Schauspielhaus Wien: Sommer

Februar 10, 2019 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Die Schreckensherrschaft des Loop-Systems

Die Raumfahrerin gerät in die Fänge der Retro-Revolution und kämpft ums Überleben: Sophia Löffler mit Nehle Breer und Vera von Gunten. Bild: © Matthias Heschl

Es ist eine Science-Fiction-Satire über Selbstbewusstsein, die Sean Keller verfasst hat. Selbstbewusst sein, im Sinne von: um den eigenen Wert wissen, und als Bewusstsein von einem selbst als einheitliches Wesen. Doch die Frage „Wer bist du?“ erweist sich im Stück schnell als eine unlösbare. „Sommer“ heißt es, Keller gewann damit das Hans-Gratzer-Stipendium 2018, und Elsa-Sophie Jach, die am Schauspielhaus Wien zuletzt mit Thomas Köck und „die zukunft reicht uns nicht (klagt, kinder, klagt!)“ (Rezension:

www.mottingers-meinung.at/?p=27228) erfolgreich war, hat es nun ebendort zwecks Uraufführung auf die Bühne gehoben. So überbordend der Text, so die Inszenierung. Die Bühne von Stephan Weber zeigt eine Art Future-Bar samt Claw Machine, an der Decke silberglänzende Sechsecke, an einer Seite ein Glaskubus, eine monströse Vitrine, auf deren Boden bereits das Ausstellungssubjekt kauert. Auftritt nun ein Chor, Nehle Breer, Vera von Gunten und Anna Rot, ein choreografiertes Kollektiv, Sprache, Bewegung, Ich-Erkenntnis präzise einstudiert – wobei, was letztere betrifft, das Vokalterzett für deren Beendigung plädiert. „Wir verlieren uns im Warten auf die bessere Zukunft“, schelten sie, da sie diesen Zustand längst überwunden haben, in Wahrheit das Publikum. Dem Individuum soll also ein Dasein als solches abgesprochen, aus einer Einzelidentität sollen viele gemacht werden.

Die Dystopie, die Keller im Wechsel von Wort-Kunst zu Wort-Gewalt entworfen hat, dreht sich im Weiteren um dieses Denkspiel: Individualismus als destruktiver Egoismus oder Gemeinschaftsgefühl als Gleichschaltung der Massen, einfacher formuliert: ein Wir vs ein Ich, ein Hergehören vs ein Fremdsein, ein Geschichtsvergessen vs ein Zukunft-Lernen. Die Story, zu entnehmen dem Programmheft, live verhandelt wird sie kaum, geht so: Das Jahr ist 3000, und da es der Erde davor schon recht schlecht ging, Stichwort: Ressourcenknappheit, hat sich ein Großteil von deren Bevölkerung ins Exil einer Weltraumkolonie begeben, wo man offenbar ein friedliches, freundschaftliches Leben lebt.

An der Claw Machine: Nehle Breer, Sophia Löffler, Anna Rot und Vera von Gunten. Bild: © Matthias Heschl

Beklemmende Tanzperformance im gläsernen Käfig: Esther Balfe. Bild: © Matthias Heschl

Die, die geblieben sind, haben sich als Strategie gegen die widrige Umwelt in einer neokommunistischen Gesellschaft organisiert, haben sich der Schreckensherrschaft eines restriktiven Loop-Systems unterworfen, das eine Zeitschleife betreibt, in der die historisch verklärten Jahre 2000 bis 2020 immer wieder von vorne ablaufen. Durch diesen Minkowski-Raum rennen die Menschen, wie das Huhn auf dem Möbiusband. Da entlässt Keller eine Rückkehrerin in die Szene. Eine Raumfahrerin mit Heiligenscheinhelm, die wissen will, wie’s „unten“ so ist, Sophie Löffler als Frau, die vom Himmel fiel – und die folglich vom Kollektiv mit aller Härte ans Kollektiv angepasst werden muss. Diese Ich-Erzählerin spricht im Irrealis, während sie versucht, halb von ihnen angezogen, halb abgestoßen, die Gruppenrituale zu begreifen.

Man darf Kellers Überfrachtungsstück nicht zu viel Stringenz unterstellen. Weder kümmert er sich um die Phänomene des Raumkontinuums noch des Zeitparadoxons, er schreibt so entfesselt, als hätten Ray Bradbury und Philip K. Dick nie einen Satz zu Papier gebracht, allerdings nimmt er es auch mit der innertextlichen Logik nicht allzu genau. Als würde das Fantastische nicht auch – zugegeben seinen eigenen – Regeln folgen. Derart gilt’s am besten: Nichts à la „Ground Control To Major Sean“ überinterpretieren, sich auf den Ideenreichtum von Elsa-Sophie Jach, die ganz hervorragende Arbeit leistet, einzu- und unterhalten zu lassen. Denn aberwitzig ist der Abend in seiner Verquertheit allemal.

