Volkstheater: Der Lechner Edi schaut ins Paradies

November 25, 2017 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Moderner Wanderzirkus mit famosem Herrn Direktor

Wie ein Wanderzirkus: Adrian Hildebrandt, Thomas Frank, Evi Kehrstephan, Christoph Theussl und Thomas Butteweg. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Sie versuchen es mit Zauber- und anderen Kunststücken, einem patscherten Breakdance, einer aufgrund des Protagonisten Gewichts zu Boden gewalzten Slackline, dem Verschwindenlassen einer leeren Bierdose – fünf Arbeitslose auf der Donaukanalbrücke. Die haben sie zugemüllt mit den Requisiten, mit denen sie ihre Tricks aufführen. Ein Leben am Rand einer städtischen Wohlfühlzone, ein Leben am Rande von Werktätigkeit. Oder eine neue Art von …

Eine Blechbüchse geht herum, spärlich fallen Münzen hinein, das Publikum im Volx/Margareten weiß nicht recht, was tun. Zum Glück entkrampft das gemeinsame Lachen. So beginnt Christine Eders Inszenierung von Jura Soyfers „Der Lechner Edi schaut ins Paradies“ für das Volkstheater in den Bezirken.

1936 hat Soyfer sein linkes Volksstück voll Kampfgeist, Witz und Poesie verfasst. Als Mittelstück für die „Literatur am Naschmarkt“, politische Kritik umrahmt von Kabarett. 350.000 Arbeitslose gab es damals in Österreich, heute sind es 7,9 Prozent bei verschobener Sachlage. Schrieb Soyfer, als Kommunist und Jude bald doppelter „Volksschädling“, schrieb der Schöpfer des Dachau-Liedes, der sich im KZ mit Typhus ansteckte und 1939 mit nur 26 Jahren starb, noch gegen eine Automatisierung an, die die Menschen brotlos machte, hat nun die Digitalisierung bereits das Ende einer Arbeitsgesellschaft eingeleitet. Wenige werden überbleiben, die sich „was leisten“ können, die Politik ist darob ideen- und konzeptlos.

Unterwegs auf der Suche nach den Schuldigen: Thomas Frank, Evi Kehrstephan und Christoph Theussl. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Mit dem Auto zurück in die Zukunft: Thomas Frank, Evi Kehrstephan und Christoph Theussl. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Dies der moderne Rahmen, den Eder Soyfers didaktischem Zaubermärchen gibt: Eine der Figuren liest zwischendurch immer wieder aus dem „Manifest der Glücklichen Arbeitslosen“. Sätze fallen wie „Arbeit verhöhnt die Freiheit!“, „Arbeit ist Massenmord oder Genozid!“ (Zitat Bob Black) und natürlich „Arbeiter aller Länder entspannt euch!“.

Unter diesem theoretischen Überbau darf sich aber herzhaft amüsiert werden. Eder hat einen wunderbaren Wanderzirkus für die Bezirke erschaffen, sie zeigt Theater wie aus dem Koffer, mit einem fabelhaften Thomas Frank als Zirkusdirektor. Die Ruderleiberlrolle des Lechner Edi ist eine mehr, die ihm wie auf den Leib geschneidert ist; wechselnd zwischen aufrechter Wut und komischer Verzweiflung legt Tausendsassa Frank dessen naive Weltsicht mit entwaffnender Logik dar.

Weil also der Fortschritt an allem schuld ist, muss dieser aufgehalten werden. Gemeinsam mit seiner Geliebten Fritzi (Evi Kehrstephan) und „Petersens elektrischem patentierten Industriemotor“, kurz Pepi (Christoph Theussl), macht sich der Edi auf den Weg in die Vergangenheit.

Einst waren er und Pepi, der aggressiv-bullige Proletarier gegen den schlanken Motor, Konkurrenten um den Arbeitsplatz, jetzt steht auch die Maschine auf der Straße, abgebaut, weil sich die von ihr produzierte Ware niemand mehr leisten kann. Und so reist man von Galvani zu Galilei, von Columbus zu Gutenberg (alle: Adrian Hildebrandt), singt dazu statt dem „Wanderlied der Zeit“ Udo Jürgens „Tausend Jahre sind ein Tag“, doch von Erfinder zu Entdecker lässt sich feststellen, keiner von ihnen ist verantwortlich.

Bis das Trio endlich vor den Pforten des Paradieses landet. Wo Edi beschieden wird, dass der Mensch selbst seine Entscheidung von „Ja oder Nein“ treffe und nichts eine Zwangsläufigkeit sei, dass Geschichte von der Masse gemacht wird und von ihr zu gestalten ist. Dies Soyfers marxistisches Credo.

