Kunsthalle Krems: The New African Portraiture

November 17, 2022 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER-MEHMOOD

Afrikas Identität und der westlich-weiße Denkfehler

Jean-David Nko: www.Les reines@des mines.org, 2021. © Courtesy Afikaris Gallery and the Artist, Bild: Jorit Aust

Die Kunsthalle Krems zeigt ab 19. November die Schau „The New African Portraiture. Shariat Collections“. Die Gruppenausstellung bringt führende Persönlichkeiten aus einer Generation faszinierender figurativer Künstlerinnen und Künstler afrikanischer Herkunft zusammen. Die mehr als zwanzig ausstellende Kunstschaffenden sind auf dem afrikanischen Kontinent und in der Diaspora beheimatet. Sie setzen sich mit komplexen Fragen afrikanischer Identität, Ästhetik und Kunstgeschichte auseinander.

Ihre eindringlichen Porträts lassen einen hinterfragen, wie schwarze Körper in der westlichen Maltradition fehlrepräsentiert oder übersehen wurden. Die eleganten Figuren von Amoako Boafo und Otis Kwame Kye Quaicoe beschreiben vielschichtige hybride Identitäten. Souleimane Barry, Bouvy Enkobo und Christopher Myers beschwören traumartige Szenen, in denen das Reale mit dem Imaginären verschwimmt. Dabei nutzen sie die unendlichen erzählerischen Möglichkeiten afrikanischer Kultur und Mythen. In den kraftvollen Werken von Gastineau Massamba und Everlyn Nicodemus begegnen die Betrachtenden Gemälden, die persönliche Traumata mit dem kollektiven Schmerz der belasteten politischen Geschichte Afrikas in Relation setzen.

Cornelius Annor: Barima Katakyie, 2022. © The Artist, Courtesy The Shariat Collections, Bild: Jorit Aust

Josie Love Roebuck: No, I Don’t Speak Swahili, 2020. © The Artist, Courtesy The Shariat Collections, Bild: Jorit Aust

James Mishio: Second Lense II, 2022: © The Artist, Courtesy The Shariat Collections, Bild: Jorit Aust

Die von der Ausstellung thematisierte neue afrikanische Porträtmalerei bezieht sich auf aktuelle Entwicklungen in Afrika. Künstlerisch geleitete Ausstellungsräume und gemeinnützige Organisationen schaffen ein Umfeld, in dem Künstlerinnen und Künstler besser gedeihen können. Diese neue afrikanische Welle ist Ausdruck einer Hochphase der kreativen Kultur des Kontinents. Im Zuge derer erzielt eine wachsende Anzahl von Persönlich- keiten aus Literatur, Kino, Architektur, Fotografie und Pop-Musik große Erfolge auf der internationalen Bühne.

Kuratiert wird die Ausstellung von einer Koryphäe der afrikanischen Gegenwartskunst, dem international renommierten Schriftsteller, Journalisten und Kunstexperten Ekow Eshun. Er schreibt für zahlreiche Kunstmagazine, ist ehemaliger Direktor des Instituts für zeitgenössische Kunst London und Vorsitzender der Fourth Plinth Commissioning Group. Seine Publikationen „Africa State of Mind“ und „Black Gold of the Sun“ wurden für den Lucie Photo Book Preis beziehungsweise den Orwell-Preis nominiert. Die ausgestellten Werke stammen aus der Sammlung der in Wien lebenden Brüder Amir und Shahrokh Shariat.

Amoako Boafo: Kennedy, 2021. © Bildrecht Wien 2022, Courtesy The Shariat Collections, Bild: Jorit Aust

Basil Kincaid: Kenturah Davis, 2021-202. © The Artist, Courtesy The Shariat Collections, Bild: Jorit Aust

Alexandre Diop: Autoportrait qui baise la loi Showing the Authority the Middler Finger, 2021. © The Artist, Courtesy The Shariat Collections, Bild: Jorit Aust

Die Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung: Millicent Akweley (geb. 2000 in Ghana), Cornelius Annor (geb. 1990 in Ghana), Crystal Yayra Anthony (geb. 1997 in Ghana), Atsoupé (geb. 1986 in Togo), Souleimane Barry (geb. 1980 in Burkina Faso), Amoako Boafo (geb. 1984 in Ghana), Aplerh-Doku Borlabi (geb. 1987 in Ghana), Alexandre Diop (geb. 1995 in Paris), Kimathi Donkor (geb. 1965 in Großbritannien), Matthew Eguavoen (geb. 1988 in Nigeria), Bouvy Enkobo (geb. 1981 in Republik Kongo), Basil Kincaid (geb. 1986 in den USA), Turiya Magadlela (geb. 1978 in Südafrika), Gastineau Massamba (geb. 1973 in Republik Kongo), James Mishio (geb. 1997 in Ghana), Christopher Myers (geb. 1974 in New York), Everlyn Nicodemus (geb. 1954 in Tansania), Jean David Nkot (geb. 1989 in Kamerun), Boluwatife Oyediran (geb. 1997 in Nigeria), Afia Prempeh (geb. 1986 in Ghana), Otis Kwame Kye Quaicoe (geb. 1988 in Ghana), Josie Love Roebuck (geb. 1995 in den USA), Eric Adjei Tawiah (geb. 1987 in Ghana) und Tesfaye Urgessa (geb. 1983 in Athiopien).