Und während das Ich sich müht, den Code fürs Überleben zu finden und „die Abmachung“ zu kapieren, irgendwann sagt Löffler: „das Geheimnis der Anpassung ist, sich nicht zu wundern“, windet sich Tänzerin Esther Balfe als Gefangene hinter Glas, ihre Zuckungen wie unter Strom in dieser engen Biosphäre, eine Gepeinigte im Gehege ihrer exemplarischen Körperhaftigkeit. Deren Ablehnung Kulturhistoriker Hermann Glaser, gerade auf die Frau als solche bezogen, in seiner „Spießer-Ideologie“ als symptomatisch für die sozialpathologischen Aspekte der modernen Gesellschaft ansah. (Was nun doch gedeutelt ist …)

Die funkelnde Future-Bar unter dem silbernen Sechseckhimmel: Sophia Löffler, Vera von Gunten und Nehle Breer. Bild: © Matthias Heschl

Elsa-Sophie Jach bricht die schlafwandlerische Atmosphäre des Gesprochenen durch Balfes antagonistische Performance. Sie tut ambivalente Bilderwelten auf, von plötzlichen Ausbrüchen von Aggression und Autoaggression bis zum perfekt ausgeführten Zumba zu Backstreet Boys‘ „I Want It That Way“. Schließlich findet sich alles unterm Riesenrad in einem abgewrackten Orlando-Freizeitpark wieder. Ausgerechnet Florida.

Wo Widerstandskämpferinnen, die Astronautenanzüge von Giovanna Bollinger nun lässig um die Hüften geknotet, das Zeitzirkulieren durchbrechen wollen, indem sie über Cheats im Programm neue Portale und damit den Zugang zu einer anderen Wirklichkeit öffnen. Der Plan scheitert, die komplette Annullierung, Wunsch- und Albtraum Auslöschung finden statt. Gesellschaftliche Trägheitsgesetze haben die Retro-Revolution verunmöglicht. Die Menschen erscheinen in Tiermasken und hämmern auf den Boden à la „2001“-Monolith. Brainwashing accomplished.

„Sommer“, warum auch immer er so benannt ist, ist ein hochkomplexer, teilweise auch hermetischer Text, inspiriert inszeniert und mit großer Intensität darstellerisch dargeboten. Ob Sean Keller mit seinem „Sie werden assimiliert werden“ auch auf eine meinungsmacherische Politik, viele Köpfe, ein von bestimmten Medien bestimmter Gedanke, abzielt, ist beim Abgang aus dem Theater Diskussionsgegenstand. Dem „Widerstand ist zwecklos“ der Aufführung kann man sich jedenfalls nicht entziehen.

Trailer: www.youtube.com/watch?time_continue=1&v=vY5DAUhywhI

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  1. 2. 2019

Viennale 2017: Valeska Grisebach über „Western“

November 1, 2017 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

„Welch schöner, eleganter Mann“

Meinhard Neumann steht als „Meinhard“ zwischen Dorf und Bautrupp. Bild: © Komplizen Film

Mit „Western“ stellte die deutsche Filmemacherin Valeska Grisebach ihr neuestes Werk bei der Viennale vor. Inhalt: Eine Gruppe deutscher Bauarbeiter macht sich auf den Weg auf eine Auslandsbaustelle in der bulgarischen Provinz. Das fremde Land und die raue, wenig erschlossene Landschaft wecken die Abenteuerlust bei den Männern.

Gleichzeitig sind sie mit ihren eigenen Vorurteilen und ihrem Misstrauen konfrontiert. Das nahe gelegene Dorf wird für zwei der Männer zur Bühne eines Konkurrenzkampfs um die Anerkennung und die Gunst der Dorfbewohner. Kinostart ist am 3. November. Valeska Grisebach im Gespräch:

MM: Sie sind bekannt bevor, dass Sie an Ihren Projekten sehr lange feilen, bis es dann tatsächlich losgeht. Wie lange hat’s diesmal gedauert und wo war der Ausgangspunkt Ihrer Reise?

Valeska Grisebach: Diesmal hat’s lange gedauert, aber ich habe mir tatsächlich Zeit gelassen, weil das Leben zwischen den Filmen auch schon ist. Weil ich meine Tochter bekommen habe, weil ich bei einem anderen Projekt mitgearbeitet und auch unterrichtet habe, aber auch, weil „Western“ eine längere Anlaufphase gebraucht hat. Ich habe lange über das Thema nachgedacht, bis ich das Buch geschrieben habe. Der Ausgangspunkt war meine Faszination für den Western, die herrührt aus der Zeit, als ich noch ein kleines Mädchen war und aus dem Fernsehzimmer meiner Großeltern, wo ich mit meinem Vater Western geguckt habe.

MM: Und?

