Akademietheater: der herzerlfresser

Oktober 11, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Mehr fleisch, mehr rohes fleisch!

Peter Knaack als fußpflege irene, Irina Sulaver als fauna florentina, Sebastian Wendelin als pfeil herbert, Merlin Sandmeyer als gangsterer andi und Johann Adam Oest als acker rudi. Bild: Marcella Ruiz Cruz/Burgtheater

Peter Knaack als fußpflege irene, Irina Sulaver als fauna florentina, Sebastian Wendelin als pfeil herbert, Merlin Sandmeyer als gangsterer andi und Johann Adam Oest als acker rudi. Bild: Marcella Ruiz Cruz/Burgtheater

Da war er also wieder, ein Theaterabend, von dem man sicher sein kann, dass die Dramaturgensynapsen Cha-Cha-Cha tanzen, und man selber sitzt drinnen und denkt – was?, und ist sich in diesem Moment seiner intellektuellen Nackerpatzigkeit bewusst. Weil das Burgtheater und ein gehypter Jungautor und sein Leib-und-Magen-Regisseur können doch nicht irren, der Mühlheimer Dramatikerpreis lugt garantiert schon ums Eck und vielleicht auch ein Nestroy-Preis (allein schon, weil Burgtheater), aber bitte – was?

Am Akademietheater kam Ferdinand Schmalz‘ „der herzerlfresser“ zur österreichischen Erstaufführung, im quasi Untertitel hieß es „wiener roh(fleisch)fassung“ und genau das hätte man sich gewünscht. Mehr fleisch, mehr rohes fleisch. Doch es ist erstaunlich, wie blutleer eine Angelegenheit über Kannibalismus sein kann, über den okkulten Glauben daran, dass das Verzehren von Menschenteilen dem Täter einen Nutzen bringe, wenn selbst die von Schmalz versuchte Klammer Kannibalismus = Kapitalismus = Konsumsatanismus nichts zu umfassen vermag.

Als Fußnote kurz die zugrundeliegende Geschichte: 1786 wurde in der Steiermark der Knecht Paul Reiniger des mehrfachen Frauenmordes angeklagt. Der Spieler und Alkoholiker schnitt den Leichen seiner Opfer das Herz aus der Brust und aß es, in der Annahme, dies würde ihm nicht nur Glück mit den Karten, sondern à la longue auch die Unsichtbarkeit bringen. Wiewohl Kaiser Joseph II. die Todesstrafe abgeschafft hatte, ließ er Reiniger doch mit Stockhieben zu Tode foltern. 70 Jahre später gab’s ebenfalls in der Region um Kindberg einen Trittbrettfahrer, der nie gefasst wurde und erst auf dem Totenbett gestand.

Der Mörder und sein nächstes Opfer: Irina Sulaver und Sebastian Wendelin. Bild: Marcella Ruiz Cruz/Burgtheater

Der Mörder und sein nächstes Opfer: Irina Sulaver und Sebastian Wendelin. Bild: Marcella Ruiz Cruz/Burgtheater

Ermitteln undercover: Johann Adam Oest und Merlin Sandmeyer. Bild: Marcella Ruiz Cruz/Burgtheater

Ermitteln undercover: Johann Adam Oest und Merlin Sandmeyer. Bild: Marcella Ruiz Cruz/Burgtheater

Hier setzt der Grazer Schmalz an. In der Provinz wird ein „Einkaufszenter“ gebaut, ein Shoppingsumpf über einem tatsächlichen, und der gibt ausgeweidete Frauenkörper frei. Der Bürgermeister will vertuschen, weil schlechte Kunde, keine Kunden, ein Securitymann soll undercover den Schlächter finden. Eine fauna florentina bangt um ihre Natur, transgender-fußpflege irene hat die ihre grad gefunden, die eine liebt den Securitymann, die andere den Bürgermeister. Und dazwischen schleicht er schon herum, bis er sich in einem monströsen Monolog über die entsetzliche Gnadenlosigkeit der Liebe enttarnen darf.

Es gibt für Texte eine Höchstbelastungsgrenze an Metaphern, und diese hat Schmalz eindeutig überschritten. Statt sich auf den Abgrund der Liebe, auf dessen Doppelbödigkeit stets das Leid liegen muss, statt sich auf den Menschen als darob zerteiltes Ganzes zu konzentrieren, packt er rein, was geht, überfrachtet, verhirnt und ergo entsaftet, bis der Sumpf ob der vielen Nebenarme in Beliebigkeit versandet. Die Sprachspiele rund um die Begriffe Herz und Fuß und Kundschaft oder regional vs global gehen einem umso mehr als auf die Nerven, als abgefasst in einem PseudoHorváth- oder auch Werner-Schwab-Tonfall, nur dass sich hier nicht erschließt, wann und warum die Sprache bricht und von einer Diktion in eine andere gewechselt wird. Das Stück mäandert, trudelt zwischen selbst errichteten Klippen wie schiffbrüchig und kein Land nirgendwo.

