Karikaturmuseum Krems – Tex Rubinowitz

Mai 13, 2019 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Momentaufnahmen einer sonderbaren Welt

Tex Rubinowitz: Du hast es vermasselt, 2019

Ab 18. Mai zeigt das Karikaturmuseum Krems die Ausstellung „Tex Rubinowitz: Caricature brute – Das Gegenteil von schön gezeichnet“. Zu sehen sind sechs politische Kommentare gezeichnet für den Falter, zwölf Cartoons, die mit eigenartigen Protagonisten und besonders groteskem Humor immer aufs Neue überraschen, sowie 20 Wilbur-Comic-Strips. Mit seinen unmittelbaren und absurden Zeichnungen zählt Tex Rubinowitz zu den wichtigsten Vertretern der sogenannten „Caricature brute“ – einem starken Gegensatz zu virtuos angelegten und sorgfältig ausgearbeiteten Arbeiten von Manfred Deix. Das Beiwort brute stammt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie roh, trocken, unbearbeitet oder ungeschliffen. Dies beschreibt die Arbeit von Tex Rubinowitz recht präzise.

Tex Rubinowitz: Wilbur, Nr. 32 A, o.D. © Tex Rubinowitz

Seine Zeichnungen sind schnell und skizzenhaft angelegt. Dargestellt werden bizarre, abwegige Szenen, Momentaufnahmen einer sonderbaren Welt. Seine Bildsprache ist zum Teil unerwartet, oft unverständlich, aber auch literarisch, und er arbeitet mit Wortspielen und Worterfindungen. Eine besondere Beigabe zur Schau sind drei Porträts der Serie „Nullpunkter“. Porträts von Musikerinnen und Musikern und beispielhaften Teilnehmern am Eurovision Song Contest, vielmehr Ikonen des Scheiterns, deren Darbietung die Jury mit keinem einzigen Punkt honorierte. Dies stellt einen weiteren unkonventionellen künstlerischen Beitrag des genialen Cartoonisten, Schriftstellers und Bachmann-Preisträgers dar.

www.karikaturmuseum.at

13. 5. 2019

Kunsthalle Krems – Hans Op de Beeck: The Cliff

März 5, 2019 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Das Leben, zu grau gefroren

Hans Op de Beeck: The Cliff, 2019. Courtesy der Künstler und Galerie Krinzinger, Wien. © Studio Hans Op de Beeck

Hans Op de Beeck entführt in melancholische Bildwelten zwischen Traum und Wirklichkeit. Es sind Bühnen der Imagination und Kontemplation, räumliche Bildsituationen der Stille, Zeitlosigkeit und Abgeschiedenheit. Teils sind sie real begehbar, teils im filmischen oder bildlichen Medium erfahrbar. Hans Op de Beeck ist Regisseur, Choreograf, Kurator, Bühnenbildner, Maler und Bildhauer in einer Person. Die Ausstellung „The Cliff“, ab 3. März in der Kunsthalle Krems zu sehen, hat der 1969 geborene Belgier selbst choreografiert und dafür eigens neue skulpturale Installationen geschaffen. Sie wird zur Passage, zur Reise.

Man trifft auf monochrome Environments, in Grau gefasst: ein schlafendes Mädchen, das auf einem Floß im Wasser treibt, Kinder, die in das Spiel mit Murmeln oder Pfeil und Bogen versunken sind, und ein Liebespaar, das auf einem Felsen sitzt. „The Cliff“, wie diese eigens für Krems geschaffene Arbeit und zugleich die Ausstellung heißt, ist ein romantisches Naturstück in Form einer lebensgroßen skulpturalen Installation. Der offene Blick des Mädchens ist in die Ferne gerichtet, während sich die Aufmerksamkeit des Jungen ganz auf sie konzentriert.

Die Arbeit ist ein bittersüßes Bild der Launen junger Liebe, geprägt von Unschuld und darauf angelegt, die Gefühle der Betrachter anzusprechen. Kunst und Alltag verschwimmen ineinander; real anmutende Personen und Objekte mutieren in ihrer Monochromie zur Skulptur. Das Leben scheint angehalten, pompejanisch einzementiert.