Grisebach: Dieser Faszination wollte ich als erwachsene Frau auf die Schliche kommen, und diesen männlichen-melancholischen, einsamen Helden auf meine Art verhandeln. Auch die Inszenierung eines Gesichts, das keine Gefühle zeigt, mit jeder Menge Gefühl dahinter. Ich fand das interessant, dass Western viel mit Konstruktion von Gesellschaft zu tun haben, welche Spielregeln gelten – Mitgefühl oder Empathie oder einfach das Gesetz des Stärkeren. Dieser Blick hat mich beschäftigt. Dann habe ich mich über eine assoziative Recherche, die parallel zum Schreiben verlaufen ist, in dieses Projekt begeben. Und war sehr glücklich, als sich für mich diese Situation von diesen Deutschen, die sich mit ihren großen Maschinen und ihrem Wissen nach Bulgarien gehen, die mit Neugier und aber auch Misstrauen dort ankommen, entwickelt hat. Ich bin dann nach Bulgarien gereist – und damit ging auch die Reise dieses Filmes los.

MM: Die Vorurteile funktionieren in Ihrem Film von beiden Seiten. Die bulgarischen Dorfbewohner haben nicht weniger als die deutschen Bauarbeiter.

Grisebach: Das ist klar, weil jede Figur mit einem historischen Subtext auftritt, eine Geschichte und eine unterschiedlich verlaufende Geschichtsschreibung mitbringt. Auf meinen Reisen hat mich das am Anfang fast irritiert, wieviel Respekt mir als Deutsche entgegengebracht wurde. Man wird erstmal fast überhöht, was mit der Geschichte der Bulgaren an der Seite der Deutschen im Zweiten Weltkrieg zu tun hat. Die Leute sagen, die Deutschen haben das alles überwunden, und stehen jetzt 1A in der Welt da. Das müssen wir auch schaffen, wir brauchen den deutschen Stiefel, um unsere Trägheit zu überwinden. Das sind allerdings alles auch Spielregeln eines ersten Kontaktes, ich habe gelernt, solche Sätze als solches zu bewerten.

MM: Sicherlich auch spannend für Drehbuch und Film …

Grisebach: Ja, weil ich mich so fragen konnte, was diese beiden Männer, Meinhard und Vincent, beide Mitte 40/Anfang 50, nicht nur antreibt, sondern, was ihnen auch begegnen wird. Die wollen noch ein Abenteuer, ein Erlebnis, die wollen, weil ihnen eben so viel Respekt entgegengebracht wird, das Dorf als Bühne für ihren Konflikt benutzen. Wer ist der, der hier ankommt? Der Anführer ist? Der vielleicht eine Frau bekommt?

MM: Ein typisches Western-Motiv: Der Anführer der Gruppe gegen den Desperado.

Grisebach: Wobei sich Meinhard und Vincent gar nicht so unähnlich sind in dem, was sie eigentlich wollen. Sie haben eine sehr unterschiedliche Weise, damit umzugehen, der eine aggressiv, der andere, der auf sanfte Art und Weise in Kontakt tritt.

MM: Vincent hat diese Hoppla-jetzt-komm‘-ich-Mentalität, die die Deutschen von der Adria bis zur Costa Brava mäßig beliebt macht …

Grisebach: Ich mag ihn um nichts weniger als Meinhard. Er hat Pflichtbewusstsein, er will für seine Männer nur das Beste. Er muss Stärke zeigen, nachdem er um den Kies betrogen wird. Er macht auch eine Entwicklung durch, wie er dann aus dem Konflikt aussteigt. Aber die ganze Gruppe hat natürlich eine gewisse Grobheit, was für mich auch immer ein Zeichen von Unsicherheit und wenig Selbstbewusstsein ist. Ich habe also nicht wirklich an die Deutschen auf Mallorca gedacht, als ich Vincent geschrieben habe. Dafür habe ich die Jungs dann doch zu gerne. Die Dynamik, die sich in der Gruppe entwickelt, und aus der heraus dann auch Meinhard agiert, ist, dass Angst und Schwäche gar nicht geht.

MM: Ihre Schauspieler sind allesamt Laien. Wie haben Sie die gefunden?

Grisebach: Ich merke immer, dass es so richtig losgeht bei den Proben, wenn ich anfange los zu spazieren und Leute sehe, bei denen ich Herzklopfen kriege, oder denke: Mensch, den will ich kennenlernen. Ich wollte mich am Anfang des Projekts mit Männer und Frauen über ihren Westernmoment im Alltag unterhalten. Über Duelle aus dem Leben. Und hab‘ dann geguckt, mir den Pin-Up-Moment gegönnt, und da landet man für einen Western ganz schnell bei den Jungs auf dem Bau. Wobei ich das altmodische männliche Gefüge von Arbeitern auf dem Bau auch für den Film interessant fand.