Lässt sich einem wie Schmalz nun liebevoll nachsagen, er hätte ein Zuviel an Ideen nicht zu kanalisieren vermocht (und dabei auch keine Hilfe erhalten oder gesucht), so mangelt es Regisseur Alexander Wiegold definitiv an dieser Fülle. Er zeigt eineinhalb Stunden lang den immer gleichen Christbaumlamettawald in Dunkelblau und lässt die Darsteller darin gestelzt herumstacksen, als gelte es nur das im Höchstmaß Artifizielle als veritable Kunst auszuweisen. Die Inszenierung geht zum Zuschauerraum auf größtmögliche Distanz, kein Eingang ist in sie zu finden, und tatsächlich ist das Berührendste, Authentischste, Unverfälschteste ein Schäferhund, der zwei Mal über die Bühne laufen darf. Auch da erschließt sich allerdings nicht, warum er’s tut. Das Tempo ist larghissimo, der Witz im slow-burn-Modus.

Liebe bis zum Wahnsinn: Peter Knaack. Bild: Marcella Ruiz Cruz/Burgtheater

Liebe bis zum Hysterieanfal: Peter Knaack. Bild: Marcella Ruiz Cruz/Burgtheater

Zwei neue Ensemblemitglieder stellen sich mit dieser Aufführung vor, Irina Sulaver als fauna florentina und Merlin Sandmeyer als Securitymann gangsterer andi, und man freut sich schon darauf, die beiden in anderen Arbeiten zu sehen. Johann Adam Oest als Bürgermeister acker rudi ist ein Vollprofi, der über alle Untiefen souverän hinwegsteigt.

Peter Knaack hat als irene die – um’s Schmalz-ig zu sagen – Herzen des Publikums auf seiner Seite. Er versteht es, aus seiner abstrakten Figur eine(n) Leidensmannfrau zu machen und die durchgängige Monotonie immerhin mit einem peinlichen Hysterieanfall und einer hinreißenden Liebesszene zu unterbrechen. Sebastian Wendelin ist als pfeil herbert der rätselhafte Serienkiller, ein Geisteswesen, das zum umgehenden Gespenst wird, ebenso eine Art Gewissen ist, aber auch er kann mit seiner Performance die aufkommende Langeweile nicht wettmachen. „der herzerlfresser“, das sind 90 Minuten, die ohne jede Gültigkeit zur Ewigkeit werden, man verlässt das Theater und hat erfahren – was?

www.burgtheater.at

Wien, 11. 10. 2016

MuTh – Justus Neumann: Häuptling Abendwind oder Kaufe Niere – bezahle bar

September 13, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Das beste Bratl aus dem Publikum

Justus Neumann als Häuptling Abendwind mit der Biberhahn-Puppe. Bild: Wolfgang Kalal

Justus Neumann als „Häuptling Abendwind“ im Clinch mit der Biberhahn-Puppe. Bild: Wolfgang Kalal

Meine Herren, die Männer haben’s in dieser Vorstellung wirklich nicht leicht. Weil: Immer wenn Justus Neumann „Meine Herren!“ sagt, müssen sie aufstehen und sich verbeugen. Als „Häuptling Abendwind“ sucht er das beste Bratl aus dem Publikum für seinen Gast, den Biberhahn, und da ist der eine Zuschauer zu zäh, der andere zu fett, ein dritter zu sehnig, um einen g’scheiten Festschmaus abzugeben.

Den eigentlich dafür angedachten, einen tamilischen Flüchtling aus Traiskirchen namens „Sohn der Sonne“, hat ihm nämlich die Fremdenpolizei in Schubhaft gesteckt, also muss Ersatz her … So ist es, wenn der große Neumann sich an Nestroys Kannibalenburleske macht.

Zum angedroht letzten Mal spielt Justus Neumann dieser Tage in Wien Theater. Im MuTh begeht er diesen Abschied von seiner Heimatstadt, weil ihm der Weg von Tasmanien an die Donau mittlerweile doch zu beschwerlich wird. Das heißt, eigentlich ist er gekommen, um zu bleiben. Als Klimaflüchtling. Australien ist abgebrannt und mit österreichischem Pass tut man sich hierzulande relativ leicht punkto Asyl.