Zu sehen bis 10. April 2023.

www.kunsthalle.at

17. 11. 2022

Karikaturmuseum Krems: Donald Made In Austria!

Juli 10, 2022 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Die Disney-Welt von Charakterdesigner Florian Satzinger

Florian Satzinger: Donald Duck Parody, August 2017. © Florian Satzinger

Am 16. Juli eröffnet das Karikaturmuseum Krems die Ausstellung „Donald Made In Austria!“ über die Arbeiten Florian Satzingers. Als Character-Designer und Concept-Artist entwickelt Satzinger neue und überarbeitet bestehende Trickfilmfiguren für Kino und Fernsehen. So hat er etwa die berühmte Ente Donald Duck mit den Stilmitteln der Karikatur für das digitale

Zeitalter gerüstet und neu interpretiert. Mit seinem Designstil gab er Micky Maus, Bugs Bunny sowie Sylvester neue Charakterzüge. Ebenso designte er Aussehen und Charakter des quakenden Leinwandstars John Starduck. Entscheidend für ein gelungenes Design ist, dass der Charakter in seiner fantastischen Form glaubwürdig und nachvollziehbar bleibt. Dafür entwirft Satzinger sogenannte Baupläne für Figuren, um sie auf wenige Grundformen herunterzubrechen und eine Vielzahl von Posen und Gesichtsausdrücken auszuarbeiten.

Der gebürtige Grazer arbeitete bereits für eine Reihe von Filmstudios und Medienhäusern wie Warner Bros. und Disney. Die Schau des Karikaturmuseum Krems gibt einen umfassenden Einblick in die Arbeitsweise des international renommierten Künstlers. Von der Erstskizze bis zur kolorierten Figur beleuchtet sie außerdem die fantastische Welt des Character-Designs.

Florian Satzinger: Silly, Februar 2021. © Florian Satzinger

Florian Satzinger: Zeichenprozess von „Boat Hat“, 2021. © Florian Satzinger

Florian Satzinger: Mesolithic Mouse, März 2021. © Florian Satzinger

„Donald Made In Austria!“ zeigt die bekannten Donald Duck-Anfertigungen, den dunkelgefiederten Alvertos Duck und weitere Artverwandte, die etwa an Komiker John Cleese und Künstler Maurizio Cattelan erinnern. Altmeisterlich wirken die Werke aus „Duckland“. Im zotteligen Fell präsentiert sich Satzingers designte Micky Maus. Begleitet wird die Schau von einem Exkurs der Diversitätsexpertin Maryam Laura Moazedi über aktuelle Fragestellungen zur Vermeidung von Stereotypen im Character-Design. Nach Krems wird die Schau weltweit an weiteren Ausstellungsorten gezeigt.

Zu sehen bis 19. Februar 2023.

Meet & Greet mit Livezeichnen. © Florian Satzinger

Meet & Greet mit Livezeichnen. © Florian Satzinger

Meet & Greet mit Livezeichnen

Am Eröffnungstag 16. Juli haben Besucherinnen und Besucher von 14 bis 16 Uhr die Möglichkeit, Florian Satzinger persönlich kennenzulernen. Dabei gewährt der Künstler einen Blick auf seine Arbeitsweise, wenn er live und direkt in der neuen Ausstellung zeichnet. Kostenlos mit gültigem Eintrittsticket.

Workshop im August – Kunst trifft … PENG: I can draw birds

Cartoonist Günter Mayer alias PENG. Bild: © Johann Wimmer (Detail)

Jede und jeder kann zeichnen! Das beweist Illustrator und Cartoonist Günter Mayer alias PENG in diesem Workshop für Erwachsene. Anknüpfend an die Ausstellung „Donald Made In Austria!“ lautet das Motto für PENG am 13. August: „I can draw birds“. Der Künstler macht beim Workshop mit Techniken vertraut, wie man Vögel, anderes Federvieh und Fantasiewesen einfach aufs Papier bringen können.

Günter Mayer wurde in Wels geboren und lebt heute in Pennewang. Er durfte die „Erste Österreichische Zeichenhauptschule“ gründen. In seiner Schule hat der Künstler vieles probiert, neue Methoden erfunden und alte hinterfragt. Der unter dem Pseudonym PENG arbeitende Illustrator leitet neben seinen Engagements als Cartoonist  seit dem Jahr 2000 das Medien Kultur Haus Wels und verfasst seit 2015 Bestseller.