MM: Die nun Mitwirkenden …

Grisebach: … hat das Stichwort Western überzeugt. Die waren auch gespannt, wie ich das umsetzen werde, als Frau in einem vermehrt männlichen Ensemble. Das war super, das war für mich eine faszinierende Erfahrung.

Er freundet sich mit Dorfvorsteher Adrian an: Meinhard Neuman und Syuleyman Alilov Letifov. Bild: © Komplizen Film

Und lernt allmählich lächeln: Meinhard Neumann. Bild: © Komplizen Film

MM:  Was haben Sie in den Hauptdarstellern Meinhard Neumann als Meinhard und Reinhardt Wetrek als Vincent gesehen?

Grisebach: Ich habe für die Figur des Meinhard, als die Figur noch gar keinen richtigen Namen hatte, aber Meinhard war dann so bezwingend, ich konnte keinen besseren erfinden, immer einen schillernden Charakter gesucht. Wenn man Meinhard in der Gruppe sieht, denkt man, welch ein schöner, eleganter Mann. Er ist aber auch einer, der gleichzeitig den kleinen Mann in sich trägt, den Untertan, den Opportunisten, der vielleicht eine Lügengeschichte erzählt, wer er ist, der vielleicht auch etwas gut machen muss. Er möchte gleichzeitig aus der Masse herausstechen und in ihr verschwinden. Mich erinnert Meinhard Neumann an Gary Cooper in seinen Filmen. Er ist eine Projektionsfläche, er hat ein unglaubliches Gesicht, wie eine Filmikone, und er ist ein Mann mit Vergangenheit …

MM: Und Reinhardt Wetrek …

Grisebach: … den fand ich einfach so toll, weil er eine andere Körperlichkeit hat, etwas sehr Eindringliches, wie er dasteht und für Meinhard ein Widerstand ist, dann aber wieder etwas ganz Zartes hat. Die Geschichte ist ganz lustig: Er hat beim ersten Mal Casting so ein Blackout hingelegt, was ganz sympathisch war, dass dieser große Schrank dasteht und nicht weiter weiß, dass er fast umgedreht wäre. Er hatte aber seine 12-jährige Tochter dabei, und der wollte er zeigen, dass man im Leben Dinge durchzieht. Er hat sich unheimlich frei gespielt, er ist auch jemand, von dem ich denke, er könnte gut Schauspieler sein, er hat da große Qualitäten. Und er will auch gerne wieder wo spielen.

MM: Sie arbeiten normalerweise nicht mit einem klassischen Drehbuch. Wie war das diesmal? Und haben da die Schauspieler die Möglichkeit, auch „frei Schnauze“ zu sprechen?

Grisebach: Ja und nein. Es gibt einen Text, weil ich finde, was da ist, ist da, er wird aber am Set verhandelt. Ich erzähle Szenen und Dialoge, es ist kein klassisches Improvisieren, sondern ein Moment der Begegnung, und wenn da jemand etwas anders sagen möchte, kann man über alles reden.

MM: Wie war Drehen in Bulgarien?

Grisebach: Für mich toll, weil ich oft so jemand bin, der sich nicht festlegen will. Mich irritiert das eher, wenn alles so fix durchgeplant ist, da habe ich immer das Gefühl, ich muss mal kurz Verwirrung stiften. Für mich ist das das Gegenteil von inspirierend. In Bulgarien habe ich gemerkt, dass die Leute eher irritiert sind, wenn man vier Wochen im Voraus was planen wollte. Da ruft man eine halbe Stunde vorher an und sagt ich brauche bitte das, das und das. Und dann klappt das irgendwie. Und wenn nicht, sind die Bulgaren Meister im Improvisieren. Die Leute waren abenteuerlustig und haben sich auf uns eingelassen. Für mich war das eine schöne Erfahrung, auch ein Kontrollverlust, eine Reise ins Unbekannte, und immer wieder Überraschungen. Ich habe im besten Sinne eine Grenz-Erfahrung gemacht.

MM: Die Bewohner des Dorfes spielen sich auch selber?

Grisebach: Nur wenige. Wir haben auch in Bulgarien ein Casting gemacht, und die Leute kommen alle aus einer Region, aber aus einem größeren Umfeld. Trotzdem war das Dorf präsent mit jeder Art von Hilfestellung. Syuleyman Alilov Letifov, der den Adrian spielt, hat in Wirklichkeit Geschäfte für Autobedarf und auch einen Steinbruch.

MM: Lassen Sie uns über das visuelle Konzept reden.

Grisebach: Wir haben uns auch damit beschäftigt, wie man Western optisch umsetzt, wir wollten nicht die ganze Zeit Cinemascope zitieren, sondern mehr über die Inhalte gehen. Aber es ist schon spannend, Westernräume aufzumachen, den Dorfplatz, die Veranda der Kneipe, oder auch die Landschaft, die vermeintliche Wildnis, die es ja nicht ist. Denn hinter dem nächsten Hügel ist ja was, aber für die Deutschen ist es eben ein Abenteuerland. Es war uns wichtig, nicht zu viel Butter aufs Brot zu schmieren, damit unsere Inszenierungen immer noch Effekt haben.