Das Ensemble agiert mit großer Spielfreude. Mit viel Humor turnt es über die Bühne und durch das Soyfer’sche Pathos, die teils gereimten Textstellen werden wie Kalendersprüche aufgesagt. Auch das lockert den Abend. Ein Tuch wird zum Segel der Santa Maria, zack aufgezogen, zack weggeräumt, Thomas Buttewegs Beine werden zu zuckenden Froschschenkeln, Pappkartons zu Roboterbauteilen oder zum Auto. Gutenberg schließlich wird mit heutigen Druckerzeugnissen zur Räson gebracht, angesichts derer schmilzt er sogar seine Lettern ein.

Im Hintergrund laufen derweil auf einer Scheibe – denn wäre die Erde nur eine solche geblieben! – Bilder von Arbeitswelten anno dazumal und künstlichen Intelligenzen samt Knight Rider, Terminator und den neuesten Humanoiden wie dem „Atlas“.

Die drei von der Donaukanalbrücke: Evi Kehrstephan, Christoph Theussl, Thomas Frank. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Neben Evi Kehrstephan als resoluter Pepi und Manifest-Vorleserin brillieren Christoph Theussl als pragmatischer Pepi und Adrian Hildebrandt als toter Freund Toni und als mal abgeklärter, mal aufgeklärter Forscher. Ein feiner fünfter Mann ist Thomas Butteweg, der nicht nur den blinden Andraschek gibt, sondern auch Matrosen, Wachhunde und Inquisitoren – und auf Wassergläsern wunderbare Musik macht.

In den 1980er-Jahren gab es in Wien am Spittelberg ein „Jura Soyfer Theater“, nach dessen Ende war es auf den heimischen Bühnen lange still um den bedeutenden politischen Autor. Ein Theatermacher, vor einiger Zeit darauf angesprochen, meinte, Soyfer sei nicht mehr zeitgemäß, seine vor Feierlichkeit und Inbrunst glühenden Stücke seien einem jetzigen Publikum nicht mehr vorzusetzen. Christine Eders Aufführung beweist mit Verve das Gegenteil. Alles ist möglich, wenn man die richtigen Einfälle hat.

www.volkstheater.at

  1. 11. 2017

Anne Bennent und Otto Lechner …

Mai 8, 2014 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

… erzählen die Geschichte von „Leila und Madschnun“

Anne Bennent Bild: privat

Anne Bennent
Bild: privat

Im Wonnemonat Mai – genauer gesagt ab 16. – liest die großartige Schauspielerin Anne Bennent  im „Dorf“ (Obere Viaduktgasse 2/1, 1030 Wien) die wundersame orientalische Liebesgeschichte „Leila und Madschnun“, ein großer Stoff der Weltliteratur von Nizami, in musikalischer Begleitung von Otto Lechner und Musikern aus dem Umfeld des Vienna Rai Orchester (Peter Rosmanith, Kadero Ray, Raouf Kahouli …). Die Geschichte der Liebe von Leila und Madschnun erzählt man sich in den Wüsten Arabiens seit über 1000 Jahren. Der persische Dichter Nizami hat sie im 12. Jahrhundert aufgeschrieben und man liebt, liest und spielt sie noch heute im gesamten arabischsprachigen Raum. Diese orientalische Geschichte spielt in der Welt der Beduinen und handelt von einer hohen Form der Liebe. Rudolf Gelpke, leidenschaftlicher Islamwissenschaftler, hat die Verse in deutsche Prosa übertragen.

Wie Romeo und Julia, so können auch Leila und Madschnun nicht zusammenkommen, da es die Familien nicht erlauben. Da bricht Madschnun (der Verrückte) alle gesellschaftlichen Normen und geht in die Wüste, um sich seiner unerfüllten, ihn aber ganz erfüllenden Liebe hinzugeben. So bedeutet „Madschnun“ auch Versinken in einen Gedanken und „Leila“ die Nacht der Verdunklung. Die Geschichte ist von Anfang bis Ende eine Lehre über den Pfad der Hingabe. Oder wie Otto Lechner sagt: „Die zentrale Frage des Buches ist für mich: Wer bin ich, und wer kann mich davor zurückhalten?“ „Ich glaube, ohne Poesie und Musik gehen wir zugrunde“, ergänzt Anne Bennent.

