Jonathan Lethem: Der wilde Detektiv

Februar 21, 2019 in Buch

VON MICHAELA MOTTINGER

Donald Trump und die Blumenkinder des Bösen

Klassischer kann ein Kriminalroman nicht beginnen: Eine nervöse Schöne betritt das Büro des ihr anempfohlenen Privatschnüfflers, beide, Inventar wie investigator, haben sichtlich schon bessere Zeiten erlebt, und während sie ihr Anliegen stammelt, öffnet er deutlich desinteressiert die Schreibtischschublade, um – nein, nicht den obligaten Whiskey, sondern ein magenkrankes Opossum herauszuholen, das der Fütterung bedarf. Ein satirisches Spiel, das US-Starautor Jonathan Lethem da treibt, eine postmoderne Genredekonstruktion, und noch dazu eine hochpolitische.

Denn als Subtext hinterm wüsten Treiben in „Der wilde Detektiv“ steht die messerscharfe Analyse eines seit der Trump-Wahl gespaltenen Landes, erschütterte Linksliberale hie, erstarkende Ultrarechte da, das sich selbst nicht mehr versteht. Und apropos, wüst: In diese und in dieser geht’s ab. Lethem beschreibt den surrealsten Wüstentrip, seit Jim Morrison in der Mojave sein Bewusstsein erweitert hat, Schauplatz des Buches ist das südkalifornische Inland Empire, die Zeit eben November 2016, der nicht nur „das Monster im Turm hervorgebracht“, sondern auch den Tod von Leonard Cohen verschuldet hat.

Beides wirft die Ich-Erzählerin Phoebe Siegler, Medienprofi aus Manhattan und Lethems Hauptfigur, aus der Bahn. Als sich ihr Boss „mit dem designierten Trumpeltier hinter verschlossenen Türen“ zusammensetzt, kündigt sie ihren Job als Radiojournalisten, und folgt, um nicht völlig in Politdepression und Privatschwermut zu versinken, dem Hilferuf einer Freundin. Deren Tochter Arabella, die ihre Tage im Golden State eigentlich als Studentin zubringen sollte, ist spurlos verschwunden. Phoebe nimmt die Suche auf, das heißt: aufsucht sie zuerst den Privatdetektiv mit dem bezeichnenden Namen Charles Heist – heist bedeutet Raub, und Phoebes Herz wird er noch stehlen

Heist novel meint eine spezielle Form der Krimiliteratur, deren Großmeister Donald E. Westlake war, und die auch andere Genres, wie beispielsweise Science-Fiction, vor allem aber einen skurrilen Humor bedient. Phoebe wird Heist über die ersten hundert Seiten wie folgt beschreiben: als „menschliche Freakshow in roter Lederjacke“, mit „einem Gesicht, das an die Oberseite einer eingefallenen Pastete erinnerte“, verärgert darüber, dass der Mann „in fast schon autistischem Maße unprovozierbar war“, dieser „atmende Holzschnitt“, bevor sie seine „gemeißelten Gesichtszüge“ und die „Stahlwolle seiner Koteletten“ endlich zu schätzen weiß. Lethem lässt kein Klischee, weder sprachlich noch inhaltlich aus, als die stadtneurotische New Yorkerin auf den abgeklärten Ermittler trifft.

Nur ist es hier die Frau, die sich den lapidaren Sam-Spade-Jargon aneignen wird, wenn schwarzer Kaffee wie ein Scheibenwischer fürs Gehirn wirkt, ihr etwas bis Oberkante Unterlippe steht oder „in Großbuchstaben“ geflüstert wird. Selten zeigt sich die Protagonistin eines Romans so zynisch, obwohl Phoebe sich selbst und damit dem Leser eingesteht, dass ihre markigen Sprüche, ihre verlegene Schnoddrigkeit, aus ihrer Angst angesichts der Umstände geboren sind. Die nämlich führen Phoebe und Heist und dessen drei Hunde von einem Schwemmkegel auf den Mount Baldy und in ein Zen-Kloster, in dem Leonard Cohen einige Jahre verbrachte, führen sie allerlei abgedrehten Charakteren zu, der Spinnerin Sage, der durchgeknallten Lorrie, dem undurchsichtigen Laird, der toughen Anita – und bald auch zu zwei Teenager-Leichen mit aufgeschnittener Kehle.

