Vestibül des Burgtheaters: Girls & Boys

November 8, 2018 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Im Stakkato-Stil durch Eheszenen

Alexandra Henkel. Bild: Reinhard Werner/Burgtheater

Wie sie tänzelt, tobt und für ihren Sohn den Todesstern spielt. Wie sie mit ihm und seiner Schwester Zwiesprache hält, während sie die Kinder mit Kreide an die Wand zeichnet. Wie sie immer wieder im Wortsinn gegen die dann rennt. Das alles ist Alexandra Henkel in Hochform. Dietmar König hat im Vestibül des Burgtheaters Dennis Kellys Monolog „Girls & Boys“ als österreichische Erstaufführung inszeniert, und dabei seine Ehefrau ganz fabelhaft in Szene gesetzt.

Henkel fährt im Stakkato-Stil durch die Ehemomente, von denen Kellys Protagonistin zu berichten hat, sie gibt sich dem drastischen Text, der um Four-Letter Words nie verlegen ist, mit vollem Einsatz hin, ihr intensives Spiel changiert dabei zwischen humorvoll-hysterisch-hintersinnig. Bald bricht die Abgebrühtheit von der sorgsam aufgebauten Fassade dieser Frauenfigur, und Henkel macht dahinter eine Verletztheit sichtbar, die deutlich erkennen lässt, dass diese Geschichte auf eine Katastrophe zusteuert. Das ist schon so Dennis Kellys Art, seine Allerweltsstories ins Allerschlimmste kippen zu lassen.

Erzählt wird tatsächlich etwas erschreckend Alltägliches. „Was passiert ist, geschieht alle zehn Tage“, erfährt man. Ein weiblich-toughes Ich lernt – nach ebenso destruktiver wie verstörend belebender Saufen-Drogen-Ficken-Phase – beim Selbstfindungstrip durch Europa in der Warteschlange vor einem Billigflug-Check-In-Schalter ein „Deppengesicht“ kennen. Das sich jedoch auf den zweiten Blick als „Genie im Körper eines griechischen Gottes“ entpuppt. Also, erst Heirat, dann Lina und Benni, dann macht sie Karriere als Dokumentarfilmproduzentin, während seine Möbelfirma in Konkurs geht. Es folgt die Scheidung mit dem Scheidungsgrund: Eifersucht auf den Erfolg der Frau. Es fällt der Satz „Es wird nie passieren, dass du meine Kinder hast, und ich nicht“.

Henkel setzt beim Sprechen ihre Pointen, mit Augenzwinkern bezieht sie auch das Publikum mit ein, das Vestibül als Spielort dafür ideal – um auf Tuchfühlung zueinander zu gehen. Die Gedankengänge durch die Beziehungsprobleme unterbricht sie mit ihrem Spiel mit den Kindern, Benni, der bevorzugt ganze Planeten zerstört, und die Bastelarbeiten seiner Schwester, Lina, ganz besonnene Jung-Architektin, die bei der Mutter um „Baugenehmigung“ ansucht. Wenn die sich in ihrer Überforderung ertappt sieht, kann einem auffallen, dass die renitenten Antworten und ausgefeilten Argumente der Dreikäsehochs viel zu erwachsen sind. Einmal prasselt nackte Angst auf die „perfekte Kleinfamilie“, als Lina ihrer Mutter in einem Menschengewühl abhanden kommt.

Bild: Reinhard Werner/Burgtheater

Bild: Reinhard Werner/Burgtheater

Im Subtext zeigt sich Dennis Kellys Ein-Personen-Stück als messerscharfe Analyse übers Kontrolle-Haben, über Kontrollverweigerung und Kontrollverlust. Die Frau hat, das sagt sie am Ende, um dem zu entgehen, ihre Erinnerungen ganz bewusst manipuliert. Eine Strategie der Seele, um den Mann aus ihrem Leben auszuradieren. Da lässt Henkel nicht nur die Schutzhülle ihrer Figur reißen, da platzt auch die des Publikums. „Girls & Boys“ ist ein Abend, der einen in jeder Hinsicht mitnimmt. Klug entgeht Dietmar König der Gefahr, aus Kellys kämpferischem Text ein Debattiertheater über Geschlechterrollen zu machen – „Wir haben die Gesellschaft nicht für Männer erschaffen. Sondern um ihnen Einhalt zu gebieten“, heißt es etwa an einer Stelle -, fein verschafft sich Alexandra Henkel das angemessene Nähe-Distanz-Verhältnis zu dieser Figur. Zu Recht gab’s viel Applaus.

