Sommernachtskomödie Rosenburg: Ein Käfig voller Narren

Juli 7, 2021 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Kapriziöse Drag-Show mit deutlichem Toleranzappell

Patrick Weber, Wolfgang Lesky, Herbert Steinböck, Elisabeth Engstler und Futurelove Sibanda. Bild: © Kastnermedia Martin Hesz

Seit 2015 ist die Sommernachtskomödie Rosenburg unter der Intendanz von Nina Blum und mit Haus- (in diesem Falle: Zelt-)Regisseur Marcus Ganser ein Garant für beschwingte Sommerunterhaltung mit einem Schuss Selbstbesinnung fürs Publikum. Nach etwa den „Kalender Girls“ oder „Monsieur Claude und seine Töchter“ lädt das Team dies Jahr in den „Käfig voller Narren“ – und dem Ensemble entströmt die Spielfreude nach der Corona-bedingten Pause 2020 buchstäblich aus jeder Lachfalte.

Schon beim Platznehmen wird man von den Nachtclubkünstlerinnen begrüßt, allesamt sind sie herr-liche Damen, und wer sich für eine der acht exklusiv angelegten Bühnenlogen im Etablissement von Georges und Albin entschieden hat, dem kredenzen Mercedes oder Salome sogar höchstpersönlich eine Flasche

Sekt. Erstere, die silberblonde, vollschlanke Versuchung, ist als Zeremonienmeisterin voll in ihrem Element, Patrick Weber als Mercedes, der von Elfriede Ott ausgebildete Schauspieler, der auch als „Kleinkunstprinzessin“ Grazia Patricia und deren aktuellem Programm „Teilzeitfrau“ bekannt ist: www.kleinkunstprinzessin.at

Weber wird nicht die einzige Überraschung an diesem Abend bleiben, im handverlesenen Ensemble findet sich mindestens noch eine Augenweide, doch dazu später. Die Story darf nach zwei Verfilmungen und etlichen Theaterproduktionen als geläufig vorausgesetzt werden: Georges, Inhaber von „La Cage aux Folles“ und seine große Liebe Albin, als bezaubernde Zaza der Star jeder Show, sind seit vielen Jahren ein homosexuelles Paar. Aus Georges‘ einzigem Abenteuer mit einer Frau stammt sein Sohn Laurent, der von den beiden Männern liebevoll großzogen wurde. Nun ist Laurent unsterblich verliebt und will seine Barbara endlich heiraten. Einziges Problem: Die Verlobte ist die Tochter des erzkonservativen Politikers Dieulafoi.

Um einen Eklat und das Platzen der Hochzeit zu vermeiden, erklärt sich Georges bereit, eine bürgerlich-biedere Familie vorzutäuschen. Also lädt er zum Kennenlern-Dinner Laurents „biologische“ Mutter Simone ein, zum Ärger von Albin, der sich nicht so leicht ausladen lässt. So wird eifrig verwirrt, verwechselt und die Katastrophen überschlagen sich …

Wolfgang Lesky und Herbert Steinböck. Bild: © Kastnermedia Martin Hesz

Futurelove Sibanda und Steinböck. Bild: © Kastnermedia Martin Hesz

Futurelove Sibanda, Herbert Steinböck und Wolfgang Lesky. Bild: © Kastnermedia Martin Hes

Der Fernsehzuschauerinnen liebster Biobauer, ja, natürlich der mit dem Schweinchen, Wolfgang Lesky schlüpft auf der Rosenburg in Fummel, Federboas und High Heels. In seinem Stammhaus, dem Theater zum Fürchten, zeigte der Schauspieler schon einmal seine tadellosen Beine und sein Talent fürs Schrullige, als Gnädige Frau in Jean Genets absurder Groteske „Die Zofen“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=24361), nun brilliert er als Drag- wie Drama-Queen, deren beste Jahre im „Unterröckchen aus Osterglöckchen“ schon hinter ihr liegen. Ihm zur Seite steht Herbert Steinböck als Georges, und wie Steinböck als dieser versucht, alle Bälle in der Luft zu halten, ist große Klasse.

Dritter im Haushalt ist, man weiß es, Kammerkätzchen Jacob, das crazy Chicken im heißen Höschen, und der aus Zimbabwe stammende Futurelove Sibanda ist als Komödiant, Sänger und Tänzer ganz klar die Nummer eins dieser Produktion: www.futurelovesibanda.com Derart bewegt sich die Aufführung – beispielsweise mit der berühmten Zwieback-Szene – nah an der Verfilmung von Édouard Molinaro und hat doch eine spezielle, eine eigene Qualität. Zu den eindeutig zweideutigen Wortspielereien gesellt sich Aktuelles: Prinz Harry ist ohne Meghan Gast im Club, Madame Dieulafoi spricht von „Lügenpresse“, Georges bittet Jacob „weniger Josephine Baker und mehr David Alaba“ zu sein – ein Wunsch, dessen Erfüllung zu Riesenjubel und Szenenapplaus führt.