Bild: pixabay.com

Bild: pixabay.com

Phoebe muss erfahren, dass die Ödnis von einem Zweiparteiensystem beherrscht wird, menschlichen Überbleibseln einer Hippie-Kommune, aus der wie Blumenkinder des Bösen die atavistischen Stämme der „Kaninchen“, friedliche, aber bei Angriffen durchaus wehrhafte Frauen, und der brutal-männlichen „Bären“ hervorgegangen sind. In zweiteren, der einem blutigen Königskult frönt, wurde Heist dereinst als hoffnungsvoller Anführer-Spross hineingeboren, doch hat er beschlossen, stattdessen lieber verwirrt-verirrte Jugendliche aus dessen Klauen zu retten. Nun, sozusagen heimgekehrt, muss er sich, um Arabella, die der archaischen Anziehungskraft des aktuellen Machthabers Solitary Love erlegen ist, zu befreien, einem Zweikampf auf Leben und Tod stellen …

Seit Lethem in „Motherless Brooklyn“ einen Ermittler mit Tourette-Syndrom losgeschickt hat, jongliert er in seinen Romanen gekonnt mit Motiven und Macharten von Popkultur. Er versteht sich auf amerikanische Gegenwartswahrnehmung durch die Filter von Film, Fernsehen, Musik. Auch diesmal verhandelt er U und E, von Game of Thrones bis Joyce Carol Oates, von Nancy Drew bis mansplaining. „In der Mojave weiß niemand, dass du kein Hund bist“, sagt Phoebe einmal zu sich selbst. Im Original-The New Yorker-Cartoon sagt das ein vorm Computer sitzender Hund über das Internet … Phoebe bleibt in der Blase, der sie eigentlich zu entrinnen hoffte, Grapscher, Faktenfälscher und Politstricher, mittels Gebrauch von Smartphone, Apps und Twitter geistig verhaftet.

Wohin immer sie schaut, werden ihre Eindrücke durch Medien wie Social Media krankhaft verstärkt. Auch das kennzeichnet Lethem als jenen Riss, der durch die Gesellschaft geht. Vom Norden nach Süden, im aus der Mode gekommenen Macho-Mannsbild vs #MeToo, in den Politfarben Rot gegen Blau. Im wilden Westen trifft Ostküstenkind Phoebe auf Landsleute, die ihre Ausdrucksweise, ihre Anspielungen gar nicht dechiffrieren können, weil ihnen die Codes dafür fehlen. Phoebe reist mit einem Koffer, der „noch in der Obama-Ära gepackt worden war“, hat den ersten Geschlechtsverkehr „seit der Wahl“. Dies die neue Zeitrechnung der Vereinigten Staaten, in der einer unsägliche Dekrete erlässt, während andere, in Felle gehüllt, deren Existenz negieren.

Dem Rolling Stone sagte Jonathan Lethem, er hätte „Der wilde Detektiv“ geplant, in der Annahme, einige Jahre unter Hillary Clintons Administration zu leben, nun hätte ihn die Amtsübernahme durch Trump aus der Bahn geworfen, er frage sich, wozu das Buch, wozu überhaupt noch ein Buch schreiben. Und so, wie der Autor in seinem Roman das Scheitern aller gesellschaftspolitischen Utopien zwar mit Witz, aber noch mehr Melancholie durchdekliniert, ist ihm dieser Zwiespalt anzumerken. Am Ende fährt Phoebe über die Road to Nowhere. Der derzeit einzig gangbare Weg? Die diesen besingenden Talking Heads sind jedenfalls Lethems Lieblingsband.

Über den Autor: Jonathan Lethem, geboren 1964 in New York, ist Autor zahlreicher Romane, darunter „Motherless Brooklyn“, „Die Festung der Einsamkeit“ oder „Der Garten der Dissidenten“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=11281). Für sein Werk erhielt er zahlreiche Preise und Auszeichnungen, unter anderem den „National Book Critics Award“, den „Gold Dagger“ und das „MacArthur Fellowship“. Lethem hat am Pomona College in Südkalifornien die Professur für Creative Writing inne. Zurzeit lebt er mit seiner Familie in Kalifornien.

Tropen, Jonathan Lethem: „Der wilde Detektiv“, Roman, 335 Seiten. Übersetzt aus dem Amerikanischen von Ulrich Blumenbach.

Weiterer Buchtipp: Howard Jacobson: Pussy, Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=28269

www.tropen.de               jonathanlethem.com

  1. 2. 2019

Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand

November 22, 2018 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Wie „Humbug!“ zum Weltbestseller wurde

Christopher Plummer als Scrooge, dahinter Dan Stevens als Charles Dickens. Bild: © Bah Humbug Films Inc & Parallel Films (TMWIC) Ltd 2017

Adaptionen gibt es unzählige, selbst die Muppets, Micky Maus und Bill Murray kamen daran nicht vorbei, eine Folge „Doctor Who“ befasst sich damit, auch eine von „Blackadder“, sogar Onkel Dagobert heißt im englischen Original Scrooge McDuck. „A Christmas Carol“ nicht zu kennen, ist so unmöglich wie „Stille Nacht“ nicht zu können. Wie die Feiertagsgeschichte entstand, erzählt ab Freitag im Kino „Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand“.