Hans Op de Beeck: Brian, 2018. Courtesy der Künstler und Galerie Krinzinger, Wien. © Studio Hans Op de Beeck

Hans Op de Beeck: Sleeping Girl, 2017 (Detail). Courtesy der Künstler. © Studio Hans Op de Beeck

Nächtens taucht Op de Beeck als Maler und Zeichner in die Welt des Aquarells und der Tuschmalerei ein, deren Nässe der präzisen Sachlichkeit eine malerisch-lyrische Atmosphäre verleiht. Manchmal fungieren diese Blätter als Kader für filmische Projekte –etwa für den aus nächtlichen Szenen bestehenden Animationsfilm „Night Time“ aus dem Jahr 2015, der neben einer Auswahl von weiteren Filmen in der Ausstellung präsentiert wird. Darunter befindet sich auch „Staging Silence (2)“ von 2013. In dem Film erscheinen Hände, die auf einer Bühne mit alltäglichen Gegenständen wie Plastikflaschen oder Zuckerwürfeln imaginative Settings kreieren.

Eine surreale Reise durch die wundersam melancholische Welt des Hans Op de Beeck. 2016 installierte der Künstler auf der Art Basel ein skulpturales Environment in Grau: „The Collector’s House“, eine „neureiche“ Villa mit Bibliothek, Seerosenteich, Klavier, Schaukästen mit Sammlerstücken im Wunderkammerstil, alltäglichen Objekten wie Aschenbechern und Getränkedosen sowie menschlichen Figuren, die zwischen Realität und skulpturaler Dimension changierten – alles im Maßstab eins zu eins.

Darin bewegten sich die Ausstellungsbesucher als rezipierende Protagonisten des magisch-melancholischen Ambientes. Die Kremser Schau legt den Schwerpunkt auf solche raumgreifenden skulpturalen Werke.

www.kunsthalle.at

2. 3. 2019

Karikaturmuseum Krems: Wettlauf zum Mond!

Februar 20, 2019 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Comics und Cartoons aus der Welt der Science-Fiction

Mathias Kollros: Fly Me To The Moon, 2009 © Mathias Kollros

„That‘s one small step for a man, one giant leap for mankind.“ Dieser Satz veränderte am 21. Juli 1969 den Blick auf die Welt und den Kosmos. Der US-Astronaut Neil Armstrong setzte als erster Mensch seinen Fuß auf den Mond und erlangte mit der Übertragung dieses Satzes Weltruhm. Anlässlich des Jubiläums 50 Jahre Mondlandung, zeigt das Karikaturmuseum Krems ab 24. Februar die Ausstellung „Wettlauf zum Mond! Die fantastische Welt der Science-Fiction“.

Die Schau zeichnet anhand historischer Karikaturen und Dokumentationen den Wettlauf ins All, der zwischen den USA und der ehemaligen UdSSR stattfand, nach. Dieses kampfartige, inszenierte Wettrüsten der technischen Entwicklun-gen in der Raumfahrt schlug sich in vielen Comics, Illustrationen und Cartoons nieder. Die Karikaturen bezeugen einerseits das große Interesse der Menschen an der technischen Eroberung des Weltalls, aber gleichzeitig thematisieren sie Vorbehalte gegenüber der dabei entstehenden Bedrohung durch das Wettrüsten zwischen den Großmächten.

Bis jetzt ist dieses Kräftemessen hoch aktuell, erst heute unterzeichnete der amerikanische Präsident Donald Trump ein Dekret zur Schaffung einer Weltraumarmee, der sogenannten Space Force: „Wenn es darum geht, Amerika zu verteidigen, reicht es nicht, nur eine amerikanische Präsenz im All zu haben. Es muss eine amerikanische Dominanz im All geben.“ Im Gegenzug präsentiert Wladimir Putin eine Serie neuer Atomwaffen und löste damit international Besorgnis aus. Das sogenannte Awangard-System, eine Hyperschallwaffe, so Putin, sei „unbesiegbar“, die neuen Waffen könnten fast jeden Punkt der Welt treffen und können von keiner Raketenabwehr abgefangen werden …