Termin: 13. August, 17 bis 20 Uhr. Treffpunkt: Karikaturmuseum Krems. Kosten: 10 € pro Person inkl. Führung. Anmeldung erforderlich via lets-meet.org/reg/fc552d096687e195b8. Last-Minute-Tickets an der Museumskassa erhältlich, sofern verfügbar.

www.karikaturmuseum.at

10. 7. 2022

Kunstmeile Krems: Hans Kupelwieser

Juli 3, 2022 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Holz, Metall und ein Augmented-Reality-Objekt

Hans Kupelwieser, Gonflable H, 2021, Aluminium, aufgeblasen, Courtesy: Künstler / Hans Kupelwieser, Ohne Titel, 2021, Edelstahl, poliert, Courtesy: Künstler. Bild: © Kunstmeile Krems

Seit gestern dominiert der österreichische Bildhauer, Grafiker und Medienkünstler Hans Kupelwieser die Kunstmeile Krems. Kupelwieser zählt zu den bedeutenden multimedialen Künstlern seiner Generation. Seine Arbeiten reichen von Fotogrammen über Skulpturen bis hin zu raumfüllenden Installationen. Dafür verwendet er unterschiedlichste Medien und Materialien. Das Spektrum reicht von Papier über Metall, Kunststoff, Beton, Gummi bis Glas.

Bei seinen Arbeitsprozessen geht es um die Erweiterung von Gattungsgrenzen und das Ausloten technischer Möglichkeiten. Kupelwieser beschäftigt sich mit Wahrnehmungstheorien ebenso wie mit architektonischen Fragestellungen.

Für die Dominikanerkirche Krems hat Hans Kupelwieser eine temporäre Installation entwickelt. Er spiegelt die Kreuzrippen- konstruktion der Decke des gotischen Sakralbaus auf den Boden des Mittelschiffs mit einer raumgreifenden Holzskulptur. Die mittel- alterlichen Bauelemente werden zum begeh- baren Kunstwerk und machen die historische Architektur des Kirchenraums erlebbar.

Die Arbeit im Chor ist eine Hommage an Galileo Galilei. Sie besteht aus acht Plexiglasstelen, aus denen konkave und konvexe Lupen mit unterschiedlichen Radien gefräst wurden. Wie beim Blick durch ein Fernrohr, abhängig von der Position der Stelen, werden verborgene Details der Kirche sichtbarer. In der Kunsthalle Krems zeigt Kupelwieser zehn großformatige Werke. Sie sind Ergebnis seines experimentellen Arbeitens mit dem Fotogramm. Seit den frühen 1980er-Jahren lässt Kupelwieser mit dieser Technik Gegenstände, ganz unmittelbar und ohne Kamera, nur durch Licht mit dem Fotopapier verschmelzen.

Am Museumsplatz platziert Kupelwieser zwei Skulpturen, die seinen experimentellen Umgang mit Material verdeutlichen: einen übergroßen, mit Hochdruck aufgeblasenen Polster aus Aluminium und eine dynamische Arbeit aus poliertem Edelstahl. Erweitert wird diese Skulpturengruppe durch ein Augmented-Reality-Objekt. Die Holzskulptur aus der Dominikanerkirche wird mittels Smartphone auf den Museumsplatz projiziert. Wie in der Dominikanerkirche können Besucher*innen in Echtzeit die virtuelle Skulptur begehen und mit ihr interagieren.

Zu sehen bis 30. Oktober.

Hans Kupelwieser, Ohne Titel, 2022. Ausstellungsansicht Dominikanerkirche Krems. Bild: © Kunstmeile Krems

Hans Kupelwieser, Ohne Titel, 2022, Courtesy: Künstler. © Hans Kupelwieser

Hans Kupelwieser, Ohne Titel, 2022. Entwicklung: SystemKollektiv 3D- Künstler: Peter Várnai. © Courtesy: Künstler

Fünf Fragen an Hans Kupelwieser

Sprechen wir zuerst über die Arbeiten in der Dominikanerkirche Krems. Wie sind Sie auf die Idee der Holzinstallation gekommen? Was war für Sie ausschlaggebend für die Auseinandersetzung mit diesem spezifischen Raum?