Das Ehepaar Florentin Groll und Babett Arens geben das Ehepaar Dieulafoi, er verniederösterreichert nun Präsident der christlich-sozialen Bauern, sie im Wortsinn kampferprobte Hausfrau an der Seite ihres Mannes. Beide sind sie ganz großartig, Groll um Contenance bemüht, Arens den Betrug sofort witternd. Fabelhaft ist auch Elisabeth Engstler als Simone, die neben der schauspielerischen auch ihre Gabe als Sängerin ausleben darf. Verständlich, dass ihr Grolls Dieulafoi nicht widerstehen kann … Michael Duregger besorgte als „Abendspielleiter“ Francis auch die Choreografie für die Truppe. Zauberkünstler und Kampfsportler Raphael Macho spielt die Kaugummi-blasende Salome.

Raphael Macho, Patrick Weber, Sibanda, Steinböck und Michael Duregger. Bild: © Kastnermedia Martin Hesz

Sohn Laurent und Vater Georges …: Felix Krasser und Herbert Steinböck. Bild: © Kastnermedia Martin Hesz

… hoffen auf die Hilfe der Mutter: Herbert Steinböck und Elisabeth Engstler. Bild: © Kastnermedia Martin Hesz

Wolfgang Lesky, Patrick Weber, Felix Krasser, Futurelove Sibanda, Herbert Steinböck und Babett Arens. Bild: © Kastnermedia Martin Hesz

Felix Krasser, in Wien kennt man ihn vom Bronski & Grünberg www.mottingers-meinung.at/?p=36320 bis zum Werk X www.mottingers-meinung.at/?p=29956, ist ein charmant verzweifelter Laurent, Veronika Petrovic eine verwunderte Barbara. Engstler-Tochter Amelie ist als Simones Assistentin Irene zu sehen. Für Kostüme und Maskendesign waren Ágnes Hamvas und Gerda Fischer zuständig, sowie Marcus Ganser auch fürs erstaunliche Bühnenbild, das aus ungeahnten Versenkungen mal den Salon von Albin, mal das Büro von Simone an die Oberfläche befördert.

Und während sich derart alle möglichst auffällig unauffällig benehmen und sich die Zuschauerinnen und Zuschauer närrisch amüsieren, verliert Marcus Ganser nie aus dem Blickfeld, wie zeitgemäß Jean Poirets 1973 verfasstes Stück beinah 50 Jahre später in Europa – siehe nicht nur Orbáns Ungarn – bedenklicherweise immer noch ist. Zwar will sich Georges nicht „umschwulen“ lassen und besteht auf seiner Ehe mit Albin, doch muss er sich hinsichtlich „Werteverfall“ belehren lassen. Und auch Futurelove Sibanda macht nachdenklich, wenn er die von Weißen so erwartete „Stimme des echten schwarzen Mannes“ imitiert.

Auf der Rosenburg freilich gibt’s ein Happy End. Die Liebe besiegt alle Konventionen, die Narren retten die selbsternannten Normalen – und Schlussbild: die Darstellerinnen und Darsteller als flammenrote Follies, darunter herzallerliebst Florentin Groll, und Elisabeth Engstler singt „It’s Raining Men“. Halleluja!

Vorstellungen bis 1. August.

sommernachtskomoedie-rosenburg.at

  1. 7. 2021

Burgtheater: Online-Premiere mit Dörte Lyssewski, Markus Meyer und Branko Samarovski

April 19, 2021 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Ein Video-Essay nach Texten von Jean Paul

Dörte Lyssewski. Bild: © Katarina Šoškić

Am 24. April um 19 Uhr findet via Burgtheater-Website sowie auf dem YouTube-Kanal des Burgtheaters eine besondere Film-Premiere statt: „Geträumte Erinnerungen nie gesehener Zeiten. Eine Reise nach Jean Paul“, ein Videoessay mit den Stimmen von Dörte Lyssewski, Markus Meyer und Branko Samarovski, in der Regie von Felix Metzner. Newsletter-Abonnentinnen und -Abonnenten des Burgtheaters erhalten eine exklusive Preview dieses Films bereits am 21. April.

Eine Anmeldung zum Newsletter ist bis 15 Uhr am 21. April möglich, um diese Preview zu erhalten. (Anmeldung unter www.burgtheater.at/newsletter-bestellen) Die ursprünglich für diese Saison geplante Inszenierung von David Greigs „Monster“ im Vestibül in der Regie von Felix Metzner, musste Pandemie-bedingt in die nächste Spielzeit verschoben werden. 2020 inszenierte Metzner vier Folgen für die Nestroy-Preis-nominierte Onlinevideo-Reihe „Wiener Stimmung“ des Burgtheaters sowie „Das große Shakespeare-Abenteuer“ am Theater der Jugend.