Der letzte Abend endet mit einem orientalischen Fest.

www.dasdorf.at

Wien, 8. 5. 2014

Drachengasse: Schmoizhodan-Passion

April 7, 2014 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Der Dornenweg im Dialekt

Grafik: Bahar Naghibi

Grafik: Bahar Naghibi

Es gibt zwei Anekdoten, die mit dieser Geschichte überhaupt nichts zu tun haben. Die eine ist der Sturm der Entrüstung den einst Wolferl Ambros‘ „Mir geht es wie dem Jesus, mir tut das Kreuz so weh!“ auslöste. Der andere hat mit Roland Neuwirth und einer Doku über den Zentralfriedhof zu tun – weil wir Wiener doch so bekannt morbide sind. Neuwirth sang. Wann i unt‘ lieg, „tuat ma längst ka Ba mehr weh.“ Das bei Eingeborenensprache wie üblich eingeblendete Insert übersetzte: „Tut mir längst kein Baum mehr weh.“ Haaalooo!

Nun als zum Wesentlichen: Traditon! Schon Palmkatzerl gekauft? Mit bemalten Eiern und Kükennestern geschmückt? Am Sonntag ist Palmsonntag. Und dann geht sie los, die Karwoche. Da hat der Wiener einen Pflichttermin. Na, ned Osterklang, Johannespassion oder Messiah. Do gemma eh a scho no hin. Aber: Ab 12. April spüln’s in der Drachengasse wieder die „Schmoizhodan-Passon“. Also die Markus-Passion in Wolfgang Teuschls Heiliger Schrift. Mit Otto Lechner als Judas, Christian Steiner als Jesus und Alfred Schedl als Evangelist. In Nebenrollen: der Wiener Kammerlchor. Dass der (no dazur protestantische) Sachse Johann Sebastian Bach (also, wann schon Christ, dann brachial-barock-katholisch!) vom passionierten Wiener-Leid nix verstehen hat können ist klar, aber man kann ihm punkto Martyrium ja auf die Sprünge helfen. Wenn der Jesus G’stanzln singt. Oder zum Letzten Abendmahl „Es wird der Wein sein – und wir werdn nimma sein“.

Das Felsengrab sind ein paar alte Bierkisten. Und eines müssen alle zugeben: Nicht jeder ist nachm Wein am dritten Tage wieder auferstanden. Und wenn, dann wie! Eine Empfehlung für Jünger, die ihrem Jesus auch bei seinem biblisch verbrieften Humor nachfolgen.

www.drachengasse.at

Wien, 7. 4. 2014

Ursula Strauss macht Programm

Oktober 30, 2013 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Wachau in Echtzeit

Ursula Strauss, Kuratorin Bild: www.photo-graphic-art.at

Ursula Strauss, Kuratorin
Bild: www.photo-graphic-art.at

Zum zweiten Mal kuratiert Schauspielerin Ursula Strauss die Veranstaltungsreihe Wachau in Echtzeit (3. November bis 15. Dezember und taucht dabei, nach einer erfolgreichen ersten Saison, wieder behutsam in die stimmungsvolle Atmosphäre der winterlichen Wachau ein. Bei 13 Veranstaltungen von Konzerten bis Theater werden u.a. die Kunsthalle Krems, das Schloss Spitz oder das Stift Melk bespielt. Kuratorin Ursula Strauss zu Ihrem Programm: „Für Wachau in Echtzeit 2013 habe ich besonders über reizvolle Konstellationen nachgedacht: über Paarungen und Spannungsverhältnisse, über Kontraste und natürlich über die Menschen, die diese Spannungsverhältnisse erzeugen, und ich bin froh und stolz diese wundervollen Künstler im Rahmen meiner Veranstaltungsreihe präsentieren zu können“.

Programm 2013

Wachau in Echtzeit startet am 3. November auf der Ruine Aggstein mit einem ersten Highlight: Wienerliedschreiber Ernst Molden gestaltet gemeinsam mit Ursula Strauss und Walther Soyka eine literarisch-musikalische Matinee. Der Vormittag gibt die seltene Gelegenheit die Schauspielerin auch in ihrer neuen Leidenschaft als Sängerin zu erleben. Am 15. November kommen Timna Brauer, Wolf Bachofner und Bela Koreny zu einem Liederabend der etwas anderen Art zusammen. Das Karikaturmuseum Krems wird Bühne für eine Hommage an die beiden Kabarettisten Gerhard Bronner und Georg Kreisler unter dem Titel „Der g´schupfte Ferdl geht Tauben vergiften im Park“. Publikumsliebling Adele Neuhauser tritt am 17. November mit dem KammerPunkJazz-Trio Edi Nulz im Aggsteinerhof auf. Dabei liest sie, umrahmt von Projektionen von Peter Marquant, Geschichten aus Douglas Adams Roman „Die letzten ihrer Art“. Für Neuhauser ist das Projekt die erste Zusammenarbeit mit ihrem Sohn Julian Adam Pajzs, der seine Mutter mit seinen Musiker-Kollegen auf der Gitarre begleitet. Wachau in Echtzeit lädt am 30. November in die Kunsthalle Krems zu einer Performance von Schauspieler Michael Ostrowski und der Gruppe Le TAMTAM, die das Programm erstmals und speziell für Wachau in Echtzeit gestalten. Ein Abend zwischen Installation,
Konzert und Lesung, bei dem der Zuschauer eingeladen wird, selbst Teil der Klanginstallation zu werden.