Die Nestroy Gesellschaft fühlt sich verpflichtet etwas für den nunmehr Mittellosen zu tun, und bittet ihn die Faschingsposse „Häuptling Abendwind“ aufzuführen. Als Solo. Was Neumann vor eine schier unlösbare Aufgabe stellt …

Die er natürlich mit Bravour, Publikum und einer überlebensgroßen Biberhahn-Puppe von Meisei Koji meistert. Neumann bettet den Nestroy in seine eigene Geschichte ein, und das macht er so gewitzt wie g’feanzt wie clownek – echt Wienerisch eben. Im rotweißrot gestreiften Leiberl erzählt er von den menschlichen Grauslichkeiten, gibt Couplets von Bildungsnotstand bis Notstandsverordnung zum besten, und schiache Wienerlieder, in denen kein Herz golden, aber der Zustand ein b’soffener ist. Sein Sohn Julius Schwing begleitet ihn auf der E-Gitarre, da kommt ein bissl Steve Vai-Stimmung auf, und der Höhepunkt ist sowieso die Dialektfassung von Jimi Hendrix‘ „Hey Joe“.

Neumann muss nichts am Stück aktualisieren. Er singt sich einfach durch den österreichischen Literaturkanon, da erkennt man durchaus, dass dies „kein schöner Land“ einst k.k. Kriegstreibernation war, und besser ist es lange nicht geworden, bis der Kannibalismus als Thema dieser Tage wieder Einzug hielt. Die Niere verkauft übrigens einer, der sich ums Geld dafür eine Bootsfahrt in die bessere Hälfte der Welt leisten will. Das ist so tragisch und zugleich so komisch geschildert, Neumann, dieser Faun von einem Volksschauspieler, regt wie immer zum Lachen und Gedanken machen an. Und wie immer fährt seine Fantasie Ringelspiel, wenn er Luftschlösser und Kartenhäuser baut, wenn er an die Ungereimtheiten und Ungerechtigkeiten des Lebens Watschn austeilt, als wären sie sein persönlicher Calafati. Auch mit dem Biberhahn ringt er auf Leben und Tod, der würgt ihn, aber Neumann kann ihm schließlich doch den Kopf abreißen …

Der Nestroy Gesellschaft hat’s nicht gefallen, ihr Präsident reagierte sogar höchst erbost. Was Justus Neumann schlussendlich aber wurschtl ist. Selbst Nestroy ist mit diesem Stück durchgefallen, die Kritik fand die Handlung zu „abgeschmackt“. Sagt Neumann. Und lässt es aus einem Tennisschläger Seifenblasen regnen.

Regie: Hanspeter Horner. Vorstellungen bis 22. September.

www.muth.at

www.justusneumann.com

Wien, 13. 9. 2016

Burgtheater: Der Diener zweier Herren

Juni 28, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Auch an der Burg essen sie Bohnen

Andrea Wenzl (Beatrice), Markus Meyer (Truffaldino), Peter Simonischek (Pantalone De’Bisognosi). Bild: Reinhard Werner / Burgtheater

Truffaldino weiß, wie man schwungvoll serviert: Markus Meyer mit Andrea Wenzl und Peter Simonischek. Bild: Reinhard Werner / Burgtheater

Dass Christian Stückls Inszenierung von Goldonis „Diener zweier Herren“ am Burgtheater, wie mancherorts gemunkelt, keine Italianità besäße, kann man so nicht sagen. Es ist halt nicht die Tarantella-Stracciatella-Variante davon, eher erwartet man, dass jeden Moment Giuliano Gemma um die Ecke biegt. Bei Stückls Arbeit stand nämlich die Mafia Pate. Der Regisseur hat das Personal der Commedia dell’arte in eine ehrenwerte Gesellschaft verwandelt.

Das erinnert an Alvis Hermanis‘ Versuch zum „Weiten Land“ vor einigen Jahren, doch anders als bei dessen Verschnitzelung geht sich das Ganze diesmal aus. Die Schießeisen sitzen locker, die Fäuste auch, und wenn Intrigieren immer noch bedeutet, jemanden in Verlegenheit zu bringen, ist diese Interpretation hier genau richtig. Auch an der Burg essen sie Bohnen.

Stefan Hageneier hat dafür ein dringend renovierungsbedürftiges Venedig erdacht, eine desolate, im Halbdunkel gehaltene Taverne, in der das tückische Treiben stattfindet; man trägt naturalmente Nadelstreif, jedes angespielte Musikstück von Tom Wörndl klingt nach il canto di malavita. Und es wird Italienisch gesprochen. Die Grußformeln und die Essensbestellungen. Peter Simonischek, der als Pantalone de‘ Bisognosi seine Toni-Erdmann-Zähne mit auf die Bühne gebracht hat, erklärt die Temperatur der Aufführung mit einem Halbsatz seiner Figur: „Ohne Jubel-Trubel, aber Heiterkeit!“ Simonischek spielt mit großer Lässigkeit den Patriarchen; er changiert zwischen liebevoll polterndem Papà und einem gerissenen Raubtier von Geschäftsmann. Sein Pantalone ist einer, der gewiss keine Leichen im Keller hat, weil er sie lieber gleich im Canal Grande versenkt. Keine Sekunde lässt er Zweifel daran aufkommen, dass er die Liquidierung unliebsam gewordener Handelspartner mit links erledigen würde, es gehört zu den Stückl’schen Zwischentönen, dass Schwiegersohn in spe Silvio, gespielt von Christoph Radakovits, als er das erste Mal auftritt, bereits weiß, dass der Turiner Federigo Rasponi aus dem Weg geräumt worden ist …