Zum Stück

Für das Projekt „Geträumte Erinnerungen nie gesehener Zeiten. Eine Reise nach Jean Paul“ hat Regisseur und Ur-Ur-Ur-Enkel Jean Pauls, Felix Metzner, Texte aus verschiedenen Werken des Autors in einen neuen Kontext gestellt: Metzner befasst sich so anhand eines exemplarischen Menschenlebens fragmentarisch mit der Entstehung des menschlichen Ichs. Dörte Lyssewski, Markus Meyer und Branko Samarovski verleihen den Texten mit ihren Stimmen eine neue Interpretation und stehen mit ihren verschiedenen Persönlichkeiten für die unterschiedlichen Facetten des menschlichen Bewusstseins. Für die Gestaltung der visuellen Ebene verwendete der Regisseur private Filmaufnahmen aus seinem Archiv aus über drei Jahrzehnten. In Kombination mit der Sprache Jean Pauls entsteht so eine phantastische und gleichsam psychedelische Reise, die das Publikum von der Erde bis ans Ende des Universums und wieder zurück transportiert.

Branko Samarovski. Bild: © K. Šoškić

Felix Metzner. Bild: © Lukas Gnaiger

Markus Meyer. Bild: © Katarina Šoškić

Zum Autor

Jean Paul gilt als einer der wichtigsten deutschen Schriftsteller, dessen komplexes Werk zwischen Klassik und Romantik anzusiedeln ist. Obwohl er zeitweise in Vergessenheit geriet, waren die Auflagen seiner Werke zu Lebzeiten vergleichbar mit denen seiner Zeitgenossen Goethe und Schiller. Vor allem beim weiblichen Publikum fand seine humorvolle und bildreiche Sprache großen Anklang. Mit seinem verbalen Erfindungsreichtum prägte der Franke die Deutsche Sprache nachhaltig. Worte, wie „Wetterfrosch“, „Schmutzfink“ oder „Weltschmerz“ entstammen seiner Phantasie. Seine „Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab“ übte zudem großen Einfluss auf die Arbeit von Friedrich Nietzsche und C.G. Jung aus.

www.burgtheater.at

19. 4. 2021

aktionstheater ensemble streamt: Ich glaube

März 4, 2021 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Der Papst in vs. der Spatz von Avignon

Beinah ein Heiliger Sebastian: Benjamin Vanyek. Bild: Gerhard Breitwieser

Das aktionstheater ensemble ist mittlerweile bei der vierten Staffel seiner digitalen Aufführungsreihe „Streamen gegen die Einsamkeit“ angekommen, das Motto lautet diesmal „Fernbeziehung“ – und bei der noch bis Sonntag zu sehenden Aufführung „Ich glaube“ aus dem Jahr 2017 ist eindeutig die zu Gott gemeint. Oder die zu den Göttern? Wer weiß das schon? Heilige Maria Mutter Gottes! Fürchtet euch nicht! Das ist kein blasphemischer Ausruf.

Sondern einfach die Rolle, die Alev und Benjamin im Krippenspiel schon gegeben haben. Benjamin, später im überlangen, madonnenblauen Badecape voll der Grazie, weil er so etwas prinzipiell sehr gerne macht, Alev, um nicht vom Jungscharlager ausgeschlossen zu sein, mit dem ein beflissenes Ehepaar die Türken in der Nachbarschaft missionieren wollte. Ihre Antwort als Erwachsene ist eine Publikumsbeschimpfung auf Türkisch, die der vom polnischen Katholizismus geschädigten Claudia einen Lachanfall beschert. Da kann die protestantische Susanne nur den Kopf schütteln, alldieweil Martin lautstark, weil überzeugen wollend, über diverse Theologien doziert, unschlüssig, ob er noch Agnostiker oder schon Atheist ist.

Derart sind die Positionen besetzt. Mit Susanne Brandt, Alev Irmak, Martin Hemmer, Claudia Kottal und Benjamin Vanyek. Die Regisseur Martin Grubers und Dramaturg Martin Ojsters Glaubenssätze zwar sprechen, doch ihre eigenen Auslegungen derselben performen. Denn wie stets beim aktionstheater ensemble wird aus Erlebtem und Erdachtem das Gesamtkunstwerk, und nicht nur in dieser Religionsabrechnung stellt das Team aus, was ihm auf der Seele brennt. „Ich glaube“ ist ein durch die Frage, die Glaubensfrage, energetisch aufgeladenes Kalvarienbergrennen, wobei sich der Kreuzweg mit dem typischen aktionstheater ensemble Humor kreuzt – skurril, schnell, schrill.

