜDER (5. Dezember 2013) von Thomas Mann zu Bühnenleben. Thomas Mann-Kennern zur Beruhigung: Herbert Schäfers Dramatisierung stützt sich hauptsächlich auf das Kapitel „Die Berührte“, die Geschichte von Potiphar, dessen Frau und Joseph aus dem vierteiligen Jahrhundertroman von Thomas Mann. Mit Florian Teichtmeister, Sandra Cervik, Erni Mangold.

Ein Höhepunkt ist sicherlich die Dramatisierung des Romans DIE SCHÜSSE VON SARAJEWO (3. April 2014) von Milo Dor durch seinen Sohn Milan Dor, die anlässlich des 100. Jahrestages des Attentats von Sarajewo in Auftrag gegeben wurde. Im Mittelpunkt steht der k.u.k. Justizbeamte Leo Pfeffer, der als Untersuchungsrichter mit den Ermittlungen an der Ermordung Franz Ferdinands und dessen Gemahlin beauftragt wird. Man erwartet von Pfeffer, schnellstens die Beweise für eine Beteiligung Serbiens am Attentat zu erbringen und so die Rechtfertigung für ein militärisches Vorgehen gegen den verhassten Balkanstaat zu liefern.
Herbert Föttinger inszeniert. Mit Erwin Steinhauer, Sandra Cervik, Heribert Sasse, Matthias Franz Stein.

Die Erstaufführungen
CATCH ME IF YOU CAN von Terrence McNally (24. Oktober 2013)
„Catch Me If You Can“ erzählt die unglaubliche Geschichte von Frank Abagnale Jr., der als 16jähriger durch Scheckbetrug zu Reichtum kommt, sich erfolgreich über Jahre als Pilot und Arzt ausgibt, vom FBI gejagt wird, und nach seinem Gefängnisaufenthalt bis heute einer der wichtigsten Berater des FBI ist. Rasmus Borkowski spielt den jungen Frank Abagnale, Werner Sobotka inszeniert die Europäische Erstaufführung des Broadway Musicals.

DER LETZTE VORHANG von Maria Goos (24. Oktober 2013)
In der österreichischen Erstaufführung dieses Zweipersonen-Schlagabtauschs im Theatermilieu sind zwei Theater- und TV-Stars zu sehen, die bisher noch nie an der Josefstadt aufgetreten sind: Leslie Malton und Peter Kremer

ZIEMLICH BESTE FREUNDE von Olivier Nakache und Eric Toledano (20. März 2014)
Der arbeitslose und frisch aus dem Gefängnis entlassene Driss, ein Farbiger aus dem Banlieu, bewirbt sich pro forma als Pfleger beim querschnittsgelähmten Millionär Philippe, um den Stempel für die Arbeitslosenunterstützung zu bekommen. Gegen jede Vernunft engagiert ihn der reiche Aristokrat. Statt mit dem Behindertenauto düsen die beiden bald mit dem Maserati durch Paris, rauchen Joints. Nach einer wahren Geschichte. Michael Dangl und Nikolaus Okonkwo spielen, Michael Gampe (The King`s Speech) inszeniert die Österreichische Erstaufführung in den Kammerspielen.

Weitere Premieren in der Josefstadt
VOR DEM RUHESTAND von Thomas Bernhard (5. September 2013)
Elmar Goerdens Inszenierung von „John Gabriel Borkman“ war in der letzten Spielzeit für den Nestroy nominiert worden. In diesem Jahr bereitet er Thomas Bernhards Komödie von der deutschen Seele vor. Zum ersten Mal an der Josefstadt ist der vor allem aus dem Fernsehen bekannte  Schauspieler Michael Mendl zu sehen. Er spielt den ehemaligen SS-Offizier, der jährlich Heinrich Himmlers Geburtstag feiert. Mit Nicole Heesters und Sona MacDonald.

DAS INTERVIEW von Theodor Holman und Theo van Gogh (17. September 2013)
In Theo van Goghs zweimal verfilmten Stück treffen Alexander Pschill und Alma Hasun als erfahrener Kriegsberichterstatter und junge Soap-Darstellerin zum spannungsgeladenen Interview aufeinander. Regie: Christina Tscharyiski.

HOCHZEIT AUF ITALIENISCH – Filumena Marturano von E. De Filippo (3. Oktober 2013)
Eduardo De Filippos volkstümliche Komödie „Filumena Marturano“ wurde mehrfach für die Leinwand adaptiert. Mitte der 1960er-Jahre inszenierte Vittorio De Sica mit „Hochzeit auf Italienisch“ die bekannteste Verfilmung des Stoffs – als beißende Satire auf die traditionellen Geschlechterrollen in Italien und als frivole, aber auch berührende Komödie. Sandra Cervik verkörpert die ehemalige Prostituierte Filumena, die den wohlhabenden alternden Lebemann (Herbert Föttinger), zur Heirat drängt. Thomas Birkmeir inszeniert.

WIE IM HIMMEL von Kay Pollak (7. November 2013)
Ein weltweiter Überraschungserfolg war der berührende, schwedische Film über einen Stardirigenten, der sich aufs Land zurückzieht und dort – auf unkonventionelle Art – einen Laienchor leitet. Die Musik legt in den Dorfbewohnern lange Verschwiegenes frei. Eine mitreißende, fast spirituelle Geschichte – mit viel Gesang. Christian Nickel spielt den Dirigenten in Janusz Kicas 13. Inszenierung an der Josefstadt.

QUARTETT von Heiner Müller (6. Februar 2014)
Zum ersten Mal inszeniert Regie-Altmeister und Gesamtkünstler Hans Neuenfels an der Josefstadt, zum ersten Mal spielt Elisabeth Trissenaar hier. Mit Helmuth Lohner liefert sie sich einen Zweikampf Frau-Mann in Heiner Müllers Stück über die trostlose Mechanik des Begehrens, das man als Fortsetzung von de Laclos` “Gefährliche Liebschaften“ verstehen kann.

Weitere Premieren in den Kammerspielen der Josefstadt
DIE MAUSEFALLE von Agatha Christie (19. Dezember 2013)
Die Londoner Aufführung von Agatha Christie´s Kriminalstück hält sich seit fast 60 Jahren auf dem Spielplan und ist als längstlaufende Produktion ins Guiness Buch der Rekorde aufgenommen worden. Mit Heribert Sasse, Martin Zauner, Marianne Nentwich, Martin Niedermair.

KUNST von Yasmina Reza (20. Februar 2014)
Als „KUNST“ am Rabenhof, damals zur Josefstadt zugehörig, 1996 erstaufgeführt wurde, war ein Hit geboren, der erst nach 100 Vorstellungen – bei ausverkauftem Haus – vom Spielplan genommen wurde. Jetzt treten – fast 20 Jahre später- wieder zur Kunstdiskussion um ein monochromes, weißes Bild an: Herbert Föttinger, Martin Zauner und André Pohl.

PS.: Im Rahmen von CHAIRity kann nach wie vor die Patenschaft für einen Sitzplatz in den Kammerspielen übernommen werden 😉

www.josefstadt.org

Von Michaela Mottinger

Wien, 28. 5. 2013