Horst Haitzinger: … soweit man sich halt aufs Personal verlassen kann!, 1996, Landessammlungen Niederösterreich © Horst Haitzinger, Bild: Christoph Fuchs

Torben Kuhlmann: Der erste Erdbewohner auf dem Mond, 2015 © Torben Kuhlmann, NordSüd Verlag AG

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor dem Hintergrund des viel beschworenen „Golden Age of Space“ entstanden Anfang der 1960er-Jahre viele Science-Fiction-Serien. Das war auch die Geburtsstunde der Perry Rhodan-Heftromanreihe, die von dem berühmtesten Zeichner dieser Serie Johnny Bruck detailgetreu und fantastisch illustriert wurde. Dem Jahrhundertereignis der Mondlandung widmet sich auch der mehrfach preisgekrönte Kinderbuch-Illustrator Torben Kuhlmann, dessen Debütwerk „Lindbergh“ mittlerweile in 20 Sprachen übersetzt wurde. Kuhlmanns Maus Armstrong macht sich im gleichnamigen Buch auf die lange Reise zum Mond.

Die Comics von ASH – Austrian Superheroes – punkten mit österreichischen Superhelden. 2015 als Crowdfunding Projekt gestartet, begeistern Heldinnen und Helden mit klingenden Namen wie Captain Austria, das Donauweibchen oder Lady Heumarkt. Ihre Abenteuer sind mehrheitlich an heimischen Schauplätzen und heuer erstmals auch am Mond angesiedelt. Künstlerin Michaela Konrad bedient sich dem Comic Covers Stil der amerikanischen Golden Age Comics. Inspiriert von Fantasten wie Aldous Huxley, George Orwell oder Phillip K. Dick kreiert sie eine vergangene Vision aktueller Ereignisse.

ASH – Austrian Superheroes, Flügelkämpfe. Attacke am Großglockner – Auftritt für STIER und KARAWANKA, Cover Nr. 13, 2018 © ASH – Austrian Superheroes

Johnny Bruck: Der Unsterbliche. Ein ganzes Sonnensystem vom Untergang bedroht – nur Perry Rhodan kann die Rettung bringen, Nr. 19 aus der Serie Perry Rhodan, der Erbe des Universums, Covergestaltung © Pabel-Moewig Verlag GmbH

Die große Bandbreite der satirischen Zeichnungen reicht von historischen Karikaturen bis hin zu den TV-Samplings des Medienkünstlers Kurt Razelli. Seine Faszination für den Weltraum drückt er in den aktuellen Polit-Mash-up Videos zu Lost in Space aus. Von der Presse als „der Manfred Deix der bewegten Bilder bezeichnet“, macht Razelli aus Interviewsequenzen von Promis, Politikern oder einfachen Menschen tanzbare Discobeats und Dancetracks. Die Ausstellung wird mit Infotainment-Stationen zum Thema Science-Fiction trifft Non-Fiktion abgerundet: Unglaubliche aber wissenschaftlich fundierte Hintergrundinformationen und Erkenntnisse zum Mond und Kosmos präsentiert der Kremser Astronom und Science Buster Florian Freistetter.

20. 2. 2019

Karikaturmuseum Krems: A echta Deix – Unvergessen!

Januar 31, 2019 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Schonunglose Zeitreise durch die österreichische Seele

Manfred Deix mit seinen Figuren, o.D. Karikaturmuseum Krems, Bild: Günther Kargl

Die Ausstellung „A echta Deix – Unvergessen! 70 Jahre Manfred Deix“, ab 3. Februar im Karikaturmuseum Krems zu sehen, ist eine schonungslose Zeitreise in die Untiefen der österreichischen Seele. Das enfant terrible der Karikatur-Szene provoziert, schockiert und rüttelt an gesellschaftlichen Tabus wie selten zuvor ein österreichischer Künstler. 2019 wäre Manfred Deix 70 Jahre alt geworden.