Kupelwieser: Für mich ist von vornherein festgestanden, dass ich dort keine fertigen Skulpturen ausstellen möchte, denn das kann man auch an einem anderen Ort machen. Die Kirche ist sehr mächtig, skulpturale Arbeiten können dort sehr schnell untergehen. Stattdessen habe ich mir von einem Freund ein 3D-Modell der Dominikanerkirche bauen lassen und mich damit beschäftigt. Das Kreuzrippengewölbe hat sich schnell als etwas herauskristallisiert, mit dem ich weiterarbeiten wollte. Ich hatte wegen der Nähe zur Donau die Idee einer Installation im Hinterkopf, die an ein Schiff erinnert. Mit der Spiegelung des Kirchenschiffes auf den Boden bekam ich letztendlich eine Konstruktion, die ebenfalls wie ein Schiff aussieht. Ursprünglich wollte ich die Konstruktion aus Massivholz machen, weil früher Schiffsrümpfe aus solchen Massivholzstücken gebaut wurden. Das war aber schon allein aufgrund des Gewichts nicht möglich und es wurden zusammengesetzte Spanplatten. Mit der Arbeit will ich auch die riesigen Dimensionen der Kirche verdeutlichen. Das Gewölbe an der Decke sieht aus der Entfernung klein aus, aber aufgrund der Spiegelung wird ersichtlich, wie mächtig es eigentlich ist.

Und was hat es mit den Vergrößerungsgläsern im lichtdurchfluteten Chor auf sich?

Kupelwieser: Die Lupen aus Plexiglas sind eine Hommage an Galileo Galilei, der als erster Fernrohre aus Lupen konstruiert hat. Mit diesen selbstgebauten Fernrohren hat er die Jupitermonde beobachtet. Ihre Umlaufbahnen hat er dann als wissenschaftlichen Beweis dafür gesehen, dass nicht die Erde im Mittelpunkt steht, sondern die Sonne. Dieser Vorschlag hat ihn bei der katholischen Kirche und speziell beim Dominikanerorden unbeliebt gemacht und sie haben ihn einsperren lassen. Ich sehe die Arbeit in der Dominikanerkirche auch als eine späte Genugtuung für Galilei und sein heliozentrisches Weltbild.

Hans Kupelwieser, Ohne Titel, 2015, Courtesy: Künstler. © Hans Kupelwieser

Hans Kupelwieser, Ohne Titel (Detail), 2013, Courtesy: Künstler. © Hans Kupelwieser

Auf dem Museumsplatz sind zwei Metallskulpturen aufgestellt. Wie entsteht ihre besondere Form?

Kupelwieser: Die ersten Metallskulpturen entstanden bereits vor mehr als 30 Jahren, als ich in Lilienfeld in einer Aluminiumfabrik gearbeitet habe. Ich wollte das Material testen, ich wollte sehen, was man damit machen kann und dabei bin ich draufgekommen, dass man Metall aufblasen kann. Die Form der Skulpturen ist zufällig. Ich schweiße zwei flache Bleche – 2-3 Millimeter – am Rand zusammen. Dann wird mit einem Kompressor Luft in den Raum zwischen den Blechen hineingeblasen. Durch das Aufblähen in der Mitte ziehen sich die Ränder zusammen und es entstehen Falten. Nach dem Abkühlen versteift das Metall dann in dieser Polsterform, es ist dann überhaupt kein Luftdruck mehr drinnen. So sind die Skulpturen im Verhältnis zu ihrer Größe relativ leicht. Mittlerweile arbeite ich aber nicht nur mit Aluminium, sondern auch mit poliertem Edelstahl. Ich bin jemand, der immer neue Materialien ausprobiert.

Eine der beiden Skulpturen hat keine Polsterform, sondern sieht verknautscht aus …

Kupelwieser: Ursprünglich waren das auch aufgeblasene Skulpturen. Ich habe sie zum Teil in Innenräumen gemacht, aus denen ich die Skulpturen nicht mehr herausbekommen habe. Ich musste sie also verkleinern. Das wird mit einem Bagger gemacht. Dieses „Verknautschen“ hat sich mit der Zeit dann verselbstständigt. Jetzt gibt es eine eigene Reihe dieser Skulpturen.

In der Kunsthalle Krems stellen Sie Fotogramme aus. Es handelt sich um eine uralte Form der Belichtung. Kann man sagen, dass Sie diese Technik perfektioniert haben?

Kupelwieser: Meine Anfänge waren Fotoarbeiten, hauptsächlich aus dem Bereich der Konzeptfotografie. Mit der Zeit habe ich mich dieser einfachen, fast schon primitiven Art der Fotografie, ohne Fotoapparat, ohne Optik, zugewandt. Es haben sich schon lange vor mir Künstler wie etwa László Moholy-Nagy mit Fotogrammen beschäftigt. Die ersten Fotoarbeiten waren ja Fotogramme. Ich habe diese Technik also zumindest weitergeführt. Ein Fotogramm ist im Grunde genommen ein zweidimensionales Abbild eines dreidimensionalen Gegenstandes. Ich arbeite sehr viel mit Müll, Möbeln und anderen Gebrauchsgegenständen, die ich in unterschiedlichen Anordnungen aufs Fotopapier bringe. In manchen Arbeiten versuche ich, die Abbildung wieder in den Gegenstand zurückzuholen. Ich habe Teile der Fotogramme eingescannt und die entstandenen Formen aus Metall herausgeschnitten, sodass wieder dreidimensionale Gegenstände entstanden sind. Diese hängen dann als eigenständige Arbeit an der Wand.

