Forum Frohner: Aktionistinnen

Mai 13, 2014 in Ausstellung

VON RUDOLF MOTTINGER

Von VALIE EXPORT bis Kiki Kogelnik

Kiki Kogelnik: Kunst kommt von künstlich, 1967, Intervention, Wien Bild: Kiki Kogelnik Foundation, Wien/New York, 2014

Kiki Kogelnik: Kunst kommt von künstlich, 1967, Intervention, Wien
Bild: Kiki Kogelnik Foundation, Wien/New York, 2014

Ab 18. Mai zeigt das zur Kunsthalle Krems gehörende Forum Frohner die Schau „Aktionistinnen“.

Hartnäckig ist der internationale Ruhm des „Wiener Aktionismus“ an seine männlichen Vertreter gebunden. Außer VALIE EXPORT, die sich mit ihren Body-Art-Aktionen und dem „Expanded Cinema“ auch im Ausland etablieren konnte, und den bis Amerika bekannten Werken von Birgit Jürgenssen, werden die in den 1970er- und 1980er-Jahren auftretenden Vertreterinnen des Aktionismus nur zögerlich von der Kunstgeschichte wahrgenommen. Dabei haben gerade Renate Bertlmann, Linda Christanell, Rita Furrer, Margot Pilz oder Inge Opitz mit ihren Aktionen über die Galerien Grita Insam, Ursula Krinzinger und die Galerie im Griechenbeisl hinaus auch in Museen, Kunstvereinen und der Kremser Performancewoche 1983 großes Aufsehen erregt.

Nach der Erinnerungsschau „Mothers of Invention“ (2003) in der mumok-Factory und „Matrix“ (2008) im MUSA setzt die Präsentation im Forum Frohner die Forschung zu den wichtigsten Protagonistinnen des österreichischen Aktionismus fort. Aktionen, dokumentiert in Fotografie und Film, sowie Aktionsrelikte werden dabei gegenübergestellt. Bevor der Begriff „Performance“ in die Szene der bildenden Kunst des Theaters Eingang fand, dienten Kunstaktionen vor allem der Vermittlung gesellschaftspolitischer Statements. Weitere Inhalte sind die Alltagssymbolik der Frau, wobei – ganz im Unterschied zur masochistischen Thematik der „Wiener Aktionisten“ – eine feine Klinge in Sachen subtiler Humor und Identitätsbefragung geführt wurde. Selbstbespiegelungen des zum Objekt verdammten weiblichen Körpers werden zu Projektionsflächen für feinen Sprachwitz in Parallele zu strukturalistischer Methodik, vorgeführt vor allem durch die Medien Video, Fotografie und Film.

Künstlerinnen: Renate Bertlmann, Linda Christanell, VALIE EXPORT, Rita Furrer, Birgit Jürgenssen, Kiki Kogelnik, Inge Opitz und Margot Pilz

www.kunsthalle.at

Wien, 13. 5. 2014

Sommerausstellungen in die Kunsthalle Krems

Juli 3, 2013 in Ausstellung

Von Kiki Kogelnik bis Elfie Semotan

Kiki Kogelnik, Heart, ca. 1966  Bild: © Kiki Kogelnik Foundation, Wien/New York, 2013

Kiki Kogelnik, Heart, ca. 1966
Bild: © Kiki Kogelnik Foundation, Wien/New York, 2013

KIKI KOGELNIK. RETROSPEKTIVE

14/07 – 06/10/2013, Kunsthalle Krems

Kiki Kogelnik (1935–1997) zählt zu den international bedeutendsten Positionen der österreichischen Kunst des 20. Jahrhunderts. Ihr facettenreiches Schaffen brachte ein Kaleidoskop von Bildwelten hervor, das die Retrospektive der Künstlerin in der Kunsthalle Krems eindrucksvoll vor Augen führt. Das Spektrum der präsentierten Arbeiten reicht von wenig bekannten grafischen Arbeiten, abstrakt-informellen Kompositionen und von der Pop-Art beeinflussten Malereien über skulpturale „Hangings“ aus Vinyl bis hin zu den Werkgruppen der 1980er- und 1990er-Jahre, die sich durch zunehmende körperliche Fragmentierung und Abstrahierung auszeichnen.

ELFIE SEMOTAN

14/07 – 06/10/2013, Kunsthalle Krems

Die Kunsthalle Krems würdigt die bedeutende österreichische Fotografin Elfie Semotan (* 1941) mit einer umfassenden Personale. Über 160 präsentierte Werke aus rund 30 Serien bieten den bisher repräsentativsten Einblick in ihr künstlerisches Œuvre, das Landschafts-, Mode- und Aktfotografien, ebenso wie Porträts, Stillleben und konzeptuelle Arbeiten umfasst. Gemeinsam ist allen Arbeiten, dass sie den auf die Individualität der Motive gerichteten Blick der Fotografin offenbaren und über das durchdachte Spiel mit Licht, Schärfegraden und originellen Perspektiven essenzielle Stimmungen sowie die Authentizität der dargestellten Personen einfangen.

OLIVIA MIHALTIANU. WINYAN KIPANPI WIN | THE WOMAN WHO WAS WAITED FOR
14/07 – 29/09/2013 in der Factory der Kunsthalle Krems
Das Werk der rumänischen Künstlerin Olivia Mihaltianu (* 1981), die bei der diesjährigen Biennale von Venedig vertreten ist, besticht durch seinen profunden Humor und die detaillierte Analyse von Charakterzügen und Eigenheiten der Menschen in ihrer Umgebung sowie der medialen und sozialpolitischen Lebensrealität in ihrer Heimatstadt Bukarest. Olivia Mihaltianu erarbeitete die Ausstellung im Rahmen eines AIR–ARTIST IN RESIDENCE Programms in Krems.

www.kunsthalle.at

Von Rudolf Mottinger

Wien, 3. 7. 2013