www.burgtheater.at

  1. 11. 2018

Armes Theater Wien: Waisen

November 16, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Familienabend mit Folteropfer

In schwierigen Zeiten hält die Familie zusammen: Thomas Weißengruber, Krista Pauer und Adrien Papritz. Bild: Vondru

In schwierigen Zeiten muss die Familie zusammenhalten: Thomas Weißengruber, Krista Pauer und Adrien Papritz. Bild: Vondru

Das Arme Theater Wien zeigt im WUK-Projektraum Dennis Kellys „Waisen“. Diese sind die Geschwister Helen und Liam, und als das Stück einsetzt, ist etwas passiert, dass die Vorstellungskraft eines normalen Menschen übersteigt. Mitten in eine intime Feier des Ehepaars Helen und Danny – man begeht die Empfängnis des zweiten gemeinsamen Kindes – platzt blutverschmiert der Bruder.

Er hätte dem Opfer eines Messerattentats mitten auf offener Straße helfen wollen, erklärt er, und tischt so immer weiter Lügen auf, bis er endlich die Wahrheit serviert. Der „Araber“ wurde gefoltert. Doch weil der ohnedies keiner „von uns“ ist, trifft die Familie in Folge ein paar fatale Entscheidungen …

Regisseur Erhard Pauer hat Kellys plakatives Suspencestück aus dem Jahr 2009 vortrefflich inszeniert, er hat den Holzhammer des Autors gegen die ihm eigene feine Theaterklinge gewechselt und so einen Abend zur Zeit erschaffen. Es geht ihm um Alltagsrassismen und Ausgrenzung des „Fremden“ ebenso wie um Mitmenschlichkeit und Mitgefühl und wann und warum der einzelne bereit ist, beides abzulegen. Nämlich immer dann, wenn das „Ausländerproblem“ vor seiner persönlichen Haustür ankommt. Entstanden ist so eine Aufführung, die von der Achtung der Würde des Menschen geprägt ist. Denn im Gegensatz zu dem, was in der Verfassung, Artikel zwei, steht, ist diese dieser Tage sehr wohl wieder antastbar.

In einem Wohnviertel, das nach dem Gefühl seiner Bewohner mehr und mehr „von denen“ übernommen wird, sagt und tut einer, was viele andere denken, aber nicht auszusprechen oder auszuführen wagen. „Die Regierung überlässt uns den wilden Tieren“ heißt es dazu im Text. Pauers präzise Arbeit besticht durch eine vor Nervosität flirrende Atmosphäre und durch das intensive Spiel der drei Darsteller. Ihnen gelingt es die Schablonenhaftigkeit von Kellys Figuren, denn natürlich muss Liam einen Neonazi-Freund mit NS-Memorabilia-Sammlung haben, natürlich müssen er und seine Schwester aus den denkbar schlechtesten sozialen Verhältnissen stammen, zu nachvollziehbaren Charakteren auszubauen.

So ist das Stück weniger, wie schon gesehen, ein Krimi als eine Erkundung der Ängste und einer latenten Ausländerfeindlichkeit und den daraus entstehenden Loyalitäten, die einen der Protagonisten dazu bringen, zu tun, was er nicht tun wollte. „Waisen“ ist die schmerzhafte Überprüfung, wie leicht die moralischen Grundwerte einer sich als aufgeklärt rühmenden Gesellschaft zu korrumpieren sind. Wessen Blut an Liam klebt und warum, hält das Publikum bis zum Schluss in Atem. Von einem Satz zum nächsten rinnt die eben erst etablierte Realität dem Schauspielertrio quecksilbrig durch die Finger; Pauer spannt so sein Netz grundsätzlicher, gesellschaftspolitischer Fragen, und stetig gewinnt es an Komplexität.

