Akademietheater: Ludwig II.

Oktober 30, 2017 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Markus Meyer brilliert als Bayernkönig

Das Ende im Starnberger See: Markus Meyer ist als Ludwig II. ganz großartig. Bild: Reinhard Werner/Burgtheater

Und immer noch großes Kino ist „Ludwig II.“ am Akademietheater. Fast ein Jahr nach der Uraufführung hat die Inszenierung nichts an Kraft eingebüßt. Kraft, Bastian, der Regisseur des Abends, hat den Monumentalfilm von Luchino Visconti in einer reduzierten, komplexen Fassung auf die Bühne gebracht. In der Titelrolle überragend ist Markus Meyer. Das Dreamteam, das schon mit „Dorian Gray“ glänzte, macht aus einer ausgeklügelten Multimediaversion des Historiendramas eine beklemmende Psychostudie des Bayernkönigs und gleichzeitig ein Porträt seiner Zeit und Zeitgenossen.

Neben Meyer agieren Regina Fritsch als Kaiserin Elisabeth und Johann Adam Oest als Richard Wagner ganz großartig. Allesamt sind sie Majestäten in weißen Roben mit langen weißen Schleppen. Den 1973 erst von den Produzenten von vier auf drei Stunden gekürzten, dann von der Zensur verstümmelten Film über den „Märchenkönig“ fürs Theater zu adaptieren, ist an sich eine unlösbare Herausforderung. Kraft gelingt die Übung in weniger als zwei Stunden  – und wie.

Weder verzichtet er auf Viscontis Opulenz, wenn auch in anderer, heutiger Ästhetik, die Protagonisten und ihre Dekadenz in gleißendes Licht getaucht, während rund um sie Finsternis ist (Bühne: Peter Baur), noch auf die etwa zwei Dutzend Schauspieler, die der italienische Filmtitan für sein Opus Magnum bemühte. Auf der Bühne braucht er nur drei Darsteller, um Krönung, Wahnsinn und Fall Ludwigs zu illustrieren, auf der Leinwand aber ist Meyer als sein gesamter Hofstaat, Mutter, Bruder, Beichtvater … zu sehen. In wunderbaren Masken entwirft er das Kaleidoskop einer Gesellschaft, die ihrem Herrscher nicht nur Gutes wollte.

Unter einem schräg über der Spielfläche hängenden, riesigen Spiegel tritt Markus Meyer als der soeben gekrönte König auf. Ganz in weiß gewandet besteigt er ein weißes Podest und ergibt sich gerade einmal 18-jährig seiner neuen Aufgabe: „Von heute an gehört dein Bild nicht mehr dir selbst. Es gehört der Welt“. Diesen so wahren, wie resignativ gesprochenen Satz wird Kraft am Ende noch einmal unterstreichen, indem er in Sekunden-Geschwindigkeit alle möglichen Szenarien, Vorstellungen und Vorurteile, die „mediale Spiegelung“, die Abbildung einer ganzen Epoche stellvertretend auf den Körper des Königs projiziert. Da war dieser schon nackt und auf dem Weg in den Starnberger See, wie schnell könnte alles gesagt sein, doch davor gilt es das Psychogramm eines sensiblen, an Politik wenig interessierten Monarchen zu erkunden, der ein von Verfolgungswahn geplagter, von seiner Regierung in die Enge getriebener und schließlich zum Selbstmord bereiter Wahnsinniger wird.

Markus Meyer mit Regina Fritsch als Kaiserin Elisabeth und Johann Adam Oest als Richard Wagner. Bild: Reinhard Werner/Burgtheater

In ihrer Exzentrik einer des anderen Spiegelbild: Regina Fritsch als Elisabeth, Markus Meyer als Ludwig. Bild: Reinhard Werner/Burgtheater

Zu Meyers exzeptioneller Performance gibt Regina Fritsch eine kühle, verhärmte, bisweilen intrigante Kaiserin Elisabeth, die im jungen König dennoch zarte Gefühle entfacht, einer des anderen Spiegelbild in ihrer Exzentrik, und Johann Adam Oest einen durchtriebenen, geckenhaften Richard Wagner, der seinen ergebenen Gönner um viel Geld und Verstand bringt. „Das Leiden an der Welt gehört zu Ihnen“, sagt er an einer Stelle und fordert sein Opernhaus. Bayreuth.

