Kultur bei Winzerinnen und Winzern

Juni 24, 2022 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Konzerte, Lesungen und Urlaub auf dem Weingut

Tini Kainrath. Bild: © Clipwerk, Thomas Hötzeneder

Als edelstes aller Getränke steht der Wein seit je in einem Naheverhältnis zur Kunst. Wer könnte sich Komponieren, Dichten oder Musizieren ohne den Rebensaft denken? Kreative Köpfe aus dem Weinbau treffen von 1. Juli bis 2. September auf kreative Köpfe aus der heimischen Kulturszene. In acht niederösterreichischen Weinbaugebieten finden 39 Veranstaltungen bei 39 Winzerinnen und Winzern mit 99 Künstlerinnen und Künstlern statt.

Von Jazz und Weltmusik, Literatur und Poetry Slam bis hin zu Kabarett reicht das Programm, das mit seiner Kombination aus Kultur und Kulinarik punktet. Gespielt und verkostet wird auf Weingütern und in Heurigen, in Kellergassen oder sonstigen stimmungsvollen Locations, die sich, neben ihren anderen Verwendungszwecken, auch allesamt als optimale Spielplätze für Top-Kulturschaffende eignen.

Mit dabei sind Musikgrößen wie Tini Kainrath, „Martin Spengler und die foischn Wiener*innen“ oder die Strottern sowie Autorinnen und Autoren wie Eva Rossmann und Richard Schuberth. Otto Lechner tritt in unterschiedlichen Formationen, unter anderem mit Anne Bennent oder Johannes Strasser, auf. Mit Rudi Roubinek und Mieze Medusa wird die österreichischen Kabarett- und Kleinkunstszene ebenso erwartet, wie die ausgewiesenen Weinkenner Thomas Maurer und Florian Scheuba, die mit ihren kommentierten Weinverkostungen stets für große Begeisterung sorgen.

Thomas Maurer. Bild: © Ingo Pertramer

Die Strottern. Bild: © Peter Mayr

Anne Bennent & Otto Lechner. Bild: © Doris Kittler

Viktor Gernot. Bild: © Felicitas Matern

Neu im Programm sind Tini Trampler@Playbackdolls. Sie eröffnen die Veranstaltungsreihe am 1. Juli im neuen Weinkeller des Vorspannhof Droß im Kremstal. Ebenfalls das erste Mal dabei ist Kabarettist Viktor Gernot mit einem Solo im Weingut Schödl. Zur Weinbegleitung philosophiert Gernot über Gott, die Welt und das, was im Leben alles schiefgehen und schiefliegen kann. Sigi Finkel und Mamadou Diabaté spielen am 22. Juli gemeinsam mit der Akkordeonistin Heidelinde Gratzl im Bio-Weingut Toifl auf, wo die Trauben noch von Hand geerntet werden. Kurdophone bieten eine Mischung aus Jazz, Klassik und traditioneller kurdischer Musik aus dem Iran. Das Ensemble ist am 8. August zu Gast im Bio-Weingut Mantlerhof in Gedersdorf.

Und natürlich darf auch das Wienerlied nicht fehlen: Das Trio „Zur Wachauerin“ mit Michael Bruckner, Wolfgang Kühn und Fabian Pollak findet sich am 17. August im Weingut Herzog ein. Der beliebte Winzerslam findet am 10. Juli im Weingut Norbert Bauer statt und wird von Mieze Medusa moderiert. Sechs Slammerinnen und Slammer treten in drei Runden gegeneinander an. Zum Kulturgenuss werden vor jeder Runde die feinsten Weine des Weinguts Norbert Bauer serviert. Der Gewinner oder die Gewinnerin darf am 31. Juli im Weingut Maringer noch einmal auftreten, wenn Rudi Roubinek mit Winzer Johannes Maringer die Weine des Weinguts verkostet.

Vorspannhof Droß. Bild: © Vorspannhof Droß

Weingut Prechtl. Bild: © Robert A. Herbst

Weingut Herzog. Bild: © Johann Ployer

Weingut Schober. Bild: © Weingut Schober

Infos zu allen Veranstaltungen und vielen weiteren Künstlerinnen und Künstlern finden Interessierte im Veranstaltungskalender Niederösterreich: veranstaltungen.niederoesterreich.at/Series/2156/kultur-bei-winzer-innen. Die Tickets sind direkt bei den teilnehmenden Weingütern erhältlich. Das Terminheft kann unter folgendem Link kostenlos bestellt oder online durchgeblättert werden: www.niederoesterreich.at/terminheft-kultur-bei-winzerinnen. Wer dem Wein gebührend zusprechen möchte, kann direkt auf einem Winzerhof nächtigen oder in der Umgebung kurzurlauben: www.niederoesterreich.at/urlaub-winzerhof. Unterkünfte gibt es von urig und originell bis modern und stylisch. Die Favoriten von www.mottingers-meinung.at:

Tipps für Übernachtungen und Kurzurlaube

Seelenruhig und heimelig ist es mit Karl, dem stilvollen Wohnwagon des Winzerhaus Schöller in Wagram ob der Traisen. Direkt im Weingarten wohnen und abends den hauseigenen Wein von womöglich exakt jenen Reben genießen, zwischen denen man nächtigt – traumhaft. Danach zwei Schritte machen und ins kuschelige Wohnwagon-Bett fallen: www.weinschoeller.at/wohnen/wohnwagon-karl. Schlummern wie die Trauben im Fass kann man am Winzerhof Küssler. Das Originalweinfass bietet entweder 9000 Litern Wein oder Gästen Platz. Die gemütliche Sitzecke ist einfach perfekt für ein Gläschen Küssante.