Basierend auf dem Buch von Les Standiford ist Regisseur Bharat Nalluri ein hinreißender, auf very britische Weise verschroben schrulliger Film gelungen, opulente, starbesetzte Bilder von einer pittoresken Schmuddeligkeit – wobei Nalluri trotz schwelgerischer Optik nie auf die Dickens’sche Sozialkritik vergisst. Was der Autor in „Oliver Twist“ oder „David Copperfield“ festhielt, die Armut der Arbeiterklasse, das Ausbeuten von Kindern als billige Arbeitskräfte, rührt aus der eigenen Vergangenheit, erfährt man, ein Kindheitstrauma, dem der Film ebenso viel Raum widmet, wie der Geburt des Literatur-Klassikers. Und so wird man, während Dickens im Winter 1843 von Flops, auf welche beinah die Pleite folgte, aus der Kurve getragen wird, und in den sechs Wochen bis zum Christfest einen Erfolg nicht nur schreiben, sondern, weil die renommierten Häuser alle abwinken, auch selbst verlegen und ergo neue Kredite aufnehmen muss, immer wieder in jene Fabrikshalle zurückgeworfen, in der der elfjährige Charles seinen Lebensunterhalt verdienen musste.

Ein schmutzstarrendes, rattenbefallenes Loch ist das, in dem Buben mit rußverschmierten Gesichtern Etiketten auf Glasflaschen kleben, hustend, hinter ihnen der riesige Kessel, in dem die Schuhpolitur brodelt, die Warren’s Blacking Warehouse herstellt. Sechs Tage die Woche, zwölf Stunden am Tag schuftete das Kind Dickens hier, während Vater und Mutter in Schuldhaft saßen, und diese Schmach und Scham und der Schmerz darüber, von den Eltern so fahrlässig verlassen worden zu sein, wird den Schriftsteller ein Leben lang begleiten. Kaum jemandem hat er sich über diese Erfahrungen anvertraut, und so verwebt der Film das Gespenst der Vergangenheit, dem Dickens Herr zu werden versucht, mit den Geistern, die er ruft, damit sie sein neues Buch bevölkern.

Pittoreskes London. Bild: © Bah Humbug Films Inc & Parallel Films (TMWIC) Ltd 2017

Der Schreibprozess wird zur Seelenreinigung. Dies alles serviert Nalluri nicht auf dem Silbertablett, sondern entdeckt er dem Zuschauer erst nach und nach. Das macht „Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand“ über die Buchstory hinaus zum spannenden Psychogramm des Schreibstars. Dass die Übung gelingt, ist in hohem Maße dem als „Downton Abbey“/„Matthew Crawley“ bekannten Dan Stevens zu danken.

Er macht aus dem 31-jährigen Dickens einen kauzigen Unruhegeist, der mal vor Zorn, mal vor Enthusiasmus mit wehenden Rockschößen durchs viktorianische London wirbelt, um sein Projekt voranzutreiben. Wenn die Kamera auf Stevens‘ Gesicht zoomt, die Augen darin mitunter von durchaus berechtigtem Wahnsinn umflort, ist alles abzulesen, was diesen Mann an- und umtreibt: Die Aufwendungen für sein Dandy-Dasein, das Haus zwecks Renovierung eine kostspielige Baustelle, bei der Frau das fünfte von zehn Kindern unterwegs – und ante portas der nach wie vor verschwenderische Vater samt Mutter, um beim Sohn einmal mehr zu schmarotzen.

Diesen John Dickens spielt der grandiose Jonathan Pryce changierend zwischen der Grandezza eines Lebemanns und eines vom Leben gebeutelten, ewigen Verlierers. Wie ihm für seine Enkelkinder – selbstverständlich auf Charles‘ Kosten – nichts zu teuer ist, wie er für sie spontan Märchen erfindet und erzählt, da erkennt man den Ursprung von Charles‘ Genie, dann wieder ertappt ihn dieser im Mistkübel nach seinen weggeworfenen Entwürfen stöbern – ein Autograph des berühmten Autors brächte John eine Menge Geld ein.

Der zweite (Vater-)Charakter, mit der sich Dickens herumschlagen muss, ist natürlich Ebenezer Scrooge, eine Rolle, die für Christopher Plummer, der mit Süffisanz und Sarkasmus brilliert, erschaffen worden zu sein scheint. Wie Nalluri Leben und Werk verknüpft, so fällt auch für Dickens die Fiktion in den Alltag ein, seine Figuren findet er in seinem Umfeld, seinen Rechtsanwalt und einen Kellner mischt er zu Marleys Geist, und Tiny Tim, dessen Vorbild Dickens‘ gehbehinderter Neffe ist, darf nur überleben, weil das irische Kindermädchen Tara für ein Happy End plädiert. So entdeckt er schließlich seinen Scrooge bei einem nächtlichen Friedhofsspaziergang, wo dieser alles, was mit Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe zu tun hat, mit dem Wort „Humbug!“ abtut. Das ist für Dickens zu schön, um daran vorbei zu gehen.