Die wahre Leistung der Inszenierung ist die Ausführung des restlichen Personals: Hier liefern Markus Meyer und Kostümbildnerin Dagmar Bald gemeinsam mit dem für die Videozuspielungen zuständigen Jonas Link ein veritables Wunder ab: Meyer in nicht weniger als einem Dutzend Rollen – von Wagners späterer Frau Cosima über Ludwigs Kurzzeit-Verlobter Sophie bis hin zu Graf Dürckheim oder Josef Kainz (diese Szene, für die sich Meyer unter die Zuschauer begibt, besonders eindrücklich, der Burgstar in Bedrängnis, der schizophrene König, der einen „Romeo“ und keinen Menschen erleben will) -, die wahlweise auf den riesigen Spiegel oder die weißen Schleppen der Schauspieler projiziert werden und somit als bedrohliche Über-Ichs die Handlung vorantreiben. Ein Kniff, der staunen macht und sich über den gesamten Abend nicht abnützt.

Auf Film als Ludwigs gesamter Hofstaat – Beichtvater, Minister, Mutter, Bruder: Markus Meyer (Hintergrund) mit Regina Fritsch. Bild: Reinhard Werner/Burgtheater

Aus Viscontis Vorlage übernommen hat Kraft hingegen die Vernehmungsszenen von Ludwigs Umfeld, die im Film wie auf dem Theater dessen geistigen Verfall zu Protokoll geben. Die Spielfilmhandlung wird nämlich mehrfach durch Momente unterbrochen, in denen Darsteller vor einem schwarzen Hintergrund direkt in die Kamera blicken und über König Ludwig und sein Verhalten wie bei einer Zeugenaussage sprechen.

Hierzu hat Kraft eine Metaebene eingebaut, die mit wenigen Worten auch die komplizierte Entstehung und die Rezeptionsgeschichte des Films miteinbezieht. „Ich habe diesen Film wieder und wieder gesehen“, heißt es da, oder „Der Film hat zwölf Millionen Deutsche Mark verschlungen“ – in den 1970er-Jahren noch eine Unsumme.

Am Ende bleibt Ludwig in diesem Spiel mit all seinen Reflexionsebenen ein Geheimnis. Man sieht ihn in Großaufnahme beim Abschminken. Die Höflinge, Verwandten und Diener – alles nur Fassade. Unter all den Masken war ein blasser, scheuer, unglücklicher Mensch verborgen. Entblößt umarmt, besteigt er eine überlebensgroße, weiße Ludwig-Statue, hängt ihr den inzwischen von der Tinte seiner irren Dekrete und wahnwitzigen Entwürfe befleckten Mantel um, um dann im See – einem winzigen Viereck – unterzugehen, langsam, im Spiegel zu sehen, bis schließlich auch der Haarschopf verschwindet. Ein eindrucksvoller Schluss, der einem buchstäblich den Atem raubt.

www.burgtheater.at

30.10.2017

Volkstheater: Höllenangst

September 24, 2017 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Das Volk kommt nicht die Halfpipe hoch

Familie Pfrim fürchtet sich vorm Leibhaftigen: Günter Franzmeier, Claudia Sabitzer und Thomas Frank. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Für die einen ist es ein Schutzwall, für die anderen eine sturmreife Barrikade, oben sind der Freiherr und der Staatssekretär, unten die Schusterfamilie, die Kammerjungfer, die Bedienten. Immer wieder nehmen sie Anlauf, laufen gegen die Mauer der „Mehrleister“ an, rutschen ab – und landen erneut am unteren Ende der gesellschaftlichen Hierarchien. Mit diesem starken Bild beginnt Regisseur Felix Hafner seine Inszenierung von Johann Nestroys „Höllenangst“ am Volkstheater.

Er wiederholt es im Laufe des Abends mehrmals, dieses Anrennen gegen die metallisch-graue Halfpipe zur Einhaltung der Hackordnung, die Camilla Hägebarth als Bühnenbild erdacht hat. „Höllenangst“ ist Nestroys politischstes Stück. Verfasst rund um das Revolutionsjahr 1848, 1849 schließlich auf die Bühne gebracht, stellt es den Machtapparat der Reichen und Privilegierten bloß. Die Dinge werden deutlicher als in anderen Possen beim Namen genannt: ein Minister liegt im Sterben, Adel und Politik bemächtigen sich des Vermögens einer Waise, deren unliebsamer Onkel wird ins Gefängnis verfrachtet – und wenn am Ende, nachdem alles aufgeklärt, die ganze Stadt ob der Wahl eines neuen Ministers „illuminiert“ ist, lässt Nestroy offen, ob vor Freude oder weil’s schon wieder brennt.

Hafner macht im Wahljahr 2017 deutlich, wie bestürzend aktuell, eigentlich: wie zeitlos, dieses bissige Spiel ums Auf und Ab, ums Oben und Unten ist. Zwar sind aus feudalen Abhängigkeiten neoliberalistische geworden, doch ob Ausbeutung oder Selbstausbeutung bleibt sich letztlich gleich. Der Kapitalismus steht in Hochblüte; wer zahlen kann, schafft an. Mit Hafners Interpretation der „Höllenangst“ setzt das Volkstheater den von Direktorin Anna Badora beschrittenen Weg fort, in Theaterklassikern Konflikte der Gegenwart zu spiegeln.