Mitten im Weingarten; Der Wohnwagon „Karl“ des Winzerhaus Schöller. Bild: © schwarz-koenig.at

Schlummern wie der Rebensaft – im 9000-Liter-Weinfass im Winzerhof Küssler. Bild: © Winzerhof Küssler

Das alte Hafnerhaus des Weinguts Malat gibt sich innen modern: Badezimmerblick auf Stift Göttweig. Bild: © Malat

Naturbelassene Bungalows beim Bio-Weingut Weber. Bild: © Niederösterreich-Werbung/Andreas Hofer

Moderne Architektur und heimische Materialien großartig kombiniert: Die Mauern aus den Steinen des alten Hafnerhauses, die Formen kubisch und klar. Innen dominiert stilvolle Zurückhaltung, außen ist die Natur Hauptdarsteller: Das Malat Hotel (9 Suiten und ein Appartement) liegt inmitten von Weingärten, mit imposantem Blick auf Stift Göttweig. Naturbelassene Bungalows inmitten der Roseldorfer Kellergasse, umrahmt von einer Idylle. Minimalistisch und reduziert geben die Zimmer „Birne“ und „Nuss“ des Bioweingut Webers den Fokus auf das Wesentliche frei, die Weingärten und den Wein.

www.niederoesterreich.at/kultur-bei-winzer-innen

24. 6. 2022

MAK: Wiedereröffnung mit drei neuen Ausstellungen

Mai 8, 2021 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Erwin Wurm und die Frauen der Wiener Werkstätte

MAK-Ausstellungsansicht, 2021. Erwin Wurm. Dissolution. MAK-Expositur Geymüllerschlössel. © Bildrecht, Wien 2021. Bild: Aslan Kudrnofsky/MAK

Ab sofort ist das MAK wieder geöffnet. Der Museumsbetrieb startet mit der Ausstellung „Breathe Earth Collectiv“ in der Creative Climate Care Galerie. Außerdem ist die Großausstellung „Die Frauen der Wiener Werkstätte“ zu sehen, die mit mehr als 800 Exponaten einen Einblick in das nahezu unbekannte und bisweilen radikale weibliche Design der WW ermöglicht. In der MAK-Expositur Geymüllerschlössel wird ab heute die Ausstellung „Erwin Wurm. Dissolution“ gezeigt.

Erwin Wurm. Dissolution

Das MAK lädt mit Erwin Wurm einen der international bedeutendsten Künstler der Gegenwart in die MAKExpositur Geymüllerschlössel ein. Unter dem Titel „Dissolution“ präsentiert Wurm in einer dramaturgischen Anordnung erstmals Skulpturen der gleichnamigen Serie von 2018 bis 2020 im musealen Kontext. Die plastische Masse aus Ton formte Wurm zu deutenden Händen, Mündern, Ohren oder anderen Fragmenten von Körperteilen, die mit den Sinnen Tasten, Hören, Riechen, Schmecken assoziiertwerden.

Die englische Bezeichnung „Dissolution“ bedeutet Auflösung, Verfall, Zersetzung oder Entgrenzung. Mit seiner gleichnamigen Serie öffnet Erwin Wurm einen Dialog zwischen einem fragilen, soziopolitisch konnotierten Material, zeitgenössischer Skulpturensprache und der Neuinterpretation des Malerischen durch oszillierende keramische Lasuren. Die Skulpturen, aus denen sich Finger, Hände, Lippen, Münder, Busen, Bäuche, Nabel, Nasen oder Ohren schieben, schrauben sich aus einer Masse von Ton. Die experimentellen, surrealen Gebilde aus isolierten Körperteilen und Sinnesorganen gewinnen ein Eigenleben, entwickeln eine expressive Präsenz.

MAK-Ausstellungsansicht, 2021. Erwin Wurm. Dissolution. MAK-Expositur Geymüllerschlössel. © Bildrecht, Wien 2021. Bild: Aslan Kudrnofsky/MAK

V.l.n.r.: Ear Pointer, 2018. Double Ear Head, 2018. Courtesy Thaddaeus Ropac.  Geymüllerschlössel. © Bildrecht, Wien 2021. Bild: Aslan Kudrnofsky/MAK

V.l.n.r.: Peace Cautious, 2018, Female, 2020. Courtesy Thaddaeus Ropac. Geymüllerschlössel. © Bildrecht, Wien 2021. Bild: Aslan Kudrnofsky/MAK

Die keramischen Skulpturen bejahen das inhärent Plastische des Materials Ton. Sie erinnern an die Wirkmächtigkeit der Bozzetti, in denen Künstler ab der Renaissance ihren innersten Ideen der Gestaltung direkten Ausdruck verleihen konnten. Bozzetti waren erste skizzenhafte Modelle, die als Vorstufen für Werke genutzt wurden, die in schwieriger zu bearbeitenden Materialien ausgeführt wurden. Maler nutzten Bozzetti in Ton oder Gips für das Studium von Lichteinfall und Schattenwurf in ihren Gemälden und stellten sie auf miniaturhafte Bühnen. Bildhauer bereiteten ihre Werke in Stein und Keramik im Bozzetto aus Ton selbst vor. Bozzetti enthüllen die künstlerische Konzeption des Werkes, dessen „Idea“ und stehen für die Autonomisierung der Kreativität von Künstlerinnen und Künstlern.