Charles Dickens (Dan Stevens in der Mitte) wird von seinen Figuren verfolgt. Bild: © Bah Humbug Films Inc & Parallel Films (TMWIC) Ltd 2017

Mit den Figuren kommt zum Aberwitz auch ein gewisser Gruselfaktor ins Spiel. Wunderbar, wie sie es sich im Arbeits-, manchmal sogar im Schlafzimmer bequem machen, zu Geschäftsessen und anderen Gelegenheit mitgehen, immer um Dickens herum sind, und vor allem Mitspracherecht über ihre Gestaltung einfordern. Geizhals und Fiesling Scrooge findet sich als zu einseitig dargestellt, „Meine Figur hat keine Gelegenheit, ihre Seite zu erklären“, beschwert er sich.

Bis Dickens sich endlich mit einem irritierten „Ich bin hier der Autor!“ die Autorität über sein Schaffen zurückerobert. In einer Schlüsselszene erscheint, nebelumwabert und von Blitzen begleitet, Marleys Geist nicht um Scrooge, sondern dessen Schöpfer seine Ketten aufzuzeigen. Und so muss Charles Dickens den Scrooge in sich erkennen und sich um nichts weniger läutern als sein Antiheld … „Charles Dickens: Der Mann der Weihnachten erfand“ ist von einer Warmherzigkeit, die selbst den größten Weihnachtsmuffel in X-Mas-Laune versetzen muss. Ein Film, so herbsüß wie Lebkuchen, so süffig wie der dazu gehörende Punsch, so dass einem jetzt schon die Christbaumsterne in den Augen glänzen.

www.bleeckerstreetmedia.com/themanwhoinventedchristmas

  1. 11. 2018

Jonathan Coe: Nummer 11

Oktober 29, 2017 in Buch

VON MICHAELA MOTTINGER

Eine Politsatire über Netzwerker und Fädenspinner

Nummer 11, das ist in Großbritannien natürlich zu allererst Downing Street. Aber auch eine Buslinie, die rund um Birmingham fährt, zweieinhalb Stunden eine Tour, und in der sich die aufwärmen, die dank der Sparpolitik der Regierung arbeitslos sind und ihre Wohnungen nicht mehr beheizen können. Elf sind auch die Stockwerke, die Lord und Lady Gunn in ihrer Londoner Residenz in die Tiefe bauen, der neueste Trend in Nobelvierteln wie Chelsea, wo Grundstücke rar sind, und Repräsentanz ergo nur noch unterirdisch Erweiterung finden kann.

Aus diesen Tiefen, der in die Erde geschlagenen Kluft, wird ein Ungeheuer emporsteigen, eine Riesenspinne, aufgeschreckt durch den Baulärm, und sie und ihre Brut werden London in Schutt und Asche legen. Das ist die Art, wie Autor Jonathan Coe zur Lage der Nation im Vereinigten Königreich Stellung nimmt. Er hetzt dem New Liberalism in seiner Heimat, stellvertretend für den Rest der EU-Welt, ein übernatürliches Wesen an den Hals. „Nummer 11“ heißt Coes neuestes Buch, und ja, es ist sein elftes, eine bitterböse Politsatire über Netzwerker und Fädenspinner.

Coe stellt in seinem Roman ein „Erste-Welt“-Land in all seinen sozialen Facetten dar, luzide beschreibt er den Abgrund, die Kluft, die sich zwischen Arm und Reich mehr und mehr auftut. Er entlarvt die Politikerlüge, der zufolge „wir alle gemeinsam da durch müssen“, „gemeinsam an einem Strang ziehen müssen“, gemeinsam … zu „Zeiten, die wieder schlechter werden“, aber für manche nie besser waren. Coe zeigt auf, wie die Leben derer, die durch die Maschen der Sozialleistungen fallen, zunehmend von einer Oberschicht kontrolliert werden. Und er tut das mit mehr Humor, als man im Thema erwarten würde, obwohl sein Buch eine melancholische Baseline hat.

Alles beginnt mit einer verrückten Vogelfrau, einem chinesischen Gastarbeiter-Gespenst und einer Teenage-Horrorstory mit scheußlichen Spielkarten – und schon ist man mitten drin im Geschehen des brillanten Kritikers und seinem Abarbeiten an der herrschenden Klasse. Zu der seine beiden Protagonistinnen definitiv nicht gehören: Die Freundinnen Rachel und Alison werden über ein Jahrzehnt eine Tour de Farce durch das finstere Herz Englands machen, werden sich aus den Augen verlieren und wiederfinden, werden ihre Geschichten erzählen. Hilflos, mitgerissen von Strömen, die sie weder verstehen noch steuern können, finden sich die beiden in einer Nation wieder, die zwar von der Realität enttäuscht, aber von Reality-Shows umso faszinierter ist.