Als Vincent mit Meinhards Hengst ausreitet, passiert das Unglück, das die Männer entzweit: Reinhardt Wetrek. Bild: © Komplizen Film

MM: Wie geht es aus? Ich vermute, Meinhard bleibt.

Grisebach: Ich weiß es nicht, ich könnte es so nicht sagen. Aber er setzt sich zum ersten Mal etwas aus, seinen Gefühlen, und damit wird etwas in Gang gesetzt werden.

MM: Die Viennale hat Ihnen auch ein Special gewidmet, eine Werkschau verbunden mit einer Carte Blanche.

Grisebach: Mich hat Hans Hurch kontaktiert, was mich wahnsinnig gefreut hat, und was mich jetzt so berührt, dass ich ihn nie so richtig persönlich kennengelernt habe. Mir bedeutet das sehr viel, dass gerade in Wien, wo ich studiert habe, meine Filme „Mein Stern“ und „Sehnsucht“ gezeigt wurden – auch in Verbindung mit der Carte Blanche.

MM: Von den von Ihnen ausgewählten Filmen ist heute noch „Gunfighter“ von Henry King zu sehen – siehe da: ein Western.

Grisebach: (Sie lacht.) Ich freue mich so, den auf der Leinwand zu sehen. Es geht um einen lonely Gunfighter, der älter geworden ist, und zurück will in den Ort, aus dem er kommt, zurück zu der Frau, die er liebt. Aber Gunfighter sein, ist ein Fluch, den er nicht loswird, weil ein jeder, dem er begegnet sich mit ihm messen will. Seine Nachfolger warten nur darauf, sich mit ihm anzulegen … Das ist die Ambivalenz am Western, die mich interessiert: raus und frei sein und dennoch ein Zuhause haben.

MM: Ein Lieblingswestern?

Grisebach: Mmh. Vielleicht „Wincester `73“ von Anthony Mann. Den mag ich sehr gerne, weil James Stewart wie mein Bautrupp so ein normaler Mann ist, der in eine unmögliche Situation gerät. Er hat auch dieses Anständige und muss quasi auf Rache aus sein. Und „One Eyed Jack“ mit Marlon Brando mag ich auch sehr.

Die Filmrezension: www.mottingers-meinung.at/?p=26959

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  1. 11. 2017

Viennale 2017: Western

Oktober 27, 2017 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Der Mann auf dem weißen Pferd ist nicht immer der Gute

Meinhard findet in der Nähe der Baustelle einen weißen Hengst und reitet ihn zu: Meinhard Neumann. Bild: © Komplizen Film

Eine Gruppe Outlaws hat sich unweit eines kleinen Städtchens mitten im Nirgendwo niedergelassen. Sie drangsalieren die Dorfbewohner, vor allem gegenüber deren Frauen benehmen sie sich schlecht. Der Bande angeschlossen hat sich ein schweigsamer Desperado, ein Mann, so scheint es, ohne Vergangenheit.

Er wird sich zwischen die Einheimischen und die Fremden stellen, wird ins Duell mit deren Anführer gehen. Eine Frau kommt vor, und ein weißes Pferd. Und der Mann auf dem weißen Pferd wird nicht immer der Gute sein … Der Film dieses Inhalts heißt, wie es klingt: „Western“. Es ist der neue Spielfilm von Regisseurin und Drehbuchautorin Valeska Grisebach, und hat seine Österreich-Premiere bei der Viennale am 29. Oktober, danach Kinostart am 3. November. Die Viennale widmet der deutschen Filmemacherin außerdem ein Special.

Grisebachs „Western“ ereignet sich in Osteuropa, in Bulgarien. Ein deutscher Bautrupp soll in tiefster Provinz ein Projekt umsetzen, doch wurden sie von einem ansässigen Schottergrubenbesitzer gerade um den Kies betrogen. Die Arbeit stagniert, die Männer langweilen sich. Grisebach stellt zwei von ihnen gegenüber: Vincent, den Vorarbeiter, der mit aller Macht und deutscher Gründlichkeit und vor allem, wird sich zeigen, um jeden Preis, auch um den eines Lebens, versucht, was weiter zu bringen. Und Meinhard, den Neuen, der viel vom Job versteht, aber irgendwie seltsam ist.

Meinhard findet in der Nähe der Baustelle einen weißen Hengst. Er geht ins Dorf, um zu fragen, ob er das Tier reiten darf. Er darf, und kommt immer wieder, leise Freundschaften entwickeln sich, vor allem zum Dorfvorsteher Adrian. Die beiden verstehen einander, ohne die Sprache des anderen zu können. Meinhard hilft den Männern Zäune auszubessern, den Frauen Tabak zum Trocknen aufzuhängen, doch die „Kumpels“ folgen ihm ins Dorf. Die Konflikte, davor war nur eine deutsche Flagge, die die Arbeiter über ihrem Lager gehisst hatten, um die „Dorfis“ zu ärgern, heimlich gestohlen worden, brechen offen aus.