Erwin Wurms skulpturale Körpersegmente nehmen die einzelnen Räume und Salons des Geymüllerschlössels von der Eingangshalle, der Bibliothek, dem Musikzimmer, dem Kuppelsaal, dem Schlafzimmer bis zum Orientzimmer ein und schaffen Tableaux vivants. Die Arbeiten, die an abstrakte Charaktere denken lassen, spiegeln Dekonstruktionen, Deformationen, Verzerrungen, Verdrehungen sowie Auflösung und Verfall wider. In den Formen verbindet der Künstler Realismus und Abstraktion. Die Besucherinnen und Besucher erwartet eine Inszenierung aus facettenreichen Gesten eines imaginären Rollenspiels, bei denen die abstrakten skulpturalen Formen figurative, menschliche Züge annehmen. In seinem Œuvre verbindet Erwin Wurm unterschiedliche Genres und überrascht mit der Vernetzung der malerischen Geste, der Bildhauerei, der Konzeptkunst, der Performance und der Erzählung. Gleichzeitig überzeichnet er die Funktionalität und Symbolhaftigkeit von Objekten.

Wurm testet die konzeptuellen Grenzen der skulpturalen Form und ihrer Materialien. Staub, den er als Werkstoff einsetzt, impliziert das Moment der Zeit, Kleidung als zweite Haut oder Gehäuse erklärt er zu skulpturalen Körpern, deren Proportionen er erweitert oder verzerrt. Wurm schreibt die Funktionen von Möbelstücken neu und pflanzt Versatzstücke derKonsumkultur einer surreal kippenden Welt – das Auto, das Haus oder Samples österreichischer Esskultur – als Skulpturen. Im Garten des Schlössels laden Erwin Wurms massive Skulpturen aus Carrara-Marmor als Diwane quasi zum Sitzen ein. Die eingedrückten oder gequetschten Skulpturen „Sitting on Freud’s House“ aus dem Jahr 2020 und „Sitting on Friedrich Nietzsche“, ebenfalls 2020 entstanden, spannen einen weiten Bogen zur Rolle des Künstlers, die Welt kritisch zu beleuchten und zu verzerren.

Charlotte Billwiller, Mathilde Flögl, Susi Singer, Marianne Leisching und Maria Likarz, Fotografie, 1924. © MAK

Fritzi Löw und Hedwig Schmidl, Dekorobjekte für die Kunstschau 1920 (Fotografie). © MAK

Die Frauen der Wiener Werkstätte

Mit der Ausstellung „Die Frauen der Wiener Werkstätte lenkt das MAK den Blick auf bisher wenig beachtete Gestalterinnen, die das Spektrum der Wiener Werkstätte wesentlich erweitert haben. Das Schaffen der Künstler der Wiener Werkstätte, allen voran Josef Hoffmann, Koloman Moser und Dagobert Peche, genießt weltweites Renommee. Den Künstlerinnen galt dagegen bisher nur vereinzeltes Interesse. Gudrun Baudisch, Mathilde Flögl oder Vally Wieselthier sind bekannt. Aber wer waren Martha Alber, Rose Krenn oder Anny Wirth? Mehr als 800 Exponate geben Einblick in das nahezu unbekannte und bisweilen radikale weibliche Design in Wien zwischen 1900 und 1930, das die einzigartige Stellung der WW zwischen Jugendstil und Bauhaus mitbegründet hat.

Eindrucksvoll belegt die MAK-Ausstellung den Ideenreichtum der Entwerferinnen und ihre maßgebliche Beteiligung an der Entwicklung des Wiener Kunsthandwerks. Chronologisch wie thematisch geordnet, zeichnet die MAK-Schau den Weg der Künstlerinnen von der Ausbildung bis zur Rezeption in den 1920er Jahren nach. Mit den Recherchen zur Schau leistete das MAK Pionierarbeit: Etwa 180 Künstlerinnen wurden als Mitarbeiterinnen der WW identifiziert, etliche Biografien konnten für den Katalog aktualisiert oder neu geschrieben werden.

Etwa die Hälfte der Künstlerinnen sind mit Werken in der Schau vertreten. Sie arbeiteten auf allen Gebieten des Kunsthandwerks und studierten mehrheitlich an der Wiener Kunstgewerbeschule, die von Anbeginn das Frauenstudium erlaubte. Die Studentinnen wurden zunächst in Blumen– und Dekorationsmalerei ausgebildet, später in den Spezialateliers für Emailarbeiten und Spitzenzeichnen, also in traditionell „weiblichen“ Bereichen. Das Spektrum vergrößerte sich unter dem 1899 bestellten Direktor Felician von Myrbach. Er verpflichtete die Secessionskünstler Hoffmann und Moser als Leiter der Fachschulen für Architektur und Malerei. Im Sinne der Gesamtkunstwerk-Idee weiteten sie die Lehre auf das gesamte Kunstgewerbe aus und banden die Schülerinnen in die Zusammenarbeit mit Produzenten ein.