Über den Künstler:

Hans Kupelwieser wurde 1948 in Lunz am See, Niederösterreich, geboren. Er lebt und arbeitet in Wien. Seine Arbeiten sind in zahlreichen internationalen Museen und Sammlungen vertreten. Er entwickelte unter anderem die Seebühne in Lunz. 2008 wurde Kupelwieser mit dem Niederösterreichischen Kulturpreis gewürdigt.

www.kunsthalle.at           www.kupelwieser.at

3. 7. 2022

Karikaturmuseum Krems: 100 Jahre Paul Flora. Von bitterbös bis augenzwinkernd

Februar 19, 2022 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Poetisch-ironische Erzählungen vom „Rabenvater“

Ein beliebtes Motiv, die schwarzen Vögel: Paul Flora, Das Gespräch der Raben, 2009 © Galerie Seywald, Nachlassvertretung für Paul Flora

Anlässlich des 100. Geburtstags von Paul Flora widmen das Karikaturmuseum Krems und die Paul Flora Nachlassvertretung dem Zeichner, Karikaturisten und Illustrator ab 20. Februar eine umfassende Retrospektive. Mit Tusche und Feder erschuf Paul Flora in seinen Zeichnungen ein eigenes Universum, bevölkert von Geistern und Harlekins, Poeten und Sphinxen, Geheimagenten, Marionetten, verwurzelten Tirolern und venezianischen Pestdoktoren. Der gebürtige Südtiroler konstruierte

wundersame Landschaften mit eigenwilligen Architekturen, Kugeln, Penthäusern, Lokomotiven und Fluggeräten. Floras Zeichnungen sind Erzählungen voller Poesie und Ironie, wobei Vergangenheit und Gegenwart in ein spezifisches Verhältnis zueinander treten. Immer wieder brachte er die Lagunenstadt Venedig aufs Papier. Bekannt sind auch seine Raben-Darstellungen. Am Papier versinnbildlichen die Vögel mit ihren spitzen Schnäbeln menschliches Verhalten. Ein Rundgang durch die Ausstellung führt von Schülerzeichnungen und satirischen Geschichten aus den frühen Schaffensjahren bis zu seinen bekannten und beliebten Motiven. Eine Auswahl von gesellschaftspolitischen Zeichnungen für DIE ZEIT und Fotos seiner „Karikaturen-Verbrennungen“ loten die besondere Beziehung von Flora zur Karikatur aus. Erich Kästner sah in Flora einen „Bilderschriftsteller“. Zweifelsohne zählt Paul Flora zu den herausragenden Zeichnerinnen und Zeichnern des 20. Jahrhunderts.

Schon in jungen Jahren war die zeichnerische Begabung von Paul Flora sichtbar. Als 13Jähriger brachte er das täglich in der Mittelschule, heute: Akademisches Gymnasium Innsbruck, Beobachtete auf Papier. Zeichnerisch schilderte er den Schulalltag mit maßregelndem Direktor, dem leidenschaftlich Klavier spielenden Gesangslehrer und dem wütend auf den Tisch schlagenden Deutschprofessor. Kontrastreich zu seinen Schülerzeichnungen wirkt die ebenso im Alter von 13 Jahren angefertigte düstere Darstellung des Andreas Hofer. Auf ockerfarbenem Hintergrund thematisiert Flora mit kräftigem, schwarzem Strich die Hinrichtung des Tiroler Freiheitskämpfers. Einzig das Haar und die vom toten Körper herabtaumelnden Schuhe sind markant in Rot gesetzt.

Paul Flora, Der Galgen (verso: Andreas Hofer), um 1935 © Nachlassvertretung für Paul Flora, Salzburg

Paul Flora, Foto: Othmar Kopp © Nachlassvertretung für Paul Flora, Salzburg

Paul Flora, Der Stab wird gebrochen, 1938 © Nachlassvertretung für Paul Flora, Salzburg

Als 15Jähriger sah der Tiroler erstmals Zeichnungen des Malers Alfred Kubin. Für eine gewisse Zeit beschäftigte sich Flora intensiv mit Kubin, um schließlich zu sich selbst zu finden. Ihr Hang zum Skurrilen, Literarischen und Grafischen einte die Männer. Die später entstandene Künstlerfreundschaft sollte bis zu Kubins Tod 1959 bestehen. Intellektuelle Reflexion, technische Meisterschaft und die Vorliebe für das originelle, etwas abseitige Sujet zeichnen Floras Gesamtwerk aus. Skurrile Menschendarstellungen und detaillierte Architekturen bis hin zu riesigen Kugeln durchziehen seine Arbeiten. Ein Dinosaurier mit erschreckend menschlichen Zügen vor Gebirgskulisse und ein alpiner Skipionier deuten auf die Tiroler Wurzeln hin. Populär sind Floras Raben mit ihren spitzen Schnäbeln. Er zeichnete sie oft und in unverwechselbarer Manier. Den Impuls, die Vögel abzubilden, gab ein ausgestopfter Rabe, den der Künstler geschenkt bekam und der fortan auf seinem Schreibtisch stand.

