Neat, sweet, petite: Uwe Kröger spielt Gomez Addams

Mai 2, 2016 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Ab 2. November im Wiener Museumsquartier

Uwe Kröger mit der Addams Family. Bild: Rolf Ruppenthal/Brinkhoff/Mögenburg

Uwe Kröger mit der Addams Family. Bild: Rolf Ruppenthal/Brinkhoff/Mögenburg

Nach dem fulminanten Erfolg des Gastspiels „Next to Normal“ mit Musicalstar Pia Douwes (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=19332), kommt schon im Herbst eine weitere Musicalproduktion aus Deutschland nach Wien. Diesmal mit Publikumsliebling Uwe Kröger.

Mit ihm erwacht die Addams Family zu neuem Leben: Ab 2. November sind Kröger als Gomez Addams und Edda Petri als seine elegant-untote Morticia im Wiener Museumsquartier im Stück von Andrew Lippa, Marshall Brickman und Rick Elice zu sehen. Regie führt Andreas Gergen. Der Opernchef des Salzburger Landestheaters feiert gerade mit der Weltpremiere von „Don Camillo & Peppone“ in St. Gallen Triumphe (eine Koproduktion mit den Vereinigten Bühnen Wien und ab Ende Jänner 2017 im Ronacher zu sehen).

Im Broadway-Spaß durchleidet Gomez – ausnahmsweise einmal nicht lustvoll – die Höllenqualen jedes Vaters: Seine Tochter Wednesday hat sich verliebt und ihr Auserwählter ist alles andere als ein Prinz der Finsternis. Wednesday beschwört den Vater, ihr Geheimnis vor der gestrengen Mutter zu wahren, für den verliebten Ehemann schier unmöglich. Als dann auch noch die total normale künftige Schwiegerfamilie zum Besuch antritt, ist die Katastrophe in eiskalter Reichweite.

Uwe Kröger und Edda Petri. Bild: Rolf Ruppenthal/ Brinkhoff/Mögenburg

Uwe Kröger und Edda Petri. Bild: Rolf Ruppenthal/ Brinkhoff/Mögenburg

Und Onkel Fester wacht über allen. Bild: Rolf Ruppenthal/ Brinkhoff/Mögenburg

Und Onkel Fester wacht über allen. Bild: Rolf Ruppenthal/ Brinkhoff/Mögenburg

Hinter dem MQ-Musicalprojekt steht  jemand, der bis dato wenig mit dem Genre zu tun hatte: Der einstige Intendant der Opernfestspiele St. Margarethen, Wolfgang Werner, mit seiner neuen Firma. Er werde sich mit Wolfgang Werner Entertainment künftig darauf konzentrieren, Projekte verschiedenster Art nach Österreich zu holen, kündigte er bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach seinem unsanften Abgang bei den Festspielen im Vorjahr an. Einen Erfolg kann er nun bereits verbuchen: Für „The Addams Family“ läuft der Kartenvorverkauf bei oeticket.com auf Hochtouren. Zwei Drittel der Tickets sind schon weg. Es wurden bereits Zusatzvorstellungen eingeschoben: am 5. und 6. November, jeweils 16 Uhr.

theaddamsfamilymusical.de

www.wolfgangwerner.at

Wien, 2. 5. 2016

Neue Musicals im Wiener MQ und in der Bühne Baden

November 5, 2015 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Neat, sweet, petite: Uwe Kröger spielt Gomez Addams

Uwe Kröger und Edda Petri Bild: Brinkhoff/Mögenburg

Uwe Kröger und Edda Petri
Bild: Brinkhoff/Mögenburg

Die Addams Family erwacht zu neuem Leben: Ab 2. November 2016 sind Uwe Kröger als Gomez Addams und Edda Petri als seine elegant-untote Morticia im Wiener Museumsquartier, Halle E, im Erfolgsmusical von Andrew Lippa, Marshall Brickman und Rick Elice zu sehen. Regie führt Andreas Gergen. Der Opernchef des Salzburger Landestheaters hatte zuletzt „Der Besuch der alten Dame“ für die Vereinigten Bühnen Wien inszeniert, ebenfalls mit Kröger in einer Hauptrolle.