Hemmer, Vanyek und Brandt. Bild: Gerhard Breitwieser

Alev Irmak aufAmoklauf. Bild: Stefan Hauer

Das Christentum schirmt sich ab. Bild: Stefan Hauer

Vanyek, Brandt und Hemmer im Blutregen. Bild: Stefan Hauer

Nicht immer wird er sportlich ausgetragen, dieser Kampf der Konfessionen um den Siegerkelch jener „Wahrheit“, welcher Katechismus zur Katharsis führt. Im Workers Outfit geht’s um Spirituelles (Yoga!), Scientologie und die Church of Satan. Oder, warum Katholiken sich beim Läuten der Heiligen Drei Könige – Schnell, Licht aus! – verstecken, während die Ungläubigen aufmachen. Susanne ist auf dem Seelenstrip-Trip, ganz klar sind die Reformierten die besseren Christen, doch hatte der große Reformator ein paar frühbraune Flecken auf der Kutte, und ist damit wie stets zugleich anrührend und umwerfend komisch.

Benjamin ist wieder mal herzallerliebst neben der Spur, die die anderen ziehen, halbnackt und mit Engelsflügeln ein noch heiler Heiliger Sebastian, ein bildstockschöner Schmerzensmann. Sagt Martin „der Papst in …“, kontert er mit „der Spatz von …“ Avignon. „Man will mich immer so in die Realität zwingen“, sagt der Träumer – und als die anderen sich in Gleichschritt-Choreografie, Kopf greifen, Hals würgen, ganz ökumenische Bewegung, ihrem Gott nähern, bricht er, als einziger scheint’s frei, in einen wilden Tanz aus. Es geht um Vaterkomplex, Mutterliebe und Schwulensaunen im Wallfahrtsort, um Analbleaching, Zahnfleisch-OPs – und eine messerscharfe Analyse, wie viele Rosenkränze ein Priester pro Zentimeter Reinstecken beten muss.

Schutzpatronin der Produktion ist Vicky Leandros, deren „Ich hab‘ die Liebe geseh’n“ und „Ich liebe das Leben“ als Bregenzer Viergesang dargeboten werden. Benjamin jongliert mit Schirmen, „Mantel, Schirm und Schild“, um Gotteslob Nr. 534 zu zitieren, – und zwischen all den Bibelfesten versucht sich Alev Gehör zu verschaffen: „Ich habe da noch eine Geschichte über den Islam …“ Doch auf der Spielfläche regiert längst die Dreifaltigkeit von Intoleranz, Desinteresse und Ich-Bezogenheit.

Im Gleichschritt zum Würgegriff Gottes: Martin Hemmer, Claudia Kottal, Susanne Brandt und Benjamin Vanyek. Bild: Stefan Hauer

Da wird aus dem Salve Regina eine Gewehrsalve, Alev läuft Amok als Water Warrior, blutrot spritzt es aus ihrer im Wortsinn Pump-Gun, das ist nach November ein noch gewagteres, stärkeres Bild als 2017. Und zum ballernden Sound von Kristian Musser fetzen Kirill Goncharov und Jean Philipp Viol in wilden Arpeggien und höchsten Tonlagen über die Saiten und Griffbretter von Violine und Viola. Und immerhin, Alev steht nun im Mittelpunkt der – Ressentiments. Klar sei sie ausgerastet, liebe deinen Nächsten wie dich selbst, ist schließlich kein islamisches Konzept, sagt die Claudia mit der katholischen Wut im Bauch.

Und grimmig über die Bigotterie und das Pharisäertum ihrer polnischen Oma: „Ich spreng‘ uns alle in die Luft! Das machst dann du, Alev, ihr könnt‘ das!“ Einzig Susanne hält zu ihrer „muslimischen Perle“, um deren Gesundheit im Fastenmonat Ramadan sie sich sorgt. Welch ein Statement des aktionstheater ensembles zur Reverse Discrimination, welch ein Aufzeigen, dass in dieser Gesellschaft auch positiver längst Alltagsrassismus ist.

Was bleibt ist: die Liebe, die die allesamt lustfeindlichen abrahamitischen Religionen einem vorbeten. Der Passionstext, den man gesucht und nicht gefunden hat, stammt nun von Alev. Er handelt vom Ende ihrer großen Liebe – und wie sie ihren Schmerz rausschreit und Allah anruft, da hat man – ehrlich – kurz Tränen in den Augen. So begibt man sich auch per Bildschirm auf eine emotionale Gratwanderung zwischen tragi- und -komisch, das aktionstheater ensemble hat einmal mehr den Finger nicht nur am Puls der Zeit, sondern auch in der gesellschaftlichen Wunde. Und möchte man Martin Gruber und seinem diversen Ensemble mit dieser Aufführung eine Message unterstellen, dann wohl die, dass die Menschen der unheilvollen Benutzbarkeit von Religionen, Ideologien und ihren Ismen nur als einiges Ganzes begegnen können.