Mit dessen verkleideter Schwester Beatrice kommt der Diener Truffaldino in die Lagunenstadt. Und Markus Meyer brilliert in dieser Rolle einmal mehr. Nach seiner fulminanten Toinette ist auch sein Truffaldino der Spielmacher; Meyer ist diese Saison der MultitasKing der Burg, der König der Spaßmacher, welch ein Komödiant, wenn sich der Lakai zweier Herren in seinem eigenen Lügenlabyrinth verirrt, dabei einer, der nie vergißt, die Tragi- in der -komödie mitzuspielen. Immerhin ist Truffaldino so geringfügig beschäftigt, dass es nicht zum Brot, geschweige denn zur Butter reicht. Der Bergameser ist einer der working poor, die sich zwischen zwei Jobs zersprageln, und zwischendurch noch versuchen, ihr Singledasein zum Liebesleben upzugraden, wie gegenwärtig dieses Moment doch ist. Den Höhepunkt hat sein largo al factotum in der berühmten Servierszene in zwei Zimmern, in der Meyer sein akrobatisches Tanztalent austoben kann – bis zum wortwörtlich ausgeführten Spagat. Eine Übung, die der Publikumsliebling beim tosenden Schlussapplaus gerne und zum Gaudium aller wiederholt.

Stückl setzt von Anfang an auf hohes Tempo, um die von Goldoni erdachten Irrungen und Wirrungen auf der Bühne umzusetzen. Keiner darf hier recht zum Nachdenken kommen, sonst wäre die Absurdität der Situation schnell aufgeflogen, lieber bewegt man sich zwischen den Eckpunkten skurrilen Slapsticks und grotesker Grausamkeit. Da wird ein Finger, von einer zugeschlagenen Türe blutig angetrennt, schnell wieder angenäht, ein Schneuztüchl drumherum und gut ist’s. Oder ein Kaugummi unter der Tischplatte hervorgekratzt und frischgekaut, um betrügerisch geöffnete Briefe wieder zu versiegeln. Das geht an die Magennerven. Die Charaktere sind so zornig wie zotig, es wird geflegelt, gefressen und kopuliert, was das Zeug hält. Der Charme ist rustikal, die Scherze derb, das Ensemble kämpft sich gegen die Tücken der Drehbühne vorwärts wie gegen einen anschwellenden Sturm. Stückl macht, was er am besten kann: Volkstheater. Im besten Sinne. Und seine Schauspieler meistern die vorgeschriebenen lazzi toll und dreist.

Mavie Hörbiger (Smeraldina), Christoph Radakovits (Silvio), Hans Dieter Knebel (Brighella). Bild: Reinhard Werner, Burgtheater

Bei Smeraldina sitzt das Schießeisen locker: Mavie Hörbiger, Christoph Radakovits und Hans Dieter Knebel. Bild: Reinhard Werner, Burgtheater

Peter Simonischek (Pantalone de’Bisognosi), Hans Dieter Knebel (Brighella), Johann Adam Oest (Dottore Lombardi). Bild: Reinhard Werner / Burgtheater

Peter Simonischek bleckt die Toni-Erdmann-Zähne: mit Hans Dieter Knebel und Johann Adam Oest. Bild: Reinhard Werner / Burgtheater

Allen voran Mavie Hörbiger als Smeraldina. Weil jede gute Mafiageschichte eine schwarze Witwe braucht, wurde sie in eine solche verwandelt, eine Ammenhexe mit Hakennase und schwarzer Adjustierung, eine mannstolle herbe Schönheit, die sich mit ihrer  Rauhnacht-Stimme als Mitglied der von einer Herrschaft unterdrückten Klasse ausgibt. Skeptisch schaut sie auf die Welt, und was sie über die zu sagen weiß, ist nur die Wahrheit, die Waffe hat sie schnell zur Hand, und doch träumt sie wie jedes Mädchen nur vom Traualtar. Ein Glück, dass Truffaldino sie schon nehmen würde, wenn sie nur „wöllte“.

Ebenso wie Hörbiger hervorragend, ist auch Andrea Wenzl als Beatrice bestechend gut. Mit tiefem Timbre und im feingerippten Ruderleiberl gibt sie in der Hosenrolle „den Neuen“ im Revier, den Stecher, der der eingesessenen Sektion der Familie das Fürchten lehren will. Es ist fein, die Charakterdarstellerin einmal in einem Lustspiel zu sehen und, wie luftig-leicht sie sich damit tut. Wobei ihrer Beatrice freilich der melodramatische Part in dieser Aufführung gehört.