Im Gedenken daran erschien ein großer Bildband „Forever Deix – Der Jubelband“ und es gibt eine neue Ausstellung mit mehr als 120 Cartoons aus den Landessammlungen Niederösterreich. „Die Cartoons von Manfred Deix entfalten im Original ihr ganzes Potential. Technisch meisterhaft ausgeführt, sind sie inhaltlich ein zeitlos böser Abgesang über die österreichische Seele.“, so Gottfried Gusenbauer, Direktor Karikaturmuseum Krems. Ein besonderes Highlight sind „Die sieben Todsünden“, die schon seit einigen Jahren nicht mehr im Original gezeigt wurden. Das Thema inspirierte bereits viele Künstler zu Bildzyklen, am bekanntesten sind die Kupferstiche von Pieter Bruegel dem Älteren. Deix’ österreichische Version führt eine bunte Schar seiner typischen Figuren vor: den stolzen Gockel, den geizigen dicken Buam, Menschen voller Neid, Zorn und Wollust.

Bedeutende Hauptwerke aus verschiedenen Jahrzehnten präsentieren die Kraft des enfant terrible der österreichischen Zeichenkunst. Im Rahmen der Ausstellung entfalten die Aquarelle ihre besondere Kraft und zeigen, mit welcher Hingabe und welchem großen zeichnerischen Können Manfred Deix seine Karikaturen zeichnete. Manfred Deix kommentierte über vier Jahrzehnte das Zeitgeschehen. Er kritisierte quer durch alle Gesellschaftsschichten, vor allem Prominenten, Politikern und Würdenträgern setzte er mit seiner bitterbösen Satire zu. Die Cartoons von Deix sind klare Statements gegen Rassismus, Sexismus, Bigotterie, Korruption und Spießbürgertum und sind ganz im Sinne der Karikatur, auch gegen die Mächtigen der Gesellschaft gerichtet. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich seine Deix-Figuren, damit ist jener Typ Mensch gemeint, der die österreichische Eigentümlichkeit überspitzt persifliert.

Manfred Deix, Hilfe für die Dritte Welt, 1985 © Karikaturmuseum Krems, Bild: Christoph Fuchs

Manfred Deix, Transsexuell, 2011 © Landessammlungen Niederösterreich, Bild: Christoph Fuchs

Deix überzeichnete seine Personen so stark, dass der Begriff Deix-Figur den hiesigen Wortschatz bis heute nachhaltig prägt. Der Begriff Deix-Figur schaffte sogar die Aufnahme in den  Duden mit der Definition von „ins Lächerliche verzerrte Darstellung eines Menschen“. Doch auch weit über die Grenzen des deutschen Sprachraums hinaus war Manfred Deix berühmt und beliebt. So schrieb Hollywood-Legende Billy Wilder 1989 das Vorwort zum Deix-Buch „Augenschmaus“ und U2-Frontman Bono zog 1993 in einem Interview eine Parallele zwischen seinen Texten und Deix-Bildern. Sein Humor gilt als derb und kompromisslos, aber diesen Ruf hatte sich Manfred Deix hart erarbeitet.

Deix fand großen Spaß daran zu provozieren und so verwundert es nicht, dass seine Arbeiten teilweise auch als geschmacklos und unappetitlich bezeichnet werden. Einfach deshalb, weil Deix die Menschen so darstellt, wie er sie sah, ungeschönt und unvollkommen, mit allen Makeln und Schönheitsfehlern. Er liebte die österreichische Seele, die er oftmals in den Wirtshausstuben studierte. Korpulente Männer mit armseligen Zumpferln, „schiache Weibsbilder“, hässliche, geifernde Gestalten mit viel sichtbarem Zahnfleisch und pickelige Jugendliche. Die Welt des Manfred Deix ist erbarmungslos, doch eine Deix-Figur zu werden war für die Dargestellten ein Kompliment, denn „Jeder kann zur Deix-Figur werden, er muss es sich allerdings verdienen!“
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Manfred Deix, Selbstporträt, 1996