Tauschhandel mit dem „Teufel“: Thomas Frank als Wendelin und Christoph Rothenbuchner als Oberrichter Thurming. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Der Sturm auf die Barrikaden wird bei Felix Hafner zur Rutschpartie: Kaspar Locher und Stefan Suske (oben), Luka Vlatković, Isabella Knöll, Valentin Postlmayr, Günther Franzmeier und Claudia Sabitzer (unten). Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Die Pfrims haben für Reichthal wichtige Papiere aufbewahrt: Günter Franzmeier, Gábor Biedermann und Thomas Frank. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Das Tempo der Aufführung ist hoch. Unerwartet freigelegte Schlupflöcher in der Halfpipe erlauben rasante Auftritte und Abgänge. Es wird geschlittert, gestolpert, geflutscht, drei Meter rauf-runter-rauf, der Körpereinsatz der Schauspieler grenzt ans Akrobatische,und mehr als einmal fragt man sich, ob’s gerade Absicht war oder gerade noch Glück gehabt? Die Plätze in bester Höhenlage, dort, wo sich die Wohlhabenden vorm Volk absetzen, sind besetzt. Stefan Suske steht als Bösewicht Freiherr von Stromberg über seinem Besitz wie ein Kapitän an der Schiffsreling.

Später wird sich sein Spezi, Kaspar Locher als der in Unschuldsweiß gewandete Staatssekretär Arnstedt dazugesellen. Die beiden haben die Erbschaft von Strombergs Mündel, der Baronesse Adele (Laura Laufenberg), eingezogen – und sonnen sich nun im Glanz des erbeuteten Geldes.

Auftreten nun Christoph Rothenbuchner als ehrlicher, ob der Verhältnisse leicht amüsierter Oberrichter Thurming, seit drei Wochen Adeles geheimer Ehemann, und Gábor Biedermann als Adeles ehrenwerter Onkel, der inhaftiert gewesene Freiherr von Reichthal. Dass die beiden in die Bredouille kommen, ist klar. Auch, dass es beide mit der Schusterfamilie Pfrim zu tun bekommen werden. Die Pfrims, Günther Franzmeier als Familienoberhaupt, Claudia Sabitzer als Ehefrau Eva und Thomas Frank als Sohn Wendelin, sind das Herzstück der Aufführung. Vor allem Franzmeier und Frank agieren wie entfesselt.

Wendelin, der sich als Gefängniswärter anheuern ließ, um Reichthal zur Flucht zu verhelfen, hält den durchs Fenster eingestiegenen Oberrichter für den eben erst von ihm um Hilfe angerufenen Teufel – und hält sich daher im weiteren Verlauf als Schützling des Leibhaftigen für unantastbar. Ein Irrtum, wie sich herausstellen wird. Mutter Eva wiederum, Adeles ehemalige Amme, hat von deren Mutter wichtige Papiere, die Reichthal erhalten muss.

Und schon ist der Intrigen-Spiel perfekt. Franzmeier und Frank, bereits in „Zu ebener Erde und erster Stock“ ein Dreamteam, setzen ihr Zusammenspiel aufs Feinste fort, die beiden können Nestroy, und vor allem, da Hafner dessen ausgeklügelte Sprache in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rückt, die Charaktere, ihre Eigenschaften und Handlungen über die Nestroy’schen Wortverdrehungen und Satzspielereien erklärt, sind zwei so präzise Sprecher wie die beiden unerlässlich. Franzmeier brilliert als Vater Pfrim, dessen Fatalismus ihn nicht davon abhält, sich die Welt schön zu trinken. Wunderbar die Szene, in der er im Haus des Oberrichters um seinen irrtümlich inhaftierten Sohn kämpft, und die allgemeine Verwirrung bis zum äußersten treibt.

Diesen gibt Frank als Revolutionär und Aufbegehrer, nicht gegen die weltliche, sondern gegen die höhere Ordnung, die ihm so einen schlechten Platz auf Erden zugedacht hat. Franks Wendelin ist mit wehleidigem Pathos voll bis zum Überlaufen, ein Verkannter auf Lebzeiten. Wie er aber um die Aufmerksamkeit eines ehemaligen Gefängniswärterkollegen (Mario Schober) buhlt, indem er in bester Monty-Python’s„Ministry of Silly Walks“- Manier vor diesem auf und ab patrouilliert, das ist große Klasse. Das Metaphern-Monster der Bühnenkonstruktion kommt auch in den Pfrim’schen Momenten zum Einsatz: Als der Schuster endlich seinen Trumpf ausspielt, nämlich, dass die Gattin Beweismittel gegen Stromberg und den Staatssekretär in der Hand hat, erklimmt Franzmeier den höchsten Punkt der Halfpipe und jagt die Betrüger nach unten.