Ihr Liebhaber, Sebastian Wendelin als Florindo Aretusi, ist gegen so viel Frauenpower ein verweichlichter Waschlappen, der mit großen überraschten Augen auf das Geschehen blickt, doch schnell mutiert er vom weinerlichen Elendshäufchen zum herrischen Patron, wenn’s der Dienerschaft etwa um die Bildung einer Gewerkschaft geht. Christoph Radakovits ist als Silvio sein dümmlich aufbrausender, weil eifersüchtelnder Widerpart. Johann Adam Oest gibt den Dottore Lombardi als einwandfreien Paragraphenreiter, dessen ausschweifend lateinische Ausführungen Pantalone an den Rand der Verzweiflung bringen, Irina Sulaver die Clarice als pikiert-pikantes Früchtchen mit Hang zu Heulausbrüchen, wenn’s nicht nach ihrem Kopf geht.

Goldonis Grundidee, die zani, vecchi und innamorati über Stereotype hinaus, von der Possenreißerei in ein Sittenbild seiner Zeit zu verwandeln, ist Stückl treu geblieben. Von Panama bis zum Brexit gibt’s ein paar aktuelle Anspielungen, so wohl dosiert, dass sie gut ankommen können ohne wehzutun. Wie ein Ruhepol inmitten des Irrwitz‘ sind Hans Dieter Knebel als Wirt Brighella und Stefan Wieland als sein stoisch-intellektueller Kellner Luigi. Sie gestalten ein Kabinettstückchen an Lakonie, während es rund um sie lebensgefährlich um nicht gedeckte Wechsel und ruinöse finanzielle Transaktionen geht.

Am Ende gibt es drei sich gefunden habende Liebespaare, einen verbrecherischen Big Boss, der fester im Sattel sitzt denn je, Stückls subtil auf die Wunde sozialer Ungerechtigkeit gelegten Finger, und hochzufriedene Zuschauer. Stückls „Diener zweier Herren“ ist jetzt schon ein Spielplanrenner, am Montag bei vollem Hause trotz EM-Achtelfinale Italien-Spanien, und wird’s kommende Saison noch bleiben. Fortsetzung also ab September …

www.burgtheater.at

Peter Simonischek ist „Toni Erdmann“, Filmrezension: www.mottingers-meinung.at/?p=20924

Wien, 28. 6. 2016

museum gugging: johann hauser … der künstler bin ich!

Mai 30, 2016 in Ausstellung

VON RUDOLF MOTTINGER

Jubiläumsschau über den Schöpfer des Blauen Sterns

Johann Hauser mit Pin-up-Skulptur, 1987. Bild: Mathias Braschler

Johann Hauser mit Pin-up-Skulptur, 1987. Bild: Mathias Braschler

Am 5. Juni begeht das museum gugging sein 10-jähriges Jubiläum. Gefeiert wird mit einer großen Art Party und der Ausstellungseröffnung des Ausnahmekünstlers Johann Hauser. Hauser wurde schon sehr früh zum Star unter den Gugginger Künstlern. Mit seinem prägnanten Strich war er von anderen Künstlern wie Jean Dubuffet bis Arnulf Rainer hoch geschätzt. Seine Bildnisse von schönen und hässlichen Frauen, Raketen und Panzern, Schlangen und Schlössern sind intensiv, mächtig und bewegend.

Kaum einer eignet sich mehr dazu, zehn Jahre museum gugging gebührend zu feiern. Die Schau „johann hauser … der künstler bin ich!“ gibt mit ungefähr 200 Werken einen repräsentativen Einblick in sein Lebenswerk.

Kurator ist der künstlerische Direktor des museum gugging, Johann Feilacher, der Johann Hauser persönlich über einen Zeitraum von 13 Jahren begleitete. Hauser, Schöpfer des Blauen Sterns von Gugging, hat hunderte farbenprächtige Bildnisse geschaffen, die in öffentlichen und privaten Sammlungen weltweit vertreten und aus der internationalen Art Brut-Szene nicht mehr wegzudenken sind. Seine Frauendarstellungen sind voll offensiver Erotik und beeindrucken durch ihre kraftvolle Strichführung. Seine verspielte Seite zeigt der Künstler bei seinen Darstellungen anderer Themen: Flugzeuge, Kriegsschiffe, Hubschrauber, Schlösser, grüne Schlangen. Sie ziehen die Betrachter durch ihre farbliche und emotionale Intensität in ihren Bann.