Bild: pixabay.com

Rund um sie hat Coe ein Kaleidoskop von Frauenfiguren erschaffen, er schildert den Status Quo Großbritanniens aus weiblicher Sicht, er entwirft Schlaglichter einer irren Gesellschaft von Landbewohnerinnen bis Großstädterinnen, einer Hierarchie von adeligen Müßiggängerinnen und solchen, die an der kommunalen Essensausgabe Schlange stehen. Und mittendrin eine Familie mit uralten Wurzeln, deren Matriarchin nicht für das Land, sondern das Land für sich arbeiten lässt … Manche Figuren werden es bis zum Ende schaffen, manche einfach zwischen den Buchseiten verschwinden.

Zu Alison gehört ihre Mutter Val. Val ist ein ehemaliges One-Hit-Wonder, das den Traum vom Musikstar nicht begraben kann. Als sie eine Einladung ins TV-Dschungelcamp erhält, ist ihr nicht klar, dass sie dort als D-Promi nur Demütigungen und Erniedrigungen ausgesetzt werden soll. „Die Aufgaben bestanden meistens darin, an einem Ort mit einer größeren Anzahl von Insekten, Schlangen oder anderen Dschungeltieren eingesperrt zu werden, die unter dem Abenteuer wahrscheinlich genauso litten wie die menschlichen Teilnehmer.“ Val wird nach diesem Auftritt nicht mehr dieselbe sein, was ihre Tochter in ein Leben als Sozialhilfeempfängerin treibt.

Alison ist dunkelhäutig, hat wegen einer Kinderkrankheit ein Bein verloren, und versucht sich als Künstlerin: Sie malt Obdachlose in Königsposen. Sie ist lebisch und ihre Geliebte Selena als Kellnerin bei einem High-Society-Event. Wo sie die Verlegertochter Josephine Winshaw-Eaves kennenlernt. Für die erfolglose Journalistin ist die Schlagzeile „Schwarze, behinderte, lesbische Sozialhilfeempfängern ergaunert Sozialhilfe“ ein gefundenes Fressen. Und, apropos: Josephine verschwindet als eine der ersten auf mysteriöse Weise. Ebenso wie ihre Tante, Clanchefin Helke, Witwe eines Waffenhändlers (den Winshaws hat Coe schon einmal einen ganzen Roman gewidmet, den etliche Figuren als Sachbuch in „Nummer 11“ lesen werden), die nun mit der Entsorgung seines Schrotts immenses Geld macht. Werden Entminungsaufträge vergeben, bootet sie die NGOs aus, nur um dann erpresserisch nichts zu tun.

„Ihr zufolge wurde Großbritannien von einer aus Schnorrern bestehenden Unterschicht ruiniert, die einer leistungsfeindlichen Kultur frönten.“ Ihrer Nichte empfiehlt sie punkto Artikel über Alison „Zieh deiner kleinen Nichtstuerin einen Nihab an und schon haben … die Leser … etwas, was ihnen Angst macht.“ Auf der Charityparty kommt es daraufhin zum Mordversuch an den Winshaws durch einen Comedian, der das alles nicht mehr lustig finden mag. Allein die beiden ermittelnden Beamten sind das Lesen dieses Buches wert.

Bild: pixabay.com

Rachel geht derweil nach Oxford, wo sie sich an die Professorin Laura anschließt, die ein Buch über „Kommerzialisierungswunder“ schreibt. Laura gehört zu einer Generation, die unter Tony Blair ihre politische Unschuld verloren hat (gerechterweise sei gesagt: in einem früheren Buch rechnet Coe mit dem Thatcherismus ab), sie wird sich der Kommerzialisierung schließlich völlig ergeben und einem Institut beitreten, das beispielsweise den Nennwert des Monsters von Loch Ness errechnet. Der Institutsvorstand wird sich im Laufe der Handlung in Luft auflösen.

Immer wieder zieht Coe das Private ins Politische. Rachel, nach abgeschlossenem Studium so arbeitslos wie Alison, verdingt sich als Kindermädchen bei Lord und Lady Gunn. Zweitere ist, wie hellsichtig, ein ehemaliges Osteuropamodel namens Madiana, beide so gut wie nie anwesend. Zum Haushalt, eben jener, der gerade um elf Stockwerke nach unten erweitert wird, gehören Köchin, Chauffeur und der sogenannte Vermögensmanager Freddie, der, bevor er Rachel zu vergewaltigen versucht, über ihre „Klasse“ befindet: „Gib ihnen ausreichend Fertiggerichte und lass sie am Abend vor dem Fernseher sitzen …, und sie stehen nicht mal von ihrem Sofa auf.“ Revolution, sagt er, finde so nie statt. Auch Freddie findet sein Ende.