Helen zwischen Bruder Liam: Krista Pauer und Adrien Papritz ... Bild: Vondru

Helen zwischen Bruder Liam: Krista Pauer und Adrien Papritz … Bild: Vondru

... und Ehemann Danny: Krista Pauer und Thomas Weißengruber. Bild: Vondru

… und Ehemann Danny: Krista Pauer und Thomas Weißengruber. Bild: Vondru

Ein wenig ist man an Beate Zschäpe und ihre Aussagen im NSU-Prozess erinnert, wenn auf der Bühne die Furchtbarkeiten ihren Lauf nehmen. Kelly hat drei Archetypen menschlicher Verhaltens- und Handlungsmuster erfunden und arbeitet an ihnen seine Interpretation von rechts ab. Im Zentrum der Inszenierung steht Helen, brillant dargestellt von Krista Pauer, hin und her geworfen zwischen Familienbanden und Eheversprechen. Wie sie zu ihrem Bruder erst auf Distanz geht, weil sie ihn sehr wohl kennt, dann aber schließlich ihre radikalen Ansichten durch die angeheiratete bürgerliche Fassade brechen, das ist großartig gelöst. Je mehr sie das Tun des einen schönredet, umso mehr erpresst sie den anderen, und währenddessen spült es bis dahin im Verborgenen gehaltene Konflikte und den Zorn darüber an die Oberfläche.

Thomas Weißengruber als Danny steht dem hilflos gegenüber. Er ist der Humanist, der sein Weltbild in sich zusammenfallen sieht, seit er im Viertel von einer jugendlichen Migrantenbande brutal verprügelt wurde, er will nicht denken, dass der Mensch so sein kann, doch stetig wird auf ihn eingeredet, dass doch. Am Ende wird er für die Familie die Angelegenheit bereinigen, aber daraus Konsequenzen ziehen. Weißengruber besticht als grüblerischer, ob der Tat verzweifelter Ehemann, der dem Treiben seiner Frau und seines Schwagers fassungslos gegenübersteht, bis er schließlich selber zum Täter wird.

Die formidabelste Leistung bringt Adrien Papritz als Liam. Er macht aus seiner Rolle einen verhaltensauffälligen Sonderling, der sich im Laufe des Abends zum angsteinflößenden, gewaltbereiten Psychopathen entwickelt. Wie er Argumente dreht und wendet, bis sie ihm mundgerecht sind, das kennt man. Auch, wie er objektive Richtigkeit in seine eigene verwandelt. Anfangs noch mit spitzbübischem Grinsen, später mit blankem Terror versucht er, seine Warnungen vor dem „aggressiven Zuwanderungsislamismus“ an Mann und Frau zu bringen. Er bringt die Stimmung zum Brodeln, bis sie kippt. Dass Widersprüche und tatsachenwidrige Behauptungen seine Zuhörer nicht irritieren, ist Teil des Phänomens Liam. Man werde sich noch wundern, was alles möglich sei, sagte hierzulande ein Politiker. „Waisen“ im WUK ist nicht nur wegen dieses Satzes sehenswert.

www.armestheaterwien.at

Wien, 16. 11. 2016

Armes Theater Wien: Nach dem Ende

November 16, 2015 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Wie Gewalt noch mehr Gewalt erzeugt

Krista Pauer, Oliver Arno Bild: Martin Hauser

Krista Pauer, Oliver Arno
Bild: Martin Hauser

Terroristen haben eine Kofferatombombe gezündet. Ein Mann rettet eine bewusstlose Frau aus Trümmern und Toten in seinen Bunker. Dort entspinnt sich ein Zweikampf um gesellschaftliche Grundwerte und menschliche Grundrechte. Die Spirale dreht sich. Gewalt erzeugt Gewalt erzeugt noch mehr Gewalt. Das Arme Theater Wien zeigt im WUK Projektraum Dennis Kellys „Nach dem Ende“.