Auf ähnlich großes Interesse stießen die VenedigMotive. Anstatt die Lagunenstadt als Sehnsuchtsort zu zeigen, hüllt der Künstler sie in einen düsteren Schleier. Allgemein sind Floras Werke von einem melancholischen Grundtenor durchzogen. Begriffe wie Verzweiflung und Traurigkeit würden die subtile Stimmung seiner gezeichneten Züge allerdings fälschlicherweise vereinfachen. Schon im nächsten Moment lugen die Gespenster der Nacht um die Ecke. Es sind Vampire, Wiedergänger und Marionetten, die von ihren Fesseln befreit heraneilen, um nächtlichen Karneval zu feiern. Denn auch der feine Humor hat in Floras Werken seinen Platz. Zeitlebens stand er „augenzwinkernd und ein wenig amüsiert außerhalb“, beschrieb etwa Marion Gräfin Dönhoff den Künstler.

Paul Flora, Das Gespräch des Raben mit dem Hahn II, 1987 © Nachlassvertretung für Paul Flora, Salzburg & Diogenes Verlag AG, Zürich

Paul Flora, Venezianische Maskerade II, 2000 © Nachlassvertretung für Paul Flora, Salzburg & Diogenes Verlag AG, Zürich

Paul Flora, Die vom Nasenclub, 2002 © Nachlassvertretung für Paul Flora, Salzburg & Diogenes Verlag AG, Zürich

Paul Flora, Mord, 1965 © Nachlassvertretung für Paul Flora, Salzburg & Diogenes Verlag AG, Zürich

1957 gewann Marion Gräfin Dönhoff, Chefredakteurin und Mitherausgeberin der ZEIT, Paul Flora als Karikaturisten für das Hamburger Blatt. Innerhalb von 14 Jahren gestaltete Flora mehr als 3.000 eigenständige Blätter für die deutsche Wochenzeitung. Etliche von ihnen übernahmen internationale Blätter wie The Times oder The Observer. Inspiration für seine Inhalte erhielt Flora bei der Morgenlektüre von Zeitungen. So thematisierte er in einer Karikatur von 1964 die XI. Olympischen Winterspiele in Innsbruck. Zu seinen politischen Lieblingszielen zählten Josef Strauß, Gamat Abdel Nasser, Ludwig Erhard und Charles de Gaulle.

Flora selbst verstand sich als Zeichner, nicht als Karikaturist. Um diese eigene Wahrnehmung breitenwirksam zu stärken, soll Flora bei einer spektakulären Aktion 1980 sogar die Verbrennung seiner Karikaturen inszeniert haben. Es ist ungeklärt, ob sich in der Kiste politische Karikaturen befanden. Tatsache ist, dass man heute lediglich den Aufbewahrungsort von 800 der ursprünglich 3.000 Karikaturen kennt. Paul Flora war eine außergewöhnliche Persönlichkeit von großer Popularität. Er war ein Querdenker und ein Unbequemer, der Stellung bezog, mitredete und mitgestaltete. Er verstarb in der Nacht auf den 15. Mai 2009.

Die Retrospektive ist bis 29. Jänner 2023 zu sehen.

www.karikaturmuseum.at

19. 2. 2022

Karikaturmuseum Krems: Christine Nöstlinger und ihre Buchstabenfabrik

November 11, 2021 in Ausstellung, Buch

VON MICHAELA MOTTINGER

Die feuerrote Friederike und ihre Nachfolgerinnen

Christine Nöstlinger: Die feuerrote Friederike, 1970. © Christine Nöstlingers Buchstabenfabrik GmbH

Lange bevor sich der Begriff des Mobbings etabliert hatte, behandelte Christine Nöstlinger die Themen Ausgrenzung und Gewalt mit dem notwendigen Fingerspitzengefühl in ihrem KinderbuchKlassiker „Die feuerrote Friederike“. In ihrem Erstlingswerk, das 2020 seinen 50. Geburtstag feierte, wehrt sich das Mädchen mit den feuerroten Haaren und Sommersprossen auf den Wangen mit Zauberkräften gegen die Demütigungen ihrer Mitschüler und Mitschülerinnen.