Als Rachel Val das nächste Mal sieht, ist es bei der Essenstafel, bei der Rachel ehrenamtlich hilft, Alison besucht sie im Gefängnis. Coe spitzt den Gegensatz zwischen der harten Lebensrealität derer, die Sozialleistungen ergattern müssen, um zu überleben, und dem finanziellen Überfluss von Steuertricksern und Finanzamtbetrügern wie den Gunns zu. In seinem Roman gibt es die, die sich lebensrettende medizinische Maßnahmen leisten können, Menschen, die sich’s richten können, und solche, für die’s nichts mehr gibt. Die Unterhöhlung Großbritanniens hat längst begonnen. Von oben nach unten. Livia, die Hundeausführerin aus Bukarest, die auch den Gunn-Retriever betreut, macht Rachel darauf aufmerksam. Auf die „Häuser mit den Phantomleben“.

Einer dieser Charaktere wird sich zum Schluss als die Spinne entpuppen. Ihr ersten und letzten Worte: „Ich bin nicht wütend. Ich bin die Wut selbst. Ich bin nicht gnädig, ich bin nicht gerecht. Ich bin unbezähmbar. Ich greife an, wen und was ich will.“ Welch ein Buch, eine Art Manifest, jedenfalls aber ein Stimmungsbericht. In einem Interview wetterte Jonathan Coe kürzlich über den Brexit, der ihn überrollt hat und wie sehr es ihn ärgert, dass er im Buch nicht zu finden ist. Man darf sich mit dieser Aussicht schon auf sein nächstes freuen.

Über den Autor:
Jonathan Coe wurde 1961 in Birmingham geboren, studierte in Cambridge und Warwick, lebt in London. Er zählt zu den wichtigsten und witzigsten lebenden zeitgenössischen britischen Autoren. Seine Bücher sind in viele Sprachen übersetzt: unter anderem „Die Familie Winshaw“, „Das Haus des Schlafes“, „Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim“. Zahlreiche Auszeichnungen, darunter Prix Médicis, Ordre des Arts et des Lettres.

Folio Verlag, Jonathan Coe: „Nummer 11“, Roman, 358 Seiten. Übersetzt aus dem Englischen von Karin Fleischanderl

www.folioverlag.com

  1. 10. 2017

Wiener Festwochen: Mondparsifal Alpha 1-8 (Erzmutterz der Abwehrz)

Juni 5, 2017 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Jonathan Meese und der Urknall im Universum Wagnerz

Die Gralsritter sind auf dem Mond gelandet und haben gleich einen Eiskasten (re.) aufgestellt: Wolfgang Bankl, Sven Hjörleifsson und Johanna von der Deken. Bild: 2017 © PHOTOGRAPHY JAN BAUER . NET / COURTESY JONATHAN MEESE . COM

Im Vorfeld hatte man sich zwei Mal versprochen und gemeint, man gehe in „Mondbasis Alpha 1“, für alle, die diese alte Science-Fiction-Serie noch kennen. Peinlich? War’s dann nicht mehr. Der österreichische Komponist Bernhard Lang und Universalkapazunder Jonathan Meese haben Wagners „Parsifal“ in der Tat auf den Mond geschossen. So kam bei den Festwochen „Mondparsifal Alpha 1-8 (Erzmutterz der Abwehrz)“ zur Uraufführung. Eine Überschreibung.

Der Grüne Hügel hatte eine ohnedies Light-Produktion des Originals nicht gewollt, Intendant Tomas Zierhofer-Kin schnell zugegriffen und das Projekt zu einem eigenständigen weiterentwickeln lassen – und man kann sich nun beruhigt zurücklehnen und sagen: Solange es einen Kulturmanager wie ihn in dieser Stadt gibt, wird Wien nicht Bayreuth werden.

Denn die Aufführung ist genialisch-großartig. Der Urknall im Universum Wagnerz sozusagen. Und wurde vom Publikum – das bis auf eine Handvoll Flüchtlinge bis zum Schluss gespannt und erwartungsfröhlich blieb – mit Riesenjubel und noch mehr Applaus bedankt. Jonathan Meese empfing es mit Standing Ovations, der, so sichtlich gerührt, dass er die (beschlagene?) Brille abnehmen musste, küsste sich durch seine Künstler und sein Leading Team. Es ist unwahrscheinlich, dass auch nur einer auf der Bühne seinem Schmatz entkam.