Einige dieser Arbeiten fließen in die Ausstellung ein, darunter Service von Jutta Sika und Therese Trethan, ausgeführt von der Porzellanmanufaktur Josef Böck, oder Stoffmuster von Else Unger, ausgeführt von Joh. Backhausen & Söhne. Unger entwarf auch Möbel, Gisela von Falke bemerkenswerte Keramiken. Gemeinsam mit Marietta Peyfuss und fünf Studienkollegen gründeten sie 1901 die Vereinigung „Wiener Kunst im Hause“, einen direkten Vorläufer der Wiener Werkstätte. Den Auftakt der MAK-Ausstellung bilden früheste Arbeiten der WW-Künstlerinnen wie Entwürfe für Postkarten, die die Wiener Werkstätte ab 1907 vertrieb. Die Sujets zeigen Glückwünsche, Städtebilder, Landschaften, Kinderspiele und vor allem Mode. Besonders kreativ waren hier Mela Koehler und Maria Likarz, die die Gebrauchsgrafik der WW bis zuletzt prägte.

Mathilde Flögl (Dekor) und Josef Hoffmann (Form), Exglas, 1919. © MAK/Katrin Wißkirchen

Vally Wieselthier, Kaminverkleidung, um 1925. © MAK/Christoph Schleßmann

Gudrun Baudisch, Keramikfigur (WW-Originalkeramik Nr. 5941), 1927. © MAK/Katrin Wißkirchen

1910 entstand die Stoffabteilung der WW, 1911 folgte die Modeabteilung. Die umfangreichen Modeentwürfe dokumentiert das Mappenwerk „Mode Wien 1914/5“, an dem mehrheitlich WW-Künstlerinnen beteiligt waren. Bei der großen Modeausstellung 1915 im Museum für Kunst und Industrie, heute das MAK unternahmen sie mitten im Ersten Weltkrieg den Versuch, sich gegenüber der französischen Konkurrenz zu behaupten. Hier fanden sich bereits alle Namen, die man gemeinhin mit den WW-Künstlerinnen verbindet: Mathilde Flögl, Hilda Jesser, Fritzi Löw, Reni Schaschl, Felice Rix oder Vally Wieselthier. 1916 gründete die WW eine eigene Künstlerwerkstätte, die die Aufmerksamkeit der Presse erregte. „Ein Emaillierofen, eine Nähmaschine, ein Treibtischchen für Metallarbeiten, Kleistertöpfe, ein Batikapparat […] ein Schrank voll von geheimnisvollen Tiegeln wie in einer Zauberküche, dazwischen eine Schar lachender, junger Mädchen und ganz selten einmal ein männliches Wesen, – so sieht es in der Künstlerwerkstätte aus“, berichtete etwa das Neue Wiener Journal.

Tatsächlich waren hier, auch kriegsbedingt, anfänglich vor allem Frauen tätig. Als „Ideenlaboratorium“ bot die Künstlerwerkstätte Möglichkeiten zum uneingeschränkten Experimentieren, die Ergebnisse wurden von der WW angekauft oder abgelehnt. Von Buntpapieren, Perlarbeiten und bemalten Gläsern über Stickereien, Schmuck und Spielzeug bis zu expressiver Keramik und sensationellen Stoffdesigns reichte das Produktionsspektrum. Arbeiten in größerem Maßstab ermöglichte die Gestaltung der WW-Filiale in der Kärntner Straße 32, die 1918 für den Verkauf von Spitzen, Stoffen und Lampen eingerichtet wurde. Die Wände und Decken wurden von Lotte Calm, Lilly Jacobsen und Anny Schröder mit Natur- und szenischen Motiven bemalt und werden in der Ausstellung fotografisch dokumentiert.

Der Ausstellungsparcours mündet in die Rezeption der „weiblichen“ WW-Kunst in den 1920er Jahren. Im Zuge des Ersten Weltkriegs erforderte die wirtschaftliche Situation der Frauen Erwerbstätigkeit und ließ einen neuen Typus Frau entstehen: eigenständig und souverän. In der zeitgenössischen Literatur wird er durch die kurzhaarige, rauchende und extravagant gekleidete „Kunstgewerblerin“ versinnbildlicht. Diesen Beruf umgab etwas Elitäres: Er garantierte keinen sicherenVerdienst und war daher eine Domäne für Frauen aus begüterten Verhältnissen. Adolf Loos sah in ihnen gelangweilte höhere Töchter, die sich „‚Künstlerinnen‘ nennen, weil sie batiken können“. Die Kritik kulminierte in der Bezeichnung „Wiener Weiberkunstgewerbe“ durch den Grafiker Julius Klinger.

Dieser Diffamierung stand die Würdigung bei großen Ausstellungen der Zwischenkriegszeit, etwa der Deutschen Gewerbeschau in München 1922 oder der Art-déco-Ausstellung in Paris 1925, gegenüber. Der von Gudrun Baudisch, Mathilde Flögl und Vally Wieselthier gestaltete Katalog zum 25-Jahr-Jubiläum der Wiener Werkstätte 1928 führte das grafische und plastische Können noch einmal beispielhaft vor Augen.