Im Broadway-Spaß durchleidet Gomez – ausnahmsweise einmal nicht lustvoll – die Höllenqualen jedes Vaters: Seine Tochter Wednesday hat sich verliebt und ihr Auserwählter ist alles andere als ein Prinz der Finsternis. Wednesday beschwört den Vater, ihr Geheimnis vor der gestrengen Mutter zu wahren, für den verliebten Ehemann schier unmöglich. Als dann auch noch die total normale künftige Schwiegerfamilie zum Besuch antritt, ist die Katastrophe in eiskalter Reichweite.

Hinter dem MQ-Musicalprojekt steht  jemand, der bis dato wenig mit dem Genre zu tun hatte: Der einstige Intendant der Opernfestspiele St. Margarethen, Wolfgang Werner, mit seiner neuen Firma. Er werde sich mit Wolfgang Werner Entertainment künftig darauf konzentrieren, Projekte verschiedenster Art nach Österreich zu holen, kündigte er bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach seinem unsanften Abgang bei den Festspielen im Vorjahr an. Dazu würde laut APA ein Papageno-Stück in Rust am Neusiedler See gehören, das 2017 verwirklicht werden könnte. Bevor Kröger in Gomez‘ Haut schlüpft, bereitet sich der Musicalstar noch auf seine Premiere von „Annie“ am 10. Dezember im Salzburger Landestheater vor. Für „The Addams Family“ hat der Kartenvorverkauf bei oeticket begonnen.

Trailer:  theaddamsfamilymusical.de/medien-info

Musicaluraufführung: „In 80 Tagen um die Welt“ an der Bühne Baden

Doch Musicalfreunde haben einen viel näherliegenden Grund zur Freude: Am 14. November 2015 wird an der Bühne Baden die Musicalfassung von „In 80 Tagen um die Welt“ nach Jules Vernes Roman uraufgeführt. Das nunmehr musikalische Abenteuer stammt aus der Feder von Beppo Binder, die Musik von Pavel Singer. Binder singt auch den Diener Passepartout, als Phileas Fogg ist René Rumpold zu sehen. Der wunderbare Lorin Wey, zuletzt an der Neuen Oper Wien in Shostakovitchs „Die Nase“ zu erleben, spielt Detectiv Fox.

www.buehnebaden.at

Wien, 5. 11. 2015

Salzburger Festspiele: The Forbidden Zone

August 11, 2014 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Bei Katie Mitchell dürfen Frauen ein Schicksal haben

Giorgio Spiegelfeld (French Soldier) Bild: © Salzburger Festspiele / Stephen Cummiskey

Giorgio Spiegelfeld (French Soldier)
Bild: © Salzburger Festspiele / Stephen Cummiskey

Sehr gescholten hat einmal ein selbsternannter Wiener Literaturpapst, als man sagte, es gebe so etwas wie „Frauenliteratur“. Und damit nicht Rosamunde Pilcher meinte. Aber das hat Seine Männlichkeit, ein wahrer Frauenversteher, nicht verstanden. Oder einem schon nicht mehr seine Aufmerksamkeit geschenkt. Nun der nächste Satz: Katie Mitchell macht „Frauentheater“. Nicht als erste und nicht als letzte hört sie auf Frauen und macht, dass diese gehört werden. Das ist bei der Regisseurin genauso Programm, wie die Tatsache, dass etliche Kameramenschen ihre Darsteller quer über die Bühne verfolgen und das tatsächliche Geschehen sich auf der Leinwand abspielt. Video killed the Stage Star. Wer das nicht mag, braucht bei Mitchell gar nicht reinzugehen.