Vorarbeiter Vincent versucht den Bautrupp bei Laune zu halten: Reinhardt Wetrek (Mitte). Bild: © Komplizen Film

Wenig diplomatisch hissen die Männer über ihrem Lager die deutsche Fahne. Bild: © Komplizen Film

Deren schlimmster ist ein Streit um Trinkwasser. Es gibt in der Gegend nicht genug davon, also an der Pumpe an der Quelle einen Hebel, der das Wasser einmal Richtung Dorf, einmal Richtung Lager fließen lässt. Vincent will alles Wasser allein für seine Männer und sich, er wird das weiße Pferd nehmen und zur Pumpe reiten, und ein Unglück wird passieren. Und Meinhard wird es rächen, indem er sich die Frau nimmt, in die Vincent sich verguckt hat …

Es ist großartig, wie Grisebach alle Momente des Western-Genres bedient, ohne in ihnen jemals plakativ zu werden, ohne überkompensieren. Zum Stil im Sinne der beiden Sergios trägt maßgeblich die Kameraarbeit von Bernhard Keller bei, der unter gleisender Sonne eine karge, staubige Landschaft so fotografiert, dass sie fast schon wie abstrakte Malerei wirkt. Inszeniert ist das alles mit einer unruhigen Handkamera, deren Bilder mit langen, statischen Einstellungen wechseln: Wälder, Wege, Unwegsamkeiten –  in Gestalt einer Sisyphos-Arbeit.

Dazwischen werden auch optisch Westernräume aufgemacht, etwa, wenn offene oder geheime Blicke gewechselt werden, und Keller in die für Duelle übliche Schuss-Gegenschuss-Perspektive wechselt. Auch die Darsteller sind mit viel Fingerspitzengefühl in Szene gesetzt. Allen voran Meinhard Neumann als Meinhard, dessen stoische Präsenz die Kamera gekonnt auffängt. Der Schauspieler, hauptberuflich Schausteller, Trödelhändler und Arbeiter in der Automobilindustrie, gibt den Anti-Helden wie aus dem Buche. Ein großer, gebeugter und doch irgendwie eleganter Mann, dem man in seiner Körpersprache, denn gesagt wird im Film ja wenig, durchaus auch Narzissmus unterstellen kann. Einmalig sein Gesicht, das übers Nicht-Zeigen der Gefühle zeigt, wie viele dahinter stecken.

Es arbeitet unablässig in diesem Gesicht, die Angst es zu verlieren, dass die Züge entgleisen und die Kontrolle auf der Strecke bleibt. Denn der Mann, der sich anfangs so klein macht, den alle für einen Loser halten, der augenscheinlich mehr als andere eingesteckt hat, hat natürlich ein Geheimnis. „Legionnaire“, entfährt es ihm einmal, als Adrian fragt, was er früher gemacht hat. Gelächter auf deutsch-bulgarischer Seite, keiner glaubt’s, bis sich Meinhard im Zweikampf – dies ja auch eine berühmte Eastwood-Angelegenheit – enttarnen muss.

Zu Adrian entsteht fast eine Freundschaft: Meinhard Neumann und Syuleyman Alilov Letifov. Bild: © Viennale

Westernheldenpose: Meinhard stellt sich zwischen die „Dorfis“ und die Bauarbeiter: Meinhard Neumann. Bild: © Viennale

Der Ostberliner Reinhardt Wetrek, Gerüstbauer und zum „Western“-Casting nur gekommen, weil er seiner 12-jährigen Tochter zeigen wollte, dass er sich traut, ist Meinhards Gegenspieler, ist Vincent, der Bauleiter der Truppe. Auch er ein vielschichtigerer Charakter, als man auf den ersten Blick glauben möchte, zeigt er doch einerseits eine Großmäuligkeit, die Männer seines Schlages alles andere als beliebt macht, doch auf der anderen Seite ist er von Pflichterfüllung und der Sorge um seine Mitarbeiter zerfressen. Er verkörpert die Landnehmermentalität der Menschen aus Industrieländern, er ist ein Pionier, der sich die Wildnis unterwerfen will.

Wetreks Vincent ist um nichts weniger undurchsichtig als Neumanns Meinhard, sein Spiel ebenso eindrücklich, seine Figur ein ebenfalls schwieriger Charakter, seine ständigen Anrufe daheim, ob seine Frau fremd geht, und er wird Meinhard auch nichts schenken. Diesem vermeintlichen oder tatsächlichen Konkurrenten um die Machtstellung in den Bergen.