Aerosol Installation, Ausstellung Dynamics of Air, RMIT Gallery, Melbourne, 2018. © Mark Ashkanasy

Breathe Earth Collective, Airship.01-Kulturwald, Tulln, 2018. © eSeL

Airship.02-Evapotree im Öster. Skulpturenpark, Artist-in-Residence-Programm des Joanneum. © Simon Oberhofer

Breathe Earth Collective, Breathe.Austria, Österreichischer Expo-Pavillon, Mailand, 2015. © Breathe Earth Collective

Breathe Earth Collective. Klima-Kultur

Die Ausstellung „Breathe Earth Collective. KlimaKultur“ in der Creative Climate Care Galerie des MAK stellt Prinzipien einer neuen, vom transdisziplinären Breathe Earth Collective entworfenen Klimakultur vor. GezeichneteVisionen, atmosphärische Videoaufnahmen und Bildmaterialien von bisherigen Projekten machen ein klimapositives Leben sichtbar. Das MAKProjekt steht in direktem Bezug zum Grazer Kulturjahr, wo das Breathe Earth Collective den KlimaKulturPavillon, einen Prototyp zur Kühlung der Stadt Graz, umsetzt. Der Waldpavillon schafft einen multisensorischen Erfahrungsraum und fungiert als Agora für einen vielfältigen Diskurs zu Klimathemen. Mittels VideoLiveSchaltung werden die Waldatmosphäre und die Aktivitäten vor Ort im MAK sichtbar gemacht und aktiver Teil der Ausstellung.

Das Breathe Earth Collective entwickelte schon bisher diverse prototypische Klimaund Luftinstallationen, die als Inspiration und 1:1Modelle für großmaßstäbliche Transformationen in den Städten dienen sollen. Im Rahmen der MAKSchau werden erstmals konkrete Transformationen und Visionen im urbanen Kontext von Wien präsentiert. Dabei werden bauliche und systemische Veränderungen an Stadt und Raum mit alltäglichen Praktiken vernetzt. Die Visionen sind damit weit mehr als Utopien in einer unerreichbaren Zukunft. Sie beginnen im Jetzt mit jeder Entscheidung, Klimakultur Raum und Zeit zu geben und im Rahmen alltäglicher Handlungen mitzutragen.

„Es bringt nichts, ständig über Zukunft zu sprechen, wir müssen sie jetzt bereits gestalten,um bis 2030 auch nur annähernd unsere Klimaziele zu erreichen! Bevorstehende Veränderungen gesetzlicher Rahmenbedingungen oder planetare Grenzen spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Vielzahl an bereits aktiven Initiativen, Institutionen und Einzelpersonen, die mit allen Kräften an einem KlimakulturWandel arbeiten“, so das Breathe Earth Collective. Die Ausstellung will jede und jeden einladen, Teil bevorstehender Transformationen zu werden und mitzuwirken. Begleitend zur Aus-stellung startet im MAK eine KlimaKulturDiskussionsreihe, die im KlimaKulturPavillon in Graz weitergeführt wird. Die Links zur KlimaKulturDiskussionsreihe im Rahmen von MAK im Dialog und alle weiteren Programmpunkte können direkt über MAK.at/breatheearthcollective abgerufen werden.

www.mak.at

8. 5. 2021

Neue Internet-Plattform für Online-Kultur

April 2, 2020 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Die Künstler laden hoch, das Publikum wählt aus

Ab sofort bietet die Stadt Wien unter partizipation.wien.gv.at eine öffentliche Internet-Seite, auf der Künstlerinnen und Künstler auf ihr Angebot hinweisen können. Ein kurzer Text, ein Video und eine Verlinkung zur eigenen Website können hochgeladen werden, damit das Publikum einen Überblick über das derzeitige digitale Kunst- und Kulturschaffen erhält. Sowohl große Institutionen wie und vor allem auch Einzelkünstlerinnen und -künstler und kleine Gruppen sind zum Mitmachen eingeladen.

 

Wie das funktioniert: www.partizipation.wien.at/de/consultation/kuenstlerinnen-fuer-wien

partizipation.wien.gv.at

2. 4. 2020

Kathedralen der Kultur

Oktober 21, 2014 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Architektur als Abbild der Gesellschaft

CoC Olin Opera Bild: © 2013 Øystein Mamen

CoC Olin Opera
Bild: © 2013 Øystein Mamen

Seit Kurzem ist in den heimischen Kinos die Doku „Kathedralen der Kultur“ zu sehen. Der Film lässt sechs hervorragende und höchst unterschiedliche Bauwerke für sich selbst sprechen. Das 3D-Filmprojekt erkundet, wie Gebäude unsere Kultur reflektieren. Aufgeladen mit den Gedanken und Gefühlen der Personen, die sie erbauten und die sie benutzen, sind diese Gebäude voller Zeugnisse der Vergangenheit, der Gegenwart und sogar der Zukunft. Sie besitzen ein Gedächtnis und sind ein Abbild unserer Gesellschaft. Sechs renommierte internationale Regisseure verleihen dem Projekt ihren jeweils eigenen Stil und beantworten in einer unverwechselbaren Handschrift die Frage: “Wenn Gebäude sprechen könnten, was würden sie uns erzählen?