Isabella Knöll, seit dieser Saison neues Ensemblemitglied am Volkstheater, beweist als Rosalie, Wendelins Geliebte und Adeles Kammerjungfer, Talent fürs Komödiantische bis hin zum Slapstick. Wie sie immer wieder gegen Thomas Frank anrennt, erst unfreiwillig, dann mit zunehmendem Zorn, das ist im Wortsinn umwerfend. Auch, wie sie temperamentvoll beteuert: „Ich bin eine stille, sanfte Person, aber aufbringen muss man mich nicht“, bringt das Publikum zum Lachen. Knöll hat Feuer, ihre Streitszene mit Wendelin (Er: „Dich erwartet die Hölle an meiner Seite.“ Sie: Gibt ihm eine Watschn.) gehört mit zum Unterhaltsamsten des Abends. Valentin Postlmayr und Luka Vlatković, ersterer Bedienter bei Stromberg und mit dem Mantra: „Er zahlt halt gut“ ausgestattet, zweiterer Bedienter und Pizzabote bei Thurming, komplettieren das Ensemble.

Die Couplets sind hochpolitisch: Luka Vlatković, Thomas Frank und Günter Franzmeier als Nestroy-Boyband. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Die Couplets hat Peter Klien neu getextet und Clemens Wenger neu vertont. Das Musikalische reicht von Tango-Anklängen bis zum sperrigen, schwer zu bewältigenden Rap, der Inhalt ist tagespolitisch brisant, vom Brexit bis zu mangelnden Frauenrechten, von falschen Wahlversprechen bis zur obligatorischen Social-Media-Schelte. Wendelins Aberglauben-Song darf natürlich nicht fehlen, gesungen von Thomas Frank, Claudia Sabitzer und Günther Franzmeier.

Und auch Luka Vlatković greift zum Mikrophon. Am Ende bleiben zwei arme Teufel, Vater und Sohn Pfrim, denen die Freiheit ausgegangen ist, und die ausgegangen sind, um sie wiederzuerlangen. Als Pilger nach Rom wollen sie den Beelzebub abschütteln, werden freilich eingeholt und über ihre Irrtümer aufgeklärt. Das Premierenpublikum im Volkstheater zeigte sich ob Felix Hafners Inszenierung begeistert und dankte mit Jubel und Applaus. Der junge Theatermacher, der am Haus schon mit Thomas Köcks „Isabelle H.“ und Molières „Der Menschenfeind“ überzeugte, setzt mit diesem Abend seinen Erfolgskurs fort.

www.volkstheater.at

  1. 9. 2017

Burgtheater: Ein Sommernachtstraum

September 23, 2017 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Und schließlich sind alle wie erschossen

„Esel“ Zettel in Titanias Liebesnest: Stefanie Dvorak, Elisabeth Augustin, Johannes Krisch, Johann Adam Oest und Christopher Nell. Bild: Reinhard Werner/Burgtheater

Nun also endlich doch noch „Sommernachtstraum“. Vorhang auf und Bühne frei fürs Laientheater. Da stehen sie nämlich die sechs angegrauten Herren, das heißt: Schreiner Schnock sitzt im Rollstuhl und muss erst mühevoll aufs Podest unterm Galgen gehievt werden, und proben. Man weiß es: „Pyramus und Thisbe“, und dies das beste Drama und gleichzeitig die beste Komödie, die der Abend zu bieten hat.

Martin Schwab, Johann Adam Oest, Peter Matić, Hans Dieter Knebel, Dirk Nocker und Hermann Scheidleder sind als Handwerkertruppe einfach großartig. Allen voran Oest als Zettel und Matić als Flaut; die beiden werden auch das babylonische Liebespaar sein, und als solches von einer Wahrhaftigkeit, wie sie sich der Rest der Aufführung nur wünschen kann. Davor hat Schwab als Intendant und Regisseur Squenz seinen probenbedingten Temperamentsausbruch (herrlich, wie er sogar die Natur anherrscht: „Ruhe!“), für den er sich so liebenswürdig wie liebenswert entschuldigt, als wär’s ein Blick in die Burg-Zukunft …

Leander Haußmann ist mit Shakespeares Meisterwerk „Ein Sommernachtstraum“ nach 20 Jahren Absenz ans Burgtheater zurückgekehrt, er inszeniert das Stück zum vierten Mal, und wer fragt, wie einem zum immer Gleichen immer wieder Neues einfallen kann, dem kann man nur antworten: Ja, eh. Haußmann probiert den Traumstoff diesmal als eine Art Zauberstück zu zeigen, und hat man ihm bei seiner, wenn recht erinnert, ersten Inszenierung den romantischen, duster-kitschigen Wald vorgeworfen, so treibt er’s diesmal auf die Spitze mit antikem Tempel und Tümpel und Geisterprojektionen im Geäst und einer Video-Tierparade: Schlange, Fuchs, Vogel, Elefantenherde (Bühne: Lothar Holler, Video: Jakob Klaffs und Hugo Reis).