Regisseur Erhard Pauer inszeniert ganz im Sinne des Autors. Er macht aus dem Beziehungskrieg einen größeren, ein Abbild der Welt im Krieg gegen den Terror. Er thematisiert ein Ausgeliefertsein denen gegenüber, die nur das beste von einem und für einen wollen. Also entweder Kopf ab. Oder in die Köpfe rein. Er thematisiert Spitzelwesen und Kontrollwut. Wie Ausgrenzung zu Täterschaft führt. Und was aus dem Opfer wird, wenn es sich radikalisiert. „Es ist leicht eine Meinung zu haben, wenn niemand sie auf den Prüfstand stellt“, heißt es im Text. Und, dass Zorn nichts ändert an richtig oder falsch. Zu zerstören ist nur, wer sich einschüchtern lässt.

Kelly und Pauer sind durchtriebene Zersetzer von Gewissheiten. Alles ist anders, als man anfänglich glauben will. Und dann nochmals und nochmals anders. Vor allem den anscheinend hehren Motiven der Bühnenfiguren darf man jeweils gründlich misstrauen. Macht- und Ohnmachtsverhältnisse kehren sich um und um. Damit spielt dieses Kammerspiel.

Oliver Arno ist der rettende Mark. Anfangs ganz unauffälliger, freundlicher Nachbar. Eigentlich der Bürokollege. Doch schon seine schwelgerisch poetischen Sprachbilder von den verkohlten Leichen „draußen“ machen stutzig. Ist wirklich was passiert? Mark entpuppt sich als Außenseiter mit seltsamen Ansichten, tagsüber deswegen ein Mobbingopfer, nachts ein Stalker. Arno spielt diesen Jekyll & Hyde mit der gebotenen Ambivalenz. Er schwankt zwischen Allmachtsfantasien und Depression, flüchtet sich nach einer Aggressionsattacke winselnd in den Schoss der Frau. Immer wieder hat man Mitleid mit diesem ewigen Verlierer im Gesellschaftspiel, bis er dann erneut … Arnos Mark ist ein Raubtier auf der Lauer. Er wird seinem Opfer schließlich die Nahrung verweigern, weil es ihm nicht zu Willen ist. Da hat sich der äussere Terror längst in einen inneren verkehrt, die Inbesitznahme einer Person durch eine andere – bis hin zur Vergewaltigung. Erhard Pauer zeigt die Figuren so nackt und bloß, wie es auch die bis auf ein paar Versatzstücke leergefegte Bühne ist. Schutzlos im Schutzraum. Zu Kellern ist die Beziehung in Österreich ja prinzipiell eine eigene.

Krista Pauer spielt Louise mit losem Mundwerk. In Gefangenschaft ist sie die emotional Überlegene. Sie lockt und faucht, provoziert und beschwichtigt. Sie reitet ihre Angriffe mit vollem Körpereinsatz, zunehmend genervt über diesen Alles-Ausdiskutierer. Und wie sie den Verrückten in den Wahnsinn treibt. Es kommt zu Eskalation und Verletzungen. Schicht für Schicht legen sich die Charaktere frei, mit großer Glaubwürdigkeit werfen sich die Darsteller in dieses Dialoggemetzel. Pauer ist wie immer wahrhaftig, „echt“, sie holt die Politparabel ins schmerzhaft Private, sie umhüllt Kellys Behauptungen mit Psychologie wie der zuckende Muskel den Knochen – am Ende, wenn es Spitz auf Knopf, das heißt: Fleischhammer gegen Tranchiermesser steht. Kelly wirft Fragen auf, die Pauer Vater und Tochter geschickt weiterreichen. Das Publikum muss seine Fragen dazu stellen, denn für Antworten gäbe es wohl den Friedensnobelpreis. „Nach dem Ende“ ist ein Stück zum Ungeist der Zeit.

„Nach dem Ende“ läuft Krista Pauer zur Hochform auf. Wenn sie den mittlerweile wieder moderaten Mark im Gefängnis besucht und in grausig heiterem Ton erzählt, dass sie nun ihrerseits ein schwächeres Wesen zum Aus-dem-Leben bringen gefunden hat. Wie im Selbstgespräch erklärt sie, warum sie gekommen ist: „Ich gehe hin und bitte ihn, sich umzubringen.“ Gespenstisch ist das: der Hyde-Blick hat den Besitzer gewechselt. Die Kette, an der die Grausamkeit hängt, ist endlos, diese Welt ein Irrenhaus. Es entspinnt sich ein Zweikampf um gesellschaftliche Grundwerte und menschliche Grundrechte. Die Spirale dreht sich. Gewalt erzeugt Gewalt erzeugt noch mehr Gewalt. Beschädigungen bleiben. Lousie sagt: „Ich versuche rauszukriegen, wie ich vorher war, und spiele das dann.“