Nun inszenierte die Britin auf der Perner Insel „The Forbidden Zone“. Thema: natürlich Erster Weltkrieg. Als Textcollage von Virginia Woolf, Emma Goldman, Simone de Beauvoir, Hannah Arendt und Mary Borden. Inhalt: Wie männliches Verhalten und das Außenvorlassen von Frauen die Gesellschaft und ihre Schrecken dominiert(e). Das Projekt wurde im Zuge der Vor- und Probearbeiten immer größer. Bis ein Schnitt gesetzt werden musste. Deshalb: Inhalt: Protagonistin Claire ist die Enkelin von Clara Immerwahr und Fritz Haber. Der deutsch-jüdische Chemienobelpreisträger, sowohl Erfinder von Düngemitteln als auch eines Giftgases, das im Ersten Weltkrieg zum Einsatz kam, hat das Bewusstsein seiner Enkelin geprägt. Sie forscht vor dem Zweiten Weltkrieg in Chicago an einem Gegenmittel zu chemischen Waffen und hat gerade erfahren, dass ihre Forschung eingestellt wird, weil das Militär ABC-Waffen unterstützen will. Parallel wird das Schicksal von Großmutter Clara Immerwahr erzählt. Sie versuchte vergeblich, ihren Mann von seinen tödlichen Forschungen abzuhalten. Doch der war davon überzeugt, dass mit seiner Waffe der Krieg schneller zu beenden sei und es weniger Opfer geben werde. Da Clara, selbst Chemikerin, ihn nicht von seinen Forschungen abhalten kann, erschießt sie sich. Zeitgleich steigt in Amerika Claire aus dem Zug, holt sich Gift aus ihrem Labor und begeht ebenfalls Selbstmord.

Mitchell nutzt zwei Zugabteile als Spielräume beziehungsweise Filmsets. In den auseinander ziehbaren Räumen bringt sie ihre Figuren, Fakten und Fiktion, Handlungen und Haltungen, erfundene Situationen und historische Wahrheit unter. Sehr gelungen sind ihre Montagen, die sich über Zeit und Raum hinwegsetzen. Gräueltaten an der Menschenheit werden „nüchtern“ dargelegt, persönliche Krisen emotional ausgeschlachtet. Ein Widerspruch, der jedem Sinn macht, der Weltnachtrichten liest oder schaut. Besonders kommt das im „Doppelselbstmord“ vor Augen, wenn zwei Frauen aus Protest, aus Vernunft, wegen der ihnen eigenen Moralvorstellungen in den Tod gehen. Nicht schmerzfrei, sondern wie die Giftgasopfer sich in Todeskrämpfen windend.

Das Schlussbild ist ein Soldat, der sich, mit Chlorgas vollgesogen, mit dem Rest seines Lebens abquält. Er wird aus diesem scheiden. Sein Leiden als Großbild lässt wohl niemanden kalt. Wie seine Kollegen entfaltet er im Sterben eine sensible, ausdrucksstarke, seltsame Kraft. Mitchells Abend ist so sinnhaft wie sinnlich. Auf dem Weg allen Fleisches begleiten einen poetische Bilder. Ein kleiner Trost. Aber ein großes Aufrütteln zu einem Niemals Wieder.