Die tatsächlich der Dorfobere Adrian, gespielt von Syuleyman Alilov Letifov, hat. Er ist ein Fädenzieher, der auch die Ostmafia und ihren Kies im Griff hat. Lange Zeit fragt man sich, ob die Dorfbewohner die deutsche Baustelle, die letztlich zu ihrem Wohle sein soll, boykottieren. Vorurteile gibt es jedenfalls auch von dieser Seite, beim Kartenspielen kann man die reichen Nemskis ruhig abzocken, und Missverständnisse und Misstrauen. „Western“ – und der Titel dieses klugen und leisen Films von enormer Tiefe ist so ironisch wie korrekt gewählt – zeigt eine Männerwelt, auf beiden Seiten Macho-Gehabe und Hahnenkämpfe, dass das Testosteron nur so von der Leinwand tropft, und in dieser Welt entpuppen sich nicht alle Dorfbewohner als arglos …

„Die Welt ist Fressen und Gefressen Werden“, sagt Meinhard zu Adrian an einer Stelle. In einer der schönen Szenen, in denen die beiden nächtens über Familie und deren Verlust reden. Nach eineinviertel Stunden Film kommt da von Meinhard die erste (und letzte) Emotion.

Valeska Grisebach im Gespräch: www.mottingers-meinung.at/?p=27063

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  1. 10. 2017

Volkstheater: Kasimir und Karoline

März 18, 2017 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Bananen, Geplärr und Banalitäten

Big Karoline is watching you: Rainer Galke als Kasimir, Birgit Stöger und Stefanie Reinsperger auf der Lichterkettenleinwand. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Am Volkstheater hatte Ödön von Horváths „Kasimir und Karoline“ in einer Inszenierung von Philipp Preuss Premiere, und das Erstaunen daran ist, dass einen die Aufführung seltsam unberührt lässt. Preuss, der in der Regel für einen Aufreger, zumindest für einen Kopfschüttler gut ist, schafft es diesmal nicht über die Echauffiertheitshürde – ja, nicht einmal über die Aufmerksamkeitsschwelle. Mit Kasimir möchte man nur eins sagen: Das ist mir wurscht.

Und zwar aus mehreren Gründen. Zum einen ist es die abgepauste Ästhetik des Abends, zum anderen sind es die Banalitäten und das Geplärr, die einen die Scheuklappen dichtmachen lassen. Auf der Bühne herrscht vor allem Trubel, ein Tohuwabohu, in dem die leiseren Horváth-Töne untergehen. So kann man diesem Autor nicht beikommen, so plakativ, so wenig subtil. Schreien statt Inhalt ist keine Lösung, das ist auf der Bühne wie im Leben so.

Denn derart bleibt nichts von Horváths scharfer Analyse des durchökonomisierten menschlichen Zusammenlebens, nichts von seinem Bericht über die Arbeit als Statussymbol und die Not derer, die keine mehr haben – oder was immer Preuss aus dem übervollen Themenkonvolut des Volksstücks zu erzählen nicht gelungen ist.

Dass fortwährend die urbayrische Oktoberfestkost Bananen gefuttert wird, macht die Sache nicht besser. Preuss hat das Stück ganz nach Horváths Vorgabe „in unserer Zeit“ angesiedelt. Die Krise ist dem Kapitalismus systemimmanent, was 1932 galt, gilt 2017 noch immer, nur das Wiesnzelt ist einem Karussell aus Lichterschnüren gewichen. Einem Multimediaspektakel mit Videos und kitschigem Soundteppich, erdacht von Ramallah Aubrecht, Konny Keller und Richard Eigner, das zum Labyrinth für die Darsteller wird. Davor und vor allem darin nämlich tummelt sich die Spaßgesellschaft, die Herrschaften und das Volk. Im Innern spielt sich’s ab, dem Außen bleibt nur das Cinemascope. All das sieht man bei Castorf (oder auch bei Pollesch) schon seit Jahrzehnten so – dass wichtigste Teile der Handlung in einem hermetisch abgeschlossenen Raum stattfinden und nur per Livekamera ins Publikum transportiert werden.

Und noch in einer anderen Sache folgt Horváth-Debütant Preuss dem Altmeister aus Berlin: Er fügt Fremdtexte als inszenatorische Rufzeichen ins Stück ein, Konsumismuskritiker Guy Debords 1967 erschienene „Gesellschaft des Spektakels“, als realsozialistischer Dialog schrill performt von den beiden Gelegenheitsprostituierten Elli und Maria alias Seyneb Saleh und Nadine Quittner, und einen Auszug aus Horváths prophetischem Antikriegsroman „Ein Kind unserer Zeit“. Luka Vlatkovic tritt blutbesudelt und armamputiert als der Soldat auf, der auf einem Jahrmarkt des Jahrs 1938 die Liebe sucht.