Die vier jungen Liebenden verfolgen sich durch den Wald: Sarah Viktoria Frick, Mavie Hörbiger, Matthias Mosbach und Martin Vischer. Bild: Reinhard Werner/Burgtheater

Die Handwerker geben das Drama von „Pyramus und Thisbe“: Johann Adam Oest, Hans Dieter Knebel und Peter Matić. Bild: Reinhard Werner/Burgtheater

Angesiedelt ist das Ganze in einem Griechenland der 1970-Jahre, soweit eine mögliche Interpretation der Schlaghosenkostüme und Hippie-Haar-Perücken. Dem Programmheft zu entnehmen ist: Haußmann zeigt Theseus‘ Athen als Reich eines „nicht säkularen Diktators“, sein Palast eingezäunt mit einer Stacheldrahtmauer, die ihn vom Feenreich trennt. Durch die Barriere, so heißt es weiter, sollen die Geister ohne weiteres hindurch treten können, während die Menschen versuchen müssen, sie zu überwinden.

Haußmanns Konzept einer faschistoiden Militärdiktatur ist mutmaßlich auch sein Gedanke entsprungen, gewissermaßen jeden Charakter außer den Elfenwesen im Laufe des Abends einmal erschießen zu lassen. Hermia und Helena, Lysander und Demetrius, Hippolyta und Theseus selbst, alle liegen sie irgendwann mit blutendem Bauchschuss wie tot da. Um gleich darauf wieder aufzustehen und zu demonstrieren, dass die Schusswunden auf sie keine Wirkung hatten.

Alles nur Theater, hahaha! Es gibt da so T-Shirts für besonders wilde Hunde, auf denen steht „Der will doch nur spielen“ …

Daniel Jesch und Alexandra Henkel geben den Theseus und seine Amazone Hippolyta. Die beiden stecken in einer offenbar von beiden goutierten SM-Beziehung, mal will sie über den Stacheldraht fliehen, mal hagelt es Ohrfeigen, mal Küsse; man kettet sich mit Handschellen aneinander, was peinlich wird, wenn allzu plötzlich Untertanen eintreten. Jeschs Tyrann ist in jeder Lebenslage Sadist, ein schießwütiger Soldat wie auch Franz J. Csencsits als Hermias Vater Egeus. Theseus springt mit dem Fallschirm über dem Wald ab, und wird am Ende den Handwerkern die Pistole an die Schläfen setzen, weil ihm nicht gefällt, was er sieht.

Haußmanns Maueridee verschwindet so schnell, wie die Berliner, er verfolgt die Flucht-Sache nicht lang weiter, sondern schwupps – und man ist im Wald. Wo sich „Oberon“ Johannes Krisch und „Titania“ Stefanie Dvorak um den indischen Lustknaben zanken, wie ein Hausmeisterehepaar um die Gunst des Lieblingsrehrattlers. Mit dem Unterschied, dass der trickverliebte Regisseur Oberon Sturm säen und Titania Feuer spucken lässt. Ansonsten sind ein kindisch verdrießlicher Elfenkönig im Druidenmantel und seine fadisiert langweilige Königin im nickisamtenen Hauskleid Haußmanns „Sommernachtstraum“-Sünde. Ist doch diese Anderswelt weder verstörend-bedrohlich noch sinnlich-triebhaft. Niemand scheint hier eine gute Zeit zu haben, niemand wird im Wortsinn auf Rosen gebettet. Und nichts an Shakespeares vielgestaltigem Liebestaumel ist hier irgend erotisch. „Esel“ Zettel schaut wie auf einen Sprung vorbei, um sein Gemächt in die Elfenkönigsgemahlin zu tauchen.

Was sich liebt, das neckt sich I: „Oberon“ Johannes Krisch und „Titania“ Stefanie Dvorak. Bild: Reinhard Werner/Burgtheater

Was sich liebt, das neckt sich II: Alexandra Henkel als Hippolyta und Daniel Jesch als Theseus. Bild: Reinhard Werner/Burgtheater

Elisabeth Augustin muss als Oberelfe im Flatteroutfit Ersatz für Spinnweb, Senfsamen, Bohnenblüte und Motte sein. Den sonst flinken, frechen Puck spielt Christopher Nell als Trauerkloß im scheußlich-giftgrünen Strickeinteiler. Er ist kein Frei-Geist, der sich allen Regeln widersetzt und seine eigenen Spielchen treibt, der so witzig wie gewitzt ist, so amoralisch wie anarchisch, sondern ein ängstlicher, angespannter Untergebener Oberons, bei dem andauernd zu befürchten steht, dass ihn eine Panikattacke niederwirft. Oder sein Burnout.