Trailer „Ich glaube“: vimeo.com/228555921

Die kommenden Streams:

Bürgerliches Trauerspiel. Ab 8. März, 10 Uhr. Publikumsgespräch live via Zoom am 11. März, 20 Uhr bis 21.30 Uhr. Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=41710

Immersion. Wir verschwinden. Ab 15. März, 10 Uhr. Publikumsgespräch live via Zoom am 18. März, 20 Uhr bis 21.30 Uhr. Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=39693

Anmeldung für die kostenlosen Publikumsgespräche: karten@aktionstheater.at

Alle ebenfalls kostenlosen Streams via: www.aktionstheater.at

  1. 3. 2021

Roman Polański: J’accuse – Intrige

Februar 6, 2020 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Die Affäre Dreyfus als erstaunlich aktueller Politthriller

Noch ist sein militärischer Ausbilder Picquart von Dreyfus‘ Schuld überzeugt, doch bald schon wird er sein Fürsprecher: Jean Dujardin und Louis Garrel. Bild: Guy Ferrandis

Der 5. Jänner 1895 ist kein großer Tag für die Grande Nation, vielmehr zeigt sich deren Belle Époque an diesem und den vielen folgenden von ihrer abstoßenden Seite. Die Regenwolken hängen tief, der Platz schwimmt in Wasser- lacken, zur Mitte des weitläufigen Hofs der Pariser École militaire marschiert eine Gruppe Offiziere. Der 5. Jänner ist der Tag, an dem Alfred Dreyfus, Artilleriehauptmann im Generalstab, wegen Landesverrats degradiert wird. Er soll dem Deutschen Kaiser- reich als Spion gedient haben.

Man reißt ihm die Epauletten vom Uniformrock, bricht sein Schwert entzwei, wirft alles zu Boden, ein inszeniertes, diszipliniert durchgeführtes Ritual der Entehrung. Dreyfus‘ schütteres Haar zittert im Winterwind, er nicht, seine Habtachtstellung ist eine, die starr ist vor Entsetzen über die groteske Demütigung. „Nun sieht er aus wie ein jüdischer Schneider, der den Wert der Goldtressen schätzt“, kommentiert einer der aberhundert gaffenden Soldaten und zivilen Schaulustigen. Doch der Bestrafte, der mit sichtbarer Mühe um Contenance ringt, muss noch die Reihen seiner ehemaligen Kameraden abschreiten. In dieser ersten Szene von „J’accuse – Intrige“, Roman Polańskis jüngstem Meisterwerk, das am Freitag in die Kinos kommt, ist bereits alles, was den weiteren Film ausmachen wird.

Das kalte Rattern der Militärmaschinerie, die den Menschen derart zum Objekt ihrer Macht deformiert, dass Dreyfus bei seinem Schandgang kein „Ich bin …“ über die Lippen kommt. „Man degradiert einen Unschuldigen!“, ruft er stattdessen im Gleichschritt und im Kommandoton der Kasernen. Auch der Antisemitismus ist allgegenwärtig, wenn die ältlich-fahlgesichtigen, von Standesdünkel angekränkelten Generäle versuchen, sich mit ihren judenfeindlichen Bonmots zu übertrumpfen. Für sie ist der gebürtige Elsässer Dreyfus der perfekte Sündenbock, mit dessen Deportation auf die Teufelsinsel vor Französisch-Guayana sie die Angelegenheit als erledigt betrachten. Major Marie-Georges Picquart hat zu diesem Zeitpunkt ebenfalls keine Zweifel an dessen Verbrechen. Obwohl die Beweisführung des Gerichts alles andere als hieb- und stichfest war.

Er möge Juden nicht, aber er werde auch keinen diskriminieren, hat Dreyfus‘ früherer Ausbilder ihm in einer von etlichen Rückblenden beschieden. Polański, gemeinsam mit Romancier Robert Harris auch Drehbuchautor, macht diesen Picquart zum Protagonisten seines akribisch recherchierten Fin-de-Siècle-Films, der sich vom anfänglichen Spionage-, später Gewissensdrama in seinem letzten Drittel zum Gerichtsthriller steigert, einem kitsch- und ergo musiklosen, so distanziert und unaufgeregten wie die Militärs emotionsarm wirken. Das Erzähltempo fließt im Takt der Mühlen sogenannter Gerechtigkeit, wenn sie ein Bauernopfer zermahlen, jedes Kamerabild von Pawel Edelmann wie das Gemälde eines anno dazumaligen Salonmalers, das nun in einer Amtsstube verrußt, in der die Ressentiments nie richtig enlüftet wurden.