Auf Anhieb ein großer Erfolg und 1972 mit dem FriedrichBödeckerPreis ausgezeichnet, läutete die österreichische Autorin mit ihrer „Feuerroten Friederike“ eine neue Bewegung innerhalb Österreichs Kinder und Jugendliteratur ein. Bis heute ist das Buch ein Bestseller mit immer noch aktueller Thematik. In der Ausstellung „Christine Nöstlinger und ihre Buchstabenfabrik“ präsentiert das Karikaturmuseum Krems ab 14. November die originalen und teils unveröffentlichten BuchIllustrationen aus dem

Urmanuskript, die zu Beginn von Christine Nöstlinger selbst gezeichnet wurden. Das Debüt als Ausgangspunkt nehmend, sind weitere Zeichnungen der Töchter Christiana Nöstlinger und Barbara Waldschütz zu sehen. Eine aktuelle Friederike zeigen die Arbeiten von Stefanie Reich. 2015 wurde die Leipzigerin mit den Illustrationen für eine Neuausgabe von Nöstlingers Buch beauftragt.

Eigens für die Ausstellung haben sich Martina Peters, Stephanie Wunderlich und Nina Pagalies im Rahmen ihres Stipendienaufenthalts in Krems mit Nöstlingers  Oeuvre künstlerisch auseinandergesetzt. Die ausgestellten Originale von Michael Roher, dem ersten Preisträger des ChristineNöstlingerPreis, und von Sophie Schmid, Illustratorin von Nöstlingers posthum erschienenen „Der Überzählige“, ergänzen die Schau. Verschiedene künstlerische Positionen geben einen facettenreichen Einblick in das Schaffen und Fortwirken der Schriftstellerin und Zeichnerin Christine Nöstlinger.

Die Töchter

1959 bringt Christine Nöstlinger Tochter Barbara und 1961 Tochter Christiana auf die Welt. Mit 13 Jahren bebildert Christiana Nöstlinger als Autodidaktin erstmals ein Buch ihrer Mutter, „Achtung! Vranek sieht ganz harmlos aus“, erschienen 1974. „Ich war 13 Jahre alt und noch in der Schule. Die Idee war, ein Buch für Kinder mit Kinderzeichnungen zu illustrieren, obwohl ich mit 13 kein richtiges Kind mehr war. Aber ich habe als Kind immer schon gern gezeichnet, und meiner Mutter gefielen die Zeichnungen offensichtlich. Sie hat mich dazu ermutigt und auch die Idee gehabt mit den Kinderzeichnungen.“ Die Zusammenarbeit zwischen Mutter und Tochter reichte von Erzählungen bis zu Romanen, so „Liebe Susi, lieber Paul!“, „Susis geheimes Tagebuch“, „Liebe Oma, Deine Susi“, „Willi und die Angst“ und die 16bändige „Mini“Serie. Heute ist Christiana Nöstlinger als Psychologin und Expertin für Gesundheitsförderung tätig und arbeitet am Institut für Tropenmedizin in Antwerpen, Belgien.

Tochter Barbara Waldschütz hatte 1990 ihr Debüt als Illustratorin. „Meine Mutter hat eine ganze Geschichte gereimt, ‚Klicketick‘. Sie hat mir den Text gegeben und gesagt, dass ich damit machen soll, was ich will. Sie war damals schon sehr bekannt und hätte sich auch einen berühmten Illustrator wünschen können. Sie fand aber, es sei eine Verschwendung meines Talentes, dass ich immer nur für mich zeichne.“ Für ihre KinderbuchIllustrationen, darunter Bücher wie „Vom weißen Elefanten und den roten Luftballons“, „Madisou“, „PuddingPauli“ und „Ned dasi ned gean do warat“, wurde ihr die BIPPlakette und mehrmals der Illustrationspreis der Stadt Wien verliehen. Illustrieren wurde aber nie zum Hauptberuf destudierten Mediengestalterin und Kommunikationsdesignerin. „Ich bin mir nicht sicher, ob man dann noch jedes Buchprojekt wie ein Kunstwerk gestalten kann. Man kann dann nicht mehr so viel Zeit mit Nachdenken und Ausprobieren verbringen und wahrscheinlich macht es dann weniger Spaß. Das fände ich schade.“

Christine Nöstlinger: Die feuerrote Friederike, 1970. © Christine Nöstlingers Buchstabenfabrik GmbH

Christiana Nöstlinger: Mini ist verliebt, 1999. © Christine Nöstlingers Buchstabenfabrik GmbH

Barbara Waldschütz: Vom weißen Elefanten und den roten Luftballons, 1995. © Christine Nöstlingers Buchstabenfabrik GmbH

Aktuelle Begegnungen

Bereits vor Jahrzehnten publiziert, zeugen die behandelten Thematiken in Nöstlingers Büchern noch heute von Aktualität. Sei es die Andersartigkeit in „Die feuerrote Friederike“ beziehungsweise in „Konrad oder Das Kind aus der Konservenbüchse“, die Problematik von Einsamkeit in „Das Austauschkind“, die Identitätssuche in „Gretchen Sackmeier“ oder die pubertäre Sinnkrise, etwa in „Ilse Janda, 14“. Im Karikaturmuseum Krems tritt das Geschriebene von Christine Nöstlinger in den Zeichnungen von zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern in einen spannenden Dialog. So werden unter anderem neue Arbeiten von Martina Peters, Stephanie Wunderlich und Stefanie Reich präsentiert.