In dieser Traumwelt herrschen keine anderen Gesetze als die profanen irdischen, da nützt es auch nichts, dass Nell an Schnüren durch die Luft fliegt. Haußmann hat die Wesen der Nacht zu Normalsterblichen degradiert, die größte Gefahr, die sie auf die Menschen losschicken, sind eine Handvoll Gelsen.

Die Sarah Viktoria Frick als Hermia mit Insektenspray killt. Frick bestreitet mit Mavie Hörbiger als Helena, Martin Vischer als Lysander und Matthias Mosbach als Demetrius den Part der beiden jugendlichen, optisch austauschbaren Liebespaare und deren Bäumchen-wechsel-dich-Spiel.

Apropos, Bäume: Die werden alsbald weggeräumt. Und wäre der Wald Heimstatt erst unheimlicher Ängste, dann unerklärlicher, doch erlösender Lust gewesen, dann wäre das ein starkes, ein bestürzendes Bild, wie hier der Urwuchs aus der Welt getilgt wird. So aber werden nur Kulissen verschoben. Zum Glück kommen, während alles zerfasert, die Handwerker an den Hof, um endlich „Pyramus und Thisbe“ aufzuführen, Oest ein wunderbarer antiker Held, dem die zierliche, in Tippelschrittchen die Bühne einnehmende Thisbe des Peter Matić in nichts nachsteht. Wie sie immer „Kirschhof“ statt Kirchhof“ lispelt, und sich dabei ihr kleiner Busen hebt und senkt, das ist wirklich anrührend. Hans Dieter Knebel wird als betrunkener Schnauz/die Wand fixiert, indem ihm „Squenz“ Martin Schwab kurzerhand die Schuhe an den Boden nagelt. Dirk Nocker gibt den Rollstuhl-Löwen, und Hermann Scheidleder hinreißend den Mond.

Von Theseus schikaniert, als „Mann im Mond“ müsse er in seine Laterne kriechen, reißt sich Scheidleders Schlucker das Hemd vom Leib und steht mit nacktem Oberkörper da. Sein kugelrunder Bauch leuchtet im Halbdunkel auf, so plötzlich steht am Firmament das Nachtgestirn, der Erdtrabant. Und grade, als man sich schon wie erschossen fühlte, als man schon meinen wollte, Haußmanns Inszenierung fehlte es an Zauberkraft, war er da, der Moment höchster Poesie …

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  1. 9. 2017

Akademietheater: der herzerlfresser

Oktober 11, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Mehr fleisch, mehr rohes fleisch!

Peter Knaack als fußpflege irene, Irina Sulaver als fauna florentina, Sebastian Wendelin als pfeil herbert, Merlin Sandmeyer als gangsterer andi und Johann Adam Oest als acker rudi. Bild: Marcella Ruiz Cruz/Burgtheater

Peter Knaack als fußpflege irene, Irina Sulaver als fauna florentina, Sebastian Wendelin als pfeil herbert, Merlin Sandmeyer als gangsterer andi und Johann Adam Oest als acker rudi. Bild: Marcella Ruiz Cruz/Burgtheater

Da war er also wieder, ein Theaterabend, von dem man sicher sein kann, dass die Dramaturgensynapsen Cha-Cha-Cha tanzen, und man selber sitzt drinnen und denkt – was?, und ist sich in diesem Moment seiner intellektuellen Nackerpatzigkeit bewusst. Weil das Burgtheater und ein gehypter Jungautor und sein Leib-und-Magen-Regisseur können doch nicht irren, der Mühlheimer Dramatikerpreis lugt garantiert schon ums Eck und vielleicht auch ein Nestroy-Preis (allein schon, weil Burgtheater), aber bitte – was?

Am Akademietheater kam Ferdinand Schmalz‘ „der herzerlfresser“ zur österreichischen Erstaufführung, im quasi Untertitel hieß es „wiener roh(fleisch)fassung“ und genau das hätte man sich gewünscht. Mehr fleisch, mehr rohes fleisch. Doch es ist erstaunlich, wie blutleer eine Angelegenheit über Kannibalismus sein kann, über den okkulten Glauben daran, dass das Verzehren von Menschenteilen dem Täter einen Nutzen bringe, wenn selbst die von Schmalz versuchte Klammer Kannibalismus = Kapitalismus = Konsumsatanismus nichts zu umfassen vermag.