Johann Hauser, Nackte Frau mit Hut, 1986. Bild: Privatstiftung Künstler aus Gugging

Johann Hauser, Nackte Frau mit Hut, 1986. Bild: Privatstiftung Künstler aus Gugging

Flugzeug mit Bombe, 1986, Bleistift, Farbstifte, Sammlung Helmut Zambo. Bild: Privatstiftung - Künstler aus Gugging

Flugzeug mit Bombe, 1986, Sammlung Helmut Zambo. Bild: Privatstiftung Künstler aus Gugging

1926 in Bratislava geboren, musste Johann Hauser in seiner frühen Jugend in ein Umsiedlungslager nach Niederösterreich. In die Landes-Nervenklinik Maria Gugging wurde Hauser 1943 im Alter von 17 Jahren eingewiesen, 1986 übersiedelte er in das Haus der Künstler in Gugging. Der Psychiater und Leiter der Männerabteilung, Leo Navratil, entdeckte sein Talent und begann ihn zu fördern. So begann er erst im Alter von 32 Jahren zu zeichnen. Der zum “Künstler-Patienten” aufgestiegene Hauser wurde 1965 erstmals publiziert und andere Künstler, vor allem der Wiener Avantgarde, waren von seiner Kunst begeistert.

Der Maler Peter Pongratz bezeichnete ihn als den Lehrer, der ihm zeigte, was Kunst ist, der “Übermaler“ Arnulf Rainer stellte gar fest, dass Hauser 99 Prozent der professionellen Maler degradiere. Erste Ausstellungen in den 1970er-Jahren brachten frühe Erfolge und erste Publikationen. Unter Navratils Nachfolger Johann Feilacher, der das „Zentrum für Kunst- und Psychotherapie“ in das „Haus der Künstler“ umwandelte und von der Klinik abtrennte, wurde Hausers Werk in ganz Europa, den USA und Japan gezeigt. Hauser wurde zu Vernissagen in Helsinki, Köln, Philadelphia oder New York eingeladen und genoss seinen Ruhm und die damit verbundenen Reisen.

Im Jahr 1990 erhielt er mit seinen Gugginger Künstlerkollegen den Oskar-Kokoschka-Preis für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der bildenden Kunst. Hauser starb im Jänner 1996. Er hinterließ etwa 2.500 Zeichnungen und fast 150 Radierungen.

www.gugging.at

Wien, 30. 5. 2016

Wiener Festwochen: Frank Castorf zeigt „Tschewengur. Die Wanderung mit offenem Herzen“

Mai 14, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Die Kakerlake im Wolfsblutjahrhundert

Tschewengur: Andreas Leupold, Wolfgang Michalek, Horst Kotterba, Manja Kuhl, Matti Krause und Astrid Meyerfeldt. Bild: Thomas Aurin

Tschewengur – räumlich beengt, geistig beschränkt: Andreas Leupold, Wolfgang Michalek, Horst Kotterba, Manja Kuhl, Matti Krause, Astrid Meyerfeldt und der unverzichtbare Kameramann. Bild: Thomas Aurin

Den Zuschauern, es wird ungefähr die Hälfte gewesen sein, die die Pause zur Flucht aus dem Museumsquartier nutzten, kann beruhigend hinterher geschickt werden, dass sie den besten Teil des Abends gesehen haben. Nach ihrem Abgang nämlich zerfaserte die Sache in allzu großer Beliebigkeit. Frank Castorf halt, er kann’s nicht lassen, der alte Büttenredner, immer hat er noch einen.

Und, ja, die sind ganz fabelhaft, Wassili Grossmanns Sonderkommando zwischen Shoah und Stalin, ein durchs Wolfsblutjahrhundert irrender Ossip Mandelstam, Dostojewskijs im Fliegenglas unerwünschte Fremdlingskakerlake, und doch werden Freund und Feind auf dem selben Misthaufen verrotten, und eine Paraphrase all dessen als pseudopuschkin’sche Ballettparodie – der besäbelte Revolutionär und sein tututragendes Ross, und eine Kabinettstückchensitzung im Kolchosenkomitee, aber ach … rundum wurden etwa zur Stunde vierdreiviertel die Augenlider schwer und der Schreckweck kam in Form eines tarantinesken Kunstblutbads … non homo, quom qualis sit non novit, für die, die’s noch immer nicht kapiert haben sollten: Frank Castorf ist sehr gescheit und wahnsinnig belesen. Das wird man doch bitte ausstellen dürfen!

Angefangen aber hat es wirklich schön. Von Mütterchen Russland und der Erzählkraft eines ihrer verlorenen Söhne überwältigt, schickte sich Castorf diesmal tatsächlich an eine Geschichte darzustellen, und zwar ziemlich exakt entlang der Handlung des Buches. Es schien, als sei der grumpy old man des deutschen Diskurstheaters diesbezüglich altersmilde geworden. So, liebe Kinderlein, kommt auf den Schoß von Onkel Frank, die Mädchen natürlich bevorzugt in Strapsen und Highheels, so viel Altherrenfantasie muss sein, und eine von euch wird auch ein Ei legen müssen – Wo ist eigentlich Alice Schwarzer, wenn man sie braucht? -, ruhig, Kleines, es war nicht einmal, es ist noch immer irgendwo auf dieser Erde … Castorf produziert filmische Bilder von überwältigender Kraft. Er malt Ströme aus Bewegung, aus Aktionen und den Gedanken. Ein Feuer zu Zeiten der Revolution, und was diese Revolution aus ihren Kindern macht. Seine Inszenierung „Tschewengur. Die Wanderung mit offenem Herzen“ ist eine Operation an eben diesem,  ein monumentales Gesellschaftsporträt, geschult an der Romanvorlage von Andrej Platonow.