Zu sehen bis 20. November.

www.armestheaterwien.at

Wien, 16. 11. 2015

Schauspielhaus Graz: Anna Badora inszeniert

September 23, 2014 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Die Götter weinen

Udo Samel Bild: Lupi Spuma/Schauspielhaus Graz

Udo Samel
Bild: Lupi Spuma/Schauspielhaus Graz

Nach der Sommerpause öffnet das Schauspielhaus Graz mit  zwei Österreichischen Erstaufführungen und einer Autorenlesung seine Türen: Die Saison startet mit Anna Badoras Eröffnungsinszenierung „Die Götter weinen“ von Dennis Kelly am 25. September. Am  28. Septembereröffnet die Probebühne mit „Wir sind keine Barbaren!“ von Philipp Löhle in Regie von Christine Eder. Ebenfalls am 28. September liest Wolf Haas um 18 Uhr auf der Hauptbühne aus seinem neuesten Brenner-Krimi „Brennerova“.

Österreichische Erstaufführung

DIE GÖTTER WEINEN von Dennis Kelly

Am Verhandlungstisch eines weltweit agierenden Konzerns ereignet sich etwas Unerhörtes. Colm, der das Unternehmen über Jahrzehnte mit unbeugsamem Willen geleitet hat, verkündet den überraschenden Entschluss, sich zurückzuziehen. Seinen eigenen Sohn übergeht er und übergibt die Leitung von heute auf morgen an zwei seiner Manager. Was als firmeninterner Machtkampf zwischen den beiden CEOs beginnt, stürzt schließlich die ganze Welt in einen Krieg. Udo Samel spielt den Firmenmogul Colm in dem an Shakespeares King Lear angelehnten Endspiel einer entfesselten Weltwirtschaft.

Regie: Anna Badora,  mit Marco Albrecht, Jan Gerrit Brüggemann, Philine Bührer, Christian Dolezal, Martin Gerdenitsch, Dominik Jedryas, Katharina Klar, Sebastian Klein, Verena Lercher, Kaspar Locher, Udo Samel, Noa Schmidt, Jann Siefken, Franz Solar, Samouil Stoyanov, Birgit Stöger.

Österreichische Erstaufführung

WIR SIND KEINE BARBAREN! von Philipp Löhle

Zwei Ehepaare leben freundschaftlich Tür an Tür. Doch damit ist es vorbei, als ein mysteriöser Flüchtling um Asyl bittet. Wer ist dieser Ausländer? Und was will er? Ist er bedauernswertes Opfer oder eine Bedrohung? Der Heimatchor tönt: »WIR sind glücklich, WIR sind viele, WIR sind anders als die andern.« Sind wir das wirklich?

Regie: Christine Eder,  mit Steffi Krautz, Florian Köhler, Seyneb Saleh, Christoph Rothenbuchner und dem Chor Musica con GRAZia (Zuzana Ronck).

Zu Gast im Schauspielhaus
WOLF HAAS LIEST BRENNEROVA

Ob du es glaubst oder nicht. Zuerst wird der Brenner von einem Zehnjährigen bewusstlos geschlagen. Und dann versucht seine Freundin, ihn vor den Traualtar zu schleppen. Es läuft nämlich gerade ausgesprochen gut zwischen den beiden. Einziges Problem: mit seiner anderen Freundin läuft es ebenfalls verdammt gut. Da ist es für den Brenner ein Glück, dass auch noch eine dritte Frau in sein Leben tritt, indem sie verschwindet. Vermutlich ist sie von einem Mädchenhändlerring entführt worden und die Suche nach ihr hilft dem Detektiv bei der Lösung seiner privaten Probleme, sprich Flucht in die Arbeit. Denn nie kannst du besser über das Glück nachdenken, das ein Ehering bietet, als wenn der berüchtigtste Zuhälter der Stadt gerade dazu ansetzt, dir die Hände abzuhacken.

www.schauspielhaus-graz.com

Wien, 23. 9. 2014