Wien, 1. 8. 2014

www.salzburgerfestspiele.at

www.mottingers-meinung.at/salzburger-festspiele-2014/

www.mottingers-meinung.at/salzburger-festspiele-jedermann/

www.mottingers-meinung.at/salzburger-festspiele-die-letzten-tage-der-menschheit/

Dürrenmatt im Wiener Ronacher

Oktober 4, 2013 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

„Der Besuch der alten Dame“ als Musical

Pia Douwes & Uwe Kröger Bild: Copyright: VBW/Rolf Bock

Pia Douwes & Uwe Kröger
Bild: Copyright: VBW/Rolf Bock

Die berühmteste Tagikomödie des Schweizer Schriftstellers Friedrich Dürrenmatt wird zur brandneuen Produktion der Vereinigten Bühnen Wien. DER BESUCH DER ALTEN DAME – DAS MUSICAL soll am 19. Februar 2014 österreichische Erstaufführung im Ronacher haben. Die Geschichte handelt von der Milliardärin Claire Zachanassian, die nach Jahrzehnten in ihre verarmte Heimatstadt Güllen zurückkehrt und den Bürgern eine Spende von zwei Milliarden Euro unter einer einzigen Bedingung in Aussicht stellt: Den Tod ihres ehemaligen Liebhabers Alfred Ill. In den Hauptrollen der Claire Zachanassian und des Alfred Ill werden die Musicalstars Pia Douwes und Uwe Kröger – erstmals seit ELISABETH wieder gemeinsam in einer großen Musicalproduktion auf einer Wiener Bühne – zu sehen sein. Neben Douwes und Kröger ist es den Vereinigten Bühnen gelungen, weitere große Namen der Musicalwelt für diese Produktion zu gewinnen: Ethan Freeman, bestens bekannt durch zahlreiche Hauptrollen in nationalen wie internationalen Musicalproduktionen, wird den Lehrer Klaus Brandstetter verkörpern und auch alternierend Alfred Ill spielen. Norbert Lamla, ebenso vom Publikum hoch geschätzt, ist Güllens Polizist Gerhard Lang. Der Pfarrer wird von Schauspieler und Sänger Gunter Sonneson dargestellt, den Bürgermeister Matthias Richter der Kleinstadt gibt Hans Neblung. Alfred Ills Ehefrau Mathilde ist Masha Karell, ihre Kinder Niklas und Julia werden von Niklas Abel und Marianne Curn gespielt. Als Claire Zachanassians Bodyguards Roby, Loby und Toby sind Jeroen Phaff, Dean Welterlen und Peter Kratochvil zu sehen, in den Rollen des jungen Liebespaars Claire und Alfred werden Lisa Habermann und Riccardo Greco auf der Bühne stehen.

Das Autoren-Team Michael Reed (Musik) / Wolfgang Hofer (Liedtexte) / Moritz Schneider (Musik) / Christian Struppeck (Buch), das schon mit der Schweizer Musicalgroßproduktion DÄLLEBACH KARI – DAS MUSICAL (Produktionen in Thun, Zürich, Bern; ausgezeichnet als „Beste Neue Theaterproduktion“ / Gewinner „Goldener Scheinwerfer“/ „Bestes neues Schweizer Musical“ und „Beste Weltpremiere“ bei den „Glory Awards“) Erfolge verzeichnen konnte, hat sich der dramatischen Geschichte von Friedrich Dürrenmatt angenommen und sie in einen  modernen Musicalthriller verwandelt, der mit schwelgerischen, aber auch rockigen Melodien und spannungsgeladenen, pointierten Texten punkten will. Für die Regie zeichnet der Operndirektor des Salzburger Landestheaters, Andreas Gergen, verantwortlich, für die Choreografie Simon Eichenberger. Die aufwändigen Kostüme werden von Uta Loher und Conny Lüders entworfen, das Perücken- Makeup Design stammt von Ronald Fahm. Das opulente Bühnenbild kreiert der Britische Designer Peter Davison (REBECCA), das Lichtdesign stammt von Mark McCullough (New York), das Sounddesign von Thomas Strebel (Zürich).

„Mit DER BESUCH DER ALTEN DAME – DAS MUSICAL bringen die Vereinigten Bühnen Wien ein Stück Weltliteratur als opulenten Musicalthriller auf die Bühne. Gerade dieses Stück als Musical zu produzieren ist eine spannende Aufgabe, vor allem, da Dürrenmatts Tragikomödie bis heute nichts an Aktualität verloren, sondern im Gegenteil, sogar noch dazu gewonnen hat. Mit einem international renommierten Leading Team möchten wir eine packende, moderne musikalische Version auf die Bühne bringen“, freut sich VBW-Intendant Christian Struppeck.

www.musicalvienna.at

Wien, 3. 10. 2014