Aus Martina Peters‘ Beschäftigung mit Themen zur sexuellen Orientierung und Formen von Identitäten entstand ihr Interesse, Illustrationen im Mangastil zu Nöstlingers Buch „Bonsai“ anzufertigen. „Es ist eine Geschichte über einen Teenager, der herauszufinden versucht, welche Sexualität er eigentlich hat und zu welchem Geschlecht er sich dazugehörig fühlt. Die Erzählung ist eine spannende Reise zu der Frage, ob wir Abgrenzungen brauchen und ob nicht jeder so sein kann, wie er will, ohne von außen bewertet zu werden.“ Bebilderte Peters zu Beginn ihrer Auseinandersetzung jene Szenen, die ihr visuell am stärksten im Gedächtnis blieben, zeugen die später entstandenen Zeichnungen ihrer „Bonsai“Serie von größerer Freiheit gegenüber dem Gelesen.

Stephanie Wunderlich zeigt digital montierte Scherenschnitte: Ich habe den Gedichtband ‚Mein Gegenteil‘ von Christine Nöstlinger ausgewählt, da mir der feinsinnige Humor und die Absurdität der einzelnen Gedichte gefällt. Viele der lyrischen Texte handeln von Figuren, die renitent, aufmüpfig und gegen den Strich gebürstet sind. Beispielweise verweigern der Schutzengel und das Gespenst den Dienst in ihrer vorgegebenen Rolle. Der Sohn bringt mit seiner Sprache die Eltern zur Weißglut und setzt erst recht noch eine Provokation drauf. Auch negative Empfindungen und Zustände wie Traurigkeit, Einsamkeit, Hunger und Zweifel haben ihren Platz wie in ‚Berechtigte Forderung‘ und ‚Mein Gegenteil‘. Die Texte sind sehr realistisch und nah am Leben. Für damalige und auch heutige Verhältnisse eine ungewohnte, erfrischende Ansprache für Kinderohren.

Für ihre Diplomarbeit illustrierte Stefanie Reich 2012 „Der schwarze Mann“ von Christine Nöstlinger neu. „Als ich wenig später für eine Neuausgabe der ‚Feuerroten Friederike‘ angefragt wurde, hat mich das sehr gefreut. Von Friederike hatte ich meine ganz eigene Vorstellung und so habe ich sie entsprechend in meinem Stil interpretiert.“ Besonders eine Stelle blieb Reich in Erinnerung, nämlich „als Friederike aus dem roten Buch vorliest: ‚Es gibt ein Land, dort sind alle Menschen glücklich. Auch alle Kinder. Niemand wird dort ausgelacht. Alle helfen einander.‘ Obwohl zu einer anderen Zeit gedacht, passen die Zeilen sehr gut für die Gegenwart.“

Stefanie Reich: Die feuerrote Friederike, 2012. © Privat

Stephanie Wunderlich: Sprachproblem, 2021. © Privat

Martina Peters‘ Manga-Zeichnungen: Bonsai, 2021. © Privat

Über die Autorin: Christine Nöstlinger wurde am 13. Oktober 1936 in Wien geboren und lebte hier als freie Schriftstellerin. Ihre zahlreichen Kinder und Jugendbücher wurden weltweit publiziert und in mehr als50 Sprachen übersetzt. Nöstlingers schriftstellerische Tätigkeit begann 1968 mit der „Feuerrote Friederike“, die sie als Geschichte zu ihren Illustrationen schrieb. Mehr als 150 Bücher, unzählige Beiträge für Fernsehen und Radio – etwa der berühmte „Dschi-Dsche-i Wischer Dschunior“ – sowie Kolumnen für diverse Zeitungen folgten. Angelehnt an die Vielzahl ihrer Publikationen bezeichnete sich Nöstlinger selbst oft als „Buchstabenfabrik“.

Nöstlingers Werk wurde mehrfach verfilmt und international prämiert. Sie war die erste Trägerin des Astrid-Lindgren-Preises (2003) und erhielt den Andersen Award sowie unter anderem den Ehrenpreis CORINE für ihr Lebenswerk (2011), das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (2011), den Bruno-Kreisky-Preis für ihr publizistisches Gesamtwerk (2012), Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen den Lebenswerk-Preis (2016).

Noch bis kurz vor ihrem Tod arbeitete die Autorin an Gedichten im Wiener Dialekt, die sich unter anderem mit dem Alter und dem Tod beschäftigen. Christine Nöstlinger starb am 28. Juni 2018 im Alter von 81 Jahren. Der Gedichtband „Ned das I ned gean do warat“ erschien, illustriert von Tochter Barbara Waldschütz, im April 2019 im Residenzverlag. Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=32865

www.karikaturmuseum.at           www.christine-noestlinger.at

11. 11. 2021