Der Eisenbahnschlossersohn und Lokomotivführergehilfe, gestorben 1951 an jener Tuberkulose, mit der sich sein statt seiner ins Arbeitslager gesteckte Sohn infizierte, und mit der er sich bei dessen Pflege ansteckte, war glühender Kommunist. Er glaubte an die Idee, nicht jedoch an deren Umsetzung durch Stalin – und prangerte literarisch an, wie der spätere Diktator schon früh den Freiheitskampf der Bevölkerung zugunsten seines autokratischen Systems instrumentalisierte. Platonow wurde durch Totschweigen ums Leben gebracht. Gorki ignorierte seine verzweifelten Bittbriefe. Neben seine Kritik an Stalins Zwangskollektivierung, die Erzählung „Zum Vorteil“, schrieb der Führer der Massen persönlich das Wort „Lump!“. Platonow, der Unbekannte, weil Verbotene, wurde dennoch oder deshalb zur Ikone, zum Vorbild von Generationen junger Autoren. Sorokin, Pelewin, Kurkow, sie alle berufen sich auf ihn. Und wenn diese Anekdote nicht wahr ist, so ist sie gut erfunden: Kurz vor seinem Ende gab das Regime Platonow ein Gnadenbrot als Hausmeister in einer Moskauer Kultureinrichtung, und als er starb, weinten die tagtäglich dort aus- und eingehenden Studenten. Weil sie sich nun schämten, in dem alten, auf seinem Besen lehnenden, sie um Zigaretten anschnorrenden Mann nicht ihr Idol erkannt zu haben.

„Tschewengur“, begonnen im Winter 1926/27, handelt von den wahnwitzigen Folgen der konsequenten Anwendung einer Ideologie. Es ist ein philosophisches Gedankenexperiment, das hellsichtig tragische Entwicklungen des 20. und 21. Jahrhunderts vorwegnimmt. Es ist eine groteske Dystopie über Totalitarismus, mit genau jenem Maß an der dem Genre eigenen erschütternden Wahrheit, wie sie die Staatsmächtigen fürchten: der Roman wurde erst 1972 und auch nur in Teilen in Paris publiziert. Den roten Faden bilden die Erlebnisse der Hauptfigur Aleksandr Dvanov. Er wird von einem Parteifunktionär beauftragt, in einem bettelarmen südrussischen Steppengouvernement nach „sozialistischen Elementen des Lebens“ Ausschau zu halten. Bei seiner Reise durch die Armut und den Hunger begegnen ihm allerlei skurrile Charaktere, bis ihn seine Wanderung schließlich nach Tschewengur bringt, wo bolschewistische Fanatiker einen makabren „Kommunismus in einem einzelnen Bezirk“ organisieren und zu diesem Zweck die gesamte Einwohnerschaft massakrieren, um die Stadt dann mit einem in der Umgegend aufgesammelten „Proletariat“ zu besiedeln. Doch trotz aller Anstrengungen will sich die kommunistische Utopie nicht einstellen. Am Ende taucht eine maschinelle Armee zur Säuberung in der Stadt auf.

Tschewengur: Johann Jürgens, Matti Krause, Horst Kotterba und Wolfgang Michalek. Bild: Thomas Aurin

Im Kiosk gibt es bei Castorf Coca Cola statt Wodka: Johann Jürgens, Matti Krause, Horst Kotterba und Wolfgang Michalek. Bild: Thomas Aurin

Tschewengur: Astrid Meyerfeldt und Hanna Plaß. Bild: Thomas Aurin

Der Glaube an den Fortschritt: Astrid Meyerfeldt und Hanna Plaß spielen mit der Lokomotivenkirche. Bild: Thomas Aurin

Eine der Figuren ist der „Kommandeur der Feldbolschewiken“ Stepan Kopenkin. Er sucht als Ritter der Revolution auf seinem Pferd „Proletarische Kraft“ das Grab der von ihm angebeteten Rosa Luxemburg. Das ist deshalb wichtig, weil für diese traurige Gestalt extra eine Windmühle aufgebaut wurde – der Quichote mit dem Rosa-Porträt. Überhaupt hat Bühnenbildner Aleksandar Denić ganze Arbeit geleistet, ein dem Zerfall anheimgefallenes Mahnmal ist da entstanden, eine halbe Welt dreht sich im Kreis, mit Gulag-Stacheldrahtverhau und Wohnbarracke, mit Kiosk und Kinoleinwänden, mit Tschernobyl-Protestplakat, einem Schrottauto und einer Lokomotivenkirche.