Ein inszeniertes, diszipliniert durchgeführtes Ritual der Entehrung, die Degradierung von Dreyfus: Louis Garrel. Bild: Guy Ferrandis

Emmanuelle Seigner als Pauline mit Luca Barbareschi als Ehemann Philippe Monnier. Bild: Guy Ferrandis

Picquard verfolgt den wahren Spion Walsin-Esterházy durchs Pariser Nachtleben. Bild: Guy Ferrandis

Und stellt den Schriftsachverständigen Bertillon zur Rede: Mathieu Amalric und Jean Dujardin. Bild: Guy Ferrandis

In diesem Setting ist der privat wuschelköpfige, nun dem Vorbild mehr als sich selbst ähnelnde Louis Garrel fabelhaft als Alfred Dreyfus, für dessen Darstellung ihm immerhin nur wenige Szenen zur Verfügung stehen. Etwa die in Sepia gehaltene, wenn er Hass und Misshandlungen auf der Teufelsinsel ohne eine Miene zu verziehen erträgt, oder beim zweiten Prozess, bei dem Dreyfus‘ körperlicher Verfall nicht nur durch die weniger und weiß gewordenen Haare deutlich wird, dabei nie ein Sympathieträger, sondern einer, der dank einer ordentlichen Portion Hybris keinem Märtyrerklischee entspricht. Dreh- und Angelpunkt der Produktion ist allerdings Oscarpreisträger Jean Dujardin als Marie-Georges Picquart, sein Spiel die brillante Verkörperung eines Stoikers, dem das Strammstehen in Fleisch und Blut übergegangen ist, eines konsequent nüchternen Denkers, dessen Gefühlsaufwallungen Dujardin in minimalsten Regungen seiner Gesichtsmuskeln lediglich anmerkt.

Picquart wird befördert. Zum Leiter des Deuxième Bureau, des militärischen Auslandsnachrichtendiensts, einer Gemeinschaft von Geheimniskrämern und Dunkelmännern, allesamt Gegner des neuen Chefs, in dessen Büro der gerahmte Brief an den Militärattaché der Deutschen Botschaft hängt, durch dessen Abfangen Dreyfus überführt wurde. Doch im Zuge seiner neuen Tätigkeit, und vor allem, weil er sich von seinen Untergebenen nicht daran hindern lässt, Verschlussakte aufzuschnüren, stößt Picquard auf Dokumente, die die Verurteilung von Dreyfus immer fragwürdiger erscheinen lassen und auf den Offizier Ferdinand Walsin-Esterházy als Schuldigen verweisen.

Ganz der Citoyen, der gegen alle Widerstände seinen Prinzipien treu bleibt und Unrecht nicht zu akzeptieren bereit ist, auch wenn er für Dreyfus keine besonderen Sympathien hegt, wendet sich Picquard an die Generalität – und muss erkennen, dass die Intrige samt Fälschungen und Vertuschungen bis in deren höchste Kreise reicht. Worauf der Aufdecker selbst ins Fadenkreuz gerät. Der Filmdialog dazu: Dreyfus-Ankläger, Geheimdienst-Vize und Brieffälscher Joseph Henry: „Sie befehlen mir einen Mann zu erschießen und ich tue es. Wenn Sie mir danach sagen, Sie haben sich im Namen geirrt, tut es mir leid, aber es ist nicht meine Schuld. So ist die Armee.“ Darauf Picquart: „So ist vielleicht Ihre Armee, Major, nicht meine.“

Als es vergangenes Jahr in Venedig den Silbernen Löwen – Großer Preis der Jury für Roman Polański gab, als die zwölf Nominierungen für den César 2020 bekannt wurden, flammten die #MeToo-Debatten rund um den Filmemacher wieder auf. Polański porträtiere sich selbst als Unschuldigen, hieß es, dabei ist „J’accuse -Intrige“, auch wenn dessen Schöpfer mit Schnauzbart und in Galauniform einen Cameoauftritt bei einem Konzert im Hause Monnier hat, so viel mehr. Überragend in künstlerischer wie handwerklicher Hinsicht, ist dies Kammerspiel Polańskis wichtigster und eindrücklichster Film seit Jahren – denn er hat, man möge vom Menschen dahinter halten, was man wolle, eine moralische Strahlkraft, die an politischer Aktualität nichts zu wünschen übrig lässt.

J’Accuse …! In einem offenen Brief klagt Émile Zola die Obrigkeiten an. Bild:: Guy Ferrandis

Das bringt den Schriftsteller vor Gericht: André Marcon als Zola mit Melvil Poupaud als Anwalt Labori. Bild: Guy Ferrandis

Der Volkszorn ist im Wortsinn entfacht: Zolas Bücher werden in Paris öffentlich verbrannt. Bild: Guy Ferrandis

Die arrogante Generalität: Jean Dujardin mit Hervé Pierre, Didier Sandre und Vincent Grass. Bild: Guy Ferrandis