Kultur in außergewöhnlichen Räumen

Durch das Zusammenspiel von Programm und Location beeindrucken besonders vier Abende der Veranstaltungsreihe. Am 9. November wird Schuberts Winterreise im Schloss Pielach bei Melk aufgeführt. Im mit Bergl-Fresken üppig verzierten Saal geben die Sängerin Nastsa Mirkovic-De Ro und Matthias Loibner an der Drehleier dem Publikum die 24 Lieder mit ergreifender Intensität wieder. Maria Hofstätter, Martina Spitzer & Otto Lechner gestalten am 14. November im Barocken Kellerschlössel der Domäne Wachau einen Abend unter dem Titel „Halali“. Geplant war eine Auseinandersetzung mit Augenzwinkern über die österreichische Jagdgesellschaft, den Trophäenkult und Wildererdramen. Aufgrund der tragischen Ereignisse in Niederösterreich in dieser Woche, erscheint die Veranstaltung nun in völlig
neuem Licht. Die Künstler hoffen, bei der Veranstaltung nun zu einer tiefsinnigen Beschäftigung beitragen zu können. Im Klosterhof im Weingarten in Spitz findet am 23. und 24. November „Platos Gastmahl“ in Starbesetzung statt: Gregor Seberg, Ursula Strauss, Proschat
Madani, Alexandra Maria Timmel, Gabi Stomprovski, Hagnot Elischka, Peter Streimelweger und Anselm Lipgens. Die stimmungsvolle Atmosphäre des Restaurants bietet dafür die ideale Umrahmung. Das Trio Tannur mit Marwan Abado, Paul Gulda und Peter Rosmanith ist am 7. Dezember zu Gast im Kolomanisaal des Stiftes Melk. Das Trio Tannur ist die musikalische Begegnung von Cembalo, Perkussion und Oud. Bach Suiten, andalusische Duftgärten, arabische Wüstenschlösser und damit ein freier Raum der Improvisation entfalten sich
zwischen den Instrumenten des Okzidents und des Orients: Pianist Paul Gulda überrascht am Cembalo, Rosmaniths Trommeln schlagen zeitlose Rhythmen, und Abados Laute wird leise gezupft, während seine Stimme orientalischer Poesie Laut gibt. Eine Einstimmung
auf Weihnachten mit Klängen aus der Wiege des Christentums. Weitere Veranstaltungen sind das zeitgenössische Filmkonzert „Metropolis-Live“ am 10. November im Kino im Kesselhaus in Krems, die Lesungen „Literatur im Kaffeehaus“ mit Johannes Wesemann am 16. November und 14. Dezember, die literarischönologische Reise „0,75 Liter Weinlese“ im Schloss Spitz in den Räumlichkeiten der Foto-Ausstellung „Reben & Rieden“ am 24. November oder die musikalische Kirchenführung „Auf weihnachtlicher Spurensuche“ im Kloster Schönbühel am 15. Dezember.