In Wim Wenders’ „Die Berliner Philharmonie“ erleben wir das Gebäude durch die Augen etlicher seiner Besucher und Mitarbeiter, die alle auf ihre Art tief mit ihm verbunden sind. Wir lauschen den Orchesterproben im Konzertsaal, wo Scharoun die Bühne radikal neu erfand, indem er es wagte, sie mitten im Publikum zu platzieren. Der Film erlaubt uns Blicke und Einblicke in das Innenleben dieses legendären Hauses. Debussys »Jeux« bildet den Soundtrack für die bis heute wegweisende Architektur der Philharmonie.

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In Michael Glawoggers († 22. April 2014 in Monrovia, Liberia) „Die Russische Nationalbibliothek“ kommt die ehrwürdige Bibliothek durch Auszüge aus einigen ihrer größten Schätze zu Wort. Jenseits ihrer Mauern allerdings pulsiert eine Welt, die mehr und mehr auf die virtuelle Speicherung von Daten und Information vertraut und in der Bibliotheken und Buchläden langsam an Bedeutung verlieren. Der Film setzt der vergänglichen Schönheit der Bücher und ihrer Schutzräume ein Denkmal.
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Interview
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Warum haben Sie die Russische Nationalbibliothek für Ihren Beitrag zu »Kathedralen der Kultur« ausgewählt?
Michael Glawogger: Als ich die Einladung bekam, einen Film zum Projekt Kathedralen der Kultur beizusteuern, war mein erster Gedanke: Ich will eine Bibliothek filmen. Bibliotheken sind vollgepackt mit allem Möglichen an Ideen und Gedanken; sie sind materialisierte Mannigfaltigkeit,Verkörperung einer Geistesgesamtheit. Bibliotheken sind mehr als bloße Gebäude. Bibliotheken sind selbst wie Bücher mit sehr vielen vollgeschriebenen Seiten. Als wir dann anfingen darüber nachzudenken, welche Bibliothek es denn sein solle, hatten wir bald ein Problem: Jede Bibliothek mit einem gewissen Rang und Klang (Vatikan, Oxford…) wirkte so, als könne man sie nicht angemessen filmen – zu viele Verbote. Also näherten wir uns dem Ganzen von der Größenfrage her. St. Petersburg streitet sich mit Peking darüber, wessen Sammlung die meisten Bände umfasst, wobei beide wahrscheinlich gar nicht wissen, wie viele es jeweils wirklich sind. Ich hatte dann eine Reise zu diesen beiden sowie noch einigen anderen riesigen Bibliotheken geplant, begann in St. Petersburg, und blies den Rest des Trips gleich ab – diese Bibliothek ist ein offenes Buch, die war perfekt.
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Wie hat 3D die Schaffung dieses Films beeinflusst?
Glawogger: Als ich die ersten Muster sah, fiel mir auf, dass es zwei Arten von Bildern gab, die wirklich fabelhaft funktionierten: das waren die Entdeckungsreisen durch das Labyrinth sowie die Nahaufnahmen. Wenn man den Büchern mit der 3D-Kamera nahe kommt, dann sieht man selbst die winzigsten Details: den kleinsten Knick, die leichteste Bräunung – das Alter dieserObjekte wird gegenständlich, greifbar – die Bücher werden Lebewesen. Als wir dann diese wunderschöne alte Bibel mit ihren unglaublich ausdrucksstarken Farbdrucken von der Schöpfungsgeschichte filmten, dachte ich plötzlich: 3D darf nicht nur die Räume erforschen, in denen die Bücher stehen – 3D muss in die Bücher selbst hinein und diese erforschen. Und so nahmen wir uns einen dieser Drucke – wie Gott den Menschen erschafft -, verwandelten ihn in ein 3D-Bild und fügten das dann im Film in die Bibel ein. Da hatten alle das Gefühl: dafür ist 3D da, nämlich Räume zu erschließen, wenn nicht gar zu schaffen, die es vorher noch nicht gab.
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Das norwegische Halden Gefängnis wurde vom dänischen Architekturbüro EMA entworfen und vom Time Magazine als „das humanste Gefängnis der Welt“ bezeichnet. Seit der Eröffnung 2010 sitzen in dem Hochsicherheitsgefängnis einige der gefährlichsten norwegischen Kriminellen ein. Doch können gitterlose Fenster und Panoramablicke auf die umgebende Natur knallharten Kriminellen wirklich helfen? Kann ein Gefängnis überhaupt jemals »human« sein? Traditionell werden Gefängnisse als Bestrafungsinstitutionen gestaltet – in ihnen drückt sich das Limit der gesellschaftlichen Toleranz aus. Doch Michael Madsen zeigt in „Das Halden Gefängnis“ wie diese Anstalt diesen Trend umkehrt und »normales Leben« imitiert. Seine frei schwebende Kamera bildet einen Gegenpol zur Haftsituation der Insassen – so zeigt Madsen die dünne Trennlinie zwischen dem humanistischen Konzept der Rehabilitierung und dem Bedürfnis nach Rache und Bestrafung innerhalb der Gesellschaft.
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1959 bat der berühmte Virologe Jonas Salk den Architekten Louis Kahn, seinen Traum von einer neuen Art Forschungsinstitut zu entwerfen – er wünschte sich einen Ort, wie er sagte, an dem sich Picasso zu Hause fühlen würde. Salk stellte sich ein „Kloster“ an der kalifornischen Küste vor, wo die Wissenschaftler im Einklang mit der Natur und weit abseits der Ablenkungen durch die moderne Welt arbeiten konnten. So ergab sich die einzigartige Zusammenarbeit zweier Männer, die zu den außergewöhnlichsten Köpfen des 20. Jahrhunderts zählen. Robert Redfords „Das Salk Institut“ offenbart Kahns außergewöhnlichen Entwurf als modernes Meisterwerk, als Hommage an den rechten Winkel. Der Film ist eine Reflexion über die existenzielle Qualität eines Ortes. Kann die Seele eines Bauwerkes die Menschen, die in ihm arbeiten so beeinflussen, dass sie Außergewöhnliches vollbringen? Untermalt von Mobys Musik porträtiert der Film auf meditative Weise einen monumentalen Ort und zwei Denker, deren Überzeugung es war, dass Gestaltung den humanistischen Idealen dienen kann.
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2008 etablierte sich ein elegantes neues Bauwerk in dem von Problemen belasteten Hafen im Zentrum von Oslo. Das vom Architekturbüro Snøhetta gestaltete Opernhaus erwächst aus dem Fjord und beherbergt die Norwegische Oper und das Ballett. Sein scheinbar endloses, schneeweißes Marmordach und das elegante Interieur ziehen gleichermaßen Besucher an. Die Architektur lässt hier die üblicherweise strikte Trennung zwischen innen und außen verschwimmen – und bietet so eine einzigartige Mischung aus Hochkultur und Naherholung. Margareth Olins „Das Oslo Opernhaus“ dokumentiert die zahllosen Menschen, die das schneeweiße Dach täglich überqueren, und Hunderte von Mitarbeitern und Performern des Hauses, die das Leben „dort oben“ auf die Bühne übertragen. Olin zeigt mit ihrem Film, wie sehr dieses Gebäude eine Symbiose von Kunst und Leben darstellt.
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Das Centre Pompidou wurde 1977 von Renzo Piano und Richard Rogers gebaut und stellt ein demokratisches Versprechen als eine verspielte Utopie dar, die einer großen Bandbreite von Besuchern ein ebenso breites Kulturangebot bietet. Begeistert strömen hier die Besucher durch die Kunstgalerien, Archive und Bibliotheken, Veranstaltungsräume und Kinos, ins Restaurant und auf die Aussichtsplattform. Karim Ainouz‘ „Das Centre Pompidou“ zeigt einenTag im Leben dieses Pariser Wahrzeichens, gleitet durch die futuristischen, gläsernen Rolltreppenröhren, hält inne beim dramatischen Blick über Paris und in den reichen Sammlungen moderner Kunst und führt uns in die verborgenen Räume. Das Centre Pompidou ist wie ein Riesenmagnet im Zentrum der Stadt und der Film fängt die magische Anziehungskraft des Gebäudes ein.
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Wien, 21. 10. 2014