Mit der Figur Picquard, diesem Whistleblower avant la lettre, mit dem Zitieren eines stillen Antisemitismus, der gegenwärtig wieder lautstärker und gewalttätiger wird, mit einer kompromittierten, nichtsdestotrotz selbstgefälligen Ministerriege, die schützt, wer ihr gefährlich werden könnte, und die Möglichkeit eines begangenen Fehlers arrogant von sich weist, mit einem Plädoyer für die freie Presse, mit einem Fragen nach der Wahrheit angesichts „alternativer Fakten“. Picquard wird nämlich mit dem Herausgeber der Zeitschrift L’Aurore, Georges Clemenceau, und dem Schriftsteller Émile Zola bekannt gemacht, der darin seinen berühmten und hier titelgebenden Brief „J’Accuse …!“ veröffentlicht, ein Artikel gegen die Generäle Gonse, Mercier, Billot, Oberst du Paty de Clam und den Schriftsachverständigen und Dreyfus-Entlarver Bertillon. Weshalb Zola vom Generalstab verklagt und wegen Diffamierung verurteilt wird. Picquart wird zunächst auf ein Himmelfahrtskommando versetzt, dann doch inhaftiert und ebenfalls vor Gericht gestellt.

Dass Picquart kein komplett makelloser Charakter ist, macht Polański an dessen von Emmanuelle Seigner mit lasziver Lässigkeit grandios gespielten Geliebten Pauline Monnier fest. Auch der Rest des Casts ist handverlesen, mit Grégory Gadebois als schlitzohrigem Major Henry, Hervé Pierre als Geheimdienstgeneral Gonse, Wladimir Yordanoff als Kriegsminister General Mercier, Didier Sandre als Generalstabschef Boisdeffre, Melvil Poupaud als „Werwolf“ Fernand Labori, Rechtsanwalt von Dreyfus, Zola und Picquart, Mathieu Amalric als furchtsamen, rassentheoretische Schädelvermessungen vornehmendem Bertillon und André Marcon als bärbeißigem Émile Zola. Mit dessen Prozess, seinem Exil in London, einem Duell zwischen Picquart und Henry und einem Schussattentat auf Labori ist Polańskis mehr als zweistündige Affäre Dreyfus lange nicht zu Ende …

Das Ende schließlich, kein Spoiler, da nachzulesen, so nicht bekannt, erzählt er beiläufig. Dreyfus, 1906 rehabilitiert und wieder in die Armee eingegliedert, sitzt dem neuen Kriegsminister des Kabinetts von nunmehr Ministerpräsident Clemenceau in dessen pompösem Palais gegenüber – Picquart, ein wenig gelöster als davor, Dreyfus nach wie vor stocksteif, denn der ewige Capitaine will endlich zum Lieutenant-colonel befördert werden. Was Picquart ablehnt. Staatsräson, nicht an kaum verheilten Justizwunden rühren, etc. Kurz streifen die beiden Männer den Fall, der sie in den Geschichtsbüchern für immer verbinden wird. Verbrüderung findet nicht statt, diese zwei werden einander nicht in die Arme fallen. Im Nachspann steht, sie sahen sich danach nie wieder.

www.weltkino.de/filme/intrige

6. 2. 2020

Jean Ziegler – Der Optimismus des Willens

Juni 4, 2017 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Ein gewagtes Porträt des ewigen Revolutionärs

Jean Ziegler im Porträt: Regisseur Wadimoff würdigt den ewigen Revolutionär in einem sensiblen, schelmischen, aber auch kompromisslosen Film. Bild: © Thimfilm / Dreampixies

Zu Anfang zeigt Jean Ziegler Fotos von Noma, nein, nicht das dänische Luxusrestaurant, sondern die bakterielle, durch Unterernährung beförderte Erkrankung, die halbe Gesichter wegfrisst. Es sind Bilder von Kindern, und mit Sätzen, wie „Ein Kind, das durch Hunger stirbt, ist ein ermordetes Kind“, ist der 1934 geborene Schweizer, einer der renommiertesten Kapitalismuskritiker, zur Leitfigur der Antiglobal- isierungsbewegung geworden.

Regisseur Nicolas Wadimoff widmet ihm nun ein Porträt, „Jean Ziegler – Der Optimismus des Willens“, das derzeit in den heimischen Kinos läuft, und es ist ein sensibler, schelmischer, aber auch kompromissloser Film geworden. Keine Biografie. Wadimoff gelingt eine Würdigung des ewigen Revolutionärs, nicht ohne dessen Dogmatismus zu hinterfragen. Der Film ist von einer kritischen Empathie.

Das liegt daran, dass der Dokumentarfilmer den Kämpfer für eine gerechtere Welt auch nach Kuba begleitet. Anfang der 1960er-Jahre begegnete der junge Ziegler dem damals schon legendären Che Guevara auf einer internationalen Konferenz in Genf. Er wird quasi sein „Chauffeur“, und die langen Gespräche, die die beiden Männer im Auto führen, begeistern Ziegler so, dass er mit ihm aufbrechen will. Doch Che überzeugt ihn „an seinem Platz“ in Europa zu bleiben, um von hier gegen den „Kopf des kapitalistischen Monsters“ zu agieren. Ein Versprechen, das Ziegler tatsächlich bis heute nicht gebrochen hat. Jeder muss kämpfen, wo die Geburt ihn hingestellt hat, sagt er und dann spricht er vom „Glück der Geburt“.