Programmübersicht Wachau in Echtzeit 2013

NOVEMBER
03. November WEHMÜTIG & BISSIG
Ursula Strauss, Ernst Molden & Walther Soyka Ruine Aggstein, Aggsbach Dorf
09. November WINTERREISE
Nastsa Mirkovic-De Ro & Matthias Loibner Schloss Pielach, Melk
10. November METROPOLIS – LIVE
Divine Musical Bureau Kino im Kesselhaus, Krems
14. November HALALI
Maria Hofstätter, Martina Spitzer & Otto Lechner Kellerschlössel Domäne Wachau, Dürnstein
15. November DER G’SCHUPFTE FERDL GEHT TAUBEN VERGIFTEN IM PARK
Timna Brauer, Wolf Bachofner & Bela Koreny Karikaturmuseum Krems
16. November LITERATUR AUS DEM KAFFEEHAUS
Johannes Wesemann Café zum Fürsten, Melk
17. November DIE LETZTEN IHRER ART
Adele Neuhauser & Edi Nulz Aggsteinerhof, Aggstein
23. / 24. November DAS GASTMAHL
Ursula Strauss, Gregor Seberg, u.a. Klosterhof im Weingarten, Spitz
24. November 0,75 LITER WEINLESE
Reinhold G. Moritz & Johannes Specht Schloss Spitz, Spitz
30. November BEATPOETS
Michael Ostrowski & Le TamTam Kunsthalle Krems-Stein
DEZEMBER
07. Dezember TRIO TANNUR
Marvan Abado, Paul Gulda & Peter Rosmanith Stift Melk
14. Dezember LITERATUR AUS DEM KAFFEEHAUS
Johannes Wesemann Café Wachau, Krems
15. Dezember AUF WEIHNACHTLICHER SPURENSUCHE
Norbert Hauer Kloster Schönbühel, Schönbühel

www.wachauinechtzeit.at

Wien, 30. 10. 2013

Otto Lechner: Nomaden des Seins

September 23, 2013 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Musikalische Wanderungen und Konzerte in der Wachau

Bild: @www-photo-graphic-art-at

Bild: @www-photo-graphic-art-at

Der Akkordeonist Otto Lechner und der Klangkünstler und Instrumentenerfinder Hans Tschiritsch setzen ihre 2012 gestartete musikalische Reise durch die Wachau von 29. September bis 6. Oktober 2013 fort. Gemeinsam mit fünf Musikern erschließen sie unter dem Titel „Nomaden des Seins“ ein weiteres Stück der Weltkulturerbelandschaft und bringen die Besucher an faszinierende Orte abseits des Bekannten. „Mit dem Konzept der Nomaden des Seins haben wir etwas für uns völlig Neues entwickelt. Es ist ein intensives, leidenschaftliches Einlassen auf eine Region. Die Veranstaltung ist also ein musikalisches Abenteuer für uns und unsere Gäste “, so Lechner und Tschiritsch. Die Veranstaltungsreihe bietet die Möglichkeit, die Wachau bei Wanderungen und Konzerten innerhalb einer Woche neu für sich zu entdecken. Bei den Wanderungen (Gehzeit 1-3 Stunden) an den Nachmittagen musizieren die Nomaden unterwegs im Wald, zwischen Weinrieden und an historischen Stätten. Die Konzerte am Abend stehen jeweils unter der Leitung von einem oder zwei Nomaden und werden so zu Klangerlebnissen, bei denen musikalische Improvisation im Vordergrund steht.

Lechner und Tschiritsch werden von fünf weiteren Nomaden begleitet: der Berliner Tubistin Bettina Wauschke, dem Schlagzeuger, Sänger und Klarinettisten Herbert Reisinger, dem bulgarischen Jazz-Trompeter Alexander Wladigeroff, der Cellistin Melissa Coleman und dem Musiker und Instrumentenbauer Linsey Pollak, die beide aus Australien stammen. Gleich die erste Wanderung der sieben Nomaden am
30. September durch den Spitzer Graben zur Burg Oberranna birgt ein Highlight: Zur Einstimmung spielt Otto Lechner auf der historischen Schifferorgel im Schifffahrtsmuseum Spitz. Weitere Ausgangspunkte für die Wanderungen sind das Schloss Gurhof und die Burgruine Wolfstein im Dunkelsteiner Wald oder das Burgkircherl Gossam bei Emmersdorf.

Im Rahmen der Abendkonzerte gibt es außergewöhnliche Locations zu entdecken. So sind die Nomaden am 30. September in der romanischen Kapelle der Burg Oberranna. Am 2. Oktober spielen sie im Schloss Luberegg, der ehemaligen Sommerresidenz von Kaiser Franz I. und am 3. Oktober im Waffenkeller der Schallaburg. Außerdem wird es Konzerte in den ehemaligen Klosterkirchen von Schönbühel und Aggsbach geben. Auch in diesem Jahr wird es eine musikalisch-literarische Wanderung geben. Schauspielerin Anne Bennent wird am 2. Oktober Gedichte vonRobert Walser rezitieren.

www.nomadendesseins.at
www.kultur-melk.at

Herbstprogramm der Tischlerei Melk Kulturwerkstatt

Der Tod und das Mädchen ab 27. September – in Koproduktion mit dem Verein „merkwürdig“

Wien, 20. 9. 2013