Jüdisches Museum: Die Wiener Rothschilds. Ein Krimi

Januar 11, 2022 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Hitler verlangte 75 Millionen Dollar Lösegeld

True Detective Mysteries, „Hitler´s Kidnaping of Baron Rothschild“, NY, 1940. © The Rothschild Archive, London

Das Jüdische Museum Wien präsentiert derzeit eine Ausstellung über die Geschichte der Familie Rothschild in Wien und Österreich. Da die Leistungen und Errungenschaften der Wiener Rothschilds in Vergessenheit geraten sind, gilt es, sie mit dieser Ausstellung in Erinnerung zu rufen und ihre Spuren sichtbar zu machen.

Der Aufstieg der Familie Rothschild setzte am Beginn des 19. Jahrhunderts ein. Am Anfang stand mit Mayer Amschel Rothschild ein aus bescheidenen Verhältnissen stammender Frankfurter Jude. Er machte durch viel Fleiß Karriere und schickte seine fünf Söhne in dieWelt, einen davon nach Wien: Salomon von Rothschild.

Er wurde Bankier des österreichischen Staatskanzlers Metternich und stieg schnell zu einem der führenden Unternehmer Österreichs auf. Der Name Rothschild wurde zum positiven Symbol für eine jüdische Erfolgsgeschichte, aber auch zum negativen Klischee in der antisemitischen Propaganda.

Die Geschichte der Rothschilds in Wien und Österreich liest sich in Teilen wie ein Krimi. Sie mussten sich gegen Konkurrenten durchsetzen, wurden in Konflikte verwickelt und mit antisemitischen Stereotypen konfrontiert. Immer wieder traten sie für ihre unterdrückten und verfolgten Glaubensgenossinnen und Glaubensgenossen ein und riefen viele Bildungs- und Wohltätigkeitsstiftungen für die Allgemeinheit ins Leben.

Ausstellungsansicht mit Sphinx. Bild: © David Bohmann

Abbrucharbeiten am Palais Rothschild, Abtransport Sphinx, 1954/55. © Alfred Klahr Gesellschaft

Ausstellungsansicht mit Krokodil: Bild: © David Bohmann

Modell des Wiener Nordbahnhof. Bild: © David Bohmann

1938 nahm die Gestapo Louis Rothschild fest und hielt ihn ein Jahr lang als Geisel, um den Rothschilds ihr gesamtes Vermögen abzupressen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde zwar ein Großteil ihres geraubten Vermögens restituiert, doch mussten sie wesentliche Werke an österreichische Museen „widmen“. Die Restitution zieht sich bis heute. Aber die Geschichte der Rothschilds in Österreich geht weiter. Eine vom Wiener Landtag eingesetzte Kommission von Expertinnen und Experten untersuchte die Geschichte der Nathaniel Freiherr von Rothschild’sche Stiftung für Nervenkranke, allerdings nur bis 1963. Im November 2021 empfahl die Kommission die Anbringung von Gedenktafeln an den Pavillons am Rosenhügel.

Edvard von Heuss, Salomon von Rothschild, ca. 1845. © Privatsammlung, London

Abbrucharbeiten am Palais Rothschild, Prinz-Eugen-Straße, Wien, 1954/55. © Alfred Klahr Gesellschaft

Büste der Bettina von Rothschild aus dem ehemaligen Kaiserin-Elisabeth-Spital, ca. 1897. © Momentosphere by Tobias de St. Julien

Die Ausstellung im Museum Dorotheergasse zeichnet sich auch durch besondere Objekte und Leihgaben aus. Zum Beispiel ist ein Gemälde des bedeutendsten holländischen Porträtmalers des 17. Jahrhunderts Franz Hals zu sehen. Leihgaben aus österreichischen Museen sind unter anderem ein Modell des Wiener Nordbahnhofs aus dem Technischen Museum oder ein auf einer Safari erlegtes Krokodil, das 1930 von der Familie Rothschild an das Naturhistorische Museum übergeben wurde. Eine steinerne Sphinx, die die Besucherinnen und Besucher gleich zum Beginn der Ausstellung begrüßt und Teil des ehemaligen Palais an der PrinzEugenStraße war, steht stellvertretend für die oft vergessene Geschichte der Rothschilds in Wien

Zu sehen bis 5. Juni.

www.jmw.at

11. 1. 2022

Katharina Stemberger liest Anne Goldmann

Juni 25, 2013 in Buch

Der Krimi „Triangel“ als Hörbuch

121114_Triangel_Covercard.inddIm MONO Verlag ist Anne Goldmanns Krimi „Triangel“ als Hörbuch erschienen, gelesen von Katharina Stemberger.  „Es ist mein erstes Hörbuch in dieser Form, […] das ich eingelesen habe. Was ich total interessant fand, war der Umstand, dass der Text von Anne Goldmann mir die Form gegeben hat. Was mich fast ein wenig erschreckt hat, war, wie vertraut mir eine der 3 Hauptfiguren, „der Hassler“, ein zu lebenslanger Haft verurteilter Mörder, war. Ich war überrascht, welchen unendlichen Spaß es mir gemacht hat, diese Figur zu lesen …“  Katharina Stemberger im Gespräch mit Anne Goldmann –

Das vollständige Gespräch sehen Sie unter:

http://www.youtube.com/watch?v=wSjtrOnJaVk

Inhalt: Die Justizwachebeamtin Regina Aigner hat sich einen Traum erfüllt: ein Refugium fern der Hektik der Stadt, ein Häuschen mit wunderschönem Garten, ein Ort an dem sie die Härten des Alltags vergessen und ganz bei sich sein kann. Doch das Paradies ist bedroht. Ein grausiger Fund lässt Schatten der Vergangenheit aufleben, bedroht Reginas behütetes Idyll und ruft ihre tief vergrabenen Ängste wach. Gleichzeitig drängen sich zwei Männer in ihr Leben: Einer will Liebe, der andere Geld. Und jeder hat etwas zu verbergen … „Triangel“ ist ein hintergründiger Thriller. Sanft und zugleich gnadenlos schildert die Autorin Anne Goldmann von Ängsten, Abschottung und innerer Isolation. Katharina Stemberger beeindruckt mit ihrer Interpretation dieses herausragenden Buches und bereitet damit ein spannendes Hörerlebnis.

Zur Autorin ANNE GOLDMANN

arbeitete einige Jahre in einer Justizanstalt als Sozialarbeiterin, derzeit betreut sie Straffällige nach der Haft. Sie begann früh zu
schreiben, gewann zwei Literaturwettbewerbe, veröffentlichte Texte, verwarf dann alles und entdeckte erst vor wenigen Jahren das
Schreiben wieder neu. 2012 für den Leo-Perutz-Preis nominiert. Triangel ist ihr zweiter Kriminalroman.

Hörproben:www.monoverlag.at/hoeren/horbeispiele/

www.monoverlag.at

Von Michaela Mottinger
25. 6. 2013