Jean Ziegler während seines Aufenthalts in Havanna vor einem Wandgemälde des chilenischen Malers José Venturelli im Hotel Habana Libre. Bild: © Thimfilm / Dreampixies

Als Hauptredner bei der Münchner Großdemonstration gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau. Bild: © Thimfilm / Dreampixies

Nun endlich ist er in Kuba, und man merkt: Er ist am fidelen Auge schwer kurzsichtig. Wie er die Errungenschaften (?) des Castro-Kommunismus lobt – einmal bei einer Autofahrt durch die nächtliche Finsternis, in Kuba gibt es so gut wie keine Straßenbeleuchtung -, das treibt sogar seine Frau Erica Deubner auf die Palme. Da wird sich dann gekabbelt, liebevoll versteht sich, denn was der Film auch zeigt, ist eine große Liebe und Gemeinschaft zweier älterer Leute, aber Ziegler lässt sowieso keinen Widerspruch zu. Und als er die freie Meinungsäußerung und die Pressefreiheit relativiert, kommt’s richtig zum Streit mit seinem ehemaligen Studenten Wadimoff.

Dafür lässt er die Kamera erstaunlich dicht an sich heran. Man sieht ihn in seinem Arbeitszimmer, in dem natürlich ein Foto vom Che hängt, daneben die Welthungerkarte. Man sieht ihn bei seinen Triumphen, aber auch bei seinen Niederlagen. Einmal, als ihm, dem Mitglied im Beratenden Ausschuss des UN- Menschenrechtsrates, ein Antrag abgelehnt wird.

Ihm aber nicht, wie er dachte, die Vereinigte Staaten in den Rücken gefallen sind, sondern ausgerechnet ein afrikanischer Staat. Da ist er den Tränen nahe, und schimpft über die Dummheit, „die systemische Feigheit“ der US-Vasallen. Ziegler schwebt irgendwie immer zwischen Zorn und Hoffnung. Leere Kilometer macht er viele. Das geht an die Substanz. Die Kamera kommt auch mit, als er für ein paar Tage ins Krankenhaus muss.

Der Kampf, den Ziegler derzeit ausficht, ist der „gegen den internationalen Wirtschaftsterrorismus“, sogenannte Geierfonds. Die kaufen Schulden problembeladener, zahlungsunfähiger Staaten, und treiben diese dann nach Anklage bei der Weltbank ein. Was das für diese Länder bedeutet, kann man sich vorstellen. Ziegler erklärt es so: Wenn ein armes Land einen Ernteüberschuss für ein schlechtes Jahr erwirtschaften konnte, wird es dadurch gezwungen, den Mais oder Weizen auf den Weltmarkt zu werfen. Kommt dann tatsächlich ein schlechtes Jahr – Hungerkatastrophe.

„Che schaut mir jeden Tag über die Schulter, und schaut, ob ich meinen Verpflichtungen treu bleibe, oder nicht,“ sagt Ziegler. Und Wadimoff zeigt, er kann nicht nur diplomatisches Parkett, er kann auch „Straßenkampf“. Vor jugendlicher Energie sprüht er als Hauptredner bei der Münchner Großdemonstration gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau.

Mit seiner Frau Erica Deubner Ziegler auf Kuba. Bild: © Thimfilm / Dreampixies

Was es mit dem „Optimismus des Willens“ auf sich hat? Ziegler nennt zwei Gründe dafür: zum einen das Erstarken der Zivilgesellschaft, Stichwort: Willkommenskultur in der Flüchtlingskrise, zum anderen glaubt Ziegler an eine Reform der UNO, an eine Aufhebung des lähmenden Vetorechts im Sicherheitsrat, das 2006 schon der damalige Generalsekretär Kofi Annan forderte.

Dass „der Aufstand des Gewissens“, wie er es nennt, erfolgreich sein kann, daran glaubt er fest. Daran muss er glauben. Helfen, hofft er, kann auch dieses filmische Porträt: „Meine Glaubwürdigkeit ist die einzige Möglichkeit, die ich als Autor und UN-Sonderberichterstatter habe. Die kann durch ein negatives Bild im Film zerstört werden. Aber ich habe Wadimoff vertraut und habe es nie bereut, ihn gemacht zu haben. Dieser Film kann eine wichtige Unterstützung bei meinen Ideen sein.“

BUCHTIPP: C. Bertelsmann Verlag, Jean Ziegler: „Der schmale Grat der Hoffnung. Meine gewonnenen und verlorenen Kämpfe, und die, die wir gemeinsam gewinnen werden“, Sachbuch, 320 Seiten.

www.jeanziegler-film.com

Wien, 4. 6. 2017