Festwochen schamloser Kultur

April 16, 2014 in Tipps

VON RUDOLF MOTTINGER

Let’s go bananas!

Evi & das Tier mit ihrer Band The Glanz Bild: © Thomas Adorff

Evi & das Tier mit ihrer Band The Glanz
Bild: © Thomas Adorff

Die Plattform für die angesagteste Kultur des Landes – kulturbanane.at – präsentiert wieder die Festwochen schamloser Kultur. Die größten Diven, Self-Made-Men als Superheros, Diseusen und ihre Seemänner. Heuer vorrangig im Stadtsaal beheimatet lautet das Motto „Let’s go bananas!“ und zeigt wieder Newcomer aus der Queer Comedy-Szene, Publikumslieblinge aus den letzten Jahren und Weltstars in Wien. In den letzten Jahren begeisterten unter anderem die Geschwister Pfister, Pam Ann, Georgette Dee, Margaret Cho, Jonathan Hellyer und Gayle Tufts das Publikum – und auch das Programm für 2014 kann sich wieder sehen lassen.

Die Festwochen schamloser Kultur eröffnen am 23. April mit der Festivalentdeckung von 2013 – Trevor Ashley – und seinem aktuellen Programm (Österreich-Premiere!) „Star*Struck“ die neue Saison – zuletzt überzeugte der Australier mit „Liza (On an E)“ das Publikum im Wiener Metropol von seinem Ausnahmetalent. In seiner neuen Show widmet er sich nicht nur den Höhen und Tiefen einer Liza Minnelli, sondern auch jenen einer Cher, Tina Turner oder Shirley Bassey – „A Tribute to the Divas“. Ebenfalls zu sehen am 9. Mai. Weiter geht es am 24. April 2014 mit einem Künstler, der zum ersten Mal im Rahmen der Festwochen schamloser Kultur auftreten wird: Der amerikanische Transgender Stand-up-Comedian Ian Harvie präsentiert in seinem sehr persönlichen Programm „Superhero“ die Geschichte seiner Geschlechtsumwandlung – von der Geburt als Mädchen bis hin zum „Self-Made Man“. Brustentfernung und andere Geschlechtsangleichungen, das erste Mal auf der anderen Toilette … Seine Show ist aufrichtig, menschlich – und zum Schreien komisch. Österreich-Premiere!