Als Fußnote kurz die zugrundeliegende Geschichte: 1786 wurde in der Steiermark der Knecht Paul Reiniger des mehrfachen Frauenmordes angeklagt. Der Spieler und Alkoholiker schnitt den Leichen seiner Opfer das Herz aus der Brust und aß es, in der Annahme, dies würde ihm nicht nur Glück mit den Karten, sondern à la longue auch die Unsichtbarkeit bringen. Wiewohl Kaiser Joseph II. die Todesstrafe abgeschafft hatte, ließ er Reiniger doch mit Stockhieben zu Tode foltern. 70 Jahre später gab’s ebenfalls in der Region um Kindberg einen Trittbrettfahrer, der nie gefasst wurde und erst auf dem Totenbett gestand.

Der Mörder und sein nächstes Opfer: Irina Sulaver und Sebastian Wendelin. Bild: Marcella Ruiz Cruz/Burgtheater

Der Mörder und sein nächstes Opfer: Irina Sulaver und Sebastian Wendelin. Bild: Marcella Ruiz Cruz/Burgtheater

Ermitteln undercover: Johann Adam Oest und Merlin Sandmeyer. Bild: Marcella Ruiz Cruz/Burgtheater

Ermitteln undercover: Johann Adam Oest und Merlin Sandmeyer. Bild: Marcella Ruiz Cruz/Burgtheater

Hier setzt der Grazer Schmalz an. In der Provinz wird ein „Einkaufszenter“ gebaut, ein Shoppingsumpf über einem tatsächlichen, und der gibt ausgeweidete Frauenkörper frei. Der Bürgermeister will vertuschen, weil schlechte Kunde, keine Kunden, ein Securitymann soll undercover den Schlächter finden. Eine fauna florentina bangt um ihre Natur, transgender-fußpflege irene hat die ihre grad gefunden, die eine liebt den Securitymann, die andere den Bürgermeister. Und dazwischen schleicht er schon herum, bis er sich in einem monströsen Monolog über die entsetzliche Gnadenlosigkeit der Liebe enttarnen darf.

Es gibt für Texte eine Höchstbelastungsgrenze an Metaphern, und diese hat Schmalz eindeutig überschritten. Statt sich auf den Abgrund der Liebe, auf dessen Doppelbödigkeit stets das Leid liegen muss, statt sich auf den Menschen als darob zerteiltes Ganzes zu konzentrieren, packt er rein, was geht, überfrachtet, verhirnt und ergo entsaftet, bis der Sumpf ob der vielen Nebenarme in Beliebigkeit versandet. Die Sprachspiele rund um die Begriffe Herz und Fuß und Kundschaft oder regional vs global gehen einem umso mehr als auf die Nerven, als abgefasst in einem PseudoHorváth- oder auch Werner-Schwab-Tonfall, nur dass sich hier nicht erschließt, wann und warum die Sprache bricht und von einer Diktion in eine andere gewechselt wird. Das Stück mäandert, trudelt zwischen selbst errichteten Klippen wie schiffbrüchig und kein Land nirgendwo.

Lässt sich einem wie Schmalz nun liebevoll nachsagen, er hätte ein Zuviel an Ideen nicht zu kanalisieren vermocht (und dabei auch keine Hilfe erhalten oder gesucht), so mangelt es Regisseur Alexander Wiegold definitiv an dieser Fülle. Er zeigt eineinhalb Stunden lang den immer gleichen Christbaumlamettawald in Dunkelblau und lässt die Darsteller darin gestelzt herumstacksen, als gelte es nur das im Höchstmaß Artifizielle als veritable Kunst auszuweisen. Die Inszenierung geht zum Zuschauerraum auf größtmögliche Distanz, kein Eingang ist in sie zu finden, und tatsächlich ist das Berührendste, Authentischste, Unverfälschteste ein Schäferhund, der zwei Mal über die Bühne laufen darf. Auch da erschließt sich allerdings nicht, warum er’s tut. Das Tempo ist larghissimo, der Witz im slow-burn-Modus.

Liebe bis zum Wahnsinn: Peter Knaack. Bild: Marcella Ruiz Cruz/Burgtheater

Liebe bis zum Hysterieanfal: Peter Knaack. Bild: Marcella Ruiz Cruz/Burgtheater

Zwei neue Ensemblemitglieder stellen sich mit dieser Aufführung vor, Irina Sulaver als fauna florentina und Merlin Sandmeyer als Securitymann gangsterer andi, und man freut sich schon darauf, die beiden in anderen Arbeiten zu sehen. Johann Adam Oest als Bürgermeister acker rudi ist ein Vollprofi, der über alle Untiefen souverän hinwegsteigt.

Peter Knaack hat als irene die – um’s Schmalz-ig zu sagen – Herzen des Publikums auf seiner Seite. Er versteht es, aus seiner abstrakten Figur eine(n) Leidensmannfrau zu machen und die durchgängige Monotonie immerhin mit einem peinlichen Hysterieanfall und einer hinreißenden Liebesszene zu unterbrechen. Sebastian Wendelin ist als pfeil herbert der rätselhafte Serienkiller, ein Geisteswesen, das zum umgehenden Gespenst wird, ebenso eine Art Gewissen ist, aber auch er kann mit seiner Performance die aufkommende Langeweile nicht wettmachen. „der herzerlfresser“, das sind 90 Minuten, die ohne jede Gültigkeit zur Ewigkeit werden, man verlässt das Theater und hat erfahren – was?