Tómas Tómasson leidet als irre gewordener Amfortas als wirbelnder Lollipopallergie. Bild: 2017 © PHOTOGRAPHY JAN BAUER . NET / COURTESY JONATHAN MEESE . COM

Wohnsitz der Ritter ist die Villa Wahnfried. In der Mitte Daniel Gloger als Parzifal-Zed mit Gralsholzgliederpuppe. Bild: 2017 © PHOTOGRAPHY JAN BAUER . NET / COURTESY JONATHAN MEESE . COM

„Mondparsifal Alpha 1-8“ ist erstaunlich viel Wagner, ist echt Oper, nicht Performance. Bernhard Lang, der auch das Libretto verfasste, hielt sich ziemlich exakt an die Handlung des Bühnenweihfestspiels. Bis auf einen Schlusspunkt: Kundry darf bei ihm leben. Ein Akt der Emanzipation, wäre doch auch ein noch so hehres Erlösungsfrauenopfer im 21. Jahrhundert irgendwie seltsam. In seiner Komposition fehlt keine Wagnernote, er hat sie neu arrangiert, dekonstruiert und wieder zusammengesetzt.

Und das Ergebnis sind teil lyrische Töne gleich Sphärenklängen, dann muten Passagen jazzig an, wobei verstärkt Schlagwerk und Synthesizer zum Einsatz kommen. Die persönlich liebste Stelle ist das Vorspiel zum zweiten Aufzug: eine Reverenz an die Musik von 1970-Jahre-Krimiserien, sehr suspense-ig und rasant.

Das korreliert naturgemäß mit Meeses Konzept. Der führt nämlich eine Menge neuer Figuren ein, beziehungsweise definiert er die vorhandenen neu. Der Individualmythologe – und in dieser Funktion ist er durchaus Wagner-Epigone – geht auch diesmal dieser seiner Lieblingsfunktion nach. In roter Schrift (in weißer darüber der gesungene Text) verkündet er sein Manifest, und das switcht zwischen Kunst conquers all und Mach‘ Kunst or die trying.

Sein Parsifal wird später auf der Bühne die Diktatur der Kunst ausrufen. Meese nimmt Richard Wagner so ernst, dass er an ihm Spaß haben kann – und das muss man mit dem Humor nehmen, den der Abend versprüht. Keine politische Kraft ist stärker als das Lachen, und Narren sind so frei, wie die Kunst es zu sein hat. Das hat das Premierenpublikum erkannt und amüsiert sich prächtig.

Meese zitiert alles, was nicht bei drei im dritten Rang ist. Er bedient sich aus der Trash- und Popkultur, aus Schundheftchen, bei alten Filmen und noch früheren Fernsehserien. Sein Bühnenbild ist erst eine explodierte Mondlandschaft (mit Rieseneiskasten, denn schließlich geht’s unter den Rittern sehr um Fressen und für Amfortas ums Gefressenwerden), er zeigt seine Version der Villa Wahnfried als Gralshort und einen Wicker Man, in der Menschenopferburg residiert Klingsor. Im dritten Aufzug lässt er zum Karfreitagszauber Fritz Langs „Die Nibelungen“ laufen. Der Meister selbst residiert in Loge eins und zeichnet, schreibt und collagiert live.

Die Figuren hat er sich auf seine Weise anverwandelt: Parsifal ist im heißen roten Höschen und mit Proletenschnäuzer der Zed aus „Zardoz“, ein Sean-Connery-Lookalike, und man muss sagen, dass der Sir nie einen schlechteren Film gemacht hat. Kundry ist Barbarella, und als sie Parsifal täuschen will und sich als Herzeleide ausgibt, kommt sie mit einem Indianerkanu aus den Ewigen Jagdgründen. Meese hat für eine Minute seiner Inszenierung mehr Ideen (und noch dazu lauter logische), als andere Regisseure im ganzen Leben.

The writing on the wall. In der Loge rechts der Chef beim Livezeichnen, -schreiben und collagieren. Bild: 2017 © PHOTOGRAPHY JAN BAUER . NET / COURTESY JONATHAN MEESE . COM

Und endlich Erlösung: Daniel Gloger als C3PO-Parzifal mit Zardoz-Maske lässt sich von den Mangamädchen feiern. Bild: 2017 © PHOTOGRAPHY JAN BAUER . NET / COURTESY JONATHAN MEESE . COM

Gurnemanz ist ein etwas beleibterer Meese-Klon, natürlich er der Spielmacher. Amfortas hat was von Captain Kirk und leidet an wirbelnder Lollipopallergie, nein, natürlich, die Wunde ist eine Hypnosescheibe. Klingsor schließlich schaut aus wie ein abgefuckter Elvis, und seine bösen Mädchen wie einem Mangamärchen entsprungen. Am Ende wird Parsifal ein goldener C3PO-König sein, mit Zardoz-Maske, auch diese Kombination stimmt: Der Sklave, der sich selbstermächtigt, der „Brutale“, der ein „Ewiger“ wird. Und, dass er mit der Frage „Würdest du Gott töten?“ konfrontiert wird, passt auf Meese wie hingespuckt, der durch Kunst alle Herrschaftssysteme und ergo auch Religionen vernichten will. „Entmitläufert euch!“ ist seine schönste Message.