Kasimir mit dem Merkl Franz und dem Merkl Franz seiner Erna: Rainer Galke, Birgit Stöger und Kaspar Locher. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Und er sitzt und sitzt; im Hintergrund die Gelegenheitsprostituierten Elli und Maria: Rainer Galke, Seyneb Saleh und Nadine Quittner. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Unter den Darstellern sind es Sebastian Klein als Schürzinger, Kaspar Locher als der Merkl Franz und Birgit Stöger als dem Merkl Franz seine Erna, die am ehesten Horváth spielen, brutal und ungekünstelt und doch mit der vom Schöpfer ihrer Figuren verlangten Überhöhung ins Stilisierte. Birgit Stöger ist überhaupt die Erfreulichkeit des Abends. Wie sie sich stoisch in ihr Schicksal und dem Merkl Franz seinen Schlägen fügt, ist sie die perfekte beschädigte Antiheldin. Thomas Frank sitzt als dämonischer, halbverbrannter Schaustellerkönig wie die Spinne im Neonnetz, kommt aber, da ans unvermeidliche Mikrophon gebunden, darin kaum zum Spielen, Michael Abendroth und Lukas Holzhausen sind verlässlich solide als Rauch und Speer. Ihre Ressentiments über die Jugend rülpsen die beiden übersättigten „Besseren“ ins Publikum. Dies einer der gelungeneren Regieeinfälle des Abends.

Als „Kasimir und Karoline“ hat sich Preuss Rainer Galke und Stefanie Reinsperger auserkoren, zwei klasse Schauspieler – und umso mehr tut’s weh, dass die Regie mit ihnen nichts anzufangen weiß. Das Kraftwerk Reinsperger wird aufs übliche Gestenrepertoire zurückgeworfen; ihre Karoline ist eine Wutbürgerin, und Reinsperger berserkert sich ergo durch die Rolle. Zur resignierten Verzweiflung Kasimirs wiederum ist Preuss nicht mehr eingefallen, als Galke beinah die ganzen zwei Stunden lang regungslos und, so weit durch Striche möglich, schweigsam an der Rampe sitzen zu lassen.

Sein Kasimir ist weder Kleinbürger noch Proletarier im Sinne von „aller Länder vereinigt euch“, und wenn Karoline an ihm einen „Terroristen“ erkennt, so ist dieser hier maximal ein Schläfer. Verschenkte Möglichkeiten allüberall. Immerhin: Mit ihrer Bemerkung, man wäre „zu schwer für einander“, sichert sich die Reinsperger den Lacher des Abends. Einen schmerzhaften. Einen zum Fremdschämen. Andererseits: Auch das ist mir wurscht.

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Wien, 18. 3. 2017

Ulrich Seidl: Im Keller

September 19, 2014 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Zwei ÖVP-Gemeinderäte treten wegen des Films zurück

Bild: © Stadtkino Filmverleih

Bild: © Stadtkino Filmverleih

Die Österreicher haben mit ihren Kellern eine besondere Beziehung. Wusste Ulrich Seidl. Und schaute sich in den heimischen um. Sein neuer Film „Im Keller“, ab 26. September in den Kinos, handelt von Menschen und Kellern und was Menschen in ihren Kellern in der Freizeit tun. Er handelt von Obsessionen. Von Blasmusik und Opernarien, von teuren Möbeln und billigen Herrenwitzen. Von Sexualität und Schussbereitschaft, Fitness und Faschismus, Peitschenschlägen und Puppen. Nach seiner großangelegten Paradies-Trilogie kehrt Ulrich Seidl zur dokumentarischen Form zurück. Mit den für ihn typischen Tableaus ist „Im Keller“ ein Filmessay, tragisch und komisch: eine Nachtmeerfahrt durch das Souterrain österreichischer Seelen.

„Der Keller ist in Österreich ein Ort der Freizeit und der Privatsphäre. Viele Österreicher verbringen mehr Zeit im Keller ihres Einfamilienhauses als im Wohnzimmer, das oftmals nur zu Repräsentationszecken dient. Im Keller gehen sie ihren eigentlichen Bedürfnissen nach, ihren Hobbys, Leidenschaften und Obsessionen. In unser aller Unterbewusstsein ist der Keller aber auch ein Ort der Dunkelheit, ein Ort der Angst, ein Ort der menschlichen Abgründe“, sagt Ulrich Seidl.

Die erste Erregung zum Film gibt es auch schon: In einer Szene sieht man fünf Männer in Tracht, die in Marz mitten in einem Keller voller Nazi-Devotionalien sitzen. Zwei der Männer sind ÖVP-Gemeinderäte. Am Freitag verkündete der Marzer Bürgermeister den Rücktritt der Gemeinderäte. http://burgenland.orf.at/news/stories/2669265/

http://im-keller.at/

Trailer: www.youtube.com/watch?v=SSdJ6h-QEEU

Interview mit Ulrich Seidl: http://im-keller.at/interview/

Wien, 19. 9. 2014