Thomas Wizany, Karikaturistenhölle © Thomas Wizany, 2019

Mit Februar  gibt es auch ein neues Konzept für die Ausstellung: Während der Laufzeit werden Exkurse zu Kolleginnen und Kollegen von Manfred Deix, Cartoonstilen und kulturellen Unterschieden im Verständnis von Humor gezeigt. „Deix & Friends“, dieser Exkurs zeigt Karikaturen von Künstlen, die sich mit Manfred Deix’ Werk und Ableben beschäftigt haben. In der ergänzenden Schau werden Arbeiten von Wolfgang Ammer, ernst, Bernd Ertl, Erna Frank, Pepsch Gottscheber, Gerhard Haderer, Daniel Jokesch, Margit Krammer, La Razzia, Oliver Ottitsch, Michael Pammesberger, Peng, Petar Pismestrovic, Oliver Schopf und Thomas Wizany zu sehen sein.

31. 1. 2019

Karikaturmuseum Krems: Thomas Spitzer – Rockomix ein Leben lang!

Dezember 8, 2018 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Das EAV-Mastermind zeigt seine Bilder

Thomas Spitzer: EAV Figuren, 2018. Bild: Thomas Spitzer

Ab 9. Dezember widmet das Karikaturmuseum Krems dem Universalgenie der EAV die Ausstellung „Thomas Spitzer – Rockomix ein Leben lang!“ und zeigt seine genialen Karikaturen und Zeichnungen. Mit etwa 200 Kunstwerken aus den vergangenen 50 Jahren ist das die größte Retrospektive in Österreich. Thomas Spitzers Karikaturen zeigen die weniger bekannte Seite des Künstlers. Sie sind wortgewaltig, pointiert und manchmal polarisierend.

Spitzer selbst sieht seine Kunst und den „Humor als Rettungsboot im Meer des Elends. Ich kann die Welt nicht ändern, aber ich kann das aktuelle Geschehen mit meinen Mitteln reflektieren.“ Spitzers Œuvre erstreckt sich von satirischen Zeichnungen und Cartoons, über das bunte Rocktheater „Rockomix“ und Trickfilm, bis zu Landschaftszeichnungen, Gemälden und großformatigen Comics – entstanden in seiner Wahlheimat Kenia. Nicht nur die Bühnenbilder und EAV-Comics stehen im Fokus der Ausstellung, sondern auch die frühen Werke Spitzers. Angefangen bei den Cowboy Comics, die im Stil stark an die frühen Zeichnungen von Manfred Deix erinnern, über die Grafiken aus einer Studienzeit, bis hin zu aktuellen politischen Karikaturen und Collagen. Die Zeichnungen aus seiner Studienzeit und die damit verbundene Stilsuche Spitzers sind besondere Highlights der Ausstellung, da viele Stil-Parallelen österreichischer Karikaturisten zu erkennen sind.

Thomas Spitzer: Gevatter Tod, o. D. Bild: Thomas Spitzer

Thomas Spitzer: Afrika, 1983. Bild: Thomas Spitzer

Für EAV-Fans bietet die Ausstellung unter anderem selten gezeigte Skizzen der Bühnenoutfits und Show-Kulissen. Auch die bekannten EAV-Maskottchen, der Nasenbär Neppomuk und der charmante Pinguin stammen aus der Feder von Thomas Spitzer. „Thomas Spitzer ist ein scharfer Kritiker unserer Gesellschaft. Seine Texte sind gekonnt im Rock verpackt, entfalten ihre politische Kraft und sind unglaublich witzig. Sie zählen zu den Sternstunden österreichischer Satiregeschichte“, so Gottfried Gusenbauer, der Kurator und Direktor des Karikaturmuseum Krems über den Künstler. Mit seinem eigenen Wortspiel und Weltbild sowie der Freude an neuen Wortschöpfungen schüttel-reimt und übertreibt Spitzer ohne sich thematisch je Grenzen zu setzen. Von den sozial-kritischen Werken, den Kabarett-Zwischenstücken, den Nonsens-Nummern und den Oden an Anti-Held Franz bis hin zu ernsten, nachdenklichen (Liebes-)Balladen, ist fast alles mit der EAV veröffentlicht worden.

www.karikaturmuseum.at

8. 12. 2018