Am 25. und 26. April beehrt die beste Diseuse Deutschlands, Georgette Dee, zusammen mit Terry Truck den Stadtsaal. Sie laden zur Österreich-Premiere ihres neuen Programms „Der Seemann & der Prinz“ und entführen das Publikum in eine Zeit, in der das Wünschen noch geholfen hat. Das Kulturradio rbb meldet zu dem Programm: „Georgette Dee hat noch so intensiv gesungen wie jetzt. Eine sonore Tiefe scheint sich ganz aus einem inneren Fundament zu speisen. Kurz gesagt: Noch nie hat Georgette Dee so gut gesungen wie heute.” Neu bei den Festwochen ist auch die australische Formation The Umbilical Brothers am 28. April. Die ungleichen Brüder sind aber nicht so richtig verwandt, wie es scheint, denn: Shane gibt an, von Space Bunnys aufgezogen worden zu sein, und David beschreibt sich ohnehin als wahnsinnig unterentwickeltes Mega-Genie. Ihr verrückter Mix aus Body-Comedy, Sound ’n’ Mime, Artistik und anarchischem Humor zeigt das ganze Spektrum der Comedy-Allrounder, fast ohne Worte: „Don’t Explain“. Am 29. und 30. April schiebt auch die beliebteste und gleichzeitig schamloseste Air-Hostess mit ihrer brandneuen Show „FLY“ endlich wieder ein Vienna-Layover ein: Pam Ann. Sie schubst den Trolley wie keine andere, ist immer wahnsinnig busy und weiß ganz genau, wie die Frage „Coffee, tea or me?“ beantwortet werden wird. Die australische Presse schreibt über sie: „Glamorous, vicious, camp and larger than life, the bitchy yet heart-warming trolley dolly in tight uniform and disco boots rules the skies.”

Sven Ratzke, der deutsch-niederländische Vollblut-Performer mit Glamour-Faktor, sorgt mit seiner neuen Produktion „Diva Diva’s“ am 2. Mai für Exzentrik, Allüren und Eigensinn. Zusammen mit seinem genialen Jazzpianisten und Arrangeur Charly Zastrau verneigt er sich musikalisch vor den großen Diven der Sixties, denn laut Ratzke sind die 1960er Jahre ’the most classy decade of the last century’. Am 7. Mai wird es verrucht: Wenn es nach dem Berliner Magazin „Zitty“ geht, dann haben sie „Glamour im kleinen Finger“ – die Cabaret-Stars Evi & das Tier feiern mit ihrer kongenialen Band „The Glanz“ die moderne Wiedergeburt des Vaudeville-Theaters, bei dem alle Formen, der Bühnenkunst in einem abenteuerlichen und gewagten Trip zueinander finden – Musik, Gesang, Humor, Tanz, Erotik, Artistik und jede Art von Sinnlichkeit: „Let’s Burlesque!“ Burlesquetanz und Artistik: Miss Honey Lulu und Lady Dorice aus Berlin!

„It’s just a jump to the left. And then a step to the right.“ – Und jetzt alle! Nach dem Erfolg des Mitmach-Abends „Im Weißen Rössl“ 2013 präsentieren die Festwochen schamloser Kultur am 8. Mai den Klassiker: Singalong: The Rocky Horror Picture Show. Tim Curry, Meat Loaf und Susan Sarandon auf der Leinwand bekommen allerdings nicht nur durch die schrillen Moderatorinnen – Aleks P. und Rettig von der Wiener Kult-Formation „Villa Valium“ und die angesagten Drag-Performance-Künstler_innen Mara Gheddon und Dutzi Ijsenhower – Konkurrenz, sondern auch durch die Intervention des Publikums. Jenes ist mit Spaßsackerln bestens ausgerüstet! Gayle Tufts, die 2013 bei den Festwochen mit „Some like it heiß“ quasi debütierte, präsentiert am 10. Mai ihr neues Programm „Love!“. Zusammen mit ihrem sensationellen und „very begabten“ Arrangeur und Pianisten Marian Lux gibt sie eine zum Schreien komische Abrechnung mit sämtlichen handelsüblichen Stereotypen und Klischees zum Thema Liebe zum Besten. Die 1960 in Brockton/ Massachusetts geborene und seit 1991 in Berlin lebende Vollblut-Entertainerin zeigt sich in der Blüte ihrer Jahre: energiegeladen, strahlend und verliebt. Und wenn Tufts aus diesen Begleitumständen ein Programm strickt, dann werden Männer und Frauen Augen und Ohren spitzen, um ja nichts zu verpassen.

Teaser:

www.youtube.com/watch?v=c4VCMBE_8sM

www.youtube.com/watch?v=7eipmY904ss

www.youtube.com/watch?v=XrfClfpMKPY

www.youtube.com/watch?v=vyscLSltE_s

www.youtube.com/watch?v=eEUj3C1al0I

www.youtube.com/watch?v=DGhR5jMWNLk

www.youtube.com/watch?v=EtnhRehW8d8

www.youtube.com/watch?v=sg-vgGuTD8A

www.youtube.com/watch?v=c4VCMBE_8sM

www.youtube.com/watch?v=eP6yqsJJx7U

www.kulturbanane.at

 www.stadtsaal.com

Wien, 16. 4. 2014