Revolutionen sind laut Marx ja die Lokomotiven der Geschichte, und Glaube zieht sowieso immer, das weiß auch Gospodin Putin, und wir ahnen, wie dünn die Haut des Humanismus schon wieder ist. Dieses „Sieh die Lilien auf dem Feld“-Motiv zieht sich durch den Abend, Christentum und Kommunismus, das ist beides irgendwie jenseitig, so: guter Einfall, schlechte Ausführung. Ja, sagt Castorf, das Leben ist schon voller Wunder, wenn man nur naiv genug ist. Zu sagen, das alles hätte einen hohen Live-Schauwert, ist hingegen dahingehend übertrieben, als man live wenig sieht.

Live-Kameras und Tonangeln fischen nach den Schauspielern, das Wesentliche spielt sich im Bauch der Inszenierung ab, von dort werden die Bilder nach außen übertragen. „Da kann man uns auch sehen“, sagt eine Frau zu einem Mann, die beiden auf der Suche nach einem spitzelwesenfreien Platz für ein Schäferstündchen. Und auch darüber berichtet Castorf: Totalüberwachung als Allheilmittel. Der Bürger ist vor sich selbst zu schützen, damit der Staat sich nicht schutzlos fühlt. Es wird volksbühnentypisch viel geschrien, auch bei der Folter in der Lubjanka, wo Regisseur Wsewolod Meyerhold ein Geständnis für den ersehnten Gnadentod auf dem Schafott ablegt. Diese Szenen, und wie Andreas Leupold dessen Briefe vorliest und Wolfgang Michalek Schmerzen leidet, sind eigentlich kaum auszuhalten. Sie zählen zu den stärksten, ins Mark schneidenden Momenten dieser Arbeit. Die allerdings auch mit Humor nicht geizt. Platonow und Castorf, da haben sich zwei gefunden, die zueinander passen, wie der Arsch auf den Eimer, wie man in Deutschland so griffig formuliert. Castorf hat sich nicht nur mit Platonows nüchterner Ironie angefreundet, sondern sich auch dessen Sprache zu eigen gemacht. Der Kunstsprech aus hölzern-sozialistischen Wortungetümen und landtrampelig-absurder Erhabenheit beschreibt eine sinnentleerte propagandistische Phrasendrescherei, wie sie bis heute politsystemimmanent zu sein scheint.

Schostakowitschs Suite „Der Bolzen“ begleitet die schauspielerischen Gratwanderungen nach Tschewengur, auch die Musik eine Satire auf die proletarische Revolution und seinerzeit von der Zensur als „gesellschaftlich unbrauchbar“ eingestuft. „Red Rooster“ von Howlin’ Wolf hat Castorf auch auf dem Plattenteller, und die Stones, eh schon wissen: I stuck around St. Petersburg … immer schön Aufpassen auf den Schein und das tatsächliche Sein. Mit Assoziationspsychologie lassen sich wirklich tolle Doktorspiele anstellen. Und mit Coca Cola wird ein Säugling ertränkt. Der Große Terror des Kapitalismus, so viel Zeit muss sein! So mäandert der Abend von den alten Oktober-Quellen zum grausamen Überlebenden der Gegenwart. Und Astrid Meyerfeldt brüllt: „Ich akzeptiere keinen altgewordenen avantgardistischen Regisseur mehr!“

Johann Jürgens macht den Dvanov, Matti Krause erst mit Falsettstimme den egoistischen Parteisekretär Prokofij, dann die Kakerlake, die über Jürgens‘ angeschossenes Bein herfällt. Er haut ihm die Zähne ins blutige, weil bereits mit dem Messer operativ behandelte Glied. Castorf legt den sprichwörtlichen Finger sehr real in die realsozialistische Wunde. Auch das eine Ekelszene, kaum zum Aushalten. Was der Altmeister am Ende mit dieser Arbeit gesagt haben will, kann man sich aus seinem Konvolut aussuchen. In Österreich eine Woche vor der Bundespräsidentenwahl vielleicht: Vorsicht vor Weltverbesserungsversprechern. Versuche zur Neuordnung können schnell auch nach hinten losgehen, und dort steht immer das Volk. Utopistische Ideengebäude, die zu dessen Wohle dienen sollen, muss es deshalb besonders sorgfältig unter die Machbarkeitslupe nehmen. „Reden ist unser Privileg. Wenn wir ein Problem haben, das wir nicht durch Reden lösen können, dann hat alles keinen Sinn“, sagt Rosa Luxemburg. In diesem Sinne ist es wichtig, dass Frank Castorf und sein Theater weiterreden und immer weiter reden. Hingehen, hinhören. Auch auf die Gefahr hin, dass er einem wieder ein Ohr abkaut.

Trailer: www.youtube.com/watch?v=m8rUnQnRkEQ

www.festwochen.at

Wien, 14. 5. 2016