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Wien, 11. 10. 2016

MuTh – Justus Neumann: Häuptling Abendwind oder Kaufe Niere – bezahle bar

September 13, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Das beste Bratl aus dem Publikum

Justus Neumann als Häuptling Abendwind mit der Biberhahn-Puppe. Bild: Wolfgang Kalal

Justus Neumann als „Häuptling Abendwind“ im Clinch mit der Biberhahn-Puppe. Bild: Wolfgang Kalal

Meine Herren, die Männer haben’s in dieser Vorstellung wirklich nicht leicht. Weil: Immer wenn Justus Neumann „Meine Herren!“ sagt, müssen sie aufstehen und sich verbeugen. Als „Häuptling Abendwind“ sucht er das beste Bratl aus dem Publikum für seinen Gast, den Biberhahn, und da ist der eine Zuschauer zu zäh, der andere zu fett, ein dritter zu sehnig, um einen g’scheiten Festschmaus abzugeben.

Den eigentlich dafür angedachten, einen tamilischen Flüchtling aus Traiskirchen namens „Sohn der Sonne“, hat ihm nämlich die Fremdenpolizei in Schubhaft gesteckt, also muss Ersatz her … So ist es, wenn der große Neumann sich an Nestroys Kannibalenburleske macht.

Zum angedroht letzten Mal spielt Justus Neumann dieser Tage in Wien Theater. Im MuTh begeht er diesen Abschied von seiner Heimatstadt, weil ihm der Weg von Tasmanien an die Donau mittlerweile doch zu beschwerlich wird. Das heißt, eigentlich ist er gekommen, um zu bleiben. Als Klimaflüchtling. Australien ist abgebrannt und mit österreichischem Pass tut man sich hierzulande relativ leicht punkto Asyl.

Die Nestroy Gesellschaft fühlt sich verpflichtet etwas für den nunmehr Mittellosen zu tun, und bittet ihn die Faschingsposse „Häuptling Abendwind“ aufzuführen. Als Solo. Was Neumann vor eine schier unlösbare Aufgabe stellt …

Die er natürlich mit Bravour, Publikum und einer überlebensgroßen Biberhahn-Puppe von Meisei Koji meistert. Neumann bettet den Nestroy in seine eigene Geschichte ein, und das macht er so gewitzt wie g’feanzt wie clownek – echt Wienerisch eben. Im rotweißrot gestreiften Leiberl erzählt er von den menschlichen Grauslichkeiten, gibt Couplets von Bildungsnotstand bis Notstandsverordnung zum besten, und schiache Wienerlieder, in denen kein Herz golden, aber der Zustand ein b’soffener ist. Sein Sohn Julius Schwing begleitet ihn auf der E-Gitarre, da kommt ein bissl Steve Vai-Stimmung auf, und der Höhepunkt ist sowieso die Dialektfassung von Jimi Hendrix‘ „Hey Joe“.

Neumann muss nichts am Stück aktualisieren. Er singt sich einfach durch den österreichischen Literaturkanon, da erkennt man durchaus, dass dies „kein schöner Land“ einst k.k. Kriegstreibernation war, und besser ist es lange nicht geworden, bis der Kannibalismus als Thema dieser Tage wieder Einzug hielt. Die Niere verkauft übrigens einer, der sich ums Geld dafür eine Bootsfahrt in die bessere Hälfte der Welt leisten will. Das ist so tragisch und zugleich so komisch geschildert, Neumann, dieser Faun von einem Volksschauspieler, regt wie immer zum Lachen und Gedanken machen an. Und wie immer fährt seine Fantasie Ringelspiel, wenn er Luftschlösser und Kartenhäuser baut, wenn er an die Ungereimtheiten und Ungerechtigkeiten des Lebens Watschn austeilt, als wären sie sein persönlicher Calafati. Auch mit dem Biberhahn ringt er auf Leben und Tod, der würgt ihn, aber Neumann kann ihm schließlich doch den Kopf abreißen …

Der Nestroy Gesellschaft hat’s nicht gefallen, ihr Präsident reagierte sogar höchst erbost. Was Justus Neumann schlussendlich aber wurschtl ist. Selbst Nestroy ist mit diesem Stück durchgefallen, die Kritik fand die Handlung zu „abgeschmackt“. Sagt Neumann. Und lässt es aus einem Tennisschläger Seifenblasen regnen.

Regie: Hanspeter Horner. Vorstellungen bis 22. September.

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Wien, 13. 9. 2016