Gesungen wird in Deutsch, Englisch, Französisch und einer Kunstsprache, die mit Hojotoho! und Wallala, weiala weia! ohne Weiteres mithalten kann. Die Solistinnen und Solisten sind in dieser exaltierten Arbeit allesamt auf der Höhe, getragen von der höchst inspirierten Dirigentin Simone Young, den wunderbaren Klangforum Wien und Arnold Schoenberg Chor.

Countertenor Daniel Gloger ist als Parsifal darstellerisch wie sängerisch eine Sensation, der Mann hat offenbar Kondition ohne Ende – und Improvisationstalent, als die Hynosewunde nicht am heiligen Speer haften bleiben will. Magdalena Anna Hofmann gibt der Kundry mit ihrem sicher geführten Sopran Kraft. Die Bassbaritone Wolfgang Bankl als Gurnemanz, Tómas Tómasson als Amfortas mit dem irren Blick und Martin Winkler als Klingsor überzeugen mit jedem Ton. Winkler, wie man ihn kennt und schätzt, bringt natürlich schauspielerisch eine komische Note ein.

Am Ende gibt’s für alle Eis. Vanille, Erdbeer und Schokolade retten die Welt als Quadrat, Kreis und Dreieck. Dramaturg Henning Nass hat’s in der Werkeinführung erklärt, eine Hommage an Fürst Hermann von Pückler-Muskau. Es folgt der Unendlichachter und Parsifals Aufforderung an Kundry: Ruf mich an! Weiter geht’s nun im Oktober in Berlin mit „Mondparsifal Beta 9-23 (Von einem, der auszog, den „Wagnerianern des Grauens“ das „Geilstgruseln“ zu erzlehren …)“. Thomas Oberender war schon spicken, und er wird wohl daheim berichten, dass man sich freuen kann.

www.festwochen.at

Wien, 5. 6. 2017

Wiener Festwochen 2017: Jonathan Meese inszeniert einen neuen „Parsifal“

Juni 15, 2016 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Zeitgenössische Würdigung der letzten Wagner-Oper

Thomas Zierhofer-Kin, Jonathan Meese und WienTourismus-Chef Norbert Kettner. Bild: ©WienTourismus-Fehringer

Thomas Zierhofer-Kin, Jonathan Meese und WienTourismus-Chef Norbert Kettner. Bild: ©WienTourismus-Fehringer

Bühnenbildentwurf. Bild: Jonathan Meese

Bühnenbildentwurf. Bild: Jonathan Meese

Jonathan Meese kommt als Regisseur zu den Wiener Festwochen 2017, dies verriet deren designierter Intendant Tomas Zierhofer-Kin als einen seiner ersten Pläne für die erste Saison. Der deutsche Künstler wird die Uraufführung einer Neuinterpretation von Richard Wagners „Parsifal“ durch den österreichischen Komponisten Bernhard Lang inszenieren – ein Projekt, das den Wagner-Mythos in ein weit entferntes Revolutionsjahr der Zukunft transportieren wird: „Mondparsifal Alpha 1-8 (Erzmutter der Awehrz)“ sei eine zeitgenössische Würdigung der letzten Wagner-Oper, heißt es in einer Aussendung der Festwochen.

„Wenn Jonathan Meese und sein kongenialer Partner Lang auf Richard Wagners ‚Parsifal‘ treffen, dann ist davon auszugehen, dass es sich nicht um eine Begegnung der nachschöpferischen Art handeln wird. Vielmehr treffen hier künstlerische Urgewalten aufeinander“, so Zierhofer-Kin. „Meese und Lang dekonstruieren die Mythen Wagner und Parsifal, zerlegen sie in ihre Einzelteile, laden sie in einem künstlerischen Schaffensprozess neu auf und kreieren so ein zeitgenössisches künstlerisches Kraftfeld, das die Idee Oper in Inhalt und Form neu definiert.“

Performance, Musik, visuelle Kunst und Theater sollen so zu einem „Kunst-Raumschiff“ fusionieren, das Vergangenheit und Zukunft miteinander verbindet. Meese, dessen individuelle mythologische Kunstwelt eng mit Wagner verknüpft ist, zeichnet auch für das Bühnen- und Kostümbild verantwortlich. Bernhard Lang hält sich an das Libretto und die Struktur der Oper Wagners, um daraus einen vollkommen neuen Klangkosmos zu schaffen. Dazu ein Statement Meese: „Richard Wagner ist, wie Meese, ein Kunstfanatiker mit dem Tunnelblick K.U.N.S.T. Richard Wagner ist keine Ersatzreligion, Richard Wagner ersetzt alle Religionen. Richard Wagner ist die Machterzergreifung KUNST, Meese’s Parsifal ist Kunstherrschaft. Meese dient dem Richard Wagner ohne Falsch.“

www.festwochen.at

Wien, 15. 6. 2016